Jahr: 2018

Oh, Olaf…

Noch jemand, der die Dürre in der Landwirtschaft für seine Zwecke instrumentalisiert.: Der NABU-Chef Olaf Tschimpke. Hier mal ein paar Zitate aus der aktuellen Presse: „Es ist falsch, immer nur die Symptome einer fehlgeleiteten Landwirtschaft zu lindern, wenn es möglich ist, die Ursache zu bekämpfen“, so der NABU-Präsident. Die Intensiv-Landwirtschaft mit ausgeräumten Böden und hochspezialisierten Pflanzen sei zu anfällig und belaste die Umwelt massiv. „Hilfszahlungen an Landwirte müssen an Bedingungen geknüpft werden, die einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen bringen. Landwirte müssten sich beispielswese verpflichten, vielfältigere Fruchtarten anzubauen, mehr Naturschutzflächen in der Agrarlandschaft zu schaffen, die Tierbestände deutlich zu reduzieren, den Anteil von 20 Prozent Bio-Anbau schnell zu erreichen und klimaschädliche Emissionen aus der Landwirtschaft, wie Lachgas, zu verringern“, so Tschimpke. Die künftige Gemeinsame Agrarpolitik muss mindestens 15 Milliarden Euro von ihrem rund 60 Milliarden Euro schweren Budget so umschichten, dass attraktive Anreize geschaffen werden, im Einklang mit der Natur zu produzieren. Ein Umbau der Agrarpolitik sei auch notwendig, um das Insektensterben zu stoppen. „Der Insektenrückgang ist kein kleines Problem, das die Politik mit ein paar netten und …

2018: Tote Kühe oder Biogas?

In diesem Jahr suchen viele Viehbetriebe händeringend Futter für ihre Tiere. Altkühe oder Kälber werden geschlachtet, weil das Futter nicht reicht. Dabei wäre es möglich, dass Biogasbetriebe ihren Rohstoff in diesem Jahr an die Viehhalter weitergeben würden, wenn, ja wenn… Die Biogasanlagen möchten ja nicht gerne auf die Einnahme durch den Stromverkauf verzichten. Müssten sie auch nicht, wenn eine einzige Regelung des EEG geändert würde: Die Höchstbemessungsleistung. Ich kannte den Begriff bisher auch noch nicht, habe mich aber erkundigt. Was ist das? Die Leistung einer Biogasanlage ist nach oben gedeckelt. Wenn über die Höchstbemessungsleistung hinaus Strom produziert wird, wird dieser nur zum sehr schlechten Börsen-Strompreis bezahlt, woran niemand Interesse hat. Wenn diese Höchstbemessungsleistung so flexibel gestaltet würde, dass Strom, der in diesem Jahr nicht produziert wird, im nächsten Jahr „nachgeliefert“ werden könnte, hätte die Biogasanlage keine finanziellen Nachteile. Sie würden halt nächstes Jahr „Gas geben“. Wir mir Fachleute sagen, sind viele Biogasanlagen dazu in der Lage, weil sie nicht immer unter Voll-Last fahren und freie Kapazitäten nutzen könnten. Vielleicht nicht alle, aber viele. Biogas-Strom verdrängt …

Armseliger Bürger…

Nur noch armselig zu nennen ist das Verhalten eines Bürgers, der sich, nachdem ich über die Raritäten im Garten unseres Sohnes berichtet habe, jetzt die reifen Peperoni geerntet hat. Die stehen übrigens keine 10 Meter von unserem Wohnhaus entfernt. Dreist, oder? Unser (erwachsener) Sohn hat sich so viel Mühe gemacht die Pflanzen ans Wachsen zu bekommen, hat Unkraut gejätet, hat in der Hitze das Wasser hingeschleppt, und jetzt so was. Übrigens hatte er mit den Peperoni eine Wette laufen. Die kann er jetzt auch „knicken“. Und nicht nur er ist sehr enttäuscht. Muss man wirklich demnächst überlegen, was man noch an Privatem von sich freigibt? Das wäre traurig, sehr traurig. Und bevor irgendwelche Parolen aufkommen: wo der Garten liegt wissen nur Einheimische… Ein trauriger Bauer Willi

Die Dürre, die Statistik und der Notstand

Georg Keckl ist Agrarstatistiker in Niedersachsen. Ministerin Klöckner will ja erst die Ernteergebnisse bei Getreide abwarten. Doch wie kommen diese Zahlen zustande? Georg weiß es. Hallo Georg, gibt es jetzt für Dich mehr Arbeit? Nein, es ist wie jedes Jahr, vielleicht etwas hektischer. Jeder will jetzt wissen, wie es aussieht. Du sprichst von deutlich mehr Telefonaten, die ihr bekommt. Wird da auch schon mal versucht, euch zu beeinflussen? Nein, das Ergebnis will niemand beeinflussen, nur möglichst sofort haben. Wenn man Landwirte nach Erträgen fragt, können die ja schon mal sehr „kreativ“ antworten, je nachdem, wie die Situation ist. Wie stellt ihr sicher, dass die Wahrheit und nichts als die Wahrheit ans Licht kommt? Schildere doch mal kurz, wie die Zahlen gegengecheckt werden. Das passiert bei den Hauptgetreidearten und den Kartoffeln durch zwei getrennte Berechnungsverfahren. Wir fragen unsere 1600 Melder nach ihren Erträgen („EBE“) und vergleichen dieses Ergebnis dem Ergebnis, das wir selber getrennt davon durch ein Stichprobenverfahren auf im Mai repräsentativ ausgewählten ca. 1300 Feldern über „Kreiskommissionen“ abschnippeln („BEE“). Auf ca. 1000 Feldern werden „Quadratmeterproben“ …

Die Bauernrebellion

So der Titel eines Beitrages in der Landeszeitung. Sehr lesenswert. Ich bin mit meiner Meinung wohl nicht alleine… Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen    

Löwenstein: Wir brauchen einen Systemwechsel (Video)

„Mehr Vielfalt“, so seine Grundaussage. Einiges von dem, was er sagt, kann ich unterstreichen. Einige seiner Lösungsmöglichkeiten gehen nur gemeinsam mit vielen anderen. Schließlich muss mir die Vielfalt ja auch jemand abnehmen. In jedem Fall ein diskussionswürdiger Dialog. https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/brauchen-systemwechsel-in-landwirtschaft-100.html  

Zornig, frustriert, ängstlich

Ich muss euch wieder mal meine Gefühlslage mitteilen. Ich sitze im Büro, schwitze still vor mich hin und versuche meine Gedanken zu sortieren. So ganz gelungen ist mir das noch nicht, aber ich lege mal los. Warum ich zornig bin… …dürfte jedem klar sein. Da müht man sich seit Monaten ab, der Landwirtschaft ein positives Image zu verschaffen, schreibt sich die Finger wund, macht Videos und was weiß ich sonst noch nicht alles. Und dann kommt der Bauernpräsident daher und haut völlig planlos mal so eben eine Zahl raus. Eine Milliarde! Und schon stehen wir Bauern, die ja Mitglieder dieses Verbandes sind, wie belämmert da und schütteln nur noch den Kopf. Bis heute hat der DBV auch noch nicht erklärt, (z.B. auf seiner Homepage) was er mit dem Geld machen will, wer es bekommen sollte und wie es verteilt würde, wenn es denn was gäbe. Die meisten von uns wollen oder brauchen auch gar nichts, weil die Verluste zwar da sind, bei guter Unternehmensführung aber für viele verkraftbar. Nicht für alle, und denen wünsche ich tatsächlich, dass ihnen schnell geholfen wird, aber …

Insektensterben und die Dürre

Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass nachts, wenn ich am Computer sitze und das Licht anhabe, keine Nachtfalter mehr am Fenster sitzen. Auch in unserer Bienenweide neben dem Garten ist es ruhiger geworden, obwohl die Bauern seit Wochen keine „Pestizide“ mehr gespritzt haben. Die Dürre hat also Auswirkungen auf die Insekten und nicht nur auf die. Auch den Fischen geht es nicht gut, weil der Sauerstoff im Wasser immer weniger wird. Andere Pflanzen- und Tierarten trifft die Dürre und Hitze auch. Wälder, Seen, Regen-Würmer, Vögel, Amphibien, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Viele Folgen werden wir möglicherweise erst im nächsten Jahr sehen, aber da haben viele das Jahr 2018 schon wieder vergessen. Jetzt wäre es an der Zeit, eine Studie zu veranlassen, die die Auswirkungen der extremen Dürre und Hitze auf die belebte Natur hat. Wer eigene Beobachtungen gemacht hat, bitte in die Kommentare schreiben. Es ist auch wichtig, bei allen zukünftigen Studien und Statistiken, die von Wissenschaftlern und Nicht-Wissenschaftlern verfasst werden, immer die Extremsituation 2018 im Hinterkopf zu behalten. Sollte ein Rückgang der Masse der Fluginsekten festgestellt …

Belastbare Zahlen – und neue Fragen

In der Diskussion um die Forderungen des Bauernverbandes spricht Ministerin Klöckner davon, belastbare Daten abzuwarten. Das ist gut und richtig. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/landwirtschaftsministerin-kloeckner-laesst-bundeshilfen-fuer-bauern-pruefen-15718157.html Deshalb möchte ich ihr diese belastbaren Daten heute liefern. In meiner Genossenschaft in der Köln-Aachener Bucht ist, bis auf einige Flächen in der Eifel, die Ernte beendet. Unter normalen Verhältnissen würde die Ernte jetzt beginnen. Meine Genossenschaft erfasst alle Getreidearten und Raps.  Alles zusammen waren dies im Schnitt der Jahre 2009 bis 2015 knapp 200.000 t. Unter „Sonstiges“ sind Kulturen wie Dinkel, Hafer, Braugerste, Roggen, Triticale, Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen zusammengefasst, weil diese nur einen kleinen Teil an der Gesamtmenge ausmachen. Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Gemüse wie zum Beispiel Möhren oder Buschbohnen sind in dieser Statistik nicht erfasst, machen aber auch einen wesentlichen Anteil des Anbaus in der Köln-Aachener Bucht, dem Haupterfassungsgebiet meiner Genossenschaft aus. Die Interpretation der Zahlen ist relativ einfach. Die Jahre 2016 bis 2018 liegen unter dem Durchschnitt der sieben Jahre davor. 2016 war ein extrem nasses Jahr, was auf den schweren Lößböden zu Ertragsausfällen durch Nässe führte. 2017 kam die Trockenheit schon früh, was zu einer verfrühten Abreife führte. Ähnlich auch 2018, wo die Trockenheit …