Bauer Willi
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Bio-Futter knapp – und nun?

Ich habe in den vergangenen Tagen versucht, herauszufinden, was Bio-Bauern tun können, die durch die Trockenheit zu wenig eigenes Futter haben. Dazu habe ich in der Bioland-Zentrale nachgefragt und man hat mir einen Rückruf versprochen. Der kam aber nicht und so habe ich es einen Tag später wieder versucht. Diesmal hat man mich an die Bioland-Hotline verwiesen. Die hatten von dem Problem schon gehört, aber Anweisung gegeben, Nachfragen an die zuständige Behörde (in NRW das LANUV) weiterzuleiten. Auf deren Seite habe ich dann nach dem passenden Ansprechpartner gesucht aber nicht gefunden.

Alois ist ja Bio-Bauer bei Naturland und hat es zweimal bei seinem Berater versucht. Auch ihm wurde jedes Mal ein Rückruf zugesagt, der aber nie kam.

Um in der Sache weiterzukommen, habe die es dann beim BÖLW (Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft) versucht. Die Antwort: „wenn andere Bio-Bauern nichts mehr haben, darf man auch Raufutter aus Umstellungsbetrieben nehmen. Aber nur nach Antrag bei der zuständigen Behörde“. Wer die ist, konnte man mir nicht sagen, aber ich solle es doch bei der Landwirtschaftskammer versuchen.

Das habe ich dann gemacht. Auf dem Anrufbeantworter war die Mitteilung, dass man gerade im Urlaub sei und man solle sich doch an den Kollegen wenden. Der war aber weder auf Festnetz noch auf der Mobilnummer zu erreichen. Auch der Chef hatte nur den Anrufbeantworter eingeschaltet.

Schließlich habe ich mich an eine Zertifizierungsstelle gewandt. Hier hat man mir auch bereitwillig Auskunft gegeben. Als ich aber um Zusendung der Informationen und des Antragsformulares bat und zu erkennen gab, dass ich kein Bio-Bauer bin, wurde man sehr schmallippig. Nach einigen Überredungskünsten habe ich dann aber sowohl das Anschreiben als auch das Antragsformular zum Bezug von konventionellem Futter erhalten. Im Anschreiben der Zertifizierungsstelle habe ich einen sehr „interessanten“ Satz gefunden:

„Die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung für die Verwendung von nichtökologischem Raufutter wird weder von den Öko-Kontrollstellen, den Bio-Anbauverbänden, dem LANUV, dem MULNV noch von der LWK NRW aktiv kommuniziert. Nur diejenigen Betriebe, die sich von sich aus melden, erhalten die entsprechenden Informationen“.

Auch die Frage, was bei der Beschaffung zumutbar ist, wird beantwortet:

„Solange Angebote an ökologischem Raufutter vorliegen, wird von den Bio-Anbauverbänden geprüft, ob diese in zumutbarer Entfernung verfügbar sind. Als zumutbar wird bei Quaderballen 200 km und bei Rundballen 100 km festgelegt.“

(Fragen Sie mich nicht, warum ein Unterschied bei der Ballenform gemacht wird.)

Der Antrag des Bio-Bauern. der über seinen Verband an die zuständige Behörde weitergeleitet wird, umfasst 5 Seiten. Es ist unter anderem der Tierbestand der letzten 4 Jahre, die aktuellen Vorräte an Raufutter, der normale und der jetzt erwartete Ertrag, der voraussichtliche Zukauf von ökologischem und konventionellem Futter bis 2019 anzugeben und noch einiges mehr. Dies alles wird geprüft und dann entschieden, ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird. Laut Auskunft der Zertifizierungsstelle kostet die Antragsstellung 140 €.

Da ich die Person, die mir diese Auskünfte gegeben hat, schützen möchte, habe ich die Quellen und Formulare nicht eingefügt. Sie liegen mir aber vor.

Auch noch lobend zu erwähnen ist, dass meine Kontaktperson nicht nachvollziehen kann, warum man in einer solchen Notlage solche bürokratischen Hürden aufbaut. Dem kann ich mich nur anschließen.

Euer Bauer Willi

 

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65 Kommentare

  1. Thomas Stockert sagt

    Wenn Bio-Betriebe nicht mehr mit der eigenen Fläche ihr Vieh ernähren können, dann ist sicher der Besatzdichtefaktor zu groß und es handelt sich auch hierbei um Massentierhaltung, oder Herr Habeck ???

    Die Biobetriebe werden ohnehin verhätschelt und bekommen neben der Flächenprämie, die jeder erhält, noch ne satte Bioprämie , dazu noch geld aus irgendwelchen Umweltprogrammen, die speziell auf extensive Biobetriebe zugeschnitten sind. Und damit nicht genug, sind bei gleicher Qualität die Erzeugerpreise mehr als doppelt so hoch. Und nebenbei gibt’s noch die kostenlose Propagnada auf allen Kanälen. Das fängt schon bei den Kleinsten in der Schule an.

    Natürlich weiß von unserem ach so schlauen städtischen Bildungsbürgertum niemand, dass bei knapp halben Erträgen die Tonne Weizen im Biobereich gut viermal so hoch subventioniert ist, und dass auch der Flächen-, Wasser- und Nährstoffverbrauch/-verlust deutlich höher ist. Das gleiche gilt für den Treibstoffverbrauch. Da ist halt nichts mit Low-Till oder konservierender Bodenbearbeitung, wenn ich die Ungräser und Unkräuter nur mechanisch bekämpfen darf.
    Warum wächst denn so wenig auf den Bioflächen, wenn alles so umweltfreundlich und nachhaltig ist?

    Wer als Biobetrieb einen Futterengpass hat und auf Zukauf von einem nicht biozertifizierten Betrieb angewiesen ist, soll für sein Futter eben auch Biopreise zahlen oder alternativ einen Teil seiner Viecher schlachten. Aber so wie ich das lese, wird da hinter den Kulissen wieder ganz schön gemauschelt. Es soll schließlich keiner mitkriegen, dass die Bio-Tiere konventionelles Futter, das sicher auch nicht schlechter schmeckt, zu fressen bekommen.

    Wer so viele Privilegien genießt und immer gern die Hand aufhält, für den darf es auch keine Ausnahmen geben.
    Ich habe fertig!

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    • Mr Tom sagt

      Dürre hin oder her – die Biobranche wird so lange mit dem Heiligenschein durch die Gegend laufen, so lange die Supermarktregale von der konventionellen Nahrungsmittelproduktion gefüllt werden.
      Noch haben wir zu wenig Biolandwirtschaft und zu sichere Nahrungsmittelvorräte, als dass unserer Gesellschaft vor Augen geführt wird, welch eine Ressourcenverschwendung mit einer solch ineffizienten Wirtschaftsweise einhergeht.

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      • Inga sagt

        Mal sehen, wie es mit den Wetterextremem weitergeht.

        Jedenfalls bringen die in jedem Fall Minderertrag.

        Und dann wird man sehen!

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    • Mr Tom sagt

      Die Biolandwirtschaft wird mit ihrem Heiligenschein durch die Gegend laufen können, so lange die konventionelle Nahrungsmittelbranche für volle Supermarktregale sorgt.
      Aber die Biobranche ist auf einem guten Weg.
      Zur Zeit ist ein Umstellungshype wie nie zuvor zu beobachten – meiner Meinung nach sägen die Bio´s an dem Ast, auf dem sie sitzen und zerstören sich über kurz oder lang von selbst.
      Darüber hinaus wird die konventionelle Landwirtschaft, insbesondere der Pflanzenschutz weiterhin dämonisiert und es ist zu erwarten, dass der Kahlschlag weitergeht.
      Vielleicht sind wir ja am Ende alle Biobauern, was nichts anderes bedeutet, als dass wieder alle konventionell sind……

      Wir sehen es schon bei der Energiewende: Überschüssigen Strom aus Erneuerbaren müssen wir verramschen, fehlenden Strom beziehen wir teilweise aus ausländischen AKW´s, weil Stromspeicher bisher nur grüne Wolkenkuckuksheime sind. Wenn es dann doch einmal zum Blackout kommt, wird es vielleicht ein teures Vergnügen für die Allgemeinheit – mehr nicht.
      Sollten tatsächlich mal Nahrungsmittel auf Grund grüner Phantastereien knapp werden, können wir nur hoffen, dass wir uns mit dem Rest der Welt noch einigermaßen vertragen.
      Die Generation, die noch davon erzählen kann, was es bedeutet, Hunger zu leiden stirbt leider nach und nach weg.
      Einem Großteil unserer Gesellschaft würde es wohl nicht schaden, mal richtig zu hungern und für ein Stückchen Brot dankbar zu sein.

      Ich hoffe trotz allem, dass es nie wieder so weit kommt.

      3+
      • Wenn die Landwirtschaft EU-weit nur noch nach Biostandards produzieren würde, gäbe es weder Überangebot noch Überschüsse zum Verramschen auf dem Weltmarkt, die europäische Selbstversorgung wäre sicherlich schwierig genug. Lebensmittel und Agrarerzeugnisse würden dann wesentlich teurer bezahlt. Wäre das so schlecht für die Bauern? Mit Moral und Heiligenschein hat das nichts zu tun, es ist einfach betriebswirtschaftlich vernünftig, Bioqualität für den Binnenmarkt zu erzeugen statt Masse für den Weltmarkt.

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        • obstbäuerin sagt

          Von woher käme dann aber in solch einer Lage, wie wir sie jetzt haben, das Futter für die Bio-Tiere, Tilman? Da es mit der Nachhaltigkeit in diesem Teil der Branche etwas schlecht bestellt ist zur Zeit, muss ja der konventionelle Bauer aushelfen. Ob es betriebswirtschaftlich wirklich vernünftig ist nur noch 30-40% der möglichen Erträge zu produzieren halte ich zumindest für fragwürdig.

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          • Wie an anderer Stelle bereits gesagt: bevor Futter für Biobetriebe bei konventionellen Viehhaltern abgezweigt wird, die es ja auch nicht im Überfluss haben, sollte erst einmal die Verstromung von Mais in Biogasanlagen sofort unterbunden werden, damit dieser Mais/diese Biomasse unbürokratisch für die Viehhaltung zur Verfügung gestellt werden kann, für beide, Bio- und konventionell.

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            • Brötchen sagt

              Die Anlagen sind,wenn sie finanziert sind, darauf angewiesen eine hohe Auslastung zu haben. Ansonsten verursacht das hohe Kosten und pleite droht. Außerdem ist der betrieber auf die Einnahmen angewiesen. Viele Betriebe im Osten haben die letzten Jahre auch von diesen Einnahmen gelebt, vor allem die Tierhaltung. Gut für die ist es deren Sache, wie das Substrat genutzt wird.

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            • Obstbäuerin sagt

              Das halte ich auch für sinnvoll, jedoch müssten die Bauern, die in Biogasanlagen (eine Idee der Grünen) investiert haben, dafür entschädigt werden.

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            • @Brötchen: Das ist sicher richtig. Das eigentliche Problem liegt ja tiefer: Durch Interventionismus und Förderung hat der Staat die Flächenkonkurrenz richtig angeheizt, Biogasverstromung wird durch dass EEG gefördert, die Milcherzeugung auf anderem Wege.
              Der lachende Dritte ist immer der Grundbesitzer, der über steigende Pachten den Rahm abschöpfen kann. Nun könnten die Milchbauern den Mais gebrauchen, der für Biogas angebaut wurde. Wegen des knapperen Biomasseangebots in Verbindung mit zusätzlicher Nachfrage würden die Kosten für beide steigen, Biogasanlagen und Milcherzeuger. Der Staat kann mit zusätzlichen Subventionen beide entschädigen, der lachende Dritte ist immer der Grundbesitzer, der über steigende Pachten und Flächenpreise den Rahm abschöpfen kann. So treibt die Subventionsspirale die Kosten für die Allgemeinheit immer weiter nach oben. Wenn die Politik in dieser Situation die Prioritäten zugunsten der Viehhalter setzte, wären nur die Biogasbetriebe zu entschädigen, z. B. nach dem Vorbild abgeschalteter Windkraftanlagen. Die Kosten trägt meines Wissens der Stromverbraucher über die Strompreise. Im Kern geht es darum, den Bauern nicht mit zusätzlichen Milliarden zu helfen, sondern mit preiswertem Futter aus dem Inland. Und die Kosten der Dürre sollte der Verbraucher tragen, nicht der Staat oder der Steuerzahler.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Glauben sie ernsthaft,
          dass andere EU Länder ihre Bürger dem Hungerrisiko aussetzten.?

          In meinen Augen ist das pure Illusion.

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          • Inga sagt

            Ja,
            ich habe vor vielen Jahren gelesen,

            dass die vielen Halten von Nahrungsmittel auf Lager auch für Notzeiten vorgesehen waren. Das hat dem Staat ganz schön viel Geld gekostet.
            Die Landwirtschaft war so leistungsfähig, dass man entschlossen hat, dieses Geld, was das Lager kostet, den Bauern geben sollte und müssen dafür dann die Natur in der Flur in Ordnung halten.
            So kam das Stillegungsgesetz!

            Lieber Naturschutz betreiben, als Überfluß verwalten.

            Oder?

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            • Entschuldigung, aber glauben Sie bitte nicht, dass es für andere immer einfacher ist als für Landwirte. Ich habe keine Firma mehr, mein Mitgesellschafter wollte die Rücklagen der Firma nach 15 Jahren nicht teilen, sondern für sich haben, und weil er die Mehrheit hatte, konnte er mich rausekeln. Zwar habe ich mein Geld herausbekommen, aber dieses zur Altersversorgung aufgebaute Kapital wurde durch Steuern, Gerichts- und Anwaltskosten ganz schön geschmälert. Aber ich bin frei, habe genug zum Leben und kann mich an Familie, großem Garten und Natur sowieso mehr erfreuen als an Kreuzfahrten oder Urlaub auf den Malediven. Deshalb kann ich mich nicht beklagen!

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          • Nein, lieber Ehemaliger, ich glaube auch nicht, dass andere EU Länder ihre Bürger dem Hungerrisiko aussetzen würden. Mir geht es nicht um Bio oder konventionell, sondern um höhere Erzeugerpreise für Bauern. Euer Berufsstand sollte sich selbst mal Gedanken machen, wie man von einem strukturellen Überangebot weg und durch Angebotsverknappung zu höheren Preisen kommen kann. Stattdessen hört man aber auch aus der konventionellen Ecke immer nur die Forderung nach dem Staat.
            Bio kann auch eine Strategie zur Angebotsverknappung sein.
            Aber bleibt nur auf dem Sofa, jammert, schimpft auf Bioillusionen und ruft nach dem Staat – höhere Erzeugerpreise werdet Ihr damit ganz sicher nicht durchsetzen.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Die meiste ausländische BIO Milch kommt nach meiner Erkenntnis aus Österreich, warum können die exportieren, weil die Österreicher selbst nicht genug Bio Milch verbrauchen.

              Die Schwarzwaldmilch nimmt keine neuen BIO Lieferanten mehr auf, weil sie mehr BIO Milch im Markt NICHT zu vernünftigen Preisen unterbringen kann.

              Zur ihrer Kenntnisname, ich bin ehemaliger Landwirt und meine Kinder haben andere Berufe gewählt, Berufe denen nicht täglich an das Hosenbein gepinkelt wird

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            • Ich verstehe das sehr gut, aber bei mir ist es umgekehrt, ehemaliger Landwirt: ich bin kein Landwirt, würde mich aber freuen, wenn eines meiner Kinder diesen Beruf wählen würde. Denn es gibt nichts Sinnvolleres als Landwirtschaft und es wird nach dem Ende des Erdölzeitalters wieder Bauern geben müssen, sonst wird es schwierig… Siehe auch https://liegeboxen.de/duerre-und-bauern/

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Schön wäre es wenn eines ihrer Kinder den Beruf Landwirt erlernen würde, dann wäre zumindest ein Betrieb gerettet, am besten wäre es in einer Mittelgebirgslage, dann hätte die Bewohner auch was davon.

              Sie schreiben dass sie für Rinder Liegematten hergestellt haben und dies nicht mehr tun.
              Für sie und ihrer Firma ist es einfach, sie produzieren was anderes, der Landwirt muss seine seine natürlichen Gegebenheiten berücksichtigen.

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        • Mr Tom sagt

          Für die Bauern wird die Katze am Ende auf den gleichen Füßen laufen, die Erzeugnissen werden so bezahlt, dass die gut geführte Betriebe auch gut verdienen und die weniger Guten genauso am Rande der Existenz kratzen wie eben jetzt auch.
          Den Akademiker, der im Loft Biowein süffelt und über eine bessere Welt philosophiert, werden ein paar Euro mehr für Grundnahrungsmittel auch nicht weiter stören.
          Bei Geringverdienern oder sozial Benachteiligten würden höhere Lebensmittelpreise sehr wohl auf die Lebensqualität durchschlagen. Dort dürfte es schon schmerzvoller werden, wenn man an anderer Stelle, sei es der Kinobesuch, das Schwimmbad oder im Restaurant den Euro zweimal umdrehen muss. Da im Kino, Schwimmbad, oder Restaurant auch nicht unbedingt Spitzenverdiener beschäftigt sind, wären diese gleich auch noch die leidtragenden dieser Entwicklung.
          Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Der Grundpfeiler unseres Wohlstands ist letztendlich eine leistungsfähige Urproduktion samt Industrie. Für die Theoretiker: Das ist dort, wo man sich mitunter schon auch mal die Hände bei der Arbeit schmutzig macht.
          Und was die „Bioqualität“ angeht: Ich esse was mir schmeckt, wenn mir zufällig ein Bioprodukt schmeckt – na warum nicht?
          Aber nur weil bio drauf steht, bedeutet es für mich keinesfalls gesünder – ich hab vom Fahrersitz meines Mähdreschers schon genug Biogetreide mit Begleitvegetation gesehen, welches ich eher nicht hätte essen wollen – aber wenn bio drauf steht, kann ja nur Qualität drin sein, gelle

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        • fingerphilosoph sagt

          „Betriebswirtschaftlich vernünftig“ ist nicht identisch mit BIO. Ein Bioladen ist nichts anderes als die missglückte Kopie eines Supermarkts. Der Bioladen ist voll von Waren, die nicht regional sind. Es gibt da Kokosfett, indische Gewürze, grünen Tee, Chiasamen, Amaranth, 25 Sorten Reis, Sojaprodukte aller Art, Bananen, Orangen, Feigen etc. etc. Alles sehr gesund, aber weder regional noch umweltfreundlich in der Erzeugung.
          BIO versteht sich global, nicht regional. Dafür gibts ja dann FAIR TRADE, wobei das Geld, das der Verbraucher mehr bezahlt, zum geringsten Teil bei den Bauern in Südamerika oder Indonesien landet, sondern bei den Herstellern von FAIR-TRADE-Etiketten. Vegan und regional schließen sich sowieso gegenseitig aus.

          Es ist richtig, dass je mehr Menschen BIO kaufen, desto mehr sich BIO der konventionellen LW wieder annähert und desto mehr getrickst wird. Es ist richtig, dass BIO Fungizide und Insektizide verwendet, die heute womöglich gar keine Zulassung mehr bekommen würden.

          Die Menschen, die BIO kaufen, sind nicht bereit, auf irgendwas zu verzichten. Die wollen ALLES: die optimale Ernährung, das bequeme Leben und die heile Natur. Die kaufen sich ein E-Bike, haben aber gleichzeitig ein Auto in der Garage. Die zersiedeln die Landschaft, weil sie im Grünen wohnen und gleichzeitig in der Stadt ihren Lebensunterhalt verdienen. Ich gehe jede Wette ein, dass Menschen, die in BIO-Läden einkaufen, im Verhältnis zu ihrer Anzahl überdurchschnittlich häufig in Flugzeugen sitzen.
          Das mit dem Heiligenschein sehe ich deshalb genauso.
          BIO ist heute in erster Linie ein Statussymbol.

          „Betriebswirtschaftlich vernünftig“ wäre ein anderer Ansatz, der von BIO deutlich abzugrenzen wäre.

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          • Was für Bioläden oder Supermärkte betriebswirtschaftlich vernünftig ist, ist die eine Sache; was für landwirtschaftliche Betriebe vernünftig ist, ist eine andere Sache.

            Betriebswirtschaftlich vernünftig kann es für landwirtschaftliche Betriebe sein, für regionale Märkte, Biomarken oder Direktvermarktung zu produzieren statt für den Weltmarkt. Betriebswirtschaftlich vernünftig ist es sicher auch, Produkte zu erzeugen, bei denen es kein strukturelles Überangebot gibt. Wenn 30 % des (wachsenden) deutschen Bedarfes an Biomilch aus den Nachbarländern gedeckt werden müssen, gibt es hier offensichtlich noch kein Überangebot aus heimischer Erzeugung.

            Es war sicher irreführend und sehr verkürzt, diese Überlegungen einfach unter der Bezeichnung „Bio“ als betriebswirtschaftlich vernünftig zusammenzufassen. Ich entschuldige mich in aller Form!

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            • fingerphilosoph sagt

              Wenn 30% des deutschen Bedarfs an Biomilch aus Nachbarländern gedeckt werden, heißt das nicht, dass es kein Überangebot aus heimischer Erzeugung gibt, sondern dass im Ausland Biomilch billiger produziert wird. Mir ist so was in Erinnerung, dass deutsche Milchbauern, die Biomilch produzieren, abgelehnt wurden, weil angeblich noch mehr Biomilch nicht vermarktet werden kann.

              Für den einzelnen Hof kann es sich ja schon rechnen, wenn er Soja aus Südamerika importiert und dafür Schweinefüße nach China exportiert. Die Unvernunft steckt nicht im einzelnen Hof, denn für sich genommen, versucht jeder Hof, betriebswirtschaftlich vernünftig zu agieren.

              Die Unvernunft im Komplex Nahrungsmittelproduktion und nicht nur da entsteht doch eben gerade dadurch, dass viele Einzelne, jeder für sich genommen, durchaus vernünftig handeln, was dann aber in der Gesamtheit zum absoluten Globalisierungs- Irrsinn wird. Und das alles vor dem Hintergrund, dass die fossilen Brennstoffe ausgehen. Die Unvernunft entsteht dadurch, dass reale Werte wie Land, Haus, Hof über einen virtuellen Geldwert und Geldspielchen ins Gegenteil verkehrt und zu einer Last werden. Und dass sich Vernunft offenbar an Geld festmacht und nicht an realen Werten.

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          • Ich komme nicht aus dem LEH und habe deshalb keine belastbaren Erkenntnisse zum Konsumverhalten einzelner Berufsgruppen oder zu den Zusammenhängen zwischen parteipolitischer Orientierung, Einkommen, akademischer Bildung, Biokonsum und Flugzeugbenutzung.

            Aber auch nach meinen Maßstäben kann nur regionale Erzeugung und Vermarktung vernünftig sein, egal ob Bio oder konventionell.

            Ich bedaure sehr, dass in diesem Forum sehr oft konventionell gegen Bio oder Bio gegen konventionell gespielt wird. Die Landwirtschaft schwächt sich mit dieser internen Streiterei nur.

            Das Verhängnis für alle Bauern in der ganzen Welt sind Weltmarkt und Globalisierung. Nicht nur, weil der weltweit billigste Anbieter immer die Preise vorgibt, sondern vor allem, weil das allgemeine Bewusstsein sich verändert. Es gibt keine Verantwortung mehr, wenn man die Folgen des eigenen Handelns globalisieren kann. Der Sinn für elementare Zusammenhänge, für Ursache und Wirkung, kommt der Menschheit abhanden, leider nicht nur den Grünen.

            Und der einzelne Landwirt muss seinen Betrieb da durchsteuern wie zwischen Skylla und Charibdes. Auf der einen Seite drohen Illusionen und Spinner, auf der anderen Seite der Weltmarkt und der thermodynamische Kollaps. Zum Glück ist es ja weder Deine noch meine Aufgabe, uns den Kopf der Landwirte zu zerbrechen.

            Ich wüsste nur mal gerne, wie die selber in dieser Gemengelage überleben wollen.

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        • Thomas Stockert sagt

          Der Bioanbau ist eine Ressourcenverschwendung par excellence und wird nebenbei noch sehr teuer bezuschusst. Das kann niemals ein Mustermodell sein.
          Sehr viel billiger wäre es, sich am ökologischen und wirtschaftlichen Optimum zu orientieren, d.h. (flache) Mulch- und Direktsaat (mit Hilfe von Glyphosat), flexible Düngung n. Entzug und Ertragserwartung, Pflanzenschutz nach Bedarf, regelmäßiger Anbau von Zwischenfrüchten bzw. in Trockenlagen auf schwächeren Böden auch mal eine einjährige Flächenstilllegung/-begrünung zur Humusanreicherung.
          Wenn darüber hinaus immer noch hohe Überschüsse produziert werden, die schwache Erzeugerpreise nach sich ziehen, kann man auch jederzeit mal auch für einen längeren Zeitraum Flächen stilllegen oder aufforsten (vornehmlich die ertragsschwächeren Böden).
          Wir können uns allerdings nicht vollständig vom Weltmarkt abkoppeln. Das ist die naive Vorstellung der Biojünger, die in ihrer eigenen Blase leben. Bio hat international nur eine gering Bedeutung und spielt an den Börsen praktisch keine Rolle.
          Dieses künstlich geschaffene zweite Markt (Bio), der nur in wenigen westeuropäischen Ländern eine Rolle spielt, konnte sich doch nur etablieren, weil die Lebensmittelpreise aufgrund der hohen Produktivität unserer Landwirtschaft und der Marktmacht der Einzelhändler einfach sehr günstig sind, und weil eben hier ein zahlungskräftiges Klientel vorhanden ist, denen man mit sehr viel Propaganda und allerlei unseriösen Versprechen (mehr Tierwohl, mehr Biodiversität, gesündere Umwelt, Nachhaltigkeit etc.) das Geld aus der Tasche ziehen kann. Und Bioprodukte, die sich nicht jeder leisten kann, sind halt auch eine Form von Lifestyle. Auch damit kann sich der politisch korrekte Grünen-Wähler vom Pöbel abheben.

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          • Mir ist alles recht, was den Landwirten eine Perspektive auf kostendeckende Erzeugerpreise und Gewinn eröffnet. Dazu sollte die EU meinetwegen ressourcenschonende Produktionsstandards vorschreiben, mit denen die Selbstversorgung der EU mit eigenen Nahrungsmitteln gesichert werden kann. Ressourcenschonend ist ein treffendes Kriterium, mit dem sich alle Landwirte identifizieren können sollten, egal ob Bio- oder konventionell. Agrarpolitik sollte nicht von Ideologen und Volksverdummern gemacht werden, sondern von Land- und Volkswirten, aber das bleibt wohl ein frommer Wunsch. Aber in allen Bereichen Volkswirtschaft müssen eigene Sozial-, Umwelt- oder Qualitätsstandards durch einen gewissen Protektionismus geschützt werden, sonst verlagert man die Drecksarbeit doch nur in andere Erdteile.

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  2. Bio Kontrolleurin sagt

    Ich bin selbst Bio-Kontrolleurin und schüttele den Kopf vor diesen Ausnahmegenehmigungswahn… Die Konventionellen haben hier in SH ja auch kein Futter (sofern sie selbst Tierhalter sind), was bringt da die ANG für konventionellen Futterzukauf?

    Übrigens: Konventionelles Stroh ist sowohl bei Bio-Betrieben als auch Verbandsbetrieben (ich spreche hier nicht für Demeter, da ich den Verband nicht prüfe) erlaubt, allerdings nur als Einstreu (kann aber durchaus sein, dass es Bundesländer mit Ausnahmen gibt)

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  3. BerndK sagt

    Wow @Willi investigativer Journalismus inklusive anonymen V-Mann „at his best“. Aber mal ganz ehrlich: Wenn ich dieses Jahr Biobauer wäre, würde ich es darauf ankommen lassen und nicht meine Tiere evtl hungern lassen, nur weil ein Bürokratenkopf mit irgendwelchen Restriktionen droht und geierig auf irgendwelche Formulare ist. Tierwohl ist da wohl erstrangig (auch juristisch, da bin ich mir sicher). Und für den Abnickservice noch eine Bearbeitungsgebühr zu verlangen ist unverschämt. Vielleicht sollte man den NGOs mal nen Tip geben……..(:

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  4. BauerL sagt

    Ich kenne einen Biobetrieb der grundsätzlich Konventionelles Stroh zukauft, die Rinder des Betriebes fressen das immer auf, lieber als ihr bio Zeug, das sagt ja auch einiges… die biobetriebe sind froh wenn sie mal besseres Futter bekommen!

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    • Bauer Willi sagt

      Normales Stroh zukaufen ist erlaubt, wenn es EU-Bio ist und der BioBauer in keinem Verband. Auskunft der Zertifizierungsstelle.
      Bauer Willi

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    • Inga sagt

      Fressen die Rinder auch Stroh?
      Ich dachte nur Heu und Haferstroh!

      Aber hartes Weizenstroh?

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  5. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin mein erster Versuch einen Link zusetzen ist leider fehlgeschlagen. Willi bitte löschen.

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  6. Biobetriebe können ihr Futter nicht auf dem Weltmarkt beschaffen, Futterknappheit kann hier nur zu Lebensmittelverknappung und höheren Erzeugerpreisen führen. Man sollte lieber einmal darüber nachdenken, ob es bei solcher Dürre und Futterknappheit noch sinnvoll sein kann, in Europa mit amerikanischem Kraftfutter konventionelle Milch für den Export nach China zu erzeugen: „Deutlich zulegen werden 2018 auch die Trinkmilcheinfuhren Chinas, die bei 750.000 t gesehen werden. Der größte Teil dieser Menge kommt aus der EU.“ (DLG-Mitteilungen 8/2018). Das heimische Futter sollte lieber den Biobetrieben unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden.

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    • Peter sagt

      „Biobetriebe können ihr Futter nicht auf dem Weltmarkt beschaffen, Futterknappheit kann hier nur zu Lebensmittelverknappung und höheren Erzeugerpreisen führen.“

      Das führt zunächt einmal zu höheren Kosten für den Erzeuger! Andere Preise möchte der Erzeuger sicher gern durchsetzen…wird er aber nicht. Der LEH bezieht dann „BIO“ aus anderen Quellen.

      9+
      • @Peter: auf welche Quellen soll der LEH denn ausweichen? Immer mehr Verbraucher legen Wert auf regionalen Ursprung, bei Biomarken schon gar. Angeblich wird fast ein Drittel des deutschen Verbrauchs an Biomilch aus den Nachbarländern importiert, weil die hiesige Erzeugung nicht den Bedarf deckt. Dürre und Futtermittelknappheit herrscht auch bei unseren Nachbarn, außerdem kann die Biomilchproduktion auch dort nicht kurzfristig hochgefahren werden.
        Biomilch aus Neuseeland oder Mexiko wäre dem Verbraucher wohl kaum zu vermitteln, obwohl….
        Nein, liebe Leute: wer als Milcherzeuger an die Vorteile der Globalisierung glaubt und die eigene Überschussproduktion in den Weltmarkt verkaufen will, muß natürlich in Kauf nehmen, dass sein Verarbeiter in schwierigen Jahren die Milch irgendwo anders kauft und notfalls aus China einfliegt.
        Alle anderen sollten bei und mit ihren Verarbeitern höhere Erzeugerpreise durchsetzen, um steigende Futtermittelkosten aufzufangen. Der Ruf nach dem Staat als Retter in der Not macht Euch bei den Verbrauchern nicht beliebter.

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        • Peter sagt

          @Tilmann Ziegler/ Sie sind ein lustiger Mensch. Erst stellen Sie meinen Kommentar in Frage und dann beantworten Sie Ihren Irrtum selbst:

          „Biomilch aus Neuseeland oder Mexiko wäre dem Verbraucher wohl kaum zu vermitteln, obwohl….“

          Ich kann mir zwar nicht erklären, wie wie Sie mich mit der Milcherzeugung in Zusammenhang bringen, aber nehmen wir mal an es ist so: Dann produziere ich Milch als Rohstoff, welcher an eine Molkerei geliefert wird. Milch wird dort in seine Bestandteile zerlegt und je nach Produkt (das ist nachher das Lebens- oder Genussmittel) wieder zusammengesetzt. Dafür gibt es sogar eine eigene Berufsbezeichnung: Milchtechnologe. Wo und wie da Überschüssen entstehen sollen, darauf habe ich keinen Einfluss. Letztlich kann immer noch Milchpulver hergestellt werden. Ich würde es wesentlich anständiger finden, wenn dieses von unseren Steuergeldern nach Distrikt 12 oder Zone 9 geliefert wird, als Waffen und uniformiertes Personal. Die Frage nach dem Biostandard ist fürs Überleben nicht mehr so wichtig.

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          • Beim Beispiel Milch bin ich nur geblieben, weil zu Anfang dieses Diskussionsstranges davon die Rede war. Trinkmilch global zu handeln wäre m. E. ähnlich verrückt wie der weltweite Austausch von Mineralwasser oder Getränken, die zu einem hohen Anteil aus Wasser bestehen. Dies erst zu verdampfen, um vor Ort ein Konzentrat mit örtlichem Wasser wieder anzurühren, ist sicher nicht weniger energieaufwendig als der weltweite Transport großer Wasservolumina. Wie sich so etwas mit Klimazielen vertragen soll, verstehe ich nicht. Aber an deren Erreichbarkeit glaubt sowieso niemand. Nur: Bioverbraucher, denen es wirklich um Energieeinsatz und Ökologie geht, kaufen keine Biolebensmittel aus Übersee, daran kann auch die Lebensmitteltechnologie nichts ändern. Aber vielleicht sind solche Zusammenhänge dem Wohlstandsverbraucher nicht mehr zu vermitteln, ich weiß es nicht. Ich verstehe jedenfalls nicht, welchen Widerspruch sie mir eigentlich vorwerfen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ach so, konv. Betriebe sollen ihre Tiere schlachten und ihr Futter den Bio -Betrieben zur Verfügung stellen?

      Muss man für so eine Idee studiert haben, oder reicht die Hauptschule?

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      • Wo haben Sie denn diesen Vorschlag gelesen? Ich finde ihn auf dieser Seite nicht.
        Mais bzw. Biomasse wird in unserer Gegend in großem Umfang für Biogasanlagen angebaut. Dieser Mais sollte in einem solchen Jahr Viehhaltern zur Verfügung stehen, egal ob konventionell oder Bio.
        Mir fällt zunehmend auf, dass Diskussionsteilnehmer in diesem Forum nur sehr flüchtig lesen und lieber beifallheischend Spott oder Vorurteile auskotzen, statt sich mal etwas ernsthafter und gründlicher zu bemühen, Gedankengänge und komplexere Zusammenhänge zu verstehen. Schade!

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Dann lesen sie ihre Beiträge nochmals durch:

          Zitat Tilman Ziegler

          Biobetriebe können ihr Futter nicht auf dem Weltmarkt beschaffen, Futterknappheit kann hier nur zu Lebensmittelverknappung und höheren Erzeugerpreisen führen. Man sollte lieber einmal darüber nachdenken, ob es bei solcher Dürre und Futterknappheit noch sinnvoll sein kann, in Europa mit amerikanischem Kraftfutter konventionelle Milch für den Export nach China zu erzeugen: „Deutlich zulegen werden 2018 auch die Trinkmilcheinfuhren Chinas, die bei 750.000 t gesehen werden. Der größte Teil dieser Menge kommt aus der EU.“ (DLG-Mitteilungen 8/2018). Das heimische Futter sollte lieber den Biobetrieben unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden.

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          • Ja, und? Die Schlußfolgerung daraus ist doch nicht, dass man konventionellen Betrieben ihr Futter wegnimmt, um es Biobetrieben zu geben? Erklären Sie mir doch bitte einmal, wie in Deutschland trotz Futtermangel und höherer Kosten noch Milchüberschüsse für den Export nach China produziert werden können. Und für die höheren Kosten sollen die Milcherzeuger durch den Steuerzahler entschädigt werden? Wenn es noch Reste von Marktwirtschaft gäbe, würde die Milch im Binnenmarkt in einem Dürrejahr knapper und teurer und höhere Kosten würden durch höhere Erzeugerpreise kompensiert. Das gilt für Bio genauso wie für konventionell. Als Verbraucher zahle ich gerne mehr für regionale Milch, aber ich bin als Steuerzahler nicht bereit, die Weltmarktideologie der Verarbeiter zu subventionieren.

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  7. Sandra Harms, die Frage stelle ich mir auch des öfteren, wenn ich von Bio- Betrieben höre die Flächen im Umkreis von 150 Km zusammen gepachtet haben….Meiner Meinung nach bleibt da die Ökologie auf der Strecke und bei Futterknappheit wird die Strecke mit Sicherheit noch länger.
    Solche Vorzeigebetriebe diverser Bioverbände sind nur auf Prestige und Profit ausgelegt….
    Ich ziehe den Hut vor den sogenannten Familienbetrieben im Bio Bereich aber ab einer gewissen Größe sehe ich da kein Bio mehr aber für solche so genannten Vorzeigebetriebe ist es mit Sicherheit einfacher auf die Futterknappheit zu reagieren, auch mir Hilfe von Verbandsseite her.
    Das kann ich nicht belegen aber…wenn man Augen und Ohren offen hält…..
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Weber

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    • gertrude mair sagt

      ab einer gewissen größe ist es nicht mehr BIO??? was ist das denn für ein schwachsinn?
      bio bezieht sich auf verzicht von düngemittel, herbizide, fungizide, pestizide und bessere haltebedingungen für die tiere, nicht auf die größe des betriebes! außerdem haben biobauern eine viel anspruchsvollere fruchtfolge als konventionelle.

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Frau Mair, wenn das zutreffen würde, gäbe es keine Bio-Äpfel. Im Bio-Obstanbau werden Fungizide gegen Pilzbefall und »Pestizide« gegen Schädlinge gespritzt. Es sind nur andere als im konventionellen Anbau aber nicht weniger giftig. Leider wird dem Kunden noch immer eine heile Bio-Welt vorgegaukelt, die es in der Realität nicht gibt.

        7+
        • Inga sagt

          Hallo Obstbäuerin,

          „Es sind nur andere als im konventionellen Anbau aber nicht weniger giftig. “

          Nicht weniger giftig?
          Ich dachte die Pflanzenschutzmittel im Bioanbau sind auch für den Bioanbau zugelassen, oder?
          Das geht doch bestimmt nach anderen Kriterien als im konventionellen Anbau, oder?
          Aber vielleicht ist da wegen dem Integrierten Pflanzenschutz nur ein geringer Unterschied, oder?

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          • Obstbäuerin sagt

            Wenn ich Schädlinge wirkungsvoll beseitigen will, damit sie mir meine Ernte nicht verderben, muss ich sie entweder fernhalten oder umbringen. Das geht mit Bio-Mitteln nicht ganz so wirkungsvoll, deshalb muss der Biobauer sehr viel öfter auf der Spritze sitzen. Auch er lebt von dem, was er erntet.

            3+
        • Inga sagt

          Die Größe des Biobetriebes spielt bestimmt keine Rolle,

          nur die Entfernung der einzelnen Äcker, die zu ihm gehören, das wird eine Rolle spielen, oder?

          „bio bezieht sich auf verzicht von (künstlich erzeugtem) düngemittel ,
          herbizide, fungizide, Insektizide“
          Die 3 letzten Namen könnte man begriffsmäßig unter Pestizide zusammen fassen!
          Journalisten machen das gerne,
          weil sie ja nicht von dem Fach sind!!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Werte Frau Mair, was ist
        Kupferhydroxid,
        Schwefel,
        Kaliumhydrogencarbonat,
        Azadirachtin,
        Bacillus thuringiensis subspecies aizawai Stamm ABTS-1857,
        Pyrethrine,
        Spinosad?

        Das sind Fungizide und Insektizide, alle in BIO Betrieben erlaubt und wenn sie den Oberbegriff Pestizide noch erwähnen, dann Zeugt dies, dass ihr Fachwissen nicht besonders ausgeprägt ist um es mal vorsichtig auszudrücken.

        6+
      • bauerhans sagt

        „bio bezieht sich auf ……bessere haltebedingungen für die tiere“

        dick eingestreute tiere sehen schön aus,das spricht die emotionen an,tatsächlich sind die verluste höher.

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  8. Christoph Schräder sagt

    Vielleicht jetzt einfach mal Herrn Flintzen vom WDR fragen, er wusste doch neulich in seinem Tagesthemenkommentar genau, wie toll es ist Biobauer zu sein ! Aber Sarkasmus beiseite. einfach mal die Ideologischen Schranken aus den Köpfen und Futter organisieten wo es werlches gibt…,wenn es denn überhaupt was gibt.

    3+
  9. bauerhans sagt

    hier wirtschaftet ein demeter-gemüsebetrieb ohne vieh und tauscht sein kleegras gegen stallmist mit einem ca. 70km entfernten demeter-betrieb mit vieh.
    (ein konventioneller betrieb aus rhein-main bewirtschaftet flächen in der magdeburger börde und fährt die ca.400km mit dem schlepper hin und her)

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  10. Sandra Harms sagt

    Willi
    der unterschied zwischen quader und rund ballen beim transport ist, die form. quaderballen lassen sich eben besser stapeln und somit das volumen eines lkw besser ausnutzen, folglich höhere auslastung = Geringere kosten…

    die frage die sich mir stellt , was ist noch ökologisch daran heu und stroh bis zu 200km durch die gegend zu kutschen,kann sicher niemand sinnfoll beantworten….

    10+
    • Frank Tietjen sagt

      Sandra Harms als ich vor ein paar Jahren über den Maschinenring Stroh gekauft habe, kam dieses per Lkw aus Sachsen-Anhalt zu mir nach Bremerhaven. Ein wenig verwundert war ich allerdings, als mir der Fahrer erzählte, dass er nun nach Stade weiterfährt um dann wieder Stroh zu laden, um es nach Hannover zu bringen. „Landwirtschaftliche Ware ist erst billig, wenn sie mindestens einen Tag auf der Autobahn war…“hat er gesagt….
      Und dass ein Lohnunternehmer von hier aus nach Göttingen fährt um Stroh zu kaufen und zu pressen ist mittlerweile normal geworden…

      1+
      • Brötchen sagt

        Stroh ist nicht gleich Stroh und man weiss nicht welches Geschäft da läuft. ich würde da nicht den Stab brechen, bevor ich nicht die Hintergründe kenne. z.b. pilzbelastung usw. meines Erachtens sind Biobetriebe nicht besser gegen wetterunbilden gewappnet, als Konv.

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    • Brötchen sagt

      Sandra Harms, ob ich nun 50 100 oder 200 km fahre ist glaube ich für die kosten marginal. heutige Lkw brauchen nicht mehr soviel diesel und sind bezüglich nox besser als mancher Pkw. der meiste Aufwand ist die Bürokratie, die auch die Lkw Fahrer haben, Organisation der Tour und auf und abladen und die Menge ist noch entscheidend. wenn ich Schweine 50 km fahre kann ich die auch 150 km fahren. bei der längeren Tour legt sich eher noch die Aufregung und die Tiere ruhen sich aus. als wenn die nach 50 km wieder runter müssen.

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            • Brötchen sagt

              doch muss man, Karma geht vor! ein guter Mensch zu sein ist nicht so einfach! 😁

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            • Inga sagt

              Brötchen,

              auch das Karma
              muß man in diesem Jahr mal weglassen! 😉

              Denke ich!

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          • Inga sagt

            aber in diesem Jahr?
            Ob man da mal eine Ausnahme machen kann?

            Man macht ja schon einen Unterschied zwischen Quader und Rundballen!

            Ob man nicht noch eine weiter Ausnahme machen könnte, und zwar ob man zum Zwecke der Einstreu, konventionelles Stroh benutzen darf???

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            • Der Brandenburgbauer sagt

              Moin,in anderen Ländern könnte ich mir das vorstellen. Aber in Deutschland, bei der Bürökratie?

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        • Obstbäuerin sagt

          Daran kann man aber sehr deutlich sehen, dass Bio eine Luxusvariante ist. In der Not geht das normale Stroh für alle, wenn es reicht. Bio-Stroh reicht aber niemals für alle.

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    • Mr Tom sagt

      Gibt´s denn auch Vorschriften, ob Biostroh bzw. Stroh für Biobetriebe mit Diesel – LKW transportiert werden darf?

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