Bauer Willi
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Rettung als Geschäftsmodell – Scheinheilige Konsumwelt

Die Krefelder Insektenstudie hat jetzt auch den Lebensmitteleinzelhandel kreativ werden lassen. Diese Gelegenheit zum Greenwashing kann man sich doch nicht entgehen lassen.

Hier die Bienenrettung von EDEKA

https://www.edeka.de/minden-hannover/unsere-region/die-region-minden-hannover/bienenaktion/wildbienenschutz.jsp

Da steht dann auch zu lesen, dass „die Landschaft beispielsweise durch Monokulturen, … häufiges Mähen und den Einsatz von Pestiziden zunehmend unbrauchbar wird.“

Da darf REWE natürlich nicht hinten anstehen. Das Titelbild stammt aus der Zeitschrift Stern und ist ganzseitig aufgemacht. REWE selbst hat nichts gemacht, das waren die Landwirte! Also die, die mit Hut und Mistgabel abgebildet sind (Kasten rechts). Und der NABU ist natürlich auch dabei.

https://www.rewe-group.com/de/newsroom/pressemitteilungen/1638-schutz-der-artenvielfalt-ein-jahrzehnt-engagement-der-rewe-group/

ALDI Süd bietet dann auch gleich ein Insektenhotel an, dass von Fachleuten allerdings als relativ unbrauchbar abgewertet wird.

https://www.aldi-sued.de/de/angebote/angebote-von-mo-75/detailseite-kw19-mo07052018/ps/p/gardenline-bienen-und-insektenhotel-07052018/

Aber es gibt auch eine spezielle Aktion von ALDI: https://www.mehr-als-honig.de/    

Auf der Seite ist dann auch zu lesen: „Ohne Bienen fällt 1/3 unserer Nahrung weg!“ Und das Aldi sein Gelände mit bienenfreundlichen Pflanzen aufhübscht. Mag ja sein, aber das habe ich noch nirgends gesehen.

LIDL ergeht es nicht viel besser. Hier wird beschrieben, warum das Insektenhotel von diesem Discounter auch nicht viel besser ist.

https://www.naturgartenfreude.de/2015/03/14/lidl-und-das-liebe-insekten-vieh/

Immerhin kann man im NETTO-Online-Shop ein solches in der Variante „Landsitz Superior“ für schlappe 49 € kaufen. Wenn das kein Schnäppchen ist. Ein Landsitz für Insekten! Die paar Bretter kloppe ich für weniger zusammen und die Tannenzapfen gibt’s gratis dazu.

https://shop.netto-online.de/p/insektenhotel-landsitz-superior-/1514440000/

Und was ist bei PENNY zu lesen?

„Unsere Möhrenerzeuger haben naturgemäß ein Herz für Möhren. Und einige jetzt auch für Bienen. Zum Beispiel unsere acht Karottenerzeuger, die neben ihren Feldern Blühstreifen angelegt haben – das reinste Nektarparadies für Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlinge.“

http://www.penny.de/nachhaltigkeit/gruen-geniessen/naturgut-bio-helden/

Acht (8!) Möhrenerzeuger! Für ganz Penny!  Das erinnert mich stark an die Argumentation von REWE, die sich ja auch nur mit fremden Federn schmücken. Allerdings bringen die es immerhin auf 250 Bauern.

Lächerlich! Wir Bauern sind Tausende! Zehntausende! Und wir säen keine 10g-Tütchen aus, sondern kiloweise! Hier der Beweis:

1.377.837 Hektar Ökologische Vorrangflächen in 2016 (ein Hektar sind 10.000 Quadratmeter!)

https://www.agrarheute.com/pflanze/greening-wurde-2016-bundeslaendern-beantragt-530538

Ich meine, wir Bauern sollten unsere Leistungen etwas plakativer in die Medien bringen! Warum lassen wir uns vom Einzelhandel die „Butter vom Brot“ nehmen? Wo wir doch die Arbeit machen?

Und dann noch eine letzte Frage:

Wer betoniert eigentlich unsere Landschaft mit immer neuen Supermärkten und Riesen-Parkplätzen zu?

Scheinheilige Konsumwelt!

Bauer Willi

P.S.: Der Artikel wurde im Mai geschrieben. Manche Angebote sind also nicht mehr erhältlich.

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54 Kommentare

  1. Lieschen Müller sagt

    Die haben tausende Filialen und kooperieren mit 250 Landwirten. Das ist lächerlich. Was bedeutet denn kooperieren? Heisst das wirklich, die kaufen die gesamte Ernte auf? Oder heißt das, hey, wir kaufen dir 100 kg Erbsen ab. Da musst du bitte nochmal nachhaken.

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  2. Rainer Henking sagt

    Moin zusammen, ich muss hier einmal meiner absoluten Ratlosigkeit Ausdruck verleihen. Ich bin absoluter Landwirtschaftslaie, der versucht sich über die unterschiedlichsten Kanäle zu informieren. Hier bei Willi fühle ich mich gut aufgehoben, ebenso zum Beispiel bei https://schillipaeppa.net/ . Andererseits besteht mein privates Umfeld zum allergrößten Teil aus guten Freunden, die eher dem Bio und Anti-konventionellen-Landwirtschafts / Bauernbashing Flügel zuzuordnen sind. Das führt immer wieder zu sehr spanenden Diskussionen, bei denen mir immer wieder klar wird, dass die Meinung von Fachleuten nichts zählt. Hier wird immer das ad-hominem Argument als Killerargument gebracht. Dies gilt im übrigen auch für andere Themen. Hier in der Landwirtschaft glaube ich inzwischen ein einigermaßen solides Grundwissen zu haben um die Diskrepanzen zwischen öffentlicher Darstellung und Realität zu sehen. Ähnliches gilt hier für mich auch für die Energiewirtschaft.
    Jetzt gehe ich einmal davon aus, dass das bei Themen von denen ich nicht wirklich Ahnung habe (Gesundheit, Pflege, Armut, Migration, …) nicht wirklich besser ist.
    Damit haben wir doch ein schwerwiegendes grundlegendes gesellschaftliches Problem, dass irgendwie nicht realisiert und thematisiert wird. Liege ich hier falsch? Was kann man da tun?

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    • Thea S sagt

      @Rainer Henking: Da hilft nur Informationen und Daten aus verschiedenen Quellen (nicht nur die, die die eigene Meinung stützen) sammeln und auswerten. Nicht auf nur auf Pressemeldungen, Auswertungen und Zusammenfassungen vertrauen, sondern die zugrunde liegenden Hintergrundinformation (d.h. die Originalartikel) suchen. Und wenn solche nicht zitiert sind, den Meldungen ein gerüttelt Maß an Mißtrauen entgegenbringen. Nicht derjenige hat Recht, der am lautesten oder am häufigsten schreit. Zugegeben, ist mit Sicherheit sehr zeitaufwendig. Im Internet findet man sehr viel einfacher Meinungen und „Beweise“ für alles („die Erde ist flach“), aber eben auch Fakten und Daten. Bauer Willis Blog bringt zwar vor allem Meinungen, aber auch gute Hinweise weiter zu bohren.
      Mein Grundsatz: „Man höre auch den anderen Teil“ (Audiatur et altera pars).

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    • Bauer Willi sagt

      Ich lese gerade ein Buch von Petra Gerster, in der sie beschreibt, wie Nachrichten gemacht werden. Interessant daran ist die Prioritätensetzung der Reihenfolge, die oft nicht der echten Probleme der Bürger entspricht. Trump und Migration mögen interessant sein, aber sind sie auch wirklich wichtig? Jeder von uns erlebt fast täglich den „Verkehrsinfarkt“. Staumeldungen von unter 100 km in NRW sind schon normal. Wird das thematisiert? Müll entlang von Straßen oder in Parks. Eine Katastrophe! Aber in der Öffentlichkeit findet es nicht statt. Ja, wir haben ein gesellschaftliches Problem, weil vieles nicht konsequent angepackt wird. Es ist derzeit sehr heiß und alle reden über den Klimawandel. Logisch wären es doch jetzt, über die Besteuerung von Kerosin oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 130 zu diskutieren. Aber wir machen weiter, als wäre nichts gewesen…
      Bauer Willi

      +8
      • Rainer Henking sagt

        Aber gerade Frau Gerster sitzt doch am Schalthebel und die öffentlich-rechtlichen sind bestenfalls die Einäugigen unter sehr vielen Blinden. Außerdem missfällt mir bei den ÖRs das permanente auf die eigene Schulter klopfen – Wir sind die einzig wahren -. Selbstkritik ist nicht deren Ding.
        Aber vielleicht sollte ich einmal das Buch lesen. Du meinst wahrscheinlich dieses hier: „Die Meinungsmaschine: Wie Informationen gemacht werden – und wem wir noch glauben können (klingt mir vom Titel schon zu reißerisch).“

        BTW: Lad Frau Gerster doch mal ein! Immerhin bist du einer der erfolgreichsten Blogger auf diesem Gebiet. Diskussionsrunde bei dir auf dem Hof mit interessierten Kommentaristen. 😉

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        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Rainer, Deine Idee mit der Einladung von Petra Gerster finde ich gut. Sie ist übrigen die Schwester vom ehemaligem Chef der Bundesagentur für Arbeit Weise.

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        • Bauer Willi sagt

          Ich war der Redner nach Frau Gerster auf einer Veranstaltung. Was sie dort über Landwirtschaft abgelassen hat, war unterirdisch. Habe mich anschließend noch mit ihr unterhalten. Sie trägt ihre kleine Nase ganz schön hoch. Ich würde wahrscheinlich auf eine Anfrage nicht einmal eine Antwort bekommen.
          Bauer Willi

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          • Rainer Henking sagt

            … warum wundert mich das jetzt nicht! Das ist genau das Bild, das ich auch von Kleber, Slomka, Ilner, Maischberger, Lanz, und wie sie nicht alle heißen habe.

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Willi,Im Interesse Deiner Kunden hier im Blog würde ich es begrüßen Wenn Du es Versuchst.

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Willi, oder wir beide machen einen sogenanten Diehl. Ich als ein vollkommen unbekannter in Deinem Blog stellt an Frau Gerster einmal einige unbequeme Fragen. Aber wie ich Dich kenne findet es nicht Deine Zustimmung.

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    • Sabine sagt

      Sicher ist, dass wir eine gesellschaftliche Diskussion brauchen. Allerdings – und das scheint selbst manchen Medienleuten nicht bewusst- sollte man dabei im Auge behalten was eigentlich die grundlegenden Prinzipien von Konzernen sind. Konzerne stecken sich einen Markt ab, dort suchen sie ein Problem, dann bieten sie für dieses Problem eine Lösung für ihre Kunden an und generieren so Mehrwert, der den Wert der Aktie und damit das Vermögen der Aktieninhaber steigern.
      Der LEH ist inzwischen auch auf den Trichter gekommen, dass einfach nur billig und viel keinen Hund mehr hinterm Ofen hervorlockt. Billig sind alle Ketten und viel, naja, was man so als Otto-Normalverbraucher sucht, findet man da. Also, das Problem der billigen Lebensmittelbeschaffung lösen sie alle ziemlich gleich gut. Dann braucht der Kunde halt ein anderes Problem und zwar möglichst eins, was ihn nicht davon abhält möglichst viele Schwachsinns-Einkäufe zu tätigen, denn davon lebt man ja.
      Da kann man dann Heat-and-Eat, To-Go oder was auch immer anbieten. Man muss den Leuten nur erzählen, dass Kaffeetrinken auf dem Weg zur Arbeit und ein pappiges To-Go-Sandwich echt praktischer und hipper sind, als zuhause zu frühstücken, wo es gemütlicher, viel billiger und vor allem umweltschonender ist. Ne Home-Made-Stulle kostet nicht mal ein Drittel von so einer Papp-Ecke und braucht keine dreilagige Plastik- und Papp-Verpackung nur ein Frühstücksbrettchen und ein Messer … und die sind Mehrweg und somit keine gute Einkommensquelle für den Handel.
      Gleichzeitig ist es sehr sinnig dem Kunden zu erzählen, dass es ein echtes Umweltproblem gibt, nein, nicht mit Plastikverpackungen, die braucht man ja, nicht nur für To-Go-Produkte, sondern auch für alles andere, denn schließlich braucht man langes Shelf-Life und da kommen die klassische Wachspapiere, die man früher an den Bedien-Theken hatte, echt nicht mit.
      Also ein Problem, was die verblödeten Kunden kräftig kaufen lässt. Da kann man dann den Regenwald retten, auch wenn es die Borealwälder viel nötiger hätten, aber die müssten ja vor uns und unseren Druckern gerettet werden. Natürlich macht das keinen Sinn, weniger Papier zu bedrucken. Eine ganz abwegige Idee ist das, besonders wenn man Millionen von nicht wirklich gewollten Angebotszetteln an die Bevölkerung schmeist.
      Man rettet die Bienen und demnächst vllt. sogar die Schnecken irgendwen, der nicht widerspricht. Dafür muss der Kunde aber auch wissen, dass er ein Problem mit Bienen hat oder besser ein Problem bekommt, wenn die Bienen nicht gerettet werden. Da helfen dann Umweltschutzverbände gerne aus. Für ein paar Mille verbrüdern die sich mit jedem und schaffen gerne noch ein paar absatzstarke Zusatzprobleme heran.
      Der gutmütige Trottel, der sich selber für einen informierte und besorgt bis engagierten Bürger hält, kauft brav ein, die Kasse klingelt, die Quartalszahlen sind gerettet – nicht etwa die Bienen -, die Börsenkurse nehmen anständig zu und der Anleger sagt Danke liebe Biene.
      Alles so wie es sein soll und der Verbraucher ist erleichtert, dass er sein Leben nicht wirklich ändern muss.
      Tiefe Dankbarkeit allenthalben. Schöner geht Selbstbeschiß echt nicht.

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      • Inga sagt

        Danke Sabine,
        also etwas zur Mode und Notwendig machen, dann geht der Kunde darauf ein!

        Dewegen benutze ich nie “ Cafe to go“
        noch nie gemacht.

        Deswegen habe ich kein Tupper

        Eben die neue Mode nicht mitmachen, immer hintergragen!

        Wir müssen doch alle Diesel, Benzin und ander Ernergieträger sparen,
        als wir das alles endlich kapiert und uns daran geöhnt hatten,
        mußten dann alle einen SUV haben.
        Und die Billigflieger kamen auf!
        Was macht das für einen Sinn?

        Nur damit irgendwelche Aktien steigen?

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        • Der Brandenburgbauer sagt

          Inga, bei aller Freundschaft, manchmal bist Du mehr wie naiv.

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        • Sabine sagt

          Die gesamte Wirtschaft ist auf Quartalszahlen ausgerichtet. Nichts anderes zählt, nur Zahlen. Damit sich ein Produkt auf dem Markt durchsetzt, muss es ein Problem lösen.
          Mobiletelefone z.B., mal ehrlich: Hatten wir wirklich ein ganz schlimmes Problem als wir nicht immer und überall erreichbar waren?
          Also ich nicht. Ich sterbe nicht, wenn ich 5 Minuten auf jemanden warten muss, weil er im Stau steht, die Einkaufsliste, die meiner Mutter einfiel während ich auf dem Weg zu ihr war, war meist recht kurz….. ich kann nach Karte fahren und auf Ortsschilder gucken…. Mobiltelefone waren mal ein Nischenprodukt für Chefärzte, Top-Manager und Politiker. 2000 DM für den Einbau ins Auto, wer gibt so viel Geld aus…. und dann noch das Gerät selber, man ist das teuer… Naja, inzwischen jeder . Ich schätz mal grob, das jeder hier das 4fache seiner Fernmeldeamtrechnung von damals jeden Monat an einen Provider abdrückt und noch für min. 300 Euro im Jahr Hardware erwirbt. Aber wir mussten die olle Mutti Bundespost ja fit für den Wettbewerb machen und privat ist ja immer billiger. Die, die das eingestielt haben, lachen heute noch auf dem Weg zur Bank.
          Und SUVs machen Sinn wenn du im ländlichen Ohio wohnst oder meinetwegen auch im Allgäu und ab und an über Wirtschaftswege gondeln musst. In Neuss machen die keinen Sinn, aber die gut-verdienende Ich-kann-die-Stadt-nicht-mehr-ertragen-Fraktion, würde sich so gerne wie ein Ranger in der Eifel fühlen, so erdverbunden und so… also ohne die Zeckenbisse, rauen Hände und verschwitzten Axeln. Das Problem löst ein SUV sofort.

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          • Brötchen sagt

            Sabine es geht sogar soweit , es wird ein Bedürfnis geschaffen, was vorher nicht da war!

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          • Inga sagt

            Da kann man doch das Geld vom Staat als Förderung in Form von XXX und Aktien in die Produktion von Rollators oder anderen Hilfsmittel, Betreuung und Produkte für Pflege stecken.

            Die SUV-Fahrer aus Neuss können ja in die Kletterwand gehen, dann haben sie vielleicht auch Schwielen an den Händen und Schweiß in der Achselhöhle!

            Oder bei die FFW gehen, denn das fördert die Gemeinschaft, wie beim Fußball, denke ich, ist nur nützlicher, spart Steuergelder und bringt Seelenkraft durch Anerkennung, das ist doch natürlicher, als diese Probleme mit einem umweltschädlichen Auto zu lösen!

            Wenn das neue Produkt, das ein Problem lösen muß „den Rubel zum rollen bringt, die Volkswirtschaft ankurbelt oder am laufen lässt, dann bitte nur Sinnvolle Probleme lösen, und die haben wir nun mal in der Pflege!
            Vielleicht auch in der Flüchtlingsbetreuung.

            Deswegen kann bestimmt ein PflegerIn nicht genau viel verdienen wie einer in der Autoindustrie?

            Wobei die PfergerIn mehr seelischen und körperlichen Einsatz an den Tag legen muß, als einer in der Autoindustie mit totem Material!
            Wem steht hoheres Geahlt zu?

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      • Rainer Henking sagt

        Am Ende gibt es dann aber auch den Werker in der Folienproduktion der sein Geld damit verdient, dass ich einen bösen Kaffee-to-go trinke. Selbst hinter dem LEH stehen am Ende auch Angestellte, die ihr schmales Geld nur dann verdienen, wenn ihr Arbeitgeber im Wettbewerb besteht. Deshalb finde ich auch Argumente wie „die verkaufen auch Ihre Mutter….“ völlig überflüssig. Das ist genau die gleiche ad hominem Ebene, die den Landwirten ins Gesicht springt.
        Ich bin ratlos………

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        • Inga sagt

          Ja richtig Rainer, denn

          „Sicher ist, dass wir eine gesellschaftliche Diskussion brauchen“

          natürlich
          und vielleicht kommt man auf die Idee,
          dass diese Werker in der Folienproduktion ihre Arbeitsplätze in etwas Sinnvollerem finden könnten,
          vielleicht in der Altenpflege, Kinderbetreuung oder so!

          Was hälst du davon?

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          • Rainer Henking sagt

            Wenn es denn so einfach wäre! Wer will denn dann entscheiden, welchen Job man in etwas sinnvolleres transferieren sollten? Der Schlachter bei Tönnies, der Werker an der Folienmaschine (wobei die Folie vielleicht ja auch für etwas sehr sinnvolles wie medizinische Produkte verwendet wird), die Kassiererin bei Aldi, die Klofrau/Klomann, der Wachmann, der Berater, der Immobilienmakler, …. Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Jobs in einer arbeitsteiligen Gesellschaft grundsätzlich sinnvoll sind. Man sollte da nicht anfangen zu werten!

            +1
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Generell sollten wir uns mal überlegen, auf was wir verzichten könnten, ohne dass wir unseren Lebensstandard wirklich verringern müssten.

              Brauchen wir wirklich die Gurke in Folie verpackt, brauchen wir den Kaffee To Go, den könnten wir zumindest am Morgen zuhause trinken, man muss sich halt die Mühe machen und in aufbrühen.
              Müssen wir die hundert Meter mit dem Auto zum Bäcker fahren, die kann man auch zu Fuß gehen.

              Die Produktion von To Go Bechern ist so Automatisiert, dass die Zahl der Arbeitsplätze überschaubar sind.

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            • Brötchen sagt

              Die Verpackung wird deshalb gemacht, weil es niemand mehr gibt bzw. es zu teuer ist jemand hinzustellen eine Scheibe Wurst abzuschneiden. Das andere ist die Kennzeichnung der Ware! Ich war mal im Logistiklager eines grossen LEH, das muss man mal gesehen. LEH ist eigentlich nur Logistik, das ist dort entscheidend! die Folienproduktion ist Pille palle. Also Einkauf Transport und dann Verteilung über das lager. Um in die Logistik als Lieferant reinzukommen, muss alles logistgerecht verpackt sein, ohne das geht nichts im LEH! Also wenn man den leh “ bestreiken“ wollte muss man die Logistiklager sperren. Dann geht bei denen nichts mehr.

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      • fingerphilosoph sagt

        Was früher die Kirche und der Glaube an Gott war, sind heute die Konzerne und der Glaube ans Geld. Jeder Konzern beginnt zunächst mit einem Bürogebäude und einer Fabrik, wobei die Fabrik heute nicht mal mehr unbedingt notwendig ist. Also mit praktisch nichts oder doch sehr wenig.

        Seine zunehmende Macht bezieht der Konzern allein dadurch, dass immer mehr Menschen glauben, dass der Konzern Macht hat und von dieser Macht profitieren wollen, sei es, dass sie im Konzern arbeiten, Aktien erwerben, dessen Produkte kaufen oder ihre Eigenverantwortung an den Konzern abgeben. Ein Smartphone bzw. das Internet bezieht seine Faszination dadurch, dass es dem Einzelnen mehr Teilhabe an der Welt und damit mehr Einfluss/Macht suggeriert.

        Erst durch den Glauben gewinnt der Konzern Substanz und zunehmenden Einfluss, ebenso wie die Kirche erst durch den Glauben Substanz und Einfluss gewonnen hat. Geld bzw. Technik spielen dabei eine ähnliche Rolle wie das Gebet. Man erhofft sich davon die Erlösung.

        Es ist völlig egal, ob der Glaube positiv i.S.v. „Gott wird es schon richten“ oder negativ „die Konzerne sind die Bösen, Geldgierigen“ besetzt ist. Sowohl der positive Glaube (Faszination) wie der negative (Furcht) stärken die Position und die Macht dessen, von dem viele fasziniert sind oder den viele fürchten.

        Die Macht der Kirche oder des Konzerns schwindet in dem Maße, wie die Menschen aufhören, an diese Macht zu glauben.

        Der Glaube an die Macht des Verbrauchers, des Umweltretters, der Bauern oder des Bürgers funktioniert nicht in derselben Weise, weil hier im Gegensatz zu Konzern oder Kirche das Zentrum fehlt, das die Energie der Vielen kanalisiert und benutzt. Die Energie verpufft ungerichtet. Die sozialen Medien sind der Ort der Selbstdarstellung, wo jeder Zentrum sein will, aber letztendlich nichts zu bieten hat, woran die Anderen ihren Glauben und damit ihre Energie hängen.
        Ein Hashtag ist kein Zentrum. Ein Influencer auch nicht.

        Der Glaube an die Macht des Verbrauchers oder des Umweltretters oder sonst einer größeren Gruppe gerät so zur Demonstration der Machtlosigkeit. Ich denke, dass darin auch eine Chance liegt, nämlich die Chance zu erkennen, dass die Macht der Einen durch den Glauben der Anderen bedingt ist, und dass man einfach damit aufhören muss zu glauben. Ich denke allerdings auch, dass nicht mal Merkel, Trump oder Zuckerberg heute noch Macht haben, sondern dass Macht sich durch fortwährenden Glauben verselbständigt hat und der Mensch bereits zum Sklaven seiner Rolle innerhalb des technisch-bürokratischen Systems geworden ist.

        +1
  3. Friedrich sagt

    Die Leute vom LEH würden für das Geschäft sogar ihre Mutter verkaufen. Für die zählt nur das Geschäft von heute. Die tun alles um im Geschäft zu bleiben. Händler sind schon eine besondere Sorte von Menschen . Denen ist die Moral oder andere Dinge egal . Hauptsache die Geschäfte laufen. Inzwischen haben die LEHs eine derartige Marktmacht , daß das Kartellamt dagegen wie eine lahme Ente daher kommt. Auch die NGOs werden mit Pseudegeldern bei der Stange gehalten (Ablaßgeld). So laufen die Geschäfte wie geschmiert und die Rohstofferzeuger zahlen die Zeche.

    +5
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Friedrich, ich würde bei den Händlern nicht alle über einen Kamm scheren.
      Die kleinen Ladenbezitzer haben es nicht leicht gegen die Großmacht von Aldi ,Edeka Lidl
      und so weiter. Da würde ich schon einen Untertschied machen. Der Einwurf von Dir die
      „würden sogar ihre Mutter verkaufen“ gefälltt mir und trifft den Kern.

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  4. Bauer Fritz sagt

    Wie all die hier aufgeführten Supermarktriesen, die so einfühlend die Bevölkerung mit Kindergartenbildern infantilisieren, wirklich agieren zeigt dieser Film in brutaler Deutlichkeit. Natürlich mit Wissen und Duldung der verbundenen Spendenabgreifer.
    (https://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Europas-dreckige-Ernte/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=53915236)

    Aber wie hieß es gestern schon: Regional – Saisonal – Scheißegal

    Solche Filme kommen jedes Jahr halt einmal ins Programm. Vermutlich am Samstag. Dann haben alle wieder ihre Schuldigkeit getan, sagen sich am Sonntag „Nein wie fürchterlich …“ Und am Montag geht alles wieder seinen gewohnten Gang.

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    • Bauer Willi sagt

      @Fritz
      das „scheiß“egal hast Du aber jetzt hineininterpretiert. 🙂 Steht so nicht im Artikel…
      Bauer Willi

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      • Bauer Fritz sagt

        Ich hab mir erlaubt 1 + 1 zusammenzuzählen und ein wenig in Reimform und Versmaß dilettiert. Nun ja, klarerweise weit weg von Hermann Hesse. Eher in Richtung Otto Waalkes – aber eben enorm einprägsam. 🙂

        +1
  5. Obstbäuerin sagt

    Diese ganzen Aktionen – egal ob EDEKA oder NABU oder Grüne, selbst wir Bauern – geht auf angeblich belegte Studien zurück, die das Aussterben zuerst der Bienen, dann der Wildbienen, der Schmetterlinge sowieso und der Insekten in Menge belegen. Ganz vorn dabei – die Krefeldstudie. Inzwischen weiß man, ist auch bei den Medien angekommen, Bienen sind Haustiere, sterben nur aus, wenn die Imker sterben. Also stürzt man sich auf die Wildbienen. Das Jahr 2018 mausert sich (wie ich schon ahnte) zum Schmetterlingsjahr. Sie treten wieder überall auf, selbst seltenere Arten. In den Medien kommt das auch schon ab und zu vor, allerdings immer mit dem Hinweis, dass das »Insektensterben« nicht gefährdet ist. Da können die NGOs ja aufatmen. Ich habe mich wirklich bemüht, mit unserem positiven Beispiel, Kontakt zu den Medien zu bekommen. Eine Antwort einer Journalistin, die den letzten Artikel zu Krefeld geschrieben hat (leider kann ich das Verlinken technisch nicht) steht noch aus aber auch da hab ich wenig Hoffnung. Wie können wir da mithalten, wenn wir so ignoriert werden?

    +3
    • Brötchen sagt

      Obstbäuerin, du musst das geschickter machen. Über die dinge die Mode sind Kontakt suchen und das nebenbei mit anbringen. Oder eben selber eine webseite oder Blog aufbauen.
      So. Jetzt ist laufend einer von den Medien mit Hühnern, gestern auch im Radio, der hat überhaupt keinen Background und auch materiell so gut wie nichts, wird aber eingeladen. Willi müsste da auch Tipps geben können.

      Mode sind alte Sorten, regionales Angebot usw….z.b. der Kollege da in Müncheberg ist doch öfter in den Medien. So alte BB Sorten und eine Streuobstwiese anlegen und schon kommen die in Scharen.

      +2
      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Brötchen, danke für den Tipp aber die Zeiten sind längst vorbei. Wir haben einen Sortengarten mit 150 alten Apfelsorten – kommt manchmal noch was in den Medien – aber dann auch nicht das, was wir erleben, nämlich das Interesse und Kaufverhalten zwei gegensätzliche Dinge sind. Und so ein brisantes Thema unter zu mogeln klappt garantiert nicht. Da kommt dann nur das, was in den Mainstream passt. Oft erlebt.

        +1
        • Brötchen sagt

          Die Leute wollen bespasst und unterhalten werden, mit Events bekommt man die Leute. Muss man natürlich pflegen und ist Aufwand.
          Alle die ich kenne in BB ziehen ihr Geschäft so auf und ich denke das läuft.
          Aber gut ich kann klug reden. Also es geht nicht vorrangig um das Produkt, sondern eher um das Event. Ist nicht überall machbar.
          Man braucht da jemand der gut Geschichten erzählen kann.
          aber denke, dass ist dir bekannt.
          Ich habe auch mit Medien zu tun und ich weiss bestimmte Themen wollen die nicht bringen, das sagen sie einem auch. Ich würde nicht die Welt retten wollen, sondern mich auf mein Geschäft konzentrieren.

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      • Obstbäuerin sagt

        Übrigens ist der Kollege aus Müncheberg im Öffentlichen Dienst angestellt, um uns zu beraten. Dazu möchte ich mich aber nicht äußern.

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        • Brötchen sagt

          Nachsatz, du ich habe euch im Internet gesucht, aber nichts gefunden! Also ihr existiert nicht! Soll heißen, der Kunde kennt euch nicht! Du musst mit den Insekten Reklame machen! Ist mir schon klar, das ist nicht euer Geschäft usw…..aber da fängt das an!
          Nur so mal als Hinweis.

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            • Brötchen sagt

              Danke! den laden habe ich im Fernsehen schon mal gesehen und der kam mir in den Sinn, als du von den 150 Sorten erzählt hast. dabei kam mir in den Sinn es ist ja mit Obst wie mit Fleisch, ein rel. unveredeltes produkt. muss man tonnen verkaufen, das sich ein laden trägt.

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin ,gut geschrieben. Das Verlinken ist für mich auch ein Problem da ich kein Profi am Rechner bin. Willi könnte doch einmal mit seinem „Superhirn“ Alois reden,
      der kann uns beiden das gewiss erklären.
      Muß ja nicht hier im Blok sein ginge auch per E-Mail.

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Brandenburgbauer, gute Idee, bitte Bauer Willi oder Alois, helft uns.

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        • Bauer Willi sagt

          Das geht so: Kommentar schreiben, dann ein zweites Fenster öffnen mit dem, was ihr verlinken wollt. Dann oben auf die Zeile gehen, wo die Quelle angegeben wird (http:…) rechte Maustaste –> kopieren. Der Text müsste jetzt farbig hinterlegt sein (blau) . Dann geht ihr wieder hier auf die Seite in den Kommentar, rechte Maustaste–> einfügen. hab ich jetzt mal gemacht.
          https://www.seokratie.de/wie-verlinke-ich-richtig/
          Und bitte melden, wenn es nicht klappt.
          Bauer Willi

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  6. Mark sagt

    Das Greenwashing des LEH, aber auch anderer Firmen ist das Geschäftsmodell der stakeholder, wie z.B. der Frau Dittmars, die auch schon hier im Blog aktiv war. Die stakeholder „vermitteln“ (natürlich gegen gutes Honorar) zwischen NGO´s und den Firmen dahingehend, dass mit Hilfe netter Aktiönchen und ein bischen Spende die Firmen (Handel Industrie) nicht durch NGO´s angegriffen werden. Das alles soll legal sein, in meinen Augen ist dies nichts anderes als…………………………………

    +1
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin ,warum schreibst Du das Wort Betrug nich? Bist doch sonst immer so offen und direkt.

      0
  7. Inga sagt

    Theoretisch ist das ja richtig:

    „Da steht dann auch zu lesen, dass „die Landschaft beispielsweise durch Monokulturen, … häufiges Mähen und den Einsatz von Pestiziden zunehmend unbrauchbar wird.“

    Wenn das so gehandhabt werden würde!

    Aber weil das nicht so ist,

    zeigt doch , dass die Landwirte das Land nach bestem Wissen und Gewissen bewirtschaften und gesund erhalten,um es weiter nutzen zu können!

    +4
  8. Was das zubetonieren angeht, kenne ich ein sehr negatives Beispielk, wie man es NICHT machen sollte.

    Das LUV-Center in Lübeck-Dänischburg.

    Statt ein grosses Parkhaus zu bauen, bei dem dann auch die Laufwege recht kurz wären, hat man lieber ein riesiges Areal in einen einzigen Parkplatz verwandelt, mit ein paar sehr schlecht wachsenden Sträuchern zwischen den Parkreihen als Alibi-Grün.

    Einfach mal auf https://www.luvshopping.de/ gehen und die Google Maps-Karte auf Satellit umschalten.
    Ein Parkhaus hätte nur einen Bruchteil der Fläche eingenommen.

    +2
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ist ihnen eigentlich bekannt was ein Stellplatz in einem Parkhaus kostet?

      Da opfert man lieber einen großen Acker, es geht schließlich um die Gewinne der beteiligten Unternehmen, für das Wohl der Insekten und Vögel sollen gefälligst NUR die Landwirte sorgen. 🙁

      +2
      • Peter sagt

        Wenn der Acker „geopfert“ wird, geht es erstmal um den Gewinn des Verkäufers (Bauer/Landwirt/sonst. Eigentümer)! Und weil Bauer Willi immer Lösungsvorschläge will: 90%ige Sonderabgabe auf den Gewinn (Differenz Preis Bauland / Ackerland) für Verkäufe landwirtschaftlicher Flächen, wenn diese danach anders genutzt werden. Abgabenpflichtig werden der Verkäufer und der Umnutzer .

        +5
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Inga,ich wiederhole meine schon oft geäußerte Meinunug,
            Sie,Entschuldigung sind so etwas von naiv das Kapiere ich nicht.

            0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Und der Neid trieft unaufhörlich bei einem Menschen der keinen Acker zu verkaufen hat. Aber sie sind nicht alleine, die 4 x Daumenhoch zeigt doch eindeutig in was für einer Neidgesellschaft wir leben.

          Es ist sicher für sie kaum zu verstehen, es gibt Landwirte, oder ehemalige Landwirte die wehren sich dagegen, dass ihr Grund und Boden zugepflastert wird.

          Zb. München:

          https://www.agrarheute.com/land-leben/drohende-enteignung-muenchner-bauern-wehren-534147

          Nicht nur beim Schach, wird der Bauer zuerst geopfert,
          damit die Großen noch größere Sprünge machen können.
          Jürgen Köditz

          +2
  9. Harald Müller sagt

    Für die Sonnländer Bio Obst GmbH in 18236 Kröpelin (Bio-Obst auf 140 Hektar) hat Edeka im vergangenen Jahr 125.523,96 € Agrargelder kassiert.

    Zusätzlich wurde im Herbst 2017 die Rostocker Obst GmbH mit 200 Hektar übernommen. Ein Land Grabbing, das man einmal näher thematisieren sollte.

    Des weiteren haben 2017 mindestens 23 Gesellschaften von Edeka Subventionen aus dem Schulobstprogramm bekommen. Alleine bei der Edeka Handelsgesellschaft Südbayern mbH beliefen sich diese auf stattliche 375.231,72 €.

    +3
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Harald, Danke für die Info,s. Davon habe ich noch nie etwas gehört.
      Darüber könnte Edeka, doch auch mal in Ihren Geschäften wenn es ihre Produkte bewirbt,
      Ihre Kunden informieren.

      +1
    • BerndK sagt

      Von irgendetwas muss die Bio-Werbung und tolle Nachhaltigkeitsprogramme ja auch bezahlt werden 🙂

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