Alle Artikel in: Bauer Willi

Gentechnik gegen Corona? Wissenswertes über mRNA

Ich wollte wissen, was es mit dem neuen Impfstoff gegen „Corona“ auf sich hat. mRNA hört sich ja sehr nach „Gentechnik“ an und so ist es auch. Hier ein Artikel über diese Art von Impfstoffen aus dem Jahr 2018, also bevor der Hype um den neuen Impfstoff losging. https://www.aerzteblatt.de/archiv/214122/Genbasierte-Impfstoffe-Hoffnungstraeger-auch-zum-Schutz-vor-SARS-CoV-2 Nun ist es nicht so, dass ich alles verstehe, was da im Text steht. Deshalb habe ich mir das mal von einem Fachmann erklären lassen. Hier seine Ausführungen: Die Technik nutzt Virus-Gene, die aus dem Genom des Virus herausgeschnitten (!) wurden. Das sind die Gene, die für bestimmte Bestandteile der Virushülle kodieren. Die werden noch verändert, bevor man sie impft. Dann passieren noch ein paar Dinge, die aber letztlich dazu führen, dass die Zellen der Geimpften beginnen, die Hüllproteine des Virus zu produzieren. Die Immunzellen bilden nun Antikörper gegen diese fremden Proteine. Das „Rezept“ merkt sich das Immungedächtnis und kann bei einer Virusinfektion dann rasch aktiv werden. Problem gelöst. So, und jetzt passt alles für Gentechnik-Gegner:  wir haben veränderte Fremdgene, die auf andere Organismen übertragen und …

Eine zeitlose, politische Rede

Nur mal so, für zwischendurch. Diese Rede passt immer, aber irgendwie jetzt besonders. „Nur wer nicht geliebt wird, hasst.“ Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Schuldbekenntnis eines Landwirts

Diesen Brief schickte mir Jürgen, mit dem ich einige lange und intensive Telefonate geführt habe. Ich habe ihn gebeten, seine Familiengeschichte einmal aufzuschreiben, damit sich Menschen außerhalb der Landwirtschaft ein Bild davon machen können, welchen Einfluß gesellschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen auf den vielbeschworenen „bäuerlichen Familienbetrieb“ haben.  Mein ganzes Leben lang war ich davon überzeugt, dass ich mit Ackerbau und Viehzucht und mit der damit verbundenen Erzeugung hochwertiger Lebensmittel einen sinnvollen und wichtigen Beitrag für unser Land leiste. Mir war Bauer sein eigentlich schon in die Wiege gelegt. Mein Großvater war noch Knecht beim größten Bauern im Dorf. Der größte Traum war logischerweise einmal ein eigenständiger Bauer mit eigener Scholle zu sein. Und diesen Traum hat er sich hart erarbeitet. Als Arbeiter im Steinbruch konnte er von einen kinderlosen Ehepaar auf Leibrentenbasis ein Kleinstanwesen mit 2 Kühen, 3 Schweinen und 1,5 ha Grund und Boden erwerben. Mein Vater führte dies als Untertagekumpel im Bergbau fort. Immer mit der Sehnsucht, einmal den Hof so zu vergrößern und auszubauen um als Vollerwerbsbauer davon leben zu können. Die …

Was ist ein Notfall?

Unter bestimmten Bedingungen kann das BVL für ein Pflanzenschutzmittel eine Notfallzulassung aussprechen.  Welche Bedingungen dazu erfüllt sein müssen und welche Notfallzulassungen in den vergangenen Jahren erteilt wurden, kann man im folgenden Link nachlesen. https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/02_Notfallzulassungen/psm_ZugelPSM_notfallzulassungen_basepage.html Selbstverständlich gehören dazu auch Pflanzenschutzmittel, die im ökologischen Anbau eingesetzt werden. (Spinosad, Neem Azal und andere), denn hier sind die Möglichkeiten, vor allem Schadinsekten zu bekämpfen, sehr begrenzt. Schaut selber mal nach, für was es in 2020 Notfallzulassungen gegeben hat. Wichtig wäre es, wenn die insektizide Beize für Zuckerrüben eine solche Notfallzulassung erhalten würde. In Frankreich wurde sie gerade erteilt. Übrigens: eine Zustimmung weiterer Behörden ist nicht erforderlich. Das BVL kann also alleine entscheiden. Im Bericht für das Jahr 2017 „Notfallzulassungen nach Art. 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 in Verbindung mit § 29 Pflanzenschutzgesetz“ der auf der Webseite https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/bericht_notfallzulassungen_2017.html?nn=11031260 als PDF-Dokument veröffentlicht ist, wird auch das Verfahren für Notfallzulassungen unter 2.1 Antragstellung, Bewertung und Veröffentlichung auf Seite 4 erläutert: „Im Gegensatz zum regulären Zulassungsverfahren nach Art. 29 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 ist eine Beteiligung der Bewertungsbehörden für Notfallzulassungen nach …

Insekten: zuviel ist auch wieder nicht recht

Im Sommer haben sich viele Mitbürger über die vielen Wespen beschwert, am Rhein wurden sogar Mückenschwärme vom Hubschrauber aus bekämpft. Jetzt sind es andere Insekten, die zur Zeit für Aufregung sorgen: Marienkäfer Ruhr 24 nennt das massenhafte Auftreten eine Invasion und fragt die Leser, ob sie auch  Insekten in der Wohnung haben. https://www.ruhr24.de/service/marienkaefer-plage-2020-was-tun-deutschland-aktuell-punkte-tipps-wohnung-fenster-winter-90079505.amp.html Ein schweizerisches Portal redet sogar von einer biblischen Plage, um dann doch den Hintergrund zu erläutern https://www.20min.ch/story/darum-sind-gerade-so-viele-marienkaefer-unterwegs-723614169539 Irgendwie finde ich die Diskussion etwas merkwürdig. Die Medien werden nicht müde, von einem Insektensterben zu reden. Dann kommt es gerade in 2020 zu mehrfachem Auftreten von  massenhaftem Insekten-Auftreten (Mückenplage am Rhein, im Sommer Wespen, jetzt Marienkäfer, dazu Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner, Derbrüssler, Zünsler usw.) und dann ist es auch wieder nicht recht. Über die Heuschreckenschwärme in Ostafrika redet übrigens niemand mehr. Das ist deren Problem, wir haben ja Corona.  

Wert-Schöpfungs-Kette vom Aktivstall bis Kalieber

Nicht über den Titel erschrecken, das Video ist super! Mit Gabi Mörixmann (Aktivstall) und Jörn Ehlers als Schweinemäster und Sarah Dhem als Verarbeiterin. (Kalieber). Dazu noch Stimmen aus dem Lebensmittel-Einzelhandel. Solche Kooperationen machen Mut. Aber sie brauchen auch den Mut, sich aufeinander einzulassen. Bin gespannt auf eure Kommentare. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/wie-kaputt-ist-das-system-der-schweinehaltung-17016340.html Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Erwartungen eines Junglandwirts

Diesen Text hat mir ein junges Mitglied des DBV zugeschickt mit der Bitte um Veröffentlichung. Dieser Bitte komme ich gerne nach. Erwartungen eines Junglandwirts an den DBV, speziell an Herrn Rukwied   Es sind jetzt ca. 2 Wochen her, dass Sie, Herr Rukwied, als DBV Präsident mit 81% wiedergewählt wurde.    2012 wurden Sie mit großen Erwartungen mit 95% zum ersten Mal ins Amt gewählt. Was für ein toller Wert. Zu diesen Zeitpunkt haben Sie den Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit geleitet. Ich habe mit Ihrer Wahl die Hoffnung verknüpft, das der DBV endlich versteht, dass das zentrale Thema für die nächsten Jahre die Öffentlichkeitsarbeit ist. Diese Hoffnung habe ich schnell begraben.   2016 war Ihr Ergebnis mit 88% der Delegiertenstimmen noch solide. Die jetzigen 81% sollten Ihnen zu denken geben. Schwindet das Vertrauen in Sie? Mag niemand aus Ihrem Umfeld Ihnen diese unbequeme Wahrheit sagen?    Wer den Ton der Basis nicht trifft oder falsch interpretiert, muss sich über seinen Niedergang nicht wundern. Wie schnell dies gehen kann, sieht man an den „Volksparteien“ CDU und SPD: Es …

Europas „Green Deal“ schadet anderen

Die Zeitschrift Nature war mir bisher nicht dadurch bekannt, dass sie sich in aktuelle politische Diskussionen einmischt. Sie hat aktuell einen Text veröffentlicht, in dem die drei Autoren – alle in deutschen wissenschaftlichen Instituten (KIT) tätig – hart mit dem Green Deal ins Gericht  gehen. Hier der Originaltext in Englisch. https://www.nature.com/articles/d41586-020-02991-1 Hier die deutsche Übersetzung. Punkte, die mir wichtig erschienen, habe ich fett markiert und meine Kommentare kursiv eingefügt. „Europas Green Deal verlagert Umweltschäden in andere Länder Die Einfuhr von Millionen Tonnen Getreide und Fleisch pro Jahr untergräbt die landwirtschaftlichen Standards in der Europäischen Union und zerstört die Tropenwälder. Der Green Deal der Europäischen Union droht ein schlechtes Geschäft für den Planeten zu werden. Dieses ehrgeizige Politikpaket, das im Dezember 2019 angekündigt wurde, zielt darauf ab, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Es enthält Ziele zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen und zur Förderung von Wäldern, Landwirtschaft, umweltfreundlichem Verkehr, Recycling und erneuerbaren Energien. Die EU will „dem Rest der Welt zeigen, wie man nachhaltig und wettbewerbsfähig sein kann“, wie Ursula von der Leyen, die …

Mirjam, (wie) geht es weiter mit den Schweinen? (Video)

Die Situation auf dem Schweinemarkt ist nicht erst seit Corona und ASP angespannt. Zahlreiche neue Vorschriften sind erlassen worden oder auf dem Weg. Wie sollen die Betriebe das stemmen? Ich habe Mirjam Lechner gefragt. Mirjam Lechner ist Beraterin für Schweinehalter. Derzeit ist es aber mehr „Schweine-Seelsorge“. Sie kennt sich nicht nur sehr gut mit Schweinen aus, sie hat auch sehr viel Empathie für die Menschen, die die Schweine halten. Für andere natürlich auch. Ich habe ihr Fragen gestellt, ob und für wen es weitergeht im Schweinebereich. Ihre Prognosen klingen nicht sehr optimistisch. Dieses Video sollten sich auch und besonders diejenigen anschauen, die politische und gesellschaftliche Verantwortung tragen. Es ist leicht, Forderungen zu stellen und Gesetze zu erlassen. Wenn man aber die Menschen nicht mitnimmt, die dies alles in die Realität überführen sollen, wird es in der Konsequenz dazu führen, dass dieser Betriebszweig aus Deutschland verschwindet. Daher gilt auch hier die Folgenabschätzung:  „Bei allem was du tust, bedenke das Ende“ Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf …

Schmetterlingskalender 2021

Für so ein tolles „Produkt“ mache ich gerne Werbung.  Auch deshalb, weil es von der Obstbäuerin und ihrer (konventionellen) Obstbaumanlage stammt. Das schreibt sie dazu: „Im Oktober 2019 hatte ich die Idee, aus meinem Schmetterlingsarchiv Fotos von seltenen und schönen Schmetterlingen (mit Verweis auf den Fundort in oder unmittelbar neben unseren Obstanlagen) in einem Kalender zu präsentieren. Der Kalender wurde auf verschiedenen berufsständigen Veranstaltungen gezeigt und ich bekam eine ganze Reihe Bestellungen von Kollegen. Darüber hinaus habe ich den Kalender als Beweis der Artenvielfalt und Biodiversität in unseren konventionellen Obstanlagen genutzt und an Politiker und andere Aktivisten verschenkt. Ob das immer so gelungen ist, weiß ich nicht. In diesem Jahr kamen vor ein paar Wochen Anfragen, ob ich wieder einen Kalender gestalte. Das habe ich dann auch getan und als Thema für 2021 den »Schmetterling in Gesellschaft« gewählt. Manchmal hocken zwei verschiedene Falter auf einer Blüte oder es befinden sich Hummeln, Käfer oder andere Insekten in ihrer Nähe. Solche Schnappschüsse sind mir natürlich auch nicht so oft in entsprechender Qualität geglückt, da musste ich schon …