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Aktuell: Lebensmittelpreise steigen wegen Iran-Krieg sprunghaft an

Wie der Verband der deutschen Bauern (VDB) in seiner Pressekonferenz vom 3.3.2026 mitteilt, sehen sich die deutschen Bauern gezwungen, die Preise für ihre Produkte deutlich zu erhöhen. Folgende Basispreise gelten ab dem 6. März: Raps:           600 €/t Weizen:      250 €/t Kartoffeln:  40 €/dt Zuckerrüben: 60 €/t Schweinefleisch: 2,50 € kg SG Milch:    0,65 €/l (Biomilch + 20 Cent) Diese Preissteigerungen sind notwendig geworden, weil durch den Krieg im Iran nicht nur Diesel und Düngemittel deutlich teurer geworden sind, sondern auch weitere Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Logistik. Da damit zu rechnen ist, dass auch Pflanzenschutzmittel teurer werden, darf die Liquidität der Betriebe nicht über Gebühr strapaziert werden. Was die Forderungen an die Politik angeht, schließen sich die Landwirte den Aussagen des Geschäftsführer des BVE, Christoph Minhoff an. https://www.bild.de/politik/inland/preis-knall-wegen-iran-krieg-lebensmittel-industriewarnt-vor-kosten-tsunami-69a6dfb9674e1629a77d1e82? Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören war, wollen die Mitglieder des BVE (u.a. Nestle, Coca-Cola, Ferrero, Haribo etc.) einen Teil der Preissteigerung für verarbeitete Lebensmittel durch Verzicht auf die Gewinnmarge auffangen. Zitat eines Mitgliedes des BVE: „Wir haben …

„Neue genomische Techniken“ – ein wissenschaftliches Interview

Das folgende Interview hat Ludger Wess mit Prof. Dr. Andreas Weber von der Uni Düsseldorf geführt.  Der Artikel ist zuerst in der Zeitschrift „Cicero“ erschienen. Ich darf ihn dankenswerterweise im Original auch bei mir veröffentlichen. https://www.cicero.de/wirtschaft/neuregelung-der-neuen-genomischen-techniken-in-der-pflanzenzucht-durch-die-eu-die-neuen-regeln-konnten-eine-welle-von-innovationen-auslosen Interview Prof. Dr. Andreas Weber zur Neuregelung der neuen genomischen Techniken in der Pflanzenzucht durch die EU Als vor mehr als 20 Jahren die Gentechnikrichtlinie der EU verabschiedet wurde, gab es Züchtungstechnologien wie Gene Editing noch nicht. Diese neuen genomischen Technologien, NGT genannt, können sehr elegant Veränderungen in einer Pflanze hervorrufen, die von einer natürlichen Veränderung nicht zu unterscheiden sind und daher auch kein besonderes Risiko darstellen. Doch im Juli 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass auch solche Pflanzen unter die geltende Gentechnik-Gesetzgebung fallen – selbst wenn keine neuen Gene eingeführt werden und selbst dann, wenn die gleiche Veränderung auch zufällig in der Natur oder durch traditionelle Züchtung hätte entstehen können. Das Urteil bedeutete ein De-facto-Verbot für diese Pflanzen. Damit wurde klar, dass eine Anpassung der veralteten EU-Gentechnik-Regeln an die neusten Entwicklungen notwendig war. Nach langem Zögern, vielen Gutachten, …

Bio boomt – aber die Bauern machen nicht mit

In der Presse der letzten Wochen wird immer wieder angeführt, dass sich der Markt für Bio-Lebensmittel deutlich im Aufschwung befindet. Von einem Umsatzplus zwischen 7 und 10% ist die Rede. Somit erreichte er einen Jahresumsatz von rund 18 Milliarden. Zum Vergleich: der Umsatz 2024 des stationären Lebensmitteleinzelhandels wird mit rund 210 Mrd. angegeben. Diese Zahlen gelten aber nur für den Umsatz im Laden. Auf der Seite der landwirtschaftlichen Erzeuger ist festzustellen, dass kaum neue Betriebe hinzukommen. Die Zahl derjenigen, die mit Bio aufhören und die neu einsteigen hält sich halbwegs die Waage. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bioprodukte-boomen-mit-Milliardenumsatz-id30346139.html https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/landwirtschaft-bio-kraeftig-im-plus-aber-nicht-auf-den-feldern-01/100187126.html Nicht neu sind die Aussagen seitens des Verbandes und der Politik: „Forderung an die Politik Die BÖLW-Chefin verlangte klare Signale aus der Politik, um das 30-Prozent-Bio-Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie zu verankern. Der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer müsse sich dafür in Brüssel einsetzen, dass die EU-Agrarpolitik die Bezahlung der Umweltleistungen des Ökolandbaus in den Fokus nimmt. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) forderte Landwirte zur Umstellung auf Bioerzeugung auf. Die Ministerin sagte, die Chancen für Unternehmen, die eine Umstellung planen, seien so gut …

Gespräch eines Veganers mit einem Bauern

Ein Netzfund (nur so für zwischendurch) Aktivist: „Vegan zu leben wird den Planeten retten.“ Bauer: „Vegan zu leben bedeutet, mehr Lebensmittel aus industriellen Monokulturen zu importieren.“ Aktivist: „Aber die lokale Rindfleischproduktion verbraucht zu viel Land.“ Bauer: „Auf diesem Land wächst nichts anderes.“ Aktivist: „Dann lasst es doch einfach wild.“ Bauer: „Es wurde jahrtausendelang von wilden Wiederkäuern beweidet.“ Aktivist: „Rinder sind nicht wild.“ Bauer: „Die Rinder machen das, was die wilden Auerochsen gemacht haben.“ Aktivist: „Aber das Methan.“ Bauer: „War schon immer Teil des Ökosystems.“ Aktivist: „Wir müssen die Tierhaltung reduzieren.“ Bauer: „Und was baut man an diesem felsigen Hang an?“ Aktivist: „Etwas Nachhaltiges.“ Bauer: „Gras ist nachhaltig. Deshalb wächst es hier.“

Wollen ja, können nein – warum wir uns anders ernähren

Eine Studie der Techniker-Krankenkasse hat sich mit den Ernährungsgewohnheiten der Deutschen beschäftigt und kommt zu dem „überraschenden“ Ergebnis, dass Aussage und Verhalten auseinanderklafft. https://rp-online.de/panorama/deutschland/deutsche-wollen-gesund-essen-sie-scheitern-aber-am-alltag_vid-110370907 Hier ein Auszug: „Für 92 % ist Gesundheit einer der wichtigsten Aspekte beim Essen. Aber weniger als zwei Drittel der Befragten essen täglich Obst oder Gemüse. Bei den 18-39-Jährigen greift nicht mal die Hälfte (49 %) täglich in die Obstschale. Mehr als jeder Dritte nascht oft nebenbei Chips, Schokolade oder Ähnliches.“ Was für mich immer wieder erstaunlich ist: wir belügen uns selbst. Warum? Vermutlich, weil man sich gerne die sozial erwünschte Antwort zurechtlegt. Was die Studie auch sagt: 2% der Deutschen ernährt sich vegetarisch, 1% vegan. Die öffentliche Wahrnehmung ist eine völlig andere: da wird -gefühlt – jeden Tag behauptet, dass man ja neuerdings ja auf Fleisch verzichtet… oder zumindest weniger konsumiert. Die Zahlen dazu findet ihr auch im Artikel.

Was schafft wirklich Vertrauen?

Anke Lautner habe ich auf LinkedIn entdeckt. Sie schreibt Texte zum Nachdenken. So zum Beispiel über das Mindesthaltbarkeitsdatum von Ur-Salz, das Millionen Jahre alt ist. Und warum wir an solche Zahlen glauben. https://www.linkedin.com/in/anke-lautner-51447b34b/ Es lohnt sich, Anke Lautner zu folgen: Ur-Salz Millionen Jahre alt. Mindesthaltbar bis 2028. Ursalz. Hat Eiszeiten überlebt. Kontinentalverschiebungen. Komplette Ökosysteme, die kamen und gingen. Und jetzt braucht es ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Nicht, weil Salz schlecht wird. Sondern weil du dich sonst nicht sicher fühlst. Weil ein Datum beruhigt. Ein Stempel Vertrauen schafft. Und Bürokratie das Gefühl gibt, jemand hätte alles im Griff. Willkommen in derselben Gesellschaft, die Landwirten erklärt, wie Natur funktioniert. Wir reden hier über ein Mineral. Kein Protein. Kein frisches Lebensmittel. Kein biologischer Prozess. Und trotzdem: Ohne Datum → Panik. Ohne Aufdruck → Misstrauen. Ohne Kontrolle → Angst. Genau diese Denkweise zerstört jede ehrliche Diskussion über Landwirtschaft. Ihr wollt: Null Risiko. Null Rückstände. Null Insekten. Null Pilze. Null Wetter. Aber bitte: volle Regale. immer verfügbar. billig. regional. bio. und emotional beruhigend gelabelt. So wie das „abgelaufene“ Ursalz. Das Problem ist …

… aber fair?

Am Mittwoch vergangener Woche bin ich von der Redaktion von „Hart aber fair“ angefragt worden, ob ich am kommenden Montag in die Sendung kommen wollte. Sie hätten meinen Blog gesehen und würden mich gerne als „Stimme der Landwirtschaft“ dabei haben. Es soll um das Thema „Zuckersteuer“ und „Werbeverbot für Zucker“ gehen. So die Aussage am Mittwoch. Ich habe zugesagt. Hätte ich abgesagt, wäre es fraglich gewesen, ob die Landwirtschaft dort vertreten gewesen wäre. https://presse.wdr.de/plounge/pressetermine/2026/02/20260223_hart_aber_fair.html Am Donnerstag abend erhielt ich die Nachricht, dass man meine Einladung zurückziehen müsste. Nach telefonischer Auskunft wurde mir gesagt, dass man den Schwerpunkt der Sendung auf den medizinischen Aspekt legen würde. Wenn man sich die Liste der Teilnehmer ansieht, so ist es nicht schwer zu erraten, wer sich gegen Zucker, für eine Zuckersteuer und eventuell auch ein Werbeverbot für Zucker aussprechen wird. Lauterbach: gegen Zucker Hirschhausen: gegen Zucker Foodwatch: gegen Zucker Neutral oder pro Zucker: Vertreter Fritz-Cola: Zucker ist wichtig, aber es geht auch mit Süßstoff Nicole Büttner (FDP, Generalsekretärin) Es tut mir leid, aber mir ist Nicole Büttner völlig unbekannt. …

Mit Zahlen Angst machen

Jeder von Ihnen hat schon mal das Beispiel gehört, dass unsere Labore in der Lage sind, einen Zuckerwürfel im Bodensee nachzuweisen. Über dieses Stadium sind wir mittlerweile weit hinaus. Heutige Labore messen fast schon standardmäßig in Bereich von ppq = parts per quadrillion. Wie sind die Einheiten und wie kann man das landwirtschaftlich vergleichen? ppm =  parts per million =1 Roggenkorn in 40 kg Weizen ppb = parts per billion = 1 Roggenkorn in 40 Tonnen Weizen ppt = parts per trillion = 1 Roggenkorn in 40.000 Tonnen Weizen ppq = parte per quadrillion = 1 Roggenkorn in 40.000.000 Tonnen Weizen Würde man diese 40.0000.000 Tonnen Weizen (das ist etwa die gesamte Getreideernte Deutschlands) auf LKW´s laden, wären die 1.600.000 Lastwagen. Wenn man diese hintereinander aufstellt, ergäbe dies eine Schlange von 26.400 Kilometer. (Der Erdumfang am Äquator beträgt 40.075 km)  Der Zuckerwürfel im Bodensee entspricht in etwa einem ppt, also 1 Roggenkorn in 40.000 t Weizen. Wenn Sie demnächst in den Medien lesen dass man diesen oder jenen Stoff in etwas gefunden hat, fragen Sie …

Chinas Landwirtschaft: kein schlafender Riese mehr

Seit 1975 hat Chinas Landwirtschaft einen tiefgreifenden Wandel durchgemacht, der von bahnbrechenden Reformen, massivem Bevölkerungswachstum und dem Streben nach Ernährungssicherheit in einer sich wandelnden Welt geprägt war. Die Entwicklung spiegelt den rasanten Aufstieg des Landes von einer vorwiegend ländlichen Gesellschaft zu einer globalen Wirtschaftsmacht wider. Die Ära der Reformen Die Wende in der chinesischen Landwirtschaft begann mit den umfassenden Agrarreformen, die Ende der 1970er Jahre eingeleitet wurden. Das sogenannte „Haushaltsverantwortungssystem“ ersetzte die ineffizienten Volkskommunen. Dies ermöglichte es den Bauern, Land zu pachten, ihre Produktion autonom zu gestalten und Überschüsse auf dem freien Markt zu verkaufen, nachdem staatliche Quoten erfüllt waren. Produktionsboom: Diese Liberalisierung führte zu einem Rekordwachstum bei der Getreide- und Fleischproduktion und half, die chronischen Nahrungsmittelengpässe der Vergangenheit zu überwinden. Armutsbekämpfung: Millionen von Menschen, insbesondere in ländlichen Gebieten, konnten der extremen Armut entkommen, und die allgemeine Ernährungslage im Land verbesserte sich drastisch. Die rasante Steigerung der Einkommen finden Sie hier: https://www.ceicdata.com/de/indicator/china/monthly-earnings Beschäftigungsstruktur: Begleitet wurden diese Reformen von einem massiven Rückgang des Anteils der in der Landwirtschaft tätigen Personen an der Gesamterwerbstätigkeit. In den 1970er Jahren …

Eine unseriöse Aussage…

Wenn man Halbwahrheiten erzählt, kann das oft schlimmer sein als eine Lüge. Besonders schlimm wir es, wenn man Fakten dazu mißbraucht, sie zu postulieren, ohne sie in einen logischen Zusammenhang zu stellen. Frau Paulus, Abgeordnete der Grünen im Europa-Parlament hat dies kürzlich getan. Hier ihre Aussagen: https://www.linkedin.com/posts/jutta-paulus-330b53a0_wasseristleben-missionnaturretten-d%C3%BCrre-activity-7328290515689390080-onNh/? In einer aktuellen Debatte im Europäischen Parlament mahnte sie zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit Wasserressourcen. Das massive Abpumpen von Grundwasser verändere die Massenverteilung unseres Planeten so stark, dass sich die Erdachse verschiebt. Die Wissenschaft hinter der Behauptung Die Erde ist ein rotierender Körper, dessen Stabilität von der Verteilung seiner Masse abhängt. Jutta Paulus stützte sich bei ihrer Aussage auf eine Studie, die im Fachmagazin Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. Forscher fanden heraus, dass die Menschheit zwischen 1993 und 2010 schätzungsweise 2.150 Gigatonnen Grundwasser aus dem Boden gepumpt hat. Dieses Wasser landet letztlich in den Ozeanen, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels geführt hat. Laut dem koreanischen Forscherteam um 6,24 mm. Ja, Millimeter, nicht Zentimeter Weiteres Ergebnis: Die Erdachse hat sich allein durch die Grundwasserentnahme in den untersuchten 17 …