Bauer Willi
Kommentare 73

Zornig, frustriert, ängstlich

Ich muss euch wieder mal meine Gefühlslage mitteilen. Ich sitze im Büro, schwitze still vor mich hin und versuche meine Gedanken zu sortieren. So ganz gelungen ist mir das noch nicht, aber ich lege mal los.

Warum ich zornig bin…

…dürfte jedem klar sein. Da müht man sich seit Monaten ab, der Landwirtschaft ein positives Image zu verschaffen, schreibt sich die Finger wund, macht Videos und was weiß ich sonst noch nicht alles. Und dann kommt der Bauernpräsident daher und haut völlig planlos mal so eben eine Zahl raus. Eine Milliarde! Und schon stehen wir Bauern, die ja Mitglieder dieses Verbandes sind, wie belämmert da und schütteln nur noch den Kopf. Bis heute hat der DBV auch noch nicht erklärt, (z.B. auf seiner Homepage) was er mit dem Geld machen will, wer es bekommen sollte und wie es verteilt würde, wenn es denn was gäbe. Die meisten von uns wollen oder brauchen auch gar nichts, weil die Verluste zwar da sind, bei guter Unternehmensführung aber für viele verkraftbar. Nicht für alle, und denen wünsche ich tatsächlich, dass ihnen schnell geholfen wird, aber nicht mit der Gießkanne (in Zeiten der Dürre ein blöder Vergleich, ich weiß)

Wie  soll ich diese willkürlich gegriffene Zahl meinen Mitbürgern erklären? Die haben jetzt wieder das Bild im Kopf vom ewig jammernden Bauern, dem kein Wetter passt und der in der Not nach dem Staat ruft. Das übliche Klischee wird voll bedient und die Medien greifen dies freudig auf. Sehr verständlich in Zeiten, in den Özil, Trump  und Erdogan nichts Aufregendes mehr hergeben. Halali! Die Meute ist unterwegs. Endlich ein Thema fürs Sommerloch!

Aber das scheint ihn nicht zu interessieren, er ist ja der Präsident und da muss man wohl niemanden fragen. Zwei Tage später wird dann zu allem Überfluss in diese aufgeregte Diskussion mal eben ein neuer Erntebericht verkündet, obwohl die Getreideernte noch nicht beendet ist. Und als ob Getreide alles wäre!

Von der miserablen Futtersituation – vor allem für die Milchviehhalter – die ohnehin schon seit Jahren echte Probleme haben, kaum ein Wort. Was ist mit Gemüse, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben? Gehört das nicht in einen Erntebericht? Wie sollen die Schweinemäster, die Geflügelbetriebe und andere Viehhalter das teurere Futter bezahlen? Oder bekommen die auch was ab vom Hartz IV für Bauern? Almosenempfänger…

Der Imageschaden für die Landwirtschaft ist passiert und nicht wieder gut zu machen. Er wird uns noch lange begleiten. Es gäbe jetzt zwei Möglichkeiten: Rukwied tritt zurück oder wir treten aus diesem Verband aus. Noch besser ist allerdings die dritte Möglichkeit: Teilt dem DBV euren Unmut mit. Wir brauchen einen starken Verband, aber mit Personen an der Spitze, die ein Gespür, ein Gefühl dafür haben, wie man mit unserer Gesellschaft redet. Es gab da mal einen, aus Westfalen. Der war zwar adelig aber volksnah, authentisch und glaubwürdig. Ein Frei-Herr. Aber es gäbe auch jemanden der es heute besser machen könnte. Für Insider: Ich würde jetzt gerne Schwarz sehen…

Frustriert bin ich…

…weil die mediale Aufmerksamkeit, die wir uns immer gewünscht haben, jetzt gegen uns geht.  Frustriert bin ich auch über die Trittbrettfahrer der jetzigen Situation. Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten, kommen jetzt die Klugscheißer und Oberlehrer der Nation, allen voran Anton Hofreiter und Katrin Göring-Eckhardt, und mit ihnen die Heerscharen der „Schützer“ um die Ecke und erklären uns, dass wir an unserem Elend ja selber schuld sind, oder noch besser, es mit verursacht haben und wir schleunigst auf Bio umstellen müssen, damit sich eine solche Situation nicht wiederholt. Und Svenja Schulze, die kleine Barbara Hendricks, ist natürlich auch gegen Hilfe für die Bauern und tutet in das gleiche Horn. Zum Glück hört das keiner.  Gehört wird aber so mancher Kommentator des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, der jetzt genau weiß, was zukünftig getan werden muss  und „es ja immer schon hat kommen sehen“. Fast könnte man meinen, dass sich alle insgeheim ein wenig freuen, dass die Bauern jetzt in Not sind und sie so mit ihren Parolen gegen die  „industrielle Landwirtschaft“ das Feuer wieder neu entfachen können.

Dass ich vom Öko-Präsidenten Felix zu Löwenstein enttäuscht bin, werde ich ihm selber sagen. Jetzt ist nicht die Zeit für Ideologie. Denn auch Bio-Betriebe vertrocknen gerade, trotz Humusaufbau und  konservierender Bodenbearbeitung, die ich schon seit Jahrzehnten praktiziere. Denn „Gott lässt die Sonne scheinen über Gerechte und Ungerechte.“ (Matthäus 5,45).   Über Resilienz können wir uns dann gerne wieder unterhalten, wenn die Viecher wieder was zu fressen haben. Selbst wenn es „konventionelles“ Heu und Stroh ist…

Frustriert bin ich auch über die Gefühllosigkeit des Lebensmittelhandels. Mitten in die Diskussion um die Dürre senkt ALDI den Butterpreis um 10 Cent. Wo bleibt da der mediale Aufschrei? Und die  Lieferverträge müssen natürlich auch eingehalten werden. „Schau doch selbst, wo Du meine Ware jetzt herbekommst. Dürre? Ist doch nicht mein Problem.“ Aber dann vier Stufen beim Tierwohl einführen. Scheinheilig!

Ängstlich bin ich…

weil ich den Wetterbericht höre, der prognostiziert, dass die derzeitige Witterungslage noch bis in den Oktober hin anhalten könnte. Zwar ist jede Prognose, die über 72 Stunden hinausgeht, kaum belastbar, aber meiner Gefühlslage tut das trotzdem nicht gut. Was ist, wenn das stimmt? Ich mache mir Gedanken darüber, wie mein Ausfallgetreide auflaufen soll, ob eine Stóppelbearbeitung jetzt überhaupt sinnvoll ist oder mehr schadet als nützt. So eine Situation hatte ich bisher noch nicht. Wie wird das mit meinen Zuckerrüben? Werden die die Ernte überhaupt noch erleben oder vorher vertrocknet sein? Und dann die Frage, ob ich das Saatgut für´s Greening überhaupt säen soll? Wenn das wegen der Trockenheit nicht keimt, habe ich das als Unkraut in der Folgefrucht. Soll ich mit der leeren Sämaschine drüber fahren und so tun als ob? Das wäre Betrug. Und wenn ich noch was säe, soll ich nicht besser Futterpflanzen anbauen, für meine Kollegen mit Viehhaltung?

Es gibt also noch mehr praktische Fragen, die aber kein Nicht-Landwirt kapiert. Ja, ich jammere schon wieder… Dabei geht es mir im Rheinland mit besten Böden noch vergleichsweise gut. Noch.

Wäre ja nicht verkehrt, wenn sich die Sesselpupser von den Behörden mal langsam Gedanken machen, welche Folgen die Dürre sonst noch hat. Wir brauchen die Antworten noch im August! Ach ja, und wie das jetzt mit der Düngeverordnung gehen soll, wäre auch noch zu bedenken. Trotz Ferienzeit. Obwohl: wo nichts wächst, braucht man auch nichts düngen. Und das wäre ja nun wieder gut für´s Nitrat…

Wer sich um die Antworten auf solche praktischen Fragen kümmern sollte? Dreimal dürft ihr raten.

So, jetzt geht es mir wieder besser. Ich musste das einfach mal wieder loswerden.

Euer Bauer Willi

 

 

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73 Kommentare

  1. Karabinerhaken sagt

    Mich hat an der Diskussion über Hilfen für die dürregeschädigten Bauern ein Kommentar einer großen deutschen Tageszeitung geärgert. Der Kommantator meinte, dann könnte ja auch die Textilindustrie kommen, wenn der Winter mild war und sie keine Pullover absetzen konnte. Ich frage mich, wovon dieser Schreiberling sich ernährt, ob er begriffen hat, dass Nahrung, ganz gleich in welcher Art und welcher Richtung, auf lebenden Organismen beruht, die irgendwann einmal wachsen müssen und dazu bestimmte Voraussetzungen brauchen. Den zuviel produzierten Pullover kann ich für den nächsten harten Winter lagern. Zu wenig wachsendes Futter, Getreide, Rüben usw. aber wirken sich auf das aus, was ich auf dem Teller habe.

    4+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, in fast allen Medien wird so etwas dargestellt. Da macht „..eine große deutsche Tageszeitung“ natürlich keine Aussnahme.

      0
    • Edward sagt

      Das Problem ist, dass es sich in der globalen Wirtschaft eben nicht auf dem Teller auswirkt.

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  2. Eine Stellungnahme/Pressemitteilung des Bauernverbandes hätte ja auch so aussehen können:

    „Die deutschen Bauern werden in diesem Jahr Ernteausfälle und Ertragsverluste in Milliardenhöhe haben. Wir wollen keine Hilfe vom Staat, der Bauernverband wird selbst organisatorische Maßnahmen in die Wege leiten, um den besonders betroffenen Viehhaltern kurzfristig zu helfen. Ernteverluste können nur durch höhere Erzeugerpreise ausgeglichen werden. Unsere einzige Forderung/Bitte an die Gesellschaft ist, uns in dieser Situation vor Billigimporten zu schützen, damit sich kostendeckende Erzeugerpreise einstellen können und nicht noch mehr landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen.“

    Wahrscheinlich erzeugt man mit einer konstruktiven Stellungnahme keine mediale Aufmerksamkeit. Wäre das so schlimm? Die Bauern werden sich ohnehin nur am eigenen Schopf und durch Einigkeit aus dem Sumpf ziehen können, Gesellschaft, Staat oder Medien werden ihnen nicht helfen.
    Der Elefant im Porzellanladen wird natürlich besser wahrgenommen, aber der Kollateralschaden ist gewaltig.

    17+
    • Hans-Günter Felser sagt

      an Tilman Ziegler: Ein sehr guter Vorschlag!
      Ich denke schon, dass das ein solcher Appell eine entsprechende mediale Wirkung hat.

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  3. Moinsen,

    ich mach mal nen Vorschlag. Wenn denn nun Geld kommt:
    Wie wäre es dann, dass dieses für Kleegras- / Ackergrasmischungen ausgegeben wird. In der gesamten Republik. Hätte meiner Meinung unteranderem folgende Vorteile:
    1: Rindviehhalter jeder Coleur bekommen Futter
    2: Die Fruchtbarkeit der Boden wird gefördert
    3: Unkraut- und Ungrasdruck wird gesenkt.

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    • Dorfmensch sagt

      Hallo Johann Ekenhorst,

      was wollen Sie damit sagen? Sind Kleegras/Ackergrasmischungen besser als andere Ackerkulturen?

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  4. Kirsten Wosnitza sagt

    Teilweise stimme ich Dir zu Willi.

    Du wehrt Dich dagegen dass pauschal le Kritik an den Bauern geübt wird. Zur Stimmungsmache schimpfst Du ganz allgemein auf die Sesselpupser und an anderer Stelle über all die Schützer?

    Bringt uns das in der Sache weiter?

    1+
  5. Eckehard Niemann sagt

    NDR – 05.08.2018
    Landvolk: Nicht alle profitieren von Dürre-Hilfe
    Der heiße und trockene Sommer bringt Probleme für die Landwirte – in einigen Regionen drohen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent, zum Beispiel bei der Getreideernte. Betrieben, die existenziell in Not sind, soll schnell geholfen werden, da sind sich noch alle einig. Doch die Forderung nach einer Dürre-Hilfe in Höhe von einer Milliarde Euro, wie sie Bauernpräsident Joachim Rukwied jüngst aufgestellt hat, hält der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Albert Schulte to Brinke, für falsch. Diese Forderung erwecke den Eindruck, die Landwirtschaft bekomme erhebliche Hilfszahlungen, obwohl bei der Masse der Betriebe nichts ankomme, sagte Schulte to Brinke. „Wir haben das durchaus kontrovers diskutiert im Vorstand.“
    Schon vergangene Woche hatte der Bauernverband Nordostniedersachsen Rukwieds Milliarden-Forderung kritisiert. „Es entsteht der Eindruck, es wird mit der Gießkanne verteilt. Und dem ist ja nicht so“, sagte Schulte to Brinke. Am Ende würden nur wenige Betriebe etwas von dem Geld sehen, und auch nur nach langer Wartezeit.
    Das Landvolk hat indes andere Vorstellungen und fordert eine grundlegende Selbsthilfe. So sollten 80 Prozent der EU-Direktzahlungen bereits zum Oktober ausgezahlt werden, wie es die EU bereits in Aussicht gestellt hat. Weitere Forderung des Landvolks: die Freigabe von 200.000 Hektar Ackerland, das eigentlich geschont werden soll, zum Anbau von Winterfutter. „Das könnte den Betrieben helfen“, sagte Schulte to Brinke.
    Außerdem notwendig, so Schulte to Brinke: die Genehmigung zusätzlicher Wassermengen zur Beregnung von Futterflächen, die Berücksichtigung der schlechten Ernte bei Nährstoffberechnung und Düngebilanz und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, mit der die Bauern für schwierige Jahre vorsorgen könnten.

    3+
  6. Eckehard Niemann sagt

    NDR – 05.08.2018:
    Landvolk: Nicht alle profitieren von Dürre-Hilfe:
    Der heiße und trockene Sommer bringt Probleme für die Landwirte – in einigen Regionen drohen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent, zum Beispiel bei der Getreideernte. Betrieben, die existenziell in Not sind, soll schnell geholfen werden, da sind sich noch alle einig. Doch die Forderung nach einer Dürre-Hilfe in Höhe von einer Milliarde Euro, wie sie Bauernpräsident Joachim Rukwied jüngst aufgestellt hat, hält der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Albert Schulte to Brinke, für falsch. Diese Forderung erwecke den Eindruck, die Landwirtschaft bekomme erhebliche Hilfszahlungen, obwohl bei der Masse der Betriebe nichts ankomme, sagte Schulte to Brinke. „Wir haben das durchaus kontrovers diskutiert im Vorstand.“
    Schon vergangene Woche hatte der Bauernverband Nordostniedersachsen Rukwieds Milliarden-Forderung kritisiert. „Es entsteht der Eindruck, es wird mit der Gießkanne verteilt. Und dem ist ja nicht so“, sagte Schulte to Brinke. Am Ende würden nur wenige Betriebe etwas von dem Geld sehen, und auch nur nach langer Wartezeit.
    Das Landvolk hat indes andere Vorstellungen und fordert eine grundlegende Selbsthilfe. So sollten 80 Prozent der EU-Direktzahlungen bereits zum Oktober ausgezahlt werden, wie es die EU bereits in Aussicht gestellt hat. Weitere Forderung des Landvolks: die Freigabe von 200.000 Hektar Ackerland, das eigentlich geschont werden soll, zum Anbau von Winterfutter. „Das könnte den Betrieben helfen“, sagte Schulte to Brinke.
    Außerdem notwendig, so Schulte to Brinke: die Genehmigung zusätzlicher Wassermengen zur Beregnung von Futterflächen, die Berücksichtigung der schlechten Ernte bei Nährstoffberechnung und Düngebilanz und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, mit der die Bauern für schwierige Jahre vorsorgen könnten.

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  7. Thomas Apfel sagt

    Der Bauernverband als solcher bekommt keine Hilfsgelder und kann auch keine verteilen.
    Der Ruf nach dem nationalen Notstand hat den Zweck die Lasten bei staatlichen Hilfen nicht nur bei den Ländern zu belassen sondern auch den Bund zu beteiligen.
    Der gleiche Versuch wurde auch 2017 für die Frostschäden im Obst und Gemüsebau gestartet, nur dass man hierbei so geschickt war, nicht gleich eine Summe in den Raum zu posaunen.
    In Brandenburg ist in 2017 ein Nothilfeprogramm aufgelegt worden um den Obst- und Gemüsebauern wegen der Spätfrostschäden und den Acker Bauern wegen der abgesoffenen Felder auf Grund des Dauerregens zu helfen.
    Die Regel für Bedürftigkeit ist bekanntermaßen ein Erlösausfall von über 30 % gegenüber dem Durchschnitt der drei vorhergehenden Jahre. Im Obstbau wurde das Programm nur von wenigen Betrieben in Anspruch genommen, da die Preise die realisiert werden konnten die Verluste weitgehend ausgeglichen haben. Auch in den Ackerbaubetrieben sind die Verluste nicht so hoch ausgefallen wie anfangs postuliert, da Mais, Bio- Energie und andere Einnahmen die Verluste zum Teil kompensiert haben.
    Ich will hier auch einfach mal eine Lanze für den gescholtenen DBV brechen:
    Zuerst einmal versucht der Verband wie es seine Aufgabe ist auf einen möglichen Notstand hinzuweisen um im Falle der Notwendigkeit von Hilfen die Politik darauf eingestimmt zu haben. Das ist Aufgabe eines Lobbyverbandes im positiven Sinne.
    In diesem Zusammenhang erstaunt es mich schon, das die Aktivitäten des anderen Lobbyverbandes (BÖLW) die den Nicht- Bio- Landwirten in Milliardenhöhe über Umverteilung von EU- Mitteln ans Einkommen wollen, dermaßen unkommentiert zur Kenntnis genommen werden.
    Bio- Produkte werden schon jetzt auf der Erzeugerebene 4 bis 5 mal so hoch subventioniert wie vergleichbare konventionelle Erzeugnisse (auf die Tonnage und nicht auf die Fläche bezogen).
    Eine Komplettumstellung auf Öko würde zusätzlich zur derzeitigen Fördersumme der EU für die Landwirtschaft allein in Deutschland 3,2 Milliarden € nur für die Beibehaltungsprämie erfordern, und das bei 33 % des derzeitigen Produktionspotentials der konventionellen Landwirtschaft.
    Weil das nie eintreten wird, und der BÖLW das auch weiß, ist die ganze Kampagne gegen die moderne Landwirtschaft in einer Art und Weise verlogen, das man nur das Kotzen kriegen kann.
    Wir brauchen sehr wohl eine Ökologisierung der Landwirtschaft, nicht aber eine Umstellung auf Öko- Landbau.

    6+
    • Mark sagt

      „Der Bauernverband als solcher bekommt keine Hilfsgelder und kann auch keine verteilen.“ Na, soll diese Weisheit etwa eine Rechtfertigung für das töpelhafte Auftreten des Verbandes sein?? Da hilft auch eine gebrochene Lanze für den Verband nicht weiter. Ohne Kritik an dem Auftreten wird sich der Verband nicht weiterentwickeln, daher halte ich diese für mehr als gerechtfertigt, ja sogar dringend notwendig!

      7+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin@Thomas Apfel, konstruktiv Ihr
      Beitrag
      :“ ich will hier auch einfach einmal eine Lanze für den gescholtenen DBV brechen“, bringt aus meiner Sich etwas mehr Sachlichkeit in die Debatte, und die Hindergründe die Sie beleuchten sind nicht von der Hand zu weisen.

      1+
  8. Bauer S sagt

    Habe den Kommentar vom ehemaligen gelesen. Ich glaube nicht Garantiepreise was bringen. Bin vor 40 Jahren nach Bonn gekarrt worden um für höhere Getreidepreise zu demonstrieren. Die Politik unter Kiechle hat das damals schon abgelehnt. Zu teuer!!

    0
  9. Bauer S sagt

    Ich weis nicht was ich von dieser Dürredebatte halten soll. Den größten Teil der Bevölkerung interessiert das nicht. Die Landwirtschaft ist leider ein unbedeutender Wirtschaftsbereich geworden, der bei vollen Regalen kaum wahrgenommen wird.

    5+
  10. Karl Watermann sagt

    Spendenkonto klingt ein wenig nach Ablasshandel .Erst mit aller Marktmacht die Erzeugerpreise drücken und dann mit einer Spende das Gewissen wieder beruhigen ?
    Eindeutig nein, ich will anständige Erzeugerpreise und keine Almosen !

    12+
    • Nauert Hans-Albert sagt

      Und weil es anständige Erzeugerpreis nicht gibt, wäre eher ein Mindesterzeugerpreis, wie beim Mindestlohn angepracht, der zumindest verhindert das man bei der Erzeugung von Nahrungsmittel noch draufzahlt.

      2+
  11. Hans-Günter Felser sagt

    an Willi: „Zornig, frustriert, ängstlich“ … – und kämpferisch!
    Ich vertraue den guten Erzeugnissen der deutschen und einiger (nicht aller!) europäischer Landwirte.
    Mehr als dem Kram, der z.B. aus Almeria (das sind die europäischen „Landwirte“, denen das Handwerk gelegt werden muss!) oder anderen, äußerst fragwürdigen (das ist sehr verharmlost!) Erzeugerländern, kommt.

    Mir geht es auch an die Substanz, wie wir gegeneinander aufgehetzt werden, Landwirtschaft gegen Verbraucher, alt gegen jung, usw.
    Da steckt doch ein System dahinter! Daher habe ich auch immer gewettert, wenn hier im Forum der Verbraucher generell als dumm und unmündig hingestellt wird. Sie werden es nicht glauben, woanders in Foren nehme ich sogar die Bauern in Schutz, wenn der Trend zu Bauern-bashing geht (Ausnahme Thema Gift und Biotop).

    Zukunftbetrachtung. – Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir wieder hin zu de-zentraler Versorgung kommen. Das ist vielleicht ein langer Weg, aber wir werden es erleben! Die SoLaWi-Idee ist nicht tot, andere Lösungen, die besser funktionieren, sind vielleicht noch nicht mal erdacht.

    Der LEH hat schon gemerkt, dass die Kunden immer mehr kritische Fragen stellen und betreibt nicht umsonst so massiv greenwashing.

    Es ist ganz klar, dass die Presseleute sich auf jedes Thema stürzen, das mehr Auflage verspricht. Da gibt es dann auch Nonsens nonstop. Das müsste aber allgemein bekannt sein.

    Das „Milliardenspiel“, dass Ihr „Präsident“ da losgetreten hat, ist peinlich und sehr ärgerlich, ohne Zweifel.
    Auf der anderen Seite ist diese selbstgemachte Krise (es ist eine!), die der reflexartige, aber völlig unreflexierte Bettelruf der DBV-Spitze hervorgerufen hat, auch eine Chance.
    Eine Chance, besseres Gehör zu finden, vorhandene Missverständnisse auszuräumen, zu erklären, Boden gut zu machen (die Doppeldeutigkeit ist gewollt).
    Es ist eine Chance, die Ziele der Bauernschaft neu zu formulieren und die Forderungen an die Vertreter zu delegieren.
    Die Presse wird sich auch über Beiträge freuen, die zeigen, wie in Deutschland Lebens-Mittel erzeugt werden, demnächst vielleicht ohne Subvention, sondern zum fairen Preis.
    Subventionsmisere: Wenn einerseits der Milchbauer zu wenig Geld bekommt, dann aber über Subventionen „aufgestockt“ wird, dann ist das auch ein massiver Eingriff in den Markt, eine Vermögensumverteilung (wer profitiert? – nicht der Verbraucher!), die einerseits mit einem kleinen Preis an der Theke zum Teil, dann aber den Rest mit Steuermitteln (unser aller Geld, was dann woanders fehlt!)
    bezahlt wird. Da ist doch was oberfaul!

    Lieber Willi, dieses „Milliardending“ ist eine große Chance!
    Eine Beschleunigung der nötigen Prozesse würde aus meiner Sicht wohl die Wahl des Herrn Dr. Willi Kremer-Schillings zum Bauernpräsidenten bedeuten. Das ist meine persönliche Überzeugung.

    7+
    • Obstbäuerin sagt

      Kein konventioneller Bauer wird so hoch subventioniert, wie ein Bio-Bauer und alle Forderungen, auch von einigen hier im Blog, gehen in die Richtung Fördermittel den 90 % konventionellen Bauern zu entziehen und auf die 10 % zu verlagern, die gerade mal 2% unserer Nahrungsmittel produzieren. Leider wird die Dürrekatastrophe weiterhin genutzt,
      den normalen Bauern gesellschaftlich zu demontieren. Und wenn dieses ominöse »Umdenken« in der Landwirtschaft tatsächlich durchgesetzt wird, was ich befürchte, dann wird es ein böses Erwachen geben.

      23+
      • Hans-Günter Felser sagt

        an Obstbäuerin – Sie schreiben: „Leider wird die Dürrekatastrophe weiterhin genutzt,
        den normalen Bauern gesellschaftlich zu demontieren.“
        Bitte fallen Sie doch nicht immer in diesen „alle-wollen-uns-Schlechtes!-Modus“.
        Immer werden Anlässe zu bestimmten Zwecken „genutzt“, das ist einfach
        eine normale Angelegenheit.
        Immer versucht einer, auf einer Flamme sein Süppchen zu kochen.
        Beschreiben Sie sich oder Ihren Berufsstand doch nicht als wehr- und willenloses Opfer, das von überall her bedroht ist.
        Eine solche Dürreplage veranlasst im Allgemeinen doch eher zu Hilfsbereitschaft und Solidarität – wenn man die potentiellen Hilfe anbietenden nicht vorher vor den Kopf gestoßen hat mit „halt du dich da raus – du kannst und weißt nix“.
        Dann muss man wissen, was gebraucht wird, wie könnte man helfen? usw.
        Dass alle jetzt angeblich auf den Bauern dreschen, der es ohnehin gerade sehr schwer hat, ist nicht wahr.
        Wohl aber kriegen die wohl Falschen auch mal was ab, was eigentlich an die Adresse der schwarzen Schafe geht.
        Das Beste wäre ein tagelanger Regen und möglichst bald, das wäre die beste aller Hilfen zur Zeit. – Ihnen beste Grüße!

        12+
        • Günter Reichard sagt

          Die Zukunft der Landwirtschaft steht und fällt mit der Solidarität.
          Rein nach den Betriebswirtschaftlichen Gesetzen wird sie nach der derzeitigen Lage eine eher düstere Zukunft haben!
          Weder Konventionell noch Bio

          2+
        • Obstbäuerin sagt

          Herr Felser, dann lesen Sie mal die Kommentare in meinem Beitrag bei Tagesschau liest mit. Von Verständnis oder Mitgefühl kann da keine Rede sein.

          0
  12. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    ich bin Dir sehr dankbar für Deinen Artikel.
    Ich glaube, hier haben wir ähnliche Ansätze – dazu hier ein Kommentar von mir. —–

    Dürre- und Zukunfts-Strategien

    Die Bauernverbandsspitze hat mit ihrer Forderung (richtig gelesen: „Forderung“) nach einer Milliarde Dürrehilfe einen dramatischen PR-Supergau hingelegt, unter dem nun viele Landwirte zu leiden haben. „Die Sonne scheint, der Regen fällt, der Bauer schreit nach Steuergeld!“ So oder so ähnlich die zu erwartenden öffentlichen Kommentare. Viele Bauern distanzieren sich denn auch von diesem plump-dreisten Manöver von Bauernverbandspräsident Rukwied & Co..

    Dabei ist die Not und sind die Sorgen der meisten Bauern – vor allem im Nordosten und Norden und übrigens auch in vielen Nachbarländern – höchst real und berechtigt. Diese Trockenheit übertrifft noch die ausgeprägten Dürren früherer Jahre. Egal ob es sich hier noch um ein Wetterextrem oder einen Vorboten des befürchteten Klimawandels handelt – nicht nur aktuelles Handeln, sondern auch neue Strategien Handeln sind angesagt.

    Kurzfristig und rasch sind jetzt Nothilfen angesagt, damit nicht wegen eines solchen Extremjahres viele bäuerliche Existenzen verloren gehen, die ohne dieses Jahresergebnis und mit neuen Zukunftsstrategien die soziale Basis für die Agrarwende und die ein Träger der ländlichen Räume sein müssen.

    Der Bauernbund Brandenburg und die AbL haben aber zu Recht darauf hingewiesen, dass sie die vom Bauernverband geforderten „Gießkannen-Zahlungen“ für bestimmte Ertragsverluste ablehnen: Zu übel sind die Erfahrungen mit den einseitigen Subventionsmillionen für agrarindustrielle LPG-Nachfolger und Finanzinvestoren im Osten – die deren Macht zu Lasten bäuerlicher Betriebe noch weiter erhöhen. Und während große Ackerbaubetriebe den Rückgang ihrer Erträge leicht dokumentieren können, ist dies bei vielen Weidetierhaltern und deren Grünlanderträgen nur schwer möglich.

    Völlig daneben sind deshalb auch die Forderungen nach Pachtsenkungen der staatlichen BVVG-Bodengesellschaft: nachdem die staatlichen Flächen nach der Wende in großem Stil und vorrangig (zu Niedrigpachten) an LPG-Nachfolger verpachtet wurden, sollen die damals leer ausgegangenen neugegründeten Bauernhöfe im Osten nun zuschauen, wie die konkurrierenden Agrarkonzerne abermals und zusätzlich staatlich begünstigt werden? Schade, dass nicht nur der Bauernverband als Vertretung dieser Großstrukturen diese Forderung erhebt, sondern leider auch Vertreter der Linkspartei… Deshalb ist es gut, dass in dieser Krise die Frage der Flächenprämien diskutiert wird – deren Verteilung, deren Bedeutung für die Honorierung bestimmter Größen-Strukturen – aber auch deren Bedeutung zur Verhinderung von ruinösen Drittlands- bzw. Weltmarkt-Importen.

    Hinzu kommt, dass noch nicht ausgemacht ist, ob – angesichts ähnlicher Dürre und Knappheit in vielen anderen EU-Ländern – nicht die knapper gewordenen Erntemengen zu einmaligen Erzeugerpreis-Steigerungen (in welcher Höhe?) führen werden. Zu berücksichtigen wären dabei allerdings Liquiditätsprobleme einiger Betriebe bis zu diesem Zeitpunkt – dennoch verlagern Liquiditäts-Kredite oder Stundungen die Probleme oft nur zeitlich nach hinten.

    Ganz anders die Probleme der Milchbauern und Rinderhalter, die gerade jetzt in der allgemeinen Dürre nicht auf Zukauf-Silage oder -Heu setzen können und die deshalb zunehmend ihre Tiere vorzeitig schlachten müssen.

    Es geht eben nicht (nur) um Geld. Viele andere Nothilfe-Maßnahmen und Regelungen sind jetzt angesagt und politisch zu organisieren oder zu begleiten: Das massive Umlenken von Biogas-Mais etwa in die Futtertröge (mit Ausgleich für Biogas-Betreiber), das Freistellen der Landwirte von eingegangenen und nicht mehr erfüllbaren Lieferverpflichtungen, die Zulassung der Verfütterung von Greening-Futterpflanzen (die eigentlich aus Naturschutzgründen länger stehen sollten), die Sicherung von Saatgut für die Ansaat von neuen Zwischenfrüchten für die Futterbereitstellung im Herbst, der Umgang mit den nicht in Ertrag umgesetzten und deshalb auf den Feldern noch vorhandenen Rest-Düngermengen, die deshalb aus Wasserschutzgründen nicht mögliche Gülleausbringung im Herbst mit der Folge von abermals überlaufenden Güllebehältern im Winter… EU-weite Mengenregulierungen scheinen da unausweichlich – ansatzweise in den letzten Jahren ja schon ausprobiert – mit Prämien für nicht erzeugte Milch- oder Fleischmengen…

    Die Kommentare vieler Medien thematisieren in dieser Situation notwendige Agrar-Zukunftsstrategien (obwohl die in der jetzigen Notsituation nicht helfen). Der stete Hinweis darauf, dass die Landwirtschaft ja selber zu einem Teil verantwortlich sei für den Klimawandel, ist natürlich ebenso richtig wie die Forderung nach einer neuen Agrar- und Zukunfts-Strategie. Da wird natürlich auch kaum ein Landwirt widersprechen.

    Es muss nur wirksam, realistisch und gerecht angegangen werden.

    Dazu gehört vorab die Feststellung: Es wird auch in Zukunft Wetterextreme geben, auch wenn diesen durch eine neue Agrarstrategie vorzubeugen ist. Und in diesen Dürre- oder auch Nässe-Zeiten sind Biobetriebe ähnlich so betroffen wie die Höfe der konventionellen Berufskollegen – mal etwas weniger, manchmal auch stärker (wie bei dem jetzt fehlenden und nicht zukaufbaren hofeigenen Futter). Ökolandbau kann sicher ganz viele Anregungen und Beispiele für die neuen Ackerbaustrategien liefern – an einer angemessenen künstlichen Beregnung bei Dürren kommt man weder hier noch weltweit nicht vorbei (natürlich wassersparender und grund- und flusswasser-angemessen).

    Entscheidend bleibt, dass nun politisch rasch und ordnungsrechtlich-flächendeckend bestimmte Vorgaben erfolgen (auf EU-Ebene und national): die wirkliche Flächenbindung der Tierhaltung, die Einhaltung wirklich weiter und vielfältiger Fruchtfolgen als Voraussetzung für Flächenprämien, die überfällige nationale Umsetzung von längst bestehenden EU-Tierhaltungs-Vorgaben (anstelle ablenkender Tierlabel-Debatten), Maßnahmen für Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Mengenregulierung und Verhinderung ruinöser Überschuss-Produktion für perspektivlose Weltmärkte und zu Lasten afrikanischer Bauern, Verzicht auf Maximalerträge zugunsten stabiler und weniger anfälliger Ernten, Pflanzenschutzsteuern mit Rückfluss in die Landwirtschaft (für den Ersatz vieler Pestizid-Anwendungen durch guten „integrierten Ackerbau“), Schutz all dessen durch Zölle und faire Importquoten, ….

    Erzeugung von gesellschaftlich geforderter und honorierter „Klasse statt Masse“ – und dies ordnungsrechtlich flächendeckend: Dies kann nicht nur, sondern wird bei konsequentem Anpacken nicht nur viele Klima-, Umwelt- oder Tierschutz-Probleme lösen, sondern vor allem auch für dauerhaft faire und gewinnbringende Erzeugerpreise sorgen: Geringere Ernten ohne preisdrückende Überschüsse führen erfahrungsgemäß zu überproportional steigenden Erzeugerpreisen, die nicht nur die zusätzlichen Kosten bzw. Stückkosten abdecken sondern auch gute Einkommen ermöglichen.

    Und genau damit wird das ermöglicht, was bisher nicht möglich war: die Bildung von ausreichenden Einkommensreserven auch für schlechte Jahre – nach der alten Bauern-Forderung, dass ein Bauer für drei Ernten sorgen müsse: „eine auf dem Feld, eine in der Scheune und eine auf dem Bankkonto“.

    Und nicht zu vergessen: Die hiesige Dürre muss den Blick und die politische Solidarität öffnen für all jene, die weltweit schon lange unter Dürre leiden. Zum Beispiel mit einem raschen, wirklich massiven und uneigennützigen Programm für Afrika!!!

    16+
    • Hans-Günter Felser sagt

      an Eckehard Niemann: Ich bin von der Qualiät der Kommentare zu diesem Beitrag angetan.
      Ihr Kommentar gehört dazu! Sie haben weit über den Tellerrand geschaut. Danke für Ihren Kommentar.

      6+
    • burgilali sagt

      an Eckehard Niemann auch ich finde Ihren Kommentar prima.
      EInen Punkt möchte ich noch ergänzen: Höhere Erzeugerpreise werden wir nur bekommen, wenn wir sie vom Weltmarktpreis abkoppeln können. Wenn wir die eigene Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln versorgen, und die Menschen in Europa, und erst den Rest auf den Weltmarkt bringen. Derzeit ist es umgekehrt; jüngstes Beispiel: Tönnies verscherberlt Fleisch von deutschen Schweinen nach Mexiko. Da muss der Erzeugerpreis niedrig sein, um beispielsweise mit den Fleischpreisen aus Brasilien mithalten bzw. sie unterbieten zu köönnen.

      3+
  13. Friedrich sagt

    Willi , da hast du die Gefühlslage voll getroffen. Der Rukwied muß weg und der DBV muß endlich ein proffessionelles Auftreten organisieren. Das geht nur mit Medienprofis , die beratend zur Seite stehen. Auch in den Talkrunden in Funk und Fernsehen hat der DBV-Vertreter zu sein. Das alles muß den DBV-Funktionären erst noch beigebracht werden. Wenn man DBV-Vormann ist geht es nicht um Ruhm , Ehre und Geld , sondern um harte Arbeit für die Mitglieder . Wer das nicht kann ist dort fehl am Platze. Ich vermisse auch vom DBV
    praktische Vorschläge um innerhalb der Landwirtschaft eine gewisse Solidarität zu organisieren , die weitere Schäden verhindert , aber auch Verbotsgesetze zeitweise außer Kraft zusetzen. All das hilft den Schaden zu begrenzen und reduziert Härten in den Betrieben.- – Die erwähnten Trittbrettfahrer versuchen sich doch nur selbst zu Profilieren
    um ihre Wichtigkeit zu dokumentieren. Gerade die Bioleute sind als erstes dabei von konv. Betrieben Futter zu bekommen und das bei angeblich besseren Fruchtfolgen und höheren Humusgehalt. Dürre ist Dürre , da hilft das alles nichts. Hofreiter, Göring-E. und Schulze sind ahnungslose Personen , die nur sich selbst sehen . Die Bauern sind denen doch egal , hauptsache Sprüche klopfen und mal wieder von sich hören lassen. Leider glauben die uninformierten Leute draußen denen das auch noch. — Durch die schlechte Ernte , aber vorher gemachte Preiskontrakte werden die meisten Bauern von den höheren Getreidepreisen nicht profitieren können. Das verschärft die Lage natürlich. Ein Beispiel: Weizenkontrakt im März 2018 155 Euro/to. Heute der Marktpreis 190 Euro/to. Der höhere Preis würde rd. 23% Minderertrag ausgleichen, tut er aber nicht , weil die 155 Euro/to fest kontrahiert wurden. Je nach Betrieb sind bis zu 70% der Ernte vorkontrahiert worden. Gut dran sind die Betriebe , die keine Vorkontrakte gemacht haben . Das sind oft die Betriebe , die über ein eigenes Lager verfügen und auch in nassen Jahren selbst trocknen können. Manch einer wird in diesem Jahr , trotz Minderernte höhere Einnahmen haben , als in Normaljahren , denn“ große Ernten“ haben noch nie „Großes Geld“ gebracht.

    8+
    • burgilali sagt

      Ich finde Bauern sollten sich auch ihre Verbandsstrukturen überdenken. Wie wird der DBV-Präsident gewählt? Direkt? oder indirekt durch die Delegiertenversammlung. Wer sind die Deligierten? Wer wählt oder bestimmt die Deligierten ? Repräsentieren die Deligierten die Meinung der Landwirte? U.s.w.
      Verbotsgesetze außer Kraft zu setzen bleibt dem DBV verwehrt! Gesetze zu erlassen bzw. zu ändern ist den demokratischen Institutionen vorbehalten. Das sind bei uns der Bundestag, bei zustimmungppflichtigen Gesetzen auuch der Bundesrat, und die Landtage.
      Die Verbände haben beratende Funktion in Form der Anhörung. Mehr nicht!
      In diesem Zusammenhang wünsche ich mir, dass die Landwirte in Staatsbürgerkunde und Rechtskunde unterrichtet werden. Vielleicht zusammen mit den Flüchtlingen, damit alle zusammen gute Staatsbürger werden.

      0
      • Obstbäuerin sagt

        Wundern Sie sich nicht auch manchmal burgilali, wie es sein kann, dass es genau diese Bauern sind, die es bis zum heutigen Tage geschafft haben, die Nahrungsmittel für mehr als 80 Millionen Menschen durch kluge Arbeit zur Verfügung zu stellen?

        1+
  14. Nauert Hans-Albert sagt

    Warum ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, wie bei der Flutkatastrofe ein Spendenkonto eizurichten, unter der Obhut des Landwirtschaftsministeriums bei dem jeder der die Dürregeschädigten Bauern geholfen werden kann. Auch die Milliartenschweren Handelsunternehmen wie Lidl, Aldi,Rewe, Edeka, Die im Handelsstreit sich befinden, wer noch günstigere Nahrungssmittel anbietet, wofür die Bauern deshalb zu wenig für ihre Protukte erhalten. Da könnten sie sich mit einer Millionenspende einmal erkenntlich zeigen um der Landwirtschaft aus einer Notlage zu helfen. Die Spenden könnten dann noch von der Steuer abgesetzt werden. Natürlich wäre es gut solch ein Spendenkonto auf Dauer einzurichten, denn es gibt immer wieder solche Notlagen, besonders auf den Familienbetrieben. Ich denke z.B. an solche Betriebe die gepachtet sind und über keine Sicherheiten verfügen und deshalb von den Banken, in einer Notlage kein Darlehen erhalten und deshalb vor dem Ruin stehen.

    0
    • Bauer Willi sagt

      „Spendenkonto“. Wie das schon klingt… Ein von Bauern organisierter Selbst-Hilfe-Fonds finde ich da schon besser. Wer freiwillig da was dazu tun möchte: gerne.

      Was auch nicht verkehrt wäre: die Einkäufer mal eine Zeitlang dazu zu bringen, die Preise mal eine Zeitlang nicht zu drücken. Oder sie sogar anzuheben. Kann der LEH ja an die Verbraucher weitergeben.
      Nein, kein Spendenkonto!

      Bauer Willi

      6+
      • Nauert Hans-Albert sagt

        Naturlich können bei so einem Spendenkonto auch Bauern einzahlen. aber auch jeder, der den Bauern in einer Notlage helfen möchte. Das hätte zumindest nicht den Anschein das die Bauern nicht gleich nach dem Staat um Hilfe rufen. Besonders die Handelsunternehmen könnten etwas gutes tun und den Bauern etwas zurückgeben das sie ihnen Jahrelang vorendhalten haben.

        0
        • Inga sagt

          Der LEH, der am meisten da rein tut, darf damit Wertung machen, er kann die Kosten dafür ja an seine Kunden weiter geben, das wäre eine versteckte Gerechtigkeit, nämlich den wahren Preis der landw. Produkte zu zahlen.

          Das bräuchte man auch die verschleierte indirekte Zahlung zur Aufstockung zum ehrlichen Preis dazu durch Subventionen nicht mehr!

          Kann diese Wahrheit keiner vertragen?

          1+
      • Nauert Hans-Albert sagt

        An Willi die Frage warum er gegen ein solches Spendenkonto ist. Der Nabu, Bund NGO,s usw. alle haben Spendenkontos eingerichtet, warum sollte das für die Bauern nicht möglich sein? Man konnte damit auch feststellen wie viele den Bauern wohlgesonnen sind. Kritiker und Neider haben wir ja genug.

        0
    • burgilali sagt

      Weil Bauern jedes Jahr ca. 347€/ha an staatlicher Spende als Direktzahlungen erhalten!

      0
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin, burgilali wo stammt den diese Zahl her ? Meines Wissens liegen die Zahlungen
        weit aus niedriger. Ziehen Sie einmal 100€/ha ab.

        0
      • Nauert Hans-Albert sagt

        Seht doch entlich einmal die Direktzahlung als Endschädigung für die Landschaftpflege, die wenn es die Bauern nicht mehr machen würden, den Steuerzahler viel mehr kosten würden.

        1+
  15. Mark sagt

    „Es gäbe jetzt zwei Möglichkeiten: Rukwied tritt zurück oder wir treten aus diesem Verband aus.“ J.R. wurde doch erst vor ein paar Wochen wiedergewählt. seine Schwächen waren ja bekannt, da kann er gar nicht zurücktreten. Was dem DBV fehlt, ist eine klare Strategie in Sache Öffentlichkeitsarbeit. J.R gibt den Rüpelhaften, Schwarz den eloquenten und Röring den NGO-Versteher. Das kann nicht gut gehen. Das träge, wenig engagierte Hauptamt (Ausnahme u.a. S.Hauschild) wurstelt mit antiquitierten Themen wie Erntepressekonferenz oder dem Situationsbericht mit 2340888 Buchführungsabschlüssen die keinen interessieren, vor sich hin. Wenn J.R. nicht medientauglich ist, ist es halt so. Wer er seinen Verband nicht auf die Anforderungen der modernen Zeit ausrichten kann, ist er fehl am Platz.

    12+
  16. Ostendorf ( am Ende mit nur einem "F" ) sagt

    Wenn ich die Forderung vom DBV richtig verstehe , soll die Milliardenhilfe sogenannte Liquiditätsdarlehn von der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LRB) seien.
    Bekanntlich müssen Darlehen mit Zins und Zinseszins zurückbezahlt werden.
    Bei früheren Sonderkreditprogrammen der LRB, waren solche Kredite um ca 0,25 % Zins verbilligt, und auch nur genau dieses Zinsverbilligung ist auch nur die Staatliche Förderung.
    Bei einer Milliarde Euro Kreditsumme, und einer Zinsverbilligung von 0,25 %.
    Bei einen Betrag von 1 Milliarde € ist somit im Erstem Jahr der Förderungsanteil der Zinsverbilligung somit nur 2,5 Millionen € .
    Bei einer Tilgung von z.b 10 Jahren, beträgt die Zinssubventionierung im 2. Jahr noch 2.250.000 € /Jahr
    3 Jahr =2.000.000
    4 Jahr =1.750.000
    5 Jahr =1.500.000
    6 Jahr =1.250.000
    7 Jahr = 1.000.000
    8 Jahr = 750.000
    9 Jahr = 500.000
    10 Jahr = 250.000

    Nach 10 Jahren beträgt die gesamte Zinsverbilligung 13,75 Millionen Euro, aber nicht 1 Milliarde Euro, wie so gerne Medienwirksam verkauft wird.

    Oder anders ausgedrückt bei 1 Milliarde Kreditsumme und bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland beträgt der Kredit ganze 12 € je Bürger , und der Zinsanteil beträgt lächerliche 0,17 Cent.

    Und für diese 17 Cent, glauben selbsternannte „Agrarexperten“ mit einer „Klimaagrarwende“ mir vorschreiben zu müssen, wie ich Wirtschaften zu habe.
    Übrigens meine Ernte von 7000 kg/ha in diesem Jahr liegt bei weiten über die meines Großvaters der bei eine Ernte von 1000 Pfund/Scheffel = 5000 kg/ha schon von einer Rekordernte Sprach.

    Ich verzichte gerne auf die angeblichen Milliardenfache.
    Aber dafür benötige ich auch keine Ratschläge von Laien.

    14+
    • Ostendorf ( Am Ende mit nur Einen "F" ) sagt

      Korrektur 0,17 € oder 17 Cent nicht 0,17 Cent.

      0
  17. bauerhans sagt

    SCHWARZ ist gut,bin ich auch für,bin aber kein mitglied im verband.
    stoppelbearbeitung geht,ausfallgetreide läuft auf.
    zwischefrucht vom 18.juli geht vorsichtig auf.
    rüben stehen hier gut:
    biorüben auf der einen seite,komplett verkrautete konv. rüben auf der anderen seite.
    wenns erst im oktober regnet,drillen wir eben dann.
    hofreiter,schulze etc. beachte ich gar nicht!

    8+
    • Bauer Willi sagt

      @Hans
      Von meinem Fenster sehe ich die Gerstenstoppel. Vor vier Wochen geerntet. Da ist nicht ein grüner Halm zu sehen. Zum Glück keimt der Ausfallraps. Der wird jetzt wohl vertrocknen. Auch gut, dann sparen wir das böse Glyphosat…
      Bauer Willi

      3+
  18. Wer es mit der Landwirtschaft gut meint, kann sich über die Öffentlichkeitsarbeit der Interessenverbände nur maßlos ärgern. Du beschreibst das sehr treffend.
    Diese Vertreter des Berufsstandes haben offenbar noch nicht begriffen, dass das Gejammer der Landwirte für die sonnenscheinhungrige Spaßgesellschaft nur noch lästig ist…
    In den Verbänden müsste man sich mal viel grundsätzlichere Gedanken machen, siehe auch
    https://liegeboxen.de/duerre-und-bauern/
    Die Verbände werden überflüssig, denn Totengräber braucht die aussterbende Bauernschaft auch nicht mehr.

    13+
  19. Altbauer Jochen sagt

    Es ist immer richtig an den Ursachen von Problemen
    anzupacken,-wenn man sich denn einig ist wo überall die
    Ursachen liegen.
    Es zeigt ja jeder gern mit dem Finger auf andere !
    Man darf aber auch nicht vergessen als erstes die Folgen zu Händeln
    und die Risiken möglichst zu beherrschen.
    Dafür braucht es Konzepte und den Willen diese umzusetzen.
    Als Bauer kann man in dieser Situation nur versuchen
    Schadensbegrenzung zu betreiben.
    Es hat wohl kaum noch einer 3 Ernten „auf Vorrat“
    Dürre und Fluten hat es-und wird es immer geben.
    Es hat auch immer Beispiele gegeben wo man mit dem Aussetzen von
    Bürokratie Hilfe in der Not leisten konnte !
    Allein, der Wille muss da sein ,-Schuldzuweisungen helfen nicht.

    8+
  20. Günter Reichard sagt

    Vielleicht passt der nachstehende Artikel ja ganz gut, ich habe vor ca. einen Jahr mit einen
    österreichischen Regional Manager einer grösseren LEH kette eine Diskussion über die
    Aktzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft geführt.
    Und wie schnell sich im Moment alles ändert, zeigt die Tatsache, dass es in Österreich kein Landwirtschaftsministerium mehr gibt, es heißt jetzt Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.
    Das Hauptproblem heutzutage ist, dass kein Mensch mehr mit den Händen arbeiten will,
    möglichst viel Schule und langes Studium, um dann den „normalen Menschen vorzuschreiben wie Arbeit geht“
    Die ist aber ein Problem der ganzen Gesellschaft, nicht nur der Bauern.
    Man braucht sich nur die Teilnehmerliste der GAP Kommision ansehen, die Vorschläge
    für die EU Kommision zum neuen Abkommen erarbeitet haben.
    Sollte dies so umgesetzt werden, werden die Bauern noch größere Augen bekommen,
    dann ist es auch egal, ob Bio oder konventionell.
    Trotzdem einen schönen Sonntag
    Artikel:
    Warum hat die Landwirtschaft keine Marktmacht,
    oder anders herum, wird die Landwirtschaft vom Handel ausgenutzt?

    Ich denke , dass das Problem bei den Bauern selbst, bzw. deren Berufsverbänden und Lobbyisten liegt.
    Jahrzehnte lang wurde die Landwirtschaft durch Subventionen und andere milde
    Gaben des Staates, bzw. der EU geprägt und auch verhätschelt.
    Lief oder läuft einmal ein Jahr oder eine Ernte nicht so gut, wurde und wird sofort nach Hilfsmaßnahmen und Entschädigung gerufen.
    Politiker und Repräsentanten der Berufsverbände traten medienwirksam als Retter und Wohltäter auf und konnten sich Ihrer Wiederwahl fast sicher sein.
    Dieses fast schon rituelle Procedere funktionierte in der Vergangenheit sehr gut, waren doch die Erzeugerpreise dadurch relativ stabil und die Risiken relativ gering.
    Erst als die tierischen Erzeuger- Preise durch die Marktmacht der Discounter vor
    allen in Deutschland ins Rutschen kamen und der Staat, bzw. die EU nicht mehr wie gewohnt einspringen konnte oder wollte, ging ein Aufschrei durch die Bauernschaft der bis heute nicht verstummt ist.
    Aber statt sich mit der neuen Situation auch mal selbstkritsch auseinanderzusetzen, wurde vielerorts versucht die schwindende Ertrags- Situation mit Mehrproduktion zu
    kompensieren.
    Diese betriebswirtschaftlich fatale Denkweise spiegelt sich in weiter fallende Erzeuger –Preise nieder, hinzu kommt noch, dass im Zuge der Globalisierung von
    überall her und zu fast jeden Preis landwirtschaftliche Produkte verfügbar sind.

    Zusätzlich zu den ganzen Problemen kommen dann noch Horrormeldungen über
    Massentierhaltungen, Mängel in Schlachtbetrieben, Belastungen der Umwelt durch die Landwirtschaft.
    Jede Meldung, ob wahr oder nicht, wird heute tausendfach geteilt und kommentiert. Dies ist aber in allen Bereichen des Lebens so.

    Beispiel Nitratbelastung:
    Es ist unbestreitbar , dass sich die Grundwasserbelastung durch Nitrat in den letzten Jahren in bestimmten Gebieten z.T. drastisch verschlechtert hat. Ob dies immer mit der Landwirtschaft zu tun hat oder die Berechnungsgrundlagen schlüssig sind ist erst einmal zweitrangig. Glaubt man den Medienberichten, ist die Landwirtschaft schuld. Wenn dann aber noch durch Fernsehberichte , z.B. Bayrischer Rundfunk 06.10.16:
    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/quer/161006-quer-nitrat-100.html
    negativ Schlagzeilen dazukommen ist dies schon fast ein Super Gau für die Landwirtschaft.

    Beispiel Lebensmittelskandale:
    Obwohl bei den meisten Skandalen die staatlichen Kontrollorgane versagt haben, und für diese Skandale einige wenige Betriebe verantwortlich sind, auch solche, die mit der Landwirtschaft nichts zu tun hat, fällt es doch wieder auf den Bauerstand zurück.

    Beispiel Tierhaltung:
    Es ist momentan in großer Mode von sog. Tierschutzverbänden bei anderer Leute Eigentum einzubrechen und Videos zu drehen und diese dann medienwirksam darzustellen.
    Aber nicht jeder Bauer betreibt Massentierhaltung oder ist Energieerzeuger, wird aber kollektiv mit als Tierquäler und Profitgeier mit an den Pranger gestellt.
    Ein ganz krasses Beispiel ist für mich die Initiative Tierwohl. Hier versuchen sich Lebensmittel- Einzelhandel und Discounter reinzuwaschen und einzelne Bauern, die in den Genuss fragwürdiger Geldgaben kommen, werden als leichtende Bespiele für eine angebliche tiergerechte Haltung dargestellt.
    Die Angebote und Lebensmittelpreise dieser teilnehmenden Einzelhändler sprechen jedoch eine andere Sprache.
    Nachstehend eine Auswahl von Angeboten diverser Einzelhändler und Discounter aus der Kalenderwoche 24:

    Marktkauf :
    100g Aufschnitt 1,11 Euro, Zillertaler Bergkäse 100g 1,29 Euro,
    100g Pfeffersteaks 1,69 Euro
    Real:
    1kg Rollbraten (Schulter) 2,88 Euro, 200g BIO Wiener 1,99 Euro,
    100g BIO Emmentaler 1,89 Euro
    Aldi:
    400g Rumpsteaks 5,99 Euro, 700g Schweine Kotelett 2,49 Euro,
    750g Hähnchen Grill Sortiment 4,99 Euro

    Ich glaube nicht, dass es möglich ist, mit diesen Endverbraucherpreisen Tiere artgerecht zu halten, tiergerecht und ethisch einwandfrei zu schlachten.
    Wenn man die Internetseite dieser Initiative anschaut, glaubt der unbedarfte Kunde an eine heile Welt.
    Schade ist dass sich landwirtschaftliche Betriebe für diese Kampagne missbrauchen lassen.
    Verbunden mit Fehlinformationen und dem ganzen Förderwahnsinn der EU ist hier ein Gebräu aus Misstrauen, Verachtung , Neid und Missgunst der Landwirtschaft gegenüber entstanden.
    Ich glaube auch nicht, dass die Bauernverbände und die einschlägigen Politiker aufgrund Ihrer Konstellationen die schwierige Situation nachhaltig ändern können.
    Deutlich wird dies in Bereichen die nur am Rande mit der Landwirtschaft zu tun haben, z.B. den Tiertransporten, hier fehlt der eindeutige Wille dieses schmutzige Geschäft nachhaltig zu ändern.
    Und schaut man sich die Subventionsliste der EU im Internet an, wird schnell klar,
    wem diese Verbände hauptsätzlich dienlich sind.
    Die Bauern werden lernen müssen Ihre Arbeit ehrlich und auch authentisch zu repräsentieren, offen auf die Bevölkerung zuzugehen, in kleinen überschaubaren Kreisen, z.B. auf Märkten , Volksfesten ,Sportveranstaltungen, überall dort wo Menschen in kleineren überschaubaren Gruppen auftauchen.
    Den Verbraucher sollte klar gemacht werden, dass nicht immer nur der Preis entscheidend ist, sondern regionale Verfügbarkeit, die dadurch vermiedenen Umweltbelastungen ebenso für Nachhaltigkeit entscheidend ist.
    In den Schulen muß der Wert von naturnah und möglichst regional erzeugten Lebensmitteln wieder glaubhaft vermittelt werden und welche Vorteile gesunde Ernährung bietet.
    Essen und Trinken ist elementar, aber ganz wenige Teile der Bevölkerung wissen von den Zusammenhängen die bei der Erzeugung von nachhaltigen Lebensmitteln
    auftreten,
    Dort muß Überzeugungsarbeit beginnen, dort muß auch klargestellt werden das Bauer sein nicht mit anderen Berufen vergleichbar ist.
    Und es muß sich ganz klar distanziert werden von den Agrarfabriken, von den Bauern deren Haupterwerb die Erzeugung von Energie ist, und vor allen Dingen von den Methoden der Tierverwertung so wie es im Moment gehandhabt wird.

    Der Bauer wird erst wieder zu Ansehen kommen, wenn er bereit ist über viele Schatten zu springen und sich klar auf die ursprünglichen Werte wie Achtung vor Mensch, Tier und Natur zurückzugehen auf kleinere Einheiten und vor allen Dingen glaubwürdig nachhaltige Lebensmittel zu erzeugen.
    Dann kommt die Markenaktzeptanz von alleine und weit mehr Bauern als bisher werden wieder ein ausreichendes Auskommen für sich und Ihre Familien haben.

    7+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „“ie Bauern werden lernen müssen Ihre Arbeit ehrlich und auch authentisch zu repräsentieren, offen auf die Bevölkerung zuzugehen, in kleinen überschaubaren Kreisen, z.B. auf Märkten , Volksfesten ,Sportveranstaltungen, überall dort wo Menschen in kleineren überschaubaren Gruppen auftauchen.
      Den Verbraucher sollte klar gemacht werden, dass nicht immer nur der Preis entscheidend ist, sondern regionale Verfügbarkeit, die dadurch vermiedenen Umweltbelastungen ebenso für Nachhaltigkeit entscheidend ist.
      In den Schulen muß der Wert von naturnah und möglichst regional erzeugten Lebensmitteln wieder glaubhaft vermittelt werden und welche Vorteile gesunde Ernährung bietet.
      Essen und Trinken ist elementar, aber ganz wenige Teile der Bevölkerung wissen von den Zusammenhängen die bei der Erzeugung von nachhaltigen Lebensmitteln
      auftreten““

      Sicherlich wäre es gut dem Verbraucher mitzuteilen wie die Lebensmittel erzeugt werden und wer sie erzeugt, nur finanziell bringt das nichts. Längstens nach dem 2 Einkauf ist das vergessen.
      Es gibt keine Branche im Lebensmittelbereich wie im Weinbau wo die Nähe zum Kunden gesucht wird, dennoch wird es immer schwieriger deutschen Wein zu einen vernünftigen Preis zu kaufen, viele kaufen lieber billige Plörre aus dem Ausland.

      Was die Landwirtschaft braucht, sind Garantiepreise und garantierte Menge. Da könnten Vorgaben an zb. Tierhaltung gemacht werden. Der Handel wird sich in dieser Richtung nicht bewegen, leider.

      0
      • Günter Reichard sagt

        Solange die Bauern Ihre Vermarktung nicht selbst in die Hände nehmen, solange wird es keine Garantiepreise geben. Wenn der Preis den LEH nicht passt, dann wird eben aus dem Ausland eingeführt.
        Es ist auch müßig, mit den Bauern Genossenschaftsmodelle zu diskutieren.
        Fakt ist, dass bei uns der Milchpreis um ca. 20 cent höher liegt, nicht zuletzt weil die meisten Molkereien noch Genossenschaften sind.
        Der größte Fehler war , dass man zugelassen hat, funktionierende Strukturen dem Profit zu opfern, zuerst hat es in den 70 ern die Kleinen getroffen, dann suchte man das Heil in der Größe und jetzt ? Ratlosigkeit allenthalben.
        Lediglich die, die von der Landwirtschaft am wenigsten verstehen und die mit der Landwirtschaft einen Haufen Geld verdienen reißen das Mundwerk medienwirksam auf, siehe DBV Präsident.
        Ich habe in meiner Schulzeit mal einen Aufsatz über F.W.Raiffeisen als Strafarbeit schreiben müssen, seither weiß ich was gelebte Solitarität sein kann.
        Aber die Not der Bauern ist glaube ich, noch nicht so groß, sonst würden sie sich sicher Gedanken machen über gemeinsames Marketing und eine gemeinsame Vermarktung und vor allen Dingen über eine gemeinsame Sprache.

        8+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Während das Bundeskartellamt nahezu jede Fusion im LEH genehmigt, wird dies bei landwirtschaftlichen Genossenschaften abgelehnt. Selbst wenn man keine Milch verkauft wegen der schlechten Bezahlung, wird mit Gericht gedroht.

          Siehe der Milchstreik 2008

          https://www.welt.de/wirtschaft/article2166160/Kartellamt-warnt-Bauern-vor-illegalen-Absprachen.html

          http://www.spiegel.de/wirtschaft/bauernprotest-kartellamt-warnt-vor-neuen-milchstreiks-a-563168.html

          Was nun?

          Während das Bundeskartellamt nahezu jede Fusion im LEH genehmigt, wird dies bei landwirtschaftlichen Genossenschaften abgelehnt. Selbst wenn man keine Milch verkauft wegen der schlechten Bezahlung, wird mit Gericht gedroht.

          Siehe der Milchstreik 2008

          https://www.welt.de/wirtschaft/article2166160/Kartellamt-warnt-Bauern-vor-illegalen-Absprachen.html

          http://www.spiegel.de/wirtschaft/bauernprotest-kartellamt-warnt-vor-neuen-milchstreiks-a-563168.html

          Was nun?

          Joachim Rukwied machte nach dem Abitur eine Ausbildung zum Landwirt und studierte dann an der Fachhochschule Nürtingen Agrarwirtschaft mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft und Abschluss Diplom-Ingenieur (FH). Ab 1987 beteiligte er sich als Partner einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) am elterlichen Hof in Eberstadt im Landkreis Heilbronn, der damals 80 Hektar Land und 25 Milchkühe umfasste (zum Vergleich: die durchschnittliche Hofgröße in Baden-Württemberg lag 2010 bei 32 Hektar, der Bundesdurchschnitt bei 56 Hektar. Nachdem er den Hof 1994 übernommen hatte, beendete er die Milchviehhaltung und bewirtschaftet heute insgesamt 290 Hektar, nach anderen Angaben fast 350 Hektar, wobei weitere 240 Hektar (nach anderen Angaben 285 Hektar) Pachtfläche aus der Beteiligung an einer Ackerbau-GbR hinzu kommen. Die Nutzung ist dominierend Ackerbau (Getreide, Zuckerrüben, Raps, Körnermais), 30 Hektar sind Feldgemüse (Kohl, Sellerie) im Vertragsanbau sowie 8 Hektar Weinberge.
          Quelle. Wikipedia (

          Ob dieser Mann was von Landwirtschaft versteht, überlasse ich ihnen.

          1+
        • Schmeckt gut sagt

          Hallo Herr Reichard, ihre Ideen zur Vermarktung sind sicherlich ein Ansatz und auf jeden Fall wünschenswert.Sie werden ja auch immer von Politik und auch interessierten Verbrauchern geäußert/gefordert. Die Realität und insbesondere die Interessen von Verarbeitung und Handel sehen aber ganz anders aus – und hier gibt es auch massive Unterstützung durch die Politik (Kartellamtsuntersuchungen/-entscheidungen, Zusammenschlüße LEH…). Wichtigstes Ziel der Politik in allen Bereichen sind halt günstige Rohstoffe, was ja auch für ein extrem rohstoffarmes Land existentiell wichtig ist. Neueste Entwicklungen deuten leider auf genau gegensätzliche Entwicklungen hin. Die LEHriesen kooperieren immer mehr – um Verkauf, aber auch den Einkauf europaweit zu optimieren. Ein Beispiel? http://www.edeka-verbund.de/Unternehmen/de/edeka_verbund/verbundsprofil/gruppenstruktur/Struktur.jsp Es ist eines der größten Einkaufsmonopole weltweit. Wie sollen hier zusammengeschlossene, genossenschaftlich organisierte Betriebe gegenhalten. Zunächst stehen doch Millioneninvestitionen in Vermarktungs- und Verarbeitungsstrukturen an, um die ganzen Auflagen zu erfüllen. Soll ich ihnen die verschiedenen Verordnungen/zu erfüllenden QMS/von Europa erdachten Erschwernisse nennen? Warum geben wohlso vieleLandschlachtereien auf? Ganz einfach: Die Auflagen sind erdrückend und extrem teuer umzusetzen. Alles wäre relativ einfach, wenn nicht alles so kompliziert wäre 😉 Hier gilt es anzusetzen.

          5+
          • burgilali sagt

            Das die Auflagen für Landschlachtereien erdrückend seien und extrem teuer erscheint mir eine bloße Behauptung. Seit 2010, seit Einführung des EU-Hygienepakets gab es keine wesentlichen Veerschärfungen mehr.
            Zumindest in Bayern war es so, dass jeder Schlachtbetrieb, der die frühere Fleischhygienverordnung erfüllt hatte, auch die EU-Zulassung erhielt. Allerdings war das eigentliche Problem der Generationenwechsel. Es fehlte an Betriebsnachfolgern.
            Dass so mancher Betrieb heute investieren muss ist völlig normal, weil die Anforderungen gerade beim Tierschutz beim Schlachten angestiegen sind. In Bayern gibt es staatliche Zuschüsse für die Investition in eine neue Elektro-Betäubungsanlage, die ab Dezember 2019 erforderlich ist. Die Betäubungsvorgänge müssen auslesbar sein.

            1+
            • Schmeckt gut sagt

              Sie unterstützen also meine Argumentation, Klasse 😉 denn warum gibt es denn keine Betriebsnachfolger? Weil sie nicht so bescheuert sind einen Betrieb zu übernehmen, der durch immer weiter verfallende Preise und steigende Auflagen (hier liegen sie nämlich falsch, sprechen sie mal mit heutigen/ehemaligen Landschlachtern) keine Zukunft hat. Die industrielle Konkurenz wird extrem bevorzugt durch die Politik, weil billige Lebensmittel überlebenswichtig sind für das Überleben der Berufspolitiker. Handwerkliche Arbeit wird idealisiert und erträumt – ja in Nischen und in großen Städten vielleicht auch wirtschaftlich am Leben erhalten, aber nur weil es dort so viele potentielle Käufer gibt. Die ländlichen Gebiete bluten aus und dieser Trend wird sich noch verstärken, weil kein ernstzunehmender Politiker sich hier einbringen wird, denn er kann hierbei nur die größere Zahl Stadtwähler verlieren. Und mal ganz ehrlich. Sie schieben den Tierschutz vor – im Bereich kleine Schlachtereien, wo er selbstverständlich sein sollte. Mit den dafür zusätzlich nötigen Investitionen (wie in anderen Bereichen auch) bestätigen sie doch meine Argumentation, oder? Und der Staat gibt eine kleine Förderung – lächerlich!! Große Schlachtbetriebe werden mit Millionen gefördert.

              2+
            • Inga sagt

              Ja, Schmeckt gut,

              so ist es,
              an den Handwerkern liegt es auch, die sind bestimmt wie Bauern auch schuld daran, dass es keine oder weniger handwerklich ehrliche Brötchen und andere Backwaren, wie auch qualitatives Fleisch und Wurst zu kaufen gibt.

              Industrielle Schlachtereien fordern mehr Tiertransport und auch mehr Massentierhaltung.

              Und der Bauer ist schuld daran?

              Der Kunde ist ja König!
              Das weiß auch der Politiker!

              0
        • Inga sagt

          Ach, warum denn so eine Mühe machen,
          wo anders lässt sich das Geld leichter verdienen!

          Warum soll man als Bauer Not leiden in der heutigen Zeit?
          Übermarketing ist sich schon oft Gedanken gemacht und viele Vermarkten auch sehr erfolgreich selber, egal als Genossenschaft oder Einzel Hof, die Kunden nehmen es ja nicht so sehr an, sie kaufen lieber im LEH!

          Da gehören auch ganz andere Strukturen dazu, wie Stadtnähe usw.
          Verkauf Genossenschaften?
          Eine gute Idee, aber die Bauern haben mit Genossenschaften schon lange so ihre Erfahrung.

          Ein Außenstehender kann da gar nicht mitreden!
          Hauptsache Du machst mit deinen Mitarbeitern und Kollegen gutes Teamwork!
          Wie steht es denn damit, dürfen die Bauern da auch mal Einblick haben?

          Und hier hast du Recht:
          „Der größte Fehler war , dass man zugelassen hat,

          funktionierende Strukturen dem Profit zu opfern,

          zuerst hat es in den 70 ern die Kleinen getroffen, dann suchte man das Heil in der Größe und jetzt ? Ratlosigkeit allenthalben.“

          Und wer hat den Profit einkassiert?

          0
    • Hans-Günter Felser sagt

      an Günter Reichard: Ihr Kommentar ist aus meiner Sicht einer der besten Beiträge hier!
      Der kann (und sollte) unverändert als Arbeitsanleitung für die Zukunft der Bauern und den Zusammenhalt, das Zusammen leben mit den Konsumenten übernommen werden.
      Sie bauen Brücken.

      4+
    • burgilali sagt

      Hallo Günter Reichard, der Kommentar enthält viel Wahres.
      Allerdings handelt es sich nicht um Einbruch, sondern „nur“ um Hausfriedensbruch. Einbruch gibt es im Strafsystem im deutschsprachigen Raum nur in Verbindung mit einer Aneignungsabsicht. Bei einer Kontrolldichte von 48 Jahren je tierhaltendem Bauernhof in Bayern ist Behördenversagen die einzige richtige Beschreibung. Weitere Zahlen finden sich in der entsprechenden Antwort der Bundesregierung.
      Das eigentlich Erschreckende sind die in den Bildern und Videos dokumentierten Tiermisshandlungen, und dass diese unter den Tisch gekehrt und geleugnet werden von den Bauern und ihren Verbandsfunktionären.
      Rechtskonforme und tierschutzgerechte Lebensbedingungen der Tiere würden der „Tierschutzindustrie“, wie die Tätigkeit mutiger Bürger abfällig genannt wird, sehr schnell den Boden unter den Füßen wegziehen.
      Das Bundesverwaltungsgericht hat die derzeit übliche Kastenstandhaltung von Sauen für rechtswidrig erklärt. Doch anstatt sich Gedanken um eine baldige Verbesserung der Situation der Tiere zu machen wird gemeine Richterschelte betrieben.
      Desgleichen wurde mit dem Urteil des Bad Naumburger OLG umgegangen. Herr Ruckwied nannte es einen Skandal. Der eigentliche Skandal ist die Tiermisshandlung, die in dem betroffenen Schweinemastbetrieb tagtäglich und jede Nacht stattfand. Und dass die zuständige Kontrollbehörde davon nachweislich Kenntnis hatte ohne einzuschreiten.
      Erst die Aktion der Tierschützer brachte das an den Schweinen begangene Unrecht ans Tageslicht, und selbstverständlich in die Medien. Die Tierschützer haben sich „für die Rechtsgüter anderer“ wie es im § 34 StGB, dem Notstandsparagrafen heißt, eingesetzt; dieses Verhalten ist höher zu bewerten als der Hausfriedensbruch. Wäre die Schweinehaltung rechtskonform gewesen, wäre auch das Urteil bereits in der ersten Instanz anders ausgefallen.
      Die Landwirtschaft kann ihr Image nur verbessern, wenn sie die bestehenden Tierschutznormen ohne Abstriche umsetzt. Die Tierwohllabels des Handels sind letztendlich eine Antwort des LEH auf die Untätigkeit der Regierung. Diese wiederum folgt den Einflüsterungen der Lobbyisten der Agrar- und Fleischindustrie. Diese wiederum will niedrige ERzeugerpreise bei uns, um auf den Weltmarkt exportieren zu können.
      Das Enthornen der Kälber, das Kupieren der Schwänze bei Ferkeln und Lämmern sind grundsätzlich rechtswidrige Eingriffe in die Integrität und das Wohlbefinden der Tiere. Bei einer artgemäßen Unterbringung der Tiere, wie es § 2 TierSchG vorschreibt, sind diese Eingriffe unnötig. Es verschlechtert eher das Image der Landwirtschaft, wenn sie für die selbstverständliche Umsetzung gesetzlicher Tierschutznormen laut nach Euros ruft.
      Das Bestreben von DBV und v.a. BBV K.d.ö.R. das im Tierschutzgesetz ab dem 1.1.2019 bestehende Schutzniveau für männliche Saugferkel zu reduzieren oder sein Inkrafttreten zu verschieben ist ein ganz typisches Beispiel für die abstoßend gefühllose, ausschließlich ihre Gruppenegoismen im Blick habende Vorgehensweise der landwirtschaftlichen Berufsvertreter. Ab dem 1.1.2019 ist das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln verboten. Es gibt tierfreundlichere Alternativen. Anstatt sich mit der veränderten Situation auseinanderzusetzen laufen die Verbände ihrem Wolkenkuckucksheim hinterher.

      1+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin@burgilali, was das kastrieren von Ferkeln betrifft, müssen Sie sich ja
        auskennen ,wenn Sie der Meinung sind , das das was jetzt zum Gesetz wird tierfreundlicher wird . Für wenn??? Wir sollten die Ferkel fragen.

        0
  21. Bauer S sagt

    Die Gesellschaft wird die Landwirtschaft bekommen die sie bezahlt. Da weder Staat noch Gesellschaft mehr zu bezahlen muss man den Weltmasstab nehmen.

    7+
  22. Martin Reinecke sagt

    Diese geforderte Mrd wird uns noch auf ewig anlasten.
    Als ob die Tiere Geld fressen.
    Viel wichtiger wäre vielleicht Hilfe in organisitorischer Form.
    Entbürokratisieren, jetzt! Zum Teufel mit Vorrangsflächen, usw bewirtschaftet jeden qm, vorallem nächstes Jahr wenn die Lage hoffentlich wieder „normal“ ist.
    Was willst mit Geld, wenn Du kein Futter kaufen kannst, weil nix da ist?
    Ja, nach Geld hätte man später auch noch „schreien“ können.
    Aber Willi ich gebe Dir Recht, der Konstantin war eine „coole Socke“

    Deine Angst Willi kann ich gut verstehen, was ist mit der Aussaat von Zwischenfrüchten, Gründüngung?
    Oder mit der Herbstbestellung?
    Die Fragen habe ich mir auch schon gestellt.
    Es bleibt nur zu hoffen, das diese „Langzeitprognosen“ sich irren.

    1+
  23. Nauert Hans-Albert sagt

    Sehr gut unsere Situation beschrieben. Ich denke die Hilfe für die Dürregeschädigten wird wieder aussehen wie in derVergangenheit auch. Zinsgünstige Darlehen bei einer Nullzinspolitik, das nach einiger Zeit zurückbezahlt werden muß.

    1+
    • Andi sagt

      Ich denke , es wäre schon sehr viel geholfen, wenn endlich die Möglichkeit der steuerfreien Risikorücklage kommen würde. Aber es wird nur endlos darüber geredet, und es passiert – nichts,
      Mir ist schon klar, dass dies kurzfristig nicht die Ideallösung ist.

      3+
      • burgilali sagt

        Gibt es für andere Wirtschaftsbeteiligte eine steuerfreie Rücklage?
        Warum danneine Extrawurst für die Landwirtschaft braten??

        1+
        • Inga sagt

          Weil die anderen weniger von dem Risiko Wind und Wetter abhängig sind, die können ganz anderes kalkulieren!

          Und in diesem Jahre wäre es ja gut, wenn die Bauern Rücklagen hätten, dann wären sie weniger von den Subventionen für die Trockenheit abhängig.

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          • Hans-Günter Felser sagt

            an Inga: Als Betreiber diverser Photovoltaik-Anlagen bin ich auch – wie ein Landwirt – vom Wetter abhängig.
            Ich müsste jetzt heucheln, wenn ich mich nicht wie Bolle über die derzeitige Wetterlage freuen würde – was diese Sparte betrifft.

            Da ich gerade bei einigen Landwirten Großflächen an PV-Anlagen sichte, denke ich, dass eine Schmälerung der Weizenernte doch recht angenehm durch diese Einnahmen beim Sonnenstrom abgefedert werden.

            Was ich sagen möchte: Gerade der Landwirt ist durch seine Findigkeit in der Lage, aus jeder Situation das Beste zu machen. Es benötigt lediglich Wissen und Tatkraft.
            Subventions-Hurerei und Dürre-Milliarde-Forderungen stehen allerdings dieser Praxis und Möglichkeit diametral entgegen.

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            • Brötchen sagt

              Solaranlagen sind auch nicht viel besser als die Subventionen, die der LW. bekommt. In meiner Augen sind die noch eine Stufe schlimmer, weil die jeder über den Strompreis mitzahlen muss.

              0
            • Am Beispiel von Biogas wird der Subventionsirrsinn noch deutlicher: Per EEG wird der Flächenverbrauch für Biogas gefördert, die Viehhalter werden auf anderem Wege gefördert, die so angeheizte Flächenkonkurrenz treibt die Pachtpreise nach oben. Mit der Dürre wird die Flächenkonkurrenz richtig kritisch. Weiter an der Subventionsspirale zu drehen, kann nicht die Lösung sein. Das Geld landet in der einen oder anderen Form immer bei den Grundeigentümern und nicht bei denen, die das Land bewirtschaften. Ich gönne jedem Landwirt sein Eigentum, aber fördert solche subventionsgetriebene Flächenkonkurrenz nicht die Konzentration von Grundbesitz bei kapitalstarken – oft landwirtschaftsfremden – Investoren?

              2+
        • Natürlich gibt es das, Industrieunternehmen können für alle möglichen Risiken steuerfreie Rückstellungen bilden. Wenn dann das Risiko innerhalb einer gewissen Zeit nicht eintritt, müssen Rückstellungen allerdings aufgelöst und als Gewinn versteuert werden.

          1+
  24. sonnenblume sagt

    So denken heute sicher sehr viele Landwirte. Wir stimmen dem jedenfalls zu. Beim Satz, wo nichts wächst, braucht man auch nicht düngen, bekommen sowohl Veredlungsbetriebe als auch Milchviehhalter in absehbarer Zeit ein Problem.

    4+
      • sonnenblume sagt

        Hier regelt die Düngeverordnung die Ausbringung der Nährstoffe( Gülle). Wer nichts, oder nur wenig Material erntet, darf auch nur wenig düngen. Also bleibt auch der Veredler, wenn er wenig erntet auf der Gülle sitzen. Jetzt mal ganz vereinfacht beschrieben.

        1+

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