Bauer Willi
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Sommer 2018: sicher krebserregend

Selten hat so viel und so lange die Sonne geschienen wie im Sommer 2018. Und er ist noch nicht zu Ende.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5578/umfrage/durchschnittliche-monatliche-sonnenscheindauer-in-deutschland/

Die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen freut es. Der Ertrag ist riesig, einige hatten schon Ende Juli die Strommenge eines Durchschnittsjahres erreicht. Das bringt satte Gewinne. Und noch ist das Jahr nicht vorbei.

Doch eines wird bei all dieser Freude leicht vergessen: Das IARC stuft “Solar Radiation” (=Sonnenschein) als “Sicher krebserregend” ein. Stufe 1, also absolut sicher, ohne jeden Zweifel.

https://monographs.iarc.fr/wp-content/uploads/2018/06/mono100D-6.pdf

Allerdings bewertet das IARC nur die potentielle Gefahr, also nicht das Risiko. Wenn man nicht in die Sonne geht, ist das Risiko Null. Vergleichbar ist das mit den Schwimmen: da kann vom Hai angegriffen werden. Er ist eine Gefahr, aber wenn man in der Nordsee badet, ist das Risiko Null. Oder habt ihr jemals von einem tödlichen Haiangriff in der Nordsee gehört?

Also liebe Urlauber: Sonnenschein ist eine Gefahr. Das weiß das IARC sicher. Stufe 1, also kein Zweifel. Übrigens weiß das auch jeder Hautarzt und wir wissen es auch. Es muss aber kein Risiko sein…

Ich wünsche euch noch ein paar sonnige Tage.

Euer Bauer Willi

 

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44 Kommentare

  1. Was mag krebserregender sein? Sonnenschein, in dessen Licht Menschen über einen sehr langen Zeitraum evolviert sind oder immer ”kälteres” Kunstlicht, dem wir uns erst seit Jahrzehnten aussetzen? Oder ist es gar das Kunstlicht, dass immer öfter den primären Grundstein für Krebs durch Sonnenlicht legt, während die Sonne als primäre Ursache verteufelt wird? Ich tippe auf Letzteres. Ist ja einfacher Sekundäres als Primäres anzuklagen, um sich mit dem Primären, was in der Regel durch Menschen in die Welt gebracht worden ist, weiterhin das Leben zu vereinfachen – oder Profit zu generieren. Ist wie bei Viren und Bakterien, die nicht primär eine Krankheit bewirken, sondern einzig sekundär auf etwas Primäres reagieren.

  2. Ehemaliger Landwirt sagt

    “”Die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen freut es. Der Ertrag ist riesig, einige hatten schon Ende Juli die Strommenge eines Durchschnittsjahres erreicht. Das bringt satte Gewinne. Und noch ist das Jahr nicht vorbei.””

    Hallo Bauer Willi,
    ich kann dies nicht bestätigen, meine Anlagen lieferten bis Ende Juli 3,5 % weniger Strom als 2017. Es kann durchaus sein, dass in diesem Jahr es im Norden besser ist wie 2017, aber Ende Juli der Ertrag wie im normalen ganzen Jahr halte ich für unmöglich.

    El, der schon 16 Jahre eine PV Anlage betreibt.

  3. Anonym sagt

    Hallo Bauer Willi,

    gehen dir die landwirtschaftlichen Themen aus?

    Mich würde mal interessieren wie du deine geernteten Rapsfelder bearbeitet hast bzw. wie du den Ausfallraps jetzt beseitigts?

    Chemisch? (Problematik: Glyphosat)
    Mechanisch? (Problematik: Trockenheit/Erosion)
    Nichts machen und wachsen lassen? (Problematik: Resistenzmanagment/Feldhygiene)

    • Bauer Willi sagt

      Gemach, gemach, morgen kommt schon eines. Und wir schreiben ja hier nicht nur für Bauern…;-)

      Und nun zum Ausfallraps. Der ist vor einer Woche erst gekeimt (zum Glück) und wird vermutlich in Kürze vertrocknen. Wenn nicht, wird der vermutlich im 6-Blatt-Stadium mit bekanntem Wirkstoff behandelt. Die sonst übliche Temperatursummen-Methodik funktioniert in diesem Jahr wegen dem mangelndem Regen nicht. Aber auch eine flache Bodenbearbeitung ist noch nicht aus meinem Gedanken verschwunden. Wir haben dazu aber nur einen Flügelschargrubber und der arbeitet mir zu tief. Scheibenegge haben wir nicht.
      Bauer Willi

  4. Friedrich sagt

    @Paulus. Ja so ist das mit den Rückständen im Boden. Vor vielen Jahren liefen durch Dauerregen die Klärteiche der Zuckerfabrik über. Diese lagen dirket an der Autobahn . Der Landkreis zog daraufhin Bodenproben und fand einen 50 fach erhöhten Bleigehalt. Daraufhin zog die Zuckerfabrik paralel zur Autobahn zusätzlich Bodenproben an den angrenzenden Ackerflächen und siehe da , ebenfalls 50 fach erhöhte Bleigehalte. Danach war vom Landkreis nichts mehr zu hören. Wir müßen also davon ausgehen , daß an allen vielbefahrenen Straßen stark erhöhter Bleighalt ist.

  5. Paulus sagt

    Der gute Bauer Willi stellt es schon sehr geschickt an, das muss man ihm lassen.
    Aber – gegen Sonnenstrahlung kann ich mich schützen, was mögliche Rückstände von irgendwelchen PSM oder sonstige immissionsbedingte Rückstände betrifft sieht das schon anders aus. Daraus resultiert doch diese allgemeine Verunsicherung.
    Nur gut, dass die Biofraktion auf der sicheren Seite ist, die ist von vielem scheinbar nicht berührt und verträgt alles. Lassen wir sie in ihrem Glauben.
    Ein Biohof in Bornheim (Rheinland) bietet z.B. ein Bund Lauchzwiebeln in Demeterqualität zu sage und schreibe 2,29 € an. Die wachsen unmittelbar neben der BAB 555, das ist die Rennstrecke zwischen Köln und Bonn mit täglich ca. 80.000 Kfz. In unmittelbarer Umgebung befinden sich die Rheinlandraffinerie und etliche Chemiewerke. Die Tanklager der Raffinerie sind bei höheren Temperaturen nicht gasdicht sonst könnte man sie gar nicht betreiben.
    Nun ja, wer seinen Namen tanzen kann, kennt sich nicht unbedingt mit Analytik aus, aber das würde diese stark esoterisch angehauchten eh überfordern.

    • Philipp sagt

      Im Ökolandbau geht es in erster Linie um die Bodenbearbeitung bzw. Bestellung und die Haltung von Tieren. Betriebe die sich an die die gesetzlichen Vorgaben halten, können sich als “Bio” zertifizieren lassen. Ob da ein Feld irgendwo im Wald oder an einem Autobahnkreuz liegt, ist unerheblich. Die Siegel halten nur was sie versprechen, nicht was manche Leute da hineininterpretieren oder romantisieren.

  6. Altbauer Jochen sagt

    Als Jugendlicher hab ich beim Rübenhacken ,in der Heuernte,
    und bei vielen anderen Arbeiten immer mit nacktem Oberkörper
    gearbeitet.
    Sonnenbrand gabs auch ,-Schutzcreme und Lichtschutzfaktor
    waren Fremdworte, Ozonloch auch,-war die Sonne vor 50 Jahren weniger
    gefährlich ? Ein Zuviel ist sicherlich nicht gut , das gilt für ziemlich
    alles im Leben. Aber wo ist das Optimum ?

    • Brötchen sagt

      die Weicheier werden selektiert. das Problem ist wenn ein rothaariger Engländer sich in Italien in die Sonne packt.

      • Thomas Müller sagt

        Die Weicheier – wohl eher werden Menschen mit sonnenempfindlicher Haut ausselektiert. Aber meistens erst dann wenn sie ihre Fortpflanzung gar nicht mehr betreiben. #Evolution

    • bauerhans sagt

      ein kollege von mir wurde eines tages gedrängt,den kleinen schwarzen punkt in mundnähe denn doch endlich mal untersuchen zu lassen—-schwarzer hautkrebs!
      das ist nicht lustig.

      • Brötchen sagt

        du Hans klar, Hautsachen sind generell nicht lustig. Meine Mutter muss ab und an ins Krankenhaus, wegen so einer Ganzkörper Bestrahlung. sie meint, das Leid, was man da sieht, sollte man sich lieber nicht ansehen.

    • Cornelia Hegele-Raih sagt

      Die meisten Menschen haben heute Vit-D-Mangel weil sie zuwenig in die Sonne gehen und zwar mittags, und ohne Sonnenschutzmittel. Vit-D-Mangel macht langfristig scheussliche Dinge. Wahrscheinlich macht Sonnenschutzmittel mehr Krebs als die Sonne. Ich hatte Sonnenallergie, es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer, konnte am Ende kaum noch in die Sonne. Als Kind war ich immer schön braun gewesen, ohne Sonnenbrand weil dauernd draußen. Seit ich erstklassige Vitalstoffe nehmen werde ich auch wieder schön braun ohne Sonnenbrand – ich kann ohne weiteres in die Sonne gehen ohne dass ich mich jetzt braten würde. Sonnenschutzmittel nehme ich nie.

      • “Erstklassige Vitalstoffe” – Superfood gegen Sonnenbrand und Krebs. Alles klar. Ich halte es lieber mit Sonnencreme und Vitamin-D-Pillen.

  7. Friedrich sagt

    Mit den Ozonwerten ist die Sache klar mit der Krebsgefahr. Folgen wir dem Gedankengang müßte der Aufenthalt in der Sonne verboten werden . Tut aber keiner , weil es dann zur Massenempörung der Sonnenanbeter kommen würde. Bei Gyphosat ist das anders . Hier ist die Aussage “Wahrscheinlich Krebserregend”. Der Beweis ist also noch nicht erbracht , aber der Schuldige schon gefunden. Auch bei MRSA ist der Schuldige , die Landwirtschaftl. Tierhaltung schon gefunden , obwohl nur , je nach Gutachten mit 3 – 7 % beteiligt. Dann folgt das Krankenhaus mit 20 – 25 % und der Rest ist selbstverschuldet. Über die Eigenverschuldung spricht aber keiner , denn das kostet Spenden , Wählerstimmen oder andere Geschäfte. Unsere westlichen Gesellschaften leben also in einer Traumwelt. Die Realität wird ausgeblendet.

    • Stadtmensch sagt

      Glyphosat (und die vielen anderen Mittelchen) sind schädlich für das Edaphon. Es war ja ursprünglich als Rohrreiniger gedacht, um Bakterien abzutöten. Entlebter Boden ist anfällig für alle Arten von Erosion und kann keine Nährstoffe aufschließen. (Ich weiß schon: pure Ideologie und Halbwissen – angelesen noch dazu – das geht gar nicht).

      Das mit der Traumwelt stimmt allerdings. Niemanden interessiert es, wie alles den Bach runter geht:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Earth_Overshoot_Day

      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Stadtmensch, nach 40 Jahren Glyphosatbehandlung haben wir bei uns eine große Artenvielfalt an Kräutern, Wildblumen und Gräsern. Der Boden ist keineswegs entlebt (merkwürdiger Begriff), sonst würde ja nichts wachsen. Ganz im Gegenteil die Glyphosatbehandlung verhindert das Aufwachsen aggressiver Arten und schafft für seltene, schwächere Arten Überlebensräume. Das kann man sich alles ansehen, das ist keine Theorie. Wenn die seltenen Blühpflanzen überleben, die Wirtspflanzen für seltene Schmetterlinge sind, gibt es auch diese wieder. Kann man auch mit eigenen Augen sehen – braucht man kein Buch.

        • Stadtmensch sagt

          Nur weil am Ackerrand noch irgendwas blüht, heißt das nicht, dass die mikrobiellen Gleichgewichte in Glyphosat-behandelten Böden nicht zu jenen Mikroorganismen mit EPSP-2-Enzym verschoben wurden. Aber hey, wozu haben wir diese tollen Fungizide…

          http://www.bauerntag.org/download/2015_11_18_Krueger_Glyphosat.pdf

          Auf das Statement: “Ich glaube nur was ich mit eigenen Augen sehe” kann man immer getrost erwidern: “Du glaubst ja auch, dass du einen Verstand hast, obwohl du ihn nicht sehen kannst”

          • Obstbäuerin sagt

            Jetzt wird’s schwierig. Soll ich lieber nicht glauben, was sich mir als Realität darbietet? Hab ich vielleicht gar keinen Verstand, weil ich ihn nicht sehen kann? Fragen über Fragen!
            Eigentlich meinte ich eher für die Zweifler, raus aus der Stadt und mal beim Bauern über die Schulter geschaut, wie´s wirklich läuft.

            • mstvulux sagt

              Ich kann nur bestätigen was sie sehen.
              Die seit vielen Jahren mit Glyphosat behandelten Flächen(Streifenbehandlung unter Weinreben und auch Obstbäumen sind keineswegs eine tote Wüste sondern hier sehe ich eine größere Vielfalt an Pflanzen als in der Gasse die gemäht wird.

      • Bauer Willi sagt

        Wir praktizieren seit über 15 Jahren Mulchsaat in allen Kulturen. Dazu organische Düngung und, wenn es sich nicht vermeiden lässt, auch mal auf Teilstücken Glyphosat. Regenwürmer ohne Ende und das Wort Erosion ist für uns ein Fremdwort. Nicht angelesen, sondern 40 Jahre Praxis. So viel zum “entlebten” Boden (was für ein Begriff “entlebt”…) Ich weiß, dass alles interessiert Dich nicht.

        Die Story mit dem Rohrreiniger kenne ich auch anders. Schon irgendwie seltsam, als was der Wirkstoff alles schon erfunden worden sein soll.
        Bauer Willi

        • Bauer Fritz sagt

          War das nicht bei Viagra auch so – und dann wurde es ein “Rohrreiniger” ganz anderer Art. 🙂

      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Stadtmensch, laß mal die Kirche im Dorf, mit Deiner abstrakten Meinung.
        Weißt Du, was ich anwende, wenn bei mir mal ein Abfluss verstopft ist?
        Coca – Cola. Probiere es selbst einmal aus. Es wirkt sehr gut. Es wirkt 100%.
        Aber Milliarden von Menschen trinken das. Deine Erklärung dazu erwarte ich.

  8. Mark sagt

    Während in den vergangenen Jahren ständig und permanent Ozonwerte und Ozonwarnungen übers Radio verbreitet wurden, habe ich in diesem Sommer noch gar nicht davon gehört. Ist dies anderswo auch so?

  9. sonnenblume sagt

    Auch hier gilt, wie bei so vielen Dingen im Leben, allein die Dosis macht´s. Ohne Sonne kein Leben, ein zu viel kann gefährlich werden.

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