Jahr: 2019

Mehr Toleranz!

Wenn ein jüdischer Publizist und Buchautor (Henryk M. Broder) vor der AfD-Fraktion eine Rede hält, so hat das einen hohen Aufmerksamkeitswert. Bis gestern, 22:00, wurde sie auf der Online-Seite der „Welt“ mehr als 2.000 mal kommentiert. Wenn ihr diese Rede gelesen habt, werdet ihr wissen, warum. https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article187962993/Henryk-M-Broders-Rede-vor-der-AfD-Bundestagsfraktion.html Nur zwei Sätze aus seiner Rede: „Meine Damen und Herren. Wir leben in einer Konsensdemokratie. Das mag nicht schlecht sein, ich bin aber überzeugt, dass nicht der Konsens, sondern der Dissens das Wesen der Demokratie ausmacht…“ „Ich bin tolerant bis an die Grenze der Selbstverleugnung, nur gegenüber einer Gruppe von Menschen will ich nicht tolerant sein: gegenüber den Intoleranten, die sich selbst zum Maß aller Dinge erheben und mir entweder ewiges Leben im Paradies versprechen, wenn ich ihnen folge, oder einen Logenplatz in der Hölle, wenn ich mich ihnen verweigere.“ Aber das sind nur Auszüge. Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen, und dann erst zu kommentieren. Und wer etwas mehr Zeit hat, hier seine Rede im Video. Sie beginnt etwas bei Minute 13:00. https://www.youtube.com/watch?v=8CoOv6nUD6k

Das Leben ist (k)ein Spiel …

Der aktuelle Landwirtschaft-Simulator 2018 ist in 10 Tagen 1 Million Mal verkauft worden. Schön. Da stellt sich die Frage, wieso sich so viele Menschen dem Leben als Landwirt in Spielform widmen? Die Frage ist berechtigt. Während in den Hauptvertriebsländer der Landwirtschaftssimulation (D, A, CH, aber auch Frankreich und Großbritannien) die Anzahl der Simulations-Landwirte steigt, geht in den gleichen Ländern der Anteil der Echtform-Bauern mehr oder weniger rapide in Richtung Erinnerungswerte von 1-2% der Bevölkerung. Eine mögliche Erklärung liefert der deutsche Psychologe Benjamin Strobel, der sich beim Grimme-Institut mit digitalen Spielen und ihrer kulturellen und medienpädagogischen Bedeutung auseinandersetzt. „In digitalen Spielen können wir uns gefahrlos ausprobieren und neue Rollen einnehmen. Die Komplexität und die Risiken des echten Lebens gelten dabei nicht. Wir können unsere Neugier, Träume und Wünsche im Spiel ausleben. Wenn uns das nicht gefällt oder etwas schiefgeht, müssen wir keine Konsequenzen fürchten. Das wiederum reduziert Spannung und Stress, denen wir im realen Arbeitsleben oft ausgesetzt sind“. …. Da dem Spieler selbst bei „realistischen“ Games wie dem Landwirtschafts-Simulator nur ein sehr eingeschränkter und beschönigter Teil eines …

Fragen Sie einen Landwirt

Aus der Presse habe ich erfahren, dass das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) für sein Verbraucherportal Landwirte sucht, die die Fragen der Verbraucher direkt beantworten. Ich habe mal nachgefragt, wie das genau geht. Hier die Antwort: Auf dem BZL-Verbraucherportal www.landwirtschaft.de können Verbraucherinnen und Verbraucher über ein Online-Formular Fragen an Landwirtinnen und Landwirte stellen. www.landwirtschaft.de/frage Für die Beantwortung der Fragen bauen wir derzeit einen Pool an Landwirten auf. Wir sammeln die Fragen und leiten sie je nach Thema an die betreffenden Landwirte weiter und fragen an, wer bereit wäre, darauf zu antworten. Mit den Landwirten, die antworten wollen, vereinbaren wir daraufhin einen Telefontermin. In einem Mini-Telefoninterview klären wir die Frage und ggf. noch einige Hintergrundinformationen. Wir formulieren die Antwort aus und legen Sie dann der/dem Befragten noch einmal zur Freigabe vor, damit sichergestellt ist, dass sich niemand falsch widergegeben fühlt. Sobald das Okay vorliegt, veröffentlichen wir die Antwort unter: https://www.landwirtschaft.de/diskussion-und-dialog/fragen-sie-einen-landwirt/bereits-beantwortete-fragen/ Um für Verbraucher ganz klar zu machen, dass ihnen hier „echte“ Landwirtinnen und Landwirte antworten und authentische Einblicke in ihre Arbeit geben, veröffentlichen wir zukünftig alle Antworten mit Namen und Bild der/des Befragten …

Eine Woche in Berlin…

Die „Grüne Woche“ ist vorbei. Und? Was hat sie gebracht? Für die Berliner und andere Besucher war es eine – wie immer – bunte Darstellung der Lebensmitteln aus aller Welt. Man konnte probieren, was man vorher noch nicht probiert hatte und nach Herzenslust schlemmen. Lecker! Doch neben den kulinarischen Köstlichkeiten gab es auch Veranstaltungen rund um Landwirtschaft und Ernährung. Es gab – wie immer – viele Foren, in denen über die genau gleichen Themen -Landwirtschaft und Ernährung – referiert und diskutiert wurde. Politik, Verbände und NGO´s aller Farben und Interessenslagen trafen sich in Berlin, um ihre Sache zu vertreten. Von daher ist es ein fixer Treffpunkt im Januar, auf dem man auch mal bei einem der vielen Empfänge unbeschwert und ohne Kamera und Mikrofon einmal „schwatzen“ kann. Das ist gut, denn so lassen sich Differenzen klären. Ob man sie löst, steht auf einem anderen Blatt. Die Demonstration(en) Und wie jedes Jahr gab es eine Demonstration. Wieder am Brandenburger Tor, dass einst als Symbol der Trennung galt und daher einen hohen symbolischen Charakter hat. Und wie jedes Jahr ging es in der …

Wirklich schade…

Ich habe seit Herbst 2018 nun wirklich viele Anläufe unternommen, um mit Herrn Hofreiter ins Gespräch zu kommen. Es gibt so viele Dinge, über die wir uns hätten austauschen können. Und ich hätte Fragen gestellt, viele Fragen, weil manches, was seine Fraktion so an der Landwirtschaft verändern möchte, vom Ansatz her noch einigermaßen verständlich, von der Umsetzung her aber nicht ganz so einfach ist. Genau so erging es auch Ralf Pauelsen, dem Bauern aus der Nachbarschaft, der die genau gleiche Antwort bekommen hat. Die Antwort klingt ein wenig so, als würde man den Termin auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschieben wollen.  Wir finden das schade. Bauer Willi und Bauer Ralf (aus der Nachbarschaft)

What do you know about Nebraska?

Ganz ehrlich? Ich wusste nichts über Nebraska, bis Terry mit einer Gruppe von Farmer zu uns auf den Hof kam. Diese Farmer reisen derzeit durch Europa und wollen etwas über unsere Landwirtschaft erfahren. Sie gehören dem Nebraska LEAD Program an. Was das genau ist, könnt ihr hier erfahren. https://lead.unl.edu/nebraska-lead-program Ich habe Terry ein paar Fragen zur Landwirtschaft  in Nebraska (und zur Politik in den USA) gestellt. Wieder was gelernt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Sag mir, wo die Blumen sind

Wie aktuelle Beobachtungen bestätigen, sind bis zu 95% dieser besonderen und vielfältigen Blumenart schon verschwunden. Die Schuld liegt eindeutig in der industriellen Produktion und dem überbordenden Qualitätsanspruch. Wie ein Rundgang durch Deutschland belegt, sind sie kaum mehr wo zu finden: Eisblumen. Kinder werden ihre Eltern bald fragen, was das ist, wovon sie da in alten und gar nicht so alten Büchern lesen. Wie noch unveröffentlichte Studien dazu zeigen, führt der Einbau von Fenstern mit Mehrfach-Verglasung zum bereits fast völligen Ausrotten dieser enorm vielfältigen, bewundernswerten Spezies. Gerade noch in alten Schuppen oder kaum mehr bewohnten Häuschen fristen sie ein trauriges Dasein. Wo kleinste Kratzer oder Verunreinigungen einfacher Fensterscheiben sie rasch zu erblühen brachten, macht ihnen „Modernes“ mit Isolationswerten und Beschichtungen sofort den Garaus. Ihr Verschwinden hat aber auch direkte Folgen für die Menschen hinter diesen modernen Gläsern. Kälte und geringste Hinterlüftung wird so vollständig abgeschnitten, daß „künstliche“ Beatmungen in solchen Häusern installiert werden müssen. Dadurch steigen die Erkrankungen an Asthma und an Keimverunreinigungen. Nach einer noch nicht veröffentlichten Studie gehen die vorzeitigen Todesfälle seit deren Einführung bereits in die …

Glyphosat in Windeln – Die Fakten

Aktuell wird in den Medien über den Nachweis von Glyphosat in Windeln berichtet. Diese Meldung ist nicht neu. Der Link unten stammt aus 2016, allerdings handelt es sich um eine sehr kleine Stichprobe, die RTL zur Untersuchung gegeben hatte. https://www.rtl.de/cms/glyphosat-pflanzenschutzmittel-in-windeln-und-wattepads-nachgewiesen-2820246.html Die aktuelle Meldung bezieht sich auf Untersuchungen des französischen Institutes ANSES, die umfassende und detaillierte Untersuchungen auf diverse Chemikalien, darunter auch Glyphosat und das Abbauprodukt AMPA, durchgeführt haben. Dabei muss erwähnt werden, dass AMPA auch in Wasch- und Spülmitteln vorkommt, sein Nachweis somit auch aus anderen Quellen stammen kann. In der Studie wird angegeben, welche der gefundenen Stoffe eine gesundheitliches Risiko darstellen. Grün bedeutet dabei: unbedenklich,  rot: eine Gefährdung ist nicht auszuschließen. https://www.anses.fr/fr/system/files/CONSO2017SA0019Ra.pdf Die Erläuterung ist auch auf Seite 98 nachzulesen. Auf den Seiten 99 bis 101 sind alle Chemikalien entsprechend aufgelistet. Rot markiert sind Dioxine und Furane, PCB, HAP´s, COV´s, Duftstoffe und Formaldehyd. Glyphosat und AMPA sind grün gekennzeichnet. Das rot gekennzeichnete Hexachlorbenzol (Hexachlorbenzene) ist als Pflanzenschutzmittel ausgewiesen, seine Anwendung ist seit 1981 in der EU für die landwirtschaftliche Anwendung verboten. Es dient aber als Weichmacher …

Feinstaub-Fakten

Eigentlich habe ich keine Lust, mich mit dem Thema zu befassen, nur weil Monitor – rechtzeitig zur Grünen Woche – wieder einen „rausgehauen“ hat.  Sie beziehen sich dabei auf eine unveröffentlichte Studie, und wenn etwas unveröffentlicht ist, kann man das auch nicht kommentieren. Und man muss ja nicht gleich über jedes Stöckchen springen, dass einem eine Redaktion hinhält. Aber dann hab ich mich doch mal eine halbe Stunde hingesetzt und recherchiert, was denn nun dran sein könnte. Warum das sonst keiner macht? Keine Ahnung. Mit Erklärungen, „dass das wohl alles Spekulationen wären“ gibt man nur denen wieder Recht, die einen als „Leugner“ darstellen wollen. Also schauen wir mal nach, was schon vor der unveröffentlichten und mir somit unbekannten Studie bekannt war. Wenn man die größten Verursacher von Feinstaub mit menschlicher (antrophogener) Ursache sieht (siehe Grafik oben), dann steht weit vor allem die Wirtschaft und der Verkehr. Aus der Tierhaltung stammen 7.500 t, aus dem Silvesterfeuerwerk 4.500 t. Zum Glück ist nur einmal im Jahr Silvester. Wäre es zweimal, hätte es die Viehhaltung schon überholt. Und dann wären da noch Räucherstäbchen, Räucherkerzen oder der …

„Nestbeschmutzer“ – oder doch auch Wahres?

Ein Interview mit Christoph Daun, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des BDL (Bund der deutschen Landjugend) in dem er seine Vorstellungen über die Führung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) äußert. https://www.agrarzeitung.de/karriere/karriere-nachrichten/fuehrungskultur-dbv-fuehrt-mitglieder-in-die-irre-85847?fbclid=IwAR1yTS9lyEYcJWDWxtLjD3tdIoU3eVxu3iZ5ZfHHR8qW4iBZGNL7sZhHofg In einem anderen Zusammenhang zum gleichen Thema lautete die Überschrift: „Erfahrene Alte und junge Wilde“. Das scheint mir persönlich eine ganz gute Mischung zu sein. Wobei es ja auch alte Wilde und junge Kluge gibt… 🙂 Zum Hintergrund: Der BDL war in die Kritik geraten, weil er sich öffentlich zum Thema Anbindehaltung in einer Weise geäußert hatte, die in bestimmten Kreise auf Kritik gestoßen war. Herr Daun ist nicht mehr im Vorstand des BDL. https://www.topagrar.com/dl/2/9/8/7/7/4/0/2018_Positionspapier_Anbindehaltung_von_Rindern.pdf