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FAO – Lebensmittels-Preisindex fällt weiter

Die FAO hat vor wenigen Tagen die aktuellen Zahlen für 2015 veröffentlicht. Die Daten beruhen auf einer Vielzahl von einzelnen Produkten und wurden weltweit erhoben. Die Zusammenfassung gibt somit die Produktart wieder. Beispiel: bei Fleisch wurden 2 Typen Geflügelfleisch, 3 Typen Rindfleisch und 3 Typen Schweinefleisch zu einer Zahl zusammengefasst. Bei Getreide Mais, Reis und weitere Körnerfrüchte, darunter auch Weizen. In den Originaldaten wird als Bezug das Mittel von 2002-2004 herangezogen. In den hier gezeigten Abbildungen wurde das Jahr 2011 als Referenz gleich 100 gesetzt. In der Betrachtung des Jahres 2015 stellt der Juli-Wert das Jahresmittel dar. Wie unschwer zu erkennen, fällt der Index in der zweiten Jahreshälfte weiter. Wer sich für weitere Daten interessiert, findet den Link hier:

Weltuntergang?

Wo sind sie nur geblieben, die Weltuntergangsszenarien der letzten Jahrzehnte? Das Waldsterben ist gestorben, der Waldzustandsbericht weist auch dieses Jahr wieder erfreuliche und gute Zahlen aus. Zumindest in NRW, wo ja bekanntlich ein Grüner der zuständige Minister ist. Wahrscheinlich aus deshalb. Das Ozonloch hat wieder jemand zugenäht, weil wir Deutschen die richtigen Kühlschränke gekauft haben. So schnell geht das. BSE, Hühnergrippe, Schweinepest sollten die Menschheit innerhalb kürzester Zeit ausrotten. Wir leben immer noch. Und an EHEC können sich auch nur noch die wenigsten erinnern. Auch der Rhein ist so sauber wie nie zuvor, mit ihm auch die Nebenflüsse. In den Städten werden mehr Vogelarten gezählt als in so manchem Naturschutzpark. Amseln brüten in alten Autos und fliegen im Herbst nach Süden. Oder auch nicht, je nachdem, wie es ihr gerade in die Versorgungslage passt. Wildschweine lassen es sich in städtischen Parks und Gärten gut gehen, Waschbären richten sich häuslich auf unseren Dachböden ein, Nutrias vermehren sich geradezu unbegrenzt, riesige Gänseschwärme fressen in wenigen Stunden ein Weizenfeld kahl. Auch wenn das so manch einem Schützer nicht passt: die Natur …

Bin ich ein richtiger Bauer?

Nein, das bin ich nicht, denn ich bewirtschafte meinen Betrieb im Nebenerwerb, so wie rund die Hälfte aller deutschen Landwirte, die ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland beackern. Nein, ich sitze nicht jeden Tag auf dem Trecker, weil ich in einer gut funktionierenden Kooperation eingebunden bin. Ja, ich kann es mir erlauben, auch mal zwei Wochen in Urlaub zu fahren, ohne dass im Betrieb was anbrennt. Nein, ich habe kein Vieh auf dem Hof, weil das mit dem „anderen“ Beruf nicht vereinbar gewesen wäre, wenn nicht die Ehefrau oder die Kinder die Tiere versorgt hätten. Das wollte ich nicht. Ja, ich kann aus dem „anderen“ Beruf Geld in den Betrieb stecken und so Gebäude erhalten, die es dringend nötig haben. Der Hof steht unter Denkmalschutz und man hat ja eine Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation. Und die steht schon in den Startlöchern. Nein, ich zahle keinen Beitrag in die landwirtschaftliche Alterskasse, dafür bekomme ich aber auch kein Altersgeld (wie die Rente bei den Landwirten heißt). Ja, der „andere“ Beruf hat mir ein gutes Einkommen gebracht, dafür habe ich …

Wir und das Tier

Die „Zeit“ ist ja nicht gerade bekannt dafür, dass sie immer unvoreingenommen über landwirtschaftliche Themen berichtet. Diese Diskussion über ethische Fragen bezüglich unserer Einstellung zu Tieren ist eine Ausnahme. Es diskutieren ein Zoodirektor, ein Hirnforscher (der Tierversuche macht) und Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein.  Danke an Herrn Sentker und Frau Klöckner, die dieses Interview geführt haben. Aus meiner Sicht sehr lesenswert.

Willi – Gedanken zwischen den Jahren

Ich weiß auch nicht so richtig, was in mich gefahren ist, als ich den Verbraucher-Brief im Januar 2015 geschrieben habe. Aber die Wut über die billigen Kartoffeln musste einfach mal raus. Was dann kam, hatte ich nicht erwartet und schon gar nicht geplant. Denn eigentlich wollte ich meine neu gewonnene Freiheit im Vorruhestand genießen. Doch daraus ist nichts geworden. ARD, WDR, SWR, RTL und SAT 1 waren bei mir auf dem Hof und haben gefilmt. Ich habe Interviews mit diversen Radiosendern  und mit Zeitungen geführt. Ich war bei Günther Jauch und noch ein paar anderen Veranstaltungen. Und was das erstaunliche ist: alle haben mich gut behandelt, keiner hat mich hinters Licht geführt. Alle haben die Botschaft verstanden, die sich hinter dem Brief verbarg. Mittlerweile haben wir auf unserem Blog bzw. Facebook mehr als 200 Artikel veröffentlicht,  tausende Kommentare sind zusammengekommen. Zustimmende, kritische, ablehnende, beleidigende, motivierende, lustige und dumme: jeder halt so, wie es ihm möglich war. Ich habe mich bemüht, immer meine Meinung zu sagen. So ehrlich wie es geht. Das hat nicht jedem gefallen und …

Blüten an Silvester

Wie hat sich der warme Dezember auf unseren Feldern bemerkbar gemacht? Zum Jahresabschluss aktuelle Bilder und Erläuterungen mit blühenden Rosen und anderen Verrücktheiten. Wir, Alois und ich, freuen uns auf ein Jahr voller Dialoge auch in 2016. https://www.facebook.com/video.php?v=1661041727502074

Eine frohe Botschaft – die Erfolge der Bauern

Von den Medien wenig beachtet ist die Zahl der unterernährten Menschen in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen. War es im Jahr 1991 noch fast jeder Vierte, der unter Unterernährung leiden musste, so waren es im Jahr 2013 nur noch 13%. Immer noch zu viel, aber die Verbesserung ist beachtlich. Dieser Rückgang ist um so bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass im gleichen Zeitraum die Weltbevölkerung von 5,3 Mrd. auf 7,2 Mrd. angewachsen ist. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist im gleichen Zeitraum weltweit nahezu konstant geblieben. Folglich sind pro Hektar jedes Jahr mehr Kalorien erzeugt worden. Eine bessere Versorgung mit Kalorien, eine höhere Nahrungsmittelqualität und andere Faktoren haben auch zu einem  deutlichen Anstieg der Lebenserwartung geführt. Der Weltbürger wurde im Jahr 1991 nur rund 65 Jahre alt, heute liegt dieser Wert bei rund 71 Jahren. Es sind also rund 6 Jahre mehr, die die weiter wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgt wird. Bei einem durchschnittlichen Kalorienverbrauch von rund 2.900 Kcal pro Tag macht dies für einen Bürger in einem Jahr exakt 1,06 Mio. Kalorien, die zusätzlich erzeugt wurden. Zusammengefasst: Trotz einer wachsenden Weltbevölkerung sinkt die …

Weggeworfene Bundesländer

In Deutschland landen pro Jahr etwa 18 Mio. Tonnen Lebensmittel im Abfall. Rechnet man dies um auf die Fläche, auf denen diese Menge produziert wird, entspricht dies in etwa der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland auf denen von uns Bauern „umsonst“ gewirtschaftet wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des WWF. (siehe unten) Doch nicht alle Verluste sind vermeidbar: Ernteverluste, Nachernteverluste und Prozessverluste (zusammen 5,18 Mio. t) lassen sich kaum verringern, denn beim Mähdrusch, bei der Kartoffel-, Möhren- oder Rübenernte fallen Teile der Ernte zurück auf den Acker, reduzieren sich nach der Ernte z.B. durch Trocknung bzw. bei der Lagerung oder werden bei der Aufbereitung aussortiert. Zu den Prozessverlusten gehört beispielsweise das Schälen der Kartoffeln, das ja unvermeidbar ist. Die Verteilungsverluste bei Groß- und Einzelhandel fallen mit 2,58 Mio. t ins Gewicht, bei Großverbrauchern wie Restaurationsbetriebe, Großküchen wie Mensen oder Kantinen werden jedoch schon 3,4 Mio. t weggeworfen. Den größten Anteil mit 7,23 Mio. t der weggeworfenen Lebensmittel nehmen die Endverbraucher ein. Fasst man diese drei Verlustquellen zusammen so summiert sich die Menge der vermeidbaren Lebensmittelverluste …