Alle Artikel in: Bauer Willi

#GrüneKreuze – was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele

Am 7. September 2019 wurde das erste grüne Kreuz aufgestellt. Ich denke, jetzt, zwei Jahre später, ist es wieder soweit, dies erneut zu tun. Warum, das steht im Text, den Du hier herunterladen kannst. BTW-Du-hast-die-Wahl Die Botschaft ist einfach: Seit dem 7. September 2019 hat sich für uns Bauern nichts zum Positiven verändert. Wir haben weiterhin Angst um die Zukunft unserer Betriebe. Das #GrüneKreuz ist eine Mahnung an die Gesellschaft, unsere Ernährungssouveränität nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Natürlich kannst Du diesen Text auch nach Deinem Vorstellungen verändern. Es ist eine Word-Datei. Gerne kannst Du den Text an Dein #GrünesKreuz hängen. Du kannst aber auch einen QR-Code daran befestigen, der auf den Artikel „Grüne Kreuze – Du hast die Wahl“ verlinkt. Hier der QR-Code in einer Word-Datei: QR-Code Word Ihr könnt die Grünen Kreuze auf euren Feldern aufstellen, weil ihr da niemanden fragen müsst. Wenn ihr sie vor Supermärkten oder vor Rathäusern befestigt, müsst ihr klären, ob das erlaubt ist. Aber ihr könnt sie mit zu Wahlveranstaltungen nehmen. Lasst euch fragen, was ihr damit bezweckt. …

#Grüne Kreuze – Du hast die Wahl

Unsere Botschaft an unsere Mitbürger: Du hast die Wahl Am 7.  September 2019 wurden die ersten Grünen Kreuze aufgestellt. Der Grund: wir Bauern wollten die Sorge um die Zukunft unserer Betriebe zum Ausdruck zu bringen. Der Auslöser war damals das Agrarpaket. Was ist seitdem passiert? Alle Bestandteile des Agrarpaketes wurden nahezu unverändert verabschiedet. Hinzu kamen noch Düngeverordnung, Nutztierhaltungsverordnung etc. Als neue Strategie der EU wurde inzwischen Farm to fork vorgestellt. Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu halbieren und mehr Bio-Landbau zu fördern. Klingt für den Bürger gut, leider fehlt die Beschreibung, wie das gehen soll und wer das finanziert. In Deutschland tagte die Zukunftskommission Landwirtschaft. Im Ergebnis auch hier: Extensivierung und Ökologisierung bei gleichzeitigem Abbau der Direktzahlungen. Bauern sollen nur noch für (staatlich  vorgegebene) Umweltleistungen bezahlt werden. Klingt für den Bürger gut. Aber auch hier: wie das gehen soll und wer das wie finanziert, bleibt offen. Offen bleibt auch, wie man Erfolg oder Mißerfolg mißt. Es fehlt, wie so oft, die Folgenabschätzung. Was ist noch passiert? Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist …

Externe Kosten: interessengeleitete Zahlenspiele

Nicht zuletzt im Papier der Zukunftskommission Landwirtschaft taucht der Begriff der „Externen Kosten “ auf. Doch wie leiten sich die externen Kosten ab? Können sie fair ermittelt werden? Dazu ein Gastartikel von Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre in der Schweiz Seit langem wissen wir, dass auch auf einem funktionierenden Markt die Preise nicht alle Kosten widerspiegeln. Das betrifft Kosten für Schäden, die man einem Verursacher nicht in Rechnung stellen kann, weil sie die Allgemeinheit betreffen. Typisches Beispiel ist die Gratisverschmutzung von Luft oder Wasser durch Schadstoffemissionen, die mit Produktion, Konsum und Transport verbunden sind. Genau so gibt es aber auch externen Nutzen. Wenn etwa ein Imker Honig erntet, dann stellt er den damit verbundenen Bestäubungsnutzen seiner Bienen der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung. Die ökonomische Wunderwaffe zum Umgang mit externen Kosten (bzw. Nutzen) heisst: Internalisieren! Der Staat soll für die «richtigen» Preise sorgen, welche auch die ökologische Wahrheit sagen. Über Steuern, Abgaben oder auch Emissionszertifikate gilt es, die Preise von Gütern so weit zu erhöhen, dass auch die externen Kosten abgedeckt sind. Und umgekehrt soll externer …

Mit Sorgen nicht alleine bleiben

Die Situation auf den landwirtschaftlichen Betrieben wird nicht einfacher. Die wirtschaftliche Situation, aber auch familiäre Probleme setzen den Menschen zu. Alles hängt mit allem zusammen, so wie bei einem Mobile: wenn man an der einen Ecke zieht, wackelt es an allen anderen. Dieses Beispiel hat mir Ricarda Rabe, Pastorin und Referentin für den kirchlichen Dienst auf dem Land genannt. Mit ihren Beraterinnen und Beratern unterstützt sie Menschen, denen die Sorgen über den Kopf wachsen. Ich habe mich mit ihr darüber unterhalten. Hier der Podcast: Landwirtschaftliche Familienberatung Und hier der Link, wenn man Unterstützung braucht: https://landwirtschaftliche-familienberatung.de/  

Was ein Ferkel den Medien zu sagen hat…

Ein Gastkommentar von Tina, der Ferkelhebamme, die eines ihrer Ferkel sprechen lässt. Es schildert die äußerst angespannte Situation in vielen Betrieben mit Ferkelerzeugung und/oder Schweinemast. Und zeigt sich verwundert, warum die Meldung von Rewe so wenig Beachtung in den Medien gefunden hat.  Liebe Medien, darf ich mich kurz vorstellen? Ich bin Willi Wutz, ein strammes Ferkel mit 28 kg, geboren auf einem typischen münsterländischen Bauernhof. Nach vier Wochen haben unsere Mütter mich, meine Geschwister und meine Kumpels aus der gemeinsamen Wohnung geworfen und wir sind in den 500 m entfernten Jugendtreff eingezogen. Nach 6 Wochen werden wir nun als junge Erwachsene in eine WG ziehen, auch nur 2 km entfernt von hier. Ich mache mir große Sorgen und schäme mich ein bisschen, denn unser Bauer stand mit Tränen in den Augen zwischen uns und meinte, dass ich nur noch 25,- EUR wert sei (Nord-West Notierung vom 28.08.2021) Dabei habe ich doch bis jetzt schon über das Doppelte an Kosten verursacht. Und bin meinem Bauern sowieso soviel mehr wert. Ein Plüsch-Schwein kostet fast 40 €! Ich …

Politischer Diskurs am Bodensee

Antonia Kitt hat den Agrarpolitischer Frühschoppen auf dem Obsthof Lehle in Immenstaad am 22. August 2021 zusammengefasst. Sie ist Obstbäuerin durch Heirat. Sie und ihr Mann bewirtschaften einen Obsthof mit Direktvermarktung in Überlingen am Bodensee und arbeiten nach den Richtlinien der integrierten Produktion. Sie sind Mitglied im Verein Lernort Bauernhof Bodensee e.V. und machen pädagogische Angebote für Kindergärten, Schulklassen, Überlinger Feriengäste und Gruppen aller Art. Sie schreibt über ihren Betrieb „Es ist uns wichtig, unseren Besuchern im direkten Kontakt zu vermitteln, wie wir unsere Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Kirschen und Zwetschgen produzieren.“ Hier ihr Bericht: „Landwirtschaft zwischen „nur noch Naturschutz? – oder Erhalt der inländischen Ernährungssicherheit?“ Unter dieser Überschrift stand der agrarpolitische Frühschoppen, zu dem Hubert Lehle, Obst- und Weinbauer und Vorsitzender des Obstbaurings Überlingen auf seinen Betrieb in Immenstaad eingeladen hatte. In seiner Begrüßung formulierte Lehle sein Anliegen: „Wir brauchen einen öffentlichen Diskurs über politische Entscheidungskriterien, in dem gängige Leitnarrative auch hinterfragt werden.“ Gerade der Blick auf die Schweizer Volksinitiativen habe gezeigt, dass die veröffentlichte Meinung nicht zwingend mit der öffentlichen übereinstimmen müsse. Rund 60 …

Reisen bildet…von Energie bis Biodiversität

So, wir sind wieder zuhause. Die zwei Wochen am Bodensee haben uns sehr gut getan, sowohl körperlich (viel schwimmen, radfahren, wandern) als auch geistig. Am vergangenen Sonntag hat unser Gastgeber den zweiten Politischen Frühschoppen veranstaltet, von dem ich noch berichten werde. Das war eine spannende Diskussion, besonders mit den Kollegen aus der Schweiz. Was uns im Urlaub auffiel: Sowohl bei der Hin- als auch bei der Rückfahrt haben wir entlang der Autobahn von Mannheim bis Friedrichshafen kein einziges Windrad gesehen. Auch nicht im Hinterland, meine Frau und ich haben bewusst danach geschaut. Nun wird doch Baden-Württemberg Grün-schwarz regiert. Wie kann es sein, dass diese Erneuerbare Energiequelle da keine Rolle spielt? Photovoltaik haben wir gesehen, meist auf ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Thema Energie: Immenstaad hatte an unserem vorletzten Urlaubstag einen mehrstündigen Stromausfall. Ist schon komisch: der Kühlschrank läuft nicht, die Mobiltelefone sind stumm, weil die Funk-Antennen auch ohne Strom sind und das Internet kann man natürlich auch vergessen. Der Stromausfall war zwischen 17 und 20 Uhr. Zu dieser Zeit wollen die Urlaubsgäste zu Abend essen. Folglich blieben …

Bauern in die Politik

Bald ist Bundestagswahl. Wir haben erlebt, wie Kandidat:innen für den Bundestag gekürt wurden. Nicht immer wurden diese von den Parteimitgliedern bestimmt, nicht immer waren die fachlichen Fähigkeiten oder politische Erfahrung die Begründung, warum es ein Kandidat oder eine Kandidatin „geschafft“ hat. In manchen Fällen war es lediglich das Geschlecht. Auch wenn dieses Verfahren erlaubt ist, ist es nicht unbedingt ein besonders demokratischer Prozess. Es gibt immer weniger Kandidaten und Kandidatinnen die sich für ein Amt in einem Landesparlament oder im Bundestag zur Verfügung stellen. Wenn diese aus der Landwirtschaft stammen oder einen landwirtschaftlichen Hintergrund haben, dürfte es selbstverständlich sein, dass gerade wir, die Menschen auf dem Land, diesen den Vorzug geben. Noch besser ist es allerdings, wenn sich Menschen aus unseren Reihen für ein politisches Amt zur Verfügung stellen. Ja, das frisst Zeit und nur selten bekommt ein Politiker Lob. Aber wenn wir Bürger immer nur über „die Politiker“ meckern (keine Ahnung, abgehoben, weltfern, arrogant) wird sich nichts ändern.

Was seit dem Volksbegehren passiert ist (Video)

Das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ in Baden -Württemberg ist in seiner vorgeschlagenen Form nicht zum Tragen gekommen. Was aber ist daraus geworden? Wie geht es jetzt weiter und was wäre notwendig, um möglichst viele Interessen zu berücksichtigen? Ich habe mich darüber mit Hubert Lehle, Obst- und Weinbauer aus Immenstaad am Bodensee unterhalten. Was für mich eine wichtige Erkenntnis (von vielen) ist: Es ist möglich, dass Landwirte und Naturschützer in die gleiche Richtung denken und arbeiten und dabei erfolgreich sind. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Hofnachfolge

Kennt ihr das „Netzwerk ländlicher Raum“. Ich kannte es nicht, habe aber dort einen interessanten Artikel gefunden, der – und das macht ihn interessant- sehr viele Links enthält, die der ein oder andere vielleicht gut gebrauchen kann. Das Thema Hofnachfolge steht bei jedem ja irgendwann mal an. Bei uns auch bald und wir haben mit den Vorbereitungen schon begonnen. https://www.netzwerk-laendlicher-raum.de/service/veranstaltungen/vergangene-veranstaltungen/2021/regionaldialog-zur-hofnachfolge/