Alois
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Den Zusammenhang herstellen

Mittlerweile ist der Ausdruck des „Bedauerns“ über den Rückgang der Biodiversität in den Medien zum täglichen Ritual geworden. Meist werden in Richtung intensiver Landwirtschaft auch die Ursachen dafür verortet und „Gegenmaßnahmen“ lautstark von Politik, NGO’s und auch LEH gefordert. Ganz besonders scheinheilig wird es, wenn LEH und NGO’s  Partnerschaften schließen, um mit Spenden und gutem (Geschäfts-)Willen zu retten, was die böse, moderne Landwirtschaft da scheinbar angerichtet hat.

Doch so einseitig ist die Sache nicht. Es gibt einen logischen Zusammenhang zwischen den „marktwirtschaftlichen Forderungen“ von Handel und Verarbeitern und der Intensivierung der modernen Landwirtschaft. Wie bei jedem guten Krimi sollten wir die Fragen nach dem Motiv stellen:

Warum wird intensiviert und wer fordert dies?

Die Antwort macht ganz schnell klar, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Normen unserer „Leistungsgesellschaft“ die Motive sind und dass zwei potente Auftraggeber hinter dieser Intensivierung der Landwirtschaft stecken:

  1. Wirtschaftlichkeit = Handel
  2. Konsum, Wohlstand = Gesellschaft, Verbraucher und Politik

„Bezahlbare Lebensmittel“ hat jede unserer politischen Parteien im Programm. Nicht zuletzt deshalb, damit mehr Geld für Konsum und Wohlstand übrig bleibt bzw. auch ärmere Bevölkerungsschichten mit preiswerten Lebensmitteln versorgt werden können und soziale Unruhen vermieden werden. Die Produktivitätssteigerung und die damit einhergehende Verbilligung der Lebensmittel war und ist auch immer noch ein angestrebtes politisches Ziel unserer Gesellschaft. Sie ist aber auch unzweideutig eine der Ursachen für die ständige Intensivierung und damit für den Rückgang der Biodiversität.

Auf diesen klaren Zusammenhang müssen wir Bauern immer wieder hinweisen! Die Politik versucht, mit Verboten und Subventionen dieser Intensivierung entgegenzuwirken. Damit wird aber dem Landwirt der „Schwarze Peter“ zugeschoben. So, als ob ich als Bauer vorsätzlich die Natur und die Biodiversität schädigen wollte. Als Bauer will ich das aber nicht! Denn Natur, der Boden und meine Nutztiere sind die nachhaltige Basis für mein bäuerliches Wirtschaften.

Die Preisspirale geht nach unten

Wenn jedoch die Abnehmer und Auftraggeber meiner Produkte ständig die Verbilligung meiner Produktion verlangen und ich als Druckmittel dem globalen Markt ausgesetzt werde, ist die weitere Intensivierung nach industriellen Normen die logische Konsequenz, dieser Forderung nachkommen zu können. Der normale  Arbeitnehmer ist inzwischen mit einem Mindestlohn von diesem Druck entlastet. Uns Landwirten wird jedoch ein solcher Schutz mit Mindestpreisen seit langem verwehrt. Und schließlich ist es dem Lebensmitteleinzelhandel gelungen, die Erzeugung (Landwirt) vom Kunden (Bürger) zu trennen. Niemand weiß heute noch, was Lebensmittel kosten müssten.

Doch auch in Zeiten des freien Welthandels könnten die Auftraggeber der Intensivierung mit uns Landwirten ihrer Verantwortung gerecht werden: und zwar indem der Handel nicht ständig die Preise mit „Rabattschlachten“ nach unten drückt. Der Preisdruck wird immer weitergegeben und letztlich trifft es die Schwächsten in der Kette. Dies sind am Ende die schutzlosen Kreaturen der Natur mit all ihren Facetten.

Um den Zusammenhang klar zu zeigen habe ich beispielhaft den Schmetterling als schutzlose Kreatur gewählt – und das obige Schild mit diesem Satz entworfen:

Für jedes Schnäppchen stirbt ein Schmetterling!

Dies ist kein Vorwurf an den Verbraucher. Nein, ich möchte damit jeden Bürger und unsere Auftraggeber klar darauf hinweisen, dass hier die ganze Problematik ihre Ursache hat. Wenn wir wirklich dem Schmetterling helfen wollen, dann müssen WIR ALLE  zu unserer Verantwortung dafür stehen. Wenn wir vor einem „Schnäppchen“ stehen und schon zugreifen wollen, dann hilft uns vielleicht dieser Satz uns zu besinnen und doch unserem Herzenwunsch nach zu handeln. Denn wir alle wollen doch dem armen Schmetterling helfen.

Jedes Schnäppchen und jede Preisschlacht bei Lebensmitteln trifft die schwächsten Wesen der Natur. Wir können das „System der Intensivierung“ nur nachhaltig verändern, wenn auch die Auftraggeber zu ihrer Verantworung stehen und den Druck auf die Erzeuger verringern.

„Jeder Kauf ist der Auftrag, das Produkt in der gleichen Weise noch einmal herzustellen und so weiterzumachen wie bisher“…

meint euer Alois

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65 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    @Dr. Heike Müller. Perfekt geschrieben. Gratulation. Aus Sicht der Leute darf das Essen und Trinken nicht teurer werden , weil dann die Leute das Geld für die Energiewende nicht haben. Ein normaler Familienhaushalt verbraucht so ca. 4000 KW Strom zzgl. 1000 Euro/Jahr für die Heizung schätze ich mal . Darin sind rd. 1000 Euro/Jahr Abgaben für die Energiewende , die ins nichts führt, enthalten. Dies ist das Geld , was den Bauern fehlt , aber der Euro kann eben nur einmal ausgegeben werden. Wenn ich die Sprüche der Politiker und Medien z. Zt. zur Dürre höre , dann kann ich nur sagen , daß die den „Schuss noch nicht gehört haben „. Da sprechen Ahnungslosigkeit und Dummheit für sich, aber die wissens ja immer besser. Die Herrschaften sollten einmal auf den Rinderschlachthöfen nachfragen , was dort gerade läuft. Die Schlachtbänder laufen volle Pulle , weil alle Rinderhalter alles was nicht unbedingt nötig ist an Tieren zum Schlachter bringen. Der Preis fällt natürlich von Tag zu Tag. Die eigentliche Not der Betriebe kommt erst in den nächsten Monaten, aber die Gesellschaft wird es erst merken wenn in den vor- und nachgelagerten Bereichen die Aufträge wegbrechen und Personal entlassen werden muß. Wenn also heute den Bauern geholfen wird , ist das nichts anderes als der gesamten Volkswirtschaft zu helfen. An die Hilfe glaube ich leider nicht , aber die Rechnung wird geschrieben werden.

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  2. Walter Parthon sagt

    Offener Brief zum Kommentar von Detlef Flintz in den Tagesthemen vom 26.7.2018
    Sehr geehrter Herr Flintz,
    mit großem Interesse habe ich am 26.Juli Ihren Kommentar in den Tagesthemen verfolgt.
    Ich gehöre sowohl zu den von Ihnen gescholtenen Funktionären des Bauernverbandes als auch zu den Bauern in ihrer Gesamtheit, die Ihnen Ihrem Kommentar zufolge leidtun.
    Leute wie ich sind es also, die – demokratisch gewählt – uns Ihrer Meinung nach die jetzige Situation eingebrockt haben und die unseren Kollegen weismachen wollen, dass man in der Landwirtschaft so weiterwirtschaften kann wie bisher.
    Ja, auch wir Landwirte tragen eine Mitschuld an den Treibhausgasemissionen, ca. 65 Millionen Tonnen der insgesamt in Deutschland ausgestoßenen 905 Millionen Tonnen anthropogener Treibhausgase stammen aus unserer Branche, das sind gigantische 7% (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/…/klimabilanz-2017-emissione…). Niemand bestreitet dies. Die Erzeugung von Lebensmitteln ist immer auch mit Emissionen verbunden. Aber: gleichzeitig wird in der Land- und Forstwirtschaft auch durch die Photosynthese CO2 gebunden, im Gegensatz zu den anderen großen Emittenten in Energiewirtschaft, Verkehr und Industrie. Dies ist ein Fakt, der gern übersehen wird.
    Nein, wir „Funktionäre“ haben denjenigen, die uns gewählt haben, noch nie gesagt, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Landwirtschaft ist schon immer im Wandel begriffen, genau wie alle anderen Branchen in der Volkswirtschaft. Aber unser Slogan heißt: Evolution statt Revolution. Denn schon immer hat sich die Landwirtschaft auf andere Gegebenheiten, andere gesellschaftliche und natürliche Rahmenbedingungen einstellen müssen. Dabei ist so mancher landwirtschaftliche Betrieb auf der Strecke geblieben. Wachsen oder Weichen, dieses Erfordernis hat sich kein böser geldgieriger Kapitalist ausgedacht, sondern es ist ein ökonomisches Gesetz (und Ihnen als Volkswirt brauche ich das auch eigentlich nicht erzählen). Dieselbe Spezialisierung, die wir woanders in der Wirtschaft beobachten können, wird in der Landwirtschaft mit Argwohn betrachtet und ein Bild idealisiert, wie wir es vor etlichen Jahrzehnten vorfanden.
    Sie unterschätzen auch die Landwirte, wenn Sie ihnen unterstellen, sie würden blindlings das vollziehen, was der Verband ihnen rät und dadurch in ihr Verderben rennen. Jeder Landwirt ist in erster Linie allein für seinen Betrieb verantwortlich, und das weiß er auch! Landwirte haben in der Regel eine gute Ausbildung, viele von uns haben studiert, und trotzdem hinterfragen wir ständig unser Tun. Wir sehen auch, dass es noch viele Baustellen zu beackern gilt, aber die ständig neuen Forderungen der Gesellschaft, die verschlechterten ökonomischen Rahmenbedingungen, die ausufernde Bürokratie und inzwischen auch die mediale Berichterstattung führen dazu, dass so mancher Betriebsleiter das Handtuch wirft und so manches Bauernkind sein Heil lieber in der Landflucht sucht. Die gerade erst in Kraft getretene Düngeverordnung mit ihren Verschärfungen zur Düngung beispielsweise hatte noch nicht einmal ein Jahr Zeit, um zu greifen (und es wird etliche Jahre dauern, bis Resultate sichtbar werden, denn Grundwasser hat ein langes Gedächtnis!), und schon geht die Kritik weiter, ohne uns Zeit für die Anpassung an die Rahmenbedingungen zu lassen.
    Wir Landwirte produzieren für den Markt. Dieser ist im Wesentlichen offen. Und so kommt es, dass auch in Jahren wie diesem, das uns Bauern sehr demütig werden lässt, unser Tisch trotzdem reich gedeckt bleibt und wir alle uns keine Sorgen darum machen müssen, ob wir das nächste Frühjahr erreichen werden. Was hier bei uns fehlt, kauft der Lebensmitteleinzelhandel aus anderen Teilen der Welt zu. Globalisierung – Fluch oder Segen?
    Wir haben zu viele Kühe, sagen Sie, die jetzt kein Futter mehr finden, und dass Biobauern sich besser durchschlagen, zumal sie für ihre Produkte mehr Geld bekommen. Ferienwohnungen, Hofläden und Ökologischer Landbau heißt also die Lösungsformel für Sie.
    Davon abgesehen, dass Hofläden und Ferienwohnungen sehr häufig auch bei den konventionellen Betrieben anzutreffen sind und ebenso den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegen, stimmt es, dass Biobauern häufig breiter aufgestellt sind. Aber auch deren Kühe finden in der jetzigen Notsituation auf den Koppeln nichts mehr zu fressen. Und trotz der höheren Produktpreise sind Bioprodukte ohne die wesentlich höhere Flächenprämie (und damit noch höhere Abhängigkeit vom Staat) nicht konkurrenzfähig. Dazu kommt, dass der Anteil der Bioprodukte im Lebensmittelhandel nur sehr langsam steigt, und auch dort der Verbraucher jeden Tag ganz basisdemokratisch an der Kasse in der überwiegenden Mehrheit für die Konventionellen abstimmt (Wer wie ich mit dem sehr eingeschränkten Sortiment eines DDR-Konsumladens aufgewachsen ist, für den stellt eine ALDI-Filiale nahezu eine Offenbarung dar, was Vielfalt und Standardqualität angeht, für den ist das verständlich; und wer sind wir denn, dass wir hier über das Einkaufsverhalten unserer Mitmenschen die Nase rümpfen dürfen?)
    Eine Umstellung auf eine Landwirtschaft nahe an der Natur gäbe es nicht zum Nulltarif, sagen Sie, und stimmen auf höhere Produktpreise ein. Genau das halte ich für einen Trugschluss. Wie wollen Sie den Handel zwingen, die höherpreisigen Lebensmittel zu kaufen, wenn die Nachfrage danach nicht gleichermaßen gegeben ist und das Ausland weiterhin normale konventionelle Produkte liefert?
    Wissen Sie, wer die größte Angst vor solch einer durch die Politik erzwungenen Agrarwende hätte? Es wären gerade die Ökobauern, die für sich eine gut funktionierende Nische gefunden haben. Wer den Angebotsdruck erhöht, ohne dass die Nachfrage damit Schritt hält, führt genau diese Betriebe in die Schieflage. Im Übrigen sind viele Biobetriebe Mitglied im Bauernverband. Wir respektieren gegenseitig unsere verschiedenen Wirtschaftsweisen und die verschiedenen Märkte, die wir bedienen. Wir lernen auch voneinander.
    Was das Aufhalten des Klimawandels durch den Ökolandbau angeht, sind die Forschungen sich in Bezug auf die Treibhausgasemissionen uneins. Pro Hektar ist er der konventionellen Landwirtschaft überlegen, aber durch die geringeren Erträge pro Hektar wird für das einzelne Produkt der Vorteil weitestgehend wieder aufgefressen.
    Staatliche Nothilfe darf nicht zum Dauerzustand werden, fordern Sie. Da kann ich Ihnen uneingeschränkt zustimmen, auch, weil ich diese Gefahr nicht sehe. Zum Glück gibt es viele Jahre, in denen uns die Natur wohlgesonnen ist und wir die Einbußen wieder ausgleichen können. Wenn jedoch wie in 2018 – mit großen regionalen Unterschieden – die Erträge zum Teil nicht einmal die Hälfte des Üblichen betragen, kann über die „Nationale Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zuwendungen zur Bewältigung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursacht durch Naturkatastrophen oder widrige Witterungsverhältnisse“ zumindest Liquidität in die Betriebe gebracht werden. Auch in der Vergangenheit, etwa im Dürrejahr 2003, ist von dieser Option Gebrauch gemacht worden, wobei nur ein Bruchteil der Schadenssumme beglichen wurde.
    Wir würden gern auf diese Art der Hilfe verzichten. Vielleicht könnten wir das auch, wenn ein anderes Instrument, nach dem übrigens die Funktionäre des Bauernverbandes schon seit vielen Jahren „schreien“ (um bei Ihrem Sprachgebrauch zu bleiben), installiert worden wäre. Die steuerbefreite Risikoausgleichsrücklage könnte es uns ermöglichen, in Jahren, in denen wir glücklicherweise zu hohen Steuerzahlungen in der Lage sind, davon etwas abzuzweigen und für Notzeiten auf die hohe Kante zu legen. Bisher wurde diese Forderung jedoch immer abgelehnt.
    Die Bauern können einem leidtun, sagten Sie zum Beginn ihres Kommentars. Nun, Mitleid wollen wir nicht. Respekt und Solidarität wären uns deutlich lieber!
    Ich weiß, dass Ihr Kommentar eine persönliche Meinung darstellt. Ich möchte das auch nicht in Abrede stellen. Solche Formate gehören zum öffentlichen Diskurs dazu. In einem seriösen öffentlich-rechtlichen Leitmedium entfaltet dies allerdings eine große Wirkung, die ich so nicht unwidersprochen stehenlassen wollte.
    Genießen Sie diesen Sommer, mit leckeren Produkten, an deren Herstellung vielleicht auch unser Betrieb beteiligt war!
    Beste Grüße aus der Mecklenburgischen Schweiz!
    Dr. Heike Müller
    (Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern)

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, alle Achtung, so einen Beitrag bekommt mann in dieser Form selten zu lesen .
      Da ist Substanz enthalten ,der ist aus meiner Sicht auch erhlich und begründet überzeugen
      warum undweshalb so gehandelt wird. Vielen Dank.

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    • Thomas Apfel sagt

      Einen schönen Guten Abend Frau Dr. Müller,
      Erst einmal danke für Ihren Beitrag.
      Nur zur Illustration, ich habe heute die AMI Marktbilanz Ökolandbau 2018 quergerechnet.
      Die Ergebnisse illustrieren sehr schön, dass die Bio- Bauern in der gleichen Förderfalle stecken wie die moderne Landwirtschaft.
      Hier nur ein kurzer Auszug:

      Verkaufserlöse und Fördermittelanteil am Erlös und je t Erzeugnis.
      (nur Beibehaltungsprämie mit 200 €/ha und Betriebsprämie mit 280 €/ha verrechnet)

      Verkaufserlöse Öko Konventionell
      Tier. Erzeugnisse 1.015,90 mio € 23.925,10 mio €
      je ha mit Futterbezug 1.157,52 €/ha 2.073,97 €/ha
      je kg tier. Erzeugnis 1,04 €/kg 0,51 €/kg (54 % ggü. ÖKO)
      je kg nur Fleisch 3,83 €/kg 1,51 €/kg (39 % ggü. ÖKO)
      Erlöse Fleisch insges. 351,60 mio € 14.403,40 mio €

      Die Flächenproduktivität tierische Erzeugnisse lieg im ÖKO- Bereich bei 30 % gegenüber moderner Landwirtschaft. Der Marktanteil über Rind-,Schweine-, Geflügel- und Schaf/Ziegenfleisch aus Inlandserzeugung liegt bei 2,2 % .
      Es ist ein Phänomen, dass selbst sonst BIO- affine Käufer Fleisch eher konventionell kaufen. Die Marktnische ist also entsprechen klein und wächst auch nicht wesentlich.

      Fördergelder €/t Öko Konventionell
      Tierische Produkte 432,91 €/t 76,27 €/t (17,6 % gegenü. Förderung Öko)
      Getreide 160,46 €/t 41,66 €/t (26 % gegenüber Fö. Öko)

      Wie im konventionellen Bereich sind die Fördermittel auch im Bio- Lebensmittelhandel eingepreist. Der Ruf nach mehr Fördermitteln kommt ja auch vorrangig vom BÖLW in welchem Handel und Verarbeitung stärker als die Erzeuger vertreten sind.
      Meine Forderung: wenn überhaupt Förderung, dann in Forschung und Umstellung, ansonsten für Bio´s und Konvi´s gleiche Flächenprämie und der Bio- Handel soll sich um angemessene Preise für seine Erzeuger kümmern.

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      • Bauer Willi sagt

        Phänomen Bio-Fleisch:
        Bei kleinpreisigen Produkten wie Kartoffeln, Gemüse, Obst und Salaten liegen die Preise pro eingekauften Produkt (nicht kg-Preis) oft in einem Bereich von 1 bis 2 € bei Bio. Der Aufschlag für Bio ist also nicht allzu offensichtlich. Ob ich ein Kilo Möhren konv. für 99 Cent oder 1 kg Möhren Bio für 1,39 kaufe, ist „verkraftbar“.

        Fleisch ist per se teurer. Beispiel: ein Konvi-Huhn liegt bei 4-5 €, das Biohuhn schon mal leicht bei 20 €, lässt sich mit Münzen also kaum bezahlen. 🙂 Der 5-fache Preis (der gerechtfertig ist!) hält dann vom Kauf schon ab.

        Vielen Dank für Ihre sehr interessante Analyse.
        Bauer Willi

        +2
      • Thomas Apfel sagt

        Guten Morgen, eine kleine Korrektur zu meinem Beitrag:

        – der Marktanteil Bio liegt in der Inlandserzeugung bei Fleisch nur bei 0,9 %.
        – in der Angabe 2,2 % sind Eier und Milch als tierische Erzeugnisse enthalten.
        Entschuldigung, ich war beim Eingeben in der Zeile verrutscht.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Sehr geehrte Frau Dr. Müller.
      in ihrem Beitrag widerspiegelt sich zu 100% meine Meinung in einer Art und Weise wie ich sie selbst nie so formulieren könnte.
      Gratulation!

      0
  3. Berthold Lauer sagt

    „Den Zusammenhang herstellen….“
    Das passt auch sehr gut zu den Themen dieser Woche, den Gurken aus Indien und der Doppelmoral des Handels. Die Gurken aus Indien oder sonst wo her stehen ja nicht im Regal weil bei uns keine zu haben wären oder weil’s ein zur Zeit bei uns unersetzbares Frischprodukt wäre, sondern weil sie billig einzukaufen sind. Gleiches erleben die Obstanbauer oder die Frühkartoffelanbauer fast jedes Jahr. Trotz Rekordkirschenernte in diesem Jahr lagen beim Discounter Kirschen aus der Türkei im Regal. Will der heimische Anbauer mithalten, muss er noch früher, noch besser und vor allem noch billiger sein. Das trifft sowohl den konventionellen als auch den Biobereich in zunehmendem Maße. Wie soll er das hinkriegen??

    Und noch ein Aspekt: Wenn aus Deutschland oder Europa Lebensmittel in irgendwelche Teile der Welt exportiert werden, wird gebetsmühlenartig die Moralkeule geschwungen, daß dadurch die Landwirte der betreffenden Länder in Ihrer Existenz gefährdet würden.
    Sind diese Importe etwas anderes??? Wo bleibt hier der Aufschrei der Empörung??

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  4. Obstbäuerin sagt

    Alois hat in seinem Beitrag darauf hingewiesen, dass Lebensmittel auch billig sein müssen, damit arme Menschen sich diese leisten können. Sicher ist für diese Gruppe die Biodiversität ein Randproblem aber auch sie gehören laut dieser These zum Täterkreis, wenn auch schuldlos. Das würde jedoch bedeuten – wer arm ist schadet der Biodiversität oder bringt Schmetterlinge um. Irgendwie passt das nicht.

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    • Inga sagt

      doch,

      wer arm ist, bekommt HARTZ4 oder so.
      In Ordnung, deswegen hat er den ganzen Tag Zeit.

      Kann er dem Bauern nicht helfen, die Gurken (Kartoffel Kraut Spargel, Obst) zu ernten?
      Gurkenflieger fahren macht doch Spaß!

      Und der Bauer ist verpflichtet, die Gurken dem LEH so billig abzugeben, dass dieser sie so billig oder noch billiger anbieten kann, wie die aus dem Ausland!

      Natürlich amtlich kontrolliert.
      Auch für den Hartz4ler wie dem Bauern muß es sich lohnen.

      Dann haben die HARTZ4ler einen ganz schönen Beitrag zu unserer Ökologie geleistet!

      Auf unseren Ackerland wird die Ökologie erhalten.

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      • Obstbäuerin sagt

        Es gibt auch sehr viele arme Rentner und Geringverdiener (vor allem Familien), die wegen der hohen Mieten nur wenig Geld für Lebensmittel übrig haben. Und der Hartz4-Empfänger hat Anspruch auf den Mindestlohn, wie jeder andere. Damit ist das Problem nicht gelöst.

        +1
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Inga, „wer arm ist bekommt Hartz 4″. Der Bund und die Länder können sich angeblich vor Steuermilliarden kaum retten“. Keiner der verantwortlichen Politiker verschwendet aber auch nur einen Gedanken dahingehend den Menschen die Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr ihre Arbeit verrichten nur ansatzweise in Form von Steuererleichterungen unter die Arme zu greifen. Die schwarze Null war in der Beziehung der absolute Hartliner. Im Gegenteil, die vielen Bürger die arbeiten könten aber nicht wollen, bekommen immer mehr Zucker in den Hintern geblasen. Das finden besonders Die Linke und Die Grünen gerecht und fordern immer mehr und mehr für diese Truppenteile.Aber auch den Verantwortlichen in dieser unglückseeligen großen Koalition scheint das niemanden zu interessieren. In Deutschland beherschen zur Zeit nur 3 Themen die Medien. Flüchtlinge,Asyl und der Fußballmilionär Ozil. Was wissen Politiker überhaupt noch was die Menschen bewegt.
        Nachtrag: um nicht falsch verstanden zu werden ( die vielen Bürger die arbeiten könnten aber nicht wollen “ sind meine Zielscheibe.

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        • Inga sagt

          Ja Brandenburger,
          verstehe ich schon.

          also die HARTZ4ler bekommen Steuergeld, nicht Arbeitslosengeld, dass die Arbeiter und Angestellten einzahlen!

          Können die als Gegenleistung nicht bei der Gurkenernte helfen?
          Damit die Felder an der Spree weiter in Takt bleiben.

          Also die Erhaltung der Natur mit Streugelder?

          Also jetzt in der Not der Trockenheit, kann man ja auch die Bundeswehr verpflichten, dass sie aus dem Fruchtbaren Rheinland Stroh und Heu nach Norddeutschland bringt,oder?

          Kann man von HARTZ4 ler nichts verlangen?
          Der Natur zu liebe?

          Der Bauer oder der Staat kann ja einen Obolus bezahlen.
          Es darf für den Bauern nur nicht so teuer werden, das er die Gurken nicht teurer verkaufen muss, als z.B. die Inder.

          Wie sollen wir dann das Problem lösen?

          Oder soll Bauer Willi Sohn, Frau und Mutter auf den Gurkenflieger legen? Die nehmen ja kein Geld! Die arbeiten für einen Nullinger!

          Erst dann kann er die Gurken so billig verkaufen, dass Hengstenberg sie nach der Verarbeitung als deutsches Produkt weiterverkaufen kann. So haben die HARTZ4ler im Discounter die Auswahl bei eingekochten Billiggurken!

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          • Bauer Willi sagt

            Meine Mutter ist 95. Die kommt nicht auf den Gurkenflieger!!!
            Sauerei! 🙂
            Bauer Willi

            +1
            • Inga sagt

              also wenn es dem HARTZ4ler und dem Verbraucher egal ist,
              wie (ob mit Kindern oder Alten und Kranken) der Bauer seine Gurken erntet, um sie genau so billig auf dem Markt zu schmeißen wie die Inder, also auch Weltmarktpreis, könnte man sagen, dann ist doch da was faul, oder?

              Und wenn das der Verbraucher von dem Bauern verlangt, dann verlangt er doch auch von ihm, das er die Ökologie und die Landschaft für einen Nullinger für ihn in Ordnung hält, oder?

              Wir müssen uns alle an Naturgegebenenheiten richten.
              Egal ob Regen, Schnee oder Überflutung, und sie gemeinsam nach bestem Wissen nach neusten Kenntnissen und Gewissen verwalten und nicht ausbeuten!
              Also lieber weniger Flugstunden für die Gurken, aber dafür mehr bezahlen, damit unsere Bauernkinder in unserem Land nicht ausgebeutet werden, als die Umweltsünde mit den vielen Flugstunden für die Gurke zu zulassen, oder?

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Meine liebe Inga,
            vor einigen Jahren hat der Leiter der Arbeitsagentur in Offenburg gesagt:

            Die Arbeit in den Weinbergen kann man den Arbeitslosen nicht zumuten weil sie zu schwer ist.

            Und Du meinst tatsächlich den Arbeitsunwilligen kann man auf den Gurkenflieger legen?

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            • Inga sagt

              Nicht alle von denen sind arbeitsunwillig, kann ich mir denken,

              so,
              wenn die nun von unseren aller Steuergeldern leben,

              und die Natur fordert Handarbeit, wie Gurkenernten, damit die Landschaft in Takt beleibt,

              dann kann man doch von denen verlangen, dass die das tun, wie man das auch von Soldaten und Bauernkindern verlangen kann.

              Jeder von den HARTZ4lern kann sich verweigern, das ist sein Recht,

              aber der bekommt dann Abgezogen und die anderen die sich zur Mitarbeit für die ökologische notwendige Arbeitet auf dem Feld zu Verfügung stellen, die bekommen deswegen mehr!
              So ist auch diese Arbeit für die Ökologie für einjen Nullinger berrichtet.

              Damit hat man nicht nur die Tüchtigen belohnt, sondern auch die Ökologie gestärkt!?!

              „Aussergewöhnliche Situationen erfordern aussergewöhnliche Lösungen.“
              sulzer

              Und die kann man nicht nur einem Berufsstand aufbürden!

              Denn das wäre echt unsozial!

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  5. Ostendorf ( am Ende mit nur einem "f" ) sagt

    Achtung Fehlerteufel !
    Bei dem Kopieren der Gesamtfahrstrecke aller Autos, aus dem Exel wurde versehendlich auch Nullen hinter dem Kommer mitkopiert, dieses verfremdet leider rein optisch das Bild,
    das Ergebniss ist abder dennoch richtig.

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  6. Friedrich sagt

    Das Leben was wir führen, tötet und lebt von der Substanz. Wenn wir das Leben einer Familie mit Selbstversorgung (nahezu ohne Geld) in Afrika sehen und das vergleichbare Familienleben hier in Europa (mit Arbeitsteilung und Bargeld) , dann ist doch die Sache klar.
    Auto,beheiztes Haus (ca. 30/40 m2/Person),Freizeitgestaltung, Urlaubsreisen (mit Auto oder Flieger). Keiner ist frei von Schuld, aber man sucht sich ja einen Schuldigen. Ist doch so einfach und die Medien helfen kräftig dabei. Wieviel Energie und Geld könnten wir sparen wenn wir z.B. nur 120 km auf den Autobahnen fahren dürften oder jeder seine Thermoskanne und selbstgemachtes Essen mit zur Arbeit nehmen würde. Bei unseren Kiosk
    stehen jeden Morgen die Autos Schlange um sich ein komplettes Frühstück zu kaufen, einschl. Kaffee to go. Dazu noch Leckerlies für den Tag. Da kommen dann schon 5 – 10 Euro/Tag und im Monat schnell 100 – 250 Euro raus. Wir sind alle faul/bequem geworden. Früher hatten die Leute sehr oft eine Ziege, Schwein, Kaninchen,Hühner usw. und natürlich einen Gemüsegarten. Auch die Blumen wuchsen im Garten. Den Urlaub verbrachten viele im Bad Meingarten. Von alledem gibt es heute nicht mehr viel. Aus der Verwandtschaft , die ein Erdbeerfeld betreibt , weiß ich , daß Selbstplücken nur für ein/zwei Kilo gemacht wird, im Gegensatz zu früher , wo man gleich 20 – 60 kg selbst plückte und dann für die ganze Familie Erdbeermarmelade machte. Ein Familienereignis.
    Heute ist alles im Supermarkt billig , daß man dafür sich nicht mehr bewegen will. Aber bei allem Fortschritt verzichten wir auf vieles. Wir sehen das Wachstum der Pflanzen und Tiere nicht mehr . Wir kennen den Geschmack des eigenen Produktes nicht mehr , sondern finden uns mit Geschmacksverstärkern ab. Es entgeht uns doch sehr viel. Jeder muß wissen , daß im Supermarkt alles billiger ist , als Eigenversorgung ,aber das eigene Produkt schmeckt allemal besser und man weiß wo es herkommt. Es gibt auch keine Transporte, Verpackung usw. , also unter dem Strich für die Umwelt besser und man hat seine Freizeit ausgefüllt.

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  7. Ostendorf ( Am Ende mit nur eimen F " sagt

    Nur zum Nachrechnen,

    43800000 Autos gibt es in Deutschland , deren Fahrleistung beträgt 19000000 m je Jahr und ca.4 m² Frontfläche, somit ergeben sich etwa 3328800000000000,000000000000000 m³ Durchfahrende Strecke.
    Es sterben zwar nicht alle Insekten durch einen Zusammenschlag mit einem Auto, entweder ist das Auto zu langsam, oder aufgrund der Windsströmung werden die Insekten von der Frontscheibe abgelenkt, aber halt nicht alle.

    Deutschland besitzt eine Größe von 357000000000 m².
    Somit wird in Deutschland ein Luftvolumen von Autos durchfahren , welches einer Höhe von 9324,37 Meter entspricht, zum Vergleich der höchste Berg ,der Mont Everest besitzt eine Höhe von nur 8848 Meter.
    Von LKW , Flugzeugen inkl Luftansaugung für die Triebwerke rede ich hier noch gar nicht.
    Nur zur Info:
    Auf meinem Hof brauche ich aufgrund einer wechselnden Mais – Getreide Fruchtfolge mit anschließender Zwischenfruchtanbau keine Insektizide.

    +5
    • Paulus sagt

      Zugegeben, in Mathe war ich nur Deko und mit Textaufgaben und diesen verdammten Nullen hatte ich es noch nie. Vielleicht erklärt es mir einer von denen die hier die Sternchen vergeben haben. Kann doch nicht so schwer sein, oder?

      0
    • Ostendorf ( am Ende mit nur einem "F" ) sagt

      Fehlerteufel !
      Bei der Übertragung aus dem Exel wurden leider bei der Durchfahrende Strecke leider auch Nullen NACH dem Komma mit übertragen, aber am Ergebnis ändert sich dadurch nichts.

      Formel:
      ( 357000 km² Deutschland * 1000000 m² je km ) = 357000000000 m² /
      ( 43800000 Autos * 19000 km je und Jahr * 1000 m je Km * 4 m² Frontfläche ) =3328800000000000 m²

      357000000000 m² / 3328800000000000 m² = Ergibt 9324,37 Meter

      Größe Deutschland Quelle Wikipedia
      https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland

      Anzahl der Autos in Deutschland und deren Fahrleistung
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12131/umfrage/pkw-bestand-in-deutschland/

      Entgegen so manche Öko-Studie, lege ich meine Zahlen und Datenquellen für alle zur Einsicht bereit, sollte jedoch jemand ein Fehler finden, bitte um einen Hinweis.

      0
      • Paulus sagt

        Jaja, dieses verflixte Excel hat halt so seine Tücken. Damit meinte ich aber nicht die Nullen nach dem Komma.
        Ihre vermeintliche Richtigstellung ehrt Sie, macht es aber leider auch nicht richtiger.
        Egal, in gegenseitigem Respekt sollten wir verbleiben. Einverstanden?
        Mich interessierten eher die Genies die hier die Sternchen verteilt haben und selbst die Wandlung von m² in m³ anstandslos hingenommen haben. Von denen wollte ich etwas lernen. Womit wir wieder bei den Nullen angekommen sind, ich meine jetzt die numerischen Nullen.

        0
        • Ostendorf ( am Ende mit nur einem "F" ) sagt

          @ Paulus
          Wo ist denn nach ihrer Meinung der Fehler ?

          Bei 3.328.800.000.000.000 m² Durchfahrener Fläche aller Autos ( 43.800.000 Autos * 19.000.000 Meter je Auto und Jahr * 4 m² Frontfläche je Auto, bestehend aus Kühlergrill, Motorhaube und Fenster )
          geteilt durch
          357.000.000.000 m² Oberfläche der Bundesrepubliek Deutschland
          ergeben für mich
          9324,37 Meter Höhe ?
          Wie gesagt, wenn Sie mir einen Rechenfehler zeigen, wehre ich Ihnen dankbar.
          Leider sind durch kleine Rechenfehler viele Legenden endstanden.
          Z.B Spinat ist reich an Eisen, wieviele Kinder wurden nicht mit Spinat vollgestopft, aber geholfen hat es leider nicht.

          Oder die Enegriewende kostet nicht mehr als eine Kugel Eis im Monat ( Jürgen Tritin )

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    • bauerhans sagt

      ich brauche nur insektizide,wenn die bekämpfungsschwelle erreicht ist.
      in diesem jahr warens die getreidehähnchen in der sommergerste.

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  8. Thea S sagt

    1. „… als ob ich als Bauer vorsätzlich die Natur und die Biodiversität schädigen wollte. Als Bauer will ich das aber nicht!“ DOCH! Natur ist lt. Duden „[Gesamtheit der] Pflanzen, Tiere, Gewässer und Gesteine als Teil der Erdoberfläche oder eines bestimmten Gebietes [das nicht oder nur wenig von Menschen besiedelt oder umgestaltet ist]“. Der Anbau und die Bevorzugung EINER Art, z.B. Weizen, auf einem Feld schädigt selbstverständlich nicht nur die Natur, sondern auch die „natürliche“ Biodiversität. In Abhängigkeit der Anbaumethode stellt sich dann eine andere ein. Prinzipiell wollen wir aber das, was wir anbauen. Und das ist eigentlich bei allen Bauern so.
    2. Wenn man mit dem Finger auf andere („Handel, Gesellschaft, Verbraucher und Politik“) zeigt, weisen drei Finger auf sich selbst. Der Bauer müßte doch dumm sein, wenn er nicht versuchte so viel wie möglich und vertretbar (!) aus seinem Feld herauszuholen. Es ist im Ende doch sein Ertrag und Gewinn. Warum mit 30 dt/ha zufrieden sein, wenn mir das gleiche Feld 80 liefern kann? „Die Gesellschaft“ fordert vielleicht den extensiven Anbau, ist aber nicht bereit für die Differenz zu zahlen. Das Interesse des Bauern („LandWIRT“) ist aber mit Sicherheit auch Eigeninteresse. Wir wollen schließlich alle gut leben.

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Threa S,
      noch ist es nicht verboten mit der Landwirtschaft seinen Lebensunterhalt zu verdienen, deshalb – und das sehen sie Richtig – hat der Landwirt Eigeninteresse, das heißt er will genau so viel Geld verdienen wie andere auch, mit der Höhe von HarzIV ist selten ein Bauer zufrieden.
      Eigentlich habe ich noch nie gehört, dass eine Spedition auf Ochsenkarren umstellen soll, obwohl das was beim Ochsen hinten raus kommt viel Umweltfreundlicher wäre, als die Abgase beim LKW.

      Genau dies sieht man im Bereich der Landwirtschaft anders, von der Landwirtschaft erwartet man inzwischen wieder eine Wirtschaftsweise längst vergangener Zeiten, die Lebensmittel zu Aldi Preisen und die Bauern sollen bitteschön deutsche Maschinen kaufen mit jährlicher Preissteigerung, schließlich haben die Metaller eine Lohnsteigerung verdient. 😉

      +5
  9. Obstbäuerin sagt

    Schnäppchen haben eine hohe Anziehungskraft, dass kann jeder bestaunen, wenn er am Wochenende mal nach Frankfurt (Oder) kommt und am Bruno-Peters-Berg die Blechlawine in Augenschein nimmt. Da durchqueren 20.000 – 40.000 Autos die Stadt, um nach Slubice auf den Markt zu fahren und ein oder mehrere Schnäppchen zu machen. Mehr als die Hälfte kommt geschätzt aus Berlin. Unsere Luftverschmutzung in der Stadt übersteigt oft die Grenzwerte und alle wundern sich, weil wir ja kaum Industrie haben. Der ganze Handel und Konsum innerhalb der EU ist aus dem Ruder gelaufen und an den Einzelnen zu appellieren, weil er eventuell einen Schmetterling rettet, den er nicht mal kennt, halte ich für nicht zielführend.

    +1
    • Brötchen sagt

      ja es ist Wahnsinn und Prognosen gehen von Steigerungen um 30 % aus. ich denke aber die Krise kommt und dann wird es hart. übrigens ich glaube der Verkehr das ist alles Event, es geht darum etwas zu Unternehmen und viele interessiert Kultur nicht so.

      +1
    • Obstbäuerin sagt

      Für alle ortsunkundigen Frankfurt und Slubice (Polen) liegen sich an der Oder direkt gegenüber.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bei uns geht es anders herum, da fahren Autos mit französischen Kennzeichen über die Grenze und decken sich bei ALDI und Lidl mit Lebensmittel ein.

      Doch dann kam die Katastrophe, der Grenzübergang wurde wegen Reparaturarbeiten geschlossen und die Lebensmittelhändler klagen wegen Geschäftseinbußen, ich meine die Jammern.

      +1
      • Altbauer Jochen sagt

        Bei uns kommen die Dänen wie eine Invasion zum
        Einkaufen.
        Wochentags, Sonntags Feiertags, bis spät abends .
        der Kofferraum reicht oft nicht ,da hängt noch ein Anhänger am Auto.
        Deutschland -Billigland, Dienstleistungen gleich mitnehmen,
        Nicht nur Aldi, Lidl Edeka und alle möglichen,auch dänischen Handelsketten. Apotheken, Optiker, Friseur ,Werkstatt
        Restaurantbesuche inklusive -alles Schnäppchen
        für dänische Kunden.
        Die Geschäftswelt bei uns freut´s, auf der anderen Seite
        der Grenze kümmern die Dörfer vor sich hin.
        Die Dänen sind ja angeblich die glücklichsten Menschen
        in Europa ,bei den Bauern hab ich meine Zweifel
        die ringen genauso wie wir , auch um ihre Existenz.

        +1
            • Obstbäuerin sagt

              Genau, Inga und deshalb hat die Autoindustrie ihre Zulieferbetriebe in die osteuropäischen Länder ausgelagert, weil dort die Löhne so schön niedrig sind und dann kommen die Teile oder fertigen Autos über die Autobahn zurück und fertig ist das deutsche Auto.

              +1
  10. Thomas Apfel sagt

    Guten Morgen, die Schmetterlinge sind aus zwei Gründen der ungeeignete Ansatz.:
    Die Zahl der Arten geht trotz Klimaveränderung insbesondere bei den wärmeliebenden Tagfaltern am stärksten zurück. Dies hat in erster Linie damit zu tun, das die dichten ertragreichen Felder der modernen Landwirtschaft in BIO wie in konventionell nicht der Lebensraum der Schmetterlinge sind und es auch nie waren und nicht wieder werden.
    Auch eine Umstellung der gesamten Landwirtschaft auf BIO würde hier nichts ändern.
    Erfolgreiche Ackerbauern in BIO wie in konventionell haben saubere Getreidebestände.
    Dies gilt insbesondere, da der Bundesverband der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ja postuliert, dass der Ökolandbau die gleichen Erträge erreichen kann und will.
    Die Situation bei Insekten und Schmetterlingen kann nur durch eine segretativen Ansatz (Flächentrennung) verbessert werden. Die Stichworte sind : getrennte Flächen für Produktion und Artenschutz, Biotopgestaltung und Vernetzung. Eine Extensivierung der Produktion auf das Niveau der Mitte des 19. Jhds. (hier hatten wir die größte Artenvielfalt – und die dürrsten Felder und Landschaften) kann und wird es nicht wieder geben.

    +6
    • Brötchen sagt

      habe ich an der Altmühl gesehen, so 1 bis 2 ha angesät mit kardandisteln u.v.m. waren ganz Teil Flächen

      +1
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „“Die Stichworte sind : getrennte Flächen für Produktion und Artenschutz, Biotopgestaltung und Vernetzung. Eine Extensivierung der Produktion auf das Niveau der Mitte des 19. Jhds. (hier hatten wir die größte Artenvielfalt – und die dürrsten Felder und Landschaften) kann und wird es nicht wieder geben.““

      Die Frage wäre, wer stellt sein Eigentum zur Verfügung für eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe?

      0
      • Bauer Willi sagt

        Habe ich mit unserer Gemeinde gemacht. 1,2 ha für ein Naherholungsgebiet. Habe ich auch gerne gemacht, weil die Gemeinde so viel an Pacht bezahlt, dass ich das mit keiner landwirtschaftlichen Kultur erwirtschaften kann. Win-Win.
        Bauer Willi

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Hast du es auch schriftlich, dass die Flächen zukünftig nicht als Biotop eingestuft wird?

          Dann wäre es vorbei mit Win-Win, dann gibt es nur noch Almosen.

          0
        • bauerhans sagt

          meine gemeinde schreibt in der zeitung,dass sie saatgut für 5800m2 blühfläche kostenlos ausgegeben hatte.
          der saugmäher wird übrigens jetzt zweimal im jahr an allen strassenrändern und gräben eingesetzt.

          0
      • Thomas Apfel sagt

        Wir haben bei uns einiges an Biotopmaßnahmen gemacht (Trockenrasen, Feuchtstellen, Hecken und Windschutzpflanzungen). Vom Boden und Klima befinden wir uns allerdings auch nicht gerade in einem Gunstgebiet (Diluviale Sandböden mit durchschnittlich 30 Bodenpunkten). Die Pachtpreise sind aus diesem Grund hier auch noch moderat. Die Grundstücke auf denen wir solche Maßnahmen realisieren sin in der Regel Sandecken mit 18 bis 22 Bodenpunkten.
        Trotzdem sehen auch wir zu, dass die Maßnahmen nicht dazu führen das für diese Flächen der Status förderfähige LN verloren geht.
        Ich denke aber wir müssen etwas tun. Sonst wird uns per erzwungener Extensivierung die Existenzgrundlage entzogen.

        0
    • Bauer Willi sagt

      Bitte den Satz nicht zu wörtlich nehmen. Er steht als Synonym für eine Verringerung der Artenvielfalt, die durch unser Konsumverhalten beeinflusst wird. Wie schon häufiger beschrieben, wird sich die Artenvielfalt nur erhöhen, wenn wir „unordentlicher“ werden und den verschiedenen Arten ihre spezifischen Rückzugsräume schaffen. Ja, künstlich schaffen, denn die sind weniger geworden.
      Bauer Willi

      0
  11. Nauert Hans-Albert sagt

    Das immer weniger Insekten leichen an den Autofenster kleben ist kein Grund die Landwirtschaft für das Insektensterben verantwortlich zu machen. Was ist mit dem hundertfach zugenommenen Auto und LKW Verkehr, könnte der nicht auch eine Masse an Insekten gekillt haben, oder fühlen sich die alle unschuldig.

    +3
  12. Eckehard Niemann sagt

    Hallo Willi,
    warum lässt Du bei Deiner Motivsuche vor allem jene außen vor, die doch die ruinösen Überschüsse für den Billigst-Weltmarkt anheizen, mit ihrem Über-Angebot dem Handel erst eine starke Stellung verschaffen und die schlechten Erlöse in Form ruinöser Erzeugerpreise an die Bauern weitergeben? Ich spreche von Schlacht-, Molkerei-, Getreide-, Zuckerkonzernen usw.. … So bleibt Dein Geschimpfe über den Handel nur ein Beitrag, von der Rolle unserer direkten Abnehmer (und den Raiffeisen- und Bauernverbandsvertretern) abzulenken….

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn ich mich nicht irre, dann hat der Alois den Eingangsartikel geschrieben.

      +1
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Eckehard,
      Alois hat von „Auftraggebern“ gesprochen. Und von Abnehmern. Damit sind auch die von Dir genannten Organisationen gemeint. Er „schimpft“ auch nicht. Die Überschrift lautet ja „Den Zusammenhang herstellen“. Ich denke, dass ist ihm gelungen.
      Bauer Willi

      +1
    • Bauer Fritz sagt

      @ Niemann: Da Sonntag ist, habe sie vermutlich das zweite Auge noch nicht geöffnet gehabt beim Verfassen ihres Kommentars. Alois hat ganz deutlich von der Verantwortung aller gesprochen, also auch jener, die die ruinösen Über-Angebote bei diversen Bio-Waren produzieren (Milch, Obst, etc. speziell aus Ost- oder Südeuropa) und er hat damit auch die die Bioverbände eingeschlossen, die sich für wohlwollende PR gerne dafür über den Tisch ziehen lassen.

      Wie dem auch sei. Die Bilder von der gestrigen Sperre nur 1 (in Worten: eines) Terminals in München bestätigen doch mehr als deutlich das Logo von Alois auch im Nicht-Nahrungsbereich. Der Schmetterling soll schauen wo er bleibt, wenn etwa (Urlaubs-)Flüge zum Schnäppchenpreis zu haben sind. (https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-07/muenchen-flughafen-polizeieinsatz-sicherheitsbereich-kontrolle-chaos-terminal-2)

      0
  13. Brötchen sagt

    Guten Morgen Fingerphilosoph!

    Man könnte die Grossstädte auch anders versorgen. es ist nur so, die Hersteller fahren den Endkunden nicht mehr direkt an.
    Möglichst muss heute alles mit einer LKW Ladung erledigt sein!

    Wir suchen manchmal auch Kunden und die würden die Ware auch nehmen, Hauptproblem sind immer die Transportkosten. Also wenn die bei uns vorbei sowieso eine Tour haben, geht da was. Ansonsten schwierig.

    Also wenn ich die selbst anfahren kann, wäre schon noch einiges mehr möglich.

    Wenn erstmal alles aufgeladen ist, dann spielt das kostenmäßig keine Rolle, ob ich 100 km mehr fahre.

    ich sitze ab und an auch mal selbst im LKW und bekomme den Wahnsinn mit, der auf den Autobahnen läuft.

    In die Logistik spielt auch die Haltbarkeit rein, am besten ist eine ware, die sich ewig hält.

    Ansonsten kommt das wieder extra in den gekühlten Bereich und das ist aufwändiger.

    Ich weiß von einer Firma, die auch in den LEH reinwollte, das bei Beanstandungen im LEH, geht die ganze Lieferung zurück, aber auf Kosten des Lieferanten.

    Da der LEH die Logistik hat, haben die die Macht. Selbst wenn ich einen kleinen Laden aufziehen will, müßte ich sehen, das ich über EDEKA o.ä.den als Lieferanten hätte, direkt beim Hersteller, die zeigen einem einen Vogel.

    Mein Hühnerfutter bestelle ich jetzt auch Palettenweise, der Hersteller sitzt 400 km weiter weg, hat aber ein Verteiler in der Nähe.

    Übrigens bei Bio ist alles genau das gleiche Spielchen.

    Ich würde das jetzt nicht unbedingt mit den schmetterlingen in einen zusammenhang bringen.
    Was eine Rolle spielt und was mich jedes jahr ärgert, wieviel Igel überfahren werden, zumal uns einer jeden Abend besucht. Manchmal habe ich den verdacht, manche machen das absichtlich.

    +1
    • Brötchen sagt

      übrigens lw und speziell der Ackerbau ist zu grossen teilen transportoptimierung grob gesagt

      +1
    • fingerphilosoph sagt

      Möglich, dass ein einzelner Bauer einen Weg findet, aber aufs Große Ganze funktioniert die Direktvermarktung nicht mehr. Noch 1950 haben in Deutschland 70% der Menschen auf dem Land gelebt, da war der Weg vom Hersteller zum Verbraucher kein Problem. Heute leben 75% in Städten, das bedeutet für einen Direktvermarkter erheblich weitere Wege, höhere Transportkosten, Lagerhaltung und, wie Du sagst, haltbar gemachte Nahrungsmittel.

      Wobei die Haltbarmachung ja wieder einen erheblichen Mehraufwand mit sich bringt: Fabrikhalle, Maschinen, Arbeitskraft, Hygiene, Kühlung, Einhaltung von Gesetzesvorschriften etc. Das mit der Haltbarkeit ist übrigens ein gutes Argument, über das in der Debatte viel zu wenig nachgedacht wird.
      Dass alles ist eben nur mit einer Logistik zu bewerkstelligen, wie sie sich herausgebildet hat, und wofür der LEH steht. Vom Hersteller (Bauer) selber ist das nicht zu bewältigen.
      1-2% Landwirte können nicht auch noch den Vertrieb und die Vermarktung übernehmen udn dabei 98% der Bevölkerung erreichen. Das Verkehrssystem steht sowieso kurz vorm Infarkt, wenn da statt 20- und 40-Tonner entsprechend mehr 5- und 10-Tonner rumfahren, geht gar nichts mehr.
      Zwischen Hersteller und Verbraucher besteht heute i.d.R. keine Beziehung mehr und genau dafür steht ja „die Stadt“: für Beziehungslosigkeit.

      Natürlich hat der LEH die Macht, aber daran ändert sich auch nichts, wenn der Verbraucher das Dreifache für Lebensmittel zahlt. Sieht man hier in Frankreich. Die Lebensmittel sind definitiv teurer, aber beim Bauern kommt das Geld ja gar nicht an. Und schon gar nicht bei den Schmetterlingen. Der Wochenmarkt ist hier eine Option, weil er sich für den Verbraucher auch preislich lohnt.

      Ja klar ist es bei BIO dasselbe Spielchen. Je mehr Bauern auf BIO umsteigen, desto mehr sind sie gezwungen, über den LEH zu gehen, desto mehr gleichen sich BIO und konventionell einander wieder an. Sieht man doch bei den Eiern. Heute kaufen viele Leute BIO-Eier, aber die Eier kommen aus Betrieben mit Massentierhaltung, die sich von der konventionellen immer weniger unterscheidet, je mehr BIO-Eier nachgefragt werden.
      Wenn alle BIO sind, hat man wieder konventionelle LW, aber ein Produkt mehr, dass man verkaufen kann: Die Illusion, dass LW naturverträglich und umweltschonend sein kann.

      Das ist sie nicht: LW ist Kampf gegen die Natur, ob nun BIO oder nicht. Ob man die Natur mit effektiven synthetischen Pestiziden schnell abmurkst oder ihren Todeskampf mit stumpferen Waffen, die angeblich natürlich, biologisch oder ökologisch sein sollen, nun künstlich verlängert, kommt im Endeffekt aufs Selbe raus.

      Man kann sich nicht auf 8.000 Millionen Menschen vermehren, von denen jeder 50 bis 100x soviel Energie verbraucht, wie er selber mit Körperkraft erzeugt, und gleichzeitig glauben, Natur bewahren zu können. Es wird Zeit, aus diesem Traum mal aufzuwachen.

      Die Bauern schaffen sich selber ab, wenn sie sich auf das Spielchen einlassen, dass die Natur die liebevolle Mutter ist, die ganz von allein hervorbringt, was der Mensch so vertilgt. Oder dass Schmetterlinge ein bäuerliches Produkt sind, das man kaufen kann.
      Ich finde, es wäre Aufgabe er Bauern, auf die Realität zu verweisen und nicht mit dem Verkauf von Illusionen ihre Höfe zu retten versuchen.

      +1
      • Brötchen sagt

        Fingerphilosoph….haltbarkeit erreichst du durch züchtung, kühlkette, Verarbeitung, Verpackung

        Zusatzstoffe, Zucker, Salz, Säuren usw.

        hygieneregeln bei der Herstellung, Reinigung u. desinfektion

        also das hat nicht nur Nachteile vom Aufwand her. du musst dich den Regeln unterwerfen, sonst kannst du nicht mitmachen! bestimmtes Gemüse z.b. geht bei den Anforderungen nicht, das wird sofort welk oder matschig.
        der Hauptgrund sind aber die Kosten für die ak.

        0
  14. fingerphilosoph sagt

    Brötchen hat in der vorangehenden Diskussion den Nagel auf den Kopf getroffen. Er schreibt: „LEH ist eigentlich Logistik, das ist dort entscheidend … also Einkauf, Transport und dann Verteilung über das Lager … also wenn man den LEH bestreiken wollte, muss man das Logistiklager sperren.“

    Es ist im Grunde ganz egal, ob der Verbraucher viel oder wenig für seine Nahrungsmittel bezahlt. An der Logistik, der intensiven Landwirtschaft und den Schmetterlingen wird das überhaupt nichts ändern. Das aus dem einfachen Grund, weil eben genau diese Logistik
    notwendig ist, um die Bewohner von Städten und Megametropolen zu versorgen. In Deutschland leben 75% der Bevölkerung in Städten, die wollen versorgt sein, während in der LW nur noch 1-2% arbeiten und auch nicht wesentlich mehr Menschen dazu bereit sind.

    Die Logistik wiederum erzwingt automatisch die intensivierte LW. Diese Versorgungskette bleibt auch dann bestehen, wenn der Verbraucher im Supermarkt das Doppelte oder Dreifache für ein Produkt hinlegt. Schmetterlinge hin oder her.

    Zwischen den Schmetterlingen und den Schnäppchen einen Zusammenhang zu konstruieren, hat einzig und allein den Zweck, aus den Schmetterlingen eine weitere Ware zu machen, die man auf den Markt werfen und verkaufen kann. Denn das ist es doch, was den Menschen umtreibt: aus allem und jedem eine Ware zu machen, mit der man noch mehr Geld verdienen und den angeblichen Wohlstand noch mehr mehren kann. Denn für die meisten Menschen besteht zwischen Wohlstand und Geld ja überhaupt kein Unterschied.

    Dafür werden immer weitere Teile von an sich kostenloser Natur herangezogen und in die Produktpalette eingereiht. Genau dadurch wird Natur aber abgeschafft und zerstört.
    Was für eine Logik, wenn Wohlstand darin besteht, dass man sich für Geld sogar Schmetterlinge kaufen kann!

    Im Grunde geht es darum, weitere Kontrolle über die Natur zu erlangen. Jetzt will der Mensch schon über die Zahl der Schmetterlinge bestimmen, die nach seinem Willen und nach seiner Pfeife durch die Lüfte tanzen sollen. Geht ja gar nicht, dass der Mensch den Schmetterlingen nicht vorschreibt, in welcher Zahl sie gefälligst vorhanden sein müssen.

    +4
    • Heinrich Steggemann sagt

      Aus den obigen Ausführungen fasse ich für mich zusammen: Wollen wir als Gesellschaft etwas ändern und nicht weiterhin nur den Schwarzen Peter durch immer mehr Detailregelungen und direkten Schuldzuweisungen von einer spezialisierten Gesellschaftsgruppe zur nächsten schieben, müssen wir grundsätzlich etwas an unserem System der Marktwirtschaft ändern und jeden einzelnen Bürger wieder mehr zum Allrounder machen. Wie könnte das funktionieren? Wir sollten uns darauf verständigen, den Im- und Export von Rohstoffen und Waren innerhalb von knapp 50 Jahren jährlich um 2% vom heutigen Ausgangsniveau zu senken, bis auf wenige kleine Rohstoffmengen, die wir aber vorher festlegen. Was wären die Auswirkungen? Ein Grossteil der heutigen Infrastruktur und Industriegebiete würden langfristig nicht mehr gebraucht (wenig eigene Rohstoffe). Die Natur kann sich diese in vielfältigster Weise zurückerobern. Gleichzeitig wird gutes Ackerland, das aufgrund von Ausgleichsmassnahmen zugepflanzt wurde, wieder in Kultur genommen. Das Wachstum der Metropolen ist gestoppt, sie schrumpfen sogar. Kleinere lokale Strukturen bekommen wieder die Oberhand. Transport und Logistik wird teuer (knappe Treibstoffversorgung). Der Hauptteil der Nahrungsmittel und sonstigen Güter kommt wieder aus dem näheren Umland. Neue Gebäude werden nur noch mit den vor Ort verfügbaren Baustoffen errichtet. In heute reinen Ackerbauregionen werden wieder Nutztiere gehalten, gleichzeitig geht die Viehdichte in anderen Regionen zurück. Verpächter nehmen ihre Flächen zur Eigenbewirtschaftung zurück, mangels alternativer Arbeitsplätze. Der Haus- und Schrebergarten wird wieder für die Eigenversorgung benötigt. Die Landschaft wird ohne weitere gesetzliche Eingriffe wieder sehr vielfältig und kleinstrukturierter. Ein deutlich grösserer Anteil der Bevölkerung hat wieder einen direkten Bezug zur Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung (Allrounder). Geringere Erträge in Trockenjahren werden direkt auf den Tellern sichtbar mangels globalem Ausgleich. Der Schmetterling wird nicht mehr durch Schnäppchen getötet.

      +1
      • Brötchen sagt

        Heinrich in mitteldt. sind grosse Teile unbesiedelt. es gibt Naturschutzgebiete mit riesigen Ausmaßen. d. besteht glaube ich zu 1 Drittel aus Wald.

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      • fingerphilosoph sagt

        In Städten wie München, Stuttgart, Berlin werden Wohnungen unerschwinglich, während ländliche Gegenden abgehängt werden und veröden. (s. Ostdeutschland). Ländliche Gegenden sind nur da angesagt, wo sie Einzugsgebiet einer Stadt sind, dh. durch Pendelverkehr erreichbar, was das Verkehrsproblem und die Zersiedelung weiter vergrößert. Bevölkerungswachstum heißt, dass die Städte größer werden, dabei ist es ganz egal, ob das Wachstum durch Geburten oder Zuwanderung erfolgt. Mehr Wald haben wir in den hochindustrialisierten Ländern nur deshalb, weil die industrielle LW pro Hektar höhere Erträge bringt. Bei Verzicht auf die industrielle LW zugunsten BIO verschwindet der Wald und nicht die Städte.
        Vermutlich verschwindet der Wald auch ohne BIO, wenn man bei Verknappung des Ölangebots noch mindestens zusätzliche 400.000 Windräder für die Energieversorgung braucht.
        Die Entwicklung ist also gerade gegenläufig. Vielleicht sollte man mal damit aufhören, sich ständig was vorzumachen und so zu tun, als könnte der Mensch bei gutem Willen im Einklang mit der Natur existieren.
        Das ist definitiv nicht der Fall. Und das war auch noch nie so. Schon vor 50.000 Jahren hat der Mensch überall, wo er hinkam, erstmal die Großtiere ausgerottet.

        +1
      • Obstbäuerin sagt

        Und wie erreichen dann 4 Millionen Städter ihren Schrebergarten, der ja nicht direkt um die Ecke liegen kann? Wie viel Zeit müsste der Städter samt Fahrzeit aufbringen, um seinen Schrebergarten zu bestellen? Gerade der Kleingärtner nimmt es oft mit den Pflanzenschutzmitteln nicht so genau und wie soll die Bewässerung funktionieren, wenn z.B. extreme Trockenheit herrscht. Wird der Schrebergärtner auf seinen Ertrag verzichten, wenn er eigentlich nicht bewässern darf?

        0
        • Sabine sagt

          Also, der Schrebergarten (Schreber war Arzt und wollte die vernachlässigten Arbeiterkindern mit Sport und heute nicht mehr als besonders klug anmutenden Erziehungsmaßnahmen helfen) und/oder besser die Armen- und die Rot-Kreuz-Gärten waren immer in den Städten. Die Idee war, dass die oft an Mangelernährung leidenden Arbeiter eine einfache und billige Möglichkeit bekamen Gemüse anzubauen und sich mit Eiern und Fleisch zu versorgen. Eine Versorgung mit frischen Lebensmitteln war allein aus logistisch Gründen damals nicht zu stemmen. Gärten und Kleintierzuchten wurde damals ausdrücklich von vielen Landesherren und Fabrikanten gefördert.
          Auch heute haben die meisten Kleingärten-Kolonien zwei feste Regeln: Es muss wenigstens ein Viertel der Fläche für den Obst- und Gemüseanbau verwendet werden und sie müssen der öffentlichen Erholung dienen.
          Es wäre gut für viele Städte, wenn sie solche Flächen weiter ausbauen würden. Alleine schon für das Stadtklima und es muss nur gewollt sein und der Garten könnte um die Ecke liegen.

          0

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