Jahr: 2018

Die Dürre ist noch nicht vorbei…

Ganze 14 mm hat es am Montag geregnet. Gott sei Dank, denn es ist der erste nennenswerte Niederschlag nach zwei Monaten Trockenheit und Hitze. Am Freitag sollen 1 bis 2 mm dazu kommen. Danach, bis Ende August,  soll es laut Wettervorhersage keinen Regen mehr geben. Mit diesen Aussichten muss ich jetzt ein paar ganz praktische Fragen für mich beantworten: Macht es Sinn, jetzt Zwischenfrüchte zu säen? Wir sind gerade dabei, etwa 15 cm tief zu grubbern und holen dabei den trockenen Boden nach oben. (siehe Bild) Für das Auflaufen des Ausfallgetreides, das bisher nicht keimen konnte, müssen wir die wenige Feuchtigkeit nutzen. Mag sein, dass die Feuchtigkeit noch ausreicht, dass die Saat der Zwischenfrucht keimt, aber das ist nicht sicher. Wenn sie nicht keimt, habe ich das Saatgut in der nächsten Kultur als unerwünschtes Unkraut stehen. Und wenn sie keimt, kann sie dann vertrocknen. Also: säen oder nicht säen? Soll ich jetzt Gärsubstrat ausbringen, wo ich doch noch nicht richtig entscheiden kann, ob die Zwischenfrüchte gesät werden? O.k., das Greening darf noch bis Ende September bestellt werden, aber pflanzenbaulich macht …

Sommer 2018: sicher krebserregend

Selten hat so viel und so lange die Sonne geschienen wie im Sommer 2018. Und er ist noch nicht zu Ende. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5578/umfrage/durchschnittliche-monatliche-sonnenscheindauer-in-deutschland/ Die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen freut es. Der Ertrag ist riesig, einige hatten schon Ende Juli die Strommenge eines Durchschnittsjahres erreicht. Das bringt satte Gewinne. Und noch ist das Jahr nicht vorbei. Doch eines wird bei all dieser Freude leicht vergessen: Das IARC stuft „Solar Radiation“ (=Sonnenschein) als „Sicher krebserregend“ ein. Stufe 1, also absolut sicher, ohne jeden Zweifel. https://monographs.iarc.fr/wp-content/uploads/2018/06/mono100D-6.pdf Allerdings bewertet das IARC nur die potentielle Gefahr, also nicht das Risiko. Wenn man nicht in die Sonne geht, ist das Risiko Null. Vergleichbar ist das mit den Schwimmen: da kann vom Hai angegriffen werden. Er ist eine Gefahr, aber wenn man in der Nordsee badet, ist das Risiko Null. Oder habt ihr jemals von einem tödlichen Haiangriff in der Nordsee gehört? Also liebe Urlauber: Sonnenschein ist eine Gefahr. Das weiß das IARC sicher. Stufe 1, also kein Zweifel. Übrigens weiß das auch jeder Hautarzt und wir wissen es auch. Es muss aber kein Risiko …

2 Cent für die Bienen

Es gibt sie doch: die nationale Hilfsaktion. Aber anders als in Australien nicht für die Farmer, sondern – wie sollte es anders – sein, in Deutschland für den NABU und die Bienen. https://regional.rewe.de/insektenschutzfond?gclid=CjwKCAjw-8nbBRBnEiwAqWt1zUL02sOfBV_aNkM4jN5IOgZKHhoCK_eupQicamH6r2bcSihJvboQ5BoCP70QAvD_BwE&ecid=sea_google_vs_brands_[dm]-regionale-bienen-[nt|br]_{b}-+rewe-+nabu_text-ad_1474279084_60919112121&s_kwcid=AL!903!3!282231784733!b!!g!!%2Brewe%20%2Bnabu&ef_id=W2mFTQAAAF_Xcwu9:20180815061040:s Dort steht zu lesen, dass Rewe für jedes Produkt von Obst und Gemüse zwei Cent an den NABU abführt. Was ist eigentlich, wenn man das nicht will? Gibt es dann an der Scannerkasse einen Rabatt von 2 Cent? Ihr könnt ja mal fragen… Euer Bauer Willi

Fünf Dollar für den Farmer

In Australien war vor kurzem „Farmers Day“. Kinder konnten, als Farmer verkleidet, zur Schule gehen. In diesem Jahr hatte ein 10jähriger Junge eine besondere Idee. https://www.news.com.au/lifestyle/parenting/school-life/sydney-schoolboy-hits-20000-target-to-help-farmers-in-48-hours/news-story/bafcdc3f9cfea1419e4192e3430961da Kurz zusammengefasst: er hat zu einer Spendenaktion „A Fiver For a Farmer“ (Fünf Dollar für den Farmer) für die von der Dürre betroffenen Farmer in seiner Region aufgerufen. Denn auch in Australien herrscht eine Jahrhundert-Dürre. Schnell wurde diese lokale Aktion zu einer nationalen Bewegung, die nun in ganz Australien durchgeführt wird. Sogar eine eigene Website gibt es mittlerweile. https://afiverforafarmer.com.au/ Sicherlich wird diese Aktion kaum die erforderlichen Summen zusammenbringen. Doch das ist auch nicht wichtig. Bemerkenswert ist die Solidarität, die die australische Bevölkerung ihren Bauern entgegenbringt. Und nicht nur das: am Farmers Day wurde in allen australischen Schulen das Thema Landwirtschaft ausführlich thematisiert: Wie arbeiten die Farmer, was sind ihre Sorgen, woher kommt unser aller Essen. Es geht bei dieser Aktion also weniger um Geld, sondern um mehr Verständnis. Auch in Deutschland ist eine große Dürre. Man stelle sich nur mal vor, jemand würde eine solche Aktion hier starten. Oder einen „Tag des Bauern“ einführen. Nein, das ist unvorstellbar. …

Regen, Frontal 21 und ein ideologisches Süppchen

Was für ein Tag! Am 13.8. hatte sich ein Team von Frontal 21 (ZDF) angesagt. Kaum waren sie da, fing es an zu regnen, nein, wie aus Kübeln zu gießen. Satte 14 mm kamen in kurzer Zeit runter. Es war der erste nennenswerte Niederschlag seit dem 9. Juni. Zwei Monate mit Trockenheit und brütender Hitze sind jetzt erst einmal zu Ende gegangen. Zwar reicht diese Schauer bei weitem nicht aus, aber für alle Kulturen (und auch den Rasen im Hof) war sie schon mal sehr hilfreich. Ich bin sehr dankbar.   Frontal 21 – was waren die Themen? Aufmerksam geworden war man wohl durch einen Bericht auf Tagesschau.de in dem ich zitiert wurde. Man wollte von mir wissen, wie sich die Dürre in unserem Betrieb auswirkt, (wir haben geringere Erträge aber jetzt steigende Preise für Gerste, Weizen und Raps) , was ich von der Dürre-Hilfe halte (finde ich richtig, für die Betriebe, die unverschuldet in Not gekommen sind, allen voran die Milchviehbetriebe, die in den letzten Jahren keine Rücklagen bilden konnten) wie ich zum Bauernverband …

Nicht nur ein neues Bild…

Wir haben unsere Homepage und den Facebook-Auftritt mit einem neuen Bild versehen. Und nicht nur das. Wir haben auch unsere Zielsetzung neu formuliert. Wer wissen will warum, sollte dieses Interview lesen. https://agrarblogger.de/2018/08/10/bauer-willi-bruecken-bauen-horizonte-erweitern-mut-machen/ Willi und Alois

Einmalig? – Ich befürchte: nein…(Video)

Erstmalig in meinem Leben haben meine Nachbarn begonnen, bestimmte Kulturen zu beregnen. Ich mache mir jetzt ernsthaft Sorgen um die Zukunft. Die äußere ich im Video. (Ich weiß, der Ton ist furchtbar, aber ich hatte mein externes Mikro nicht dabei, weil ich vorher in den Rüben war. Mit dem Fahrrad. Bin halt manchmal etwas zu spontan…) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Das Beste für dein Land

Eine Super-Sache, auch wenn es von der bösen Agrarchemie kommt. Adama unterstützt Projekte im ländlichen Raum mit insgesamt 50.000 €. Ob in einem Verein, der Landjugend, der Landfrauen z.B. für die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen oder Senioren, Denkmalpflege; Naturschutz, Kulturelles oder vielleicht was ganz anderes. Jeder kann mitmachen, es sollte nur ein Projekt auf dem Land sein. Mehr dazu könnt ihr hier lesen: https://www.my-adama.com/action/10/so-gehts Schaut euch auch mal die Projekte an, die schon eingereicht wurden. Vielleicht habt ihr ja eine ähnliche Idee. https://www.my-adama.com/action/10/projektgalerie Finde ich eine gute Sache und mache deshalb auch in der Jury mit.  Ihr seht: Ich bin nicht von Monsanto gekauft 🙂 Euer Bauer Willi  

Milchkontrakte jetzt kündigen

Mitten in die Berichterstattung über die Dürre senkt Aldi den Butterpreis. Kurz darauf die Wettbewerber. Wie bei Oligopolen halt üblich. Nein, das ist kein Kartell, das nennt man Marktbeobachtung. Davon, dass Milchbauern derzeit händeringend nach Futter suchen und dies entsprechend dann teuer bezahlen müssen, scheint der Lebensmittelhandel nichts gehört zu haben. Anders ist dieses rüde Verhalten nicht zu erklären. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, den Milchpreis für den Erzeuger deutlich anzuheben und von Seiten der Verarbeiter (i.d.R. Molkereien) die laufenden Kontrakte sofort zu kündigen. Der Lebensmittelhandel ist bekannt dafür, außerordentliche Kündigungen immer dann auszusprechen, wenn er Erkenntnisse hat, die aus seiner Sicht eine Preissenkung rechtfertigen. Und da Begriffe wie moralische Verantwortung oder Anstand dem Lebensmittelhandel wohl eher fremd sind, habe ich mich auf die Suche nach einer Begründung gemacht. Möglich machen könnte die Kündigung der Kontrakte mit dem Lebensmittelhandel die Anmeldung von „Force majeure“, übersetzt „Höhere Gewalt“. Dazu schreibt Wikipedia: „Als höhere Gewalt bezeichnet die Rechtsprechung ein von außen kommendes, keinen betrieblichen Zusammenhang aufweisendes, auch durch äußerste vernünftigerweise zu erwartende Sorgfalt nicht abwendbares Ereignis. …

Post von Thomas

Diese Mail erhielt ich am Sonntag. Und mehr will ich dazu auch nicht sagen. Hallo Bauer Willi, So irgendwie scheinen wir beide uns mit denselben Gedanken die Zeit zu vertreiben. Nach fast zweistündigem Telefonat mit unserer gemeinsamen Freundin Carina Konrad, bei dem es neben Landwirtschaft und Agrarpolitik aber auch mal privat sein durfte, war ich nicht gerade entspannter was die Lage unserer Zunft anbelangt. Ich bin verärgert über unsere Rahmenbedingungen. Die sorgen dafür, dass uns eine Trockenheit direkt umhaut. Klar geistert in unserer aller Köpfe momentan die Milliarde herum. Klar ist auch, dass man, nachdem man eine Feldrundfahrt gemacht hat, auch gerne etwas davon ab hätte. Seit den Unwettern Anfang Juni ist bei uns hier kein messbarer Regen mehr gefallen. Die ersten beiden Schnitte im Grünland sowie unsere Druschfrüchte haben uns noch vertretbare Erträge geliefert. Jetzt bangen wir um das Überleben unseres Dauergrünland und den Mais. Im Übrigen kann ich auf unserem Standort für die vergangenen drei Jahre auch eine miserable Regenverteilung feststellen, die zum Teil ähnlich schlechte Erträge zur Folge hatte wie es in diesem …