Bauer Willi
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Politischer Diskurs am Bodensee

Antonia Kitt hat den Agrarpolitischer Frühschoppen auf dem Obsthof Lehle in Immenstaad am 22. August 2021 zusammengefasst. Sie ist Obstbäuerin durch Heirat. Sie und ihr Mann bewirtschaften einen Obsthof mit Direktvermarktung in Überlingen am Bodensee und arbeiten nach den Richtlinien der integrierten Produktion.

Sie sind Mitglied im Verein Lernort Bauernhof Bodensee e.V. und machen pädagogische Angebote für Kindergärten, Schulklassen, Überlinger Feriengäste und Gruppen aller Art. Sie schreibt über ihren Betrieb “Es ist uns wichtig, unseren Besuchern im direkten Kontakt zu vermitteln, wie wir unsere Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Kirschen und Zwetschgen produzieren.”

Hier ihr Bericht:

„Landwirtschaft zwischen „nur noch Naturschutz? – oder Erhalt der inländischen Ernährungssicherheit?“

Unter dieser Überschrift stand der agrarpolitische Frühschoppen, zu dem Hubert Lehle, Obst- und Weinbauer und Vorsitzender des Obstbaurings Überlingen auf seinen Betrieb in Immenstaad eingeladen hatte.

In seiner Begrüßung formulierte Lehle sein Anliegen: „Wir brauchen einen öffentlichen Diskurs über politische Entscheidungskriterien, in dem gängige Leitnarrative auch hinterfragt werden.“ Gerade der Blick auf die Schweizer Volksinitiativen habe gezeigt, dass die veröffentlichte Meinung nicht zwingend mit der öffentlichen übereinstimmen müsse.

Rund 60 Interessierte, darunter Landwirte und Vertreter des Berufsstands und der Politik verfolgten die Kurzvorträge der drei Gäste auf dem Podium: Aus der Schweiz war der Ökonom Professor Mathias Binswanger angereist, aus dem Rheinland Dr. Willi Kremer Schillings, alias „Bauer Willi“, und vom Lindenhof in Schwanau-Nonnenweier im Ortenaukreis Thomas Frenk, Sprecher der Freien Bauern.

Blick auf die Schweizer Volksinitiativen

Mathias Binswanger ging zunächst auf die beiden jüngsten eidgenössischen Volksinitiativen für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung sowie für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide ein, die am 13. Juni 2021 vom Schweizer Wahlvolk abgelehnt wurden. Im Verlauf der Kampagne sei klar geworden, dass der Erfolg der Initiativen zu einer starken Verteuerung der Produktion geführt hätte und viele Bauern hätten aufgeben müssen. Auch der Umstieg auf Bio sei keine wirtschaftliche Alternative, denn so Binswanger: „Von hohen Preisen für landwirtschaftliche Produkte profitiert nur der Handel. Migros und Coop diktieren die Marktbedingungen.“

Die landwirtschaftliche Tretmühle

Um zu erklären, warum die Bauern in der aktuellen Marktsituation in der Schweiz, ebenso wie im benachbarten Deutschland die Verlierer in der Marktsituation sind, formte Binswanger den Begriff der „landwirtschaftlichen Tretmühle.“ Dort, wo viele kleine Anbieter, also die Bauern, wenigen großen Nachfragern des Lebensmitteleinzelhandels gegenüberstünden, werde die Gewinnmarge für die Bauern immer geringer. Ein Bauernsterben sei die Folge. Die überlebenden Betriebe müssten immer produktiver werden, kämen aber auch nicht wirklich auf einen grünen Zweig, da die Nachfrage unelastisch sei. In den 70er Jahren seien von einem Franken noch 50% an die Bauern gegangen, heute seien es nur noch 30%.

Ernährungssicherheit in der Schweiz hohes Gut

Um die Wertschöpfung wieder auf die Bauernhöfe zurückzuholen, brauchten die Bauern langfristig garantierte Preise. Doch die Landwirtschaftspolitik sei schizophren. „Einerseits wird die Produktion immer produktiver gemacht, andererseits gibt es immer höhere Auflagen zu Tier- und Landschaftsschutz, Das passt nicht zusammen“, so Binswanger. Glücklicherweise sei die Landwirtschaft in der Schweiz noch gesellschaftlich legitimiert, weil die Ernährungssouveränität als hohes Gut angesehen werde. Jedoch wäre es der Lebensmittelindustrie recht, wenn in der Schweiz überhaupt nicht mehr produziert würde, sondern alle Rohstoffe billig im Ausland eingekauft würden. „Die ökonomische Situation der Landwirtschaft wird von der Politik total vernachlässigt“, zog Binswanger Bilanz.

Enttäuschendes Ergebnis der Zukunftskommission Landwirtschaft in Deutschland

Zu einem ähnlichen Fazit kam auch Willi Kremer-Schillings nach seinem Blick auf das Abschlusspapier der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL), die ja erst auf Druck der Bauerndemonstrationen gegen das Agrarpaket der Bundesregierung gebildet worden war. Im Ergebnis werde das Agrarpaket mit den darin enthaltenen Vorschriften zum Insekten- und Gewässerschutz, zum Tierwohl und Schutz von Streuobstwiesen entgegen aller Proteste umgesetzt. Die Agrarpolitik in Deutschland und der Green Deal der EU seien darauf ausgelegt, die Produktion zurückzufahren. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, wie die landwirtschaftlichen Verbände den Bericht der ZKL unterschreiben konnten. Mit dem Ergebnis der ZKL seien die Sorgen der Bauern um die Zukunft ihrer Betriebe nicht vom Tisch. „Das Papier geht noch weit über EU-Verabredungen hinaus“, so Kremer-Schillings. Daher habe er gemeinsam mit einer Gruppe von Agrarbloggern an die an der ZKL beteiligten landwirtschaftlichen Verbände geschrieben und gefragt, worin denn die Fortschritte für die Landwirtschaft bestünden. „Im Juli 2021 gab es dann im Rahmen einer Zoom-Konferenz eine sehr unerfreuliche Auseinandersetzung mit den eigenen Verbänden“, berichtete Kremer-Schillings. Man überlege jetzt, erneut dazu aufzurufen, grüne Kreuze aufzustellen.

Ökologische Folgekosten der Landwirtschaft falsch berechnet

Ebenso wie Kremer-Schillings störte  sich auch Thomas Frenk von den Freien Bauern an der Zahl 90 Milliarden Euro, mit der die ZKL die jährlichen ökologischen Folgekosten der Landwirtschaft in Deutschland beziffert. Hinter dieser Zahl stünden Fehlinformationen. „Man muss aufstehen und den Rücken grad machen“, sagte Frenk, „auch gegen das Bild, das die Medien von der Landwirtschaft zeichnen.“ Eine bäuerliche Berufsvertretung müsse unabhängig sein und klare Ziele formulieren. Ein zentrales Anliegen der Freien Bauern sei es, den Ausverkauf der Betriebe an das Großkapital aufzuhalten. „Die Betriebe werden von Stiftungen und Kapitalgesellschaften aufgekauft“, beklagte Frenk. Am nachhaltigsten aber seien doch die ortsansässigen bäuerlichen Betriebe. „Der Bauer hat Verantwortung und Kontrolle über die Produktion seit Generationen“, so Frenk. Er kritisierte auch das politische Ziel, den Bio-Anbau auf 30 bis 40 Prozent der Produktion auszuweiten. Um die Produktivität zu halten, bräuchte man aufgrund der niedrigeren Erträge die doppelte Fläche; aber selbst dann sei die Produktion und damit die Ernährung der Bevölkerung nicht sicher.

Engagierte Diskussion

Im Anschluss entwickelte sich eine engagierte Diskussion, in der die Schweizer Volksinitiativen auch mit dem Biodiversitätsstärkungsgesetz und Pflanzenschutzverboten in Baden-Württemberg in Bezug gesetzt wurden.  Martin Haab, Präsident des Zürcher Bauernverbands, brachte ein, dass eine geschickte Öffentlichkeitsarbeit an der Basis die vorherrschende Meinung durchaus aufbrechen kann. Als Beispiel nannte er das Argument der  Lebensmittelverschwendung durch unterlassenen Pflanzenschutz auf dem Acker: „Kein Pflanzenschutz ist ‚food waste‘ in Reinform“. Diese Aussage habe zur Ablehnung der Schweizer Volksinitiativen wesentlich beigetragen. Das Schweizer Wahlvolk habe darüber hinaus verstanden, dass der Erfolg der Agrarinitiativen zwangsläufig zum Rückgang der inländischen Produktion und zu mehr Lebensmittelimporten geführt hätte. Auch dies sei in der Kampagne ein überzeugendes Argument gewesen.

Einigkeit der Bauernverbände entscheidend

Interessante Einblicke gab auch der Schweizer Lohnunternehmer und Kartoffelproduzent Samuel Guggisberg, zugleich Präsident der 2017 als Reaktion gegen die beiden Agrarinitiativen gegründeten IG Bauernunternehmen. „Die Initiativen wollten unsere Produktion massiv einschränken“, sagte Guggisberg, „aber wir wollen unsere guten Böden für die Versorgungssicherheit in der Schweiz sinnvoll nutzen.“ Seinen jungen Verband sieht er nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum Schweizer Bauernverband. „Wir brauchen innerhalb der Verbände eine große Einigkeit“, so seine Überzeugung. In der Kampagne sei es ein Vorteil gewesen, dass quasi alle Betriebe in der Schweiz gleichermaßen von den Agrarinitiativen betroffen gewesen seien, und selbst einige Bioverbände dagegen waren. Die Volksinitiativen seien dann zwar abgelehnt worden, doch man habe sich diesen Entscheid auch politisch einkaufen müssen, so Guggisberg. Ständerat und Nationalrat hätten eine eigene parlamentarische Initiative eingereicht, und die Verwaltung bringe nun durch die Hintertür Verordnungen mit hohen Auflagen, weil der Druck auf die Landwirtschaft nach wie vor hoch sei.

Guggisberg plädierte dafür, stärker international zusammenzuarbeiten, um politisch mehr Gehör zu finden. In den Fachkommissionen seien die NGOs oft in der Überzahl, der Anteil von landwirtschaftlichen Praktikern oder berufsständischer Vertreter läge oft nur bei etwa 20 Prozent.

Transformation der Landwirtschaft gefährdet auch Fortschritte beim Naturschutz

Die fehlende Expertise in den entscheidenden Gremien kritisierte auch der Naturschützer und Obstwiesen-Bewirtschafter Gerhard Weyers aus Überlingen. Viele Maßnahmen, die unter dem Begriff „Transformation“ der Landwirtschaft liefen, wirken sich nicht nur schlecht auf die Ernährungssicherheit, sondern auch zum Nachteil des Naturschutzes aus. Denn, so Weyers, „mit der Zahl der Bauernhöfe verminderte sich der Artenreichtum“. Die starke Fokussierung auf Pflanzenschutzmittel lenke zudem von den entscheidenden Ursachen des Artenschwunds ab und verhindere dadurch das Finden von Lösungen. Als Beispiel für den verordneten Irrsinn im Namen des Insektenschutzes nannte er das aktualisierte Naturschutzgesetz von Baden-Württemberg, das die angepasste Bewirtschaftung seiner artenreichen Obstwiesen mit Sortensammlung nun verbietet.

In seinem Schlusswort mahnte Willi Kremer Schillings an, die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft müsse professioneller werden, um den NGOs wirklich etwas entgegensetzen zu können. „Der Bürger ist mit guten Argumenten ansprechbar,“ ist auch Hubert Lehle überzeugt, das habe das Schweizer Beispiel gezeigt. Lehle dankte den Referenten und allen Teilnehmern für die wertvollen Beiträge und versprach eine Fortsetzung  der Diskussion in diesem Format.

Konsequente Öffentlichkeitsarbeit wichtig

Insgesamt wurde während der Veranstaltung deutlich, wie es in der Schweiz gelingen konnte, die öffentliche Zustimmungsrate für die Volksinitiativen von zunächst 70% auf letztendlich nur 40% zu senken. Ausschlaggebend war die Einigkeit der landwirtschaftlichen Verbände und eine gemeinsame konsequente Öffentlichkeitsarbeit an der Basis über den relativ langen Zeitraum von 5 Jahren hinweg, vom Start der Initiativen bis zur Abstimmung. Und doch bleibt auch bei den Eidgenossen die Herausforderung, die Sicherung der inländischen Versorgung mit den nach wie vor von Politik und Gesellschaft geforderten Umweltauflagen in Einklang zu bringen und gleichzeitig die oft prekäre ökonomische Situation der bäuerlichen Betriebe zu verbessern. Es liegt auf der Hand, dass die Bäuerinnen und Bauern – in der Schweiz wie auch in Deutschland – auch in Zukunft gefordert sein werden, mit langem Atem, kontinuierlich und in großer Gemeinsamkeit ihre Stimme im öffentlichen Diskurs zu erheben und aktiv auf die Bürger und Bürgerinnen, auf die Medien und auf die Politik zuzugehen.

Antonia Kitt

Info zu Prof. M. Binswanger:

Der Schweizer Ökonom Mathias Binswanger ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwest-Schweiz in Olten, Publizist und Privatdozent an der Universität St. Gallen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Makroökonomie, Finanzmarkttheorie, Umweltökonomie sowie der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Glück und Einkommen. Zum Thema Landwirtschaft und Globalisierung erschien 2020 seine Schrift „Mehr Wohlstand durch weniger Agrar-Freihandel“. ISBN 978-3-7117-2094-8

Gastartikel stellen die Meinung des/der Autor/in dar.

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28 Kommentare

  1. Obstbäuerin sagt

    “Lebensmittelverschwendung durch unterlassenen Pflanzenschutz” das ist die wichtigste Aussage. Damit kann man, vor allem medial arbeiten. Wie “Bienensterben” – nur das es stimmt. Ich hab da so Ideen.

  2. Inga sagt

    Richtig Firerdragon,
    Ohne Gefühlsduselei.

    Warum müssen die Bauern die Ängste und Gefühlsduseleien anderer Leute aushalten.
    Wer in der Landwirtschaft was ändern will, der muss Durchblick haben.

  3. Ludwig sagt

    Es wird sich erst etwas ändern , wenn die Politik von der Staatswirtschaft auf die “Soziale Marktwirtschaft” umschaltet. Ein Markt findet hier nicht mehr statt, weil die Politik mit den Ministererlaubnissen zum Erwerb lästiger Konkurrenten im LEH-Bereich die Großen LEHs zu einem Monopol gemacht hat und so die Rohstoffpreise niedrig halten kann. Um wieder in den Markt zu kommen müßten die LEHs zerschlagen werden und von fünf Großen auf über 100 Kleine LEHs reduziert werden. Ansonsten fallen mir nur Mindestpreise ein. Es gibt ja auch einen Mindestlohn. Wir Schweinehalter wollen aber eigentlich nur den Markt , ohne politische Abhängigkeiten , denn diese Abhängigkeiten führen uns doch nur ins Kaos. Was wir brauchen ist ein Reset auf 1970 , also alle einschränkenden Gesetze streichen . Das ist aber nur ein Traum , denn es leben immer mehr Leute bei festem Gehalt von diesen Gesetzen. Nur für uns Bauern bleibt nichts übrig.Also Tierhaltung aufgeben oder stark reduzieren. Ansonsten fällt mir nur ein Stromblackout ein , sodaß alle mal wieder auf den Boden kommen. Wie das hilft kann man bei dem Zusammenhalt in der Flutkatastrophe im Ahrtal sehen. Hier ist die Politik noch außen vor und man packt überall an und läst die Bürokratie und Gesetze in Berlin.

    • Brötchen sagt

      Nur mal ein Denkbsp.

      Der LEH das sind ja nicht die Läden, sondern das ist der Einkauf mit drei Mann und dem entsprechenden Logistikzentren dahinter.

      Was würde sich ändern wenn man das zerschlagen würde?

      Denke dann gäbe es noch mehr Verkehr und mehr abgesetzt werden würde auch nicht, eventuell würden die Preise etwas steigen.

      Es kann ja nur irgendwo was hinzukommen, wenn irgendwo was weg geht.

      Ich habe gerade bei uns im Verflechtungsraum Dörfer mit einigen Mittelzentren ein Gutachten gesehen bezogen auf Kaufkraft und was direkt in der Verflechtungsgemeinde abgesetzt wird…..das waren ungefähr 40 % alles andere fliesst in die nächst größere Stadt ausserhalb der Gemeinde ab.
      Also die Leute (ich auch) sind extrem flexibel wo die ihre Einkäufe erledigen.

      Meiner Meinung nach kann man die lw. Preise nur steigern, wenn man irgendwo unsinnige Kosten senkt…..also Energie, Auflagen(Bau) die Kosten hochziehen und wettbewerbsfähig für den Export bleibt.
      Mindestpreise würden auch nicht vor Überproduktion schützen, dann müßte man wieder über Exporterstattungen nachdenken…dann liegt die Ware eben länger irgendwo.

      • Reinhard Seevers sagt

        Vielleicht kann man es ja machen, wie bei der Buchpreisbindung. Preisbindung für bestimmte Produktsorten, – arten….ist im Grunde ein Festpreis.
        Die Importware muss den gleichen Preis haben. Der Preis orientiert sich an einem Durchschnittserlös, der notwendig ist. Der Staat muss die Differenz zu billigeren Lebensmitteln aus dem Ausland, die nicht für Geringverdiener und Sozialschwache erreichbar sind, kompensieren….wie, keine Ahnung, soll bei der CO2-Abgabe aber auch funktionieren.

        • Brötchen sagt

          Reinhard nimm jetzt nur mal den ganzen Obstbau….wie soll man das umsetzen…..
          Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren ……

          stell mir das schwierig vor….

          dann hast Du ja immer noch die Spanne zum Verkauf…..und wenn die Abnahme gekoppelt ist neben dem Preis, an Menge, Qualität und ganzjährige Verfügbarkeit…fällt der Einheimische wieder hinten runter…

          Fällt mir als Gegenargument ein..

          • Reinhard Seevers sagt

            So vielleicht: Deutsche Heidelbeere Qualitätsstufe xy, 500Gr- Schale 4,-€ ab Erzeuger……danach schlägt der Handel auf.
            Ausländische Heidelbeere während der hiesigen Vegetation nicht zugelassen, und außerhalb der Saison, dann mit CO2- Certifikat und – kosten belastet und nach deutschen Qualitätskriterien produziert und certifiziert.
            Jährliche Neuverhandlungen um die Preisorientierung.
            Versorgungslücken müssen hingenommen werden, weil so gewollt. Wenn nicht, dann muss die ausländische Heidelbeere nach den oben genannten Kriterien verkauft werden.😉

            • Brötchen sagt

              zum Beispiel…..ja klingt plausibel

              ausser “Ausländische Heidelbeere während der hiesigen Vegetation nicht zugelassen” ob da Handelsabkommen dagegen stehen….

              • Reinhard Seevers sagt

                Ach komm…wie sagten Frau Neumann und Frau Göpel: Alles eine Frage des Wollens, die Fakten liegen auf dem Tisch, man muss nur endlich mutig voranschreiten!😎
                Wer die ganze Welt retten kann, der kann so ein paar Bauern doch wohl problemlos retten…oder doch nicht? 😣

              • Lady sagt

                “zum Beispiel…..ja klingt plausibel ”
                Nö, Brötchen, glaube ich dir nicht.
                Wieviele Heidelbeerkörbchen soll denn der LEH abnehmen?
                Wenn das ein gutes und sicheres! Geschäft für die Bauern ist, dürfte sich einiges an Heidelbeeren einfinden 😉
                Soll die Menge auch durch irgendeine “Kommission” festgelegt werden?
                Oder durch Frau Göpel?
                Sonst ist die Geschichte eh instabil.
                Also so wird es nichts mit der Bauernrettung, eher im Gegenteil. Da würde selbst ich für abschaffen plädieren, ich mag keine Heidelbeeren 😀

                • Thomas Apfel sagt

                  Nur ganz am Rande: Das Problem der Heidelbeeren ist der hohe Arbeitsaufwand beim Pflücken, die Produktion läuft überall gleich. In der Ukraine (und in Peru) fallen rund 65 Cent je kg an, in Rumänien und Serbien um einen Euro, in Polen 1,20 € je kg und in Deutschland derzeit 2,10 €/ kg, in der Schweiz 3,25 €/kg bei gleicher Pflückleistung. Deutschland kommt demnächst bei 2,50 € an, wenn die Wahlversprechen umgesetzt werden. Deshalb wird nur in der Kombination von Direktvermarktung und LEH Absatz Geld verdient. Bei Abgabe an den LEH, als “Abwurfgebiet” der notwendigen Übermengen aus der Direktvermarktung, wird kein Geld mehr verdient und die Ware aus den oben genannten Ländern übernimmt. Und so ähnlich ist es mit allen Lebensmitteln. Wir müssen aufhören, die falschen Geschichten zu erzählen und für einheitliche Lebensbedingungen und Preise im europäischen Wirtschaftsraum sorgen, dann, und nur dann, werden die Kunden sich für Ware aus den Landen, die sie kennen, also regional entscheiden !

                • Reinhard Seevers sagt

                  Zitat T.A.:” für einheitliche Lebensbedingungen und Preise im europäischen Wirtschaftsraum sorgen, dann, und nur dann, werden die Kunden sich für Ware aus den Landen, die sie kennen, also regional entscheiden !”

                  Und genau daran scheitert die Lösung. Weil das eben nicht erreichbar ist.

                • Brötchen sagt

                  Leserkommentar: “also ich will eine kompetente, nicht durch eigene Interessen bewegende Regierung, die im Sinne der Bevölkerung jetzt und der Zukunft schlaue Politik macht

                  und ein Einhorn”

                  ANTWORT : da sind die Chancen auf ein Einhorn aber größer !

                • Thomas Apfel sagt

                  Genau, Brötchen, und genau deshalb sollten wir aufhören die Geschichte von der Marktabgrenzung als Lösung (mit) zu erzählen.

  4. Reinhard Seevers sagt

    Feuerdrache, der Zusammenhang zwischen Betriebsaufgabe aus der betrieblichen Sicht und der Folge für die Allgemeinheit muss auch besser rausgearbeitet werden, sonst ist nämlich nicht zu rechtfertigen, warum die Anzahl der Betriebe generell nicht auch halbiert werden kann, ohne, dass es irgendwelche negative Folgen für eine Gesellschaft haben könnte.
    Das wird schwierig genug.

  5. firedragon sagt

    ” … Im Verlauf der Kampagne sei klar geworden, dass der Erfolg der Initiativen zu einer starken Verteuerung der Produktion geführt hätte und viele Bauern hätten aufgeben müssen. Auch der Umstieg auf Bio sei keine wirtschaftliche Alternative …”

    Ich denke, LW muss sich von diesen Argumenten (Verteuerung = Betriebsaufgabe) verabschieden. Diese Argumentation trifft zwar zu, allerdings – es interessiert, ausser man ist betroffen, niemanden.
    Bspl. macht sich irgendjemand über einen längeren Zeitraum Gedanken über die Mitarbeiter einer schließenden Firma? Nein … also!

    Argumentation in diese Richtung
    “… Lebensmittelverschwendung durch unterlassenen Pflanzenschutz auf dem Acker: „Kein Pflanzenschutz ist ‚food waste‘ in Reinform …”
    halte ich für nachhaltiger und ehrlicher.
    Jetzt kann man sich darüber streiten, ob der Pflanzenschutz über synthetische oder ” biologische” Mittel erfolgen soll. Dazu muß in der Bevölkerung ankommen, dass “biologische” Mittel genauso Getiers tötet, genauso Unkraut vernichtet, durch Mechanik, wodurch teilweise mehr CO2 freigesetzt wird und mehr Fläche benötigt usw.

    Desweiteren, wenn ich die Klimaverschiebung betrachte und die damit einhergehende wechselnde Tier – und Pflanzengattungen, ist es nur logisch, dass Gattungen abwandern oder verschwinden, dafür andere einwandern.
    Es ist wohl auch ein Stückweit Evolution.
    Der Mensch ist evolutionsbedingt auch ein Wanderer.

    Und, ganz allgemein angemerkt, LW ist souverän und kann auf Angst- und Panikmache verzichten. LW hat es nicht nötig in das vorherrschende Muster zu verfallen. Warum? Zeigt doch den Menschen einfach, was LW draussen sieht – ohne Gefühlsduselei.

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