Jahr: 2018

Raritäten im Garten

Weil mir die ganze Diskussion um die Milliarde von Herrn Rukwied langsam auf den Geist geht, hier mal was Positives. Unser Sohn hat hinter unserem Haus eine Parzelle mit über 1000 qm als Gemüsegarten angelegt. Ich helfe ihm jetzt dabei, das Wasser an die Pflanzen zu bekommen, denn es hat seit dem 9. Juni bis heute so gut wie nicht geregnet. Jetzt will ich mit seinen Kulturen ein wenig angeben und ein paar Bilder von Raritäten zeigen, die nicht jeder im Garten hat. Leinsamen und Emmer haben wir schon geerntet, die müssen jetzt nur noch trocknen. Tomaten, Zucchini und Zuckermais wachsen „wie blöd“. Dann stehen da noch Möhren, diverse Kohlarten, verschiedene Sorten Kartoffeln (von Blauer Schwede bis Bamberger Hörnchen), ein paar Soja-Pflanzen (dank der Vögel und Schnecken dieses Jahr nur ein paar 🙂 ) und Sonnenblumen, verschiedene Bohnen, Salate etc. Ach ja, Kürbisse auch noch, die seht ihr ja auf dem Bild. Schaut mal rein. Wenn ihr auch Raritäten habt, her mit den Bilder. Inka-Gurke   Schwarze Tomaten   Okra = „Ladyfinger“   Kichererbsen Schwarze Chili (werden später …

Neue Ernteschätzung 1.8.2018

https://www.bauernverband.de/bauernverband-korrigiert-ernteerwartung-deutlich-nach-unten Die Ernteschätzung bezieht sich m. E. nur auf Getreide und Raps. Meines Wissens ist Mais (Silo- und Körnermais), Kartoffeln, Zuckerrüben und Grünlandertrag nicht berücksichtigt. Da eine grundlegende Änderung der Wetterlage derzeit nicht prognostiziert wird, wird sich die Lage – besonders auf dem Futtermittelmarkt – voraussichtlich weiter verschärfen. Neben dem Preis stellt sich zunehmend die Frage nach der physischen Verfügbarkeit. Stellenweise haben die Landwirte schon mit dem Häckseln von Mais begonnen, um die Restfeuchte, die zum Silieren notwendig ist, noch nutzen zu können. Das alles nur zur Info. Ich könnte jetzt noch viel schreiben, lasse das aber vorerst mal. Nur so viel: Meine Aussage beim WDR in der Aktuellen Stunde vor zwei Wochen“Das dicke Ende kommt erst noch“ scheint sich leider zu bewahrheiten. Wenn es auch im August nicht nennenswert regnen sollte, erst recht. Euer Bauer Willi  

Volltreffer!

Endlich sind wir Bauern wieder in den Medien präsent. Das haben wir doch immer gewollt und uns immer gewünscht. Doch womit? Das Stichwort ist: Eine Milliarde. Und schon rauscht es gewaltig im deutschen Blätterwald und auch die Kommentatoren im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben ein gefundenes Fressen. Der Tenor ist überall gleich: „Trotz gewaltiger Subventionen rufen die Bauern bei schlechtem Wetter mal wieder nach staatlichen Steuergeldern“. Und so oder ähnlich sind dann auch die Kommentare, die vielfach in dem einfachen Rezept enden: Die Bauern sind doch selber schuld, sie haben doch den Klimawandel (mit) verursacht. Was für 7% der Treibhausgase auch stimmt, deshalb braucht man über die verbleibenden 93% nicht zu reden. Sehr praktisch, oder? Die Grünen und mit ihnen die NGO´s nutzen die prekäre Situation dazu, jetzt – wieder einmal – vehement den Umbau der industriellen Landwirtschaft zu fordern. So, als wären Biobetriebe nicht im gleichen Ausmaß betroffen. Dabei wäre die jetzige Witterungslage eine Steilvorlage, von unserer Seite endlich Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern: Hier mal ein paar Beispiele Tempolimit auf Autobahnen, Besteuerung von Flug-Kerosin, mehr Wirtschaftsgüter auf …

Bio-Futter knapp – und nun?

Ich habe in den vergangenen Tagen versucht, herauszufinden, was Bio-Bauern tun können, die durch die Trockenheit zu wenig eigenes Futter haben. Dazu habe ich in der Bioland-Zentrale nachgefragt und man hat mir einen Rückruf versprochen. Der kam aber nicht und so habe ich es einen Tag später wieder versucht. Diesmal hat man mich an die Bioland-Hotline verwiesen. Die hatten von dem Problem schon gehört, aber Anweisung gegeben, Nachfragen an die zuständige Behörde (in NRW das LANUV) weiterzuleiten. Auf deren Seite habe ich dann nach dem passenden Ansprechpartner gesucht aber nicht gefunden. Alois ist ja Bio-Bauer bei Naturland und hat es zweimal bei seinem Berater versucht. Auch ihm wurde jedes Mal ein Rückruf zugesagt, der aber nie kam. Um in der Sache weiterzukommen, habe die es dann beim BÖLW (Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft) versucht. Die Antwort: „wenn andere Bio-Bauern nichts mehr haben, darf man auch Raufutter aus Umstellungsbetrieben nehmen. Aber nur nach Antrag bei der zuständigen Behörde“. Wer die ist, konnte man mir nicht sagen, aber ich solle es doch bei der Landwirtschaftskammer versuchen. Das habe ich dann gemacht. Auf dem …

Nationale Katastrophe…

Pommes werden vermutlich teurer und auch kürzer. Erste Auswirkungen der Dürre. Und alle berichten. Doch es wird nicht bei Preiserhöhungen für Kartoffeln bleiben, Auch Futter für die Viehhalter wird teurer. Aber darüber berichtet kaum einer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/duerre-in-deutschland-uebergrosse-kartoffeln-fuer-pommes-werden-knapp-a-1220669.html https://www.zdf.de/nachrichten/heute/duerre-trifft-kartoffeln-pommes-koennten-teurer-werden-100.html https://www.t-online.de/leben/essen-und-trinken/id_84189604/schlechte-kartoffelernte-wegen-duerre-pommes-werden-vermutlich-teurer.html https://www.stern.de/panorama/schlechte-kartoffelernte-wegen-duerre—pommes-teurer–8189584.html https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ernteausfaelle-pommes-koennen-teurer-werden-und-kuerzer-1.4073800 https://weather.com/de-DE/wetter/deutschland/video/focusonl-kartoffeln-duerre-pommes https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/Pommes-koennten-teurer-und-kuerzer-werden/-/id=47428/did=4811422/5htvrh/index.html Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den unzähligen Meldungen. Wer sich über die aktuelle Preisentwicklung bei Kartoffeln informieren möchte, dem sei diese Seite empfohlen. https://www.kaack-terminhandel.de/de/eex-kartoffeln.html Die Preisentwicklung bei Weizen findet ihr hier: https://www.kaack-terminhandel.de/de/matif-weizen.html Das sind aber Börsenpreise und nicht das, was der Bauer für seine Produkte bekommt. Die liegen niedriger, weil Erfassung und Lagerung auch noch bezahlt werden müssen. Wenn ihr mich fragt (mich fragt aber keiner): Da für die nächsten 2 Wochen keine grundlegende Wetteränderung angesagt ist, wird sich der Preistrend nach oben fortsetzen. Davon profitiert aber nur der, der auch was zu verkaufen hat. Eine gewisse Menge haben wir Landwirte schon vor Monaten in Kontrakten zu wesentlich niedrigeren Preisen abgesichert. Ich auch. Da bleibt nur noch eine kleine Menge, die ich jetzt verkaufen kann. Mist, wird wieder nix mit dem …

Den Zusammenhang herstellen

Mittlerweile ist der Ausdruck des „Bedauerns“ über den Rückgang der Biodiversität in den Medien zum täglichen Ritual geworden. Meist werden in Richtung intensiver Landwirtschaft auch die Ursachen dafür verortet und „Gegenmaßnahmen“ lautstark von Politik, NGO’s und auch LEH gefordert. Ganz besonders scheinheilig wird es, wenn LEH und NGO’s  Partnerschaften schließen, um mit Spenden und gutem (Geschäfts-)Willen zu retten, was die böse, moderne Landwirtschaft da scheinbar angerichtet hat. Doch so einseitig ist die Sache nicht. Es gibt einen logischen Zusammenhang zwischen den „marktwirtschaftlichen Forderungen“ von Handel und Verarbeitern und der Intensivierung der modernen Landwirtschaft. Wie bei jedem guten Krimi sollten wir die Fragen nach dem Motiv stellen: Warum wird intensiviert und wer fordert dies? Die Antwort macht ganz schnell klar, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normen unserer „Leistungsgesellschaft“ die Motive sind und dass zwei potente Auftraggeber hinter dieser Intensivierung der Landwirtschaft stecken: Wirtschaftlichkeit = Handel Konsum, Wohlstand = Gesellschaft, Verbraucher und Politik „Bezahlbare Lebensmittel“ hat jede unserer politischen Parteien im Programm. Nicht zuletzt deshalb, damit mehr Geld für Konsum und Wohlstand übrig bleibt bzw. auch ärmere Bevölkerungsschichten mit …

Rettung als Geschäftsmodell – Scheinheilige Konsumwelt

Die Krefelder Insektenstudie hat jetzt auch den Lebensmitteleinzelhandel kreativ werden lassen. Diese Gelegenheit zum Greenwashing kann man sich doch nicht entgehen lassen. Hier die Bienenrettung von EDEKA https://www.edeka.de/minden-hannover/unsere-region/die-region-minden-hannover/bienenaktion/wildbienenschutz.jsp Da steht dann auch zu lesen, dass „die Landschaft beispielsweise durch Monokulturen, … häufiges Mähen und den Einsatz von Pestiziden zunehmend unbrauchbar wird.“ Da darf REWE natürlich nicht hinten anstehen. Das Titelbild stammt aus der Zeitschrift Stern und ist ganzseitig aufgemacht. REWE selbst hat nichts gemacht, das waren die Landwirte! Also die, die mit Hut und Mistgabel abgebildet sind (Kasten rechts). Und der NABU ist natürlich auch dabei. https://www.rewe-group.com/de/newsroom/pressemitteilungen/1638-schutz-der-artenvielfalt-ein-jahrzehnt-engagement-der-rewe-group/ ALDI Süd bietet dann auch gleich ein Insektenhotel an, dass von Fachleuten allerdings als relativ unbrauchbar abgewertet wird. https://www.aldi-sued.de/de/angebote/angebote-von-mo-75/detailseite-kw19-mo07052018/ps/p/gardenline-bienen-und-insektenhotel-07052018/ Aber es gibt auch eine spezielle Aktion von ALDI: https://www.mehr-als-honig.de/     Auf der Seite ist dann auch zu lesen: „Ohne Bienen fällt 1/3 unserer Nahrung weg!“ Und das Aldi sein Gelände mit bienenfreundlichen Pflanzen aufhübscht. Mag ja sein, aber das habe ich noch nirgends gesehen. LIDL ergeht es nicht viel besser. Hier wird beschrieben, warum das Insektenhotel von diesem Discounter auch nicht …

Gewürzgurken aus Indien…saisonal, regional, …egal

Gewürzgurken aus Indien kauft wahrscheinlich keiner bewusst. Gibt es aber bei LIDL im Onlineshop und auch in der Filiale, und da werden sie dann doch gekauft. Hier der Beweis: https://www.lidl.de/de/freshona-cornichons-premium-scharf-wuerzig/p211056 Da frische Gurken nicht transportfähig sind, werden diese in Indien in die Gläser verpackt und mitsamt dem Wasser nach Deutschland transportiert. Die Gurken selbst enthalten zwischen 94 und 96% Wasser… Übrigens ist bei uns gerade Gurkenzeit. Das Einlegen ist relativ einfach. Und statt 95 Cent für 160 g sind heimische Einlegegurken auch preiswerter und regional. Und saisonal. Das wollt ihr doch. Die Gewürzmischung für mehrere Gläser gibt es für ein paar Cent fertig zu kaufen. Nur so mal als Tipp für die Sommerzeit… Euer Bauer Willi Bildquelle: www.lidl.de

Wasch mich, aber mach mich nicht nass…

…so oder ähnlich verhalten sich die Abnehmer, also Weiterverarbeitung und Handel beim Thema Ferkelkastration. Und nicht nur die: auch die politischen Entscheidungsträger sind auf Tauchstation gegangen. Kein Wunder bei dem heißen Wetter. Nadine Henke von Brokser Sauen hat die „Player“ in der Fleischszene befragt und zum Teil auch Antworten bekommen. Ihr Fazit: „Ich bin nicht schlauer als vorher“. Hier ihr Text, den sie am 24.7.2018 veröffentlicht hat. https://broksersauen.wordpress.com/2018/07/24/quo-vadis-ferkelkastration/