Alle Artikel in: Bauer Willi

Agrarkommunikation für Landwirte

Durch einen Zufall habe ich von dem Portal „Agrarkommunikation.de“ erfahren. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen   Wenn man oben auf der Seite den Button YouTube anklickt, landet man auf der Seite DLG- Landwirtschaft, die etwas über 700 Abonnenten hat. Gleiches passiert, wenn bei Facebook nachsieht. Hier ist es DLG. e.V. , die auf diesem Portal immerhin 5.800 Follower hat. Die gleichen Inhalte werden auch auf Instagram geteilt. Doch zurück zu „Agrarkommunikation.de“ Das Portal ist untergliedert in Öffentlichkeitsarbeit Initativen Agenturen Toolbox Blog Bei Initiativen findet man regionale und überregionale Portale, wie z.B. Dialog Milch oder Die bayerischen Bauern. Manche dieser Initiativen sind sehr bekannt, andere weniger. Bei Agenturen werden kommerzielle Agenturen angezeigt, deren Schwerpunkt Landwirtschaft im weitesten Sinne ist. Durchaus hilfreich, wenn man selber in Werbung für den eigenen Hof und/oder eigene Produkte machen will. Sehr interessant und für den Praktiker hilfreich …

So geht das mit dem EU-Antrag

Dieser Artikel richtet sich vor allem an diejenigen, die nicht wissen, was ein Landwirt beim EU-Antrag und sonstigen Regelungen zu beachten hat. Unser Wochenblatt, die LZ Rheinland, gibt dazu jedes Jahr im Frühjahr ein Heft „Ratgeber Förderung“ heraus, dass in diesem Jahr 86 eng beschriebene Seiten umfasst. Eine Doppelseite mit den „GLÖZ“ (ich komme noch darauf) sind im Titelbild zu sehen. In NRW heißt das Programm, mit dem der EU-Antrag gestellt wird, ELAN. Ich weiß nicht, wer sich diesen Namen ausgedacht hat, aber die meisten Landwirte werden wohl mit wenig Elan an das Ausfüllen der vielen Formulare gehen. Was bei den Artikel im Heft auffällt: für jeden Sachverhalt gibt es einen anderen Autor oder Autorin. Die Regelungen sind so speziell und diffizil, dass es kaum jemand schafft, alles zu übersehen. Wir Landwirte sollen dies jedoch leisten. Logisch, dass sich da schnell Fehler einschleichen können. Welche „Subventionen“ gibt es denn? Alle Angaben sind ohne Gewähr, die Beträge sind vorläufig und gerundet.Es können auch nicht alle Bedingungen aufgeführt werden, unter denen die Prämien gezahlt werden. Dazu müsste …

Über was reden wir eigentlich?

Diesen Beitrag habe ich von Andreas Sommers übernommen. Auf seinem Blog https://www.andreas-sommers.de/ beschäftigt er sich vor allem mit Brot und Backen. Sein Text erinnert mich sehr an Diskussionen, wie wir Landwirte sie auch häufig führen. „Mir fällt immer wieder auf, vor allem in persönlichen Diskussionen, wenn es um die Ernährung geht, dass Missverständnisse entstehen.  Ganz einfach, weil nicht klar ist, über was eigentlich geredet wird. Am deutlichsten zeigte es die Diskussion über „den Weizen“ in den letzten Jahren. Ich bin Ernährungsberater und Getreideexperte. Ich bin mit auf den Feldern, auf denen das Getreide gedeiht. Bekomme es aus dem Drusch (Ernte), mahle es, siebe es, verarbeite es mit meinen Sauerteigen zu köstlichen und gesunden Lebensmitteln. Ich denke also, ich weiß, über was ich rede. Trotzdem gibt es immer wieder Animositäten, wenn ich auf Menschen treffe, die mir andeuten, dass sie sich ja auch mit Ernährung beschäftigen. Oft ist die Eingangsfrage: „Haben Sie etwas ohne Weizen?“, auch gern genommen: „Haben Sie glutenfreie Produkte?“. Hinterfrage ich diese Fragen, wird es oft wirr. Ich möchte das hier jetzt nicht …

Dünger ist knapp und teuer – na und?

So oder ähnlich könnte der Verbraucher auf die Meldung reagieren, dass Dünger teuer geworden ist. So titelt das Handelsblatt: „Droht deutschen Bauern ein Dünger-Desaster?“. Dabei wird verkannt, dass der Düngermarkt ein Weltmarkt ist und weniger Dünger nicht nur die Landwirte betrifft. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/irankrieg-droht-deutschen-landwirten-ein-duenger-desaster/100206234.html Table-Briefings hat den Ernst der Lage auch erkannt, sieht aber vor allem die Nahrungsmittelversorgung in Afrika gefährdet. Das ist durchaus realistisch, denn knappe Ware bekommt derjenige, der auch bezahlen kann, also über die notwendige Liquidität verfügt. https://table.media/africa/news/ernaehrungssicherheit-wie-der-iran-krieg-die-duengerpreise-erhoeht Laut Aussage des europäischen Bauernverbandes sind die Importe von Düngemittel im Frühjahr 2026 dramatisch eingebrochen. Es ist die Rede von einem Rückgang zwischen 70 und 80%. Hinzu kommt der „Klimazoll“. Für die jetzt anstehende Frühjahrsdüngung im Getreide dürften viele Landwirte bereits gekauft haben, aber für spätere Termine könnte die Ware ganz einfach fehlen. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/iran-krieg-und-klimazoll-eu-bauernverband-warnt-dunger-knappheit-20023962.html Nun könnte man auf die Idee kommen, den mineralischen Dünger (sogenannter „Kunstdünger“) durch organischen Dünger (in der Regel Gülle oder Gärrest)  zu ersetzen. Dies ist theoretisch möglich, praktisch stößt dies jedoch an Grenzen, weil die verfügbare Menge begrenzt ist und viele Ware …

Pinguin-Kot und der Klimawandel

Ein Beitrag für einen Samstag. Man könnte es für einen frühen April-Scherz halten aber es scheint ein ernsthaftes wissenschaftliches Ergebnis zu sein:  Pinguin-Kot bremst den Klimawandel. Der Grund: die Ammoniak-Aerosole führen zur Wolkenbildung. https://www.heute.at/s/kein-scheiss-wie-pinguine-das-polare-klima-schuetzen-120110098 https://www.watson.de/nachhaltigkeit/good-news/780986939-klimakrise-kot-von-pinguinen-bremst-offenbar-erwaermung-in-der-antarktis

Agrarwissenschaft aktuell

Ich habe die News der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Uni Göttingen abonniert, die auf der Seite Agrardebatten.de veröffentlich werden. So versteht sich das Portal: „Der Blog richtet sich an alle, die sich für agrarwissenschaftliche Themen interessieren. Mit objektiven Informationen und mit wissenschaftlichem Anspruch werden diverse Perspektiven zu verschiedenen Themen rund um die Agrarwissenschaft eingenommen. Denn auch die Wissenschaft ist sich nicht immer einig und das ist auch gut so! Daher möchten wir an dieser Stelle drauf aufmerksam machen, dass die Autor:innen für ihre Beiträge selbst verantwortlich sind. Der Blog steht für die Vielfalt der Meinungen und spiegelt nicht eine einzige Fakultätsmeinung wieder.“ In der neuesten Mail von Februar wurden unter anderem folgende Themen veröffentlicht: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Hier geht es unter anderem darum, dass Schafe bei Hitze und Sonnenschein unter den Solarmodulen den Schatten nutzen. Ein weiteres Forschungsfeld ist die …

Es war nicht die Landwirtschaft

Ein Gastartikel von Jürgen Donhauser Jahrzehntelang mussten sich Landwirte in Sachen Glyphosat und Gewässerverschmutzung  Vorwürfe gefallen lassen, bis sich jetzt immer mehr bestätigt:  Sie sind nicht die Schuldigen. Glyphosat entsteht in Kläranlagen. Ebenso verhält es sich jetzt mit der Unwahrheit, die intensive Tierhaltung sei der Verursacher von Antibiotikaresistenzen. In einer rumänischen Eishöhle wurden multiresistente Keime gefunden, 5000 Jahre alt – ein Superkeim und gleich gegen 10 Antibiotika resistent. Dies ist übrigens nicht der erste Fund. Bereits vor einigen Jahren wurde in der Lechuguilla-Höhle in New Mexico auch ein multiresistenter Keim gefunden. Wie kann das sein? In den Medien wurde bei dem Begriff „Antibiotika-Resistenz der Fokus weg von der Humanmedizin, hin zur Veterinärmedizin gewendet. „Die bösen Bauern mit ihrer Massentierhaltung sind schuld, dass immer weniger Antibiotika wirken“- so hieß es. Es war also wieder ein „gefundenes Fressen“ für angebliche „Tier- und Umweltschützer“ um gegen die moderne, konventionelle Landwirtschaft ins Feld zu ziehen. Dass Antibiotika-Resistenzen in anderen Ländern kaum eine Rolle spielen, wurde ebenfalls verschwiegen. Die Niederlande beispielsweise haben in den Krankenhäuser ein anderes (besseres) Hygienesystem. Schon …

Glückwünsch, Herr Özdemir

Sehr geehrter Herr Özdemir, Zum Zeitpunkt, als ich diesen Artikel geschrieben habe, liegen zwischen Ihrer Partei und der CDU  0,6%. Das ist nicht viel, aber es würde reichen, dass Sie zum Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg gewählt werden könnten. Ich bin ehrlich: ich habe bis vor ein paar Tagen nicht damit gerechnet. Es gehört sich aber für Demokraten, dass man anerkennt, wenn ein Anderer als der Erwartete als „Sieger vom Feld“ geht. Was mir am heutigen Abend gefallen hat: Sie haben zum Ausdruck gebracht, dass Sie ihre Politik am Wohl des Landes und nicht an den Vorgaben der Partei ausrichten wollen. Sie wollen Politik für alle machen, auch für die, die Sie nicht gewählt haben. Das haben zwar schon viele gesagt und dann nicht gehalten, aber für den Moment nehme ich Ihnen das erst einmal ab. Gut fand ich am heutigen Abend auch, dass Ihr Wettbewerber Hagel von der CDU Ihnen zum Wahlerfolg gratuliert hat. So gehört sich das auch unter Demokraten. Und wie sagten Sie sehr richtig: ein Koalitionspartner ist kein Feind. Das hätten Sie in …

Omega-3-Fettsäuren – was ist wirklich dran?

Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, aber auch von Nahrungsergänzungsmitteln, die mit dem Gehalt von Omega-3-Fettsäuren werben. Allgemeines Wissen dürfte sein, dass Fisch einen relativ hohen Gehalt (pro Portion etwa 4.000 mg) hat. Auch Milch enthält Omega-3-Fettsäuren, allerdings in einer deutlich geringeren Konzentration. Um eine Portion Lachs (ca. 200 g) zu ersetzen, müsste man etwa 20 Gläser Milch trinken. Heumilch oder Weidemilch enthalten etwas mehr Omega-3-Fettsäuren, da die Kühe überwiegend (frisches) Gras und Kräuter fressen. Unter den Milchalternativen ist Mandeldrink zu nennen. Allerdings müsste man davon täglich über 10 l trinken, um nur annähernd in den Bereich von einer Portion Fisch zu kommen. Aber was bringen Omega-3.Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt und ist der Hype darüber berechtigt? Das wurde von Ärzten untersucht. https://www.akdae.de/arzneimitteltherapie/arzneiverordnung-in-der-praxis/ausgaben-archiv/ausgaben-ab-2015/ausgabe/artikel/2019/2019-03-04/supplemente-mit-omega-3-fettsauren-gibt-es-evidenzbasierte-indikationen Das Ergebnis in Kürze: (Zitat): Die aktuelle Studienlage liefert keine Rationale dafür, die derzeit verfügbaren ω3FS-Supplemente bei irgendeiner Patientengruppe zur Senkung des kardiovaskulären Risikos einzusetzen. Gleiches gilt für die Anwendung zur Prophylaxe oder Therapie von Demenzen, neurodegenerativen Erkrankungen, Depressionen, Tumorkachexie und für die unspezifische Anwendung bei kritisch Kranken. (Zitatende) Wer mehr wissen will, …

Brot haben…

Ein Text von Anke Lautner Alle reden über Bio. Mein Vater nicht. Er ist 95. Er hat Krieg, Hunger und echte Knappheit erlebt. Ihm ist egal, ob das Brot bio-zertifiziert ist. Ihm ist wichtig, dass das Brot da ist. Das ist der Teil, den viele Salon-Moralisten nicht mehr verstehen. Bio ist für einen Teil der Gesellschaft ein Lifestyle. Für den anderen Teil ist Essen immer noch Überleben. Während hier darüber philosophiert wird, ob die Möhre „rein genug“ ist, steht woanders jemand vor dem Regal und rechnet. Reicht das Geld bis Monatsende. Oder nicht. Für die einen ist Bio eine Haltung. Für die anderen ist Bio ein Luxus. Und Luxus steht nicht auf der Prioritätenliste, wenn der Kühlschrank leer ist. Wer dann von „böser“ Landwirtschaft redet, weil nicht alles bio, regional, saisonal und moralisch maximal steril ist, zeigt nur eines: Wie weit er sich von der Realität entfernt hat. Landwirtschaft hat zuerst eine Pflicht. Menschen satt machen. Alle. Nicht nur die, die genug Geld und Zeit haben, um über Ideale zu diskutieren. Mein Vater misst Landwirtschaft …