Alle Artikel in: Bauer Willi

Raritäten im Rübenfeld

„Jürgen-Klopp-Gedächtnis“-Spinne im Rübenfeld Letzte Woche war ich mal wieder in den Rüben unterwegs. Diesmal aber nicht, um Schosser zu ziehen, sondern weil die Unkrautbekämpfung wegen der Trockenheit und der starken Sonneneinstrahlung (die Wirkstoffe werden dann schneller abgebaut) nicht so geklappt hatte, wie es sonst der Fall ist. In diesem Jahr kamen noch Unkräuter nach dem Reihenschluss, vor allem Melde. Und die muss noch weg. Man will sich erstens nicht blamieren und zweitens verhindern, dass die Samen bilden. Das Spritzfenster hatte ich ja vor ungefähr drei Wochen bereinigt (hatte davon  ja ein Video gemacht) und jetzt bekamen die Rüben darunter wieder etwas „Luft“. Hier der Vergleich von normal zu Spritzfenster.                                             normal                                                       ehemaliges Spritzfenster Deutlich zu erkennen, dass die Rüben rechts deutlich kleiner sind, was ja auch nicht verwundert, weil die ja wochenlang mit der Unkrautkonkurrenz zu kämpfen hatten. Unter den Rüben liegen noch die verwelkten Unkrautstängel.   (ja, schreibt man jetzt mit „ä“) Was ich auch noch gefunden habe, sind Rüben mit vollkommen weißen Blättern. Das nennt man „panaschiert“ und ist ein Gendefekt. War aber nur …

Bauernkinder sind fleissig

Bauernkinder sind fleißig und können hart arbeiten. Stadtkinder hingegen sind Weicheier und faul. Vielleicht nicht ganz so, aber auch nicht viel anders. Lesen! http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/lebenskunst/ethan-a-huff/arbeitgeber-sagt-kinder-die-auf-dem-bauernhof-aufwachsen-lernen-engagement-und-harte-arbeit.html

Subventionen – abschaffen !?

Ein – zugegebermaßen – nicht ganz einfaches Thema. Aber ein hochbrisantes, weil es auch zu den typischen Schlagworten gehört, mit denen Landwirte immer wieder konfrontiert werden. Was sind Subventionen, warum bekommen wir Landwirte die überhaupt und wäre es nicht besser, sie abzuschaffen? (Wer sich nur für die Abschaffung interessiert, kann gleich zum letzten Kapitel springen, doch der Text davor ist auch nicht uninteressant) Von der Preisstützung zur Flächenförderung Seit 1992 hat die EU, angefangen mit dem Getreide und den Ölsaaten, bis hin zu Rindfleisch (und ab 2017 auch bei Zucker), nahezu alle Preissteuerungsmaßnahmen zurückgefahren. 1999 entkoppelte die EU die Agrarförderung von der Produktionsmenge und band sie an die landwirtschaftliche Fläche. Die Überproduktion endete, die erwartete Marktbereinigung blieb jedoch aus. Es gibt immer noch viele kleine Höfe, die aufgrund ihrer Produktionsmenge auf dem freien Markt keine Chance hätten. Die zahlenmäßig meisten Höfe in Deutschland sind nach wie vor Kleinbetriebe mit weniger als 15 Hektar Fläche – um effizient zu produzieren, müssten sie mit 0,45 Beschäftigten auskommen. Deshalb werden viele Betriebe auch im Nebenerwerb bewirtschaftet. Der Bauer klebt halt …

Entwicklungshilfe für LIDL

Monitor Sendung vom 13.08.2015: Wie Lidl mit Hilfe der Weltbank in Osteuropa seine Macht ausbaut. Für die Eröffnung neuer Filialen in Rumänien hatte Lidl 2011 Kredite über knapp 67 Millionen US-Dollar von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) erhalten.  Bedingungen: Anzahl lokaler Zulieferer erhöhen. Neue Vertriebswege für regionale Lebensmittelproduzenten eröffnen. Das Leben der Menschen in ärmeren Ländern verbessern. Lidl hat damit fast 200 Filialen in Rumänien eröffnet.  Das sollte auch den Landwirten und Zulieferern dort zu Gute kommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Rund 70% der Waren kommen aus dem Ausland. Lidl weitet, wie jeder Discounter, sein Filialnetz und seine Eigenmarken aus. Lokale Erzeuger werden als anonyme und unter Preisdruck austauschbare Subunternehmer unter Vertrag genommen. Das nennt man also Entwicklungshilfe: Machtstellung der Discounter weltweit ausbauen. Damit ist klar: LIDL lohnt sich – Bauer lohnt nicht.  

Artenreichtum auf Beton

Lotte ist eine junge Bauerntochter, die sich Gedanken um den Rückgang der Artenvielfalt und die Versiegelung der Landschaft gemacht hat. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass wir alle daran nicht ganz unschuldig sind. Und wir es uns zu einfach machen,  wenn wir die Sache mit der Artenvielfalt nur auf die Landwirte schieben.   Lieber Mitbürger, du profitierst ganz schön vom mangelnden Artenreichtum. Wie bequem ist es für dich, mit dem Auto direkt vor den Baumarkt oder den Discounter vorzufahren? Denn der Boden, der mal unser Acker, Grünland oder Wald war, wurde schön zugepflastert, damit du darauf parken und einkaufen kannst. Nur keinen Meter zu weit mit dem Einkaufswagen fahren. Wie gut geht es deiner Stadt, wenn sie 10 Hektar unseres besten  Ackerlandes für Gewerbeflächen ausweist und so richtig viel Gewerbesteuer einnimmt? Die Industriebrachen will keiner, die gammeln vor sich hin. Brauchst du wirklich den zehnten Baumarkt im Grünen? Brauchst du das hundertste Neubau-Wohngebiet, obwohl alle demographischen Entwicklungen prophezeien, dass wir immer weniger Menschen in Deutschland werden? Ich denke nicht, dass Beton eine gute Lösung ist. …

Soja – aus Deutschland

Wenn ich im Netz unterwegs ist, lese ich immer wieder vom Sojaanbau in Südamerika. Und dass da einiges im Argen liegt. Urwald abholzen, Monsanto, Round up sind dann die Schlagworte. Die Alternative wäre doch gentechnikfreies Soja aus Deutschland. Nun bin ich ja Bauer und ich müsste ja doof sein, wenn sich da keine Marktlücke auftun würde. Deshalb habe ich mit dem Thema mal näher befasst, weil Deutschland ja viel pflanzliches Eiweiß benötigt, was man auch aus Ackerbohnen, Erbsen oder Lupinen gewinnen könnte. Doch zuerst zum Soja. 2013 wurde weltweit auf rund 113 Mio. Hektar Soja angebaut, davon je 30 Mio. ha in den USA und Brasilien. Diese beiden Länder machen also mehr als die Hälfte der Soja-Anbaufläche weltweit aus. Danach folgt Argentinien mit rund 20 Mio. Hektar, dann Indien mit rund 11 Mio. Hektar. Macht zusammen mehr als 90 Mio. Hektar aus nur vier Ländern. In der EU werden 0,5 Mio. Hektar angebaut, rund die Hälfte davon in Italien. Die Anbaufläche in Deutschland betrug 2013 rund 8.000 Hektar, im Jahr 2008 waren es 1.000 Hektar. …

Milch – eine Krise mit Folgen

Ich habe Palla, ein Milchbäuerin aus Süddeutschland, gefragt, wie sie mit dem derzeitigen Milchpreis zurechtkommt. Das ist ihre Antwort, die mich sehr bewegt hat. Wir haben seit Monaten tiefrote Zahlen auf dem Betriebskonto und das, obwohl unser Deckungsbeitrag pro Kuh höher liegt als beim Durchschnittsbetrieb. Wir gehören also zu den besten 10% der ausgewerteten Betriebe. Wir haben in den ganzen letzten Jahren immer Ziele vor Augen gehabt die schwerpunktmäßig mit der Produktionsoptimierung zusammenhingen: z.B. über 10.000 l/Jahr melken und mindestens eine 100.000l Kuh. Dazu ist es zwingend notwendig, dass man sich mit Fütterung und Haltung intensiv beschäftigt und den Bedürfnissen der Kühe soweit als möglich entgegenkommt; dann bleiben sie gesund und leistungsfähig. Wie ein Hochleistungssportler eben auch. Das haben wir mit viel Engagement geschafft. Mit weniger Kühen oder einer geringeren Milchleistung wäre unser Betrieb bei unserem Kapitaldienst schon längst am Ende. Wir haben uns auch um das Thema Milchvermarktung gekümmert, im Nachhinein aber nur mit mäßigem Erfolg. Man kann als einzelner Betrieb halt nicht das verkrustete System ändern! Der aktuelle Jahresabschluss (das landwirtschaftliche Wirtschaftsjahr geht …

Angstmache Gentechnik

Ludger Weß war lange als freier Mitarbeiter und Gutachter für Greenpeace und Die Grünen tätig. Er hat heute eine andere Sicht. Auf seinem Blog ludgerwess.com teilt er sein Wissen und seine Erfahrungen mit der Netzgemeinde. Im aktuellen Beitrag „Nicht kampagnenfähig“ beschreibt er die Vorgehensweise der NGO’s, wie mit „Angskampagnien“ emotionale Stimmung erzeugt und genutzt wird. Zitat: „Als Faustregel galt: Nur, wenn die Bevölkerung Angst vor Krankheit und Verseuchung bekommt, geht das Portemonnaie auf und die Spendengelder fließen. Das muss man puschen. Alles andere ist nicht „kampagnenfähig“ und daher zu vernachlässigen. Mit der Angstkampagne gegen Gentechnik in der Nahrung folgt Greenpeace dieser Maxime seit den 1990er Jahren – bis heute.“ Wir wollen niemandem Angst machen und wünschen uns allerdings eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Gentechnik. Der Beitrag und der Blog von Ludger Weß ist ein solch kritischer Beitrag. Willi und Alois

Menschliches Erbgut in Pflanzen – Kosmetik

Reisen bildet. In einem Katalog von Air Berlin wird Werbung für eine bahnbrechende Entwicklung im Bereich der Kosmetik gemacht. Forschern ist es gelungen, menschliche DNA in Pflanzen einzufügen, um damit ein Serum herzustellen, das die Faltenbildung der menschlichen Haut verzögern soll. „Epidermal Growth Factor“ (Hautwachstumsfaktor) nennen sie das. Eure Meinung ist gefragt. Ist das eine sinnvolle Anwendung von Gentechnik? Würdet ihr (mal abgesehen vom Preis!) das Produkt kaufen? Hier die original Seite aus dem airberlin-Katalog – Gentechnikstelle markiert!

Willkommen liebe Flüchtlinge

Huffington Post, eine der größten Online-Zeitungen weltweit, hat 200 Personen in Deutschland gefragt, ob Sie bereit sind, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Hier das Statement von Bauer Willi „Liebe Flüchtlinge, ihr kommt aus Ländern, in denen es nicht sicher ist, jeden Tag genug zu essen zu haben. Ich wünsche mir, dass ihr uns darüber erzählt, damit auch wir wieder den Wert von Lebensmitteln zu schätzen wissen. Durch euch können wir erfahren, wie unglaublich gut es uns geht und in welchem Luxus wir leben.“ http://www.huffingtonpost.de/2015/07/31/deutsche-fluechtlinge-huffington-post-willkommen_n_7903912.html