Bauer Willi, Video
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Was seit dem Volksbegehren passiert ist (Video)

Das Volksbegehren Artenschutz “Rettet die Bienen” in Baden -Württemberg ist in seiner vorgeschlagenen Form nicht zum Tragen gekommen. Was aber ist daraus geworden? Wie geht es jetzt weiter und was wäre notwendig, um möglichst viele Interessen zu berücksichtigen? Ich habe mich darüber mit Hubert Lehle, Obst- und Weinbauer aus Immenstaad am Bodensee unterhalten.

Was für mich eine wichtige Erkenntnis (von vielen) ist: Es ist möglich, dass Landwirte und Naturschützer in die gleiche Richtung denken und arbeiten und dabei erfolgreich sind.

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15 Kommentare

  1. Hubert sagt

    liebe Kollegen
    Eure Kommentare sind mir wichtig. Es sind wichtige zusätzliche Aspekte dabei.
    Ich bin auch der Meinung, dass Strategie und Verhalten ( darüber könnten wir einiges berichten ) der Bauernverbände in BaWü in Sachen Eckpunkteprozess und Biodiversitätsgesetz falsch war und die fatalen Auswirkungen nun spürbar sind. Immer mehr Verbandsvertreter erkennen das jetzt. Wenn man aus Fehlern lernt, kann das helfen.
    Die Ergebnisse der Volksabstimmungen in der Schweiz ( Willi hat davon berichtet ) sollten uns weiter Mut machen. Wir konnten sehen, dass die veröffentlichte Meinung letztlich nicht dem Bürgerwillen entspricht und wir Bauern sehr wohl zur Meinungsbildung beitragen können.
    Was ich bei den Kommentaren auch noch denke, ist, dass wir noch mehr Verbund brauchen. Die verschiedenen Anmerkungen sollten weiter besprochen werden.
    Und wir brauchen den Verbund über die Ländergrenzen hinweg.
    Daran sollten wir weiter arbeiten. Und das werden wir!

  2. Christoph aus der Stadt sagt

    Danke für das Interview, das ich auch als Nicht-Landwirt mit Interesse angeschaut habe. Wofür ich aber wenig Verständnis habe ist, dass wenn geschildert wird, dass bestimmte Politiker sich im Gespräch mit Landwirten anders äußern als in der Öffentlichkeit, weder genaue Inhalte, noch Parteinamen noch Politikernamen genannt werden. Durch solch ein höfliches Schweigeverhalten hilft man doch genau dabei, die vorherrschende ideologische Denke zu bewahren, die man eigentlich kritisch diskutiert sehen will. Mich als Wähler interessiert es brennend, welcher Politiker, egal welcher Partei, welche Positionen vertritt und wer gar mit seinen Positionen im Konflikt mit seiner eigenen Partei steht.

    • Bauer Willi sagt

      Meine Kontakte mit Politikern waren die gleichen. Eine Unterscheidung bei Parteien mache ich da nicht. Bisherige Ausnahme: Carina Konrad FDP. Selbst Künast und Habeck haben zwei Gesichter.

    • Inga sagt

      Ich finde die Politiker, die sich mit der Materie befassen sollten Grundwissen davon haben.
      Sonst sind sie fehl am Platz!
      Das könnte man ruhig mal öffentlich machen!
      Dann müßten das die Bürger fordern!

      Nicht Biodiversität fordern und dazu Stellen geschaffen, aber es wird nicht in ihrem Sinne gehandelt!

  3. Thomas Apfel sagt

    Hubert Lehle erwähnt die Züchtung resistenterer Sorten als Weg, den Pflanzenschutzaufwand zu reduzieren. Dabei übersieht er allerdings, dass das “Reduktionsanliegen” sich nur gegen die chemisch-synthetischen PSM richtet.
    Der Bio-Anbau grenzt sich zunehmend durch “nur für Bio zugelassene” Sorten vom Markt ab (“Natyra” z.B.). Die beäugen eher mit Misstrauen, dass der IP-Obstbau mit solchen Sorten den Fungizidaufwand erheblich senken könnte und das für Bio so wichtige Kupfer in Verruf gerät. Ich habe das mit alten Sorten und Bio Sorten probiert: Auch die funktionieren mit geringem Aufwand an synt. Fungiziden hinsichtlich Ertrag und Qualität viel besser als mit der Dauerberieselung mit phytotoxischen Bio-Mitteln (Kupfer; Schwefel; Schwefelkalkbrühe). Selbst wenn man “Elstar” durch “Santana” oder Ähnliches ersetzen könnte und weniger Fungizid spritzen würde, wird uns das “chemisch-synthetisch” in der heutigen oder anderer Begründung immer wieder um die Ohren gehauen werden. Es ist im Grunde immer noch nicht Anderes als ein politisch und medial begleiteter Kampf um Marktanteil für die Bio´s. Ein “Zusammenwachsen der Systeme Bio und IP”, wie es immer wieder als Ziel ausgegeben wird, ist da kontraproduktiv und auch gar nicht vorgesehen.

  4. Obstbäuerin sagt

    Ich bewundere den Optimismus meines Kollegen, der mir leider abhanden gekommen ist. Die Maßnahmen zur Beschränkung unserer Möglichkeiten sind doch nicht mehr umkehrbar. Es kann vielleicht noch ein wenig Schadensbegrenzung erfolgen aber im Großen und Ganzen sehe ich keine Zukunft für den Obstanbau in Deutschland. Wir haben ein Jahr erlebt mit einer extremen Fülle an Insekten, reich blühenden Wiesen und Straßenrändern und einer großen Schar an verschiedensten Vogelarten. In Brandenburg brüten die Schwalben zum dritten Mal. Zauneidechsen sind in so großer Anzahl vorhanden, dass man bei Baumaßnahmen gar nicht mehr weiß, wohin mit ihnen. Und es ist nicht so, dass diejenigen, die nach Beschränkungen der Landwirtschaft schreien, um die Arten zu schützen, das nicht wüssten. Es soll aber möglichst nicht an die Öffentlichkeit und wird gern mit dem Deckmantel der Geheimhaltung belegt und die Medien haben auch kein Interesse daran ihre eigene Propaganda zu hinterfragen.

  5. Thomas A sagt

    Wenn die Kamera über die Landschaft streift, sehe ich, dass die Flächenanteile mit Hagelnetz in den letzten 2 Jahren ordentlich zugenommen haben. Das sieht jetzt 1:1 wie im Vinschgau in Südtirol aus. Da muss man, glaube ich, nicht lange auf Anti-Pflanzenschutz-Aktionen wie “Das Wunder von Mals” warten, schon weil der Anblick den Eindruck der so verfehmten “Intensität” der Landnutzung verstärkt.
    Irgendwie müsste sich das Bodenseegebiet (das Kompetenzzentrum in Bavendorf) mit der Laimburg in Südtirol verbünden und mit den Erkenntnissen zur tatsächlichen Biodiversität im Pflanzenschutz-intensivem Apfelanbau aggressiv an die Öffentlichkeit gehen. Dazu müssten aber die örtlichen Nabuster bereit sein die realen Zahlen zu veröffentlichen (sind sie bei uns z.B. aber nicht).
    Im Übrigen haben die Schwalben bei uns drei Bruten gemacht, was sie nur ganz selten und in sehr insektenreichen Jahren tun. Soviel zum Insektensterben, ein Jahr mit normaler Feuchtigkeit und schwupps, ist alles wieder da.

    • Bauer Willi sagt

      Auf Produzentenebene gibt es ja Kontakte nach Südtirol. Ich durfte ja auf der Interpoma reden und hatte den Eindruck, dass Altes Land, Meckenheim, Bodensee und Südtirol fachlich gut vernetzt sind. Inwieweit die Forschungsstationen kooperieren, weiß ich nicht, aber vermutlich ist es da nicht anders als in anderen Fachbereichen.

    • Bauer Willi sagt

      Ich habe noch weitere Videos bei Hubert gemacht, auch mit Hagelschaden. Wenn man diese Bilder sieht, wird man wohl erkennen, dass es ohne Hagelschutz nicht geht. Er hatte zweimal Hagel: einmal von Westen, einmal von Osten. Da bleibt kein Auge trocken… 🙁

      Meine Bekannten in Südtirol bedauern auch, dass sie in die unschönen Hagelschutznetze investieren müssen. Aber einen Totalausfall kann sich auch dort niemand leisten.

      • Thomas Apfel sagt

        Keine Frage, ich bin total für Hagelnetze. Wir bauen bei uns jetzt auch die ersten 4 ha. Der “touristische Aspekt” ist aber objektiv da und wir können uns nur dagegen wehren, indem wir aufzeigen, dass das eher einen positiven Aspekt in Bezug auf Biodiversität und Abdrift darstellt, so sehe ich das (berufsbedingt) jedenfalls.

    • Mark sagt

      “Dazu müssten aber die örtlichen Nabuster bereit sein die realen Zahlen zu veröffentlichen (sind sie bei uns z.B. aber nicht).” Selbst wenn sie es tun würden stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit derselben. Ich beobachtete im Übrigen 2019 auffallend viele Heuschrecken, in 2020 waren es Schmetterlinge und 2021 sind es auffallend viele Fliegen/Mücken. Es wäre sicherlich interessant, solche Beobachtungen bundesweit zu sammeln und damit zumindest Tendenzen feststellen zu können. Damit könnte man den “Wahrheitsgehalt” der Meldungen von NABU und Co. entsprechend beurteilen. Vielleicht wüden diese dann vorsichtiger.

  6. Mark sagt

    Da hat der gute Hubert etwas verwechselt, der PSM-Einsatz soll nicht um 30-40% vermindert werden, sondern um 40-50%. Der Anteil der der ökologischen Bewirtschaftung soll auf 30-40% steigen. Für beides gilt das Zieljahr 2030. Um die Reduktion der Pflanzenschutzmittel messen zu können, erfolgt eine umfassende landesweite Datenerhebung zur aktuellen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg mit Hilfe eines repräsentativen Betriebsmessnetzes sowohl bezüglich der eingesetzten Wirkstoffe als auch bezüglich der Menge pro Jahr. Dieses beinhaltet auch eine Bewertung im Hinblick auf das Risikopotential der einzelnen Wirkstoffe bezüglich Insekten auf der Basis der Risikobewertung des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz.
    Ein wissenschaftliche Evaluierung und Begleitung soll erfolgen, die Aufträge für die erforderlichen Studien sind vergeben. Und hier kommt schon das nächste Problem: die beauftragten Wissenschaftler sind keine neutralen Wissenschaftler, sondern “wissenschaftliche Aktivisten” (aus dem Lager der beteiligten NGO), die ihre Meinung zum Thema schon geäussert haben und damit schon von vorne herein Befangen von ihren eigenen Äusserungen sind! Das Ergebniss der Forschung steht damit schon zu Beginn fest!
    Ich bleibe dabei: Das Biodiversimurksgesetz entstammt aus dem Eckpunktepapier, an dem der Bauernverband mitgearbeitet hat, aus Angst vor dem Volksbegehren. Das Volksbegehren stand jedoch definitiv vor dem Scheitern, es wäre nicht Mehrheitfähig in BW gewesen! Deshalb haben sich die Intitiatoren des Volksbegehrens auch sehr schnell auf das Eckpunktepapier eingelassen. Die Zustimmung zum Eckpunktepapier war eine der größten berufständischen Fehlentscheidung seit Kriegsende.

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