Bauer Willi
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Dünger ist knapp und teuer – na und?

So oder ähnlich könnte der Verbraucher auf die Meldung reagieren, dass Dünger teuer geworden ist. So titelt das Handelsblatt: „Droht deutschen Bauern ein Dünger-Desaster?“. Dabei wird verkannt, dass der Düngermarkt ein Weltmarkt ist und weniger Dünger nicht nur die Landwirte betrifft.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/irankrieg-droht-deutschen-landwirten-ein-duenger-desaster/100206234.html

Table-Briefings hat den Ernst der Lage auch erkannt, sieht aber vor allem die Nahrungsmittelversorgung in Afrika gefährdet. Das ist durchaus realistisch, denn knappe Ware bekommt derjenige, der auch bezahlen kann, also über die notwendige Liquidität verfügt.

https://table.media/africa/news/ernaehrungssicherheit-wie-der-iran-krieg-die-duengerpreise-erhoeht

Laut Aussage des europäischen Bauernverbandes sind die Importe von Düngemittel im Frühjahr 2026 dramatisch eingebrochen. Es ist die Rede von einem Rückgang zwischen 70 und 80%. Hinzu kommt der „Klimazoll“. Für die jetzt anstehende Frühjahrsdüngung im Getreide dürften viele Landwirte bereits gekauft haben, aber für spätere Termine könnte die Ware ganz einfach fehlen.

https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/iran-krieg-und-klimazoll-eu-bauernverband-warnt-dunger-knappheit-20023962.html

Nun könnte man auf die Idee kommen, den mineralischen Dünger (sogenannter „Kunstdünger“) durch organischen Dünger (in der Regel Gülle oder Gärrest)  zu ersetzen. Dies ist theoretisch möglich, praktisch stößt dies jedoch an Grenzen, weil die verfügbare Menge begrenzt ist und viele Ware bereits durch Vereinbarungen gebunden ist. Wer in den letzten Jahren organischen Dünger von seinem Partner bezogen hat, wird jetzt bevorzugt bedient. Allerdings ist damit zu rechnen, dass sich der Preis für organischen Dünger mittel- und langfristig am Preis für Mineraldünger orientieren wird.

Wenn der Preis für Dünger steigt und Ware physisch knapp wird, ist es wahrscheinlich, dass an der Düngung gespart wird. Stark vereinfacht kann man sagen, dass weniger Stickstoff auch weniger Ertrag bedeutet. Dieser Effekt wird sich nicht nur in Deutschland sondern weltweit auswirken.

Zur Zeit ist die Versorgung mit Agrarrohstoffen bei den wesentlichen Produkten noch gut. Nach meiner persönlichen Einschätzung dürften die Auswirkungen für die Ernte auf der Nordhalbkugel überschaubar bleiben. Für die Saison 2026/27 wird es davon abhängen, wann die Lieferketten für Düngemittel wieder normal laufen. Auf der Südhalbkugel dürften sich die Auswirkungen schon eher bemerkbar machen. So wird zum Beispiel der Hauptteil der brasilianischen Soja- und Maisernte über weite Entfernungen per LKW in die Exporthäfen gefahren. Diese Transportkosten steigen nun kurzfristig stark an.

Hohe Energiepreise führen natürlich auch zu einem Anstieg der Preise für Pflanzenschutzmittel. Derzeit kann ich dazu noch keine verlässlichen Aussagen machen.

Ein Einkauf von Diesel macht derzeit eigentlich keinen Sinn. Ob es aber richtig ist, damit zu warten, ist auch fraglich. Wer im Herbst 2025 seine Tanks vollgemacht hat, kann noch eine Weile zuschauen und darauf hoffen, dass die Preise im Herbst wieder sinken.

Was auch noch gesagt werden muss: die Kontraktpreise für die Ernte 2026 haben weder bei Getreide noch bei Ölfrüchten und auch nicht beim Zucker nennenswert reagiert.

Niedrige Erzeuger-Preise bei gleichzeitig hohen Kosten sind ein schlechtes Geschäft.

 

 

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119 Kommentare

  1. Ex-Baumschuler sagt

    Noch so ein Bauernversteher … der Podcast ist allerdings audiovisuell und sogar inhaltlich komplett per KI generiert:

    Albrecht von Lucke: „IRAN-KRIEG SCHOCK: Düngerpreise explodieren – Europas Landwirtschaft in Gefahr“ (21:56 min)

    „Mar 14, 2026
    Ein starker Anstieg der Düngerpreise sorgt derzeit für Diskussionen über die Zukunft der europäischen Landwirtschaft. Berichte zeigen, dass steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen wichtige Lieferketten beeinflussen könnten. Für viele Bauern in Deutschland bedeutet das wachsende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit. Gleichzeitig wird diskutiert, welche Auswirkungen diese Entwicklung auf Lebensmittelpreise und die Versorgung in Europa haben könnte. “

    – Was meint ihr? Liegt die KI-Figur richtig oder nicht? Dann schreibt es gerne mal in die Kommentare. Und abonnieren und die Glocke aktivieren!

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    • Bauer Willi sagt

      @Ex-Baumschuler
      Die Antwort ist morgen bei EuroNews nachzulesen. Die haben heute lange mit einem gewissen „Bauer Willi“ telefoniert.
      Habe heute das Video auch zugeschickt bekommen. Hat aber nicht jeder erkannt, dass das ein Fake-Video ist. Ich sehe solche Art der Einflussnahme sehr kritisch.

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    • Georg Model sagt

      Die beschriebene aktuelle Lage im KI Video simmt mit der aktuelen Einschätzung des
      des DBVecxlusiv überein. Eine weitreichende Folgenabschätzung über Aborte von
      Betrieben und damitverbundene Folgen für die Verbraucher ist im DBVexlusiv-Artikel
      nicht enthalten.
      Ich rechne aber aufgrund Ernst der Lage bald mit ähnlichen Zahlen und Fakten sowie Folgenäbschätzungen von den Verbänden.

      https://exklusiv.bauernverband.de/maerkte/energie/die-fossile-erpressbarkeit-des-deutschen-ackerbaus-1111

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    • Martin Aupperle sagt

      Aus Kosten- und Wettbewerbsgründen hatte die BASF die Düngerproduktion aufgegeben (in den 80ern) und fortan lieferten die Russen (falsch), also russische Hersteller den Stickstoffdünger nach Europa. Die haben die Chance erkannt und genutzt um so richtig Geld zu verdienen. Und jetzt verknappen sie die Ware um Geld für die „Sonderaktion “ zu beschaffen.

      • Ex-Baumschuler sagt

        @Aupperle – Russischer Stickstoffdünger soll von den EU-Sanktionen ausgenommen sein, aber irgendwo besteht da trotzdem ein Handelshemmnis. Dass Putin nicht vernünftig liefern will, glaube ich nicht. Der würde auch weiterhin zuverlässig Gas liefern, hat er ja immer gesagt. Mit günstiger Energie könnte man auch seinen Kunstdünger in D mal wieder selbst herstellen.

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  2. Ludwig sagt

    Ich bin in einem Gesprächskreis von Steuerberater, Rechtsanwalt, Volkswirtschafts-und Energieprof.. Wir treffen uns 3 – 4 x im Jahr. Vor ca 6 Jahren sagte der eine Prof. , daß man sich auf Versorgungsengpässe in Energie (Strom, Gas , Diesel,Benzin, usw.) vorbereiten müße. Dazu gehörte auch energieerstellter N-Dünger. Seit der Zeit haben wir uns über die Jahre mit frühzeitigen Vorräten eingedeckt, daß heist Dünger , Diesel , Pflanzenschutzmittel,
    usw. immer frühzeitig beschafft. Entweder mit Kontrakten, oder im eigenen Lager. Das haben wir jetzt erstmalig für 2026 geschafft und sind vorbereitet keine Preiserhöhung ertragen zu müßen. „Glück gehabt “ ! AhL hat sich von rd. 33 auf rd. 45 Euro/100 kg und Harnstoff von 46 auf 75 Euro je 100 kg erhöht. Diesel von rd. 1,30 auf rd. 1,60 Euro/ltr. zzgl Mwst.. Das passt nicht zu den niedrigen Agrarpreisen. Jetzt hörte ich aus Polen , daß Rußland keinen N-Dünger mehr liefern will und bei uns sind die Gasspeicher so leer , daß wir kurz vor einem Gasnotstand stehen. Auch unsere „BALM-Lager“ gibt es nicht mehr , da sich unsere Politik für die freien Marktkräfte entschieden hat. Was sagte vor einiger Zeit ein Bundeswehrgeneral ? Wir sind blank !! und das kann man wohl von allem sagen. Da wird zwar in der Politik inszwischen von „Folgenabschätzung “ gesprochen , aber , so glaube ich , daß die garnicht wissen was das bedeutet. Wir Bauern leben bei unserer Produktion schon seit Generationen mit der „Folgenabschätzung“ und überlegen bei jeder Arbeit oder Maßnahme was dabei heraus kommen kann. – Bedenke das Ende ! –

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    • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

      Ehrlich gefragt, haben Sie zu dieser Einschätzung einen Energieprofessor gebraucht?

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Moin @Ludwig
      „Wir Bauern leben bei unserer Produktion schon seit Generationen mit der „Folgenabschätzung“ und überlegen bei jeder Arbeit oder Maßnahme was dabei heraus kommen kann. – Bedenke das Ende !“
      Ihr Schlußwort hört sich gut an.
      Aber es ist heutzutage faltsch.
      Der Anteil der Verpächter ist zu hoch, und der Anteil der Arbeit zu gering.
      Das verschiebt vieles.

      Herr Thomas Jäger (bei Bedarf googlen) hat über die Düngerkrise schwadroniert.
      Er sprach von einem Bördebauern mit 220ha, der nicht wußte ob er noch aussäen sollte.
      Da fallen einem Landwirt doch sofort mehrere Dinge auf, die unstimmig sind.

      Es sind viele Dinge anders als vor 30 Jahren.
      Vor 90 Jahren sind bei uns die herrschaftlichen Scheunen entstanden.
      Arbeitskraft gegen Essen und Unterkunft.
      Grüße
      Nicolai

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  3. Nicolai Asmussen sagt

    Moin vom Fjord
    Jetzt behauptet Herr Klingbeil sogar noch, daß durch den höheren Spritpreis die Staatseinnahmen sinken würden.
    Es läge daran, das Gewerbetreibende keine Mehrwertsteuer zahlen müßten.

    Erwartet jemand von einem Lügner, daß er Geld rausrückt für Landwirte?
    Grüße
    Nicolai

    P.S. Es wäre auch möglich von dem Geld ALLE Bundesbürger auszufliegen.
    Maschinen sind da.
    Der Wille nicht.

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  4. Kemetbauer sagt

    Wenn in diesem Blog die Empfindlichkeiten zum Weltschmerz schwerer wiegen als der Ärger über die Düngerpreise, können die gestiegenen Kosten ja nicht sonderlich bedeutsam sein.

  5. Otto Loewl sagt

    Für die hohen Düngerpreise können wir uns
    bei den Aft Freunden Putin und Trump bedanken. Hier kann man unsere Regierung und dem DBV keine Schuld geben

    Beim Dünger betrifft es uns 2026 nicht,
    mein Sohn den gesamten Dünger im Spätherbst gekauft. Seit 14 Tagen haben
    wir alles auf Lager.
    ebenso Kontrakt für bis 2027 für unsere
    Milchkühe.Beim Diesel sieht’s schlechter aus

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    • Georg Model sagt

      @ Otto Loewl
      Keiner hier im Blog hat hat dem DBV Schuld an den hohen Düngerpreisen gegeben.
      Ihr Sohn hat gute Vorsorge getroffen um um günstigeren und garantierten Dünger zu Dünger zu erhalten.
      Unsere ReGIERung und die EU haben dies nicht getan. Aufgrund der Sanktionen und
      Überlassen des Energiermarktes an private Großkonzerne und Atomaustieg haben wir einen Energiemangel bei Gas ,Öl, Strom.
      Es gibt in Europa aktuell fast keine Stickstoffherstellung mehr aufgrund der hohen Gaspreise und zusätzlichen CO2 Abgabe.
      Auch braucht die Rüstungsindustrie wegen der Kriegstreiberei mehr
      Ammoniumnitrat.
      Vielliecht ist der Artikel eine neue Tank (Panzer) -Teller Diskussion wert
      Hierzu folgender Link:

      https://www.agrarheute.com/management/krieg-landwirtschaft-duengerkrise-verteidigung-betrifft-636012

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      • Kemetbauer sagt

        @GM
        Merkwürdig, sonst wird immer auf den unfähigen Staat eingedroschen und jetzt sind die privaten Großkonzerne an dem Dilemma mitschuldig? Wer soll es denn nun regeln? Hier setzen doch viele Kommentatoren auf die Kraft des Marktes; nun haben wir sie. Seit der frühen Energiekrise in 1973 ist uns klar, dass wir abhängig von Energieimporten sind. Haben wir irgendeine Konsequenz daraus gezogen? Wohl nicht!
        Man könnte z.B. mit dem Dieselsparen beginnen. Es gibt Betriebe, die benötigen weniger als 50l/ha. Andere halten das Doppelte für „normal“. Aber, Sparen ist ja out.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Was, wenn man seinen Diesel 30 Jahre gespart hat, ist man dann im Hier und Jetzt nicht dem Dilemma ausgeliefert? 😉
          Und wenn wir nur die Hälfte genutzt hätten, hätte der Rest der Welt dann auf die Nutzung des anderen Teils verzichtet?😎
          Und wenn man mit Pferd und Ochs gearbeitet hätte, wäre man dann noch existent? 😉
          Und was wäre, wenn wir den Wohlstand auf anderen Dingen, als auf der Produktion von Konsumgütern aufgebaut hätten, welche Güter wären das gewesen? 🙃…oder besser: welche werden es in Zukunft sein müssen, um den gleichen Wohlstand zu erhalten? Schulterzuck…..auf jeden Fall hätte man den Schuldigen für die Nordstream-Sprengung finden können, wenn man es gewollt hätte und man hätte ohne Probleme weiterhin günstiges Gas aus Russland nutzen können…..aber hee, wir sind Moralweltmeister, was interessiert uns das alles. Der Wohlstand kommt aus dem Nichts zurück, wetten.?🦄🐷

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          • Kemetbauer sagt

            @RS
            Bei Ihnen scheinen Wohlstand und Konsum untrennbar miteinander verbunden zu sein. Dann haben Sie in Zukunft wahrscheinlich eher schlechte Karten. Andererseits wird das Vergnügen noch größer, wenn zukünftig das Tanken noch teurer wird. Da wird die Grünenprophezeiung wohl wirklich wahr. Viele Politiker, mit Ausnahme von S. Schulze (ST), prophezeien eine wohlstandsreduzierte Zukunft. Ist das für Sie schon der Weltuntergang?

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            • Reinhard Seevers sagt

              Kemet, kommt der Wohlstand aus dem Himmel geflogen? Was wird denn nach dem Auto produziert werden? Ist das Auto kein Konsumgut? Wer zahlt denn in Zukunft die Steuern für die Wohlstandsverwahrlosung?
              Fragen über Fragen…..

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            • schmeckt gut sagt

              Wohlstand und Konsum hängen zusammen. Und genau das zeigen die meisten Staaten weltweit. Die Staaten nämlich, die nicht auf Deindustrialisierung setzen – oder falsch und eventuell zu provokativ – die, die Staaten, die die Deindustrialisierung nicht einfach geschehen lassen, sondern dagegenhalten. Kemetbauer, sie werden es in Kürze erleben, dass Deutschland das Sondervermögen verbraten hat und die Steuereinnahmen abstürzen, weil die meisten Unternehmer keine Bock mehr auf „unternehmen“ haben, wenn der Staat weiter so in die Unternehmenskassen greift. Die tollen, neuen Steuerideen, die zur Zeit „rumgeistern“, zielen genau in diese Richtung: die Unternehmer sind die Bösen, die geschröpft werden müssen. Damit wird aber das Gegenteil erreicht – die Leistungsträger der Gesellschaft haben die Schnauze voll (AN+AG). Davon wird sich D über Jahrzehnte nicht erholen, weil zu viel Vertrauen verloren gegangen ist. PS: ein konsumreduzierter Traum zerbricht an der Realität. Mich wundert, dass D bei vielen Migranten noch Zielland Nummer eins ist. Die Billion Sondervermögen, das viele dieser Träume am Leben erhält, ist in 3 Jahren aufgebraucht. Einbrechende Steuereinnahmen werden brutale Spuren hinterlassen. Eine „vernüftige Konsumsteigerung“ könnte vieles verhindern. Transformationen jedweder Art sind zu hinterfragen – Vernunft ist gefragt.

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              • Peter sagt

                „vernüftige Konsumsteigerung“…das gehört eingerahmt! Was soll denn gesteigert konsumiert werden und vorallem wer sollte das tun?

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              • Kemetbauer sagt

                @P
                Einfach mal bei Karl Popper nachschauen. Er meint nämlich, dass der Wohlstand das Potenzial zum Konsum bietet. Der Konsum hingegen soll den Eindruck von Wohlstand erwecken.
                Die Abhängigkeiten sind ganz klar. Der Wohlstand benötigt nicht den Konsum. Der Konsum jedoch den Wohlstand; eigentlich. Dass es vorübergehend auch anders geht, zeigen ca. 20% unserer Erwachsenengesellschaft. Ca. 5% sind fast heillos überschuldet.

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                • schmeckt gut sagt

                  Kemetbauer, sie werfen, wie so oft, alles in einen Topf und suchen sich das raus, was zu ihrer Weltsicht passt. So einfach ist es aber nicht. Ihre Sicht würde funktionieren, wenn wir ein totalitäres System hätten: „Klare Vorschriften, wer dagegen verstößt wird weggesperrt“. Bei uns zählt aber – noch – das individuelle Wohlbefinden mit allen damit verbundenen Vorteilen und auch Risiken.

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                • Kemetbauer sagt

                  @SG
                  “ individuelles Wohlbefinden mit allen damit verbundenen Vorteilen und Risiken“, meinen Sie das wirklich so? Die meisten Lebensrisiken werden durch die Solidargemeinschaft abgepuffert. Wo bleibt die Eigenverantwortung der Raucher, Alkis, Süchtlinge u.v.a.m.? Wir leben in einer Vollkaskogesellschaft. Die Vorteile werden individualisiert und die Nachteile werden sozialisiert. Nur noch in Ausnahmesituationen werden die Schadensverursacher direkt zur Kasse gebeten. Was in der DDR Standard war, hat sich längst in der gesamten Republik breitgemacht.

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                • schmeckt gut sagt

                  Sie werden es nie verstehen. Raucher etc. zum Beispiel haben zwar die medizinische Absicherung (provokativ könnte man sagen, dass sie dafür auch viele Steuern bezahlt haben), aber auch ein deutlich kürzeres Leben, was die Rentenzahlungen minimiert. Ich vermute aus ihren Äußerungen, dass sie Raucher z.B. noch mehr finanziell quälen wollen. Das ist der politische Ansatz von Links/Grün – eben DDR2.0, da geben ich Ihnen Recht.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Würde man die Eigenverantwortung in Form einer Selbstbeteiligung ernst nehmen, würde man die Vollkaskomentalität eindämmen und gleichzeitig den Verursacher eigener Risiken zum Nachdenken bringen. DAS ist aber ja eben nicht gewollt…alles soll kostenlos und zu jederzeit jedem zur Verfügung stehen. Wie sieht das eigentlich auf Kuba aus, da ist die Versorgung ja schon seit 70 Jahren kostenlos und rauchen und saufen tun die auch? Werden die Nachteile dort auch sozialisiert und können sie diese noch immer sozialisieren?

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                • Kemetbauer sagt

                  @RS
                  Auf Kuba ist nur die medizinische Grundversorgung für alle Kubaner kostenlos. Was darüber hinausgeht, muss entweder selbst finanziert werden oder durch eine private Versicherung abgedeckt werden. D.h., würde man dieses System auf Deutschland übertragen, säßen morgens keine „Kranken“ mehr in den Wartezimmern, die sich nur aufzuwärmen wollen. Eine schöne Vorstellung.

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            • Arnold Krämer sagt

              „Viele Politiker, ………….prophezeien eine wohlstandsreduzierte Zukunft“.

              Das können aber nur welche sein, die wenig mediale Beachtung finden. Den Mut, das zu prophezeien, haben die wenigsten, obwohl es durch „den Holzschuh zu spüren ist“.
              Entwicklung von Demographie, Bildung, Energieverbräuche lassen nichts anderes erwarten: D wird ärmer und in spätestens 5-10 Jahren werden die Verteilungskämpfe beginnen. Das wird in einer zunehmend inhomogenen Gesellschaft ohne größeren Zusammenhalt ziemlich ungemütlich.
              Die spannende Frage ist heute, ob diese Prozesse unabhängig von weiterer Staatsverschuldung noch aufgeschoben und gemildert werden können.

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              • Christian Bothe sagt

                AK:Dieser Tage gab’s ein für mich tolles Interview mit Matthias Mueller, Ex -VW Boss, FDP Mitglied bei T-Online… Ist lesenswert von Anfang bis Ende und enthält wahnsinnig viel Wahrheiten zu Deutschland und der Welt! Glaube heute auch bei “Bild” zu lesen… Denke das könnte Sie interessieren AK, passt zum Beitrag irgendwie…

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  6. Werner Knödler sagt

    Ich denke das die Folgen des amerikanisch / jüdischen
    Überfalls auf den Iran noch lange nicht absehbar sind ,
    und auch auf keinen Fall öffentlich kommuniziert werden .
    Hier wird die deutsche Zensur fruchten !
    Solange von Europa keinerlei ernsthafte Anstrengungen zum Beenden des Ukrainekriegs gemacht werden wird diese Katastrophe weiter wachsen .
    In diesem Fall müssen Zugeständnisse an Russland gemacht werden .
    Die Befindlichkeiten eines ukrainischen Komödianten sind völlig nebensächlich !
    Wir müssen dafür Sorge tragen das UNSERE Wirtschaft läuft !
    Dazu brauchen wir günstige Rohstoffe und verlässliche Handelspartner und
    Handelswege !
    Landwege sind sicher ! Pipelines leistungsfähig !
    Arbeitskräfte können wir durch Entbürokratisierung dem produktiven
    Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen !

    Das waren die Boshaftigkeiten zum Sonntag von meiner Seite

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    • Brandenburgbauer sagt

      Moin @WK , willkommen bei den “ Russenverstehern “ wie uns @Ak nennt. Die Amis und die Israelis sind doch die Christenmenschen , die würden doch nie im
      Leben etwas unchristliches tun.

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      • Bauer Willi sagt

        @Brandenburgbauer und @Werner Knödler
        Darf ich daran erinnern, dass wir hier über Düngerpreise und deren Auswirkungen diskutieren wollten?
        Ich werde die ostdeutsche Sicht der Dinge auf den russischen Angriffskrieg nie verstehen. Das gehört auch nicht zum Thema.

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        • Stadtmensch sagt

          „Darf ich daran erinnern, dass wir hier über Düngerpreise und deren Auswirkungen diskutieren wollten?“

          Wenn wir demnächst hier den ersten „Zwischenfall“ aufgrund der Piraterie diverser Ostseeanrainer diskutieren und danach noch Muße oder einen PC zum tippen haben, wollen wir das auch auf CBot- und MATIF Niveau machen, wie sie das offensichtlich gern hätten?

          Wie kann man unprovozierte Angriffs- Überfalls- Vollinvasionskriege der Amis und ihrer Brüder im Geiste in Isreael komplett ausblenden?

          Nochwas:
          https://braunschweig-spiegel.de/1-2-million-tote-kinder-durch-irak-sanktionen-m-albright-wir-denken-der-preis-ist-es-wert/

          Was seid ihr nur für Menschen?

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          • Bauer Willi sagt

            @Stadtmensch
            „Wie kann man einen unprovozierten Angriffs- Überfalls- Vollinvasionskrieg der Russen komplett ausblenden?“

            Was sind Sie nur für ein Mensch!

            (Wollen wir ernsthaft in diesem Stil weitermachen? Verstehen Sie jetzt, warum ich gerne die Politik aussen vor lassen möchte?)

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            • Stadtmensch sagt

              Ich bin als Deutscher, dessen Vorfahren 27 Millionen Russen in WKII getötet haben, nicht befugt, mich in innere Angelegenheiten zwischen Ukrainern und Russen einzumischen. Bitte nochmal die Zahl lesen!

              Ich habe doch nun schon „Beweise“ verlinkt, dass dieser Stellvertreterkrieg (den die Ukrainer mit ihrem Blut bezahlen) zwischen der NATO und den Russen, bewusst herbei geführt wurde von US-amerikanischen „Strategen“.
              Wenn man gewollte hätte, wäre es nicht zu diesem Krieg in Europa gekommen. Aber bitte sehr, das ist alles nicht neu in der Geschichte. Es geht nicht um hohe und edle und lichtvolle Zustände oder Ziele…

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              • Thomas Bröcker sagt

                Es geht darum die Zweitschlagsfähigkeit der Russen und Chinesen zu minimieren. Das ist erklärtes und seit 80 Jahren konsequent verfolgtes Ziel der USA. Das ist hinreichend dokumentiert und nachlesbar. Die erste Kuba-Krise war die erste Eskalation dieser Politik. Wenn man Afghanistan, Irakkrieg und „bunte Revolutionen“ mal rausnimmt, so ist die Nato-Osterweiterung und der damit verbundene Ukraine Krieg die nächste Eskalationsstufe. Der Iran-Krieg ist lediglich eine Fortsetzung der selben USA Doktrin. Über die Beteiligung Israels wird Europa wieder „auf Kurs gebracht“. Hier geht es nur um USA-Interessen und dabei wird Leib, Leben und Wohlstand von Millionen Menschen in Kauf genommen. Wie dämlich, selbstmörderisch und unselbständig kann deutsche und europäische Politik denn noch werden.
                Wir sind nicht die „Ärzte“, wir sind die Krankheit !
                Das musste jetzt sein. Ich bin unglaublich wütend über die Europäische Arroganz und Dämlichkeit.
                Damit bin ich hier auch endgültig raus … trotzdem immer in der Hoffnung, dass das Offensichtliche (Schuldentilgung und -Verlagerung durch Krieg) nicht eintritt. In den „Siegen“ dieser asymetrischen Kriege werden die Terroristen herangezogen, die wir angeblich bekämpfen.

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                • Bauer Willi sagt

                  @T.B.
                  Das ist Ihre Sicht der Dinge. Sie müssen es aber auch aushalten, wenn andere Diskutanten anderer Meinung sind.
                  Die Brocken hinzuwerfen, wenn Ihre Meinung nicht als die eine Wahrheit akzeptiert wird, ist einfach.

                  Der Verlauf der Diskussion bei diesem Artikel ärgert mich sehr. Ich könnte jetzt auch die Brocken hinwerfen, mache das aber nicht. Mir ist immer noch ein Rest Hoffnung geblieben, dass es möglich ist, unter zivilisierten Menschen sachlich zu diskutieren. Es ist aber auch wirklich nur noch ein Rest.

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                • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

                  Sie kommen völlig vom Thema ab. Mich würde interessieren was Sie zum Thema Dünger beitragen wollen. Ihre Hetzbeiträge schreiben Sie bitte auf einschlägigen Foren, aber nicht hier. Mich widert Ihr Stil an.

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              • Christian Bothe sagt

                Stadtmensch: Richtig! Ich denke BW wird das zu Überlegungen anregen, was diesen eigentlich innersowjetischen Konflikt betrifft…

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                • MarK sagt

                  @Stadtmensch und T.B. Ich stimme euch weitgehend zu! B.W. will zwar die Politik weitgehend aus dem Blog raushalten, einerseits verständlich, aber gerade diese Thema zeigt, wie stark Politik eben auch die Landwirtschaft/Düngerpreise beeinflusst. Deswegen find ich es richtig, dies hier auch zu diskutieren, und wenn dies wie geschehen, sachlich, auch emotional, aber ohne andere Meinungen mit persönlichen Beleidigungen abzukanzeln abgeht, dann ist dies m.E. voll in Ordnung.

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                • Arnold Krämer sagt

                  innersowjetischer Konflikt ????
                  Die Sowjetunion ist Geschichte, Herr Bothe. Ihr Zerfall ist aber nach Putins Ansicht der größte „Unfall“ in der russischen Geschichte, verursacht durch Gorbatschow (im jetzigen Staatsgebiet der Ukraine geboren und aufgewachsen) und den Alkoholiker Jelzin. Er arbeitet deshalb mit ALLEN Mitteln an einer Revision.

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                • Stadtmensch sagt

                  @MarK, ich bin eben ein „Politischer“ und ich lerne auch gern dazu. Deshalb bin ich als woker „Bäumeumarmer“ und „Schützer:In“ auch auch hier bei den Praktikern und versuche zu verstehen. Auch wenn „Versteher“ leider zum Schimpfwort herab gesunken ist.

                  Schwierige Themen zu diskutieren ist eben ein dickes Brett und ich bin froh, in einem Land zu leben, wo das bisher irgenwie immer noch möglich war.

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                • Bauer Willi sagt

                  @C.B.
                  Wie ich bereits sagte: ich werde die ostdeutsche Sicht der Dinge nie verstehen. Vermutlich ist es umgekehrt genau so. Und dabei würde ich es gerne belassen. Bekommen wir das hin?

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Diese schwarz-weiß Diskussion finde ich etwas unterkomplex. Man muss sich tiefer in die Materie einsteigen. Hegemoniale Ansprüche der Großmächte, kulturelle Verknüpfungen zwischen Europa und Eurasien, geschichtliche Verbindungen zwischen Europa und Russland, ideologische Kämpfe zwischen dem System der kapitalistischen Wertewelt und dem einzigen Gegenpart dem Sozialismus/Kommunismus, die Heartland-Theorie Mckinders, der Kampf um die Energie- und Ressourcenherrschaft, die unbedingte Spaltung Europas und Russlands durch die USA,….usw. Wir sind immer nur Instrument amerikanischer Interessen gewesen. Allein dies aus der Geschichte anzuerkennen, ist heutzutage gefährlich, weil man ein Putinversteher wird. Evtl. mal darüber nachzudenken, ob man uns 70 Jahre eine falsche Geschichte erzählt hat, das ist schon Blasphemie in den Augen von Atlantizisten. Schade….

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Sie haben es offensichtlich nicht verstanden.“

                  Stimmt! Wen meinen Sie? Mich, Herrn Bothe, Herrn Bröcker, den Stadtmenschen? Sich selbst? Ich bin etwas ratlos ob der Zitatzuschreibung.

                • Bauer Willi sagt

                  @R.S.
                  Wenn ich schreibe „@R.S. Sie haben es offensichtlich nicht verstanden“, dürfte es eindeutig sein, wen ich gemeint habe.

                  Gerne noch einmal im vollen Wortlaut mit Adresse: Herr Seevers, Sie haben es offensichtlich nicht verstanden.

                  Was sollen die Spielchen? Wollen Sie mich für blöd verkaufen? Provozieren?

                  Mir ist die Zeit zu schade, mich mit solchen Kindereien beschäftigen zu müssen.

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                • evonik sagt

                  RS hat geschrieben:

                  Wir sind immer nur Instrument amerikanischer Interessen gewesen.

                  Da bin ich mal dabei. wir hetten den Krieg verloren und dann hat man uns vorgeschrieben was in die Geschichtsbücher kommt. In unserer Unterwürfigkeit haben wir dann alles geglaubt.
                  Es war schon sehr naiv zu denken:

                  Die Amerikaner haben uns von den bösen Nazis befreit und jetzt beschützen sie uns.

                  In Wirklichkeit haben die strategische Überlegungen gehabt:
                  Man kann Europa besetzen und ausbeuten.
                  Die Juden werden erwartet haben dass sie ihren Besitz wieder bekommen.

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              • Martin Aupperle sagt

                Falsch Stadtmensch, es war 2008 oder 2009 als ein gewisser Putin vor der UN gesprochen hat und sagte: Wenn ihr nicht aufhört euch nach Osten auszudehnen werden wir uns zu wehren wissen!
                2014 und jetzt 2021 zeigt er dem Westen dass er damals nicht bloß ein bisschen sauer war und in der Lage ist hart zu bleiben.
                Sein Angebot die Ukraine als neutralen Staat (Pufferzone) einzurichten ist, wie uns bekannt, vehement vom Westen abgelehnt worden.

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    • Bauer Willi sagt

      @Werner Knödler
      „Die Befindlichkeiten eines ukrainischen Komödianten sind völlig nebensächlich“. Meinen Sie das wirklich ernsthaft? Ist es nicht so, dass Putin gerade die Ukraine zusammenbombt? Dass zigtausende Menschen (!) in einem völlig sinnlosen Krieg gestorben sind und weiter sterben?

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      • Werner Knödler sagt

        in der Tat ist dieser Krieg völlig sinnlos .
        Mir wurde in der Schule der Begriff Handel ist Wandel gelehrt .
        und das gilt für mich .
        Den obigen Kommentar habe ich im Frust über die ganze durch
        dumme Ideologie und das Unvermögen zur gewaltfreien Kommunikation
        sehr bescheiden gewordene politische Situation geschrieben .
        Natürlich bin ich mir im klaren darüber das der Ukrainekrieg nicht vor 4 Jahren begonnen hat .
        Seine Ursachen liegen schon in den Zeiten der UdSSR als russische im Donbas angesiedelt wurden . Diese Zwangs Vermischung verschiedener Menschen
        birgt immer ein großes Konfliktpotential . Da wurde nach dem Zusammenbruch der UdSSR von beiden Seiten gezündelt .
        An die aus dem Donbas vertriebenen Russen erinnere ich hier nicht !

        Auch der Konflikt Israel und Iran hat eine sehr lange und sehr unglückliche
        Vorgeschichte , die hier zu erläutern wohl zu umfangreich ist .
        Trotz allem bin ich aber der Meinung das Herr Trump im Falle des Angriffs auf den Iran auf die falschen Berater gehört hat .
        Mehrere 100.000 Revolutionsgardisten mit Schläfern in der ganzen westlichen
        Welt bergen doch ein sehr hohes Risiko.

        Nein das war jetzt nicht zu den Düngerpreisen , diese werden aber bei einem
        “ weiter so “ in unserer Außenpolitik noch weiter so steigen .
        Die Folgen in Mitteleuropa werden die Bauern tragen . Keine Sorge , Herr
        Merz wird darüber nachdenken aber bestimmt nicht heute und auch nicht morgen .

        Lieber Willi entschuldige bitte das ich mir hier den Frust von der Seele schreibe .

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        • Christian Bothe sagt

          WK: Ich kann dem nur zustimmen auch wenn unser Blogbetreiber das anders sieht, warum auch immer!Ergänzen kann man noch die vielen Toten in Gaza! Ob Putin, Trump oder Netanjahu ! Alle haben völkerrechtswidrige Kriege und Angriffe angezettelt! Leider zeigt das die Schwäche der UNO und ihrer Organisationen!
          Wo bleiben Sanktionen gegen diese Staaten?

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          • Bauer Willi sagt

            @C.B.
            Ich sehe es anders als die Kommentatoren mit ostdeutschem Hintergrund. Das müssen Sie aushalten, genau so wie ich es aushalten muss, dass hier der russische Angriffskrieg verteidigt wird.
            Dass Trump und Putin Kriege führen, die keine Rechtfertigung haben, ist auch meine Meinung. Bei Israel habe ich eine etwas differenzierte Meinung, weil ich in meiner Jugend länger in Israel war.

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        • Reinhard Seevers sagt

          @WK
          Die Geschichte der Ukraine ist komplex, besonders die ethnische.
          Bundeszentrale für politische Bildung:

          „So bleibt als Gegenstand einer ukrainischen Geschichte nur das Territorium des heutigen unabhängigen Staates. Das bedeutet, dass nicht nur die Ukrainer, sondern auch andere ethnische Gruppen wie die Juden, Polen, Russen, Deutschen und Krimtataren, die auf diesem Territorium lebten, mit berücksichtigt werden müssen.“

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          • Arnold Krämer sagt

            Galizien (Raum Lemberg, Lwiw, westl. Ukraine ) gehörte von 1804 bis 1918 zu Österreich- Ungarn.

            Die Juden, die dort zahlreich lebten, sind weitgehend ermordet worden, Die Polen, die das Territorium bis 1945 zu ihrem Staatsgebiet zählen konnten, sind in die ehemals deutschen Ostgebiete „verschoben“ worden. Alles war dort immer im Fluß.

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          • Bauer Willi sagt

            @R.S.
            Ich war Anfang der 2000er für meinen damaligen Arbeitgeber mehrfach in der Ukraine. In diesem Zusammenhang war ich auch in einer Zuckerfabrik in der Nähe von Lwiw (früher Lemberg). Am Ende des Rübenlagerplatzes war ein etwa 5 m hoher und 15 m breiter Hügel. Darauf eine Gedenktafel, die ich nicht lesen konnte. Auf meine Frage, was es damit auf sich hat, kam die Antwort:

            „Hier auf dem Rübenhof wurden an einem Tag 25.000 Juden von den Deutschen erschossen. Sie liegen dort im Hügel“.

            Ich sage Ihnen, dass das was mit einem macht. Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              „Ich sage Ihnen, dass das was mit einem macht. Ich weiß nicht, ob Sie das verstehen.“

              Deswegen kann ich die Sichtweise noch weniger verstehen. Russland hat 27 Millionen Menschen im zweiten Weltkrieg verloren und dennoch für eine Wiedervereinigung und für eine Zusammenarbeit geworben. Zuletzt hat der Deutsche Bundestag Putin mit stehenden Ovationen seiner Rede gedacht und ihn dennoch mit der Osterweiterung ins Gesicht geschlagen.
              DAS macht nichts mit Ihnen?

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    • Ostbauer sagt

      Werter Herr Knödler,
      vom “ jüdischen Überfall“ zu schreiben ist blanker Semitismus!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Maarten Sillekens hast Du Dir das mal in einer ganzen Fruchtfolge durchgerechnet? Da kommst Du mit Ertrag und Deckungsbeitrag nicht sehr weit. Wenn das die Antwort sein soll auf Ernährungssicherheit, dann gute Nacht. Ich war 7 Jahre lang Biobauer und kenne die Realität.

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      • Maarten Sillekens sagt

        „MIT“ habe ich geschrieben, damit gelingt es besser, auch als Biobauer.

      • Kemetbauer sagt

        @JD
        Solange wir billige Proteinfuttermittel importieren können und uns nicht um die Folgen ihres Anbaus kümmern müssen, haben Legus, hier angebaut, ökonomisch einen schweren Stand. Dabei könnten Gemengesaaten mit Leguminosen einen Teil der Sojaimporte ersetzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man sich mit möglichen Veränderungen beschäftigt. Da liegt wohl der Hase im Pfeffer.
        Im Ökolandbau geht ohne Legus jedoch gar nichts!

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      • Maarten Sillekens sagt

        Herr Donhauser, Ich habe das noch mal nachgefragt an ein Betrieb: der mit Mischanbau von Leguminosen hatte positiven Deckungsbeiträgen und wenig an Betriebsmitteln investiert: nur Saatgut, ein paar Arbeitsgänge und eine Trennung von Leguminosen und Getreide. PSM war nicht notwendig, gute Bodenbiologie und schnelle Bodenbedeckung der Mischkultur. Beim 100 % Weizen und hohe Betriebsmittel-Einsatz, war es ein sehr negativen Deckungsbeitrag. Tja, ein Geschäftsmodell HABEN, oder ein Geschäftsmodell SEIN…., das dürfen wir uns ruhig öfter fragen bei Entscheiden in Komplexität.

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    • Nicolai Asmussen sagt

      Moin
      @Maarten Sillekens
      ‚Leguminosen mit anbauen.‘
      Und wer soll die esssen?

      Der Deutsche ißt ja nichtmal Kartoffeln auch wenn sie billig sind.
      Schweinefutter? Ne auch nicht, gibt ja Soja.

      Solange der Wählerin glaubt, daß wir Kunstdünger, Pestizide und Gülle in rauhen Mengen auf deren Land hauen, ist von der Politik nichts zu erwarten.
      Beweis: Amtszeit von Özdemir
      Grüße
      Nicolai

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      • Maarten Sillekens sagt

        Kleines Beispiel aus Erfahrung: Höheren Backqualitäten beim Backweizen-Mehl; Ackerbohnen für die Milchkühe.

    • Bauer Willi sagt

      @Maarten Sillekens

      Auf unseren Lößböden kommen wir auf Erträge mit Erbsen von um die 40 dt/ha. Multipliziert mit einem Preis von 24 €/dt komme ich auf einen Erlös von 960 €/ha. Wir haben mehrfach Ackerbohnen angebaut. Wenn zur Blüte Trockenheit kommt, ist der Ertrag eine Katastrophe. Ist uns mehrfach passiert, dann lässt man die Finger davon.

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      • Kemetbauer sagt

        @BW
        Zum Erlös für die Frucht, muss jetzt allerdings noch die Vorfruchtwirkung der Erbsen kalkuliert werden. Parallel zum Naturalertrag könnten da bis zu 80kgN/ha zusammenkommen. Bei den heutigen N-Preisen eine erkleckliche Summe.
        Wie sagte noch gleich Prof. Bäumer: „Beim Rechnen im Ackerbau nicht auf halber Strecke aufhören.

        1
        • Bauer Willi sagt

          @Kemetbauer
          Ich habe noch überlegt, ob ich die Vorfruchtwirkung mit einrechne. Die Kalkulationen der Landwirtschaftskammer kommen aber auch damit zu dem Ergebnis, dass diese Kultur im Deckungsbeitrag deutlich unter Wintergerste liegt, die damit auf vorletzter Stelle liegt.

          1
      • Maarten Sillekens sagt

        Bester Bauer Willi, ich habe gleiche Erfahrungen machen müssen bei Mono-Kulturen, da bin ich bei Ihnen. Vorher teilte ich Praxis-Erfahrungen von Mischkulturen, von Anbau auf sehr teuren Spitzenböden (NL), bis auf Niederschlagsarme Grenzstandorte, wo diese Mischanbau für höheren Erträgen insgesamt gesorgt haben. Das macht unabhängiger vom Betriebsmittel-Käufe wie N-Dünger. Und auch die Bäcker mögen die bessseren Backeigenschaften und sind bereit dafür einen besseren Preis wie üblich zu bezahlen. (Da ist die Getreide-Reinigung nur ein geringer Kostenfaktor). Ich kann bei Angst dafür, nur empfehlen es im eigenen Betrieb auf kleine Fläche diesen Test zu machen. Auf einen Grenzstandort in MV war es 40% Mehrertrag gegenüber die Monokultur in 2025. Bei der betrieblicher Marge war es noch viel mehr.

        1
  7. Jürgen Donhauser sagt

    Hat eigentlich der DBV darauf reagiert, oder steht er auch wieder uneingeschränkt an der Seite von wem auch immer? Auch dieses Mal reicht uns Landwirten natürlich ein anerkennendes Wort unseres Kanzlers. Deshalb liebe Berufskollegen, nicht Jammern. Wir nehmen dieses Opfer gerne auf uns zum Wohle des Weltfriedens, oder so ähnlich. *Ironie off*

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    • Ex-Baumschuler sagt

      Die Düngerpreise werden immer nur hinter vorgehaltener Hand erwähnt. Auch Willis drei Artikel sind ja hinter Bezahlschranke. – Komisch, ich hätte das als Zentralthema verortet.

      1
      • Bauer Willi sagt

        Ex-Baumschuler: bei mir ist jetzt nur ein Beitrag hinter der Bezahlschranke. Der war vorher aber auch frei lesbar.

        1
    • Georg Model sagt

      Zumindest fordert der DBV aktuell eine befristete Befreiung von der CO2 Steuer beim Agrardiesel. Die idee kann aber zuerst vom LSV !
      Merz dealt mit der Ukraine über künftige Biogaslieferungen, während unseren Biogasanlagen
      nach und nach stillgelegt werden. Dazu könnte sich der DBV auch einmal äußern.
      Wir wurden vom Landwirt zum Schreibwirt gemacht und Energiewirt dürfen wir nicht werden . Nur Untertanen und Spender bzw. Opfer einer verfehlten Politik dürfen wir sein.Unser Werte, Leistungen sind anscheinend nicht mehr gewollt nur die importierten,
      woran die Großkonzerne dran verdienen und zusammen mit der Politik Macht gegenüber dem Bürger bzw.Verbraucher ausüben können.
      Der Standpunkt der Kirchen wäre hier auch mal interresant zu erfragen.

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      • Jürgen Donhauser sagt

        „Der Standpunkt der Kirchen wäre hier auch mal interresant zu erfragen.“
        ….ich kämpfe, aber die NGO haben auch da ganze Arbeit geleistet. Das „Feindbild“ Landwirtschaft ist inzwischen schon so fest in den Köpfen verankert, ganz schwer dagegen anzukommen.

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        • Christian Bothe sagt

          JD: Auf jeden Fall ist Baetzing nicht mehr Vorsitzender der Bischofskonferenz der dt.Katholiken! Vielleicht gibt‘s da andere Positionen zur LW…

          2
  8. Arnold Krämer sagt

    Allen hier kommentierenden „Russenverstehern“ empfehle ich zur Lektüre das Buch „Das Versagen“ von Katja Gruber und Georg Mascolo.

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    • MarK sagt

      Georg Mascolo würde ich nicht mal glauben, wenn er mir sagt, welcher Wochentag heute ist……. sorry.

      5
      • Stadtmensch sagt

        Richtig! Die Verlogenheit der „Wertegemeinschaft“ ist doch bekannt:
        https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/der-vermeidbare-krieg-die-tragoedie-in-der-ukraine-und-die-verantwortung-des-westens-li.10010771

        Deshalb will ich vom aktuellen BK auch nicht ständig mit „Wir“ vereinnahmt werden.

        Geschichte ist eben nicht Sache der Meinungsführer hierzulande. Und die des Wahlvolks schon gar nicht. Immer steht die Ideologie im Wege. Hätte auch keine deutsche Teilung geben müssen: s. „Stalin‑Note“.

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        • Arnold Krämer sagt

          Was Verlogenheit angeht, sind die Russen aber „Weltspitze“.

          Geschichte ist Ergebnis aus Interessen und Macht/Ohnmacht/Dummheit. Aber die handelnden Personen sind auch nicht zu vergessen. Die Russen sehen z.B. in der Person Gorbatschow den größten Verräter ihrer Interessen. Ohne ihn ständen die Russen heute immer noch in Marienborn und große Teile ostdeutscher Innenstädte wären mittlerweile in sich zusammengefallen.

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          • Stadtmensch sagt

            „Was Verlogenheit angeht, sind die Russen aber „Weltspitze“.“

            Kann man ja erstmal behaupten. Oder ist das die Essenz aus dem o.g. Buch von Katja Gloger und Georg Mascolo? Zwei Mitgliedern der Atlantik-Brücke btw.

            tl;dr

            „Geschichte ist Ergebnis aus Interessen und Macht/Ohnmacht/Dummheit.“
            Volle Zustimmung!

            3
          • Reinhard Seevers sagt

            …..und ohne die von den USA seit 1779 geführten/innizierten über 400 Kriege , wo wären wir da?
            🤔

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            • Martin Aupperle sagt

              Ach ja, Herr Seevers wo wären wir wenn die Bayerische Justiz den verurteilten Herrn Hitler seine Strafe hätten in voller Länge absitzen lassen um in dann als Vorbestraften in seine Heimat abzuschieben und mit einem Wiedereintrittsverbot nach Deutschland bestraft hätten??
              …die Welt wäre eine andere…

          • Christian Bothe sagt

            AK: Geschichte ist scheinbar nicht Ihre Stärke, wenn Sie so argumentieren… Bleiben Sie lieber bei Ihren fachlich kompetenten Beiträgen hier im Blog!
            Lese gerade ein interessantes Buch: “Der Große Schock” K.Rohnstock zu den Machenschaften der Treuhand bei Abwicklung von Ergebnis orientierten Betrieben vor und nach der Wende und die Auswirkungen auf die Städte AK!

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            • Arnold Krämer sagt

              So wie Sie mir weiter oben Frau Krone-Schmalz empfehlen, um meine Sicht auf die russische Politik zu erweitern, empfehle ich ihnen hier jetzt: Frau Birgit Breuel (Treuhand-Chefin ab 1991) mit ihrem Buch „Wandel, Wege,Werte, ein Blick auf Deutschland“.

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      • Arnold Krämer sagt

        @MarK
        Dann glauben Sie doch einfach der Frau Gloger! Aber es geht nicht um Glauben. Es geht um Fakten und Lügen.

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    • Agrarfuchs sagt

      (Administrator: ich habe diesen Kommentar gelöscht, weil der Kommentator sich nun zum vierten mal mit einer jeweils geänderten Fake-Mail-Adresse und unter jeweils geändertem Namen angemeldet hat.
      Der Inhalt des Kommentars war eine Diskreditierung eines anderen Kommentators und somit gegen die „Spielregeln“ dieses Blog.
      Schade, dass man mit so etwas den Sonntag-Nachmittag zubringen muss.)

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  9. Christian Bothe sagt

    Seit Jahren wird ja einiges an Mineraldünger( 20% und mehr?) aus Russland importiert! Vielleicht sollten unsere Politgranden ( trotz Konflikt Russland/Ukraine) versuchen die Importe zu erhöhen trotz steigender Weltmarktpreise! Ich rede hier in erster Linie von Deutschland’s Importen für unsere LW! Aber wahrscheinlich muss die EU erst Selenskyi fragen, ob man das tun soll…

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    • Brandenburgbauer sagt

      Moin CB , ich höre Fritze Merz schon schreien , nie und nimmer. Um nichts in der Welt .

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      • Christian Bothe sagt

        BB: Merz ist doch Katholik und geht sonntags in die Kirche? Koennte ja mal seinen Beichtvater fragen wie er zu der Sache steht…

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    • Ex-Baumschuler sagt

      Das energieaufwändige Haber-Bosch-Verfahren zur Gewinnung von Stickstoffdünger wurde Anfang des 20. Jh. ausgerechnet im damals noch nicht „besten Deutschland aller Zeiten“ (Bundespräs. Steinmeier) erfunden und entwickelt. Ingenieurskunst.

      Inzwischen fehlt die Energie, weil sanktioniert. Stickstoffherstellung in D ist für Jahrzehnte finito. Die Branche gibt es nicht mehr.

      Danke, Anke.

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      • Arnold Krämer sagt

        „Stickstoffherstellung in D ist für Jahrzehnte finito. Die Branche gibt es nicht mehr.“
        Das entlastet unsere CO2-Bilanz . Ist doch gut so oder? Und die steigenden Energiepreise führen zu Minderverbrauch, Ist doch auch gut für die Klimarettung! 😎

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        • Christian Bothe sagt

          AK; Bin mir nicht ganz sicher, denke aber SKW Piesteritz arbeiten noch mit diesem Verfahren zur NH3 Produktion?
          Leuna war zu DDR-Zeiten Produzent!

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    • der Jens sagt

      „…..Vielleicht sollten unsere Politgranden ( trotz Konflikt Russland/Ukraine) versuchen die Importe zu erhöhen…“

      wer hat denn im Herbst VOR dem Ukrainekrieg den Mineraldünger verknappt?
      tipp: es war nicht die Ukraine
      und die Gasspeicher waren auch im Winter vor dem Ukrainekrieg nicht voll gefüllt, obwohl damals frei geliefert hätte werden können
      man vergißt manches nur zu schnell…

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  10. MarK sagt

    Es wird verdammt eng werden für die Betriebe – nicht nur für die Kleinen. Das erste was weg muss ist die unsägliche CO2 Steuer!!

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  11. Reinhard Seevers sagt

    Der Deutsche Michel fährt an die Tanke und muss 20% mehr zahlen, holt sich die Tageszeitung und zahlt 12% mehr, nimmt noch eine Schachtel Zigaretten mit, welche auch noch 10% mehr kosten……Der Russe ist Schuld, oder nicht?🤔

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  12. Kemetbauer sagt

    Warum sollten die Kontraktpreise auch reagieren? Es ist doch fast alles im Überfluss vorhanden. Geringe Veredlungserlöse lassen die Nachfrage nach Futtergetreide weiter auf niedrigem Niveau vor sich hindümpeln. Der Raps machte einen kleinen Hopser und ist jetzt auch wieder unten. Bei den bisher abzusehenden Erzeugerpreisen für die kommende Ernte, darf eine Düngung, egal welcher Art, nicht viel kosten.
    Mein Flächennachbar bekam bisher stets Gärreste kostenlos auf seinem Grünland ausgebracht. Jetzt soll er dafür zahlen. Das wird wohl eine erzwungene Extensivierung. Der Politik wird das sehr recht sein.

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    • Bauer Willi sagt

      @Kemetbauer
      Ihre Beschreibung ist richtig, allerdings auch eine sehr deutsche Sicht der Dinge. Teurer Diesel, teurer Dünger und teure Logistik trifft aber alle Landwirte weltweit. Der viel zitierte Kleinbauer wird sich das als Erster nicht mehr leisten können. Und das könnte auch humanitäre Konsequenzen haben.

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      • Kemetbauer sagt

        @BW
        An humanitäre Katastrophen haben wir uns doch längst gewöhnt. Trotz guter Ernten hungert immer noch ca. 8,5% der Weltbevölkerung. Das in D. erzeugte Getreide ist schon lange viel zu teuer für die Länder mit hoher Anzahl an Hungernden. Hier quellen die Lager über und im Tschad z.B. hungern bis zu 40% der Einwohner. Die UN verwaltet gähnend leere Lagerhäuser weil die reichen Staaten immer weniger Nahrungsmittel zur Verfügung stellen. Wie sollte sich diese Situation noch verschlimmern können?

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        • Bauer Willi sagt

          @Kemetbauer
          „Das in Deutschland erzeugte Getreide ist viel zu teuer“. Wir haben Weltmarktpreise! CBot und MATIF laufen fast parallel. Richtig ist: die Mengen sind weltweit da, es fehlt bei Hungersnöten meist an den politischen Verhältnissen im Land. Beispiele gibt es genug. Südsudan ist zu nennen, aber auch andere, meist afrikanische Länder.

          Was ich meine: Die Millionen von Kleinbauern in Asien und Afrika können sich teurere Betriebsmittel bald nicht mehr leisten. Was meinen Sie, was passiert, wenn halb Indien in existenzielle Not gerät`?
          Wenn ich sehe, was wir derzeit in Deutschland diskutieren, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
          Das gilt im Übrigen für jede Partei, egal welche Farbe. Aber ich wollte ja nicht mehr politisch werden…

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          • Kemetbauer sagt

            @BW
            Es stellt sich die Frage, wie abhängig die kleinbäuerliche Erzeugung in der früheren 3.Welt vom Einsatz chem. synth. Düngemittel ist. Wenn wir in der deutschen ldw. Entwicklung mehr als 5 Jahrzehnte zurückgehen, dann war der Einsatz von „Kunstdünger“ doch eher verhalten. Das Ertragsniveau war entsprechend. Für 2t/ha Körnermais, braucht es in Südamerika kein hohes Düngungsniveau. Gründungspflanzen z.B. haben in den Tropen und Subtropen auch nicht nur die Funktion der Düngung sondern sie sind auch immer Viehfutter. Ich nehme an, dass die Landwirtschaft in der dritten Welt unsere Düngerpreisdiskussion eher die Relevanz des Umfallens eines Sackes Reis in China hat. Dort herrscht oft noch eine Subsistenzwirtschaft für die „Kunstdünger“ schon immer zu teuer war. Von unseren i.d.R. guten Ernten, blieben für diese Menschen oft eh nur Brosame übrig. Ich finde es auch ein wenig verwegen, vor dem Hintergrund von 60% Getreide für die „Veredlung“, von einer evtl. bevorstehenden humanitären Katastrophe zu sprechen. Leider hat diese Entwicklung auch den Ökolandbau erreicht.

            • Bauer Willi sagt

              @Kemetbauer
              Ich habe mir die Landwirtschaft auf den verschiedenen Teilen der Erde selbst angesehen. Ihre Einschätzung teile ich nicht, weil ich die Realität gesehen habe. Mein Freund Daniel in Parana (Brasilien) erntet locker 8 t/ha Körnermais. Aber auch in Indien düngt der Kleinbauer seine 2 -4 ha mit „Kunstdünger“. Nachzulesen in der letzten oder vorletzten FAZ, ein Artikel von Anne Kokenbrink aus der Wirtschaftsredaktion. Ich kenne die Dame, die sehr sauber recherchiert.
              Ich war übrigens auch in Kanada, den USA, Mittelamerika, Russland und Ukraine auf landwirtschaftlichen Betrieben. Also Information aus erster Hand, ungefiltert.

              4
            • Jürgen Donhauser sagt

              @Kemetbauer einfach mal nachschauen wie es Sri Lanka mit ihren „Großversuch“ gegangen ist, als sie 2021 das ganze Land zwangsweise auf 100 % Bio umgestellt hatten um sich den teuren Import von Mineraldünger zu sparen.
              Einfach mal nachlesen und dann weiter kommentieren.

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          • Stadtmensch sagt

            „Aber ich wollte ja nicht mehr politisch werden…“

            Warum nicht? Auch wenn es vollkommen sinnlos ist, sich hier über Politik auszulassen, könnte der geneigte Leser doch einen Eindruck von der „sehr deutschen Sicht“ auf die Weltlage gewinnen.

            Wir haben zum Beispiel einen Bundeskanzler, dessen wichtigstes Anliegen die Beseitigung des „Mulla-Regimes“ und vieler anderer nicht regelkonformer „Regime“ zu sein scheint, statt dafür zu sorgen, dass der arbeitende Mensch hierzulande, eine Gegenleistung für seine hohe Abgabenlast erhält.

            So leidet den still und lasset das Kapital zum Hegemon abfließen!

            Da gewinnt der Begriff „Tributökonomie“ (Fabian Scheidler) doch so richtig an Bedeutung.

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            • Christian Bothe sagt

              Stadtmensch:Sehr gut pariert! Aber Deutschland hat wenigstens 2 Außenminister, die allerdings beide nicht viel bewegen ( können)…
              Warte immer noch wann unser BK Sanktionen gegen Amerika und Israel fordert…Immerhin gibt’s bald das 20.Sanktionspaket gegen Russland!

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            • Arnold Krämer sagt

              „……statt dafür zu sorgen, dass der arbeitende Mensch hierzulande, eine Gegenleistung für seine hohe Abgabenlast erhält.“

              Ja, die Steuermittelverschwendung für…… muss aufhören. Es gibt zuviel Selbstbedienung im System. Aber wer schafft sie ab?

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              • Hauke Jaacks sagt

                Genau da liegt das Problem.Keiner sägt an dem Ast auf dem er sitzt. Zuviele Bundesländer damit jeder einen Posten abkriegt.

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                • Christian Bothe sagt

                  HJ: Auch das stimmt! Möchte bloß mal an Ronzheimer (SAT1 ) diese Woche erinnern…Es zeigte eindeutig , das der in der BRD gestaltete Föderalismus mit den vielen BL nicht der „letzte Schrei“ sein kann und ist! Vom Schulsystem ganz abgesehen! Eine gewisse Zentralisierung ist alternativlos!

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  13. Frikadellen piet 47 sagt

    guten Morgen diese Beschreibung der aktuellen Situation ist sehr gut aber die Auswirkungen von den ganzen kriegen haben mal so großen Einfluss auf die Versorgung! da bin ich mal sehr gespannt wie lange das anhält und wie viel Betriebe in starke Schwierigkeiten kommen. schönen Sonntag und lebenslang grün-Weiß

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