Jahr: 2019

Irgendwie widersprüchlich…

Die Viehhalter in Österreich, die ihre Tiere im Sommer auf die Almen bringen, sind derzeit sehr verunsichert. Ein Gericht hatte einen Landwirt zu einem Schadensersatz von 490.000 € verurteilt, weil eine Kuh eine deutsche Touristin, die mit ihrem Hund eine solche Almwiese durchquerte, getötet hatte. https://orf.at/stories/3112485/?fbclid=IwAR3zGS_HXMf13iq_axbsKlmuY36HM7mN92BebIWg_CFJIKuMJngqhacDdIc Nun ist unklar, wie es weitergehen soll. Eine Nichtbeweidung der Almen hätte negative Konsequenzen.  Das würde „vielerorts das Ende der Weidewirtschaft“ bedeuten. Diese sei aber aus Tierschutzgründen und für Artenschutz, Biodiversität, Landschaftserhaltung und Klimaschutz „dringend erforderlich“, so der Vertreter der Landwirtschaftskammer. Die Bauern haben Angst und wollen wissen, ob sie die Almen nicht mehr beweiden sollen. Die Vertreterin des Tourismusverbandes warnte davor, dass Bauern die Wege einfach sperren würden. „Es wird auf der Alm nur noch Stacheldraht geben, es wird keine Mountainbikestrecken geben und auch keine Wanderwege durch die Weide, weil jeder Bauer Angst hat, dass er zur Haftung kommt. Da wird Stacheldraht hochgezogen, davon bin ich überzeugt“. Ein für die nächsten Tage einberufener Runder Tisch soll klären, wie dieser Dissens zwischen Natur-, Klima- und Artenschutz einerseits und den Ansprüchen des …

Pseudo-Ökologie

Zitat aus nachfolgendem Artikel: „Das bunte Vogelhäuschen über einem „runtergehobelten Psychopathenrasen“ (Berthold) ist jedenfalls reine Pseudoökologie – ähnlich widersprüchlich, wie sich über Feinstaub in der Luft zu sorgen und gleichzeitig den eigenen Schwedenofen anzuheizen.“ Der Autor redet uns schon recht heftig ins Gewissen. So was würde ich mir nie erlauben…:-) Wie dieser Satz auch: „Da streut der Kleingartenbesitzer liebevoll ein per Amazon geliefertes Päckchen Trockeninsekten in das schneewittchendesignte Vogelhäuschen, um danach kopfschüttelnd einen verirrten Käfer von den kompressorgestrahlten Bitumen-Platten zu fegen. Und wehe eine Raupe klettert auf den gestutzten Baumarkt-Rosenstock.“ https://www.sueddeutsche.de/wissen/deutschland-voegel-fuettern-winter-1.4321837?fbclid=IwAR2-ERG6tRo140VChw_-xUDZIG-tvHKrxd3S1PqWeI__1hiMmfAg015uwoU So sind wir Menschen. Inkonsequent und auch ein wenig schizophren… Wir haben übrigens gerade Pellets für unsere Heizung geliefert bekommen. Deshalb schimpfe ich auch nicht über Feinstaub…. Bauer Willi

Agrardiesel…

Landwirte bekommen für den in den landwirtschaftlichen Maschinen gefahrenen Diesel eine Rückvergütung. Das ist im Falle von „Gasöl“ (= Diesel) ein Betrag von 0,21480 € pro Liter. Den entsprechenden Antrag habe ich vor zwei Wochen als sogenannten Kurzantrag gestellt, weil sich in meinem Betrieb, außer der Dieselmengen, nichts geändert hat. Das sind rund zwei Stunden Arbeit für das Raussuchen der Unterlagen und das Ausfüllen der Formulare. Das geht mittlerweile online, allerdings muss man ein Papier ausdrucken und unterschrieben zum Hauptzollamt nach Cottbus schicken. So weit, so gut. In diesem Jahr bin ich in eine stichprobenartige Kontrolle der Anträge gekommen und man hat festgestellt, dass ich einen Formfehler begangen habe. Diesen hat der Zoll über eine Recherche beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg herausgefunden. Nennt man „Amtshilfe“. Nun habe ich folgende Unterlagen nachgereicht: Einkommenssteuerbescheid Zulassungs-Papiere der landwirtschaftlichen Maschinen Invekos-Antrag aus 2018 (Flächennutzung) sämtliche Tankbelege eines Jahres von zwei PKW (im Original) incl. Fahrtenbuch mit km-Stand und Liter jedes Tankvorganges Nochmals beigelegt habe ich Die Rechnungen über den gekauften Diesel Die Bescheinigung des Maschinenrings über verbrauchten Diesel Die beigelegten Formulare (5 Blätter) …

So geht Dialog!!! Klasse!

  Diese Meldung habe ich von der Pressestelle des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes. Beispielhaft! Danke! Landwirtschaft und Naturschutz – gemeinsame Lösungen finden 20.02.2019 Präsident Conzen: „Miteinander gestalten!“- Die aktuelle Diskussion um das Volksbegehren in Bayern mache deutlich, dass der in NRW in den letzten Jahren eingeschlagene Weg richtig ist. Landwirtschaft und Naturschutz können zusammen Lösungen finden, so RLV-Präsident Bernhard Conzen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich auch aus kontroversen Standpunkten Kompromisse entwickeln ließen, die einen wirkungsvollen Naturschutz und eine ökonomische Landwirtschaft ermöglichen. Gemeinsame Schnittmengen habe man etwa bei der Frage des Flächenverbrauchs. Die vollständige Eliminierung des 5-ha-Ziels aus dem Landesentwicklungsplan stoße sowohl bei Naturschützern wie auch Bauern auf Unverständnis. Das einwohnerreiche Nordrhein-Westfalen mit einer vergleichsweise knappen Ausstattung an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen benötige eine flächenschonende Siedlungs- und Infrastrukturpolitik. Auf Beton wachse bekanntlich kein Brot und gedeihe auch kein Schmetterling, so Conzen. Miteinander gut vereinbare Perspektiven gebe es auch bei Kernpunkten der Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik, wo sich beide Seiten in einem von Ministerin Ursula Heinen-Esser moderierten Strategiepapier für die Förderung kleiner Betriebe und intelligente Programme in der …

Bürgerbefragung Palmöl

Die EU-Kommission hat eine Bürgerbefragung zum Thema Bioenergie, hier im Speziellen zu Palmöl, gestartet. Vom 8.2 bis 19.2. gingen bisher 47 Kommentare ein. Das ist nicht viel. Scheint niemanden zu interessieren. Aber warum? Und wo bleiben die Nicht-Regierungsorganisationen? Sammeln die nur Unterschriften für ihre Mailing-Listen? Hier kann sich hier beteiligen, ohne anschließend eine Mail mit Bitte um eine Spende zu bekommen: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2019-762855_en Die Möglichkeit zur Meinungsäußerung besteht noch bis zum 8. März. Antworten sind auch in Deutsch möglich. Einen sehr interessanten Artikel, der eine „Verteufelung“ des Palmöls für den falschen Weg hält, findet ihr beim Institut für Weltwirtschaft: https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-focus/2018/eu-palmoel-bann-verbot-ohne-nutzen-11470/ Diese Aspekte waren mir neu, ich finde sie aber nachvollziehbar. Bauer Willi

Ackerbaustrategie – mit Maß und Ziel

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, Meppen Aufgrund einer Forderung des Koalitionsvertrages bereitet die Bundesregierung aktuell die Formulierung einer Ackerbaustrategie vor: Folgende Ziele sollen damit erreicht werden: Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie biobasierten Rohstoffen, Schutz natürlicher Ressourcen (Boden, Wasser, Luft), Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf der Ackerbaufläche positiver Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz, Anpassung der landwirtschaftlichen Erzeugung an den Klimawandel Stabilisierung und Sicherung der Einkommen in der Landwirtschaft. Als mögliche Handlungsfelder nennt sie: Boden Kulturpflanzenvielfalt und Fruchtfolge Düngung Pflanzenschutz Pflanzenzüchtung Digitalisierung Biodiversität Klimaschutz Klimaanpassung Ausbildung und Beratung gesellschaftliche Akzeptanz ökonomische Bewertung und Folgenabschätzung Infrage kommende Maßnahmen zur Erreichung insbesondere der Ziele 2-5 (siehe oben) kursieren bereits in Hülle und Fülle und werden vor allem, aber nicht nur, von den Kritikern der konventionellen und leistungsorientierten Agrarerzeugung formuliert. Die Ziele 1 (Erzeugung von Lebensmitteln) und 6 (Sicherung der Einkommen der Landwirte) treten in der öffentlichen Diskussion bisher eher in den Hintergrund. Die dazu notwendigen Verhaltensänderungen kann man erreichen durch Bildung, Beratung, Aufklärung (Wissensvermittlung, Überzeugungsarbeit) starke finanzielle Anreize (Förderung, Motivation) Zwang (Ordnungsrecht und Kontrolle) In …

Ernste Sorgen…

…haben derzeit die Zuckerrüben-Anbauer sicher nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas. Dies war auch der Grund, warum am 15. Februar nicht nur die Bauern, sondern auch die Mitarbeiter der Zuckerfabrik für eine faire Behandlung demonstrierten. Diese Demonstrationen finden und fanden auch an anderen Orten statt. Der Hintergrund Nach dem Wegfall der Zuckerquote haben sich viele Länder der EU nicht an die Abmachungen gehalten und zahlen ihren Rübenanbauern eine an den Rübenanbau gekoppelte Zahlung. Welche Größenordnungen das annimmt, kann man auf nachfolgendem Chart lesen. Der Anteil der gekoppelten Zahlung am Preis liegt zwischen 7%  in Finnland und 68% in Rumänien.  In Spanien sind es 39%. Eine solch hohe staatliche Förderung bedeutet eine Wettbewerbsverzerrung, da Deutschland sich an die Abmachungen hält und keine Zahlungen leistet.  Von daher ist die Forderung an die EU-Kommission „Gekoppelte Zahlung für alle oder keinen“ mehr als verständlich.  Es ist wie beim Sport: wenn einige Sportler verbotene Doping-Mittel nehmen, ist der Wettbewerb nicht mehr fair und die sauberen Sportler sind benachteiligt. Dies trifft auch für andere Bereiche zu. Die insektiziden Beizen mit der umstrittenen …

Ein Atlas für Bauern?

Vor kurzem ist der Agraratlas 2019 erschienen. Herausgegeben wird er von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und Le monde diplomatique. Um es vorab zu sagen: Ich finde die knapp 50 Seiten lesenswert. https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/agraratlas-2019/ Gleich im Vorwort finde ich einen Satz, der zum Nachdenken anregt: „Dass sich Wirtschaftssysteme ebenso dynamisch verändern wie die Gesellschaft, ist weder gut noch schlecht“. Und weiter heißt es: „Wir müssen uns entscheiden, welche Leistungen wir neben der Erzeugung von Nahrungsmitteln von den Bäuerinnen und Bauern erwarten und bezahlen wollen“. Diese Satz ist wirklich bemerkenswert. Neben einem geschichtlichen Rückblick wird dann in den ersten Kapiteln auf ländliche Räume, Höfesterben, Strukturwandel und Einkommen der Landwirte eingegangen. Natürlich dürfen auch die Themen Biodiversität, Pestizide, Dünger und Tierhaltung nicht fehlen. Das Thema Klima ist überschrieben mit „Täter und Opfer zugleich„. Und beim Thema Gesundheit heißt es: „Nicht alle Fragen lassen sich einfach beantworten“. Die dazu passende Grafik (S. 43) zeigt das deutlich. Auch wenn manch einer mit den Aussagen in den verschiedenen Artikeln so seine Probleme haben wird, ist genau deshalb diese Veröffentlichung aus meiner Sicht so lesenswert: Weil …

Vom Hunsrück nach Berlin (Video)

Carina Konrad ist 2017 erstmals in den Bundestag gewählt worden (FDP). Wie ist das, wenn man aus dem Hunsrück nach Berlin kommt? Wie geht dort das Tagesgeschäft? Und wie bekommt man das mit der Familie hin? Ich habe sie gefragt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Wildbienen – Obstbauern schaffen Trendwende!

Am Bodensee hat man es geschafft: Nicht nur die Zahl der Wildbienen hat zugenommen, sondern auch verschollen geglaubte Arten sind wieder aufgetaucht. http://www.proplanet-label.com/aktuelles_03_05_2018.html?fbclid=IwAR1FP98kVBmNXBMkhBvDIWLCEaJS84BNlVzaPzkJ9WwiLyDU8x7SYUxY6gU Dies berichtet REWE auf seiner Seite Pro Planet. Die Meldung ist zwar nicht neu (3.5.2018) aber bemerkenswert. Und gute Nachrichten sollen sich ja auch verbreiten…  🙂 Danke an einen aufmerksamen Leser für die Weiterleitung der Info. Bauer Willi