Bauer Willi
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„Nestbeschmutzer“ – oder doch auch Wahres?

Ein Interview mit Christoph Daun, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des BDL (Bund der deutschen Landjugend) in dem er seine Vorstellungen über die Führung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) äußert.

https://www.agrarzeitung.de/karriere/karriere-nachrichten/fuehrungskultur-dbv-fuehrt-mitglieder-in-die-irre-85847?fbclid=IwAR1yTS9lyEYcJWDWxtLjD3tdIoU3eVxu3iZ5ZfHHR8qW4iBZGNL7sZhHofg

In einem anderen Zusammenhang zum gleichen Thema lautete die Überschrift: „Erfahrene Alte und junge Wilde“. Das scheint mir persönlich eine ganz gute Mischung zu sein. Wobei es ja auch alte Wilde und junge Kluge gibt… 🙂

Zum Hintergrund: Der BDL war in die Kritik geraten, weil er sich öffentlich zum Thema Anbindehaltung in einer Weise geäußert hatte, die in bestimmten Kreise auf Kritik gestoßen war. Herr Daun ist nicht mehr im Vorstand des BDL.

https://www.topagrar.com/dl/2/9/8/7/7/4/0/2018_Positionspapier_Anbindehaltung_von_Rindern.pdf

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12 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    Alles, was das Tier einengt wird hier keine Zukunft haben. Die Jungen wissen das und wagen es auch noch auszusprechen. Unbequem-abgesägt: na Bravo! Wir müssen Made in Germany zur Qualitätsmarke machen, tierfreundlich und innovativ. Jeder muss für sich nach Lösungen suchen, das können auch Kompromisse sein, man muss sie nur darstellen können. Einfach an althergebrachtem festhalten geht nicht mehr, wir müssen agieren, nicht nur reagieren. Oder ins Museumsdorf ziehen.
    Statt veraltetes zu verteidigen, muss der Verband klarstellen, dass der Wille bei den Bauern da ist, sich Tier-und Umweltschutz dann aber mal einigen und auch da Kompromisse eingegangen werden müssen, Stichwort z.B. Offenställe vs. BIMScHG und TA Luft.
    Unser Verband hat jetzt eine Öffentlichkeits-Image-Initiative geplant ( jetzt erst?), auf Freiwilligkeit basierend (bei der desaströsen finanziellen Situation momentan sehr sinnvoll) und eine Marketing Agentur beauftragt: erste Entwürfe: eine Plakataktion mit einer scheißenden Kuh. Im Ernst jetzt? Wir brauchen Social Media Beauftragte, keine Plakate! Da fehlen einfach die jungen Ideen.
    Wie die Junglandwirte so drauf sind zeigt dieses Video sehr schön:
    https://www.kuhtrainee.de/

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Dass die Junglandwirte im Video den Wein aus dem Schnapsglas trinken, finde ich Klasse, das schont die Leber, sollten die beim Bier genau so machen. 😉

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  2. Friedrich sagt

    Jeder Gewerbebetrieb , der eine Genehmigung hat , darf solange produzieren , wie erwirtschaftet. Dies sollte auch für die Landwirtschaft gelten. Wir haben in den letzten Jahren die Ställe so oft umbauen müßen , daß es jetzt erst einmal gut ist. Die staatliche Gängelung muß erst einmal aufhören und es müßen Ziele von der Politik definiert werden, die auch nachhaltig Bestand haben .
    — Der Junglandwirt hat mit seinen Vorstellungen ansonsten Recht. Bei uns im Kreisverband heißt es , daß an der Kreisgrenze die Demokratie im DBV aufhört. Mit den Posten auf Landes- und Bundesebene sind allerhand Aufsichtsratsposten im genossenschaftlichen Bereich verbunden, die richtig ökonomisch einen nach vorne bringen. An diese Fleischtöpfe will so mancher DBV-Mann. Deshalb gibt es auch nicht viel Kritik , weil man ja Rücksicht auf seine Einkünfte nehmen muß. Dazu haben noch einige Mandatsträger auch noch ein Landtags- oder Bundestagsmandat. Das lohnt sich dann richtig und läßt die Kritik für die Bauern auf Null absinken. Der mediale Auftritt des DBV ist mit „Ungenügend“ zu beurteilen und eine Erneuerung unbedingt nötig. — Auch hat es schon aus eigener Erfahrung Fälle gegeben , wo DBV-Vertreter auf kritische Medienberichte , die Juornalisten geschrieben haben , mit Entlassung bedroht wurden.
    Zusammenfassend kann ich sagen , daß der DBV grundlegend reformiert werden muß und die mediale Aufstellung nicht von Dummköpfen dargestellt werden darf. Hier sind Profis gefordert.

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    • Obstbäuerin sagt

      Die NGOs und die Grünen werden vor Freude an die Decke springen, wenn der DBV von seinen eigenen Mitgliedern auf den letzten Metern der GAP Entscheidung zerlegt wird. Eine Reform, die ich auch befürworte, sollte jetzt zurückgestellt werden.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Für mich ist es auch ein Supergau, wenn innerhalb der Landwirtschaft Meinungsverschiedenheiten öffentlich ausgetragen werden.
        Die sollen dem Herrn Rukwied und seinen Mannen es in deren Gesicht sagen, dass sie mit ihnen nicht mehr zufrieden sind. Die Jugend sollte die Zukunft sein, sie müssen auch zeigen, das die Zukunft bei denen aufgehoben ist.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sicherlich ist die Mediale Aufstellung des DBV nicht optimal, jeder aktiver Landwirt, und gerade die Jugend sollte auch mal einen Leserbrief schreiben, wenn Dummheit in den Zeitungen geschrieben wird, in dieser Hinsicht, deutliches Schweigen.
      Vielfach juckte es mich in den Fingern, aber dann kam ich zur Einsicht, warum soll ich, einer der noch nie Ackerbau und Viehzucht betrieben, gerade die verteidigen, schließlich bin ich auch ein Verbraucher.

      Zur Anbindehaltung habe ich noch ein Anmerkung:
      Gerade im Schwarzwald gibt es noch kleine Betriebe, die werden den Stall nicht mehr umbauen, dann können andere ein paar Kühe mehr in des Stall stellen, auch die zukünftigen Betriebsleiter.

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  3. bauerhans sagt

    auf nachfrage beim WLV,warum nicht auf die meldung vom 19.1.19 in der NW (37000 schweine verenden täglich) reagiert wird,wurde mir gesagt,dass jetzt die Grüne Woche im focus ist.

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  4. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin – Anbindehaltung, ohne Zweifel ein heikles Thema.
    Nach der Wende, wuste im Osten Deutschlands niemand wie es mit der LW weitergehen würde. Haben die jetzt vorherrschenden Agrarstrukturen wie Agrargenossenschaft , GmbH,
    GBR und Wiedereinrichter überhaupt eine Überlebenschance?
    Was ist politisch von den neuen Machhabern gewollt – was nicht?
    Die Ungewissheit war groß.Auf Grund der Milchquote die nun Gesetz war mussten zweidrittel der Milchviehbestände abgebaut werden.
    Die“ bundesdeutschen Experten“ haben uns damals schon suggeriert, das Anbildehaltung
    wie diese hier gehandhabt wurde, keine Zukunft hat. Trotz großer Ungewissheit, begannen viele Betriebe mit dem Umbau. Platz war ja jetzt genügen vorhanden.
    Die Innenausrüstung wurde komplett erneuert. Breite Futtertische sowie Lauf und Fressgänge entstanden. Die Tiere fühlten sich bedeutend wohler.
    Landwirte die Laufställe haben sind für diese Haltungsform. Landwierte die die Möglichkeit zur Weidenutzung haben sind für die Weide. Es gibt aber nicht überall Grünland ! Es gibt sicher auch nicht überall die Möglichkeit der Laufstallhaltung !
    Aber das sollten nun doch aber Ausnahmen sein.

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    • Obstbäuerin sagt

      In solchen unsicheren Zeiten wie jetzt, lieber Brandenburgbauer, scheint ein bisschen die Mentalität RETTE SICH – WER KANN Einzug gehalten zu haben. Oder anders ausgedrückt WAS KRATZT MICH FREMDES LEID. Wenn es nützt und z.B. mehr Fördergelder bringt, springt der eine oder andere auf diesen Zug auf und nimmt dann schon mal in Kauf, dass derselbe Zug das Verbot von Glyphosat mit im Gepäck hat und das Verbot anderer Produktionsmittel oder Verfahren, auf die er selber gar nicht darauf angewiesen ist.
      Eine differenzierte Betrachtungsweise der verschiedenen Branchen und innerhalb dieser die verschiedenen regionalen und betriebswirtschaftlichen Bedingungen, scheint nicht mehr angesagt zu sein.

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Obstbäuerin, der BB ist ein Typ der direkten Worte. Klar und ohne falschen Unterton.
        Du bekommst dann zwar viel Gegenwehr , aber du weißt klipp und klar woran du bist.
        Deinen Beitrag hätte ich mir mehr direkter gewünscht.

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        • Obstbäuerin sagt

          Ich wollte doch gar nichts gegen Dich sagen, Brandenburgbauer, sondern gegen die Auffassung, dass alles überall möglich ist und einige ihre Interessen ohne Rücksicht auf andere durchsetzen. Hab mich wohl missverständlich geäußert – tut mir leid.

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