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Entwicklungshilfe für LIDL

Monitor Sendung vom 13.08.2015: Wie Lidl mit Hilfe der Weltbank in Osteuropa seine Macht ausbaut.

Für die Eröffnung neuer Filialen in Rumänien hatte Lidl 2011 Kredite über knapp 67 Millionen US-Dollar von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) erhalten.  Bedingungen:

  • Anzahl lokaler Zulieferer erhöhen.
  • Neue Vertriebswege für regionale Lebensmittelproduzenten eröffnen.
  • Das Leben der Menschen in ärmeren Ländern verbessern.

Lidl hat damit fast 200 Filialen in Rumänien eröffnet.  Das sollte auch den Landwirten und Zulieferern dort zu Gute kommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Rund 70% der Waren kommen aus dem Ausland. Lidl weitet, wie jeder Discounter, sein Filialnetz und seine Eigenmarken aus. Lokale Erzeuger werden als anonyme und unter Preisdruck austauschbare Subunternehmer unter Vertrag genommen.

Das nennt man also Entwicklungshilfe: Machtstellung der Discounter weltweit ausbauen. Damit ist klar:

LIDL lohnt sich – Bauer lohnt nicht.

 

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26 Kommentare

  1. Bernd Marterer sagt

    Das kommt noch schlimmer, wenn das EU-Parlament und die Parlamente der EU-Staaten die beiden transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP + CETA) durchwinken. Dann diktiert die nordamerikanische Hochfinanz (dazu gehören Black Rock, Pimco, A & M, George Soros u. a. Spekulanten mit ihren Billionen Dollarvermögen) den Alltag in Europa. Vielleicht findet noch ein Umdenken statt, das darf aber in der Diktatur des Kapitals bezweifelt werden.

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  2. Rufer aus der Wüste sagt

    Jetzt muss man sich nur fragen wer hinter der Weltbank stecktund was das Ziel ist und man hat die Antwort:

    Globalisierung

    Also warum dann sich aufregen? Ist doch alles so gewollt und vom Waehler abgesegnet. Sonst wuerde man nicht alle Jahre die gleichen Parteien waehlen die diese Politik voran treiben.

    Und so ist es mit allem.

    Gute Nacht.

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  3. bauerhans sagt

    ich habe so das gefühl,dass ihr nächste woche post von der LIDL rechtsabteilung bekommen werdet.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Warum? Weil wir ein Staatsgeheimnis verraten haben.
      Schließlich machen wir sogar noch Werbung für Lidl….

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      • bauerhans sagt

        die werden erst abwägen,aber melden werden die sich bestimmt,sagt mir mein bauchgefühl.

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        • Alexis Zsipras sagt

          Ich würde für den Rechtsanwalt was spenden!
          Dann hättet Ihr richtig Öffentlichkeit!

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  4. Palla sagt

    Super Idee!
    Sind die Bilder und die Idee von Euch?
    Wenn ja, macht doch bitte wetterfeste Plakate daraus!
    Ich hätte gerne mindestens das mit der Kuh drauf!

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ja, die Idee haben wir ausgebrütet.
      Zuerst wollten wir das original Lidl-Logo nehmen und anstatt „Lidl lohnt sich“ eben „Bauer lohnt nicht“ drauf schreiben. Aber ich halte sowas für riskant, weil es das geschützte Logo von Lidl ist.
      Darum haben wir dann einfach das öffentliche Lidl-Schild fotografiert und mit Bildern von pixabay.com kombiniert. Lt. Pixabay Lizenz dürfen diese Bilder frei und auch kommerziell verwendet werden.
      Wir werden die Bilder noch seperat auf Facebook in einem Album posten.
      Aber an Plakate drucken haben wir noch nicht gedacht.
      Vielleicht könnte ich hochauflösende Dateien machen, dann könnte jeder selbst zum Schildermacher gehen und sie drucken lassen.
      Alois

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  5. Ehemaliger Landwirt sagt

    Machen wir und doch nichts vor, das Ziel der EU war immer die Bevölkerung mit billigen Lebensmittel zu versorgen.
    Was früher das Fleisch am Sonntag und der Schnaps für den Patron war, ist heute der Urlaub, und der Zweiturlaub, statt unter der Kuh zu sitzen, fliegt man im Billigflieger mal kurz nach Malle, da hat man kein Geld über fürs Freilandhähnchen.
    Warum soll es in Rumänien anders laufen, als bei uns?
    Die jungen Landbewohner gehen in die Stadt, wen interessiert es in der Stadt, wie es der Landbevölkerung geht, wichtig ist, genug und billige Lebensmittel sind vorhanden.
    Der Trend geht eindeutig zu großen Tierhaltungen und bei Obst und Gemüse wird es nicht anders sein. Der kleine rumänische Bauer wir da nicht gefragt.

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    • Alexis Zsipras sagt

      Ist doch Ok, bloß man kann doch auch mal Werbung in eigener Sache machen. Die Welt können wir nicht verändern, aber wir können darstellen, wie wir denken und wofür wir LW stehen. Sonst übernehmen das andere! So stell ich mir das vor, Botschaften senden. Sehr gelungen!

      Plakat von der Kassenärztlichen Vereinigung: „bei mir haben sie Chefarztbehandlung“ ( zu sehen ist ein Hausarzt mit Name usw.)

      Du sollst sie mit ihren eigenen Waffen schlagen, alte Indianerweisheit ;). Aber wer mit dem Teufel am Tisch sitzt, muss einen verdammt langen Löffel haben.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Natürlich ist es gut, so ein Plakat zu machen, nur die Plattform vom Willi wird nur wenige erreichen und jetzt sind wir wieder an der selben Stelle.

        Der Verbraucher interessiert sich dafür und geht anschießend zu LIDL & ALDI.

        Erst wenn mal Flächendeckend in den reizvollen Gebieten keine Landwirtschaft betrieben wird, wir die Bevölkerung erkennen, dass Landwirtschaft mehr ist, als Lebensmittel zu erzeugen.

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        • Alexis Zsipras sagt

          Ja Du hast recht, kannst Du in den Osten kommen, da ist das fast schon so.
          Meine Meinung ist das, sich LW darüber im klaren sein sollten wo sie hin wollen, das vertreten. Sich zusammenschließen und rigeros von denen abgrenzen, die wo anders hin wollen. Das Eiapopeia, wir haben uns alle lieb ist vorbei.

          Wichtig die Ziele als Botschaften senden, professionell!

          Lidl und Aldi wird es immer geben und die sind ja auch nicht schlecht, die verfolgen nur ihr Geschäftsmodell, knallhart.

          Die LW sollte sich an „IHREN“ Kunden orientieren, was die wollen. Aber nicht was irgendwelche angeblichen Experten ihnen erzählen. Ihr Marksegment genau das und nichts anderes und das bedienen und nur das und nicht alles.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Der Film veranschaulicht das Vorgehen der Discounter sehr deutlich. Hätte die Herstellerin des Pflaumemus die Bedingungen von Lidl akzeptiert, hätte sie ihre eigenen Marke geopfert und wäre langfristig von Lidl abhängig geworden. Lidl und die anderen Discounter haben die Kunden und lassen dann die Lieferanten und Erzeuger alt aussehen. Starke Erzeugermarken sind daher der sinnvolle Weg aus der Krise. Doch solche Marktstrategien sind mühselig. Da ist es bequemer nach dem Staat zu rufen.

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      • Alexis Zsipras sagt

        genauso isses, die Kritik das die Bauern nicht so gut verkaufen können, ist schon berechtigt!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Selbstverständlich habe auch ich den Bericht angesehen.

        Wenn diese Frau ihre Marmelade gewinnbringend ohne Lidl verkaufen kann, dann gönne ich ihr das. Wenn ich mich richtig erinnere ist deren Verkauf auch eingebrochen, man kauft das billigere von Lidl.

        Lidl & Aldi haben ein Qualitäts-Image, was weit höher ist als die tatsächliche Qualität und was das bedeutet, konnte man an einem Test von einem Sternekoch sehen, der Sternekoch schüttete Discounterware in den Topf, würzte zum Teil mit verbundenen Augen.
        Die Testesser bewerteten die meist ungenießbaren Speisen als hervorragend, weil sie ja von einem Spitzenkoch zubereitet wurden.
        Starke Erzeugernahmen sind ja schön und Recht, bringen auch nicht immer den Erfolg.
        https://www.derhandel.de/news/unternehmen/pages/Unilever-Chef-Gritzuhn-ueber-Preiskampf-Der-Wahnsinn-muss-ein-Ende-haben-11267.html
        Wenn diese Firmen sich der Marktmacht nicht wehren können, wie soll es die Landwirtschaft tun?
        Alleine die Aufhebung des Milchkontigentes zeigt doch, dass von der Politik keine besondere Unterstützung zu erwarten ist.
        Darum ist es wenig sinnvoll immer nach der Staat zu rufen, entweder kannste finanziell mithalten, oder hörste auf. Längstens beim Generationswechsel sollte die Entscheidung fallen.

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    • bauerhans sagt

      ich hatte hier beim erdbeerbauern junge rumänen getroffen,sogar studierte,die zuhaus nen kleinen hof haben, den mit den eltern(vater pflückte tomaten in spanien) zusammen bewirtschaften und vom golf gti etc. träumen.
      ackerland wird dort grossflächig von konzernen bewirtschaftet,auch deutsche.

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