Alle Artikel in: Bauer Willi

Das rote Projekt konkret – Die Linke

Auf ihrer Internet-Seite stellt die Partei „Die Linke“ ihre Thesen zum Umbau des Agrarbereiches vor. Hier der Link zum Original-Dokument: http://www.plan-b-mitmachen.de/wp-content/uploads/2013/06/130515-PlanB-V2-II-Projekt-Agrar.pdf Ich habe mir dieses Dokument mal durchgelesen und mit einigen Kommentaren und Fragen versehen. Beim sozial-ökologischen Umbau der Agrarwirtschaft geht es nicht um eine romantische Nische, sondern um eine Verbindung zwischen neuen Erkenntnissen und Rückbesinnung auf tradiertes Wissen und auf Erfahrungen, welche Bäuerinnen und Bauern seit Jahrtausenden gesammelt und damit die enorme kulturelle und agrobiodiverse Vielfalt geschaffen und erhalten haben. Landwirtschaft muss wieder multifunktional werden. Neben der Lebensmittelproduktion gehören zur Multifunktionalität auch gesellschaftliche Ziele (Gesundheit, Tradition, Kultur), der Umweltschutz (Boden, Wasser, biologische Vielfalt) und die Wirtschaftlichkeit (Einkommen, Handel, Energie). Gefällt mir erst einmal sehr gut. Vor allem die Begriffe Tradition, Kultur und Wirtschaftlichkeit. Es muss eine wirtschaftliche Situation geschaffen werden, in der eine sozial gerechte und umweltschonende Produktion betriebswirtschaftlicher wird als die aktuelle umweltschädigende Produktion. Die Reduzierung externer Betriebsmittel kann mit einem Mehrbedarf an Arbeitskräften verbunden sein. Zumindest ist dies im Ökolandbau der Fall (durchschnittlich arbeiten im Ökolandbau 0,9 Arbeitskräfte pro 100 Hektar mehr …

Fundamente statt Säulen – Die Grünen

Am 16.7.2015 hat Robert Habeck und Martin Häusling (Die Grünen) ein Positionspapier mit dem Titel „Fundamente statt Säulen“  für eine Neuordnung der europäischen Agrarpolitik veröffentlicht. Ich habe mir das mal durchgelesen, einiges davon kommentiert und ein paar Fragen gestellt. Die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) muss verschiedene Ziele unter einen Hut bringen. Sie muss die Ernährungssicherheit gewährleisten, bei größtmöglichem Schutz aller Ressourcen, die dafür notwendig sind (Wasser, Boden, Klima, Biodiversität). Und sie muss das zu Preisen leisten, die den Produzenten ein angemessenes Einkommen ermöglichen und den Konsumenten einen angemessenen Zugang zu kostengerechten, qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Das liest sich gut. Hier wird auch mal über Preise gesprochen, sowohl für Landwirte als auch für Konsumenten. Und die Ernährungssicherheit ist auch drin. Gewässer- und Bodenschutz, Biodiversität sowie Klima- und Tierschutz werden bisher nicht im ausreichenden Maß an der Ladentheke vergütet. Auch da kann ich mitgehen. Tierschutz kostet Geld, mehr Tierschutz kostet mehr Geld. Bei einem Milchpreis von 29 Cent, einem Preis von 1,40 €/kg Schweinefleisch und 10 Eiern für 99 Cent ist mehr Tierschutz kaum machbar. Dies beinhaltet auch …

SPD: Nachhaltige Landwirtschaft

Auf der Suche nach der politischen Meinung unserer verschiedenen Parteien bin ich auf der Seite der SPD-Fraktion auf diese Aussage gestoßen: Wir wollen die Förderung einer leistungsfähigen, nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft, die unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt und zugleich gesunde Lebensmittel für unsere Bürgerinnen und Bürger auf den Markt bringt. Damit ist nicht nur eine artgerechte Tierhaltung verbunden, sondern auch der Schutz der Böden, Gewässer und der Artenvielfalt. Eine nachhaltige Landwirtschaft ist doppelt gut: Gut für die Wirtschaft und gut für Mensch und Natur. Das ist so ziemlich das Einzige, was von der SPD zum Thema Landwirtschaft auf Anhieb zu finden ist. Ist ja nicht sonderlich aufregend. Dann findet man noch, dass die Fischetikettierung verbessert werden soll, dass die SPD kein Klonfleisch in der EU will, und dass eine gesunde Ernährung gestärkt werden soll. Und man will auf Gentechnik verzichten, um das dann aber auf Grüne Gentechnik zu beschränken. Das Papier vom 11.11. 2014 mit dem schönen Titel „Bio für alle“ habe ich mir etwas genauer angesehen. Da steht dann bei den Zielen: Die SPD-Bundestagsfraktion unterstützt …

Grüne CDU

Dazu ein Kommentar aus der FAZ zum nachdenken und diskutieren http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/agrarpolitik-gruene-cdu-13778606.html Die CDU greift die Themen der Grünen auf und setzt sie um. Nicht nur bei der Energie, jetzt auch im Agrarbereich. Oder wie seht Ihr das?  

Liebe CDU – ich hätte da mal ein paar Fragen…

Parteien zur Landwirtschaft: Wir haben das Internet gescannt, welche Aussagen die Parteien zum Thema Landwirtschaft machen.   Am 3.7.2015 hat eine CDU-Kommission „Nachhaltig leben – Lebensqualität bewahren“ den Abschlussbericht vorgelegt. Vorsitzende der Kommission war Julia Glöckner. Ich habe mir das Papier mal durchgelesen, weil da auf den Seiten 12 bis 14 auch was über Landwirtschaft steht und mit meinen Kommentaren versehen. Die Landwirtschaft ist ein besonderer Wirtschaftszweig, denn sie arbeitet in und mit der Natur und den Mitgeschöpfen. Daraus erwächst eine hohe Verantwortung für die Landwirtschaft selbst… Das war mir immer schon klar und ist nicht neu. Unser Leitbild ist die die bäuerliche Landwirtschaft, die nachhaltig wirtschaftet und Tier- und Umweltschutz achtet. Wir wollen keine anonyme, industrielle Agrarproduktion, sondern eine Landwirtschaft, die regional verankert ist und von den Landwirten und ihren Familien vor Ort getragen wird. Den ersten Satz habt ihr doch bei den Grünen oder einer NGO abgeschrieben. Den zweiten Satz hätte ich gerne genauer spezifiziert, weil ich nicht weiß, was mit „anonymer, industrieller Agrarproduktion“ gemeint ist. Und den zweiten Teil des zweiten Satzes …

Anspruchsdenken

Der Lebensmitteleinzelhandel macht sich mit dem Aufstellen immer neuer Forderungen, die angeblich von der Gesellschaft gewünscht sind, einen schlanken Fuß. Wenn also der LEH eine Verpflichtung gegenüber „der Gesellschaft“ verspürt, sollte er die Lieferanten dabei nicht aus den Augen verlieren. Ein Kommentar von Bauer Willi bei der Agrarzeitung: http://www.agrarzeitung.de/nachrichten/blog/anspruchsdenken-58129.html

Ernährung 2025 – eine Fiktion!?

Der Trend zu einer stärkeren Konzentration hat in den letzten 10 Jahren weiter zugenommen. Besonders sichtbar ist dies im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels (LEH,) wo die Zahl der Anbieter auf zwei zurückgegangen ist. Durch Fusionen sind die Lebensmittelkonzerne REWEKA und Aldidl entstanden, die sich mittlerweile den Lebensmittelmarkt teilen. Beide Fusionen wurden vom Kartellamt genehmigt, damit die Bevölkerung garantiert mit preiswerten Lebensmitteln versorgt werden kann. Das Konzept des Vollsortimenters Metro ist nicht aufgegangen. Er hat sich vom Markt zurückgezogen. Der Umsatz von REWEKA und Aldidl betrug im Jahr 2024 in der Summe rund 254 Mrd. €, wobei rund ein Drittel aus Umsätzen in den Filialen in Indien und China stammt. Große Umwälzungen konnten im Bereich der Grundproduktion von Nahrungsmitteln (früher Landwirtschaft genannt) festgestellt werden. Dies erfolgte zum einen durch den Wandel der Ernährungsgewohnheiten, zum anderen durch politische Vorgaben. Ernährungsgewohnheiten Lag der Anteil der Veganer im Jahr 2015 noch bei 1% und der, der Vegetarier bei 10%, so ernähren sich heute, im Jahr 2025, bereits 15% der Bevölkerung vegan, 60% vegetarisch. Dieser Trend nimmt weiter zu. Die früher …

EinBlick in eine Seele

Maria ist Österreicherin, die jetzt in der Schweiz lebt. Sie wollte was von mir wissen, ich habe ihr geantwortet. Sie hat sich bedankt. Was dann aber noch zurückkam, war dieser Brief. Er hat mich sehr bewegt, weil er einen tiefen Einblick in ihre bäuerliche Jugend gibt. Lieber Bauer Willi Mein zuhause war ein kleiner Milch- und Kartoffelbauernhof, in der Sonnenstube Österreichs, in Tirol. In den Stall durfte und darf auch heute nur Tiroler Braunvieh. Komme von einem für deine Verhältnisse sicher sehr winzigen Bauernhof: 2 Almen, jede Menge Wald, 1 Jagd, ca. 30 ha Wiesen, Äcker. 30 Rinder, 1 Bulle, 10 Schweine, 5 Enten, 50 Hühnern, 10 Truten, 3 Katzen, 1 Jagdhund, Eltern, 5 Kinder 😀 (am meisten Arbeit machten WIRKLICH  die Eltern) Habe ab meinem zwölften Lebensjahr  bis ich zwanzig war, jedes Ferkel in unserem Stall persönlich zur Welt gebracht. Wir hatten zwar immer nur 10 Schweine aber immerhin: auch Kleinvieh macht Mist. Es war mein Lieblingsjob. Nachdem ich das erste Ferkel sah, das erstickte wegen der Nabelschnur um den Hals, konnte es mein …

Ein radikaler Plan

Unsere Seite soll den Dialog zwischen Verbrauchern und Landwirten fördern. Dazu gehört auch, sich mit unbequemen Ansichten zu beschäftigen. Der nachfolgende Artikel stammt aus dem Jahr 1968 und wurde im „Spiegel“ veröffentlicht. Er wurde gekürzt und in einigen Punkten auf die heutigen Verhältnisse angepasst. Den Verweis auf das Original finden Sie am Ende des Textes. Wenn Landwirtschaftspolitik in Zukunft überhaupt noch einen Sinn haben solle, müsse die Struktur der europäischen Bauernwirtschaften „radikal verändert“ werden. Laut Plan sollen * bis 20xx  die Hälfte der zehn Millionen Bauern in der EU ihre Höfe verlassen * innerhalb der nächsten sechs Jahre drei Millionen Milchkühe — heute noch Erwerbsquelle für 500 000 Europa-Bauern — geschlachtet und * bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts fünf Millionen Hektar Acker- und Weideland stillgelegt und in Naturschutzparks· oder Wälder verwandelt werden. Xxxxx:  „Weder die Regierungen noch die Bevölkerungen können es sich auf die Dauer leisten, ungeheure Summen zu verschwenden, um Überschüsse zu vernichten.“ Um den Butterstrom auf die Tische der Verbraucher umzuleiten, will der Landwirtschaftskommissar tun, was unter Europas Agrarstrategen bislang streng verpönt …

„Raus aus der Wagenburg“

Im Interview mit der Agrarzeitung erzählt Bauer Willi, was ihn persönlich motiviert, als Netzautor aktiv zu werden. Außerdem äußert er sich darüber, wie er den Medienhype um seine Person erlebt. Weitere Themen sind Emotionen, Aldi und mangelnde Kritikfähigkeit unter Erzeugern. PDF zum Download     Redakteurin Stefanie Pionke zeichnete auch einen Auschnitt als Video auf: Thema Getreideernte und Vermarktung. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren