Bauer Willi
Kommentare 76

Brot haben…

Ein Text von Anke Lautner

Alle reden über Bio.
Mein Vater nicht.

Er ist 95.
Er hat Krieg, Hunger und echte Knappheit erlebt.

Ihm ist egal, ob das Brot bio-zertifiziert ist.
Ihm ist wichtig, dass das Brot da ist.

Das ist der Teil, den viele Salon-Moralisten nicht mehr verstehen.

Bio ist für einen Teil der Gesellschaft ein Lifestyle.
Für den anderen Teil ist Essen immer noch Überleben.

Während hier darüber philosophiert wird,
ob die Möhre „rein genug“ ist,
steht woanders jemand vor dem Regal und rechnet.

Reicht das Geld bis Monatsende.
Oder nicht.

Für die einen ist Bio eine Haltung.
Für die anderen ist Bio ein Luxus.

Und Luxus steht nicht auf der Prioritätenliste,
wenn der Kühlschrank leer ist.

Wer dann von „böser“ Landwirtschaft redet,
weil nicht alles bio, regional, saisonal
und moralisch maximal steril ist,
zeigt nur eines:

Wie weit er sich von der Realität entfernt hat.

Landwirtschaft hat zuerst eine Pflicht.
Menschen satt machen.
Alle.

Nicht nur die,
die genug Geld und Zeit haben,
um über Ideale zu diskutieren.

Mein Vater misst Landwirtschaft nicht an Siegeln.
Er misst sie daran,
ob er früher hungrig ins Bett musste.

Und heute nicht mehr.

Das ist der Unterschied
zwischen Erinnerung an Hunger
und Meinung über Essen.

Du darfst Bio feiern.
Ich habe nichts dagegen.

Aber hör auf, Bauern moralisch abzuwerten,
weil sie nicht in dein sauberes Weltbild passen.

Bio ist ein Angebot.
Kein Standard.
Und ganz sicher keine Eintrittskarte,
um über „gute“ und „schlechte“ Landwirtschaft zu richten.

Bevor du das nächste Mal empört
über Agrarpolitik und „die bösen Betriebe“ tippst,
stell dir eine Frage:

Redest du über Essen.
Oder über dein Gewissen.

 

Hier der Link auf die LinkedIn- Seite von Anke Lautner

https://www.linkedin.com/in/anke-lautner-51447b34b/

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76 Kommentare

  1. Kemetbauer sagt

    Um noch einmal kurz auf den Text von Frau Lautner und hier auf die Aussage : „Landwirtschaft hat zuerst eine Pflicht…“ zurückzukommen. Die Landwirtschaft hat überhaupt keine Pflicht und schon mal gar nicht gegenüber einer Gesellschaft, die nicht willens ist, dieser Landwirtschaft, für ihre Leistungen, ein auskömmliches Einkommen zuzugestehen. Wir Landwirte sind in erster Linie unseren Betrieben verpflichtet. Sie wirtschaftlich zu führen und damit den Grundstock für ihren Erhalt zu legen. Dabei sind wir wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt, die vor allem aus einer „Geiz ist geil“-Mentalität dieser Gesellschaft entspringen. Landwirtschaft ist Wirtschaft und damit ein auf die Gewinnerzielung ausgerichtetes Handeln. Wer mehr will, der muss auch mehr bezahlen.

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    • schmeckt gut sagt

      Genauso hoch, wie im Bioanbau ohne (Stickstoff)Dünger. Was für ne komische Frage. S.a Minimumgestz der Düngung nach v.Liebig: „Die Höhe des Ertrages hängt von jenem Nährstoff ab, welcher in geringster Menge vorliegt.“ Gilt selbstverständlich allgemein.

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      • Kemetbauer sagt

        @sg
        Das ist, zumindest für reine Ackerbaubetrieb, eine irrige Annahme. Die dort i.d.R. fehlende organische Düngung, lässt für die Pflanzen nur noch die Nutzung der Bodenvorräte zu. Aber die gibt es ja auch nur noch in geringen erlaubten Maßen. Vielleicht wird das dann ja ein Jahr des ausgeglichenen N-Saldos.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Nochmal: Bei gleich hohen Erträgen sind die Stickstoffsalden auch im Öko-Anbau auf dem selben „Überschußlevel“ wie in der modernen Landwirtschaft. Die Gesetze von Chemie und Physik lassen sich nicht durch Erzählungen und Ideologien außer Kraft setzen. Daran ändert auch Häme nichts.

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          • Kemetbauer sagt

            @TB
            Das ist nicht korrekt. Einen negativen Saldo gibt es im Ökolandbau nur direkt nach einen zu frühen Umbruch des Kleegrases auf leichten Böden. Auf schweren Böden passiert da fast gar nichts! Bei mir ist der Saldo stets positiv. Ich fahre also mit der Ernte mehr ab, als ich gedüngt hatte. Nach dem Kleegrasumbruch, also alle 5 bis 7 Jahre, ist der Saldo ausgeglichen. Die Studie auf die Sie sich wahrscheinlich beziehen, hatte unmittelbar nach den Kleegrasumbruch, im frühen Herbst, die Daten auf leichtem Boden ermittelt. Bei Ökobetrieben kommt ein Kleegrasumbruch alle 5 bis 8 Jahre vor. Bei konv. Betrieben ist der Verlustsaldo jährlich zu verzeichnen. In den 90er Jahren lag dieser Saldo noch bei über 120kg N/ha/Jahr. Mittlerweile ist er auf 75kg N/ha/Jahr gesunken. Die DÜVo machte es möglich.

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            • schmeckt gut sagt

              Man kann es sich auf dem Papier hinrechnen, wie man will – im Bio wie im Konvi. Entscheidend ist, was unter ankommt und dass meint Thomas. Wenn die Erträge auf dem gleichen Niveau stattfinden, gibt es auch ähnliche N-Austräge. Das ist (glücklicherweise) wissenschaftlich nachgewiesen. Herbeigedachte Erzählungen helfen da überhaupt nicht. Der so wichtige Bio-Gemüseanbau (für die Wirtschaftlichkeit) hat da ein gößeres Problem. Möhren werden bei annäherd voller Ausreife geerntet und hinterlassen so relativ wenig N im Boden. Das sieht bei Blattgemüse ganz anders aus – wenn man wirtschaftlich anbauen will (bei dem Druck vom LEH muss). Ich bin da ganz bei Thomas. Diese Märchenerzählerei von Bioleuten geht mir gehörig auf den Geist.

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            • Arnold Krämer sagt

              “ …im Ökolandbau….“.
              „…..bei mir…..“

              Immer der Wechsel in den Bezugs- bzw. Argumentationsebenen. Daran kranken viele (die meisten) Diskussionen.
              In Bezug auf die Stickstoffsalden bleibt ein wesentlicher Punkt fast immer unerwähnt. Gedüngt (mineralisch/organisch) wird eigentlich immer auf einen Optimalertrag hin, der aber aufgrund des Vegetationsverlaufs (Temperaturen, Niederschlag (-s verrteilung) selten erreicht wird. Da bleibt dann mehr oder weniger viel übrig.

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              • Limes sagt

                Da mit dem Vegetationsverlauf ein wichtiger Faktor genannt.
                Der Vegetationsverlauf ist vor allem bei Kulturen die über Monate wachsen kaum vorhersehbar. In der modernen Landwirtschaft wird selten ausschl. organisch gedüngt sondern zu späteren Zeitpunkten entsprechend dem Vegeatatiosnverlauf und dem sich hieraus ergebenden Ertragspotential werden den Pflanzen weitere Nährstoffe meist N entsprechend Bedarf zugeführt. Diese Düngung erschliesst das Ertragspotential des Standortes und führt zu höheren Erträgen.
                Die alternative Landwirtschaft mit ausschliesslicher organischer Düngung hat einen wesentlich niedrigeren Optimalertrag auf vergleichbaren Flächen denn begrenzender Faktor ist die langsame Verfügbarkeit von N und Verzicht auf Nährstoffbedarfssteuerung.. Unterm Strich sind daher bei dieser Wirtschaftsweise mehr Anbauflächen erforderlich.

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              • Kemetbauer sagt

                @AK
                Dass Sie mit Daten aus der Praxis wenig anfangen können, haben Sie hier schon ziemlich ausführlich in Ihren Beiträgen mitgeteilt. Es gibt die Daten des Ökolandbaus ganz allgemein und ganz individuell, in Abhängigkeit von den Standortbedingungen. Deshalb meine Darstellungen für den Ökolandbau und die individuellen Daten meines Betriebes. Sie scheinen mit diesen Darstellungen überfordert zu sein. Sei´s drum!

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    • Bauer Willi sagt

      @Andreas
      Wir haben gestern Gärrest auf unseren Weizen bekommen. Da ist Stickstoff drin. Gärrest kommt auch vor Rüben und vor Kartoffeln auf den Acker. Mineraldünger macht nur etwa 20% unseres betrieblichen Stickstoffdüngers aus.
      Dünger wird übrigens für alle Betriebsformen teurer werden.

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  2. Frikadellen piet 47 sagt

    moin sehr schöner Spruch das sollte man sich einrahmen und ins Büro hängen, so dass es jeder lesen kann! schönen Tag

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  3. Altbauer sagt

    Da es gerade zum Thema passt hier mal ein Beispiel, was man als Landwirt permanent zugeschickt bekommt.
    Wohlgemerkt, kein Bio sondern Normalo

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    seit dem 01.01.2026 gelten gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2023/564 zusätzliche Aufzeichnungspflichten bei Pflanzenschutzanwendungen.

    Die neuen Aufzeichnungspflichten gelten für folgende Parameter:

    • EPPO-Code der Kultur

    • Uhrzeit der Pflanzenschutzanwendung (bei Indikationen mit zeitlichen Einschränkungen)

    • Zulassungsnummer des Pflanzenschutzmittels

    • Entwicklungsstadium/BBCH (bei Indikationen mit Einschränkungen zum Stadium der Kultur)

    • Lage der behandelten Fläche (bei Freilandflächen bspw. die InVeKos-Bezeichnung oder GPS-Punkt)

    • Umfang der behandelten Einheit (Fläche, Volumen oder Menge)

    • Art der Verwendung (z. B. Freilandfläche, Gewächshaus, Lager, Saat-/Pflanzgutbehandlung)

    Darüber hinaus plant der Gesetzgeber voraussichtlich zum 01.01.2027 eine elektronische, maschinenlesbare Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen.

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  4. Werner Knödler sagt

    Seit ich mitbekommen habe das Bioland
    einem Bauern gekündigt hat nachdem er
    bei der Kommunalwahl in Bayern kandidiert
    reagiere ich allergisch auf Bio

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  5. Ex-Baumschuler sagt

    „Reicht das Geld bis Monatsende.
    Oder nicht.“

    Ja ja, das ist ein Problem. Aber irgendwann werden die Bettler dann auch übergriffig werden.

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  6. Otto Loewl sagt

    Danke Anke Lautner .
    Mann muss dazu nichts mehr sagen.
    Du hast voll die Realität getroffen.

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  7. Farmer Billy alias Stefan Michel sagt

    Dass man alles Verfügbare isst, wenn man Hunger hat und es keine Auswahl gibt, ist doch klar. Aber wer hier hat denn Hunger und keine Auswahl? Und wer hier ist knapp bei Kasse?Gerade einkommensschwache Menschen neigen (statistisch belegt!) dazu, Fertiggerichte zu kaufen: Tiefkühlpizza, Dosensuppen, Gemüse (sogar Kartoffeln) aus dem Glas. Für das gleiche Geld würden sie frisches Bio-Gemüse, -Obst, -Leguminosen und -Brot bekommen. Und die Krankenkassen hätten wieder mehr Geld zur Verfügung.
    https://open.spotify.com/episode/2X2V21paF6LbyfW8A8HTIG?si=ta1wGDp7T6iVR2Ht7YtdfA

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    • Thomas Bröcker sagt

      Haben Sie sich schon mal die Preisstruktur im Verhältnis zur tatsächlich nutzbaren Ware in den Gemüsekisten der SoLawi´s angesehen? In der Regel ist das doppeltes Bio-Niveau in manchmal auch noch fragwürdiger Qualität. Das ist in der Regel etwas für „Bio-Hardliner“ mit Hang zum „moralisch aufgeladenen Masochismus“.
      Es ist m.E. eine Illusion, dass man mit frischer Ware aus dem LEH und vor allem vom Wochenmarkt und aus der SoLawi-Kiste (noch höheres Preisniveau) billiger kocht, als mit Fertigprodukten. Das ist vor allem insofern Theorie, als der Abfallanteil bei diesen Versorgungswegen sehr viel höher ist, als bei Fertiggerichten. Das wird ja bei dem von Ihnen eigestellten Podcast durchaus thematisiert. Da ich sowohl Mitglied in einer SoLawi bin und zu 90 % selbst koche (also kaum Fertiggerichte nutze), weiß ich wovon ich rede. Daher halte ich diese ständige Bashing der „fehlernährten“ Unterschicht mit wenig Einkommen für unangemessen.

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      • zmp_nachfahre sagt

        …deswegen wirbt die hiesige Solawi auch eifrig mit dem „Gemeinschaftsgefühl“ (das gibt’s ja auch nicht umsonst… ;)) „Wir sehen uns als Kulturverein…“
        Der Jahresbeitrag liegt für einen kleinen Ernteanteil bei 900 Euro / Jahr, für einen großen bei 1700. Wenn man das umrechnet auf das geerntete Gemüse, ist Bio auf einmal gaanz billig!

    • evonik sagt

      Vor einigen Tagen habe ich mich mal wieder bestätigt gefühlt:

      In einem Artikel zu PFAS hieß es , dass Bio – Lebensmittel mehr davon enthalten. Ich hatte das beim Thema Mikroplastik so erwartet. Der Eintrag aus der Umwelt wird bei halbem Ertrag einfach höhere Belastung ergeben.

      Weiterhin sammeln die Bio-Erzeuger durch den Zukauf konventioneller Ware (z.B. Stroh) Mikroplastik aus der konventionellen Landwirtschaft.

      • Kemetbauer sagt

        @e, alias Wini
        Bist du wirklich nur unwissend oder gar ignorant?
        11,5% der in D. zugelassenen Wirkstoffe in Agrochemikalien sind PFAS! Ich hoffe, dass die Maßnahmen, die notwendig sind um dieses Dreck wieder weg bekommen zu können, nach dem Verursacherprinzip bezahlt werden müssen. Du kannst ja schon mal mit dem Sparen beginnen.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Die kritischen PFAS Mengen kommen aus der Industrie und Haushaltschemikalien. Laut BfR gibt es keine gefährlichen Mengen aus PFAS Abbau von PSM. Die von Ihnen zitierte Zahl stammt aus dem Umweltamt, ist das übliche Vorsorgeprinzip (nach dessen deutscher Variante am besten ALLES verboten werden sollte) und hat keinerlei Gefährdungsbeurteilung und Mengenangaben zu Grunde gelegt. Dass DAS was als Hilfsstoff in den meisten Produkten der Chemieindustrie zu finden ist, sich prinzipiell wiederfindet ist logisch. Auch in diesem Falle wird es wie vormals zu Arsenat, Lindan und Dimethoat Alternativen geben. Im PFAS Monitoring der letzten Jahre wurden bei Scholle und Zuchtwels sowie in Schweineleber Spuren jenseits jedweder Gefährdung gefunden. PFAS sind übrigens auch Bestandteil vieler Medikamente.
          Zudem werden in der Veröffentlichung des UBA (auf die Sie sich beziehen) Perfluor-Verbindungen und Polyfluorverbindungen undifferenziert zusammengewürfelt.
          Vertiefend will ich darauf gar nicht eingehen, es ist eine weitere Panikmache-Masche gegen modernen Pflanzenschutz
          Übrigen hat Österreich bei der EU die Zulassung von Kaliumphosphonat im Bio-Obst und Weinbau beantragt um von den hohen Kupfermengen runterzukommen. Genau dieser Stoff ist im konv. Anbau stark in der Kritik … wegen seiner Persistenz (auch nach 2 – 3 Jahren noch in der Pflanze nachweisbar. Wenns ernst wird, siegt eben auch bei BIO der Pragmatismus 😎😎😎

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          • Kemetbauer sagt

            @TB
            Jaja, das BfR. Was sind denn gefährliche Mengen? Bisher wurde doch immer von unbedenklichen Konzentrationen gefaselt. Die PFAS aus der Industrie tauchen nur räumlich begrenzt auf. PSM werden fast ganzflächig ausgebracht. Schauen wir mal, welche „Berufskrankheit“ evtl. demnächst auf deren Konto geht. Was geht uns Österreich an? Medikamente mit PSM zu vergleichen, hat schon eine besondere Note. Wir vergleichen ja auch nicht rote und grüne Gentechnik. Je enger es wird, umso fragwürdiger werden die Argumente. Fakt ist und bleibt, dass die konv. Landwirtschaft zur PFAS-Problematik beiträgt!

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            • Thoma Bröcker sagt

              Es gibt aktuell kein relevantes Problem mit PFAS aus Pflanzenschutzmittel. Da ist gegengesteuert worden und wird nach wie vor gegengesteuert. Wie gesagt: ähnlich wie beim AMPA liegt das Problem bei Einträgen aus Haushaltschemie und Bau- und Chemieindustrie eher bei Quellen aus Siedlungs- und Gewerbestandorten. Aber ein bisschen pro BIO trompeten kann ja nicht schaden … ändert aber nichts an der zu geringen Produktivität dieser Branche und auch nichts an dem Preisdruck versus Kaufzurückhaltung im LEH. Willkommen im Club des „Preisdruck´s bis es quietscht“ (Äußerung von Einkäufern des LEH).
              Ihr betriebliches Portfolio, (soweit ich das aus Ihren früheren Äußerungen entnehme) hat dieses Problem der Produktivität sicher in geringerem Umfang. Nur besteht die Mehrheit der Landwirtschaftsbetriebe eben nicht zu 50 % aus Weideland und Rinderhaltung.

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        • evonik sagt

          Das wird wohl von der Bio-Szenw wieder so gehandhabt wie bei – nach Bruce Ames- den Pestiziden:
          Da sind 99.9% natürlichen Ursprungs und 0,1 % chemisch.

          Wie bei den Pestiziden werden die Bio-Bauern auch bei PFAS die 0.1 % bekämpfen.

          Mit dem Zukauf konv. Ware werden die Bio-Bauern dann konv. Felder von PFAS entlasten und ihre Bio-Felder belasten.

  8. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Eine Stellungnahme auf niedrigem Niveau (die Erkenntnisse sind nichts neues) von einer Frau die offensichtlich auf hohem Niveau arbeitet:
    https://www.lautner-consulting.de/
    Hört sich alles gut an und ist auch wichtig doch die politischen Umstände und Entwicklungen sind ja unkalkulierbar.
    Vielleicht sollte Frau Lautner z.B. mal was zum unmöglichen Umbau der Sauenhaltung sagen. Dieser Influencer schildert eindrucksvoll seinen Fall:
    https://www.youtube.com/watch?v=lSo3450T4j0
    In der Praxis geht es meistens um konkrete Dinge und nicht irgendwelches Bla Bla von vor allem Politikern (ganz katastrophal auf Instagram).
    Was den Beitrag angeht stimme ich Frau Lautner natürlich zu!

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  9. firedragon sagt

    Ich hörte letztens einen (politisch neutralen) Podcast. Folgendes wurde der „westlichen Welt“, insbesondere den Deutschen, zugeschrieben:

    moralische Selbstveredelung

    Das ist eine sehr schöne Beschreibung, der Menschen, die eigentlich keine Probleme haben, bzw sich freiwillig, ohne Not Luxusprobleme schaffen.

    Oben genannte Generation hatte „nur“ ein Problem, ein gravierendes – überleben.
    Und auch heute noch gibt es Menschen (oh Wunder, selbst in Deutschland), die unter den gegebenen Umständen (zb Kosten) gut „überleben“ möchten/müssen.

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  10. Sonja Dengler sagt

    Jeder Versuch, den tauben und blinden Menschen unter uns die Augen zu öffnen, ist sehr gut. Dieser Versuch hier ist besonders gut gelungen. Danke an die Autorin

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  11. Reinhard Seevers sagt

    Ich frage mich die ganze Zeit, wen Frau Lautner eigentlich adressiert. Wem macht sie die Vorwürfe? Und warum ist ihr 95 jähriger Vater der Maßstab für eine Einordnung von Brot?
    Was ist denn ihre Einstellung? Ist sie es nicht, die mit ihren Boomer-Freundinnen mehrfach im Monat schön Essen geht, weil sie es kann? Ich vermute nur, aber sie schürt in meinen Augen eine merkwürdige Stimmung zwischen Erzeugern und Verbrauchern, die so nicht vorhanden ist.
    Wohlstand generiert etwas anderes als Not, das ist sowieso eine Gesetzmäßigkeit, eine Binse. Will sie nun Not heraufbeschwören oder Wohlstand schlechtreden? Was will sie mit dem Text erreichen?

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    • Peter sagt

      „Was will sie mit dem Text erreichen?“ Aufmerksamkeit. Darum ist meine persönliche Einordnung, die gleiche wie beim letzten Text …auch wenn das @BW nicht passt.

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    • Stadtmensch sagt

      „Will sie nun Not heraufbeschwören oder Wohlstand schlechtreden? “

      Das Gerede von Frau Lautner erinnert mich stark an das oft unerträgliche Geschwätz bei der „Morgenandacht“. Als Atheist muss ich das oft ertragen, weil irgendjemand die Fernbedienung verlegt hat und ich mit dem Vertilgen von Körnern beschäftigt bin.

      Natürlich gehören zum prallen Leben auch die Bitterkeit, die Trauer und sonstige Schmerzen, aber wenn man schon daran erinnert, könnte man noch eine Ticken weiter gehen und sich über die Gründe von Not und Elend auslassen.

      Flucht aus Ostpreußen, alles kaputt, nix zu Fressen, das war das Ergebnis des damals schon wiederholten Vesuchs, es den Russen mal so richtig zu zeigen. Aus purer Ideologie!

      Und was bahnt sich schon wieder an? https://www.arte.tv/de/videos/094466-000-A/armageddon-evangelikale-und-die-letzte-schlacht/

      Menschen sind vollkommen unzurechnungsfähig! In jeder Hinsicht und die Frau Lakner und allen, die sich hier schon wieder Tod und Verderben wünschen, weil es „uns zu gut geht“, kann ich nur zurufen: Macht was Vernünftiges! Kopfhörer raus und dann mal schön Die Ärtzte mit „Deine Schuld“ auf Ohr…. 😉

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      • Altbauer sagt

        Sehr gutes Zwischenfazit heute, finde ich.

        Die Symptome des „Stadtmenschen“ waren zwar eindeutig aber die Ursache ist nun erst klar:
        Ursache:
        „Die Ärtzte mit „Deine Schuld“ auf Ohr….“

        Die Ärzte und Toten Hosen sind so ziemlich das Dämlichste am Musikhimmel. Nur der superreiche Grönemeyer kann das mit seinen dröhnenden Gewaltaufrufen noch toppen.
        Aber, das Wetter (Grillwetter) ist nicht nur super sondern auch die Nachrichten sind gut – zumindest die eine, dass die Toten Hosen Geschichte sind.

        Also, man darf also nicht an schlechte Zeiten erinnern um vielleicht daraus zu lernen.

        Ich sage nur: baut Biogasanlagen und stellt diese auf keinen Fall ab. Als wir noch AKW hatten, konnte man das anders sehen aber jetzt alles auf Volllast würde ich sagen.
        Ich meine das ernst und nicht zynisch. Ich weiß auch nicht wo ich mit den Kartoffeln in 2025 geblieben wäre. Unterpflügen ist ganz schlecht und das war ein gutes Ventil. 

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Ich sage nur: baut Biogasanlagen und stellt diese auf keinen Fall ab. Als wir noch AKW hatten, konnte man das anders sehen aber jetzt alles auf Volllast würde ich sagen.
          Ich meine das ernst und nicht zynisch. Ich weiß auch nicht wo ich mit den Kartoffeln in 2025 geblieben wäre. Unterpflügen ist ganz schlecht und das war ein gutes Ventil. “

          Geil, dann bauen Sie doch eine oder eine zusätzlich, weiß ja nicht ob Sie die Kartoffeln in die eigene gefahren haben….rechnen Sie mit einer neuen Überproduktion in 2026? Man könnte auch mit weniger Anbau reagieren. Drücke die Daumen!

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          • Altbauer sagt

            Als Altbauer baue ich nix mehr weil ich selber schneller abgeschrieben bin als das Bauobjekt.

            Die Kartoffelkrise 2025 unterscheidet sich von den vorherigen dadurch, dass wir auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig sind, wie mit vielen anderen Gütern. Von Stahl, Chemie bis hin zu Zucker … WIR SIND ZU TEUER!

            Einen Mangel sehe ich bei der Energie. 

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            • Reinhard Seevers sagt

              Kartoffeln für den Weltmarkt? Jo-Snack….investiert gerade Millionen in neue Produktionseinrichtungen.
              https://jo-snack.com/
              Das scheint doch ein Markt zu sein…jedenfalls für einige Wenige. 2025 waren viele Kollegen auf den Zug aufgestiegen, die noch nie in ihrem Leben mit Kartoffeln zu tun hatten. Hier im Kreis sind etliche tausend Tonnen in der Erde geblieben. Ist wie im Spielcasino oder beim Aktienmarkt, mal gewinnt man, mal verliert man. Aber der Weltmarkt ist Schuld an der schlechten Kartoffelvermarktung? Zwinkersmiley.

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              • Altbauer sagt

                Schuld an der schlechten Kartoffelvermarktung? Zwinkersmiley

                Ja unter anderem.
                Pommes- Fabriken in Belgien haben 5statt 7 Tage produziert, weil zu den Kontraktpreisen kein Absatz da war.
                Ein Produktionsausweitung und gute Erträge kam hinzu.

                Du musst wissen, dass hier Profis mitlesen und die werden dich fragen, ob du dumm bist oder einfach nicht weißt wovon du laberst…

                Hättest du geschwiegen, wärst …

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Profis? Zählst du dich dazu?….ich bin mit der Kartoffel aufgewachsen und unser (elterlicher Betrieb) lebt seit 50 Jahren von Kartoffeln. Du bist Ablieferer, hast aber Null-Ahnung von Vermarktung. Also laber nicht so einen Müll.
                  Wenn hier im Nachbarort ein solcher Profi mit 70ha Anbau startet und diese bis Mitte Januar im Boden sitzen, dann ist das ziemlich unprofessionell….aber man kann sich ja auf den bösen Weltmarkt berufen. -Vollprofi-

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                • Arnold Krämer sagt

                  Herr Seevers, bitte etwas ruhiger.
                  Für der Preisverfall bei freier Ware Kartoffeln ist nicht nur die massive vielfach spekulative Anbauausweitung sondern auch der Nachfragerückgang aus Übersee bei Kartoffelprodukten verantwortlich zu machen. Man muss nur in die großen Verarbeiterlaender für Industriekartoffeln, Belgien und Niederlande schauen, die ihre Rohware zu nicht geringen Teilen aus dem Rheinland beziehen.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Lieber Herr Krämer,

                  wenn der gute Altbauer wenigstens mal eine Differenzierung anstatt seiner pauschalen Aussagen vornehmen würde, würde ich nicht so reagieren. Er haut aber ständig allgemeine Parolen raus, die einfach nicht unwidersprochen stehen bleiben dürfen. Was kann ich dafür, dass Leute ihre Kartoffeln auf dem Weltmarkt anbieten. Wird man denn zu einer bestimmten Wirtschaftsweise gezwungen?
                  Man könnte ja auch Ideen entwickeln, wie hier immer wieder von anderen gefordert wird….aber meistens ist das Problem im kommenden Jahr plötzlich ein ganz anderes.
                  Vielleicht sind die Mengen, die von den Profis angebaut wurden im kommenden Jahr evtl. nicht auf dem Markt und alles beruhigt sich wieder….übrigens hatten die belgischen Profis auch 8% mehr Kartoffeln angebaut. Irgendwo wird die nicht absetzbare Menge wohl herkommen.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Leute wie Sie, Herr Seevers und ich sind auf dem Blog, um mit unserem Wissen aufzuklären, in gewisser, aber ganz bescheidener Weise Erwachsenenbildung zu betrieben. Wir bekämpfen niemanden. So ist jedenfalls mein Selbstverständnis.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Der Altbauer ist verantwortlich für Ihre Reaktion? Ist Ihnen bewusst, was Sie da schreiben? Nein, für Ihre Reaktion sind Sie allein verantwortlich.

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                • Altbauer sagt

                  Herr Krämer,
                  Die Leser werden dankbar sein, dass sie wirklich emotionslos und kompetent informieren.

                  Nein, ich bin nicht der Profi – kann aber auch Fehler zugeben wie gestern, wo ich von fiktiven Zahlen im Testbetriebssystem geschrieben habe, sie aber richtig stellen, dass echte Buchführungsergebnisse dahinter stehen. Man schnappt mal irgendwo was auf und glaubt das. In diesem Fall war ein landwirtschaftlicher Gutachter der Ursprung der Ente.
                  Dass die Zahlen aber nicht repräsentativ sind, darüber waren sich ja viele hier einig… und darum ging es ja auch.

                  Zum Kartoffelmarkt möchte ich noch eine unprofessionelle Meinung hinzufügen, dass es noch nie eine Krise bei: Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide, Mais, Zwiebeln?, … gleichzeitig gab!?

                  Wurde die Anbaufläche nicht deshalb bei Kartoffeln so erhöht, weil hohe Pachtkosten keine vernünftige Kultur finden? Bauer sucht Kultur, könnte ein Blogthema sein.

                  Herr Seevers hat ja insofern recht, dass man nie pauschal über Kartoffeln schreiben sollte, wie in den ganzen Monaten auch in den Medien geschehen. Sondern zwischen Speise und Industrie unterscheiden sollte. Bei Speisekartoffeln regional wird es sicher so weiter gehen wie bisher.

                  Ich hoffe das, dann würde ich nämlich auf eine Fläche, die verkehrsmäßig gut liegt, Kartoffeln ab Feld anbieten für 1€ pro Meter Damm für Selbstroder. Auf Vertrauensbasis.
                  Kann schief gehen, is klar. 

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Herr Krämer, Sie reagieren doch ebenfalls auf Geschriebenes, was soll die Belehrung. Jede Antwort ist eine Reaktion auf das vorher Geschriebene. Ist das jetzt Kindergarten hier?

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                • Altbauer sagt

                  Herr Seevers, einfach mal einen oder zwei Gänge runterschalten. Wenn der Landwirtschaftsminister hier mitliest wird der sich freuen, dass sich Bauern gegenseitig beharken, statt die Finger in die Wunden der Fehler der Politik und andere Linksextremisten zu legen.

                  Ich mache mir langsam Sorgen, ober wir das alles noch lange durchhalten mit dem ganzen Ärger der uns bereitet wird. Anthony hat gestern seine Hand unter dem Strahl seiner Pflanzenschutzspritze gehalten und dann abgeleckt um zu beweisen, dass wir nicht die Giftspritzer sind und viele Blogger und Akteure opfern sich sonst wie auf…

                  Ich möchte hier mal ein ganz besonderes Video reinstellen, wo endlich mal einer super zeigt wie wir denken und in Generationen handeln. Es geht nicht nur um Zahlen sondern auch immer um Emotionen auf den Höfen, was viele nicht verstehen.

                  Auch dort ist der Altbauer ein Thema. Wobei wir die Frauen nicht vergessen sollten.

                  Bitte schaut euch das ganz an:

                  https://www.youtube.com/watch?v=lSo3450T4j0

                  

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  12. Daniel Ziegler sagt

    Wer wäre ich, würde ich dem Vater von Anke Lautner seine persönlichen Erfahrungen in Abrede stellen. Man kann sehr viel Leid aus den Zeilen herauslesen, das sich auch in den Geschichten meiner Verwandtschaft widerspiegelt.

    Gleichzeitig (!) denke ich auch an meine Kinder. Sie wollen auch in Jahrzehnten noch etwas zu essen haben. Daher ist mir das Statement „Landwirtschaft hat zuerst eine Pflicht.
    Menschen satt machen.“ zu kurz gegriffen. Im Hinblick auf landwirtschaftliches Arbeiten in der Zukunft sind unsere Landwirt:innen in der Verantwortung, ihre Böden so zu bewirtschaften, dass Lebensmittelproduktion auch für unsere Kinder und Enkelkinder möglich sein wird – ohne in die Trickkiste greifen zu müssen.
    Und das kann man in das Zitat durchaus auch wohlwollend hineininterpretieren doch ist mir der explizite Zusatz wichtig.

    In dieser Frage ziehe ich übrigens keine ideologischen Linien: Es gibt Bio-Landwirte, die ihre Böden misshandeln und konventionelle Landwirte, die ihre Böden auch für künftige Generationen fit halten.

    Landwirtschaft ist kein kurzlebiges Metier. Es braucht Weitsicht. Bitte nach vorne und nicht zu sehr nach hinten.

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    • evonik sagt

      Dem einzelnen Bauern kann man da nicht groß Verantwortung zu schieben. Das ist in erster Linie eine Aufgabe der Forschungs-Institute. Die Politik muß dann entsprechend steuern.

      Es geschieht ja auch schon einiges:

      Winterbegrünung, Fruchtfolgen, Prämierung umweltfreundlicher Maßnahmen, Ausbringungstermine für Gülle,….

      Der Umbau geht leider nicht von heute auf morgen!

      Nachdem die Bio-Landwirtschaft es in 100 Jahren nicht geschafft hat von konventioneller Ware unabhängig zu werden, sollte man da nicht noch länger Geld rein stecken.

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Dem einzelnen Bauern kann man da nicht groß Verantwortung zu schieben. Das ist in erster Linie eine Aufgabe der Forschungs-Institute. Die Politik muß dann entsprechend steuern.“

        🥴🙄🦄🤡……ohne Worte.

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        • evonik sagt

          Da will ich mal die Bauern entlasten um das Image zu verbessern und die Verantwortung dem Staat zuschieben und sofort widerspricht der Hr. Seevers.

          Überprüfen Sie vielleicht mal die Dosierung Ihres Blut-Verdünners.

      • Altbauer sagt

        Evonik: „Winterbegrünung, Fruchtfolgen, Prämierung umweltfreundlicher Maßnahmen, Ausbringungstermine für Gülle,….

        Der Umbau geht leider nicht von heute auf morgen!“

        Einspruch euer Ehren

        Wenn man so redet, glauben immer Leute, dass was reguliert und umgebaut werden muss. Das ist grundfalsch.
        Die Privatwirtschaft hat grandiose Ertragssteigerungen durch Zucht und Pflanzenschutz vorzuweisen, was letztendlich viele Menschen vor dem Hungertod bewahrt.

        War gerade auf einem Feldtag nach langer Pause, und es ist hochinteressant wie die „bösen großen Agrarkonzerne“ im Einklang mit der Natur beraten. Hauptthema ist aktuell Resistenzvermeidung und Bekämpfung.
        Natürlich fallen uns hier Fehler aus der Vergangenheit auf die Füße aber es brauch keine Regulierung.

        Wann wird endlich begriffen, dass die Gefahren vom Staat aus gehen und nicht von der Wirtschaft? Welche Beweise braucht ihr noch?

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        • Rathje Clasen sagt

          Eigeninitiative aus Eigeninteresse bringt uns voran.
          Mit der Muttermilch aufgesogen , habe ich das Thema Humusaufbau , weil es auf unseren schwachen Böden Grundvoraussetzung für eine nachhaltige, wirtschaftliche Landwirtschaft ist .
          Seit 2019 versuchen wir Biostimulanzien auf Basis Humin und Folsäure , um Wurzelwerk zu stimulieren .( Bauer Willy hat diese Huminsäuren von Natur aus in seinen Schokoladenböden).
          Selbstgebrauten Komposttee haben wir schon eingesetzt, um die Bodenbiologie zu steuern.

          Mittlerweile springt die Pflanzenschutzindustrie auf diesen Zug auf , und bietet entsprechende Produkte auf Basis Huminsäuren , Algen usw. an.
          Dieser Weg ist der richtige Weg , aber langwierig, so meine Erkenntnis.

          Und die Politik?
          Die wird diesen Weg in 10 -20 Jahren wohlwollend unterstützen , nachdem unsere Agrarprofessoren das alles nach 10 jährigen Untersuchungen genauso sehen.

          Der frühe Vogel fängt den Wurm !!

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die dummen Bauern haben in Jahrhunderten ohne Einmischung politischer Akteure geschafft, den anthropogenen Plaggeneschboden aufzubauen. Wie konnte das nur funktionieren, ganz ohne Vorschriften?🤗

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            • Stadtmensch sagt

              „ohne Einmischung politischer Akteure“

              Stelle mir gerade vor, wie ein Geschwader von Ladern und Mulden bei Willi vorfährt und etwas Boden abträgt, um damit andernorts die Bodenpunkte zu verbessern.

          • Stadtmensch sagt

            Wenn ich Bauer wäre, würde ich es genauso machen. Nur das mit dem frühen Vogel wird wohl nichts werden. Wie will man methodisch mit „trail and error“ gegen ein Labor der Pflanzenschutzindustrie bestehen?
            Naja, so kann man das auch wieder nicht sehen.
            Es wird wie immer so ein arbeitsteiliges Weiterwursteln mit theoretisch großartigen Möglichkeiten werden, bei dem dann wieder vieles Wünschenswerte nicht umsetzbar ist.
            Vielleicht können Bauern ihre Erkenntnisse und Erfahrungen auch mit einer Art „Creative Commons Lizenz“ registrieren lassen und es entwickelt sich so ein Gespinst aus Förderung durch Industrie und hobbymäßigem Arbeiten wie teilweise in der Softwareentwicklung?

            Hab gerade mal kurz recherchiert, wie so der Wissenstausch bei Biostimulanzien aktuell läuft… Da geht ja eine Welt auf….

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            • Rathje Clasen sagt

              Stadtmensch, Bedenke bitte , wir leben in Deutschland, abgekoppelt vom Rest der Welt.
              Biostimulanzien sind in regenarmen Regionen mit schwachen Böden auf diesem Planeten gängige Praxis.
              Ob Eigenkreationen oder über Industrie.

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          • evonik sagt

            Und die Politik?
            Die wird diesen Weg in 10 -20 Jahren wohlwollend unterstützen ,

            Das wird aber wohl kaum sachliche Gründe haben, sondern unsere Dämmergraden werden versuchen sich durch Anpassung an der Macht zu halten.

  13. Rathje Clasen sagt

    Landwirtschaft hat noch eine 2 Pflicht.
    Nämlich das man auch als Landwirt satt wird.
    Sonst gibt es sie irgendwann nicht mehr.

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    • Inga sagt

      ja,
      das darf die Volkswirtschaft nicht vergessen,
      und auch nicht, dass sie wichtige Landschaftspflege betreibt.

      Ja, und sie hat dafür zu sorgen, das die Landwirte, die ein wichtiges Stützbein der Vokswirtschaft bedieben nicht sozial benachteiligt werden, bei ihren facettenreichen Aufgaben.

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  14. Ludwig sagt

    Wir sind eine überwiegend moralischideologisierte Gesellschaft die sich von vielen Realitäten verabschiedet hat. Der Beruf dient nur noch zum Leben , aber das Leben beginnt erst in der Freizeit mit Urlaub oder anderen Aktivitäten . Einsatz im Beruf damit der Laden läuft findet immer weniger statt. Das konnten wir Rübenbauern in den letzten Jahren bei unseren Zuckerfabriken sehen, die durch mangelnde Pflege und Instandhaltung des öfteren
    zum Ausfall gebracht worden sind. Es reicht eben nicht nicht nur im Leitstand auf die Bildschirme zu schauen , sondern regelmäßig auch mal eine Runde um die Aggregate, die man kontrolliert , mal zu laufen und zu hören. Auch nach der Kampagne alles wieder richtig in Schuß zu bringen , statt es einfach LAUFEN zu lassen. Wir müßen wieder lernen Einsatz und Wertschätzung zu zeigen und zu leben, aber das ist ja unkuhl.Mit diesem Verhalten geht natürlich auch nach und nach unser Wohlstand den Bach runter, aber dann ist es keiner gewesen. Es fehlt heute bei vielen Mitmenschen das „Brennen“ für den Beruf. Das ist aber bei uns Bauern vorhanden und man ist bereit sogar dafür bei Mehrarbeit und weniger Einkommen diesen Beruf zu Leben. Erst in der Not werden die Mitmenschen begreifen , daß es nicht der Urlaub ist der uns ernährt , sondern die Arbeit die uns das Brot bringt.

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  15. Altbauer sagt

    Der zitierte alte Mann hat 100% recht und es ist alles richtig.

    Die Frage, welche Schlussfolgerungen man ziehen sollte, ist die spannende Frage.
    Bio interessiert mich nicht und stört mich auch nicht. Als Klimawandelleugner ist es mir auch egal, dass Bio-Bauern Unmengen Diesel verballern obwohl es mit Chemie einfacher geht.

    Der Kauf von Bio wird nicht immer eine Preisfrage sein. Bio ist hoch subventioniert und wir hatten in der jüngsten Vergangenheit Phasen, wo Biomilch preiswerter war als Konvi.

    Gequirlte Schei.. ist, dass angeblich der „LEH Bio auf Konvi drückt und eine politische Unterstützung für Marktkonzentration“ sind Hirngespinste von Dauerpostern mit Konzentrationsproblemen.

    Zur Sachaufklärung wichtig, dass Bio nicht auf Konvi „gedrückt“ werden kann sondern das wäre eine „auf dem Podest Hebung“, weil Konventionell sicherer ist im Sinne des Verbraucherschutzes.
    Einfach auf „Lebensmittelwarnung . de gehen und feststellen, dass vor Bio häufiger gewarnt wird. 

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Gequirlte Schei.. ist, dass angeblich der „LEH Bio auf Konvi drückt und eine politische Unterstützung für Marktkonzentration“ sind Hirngespinste von Dauerpostern mit Konzentrationsproblemen.“

      Na, dann warten wir doch ab, bis Aldi -Nord und Aldi -Süd fusioniert die Bioschiene aufmischen. Danach können wir ja wieder über gequirlte Sche… reden.🤗

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  16. Reinhard Seevers sagt

    In der Realität ist inzwischen eine andere Ebene des Diskurses erreicht, als die der gegenseitigen Vorwurfsrhetorik.
    Der LEH versucht Bio auf Konvi-Niveau zu drücken, um möglichst viele Kunden zu halten bei gleichzeitiger politischer Unterstützung zur Marktkonzentration.
    Erzeuger werden nicht weiter einsteigen, vorh. werden wachsen, Rest kommt aus dem Ausland.
    Der Kunde schaut auf den Preis und erwischt automatisch Bio und gleichzeitig konvi-Ware…..
    Die Polarisierung ist vorbei, allein es zählt der Euro auf allen Seiten.
    Deshalb ist der obige Text in meinen Augen eine antiquierte Sichtweise.

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    • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

      Bio hat sehr viel mit Lifestyle zu tun. Da geht es nur darum als modern zu gelten. Alles andere wird untergeordnet. Der Text ist keinesfalls antiquiert, dieser Text ist voll aktuell.

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  17. Ex-Baumschuler sagt

    Ich finde ja sowieso, ein gutes Brot sollte nicht mehr kosten als ein Hähnchen.

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  18. Angelika Halama sagt

    Momentan beschäftige ich mich mit Ostpreußen im 1. und 2. Weltkrieg. Kürzlich habe ich das Buch „Eine lange Flucht aus Ostpreußen“ von Gunter Nitsch gelesen. Der war 1945 sieben Jahre alt. Darin kann man erfahren, wie ein Leben ohne verfügbare Lebensmittel verlief. Von den anderen Lebensumständen ganz zu schweigen.

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