Anke Lautner habe ich auf LinkedIn entdeckt. Sie schreibt Texte zum Nachdenken. So zum Beispiel über das Mindesthaltbarkeitsdatum von Ur-Salz, das Millionen Jahre alt ist. Und warum wir an solche Zahlen glauben.
https://www.linkedin.com/in/anke-lautner-51447b34b/
Es lohnt sich, Anke Lautner zu folgen:
Ur-Salz
Millionen Jahre alt. Mindesthaltbar bis 2028.
Ursalz. Hat Eiszeiten überlebt.
Kontinentalverschiebungen.
Komplette Ökosysteme, die kamen und gingen.
Und jetzt braucht es ein Mindesthaltbarkeitsdatum.
Nicht, weil Salz schlecht wird.
Sondern weil du dich sonst nicht sicher fühlst.
Weil ein Datum beruhigt.
Ein Stempel Vertrauen schafft.
Und Bürokratie das Gefühl gibt, jemand hätte alles im Griff.
Willkommen in derselben Gesellschaft,
die Landwirten erklärt, wie Natur funktioniert.
Wir reden hier über ein Mineral.
Kein Protein.
Kein frisches Lebensmittel.
Kein biologischer Prozess.
Und trotzdem:
Ohne Datum → Panik.
Ohne Aufdruck → Misstrauen.
Ohne Kontrolle → Angst.
Genau diese Denkweise zerstört jede ehrliche Diskussion über Landwirtschaft.
Ihr wollt:
Null Risiko.
Null Rückstände.
Null Insekten.
Null Pilze.
Null Wetter.
Aber bitte:
volle Regale.
immer verfügbar.
billig.
regional.
bio.
und emotional beruhigend gelabelt.
So wie das „abgelaufene“ Ursalz.
Das Problem ist nicht das Datum auf der Packung.
Das Problem ist das Datum in euren Köpfen.
Ihr vertraut lieber Papier als Prozessen.
Lieber Stempeln als Verständnis.
Lieber Skandal-Schlagzeilen als Agrarwissenschaft.
Landwirtschaft ist für euch kein System.
Sie ist Kulisse für eine Moralinszenierung.
Wenn euch eine Zahl auf einer Millionen-Jahre-Packung beruhigt –
wie viel eurer „Landwirtschaftskritik“ ist dann eigentlich nur Theater?
Ihr fordert „Zurück zur Natur“.
Seid aber überfordert von einem Naturprodukt,
das kein Ablaufdatum bräuchte.
Vielleicht ist nicht die Landwirtschaft das Problem.
Vielleicht ist es euer Verhältnis zu Risiko, Realität und Verantwortung.
Wer bei Salz ein Datum braucht,
wird echte Landwirtschaft nie aushalten.
Zu viel Unkontrollierbares.
Zu wenig Aufdruck.
Zu viel Wahrheit.


Wir leben in einer Zeit der Vollkaskomentalität. Jedes Lebensrisiko wird auf die Gesellschaft übertragen. Insofern haben wir die Einstellung der DDR zur Regelung der Lebensumstände ihrer Bürger übernommen. Läuft dennoch etwas schief, wird auf Deubel komm raus geklagt. Die USA sind da ein abschreckendes Beispiel. Welcher Unternehmer sollte da noch ein Risiko eingehen wollen? MHD bedeutet lediglich Mindesthaltbarkeitsdatum. Darüber hinaus kommt die Sensorik zum Tragen; sofern es die noch gibt. Falls nicht, wird das Ursalz einfach im Winter als Streusalz verwendet und für die Küche eine neue Packung gekauft.
btw: QS und alle anderen „Qualitätssicherungskonzepte“, sind auch nur eine Bankrotterklärung für sichere Produktionsabläufe in der Landwirtschaft.
Menschen, die sich dieses Ursalz kaufen sind von vornherein eine etwas merkwürdige Spezies. W.arum muss ich so etwas kaufen? Ich denke diese Menschen sind schon spirituell speziell. 🥴
Hab gerade nachgesehen…..auf der Jodsalz-Packung vom REWE steht kein MHD……sollen wir heimlich vergiftet werden?😯
Sichere Produktionsabläufe und Sanktion bei Regelverstössen und Zertifizierung sind auch oft die wichtigsten Einnahmequellen unserer Brancheneigen Verbände. Von unseren Mitgliedsbeiträgen können die meisten nicht mehr existieren darum gibt es viele weitere Geschäftsfelder unserer
„Branchenvertrentenden Verbände“
Mir reichte damals IP als QS bzw. EUREP GAP eingefordert wurde habe ich die Tafelobstproduktion aufgegeben. Im Weinbau geht es noch ohne.
Ich glaube wir würden in unseren eigenen Verbänden auch einen finden welcher das naturbelassene, unverarbeite Ursalz
Als sicher produziert Zertifizieren würde, auch wenn es nur bürokratisch veredelt wäre aber damit Geld zu machen wäre
Was die USA angeht: Man muß da berücksichtigen, daß die juristische Tradition eine andere ist.
Vereinfacht dargestellt: In Europa werden von vorneherein in großem Umfang sehr detaillierte Vorschriften erstellt (die EU läßt grüßen), die automatisch greifen und vor Gericht landen dann „nur“ noch die Interpretationsspielräume und verbliebenen Unklarheiten.
In den USA darf man außerhalb eines vergleichsweisen kleinen Grundstocks von Regeln tendenziell erst einmal machen, was man will. Wenn das jemandem nicht paßt und man sich nicht individuell einigen kann, geht es halt vor Gericht. Der Richter trifft dann eine Einzelfallentscheidung, die aber für zukünftige ähnliche Fälle in den „Kanon“ aufgenommen wird.
Indiz: MHD heißt, daß der Produzent gewährleisten muß, daß das Produkt bis zu diesem Datum (bei Einhaltung der entsprechenden sonstigen Regeln bzgl. Kühlkette etc.) in Ordnung ist und er ansonsten haftet.
Im Englischen heißt es aber „Best before“ – ohne juristische Verpflichtung.
Eine Losnummer auf auf dem Etikett und ein MHD auf abgepackten Lebensmitteln mach meinen Erfahrungen nach schon Sinn, aber bei diesen Salz könnte ich mir auch ein mehrjähriges MDH vorstellen.
Anscheindend will sich dieser Hersteller bzw. Abfüller sich 200 % ig rechtlich absichern.
Dazu sollte er aber auch auf dem Etikett vermerken : Nach Anbruch der Packung Inhalt innerhalb von 4 Wochen Aufbrauchen. was natürlich auch für sein Geschäft von Vorteil wäre.
Der Aufdruck wegen möglichen Spuren von Gluten, Sellerie und Senf ist zwar nicht so vertrauenserweckend und ist gesetzlich auch nicht vorgeschrieben aber für Betroffene
mit einer Glutenunverträglichkeit oder gar Zölliakie wie bei meiner Tochter kann dieser Hinweis sehr wichtig sein. Er schließt den Hersteller von jeglichen Haftungsrisiko aus
bei einer minimalen Verunreinigung und deren eventuellen Folgen für Personen mit so
einer Autoimunkrankheit.
Durch die Krankheit meiner Tochter und auch Arbeit mit Spirituosen und Wein sowie
Umgang mit PSM Drausen im Anbau würde ich meine Haftung trotz größter Sorgfalt ebenfalls begrenzen wollen und entsprechende Angaben auf der Verpackung machen wollen sofern sie erlaubt und nicht abschreckend sind. Beim Wein werden wir dazu vom Gesetzgeber verpflichtet, aber leider mehr als uns lieb ist. Der einzige Abwehrerfolg war das wir nicht die ganzen Flache mit Inhaltsangaben zukleben mussten und alles in eine QR code Packen durften aber siehe ohne MHD, was beim Wein eigentlich kein Problem sein sollte, da der Jahrgang draufsteht und es noch genügend kulturelle Anlässe gibt um ihn geniesen zu können ohne ihn verderben zu lassen.
Kleiner Tipp vom Fachmann: ein Gläschen Wein kann bei der Verdauung von einseitiger Berichserstattung im ÖRR Fernsehen öfters mal förderlich sein.
Nach der gestrigen Sendung zum gestrigen Beitrag um die Zuckersteuer, komme ich zu
der Erkenntniss das wir Erzeuger nicht länger Haften sollten als erforderlich.
Warum sollte ich für millionenjahre altes Salz welches ich verkaufe haften, worauf ich ja gar keinen Einfluss hatte, wenn der gestrige ehemalige Minister für seine Taten seiner letzten Amtsperiode bzw. 5 Jahre seit Corona nicht haftet ? und dieser uns weiterhin erzählen will was alles für uns ungesund ist und womöglich uns demmächst als WHO Chef zu noch mehr Impfungen und Verzichte zwingt. Die Befugnisse hat die WHO leider schon vom Bundestag hierzu. Er kann uns sicher bald erklären welche Gefahren an Viren,
bakterien DNA im Ursalz ähnlich wie im Permafrost lauern.
Wer will den noch da als vorrausschauender Unternehmer in der Lebensmittel bzw. Agrarbranche noch unnötig Haftung übernehmen ?
Es ist nicht ganz fair, aus der Sicht des Landwirtes über das Bürokratiebedürfnis der KonsumentenInnen zu spotten.
Als Bauer überblickt man sein Unternehmen und die Prozesse, die darin ablaufen.
Für den Konsumenten ist das weit weg, er fühlt sich etwas ausgeliefert, was er nicht überblicken kann.
Der Gap zwischen LW und Konsument ist einfach zu groß geworden.
Mei, hätt sie mal jemand gefragt, der sich auskennt.
Allgemeine Regel: Lebensmittel und Arzneimittel müssen mit Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verfalldatum gekennzeichnet werden. Evt. unterschiedlichen Laufzeiten je nach nachgewiesener Haltbarkeit bzw. bei Arzneimitteln und evt. auch begrenzt je Darreichungsform z.B. Salben/Cremes max. 3 Jahre. Alles andere 5 Jahre. Bei Lebensmitteln dürfte das ähnlich sein.
Jetzt hätte der Gesetzgeber im Sinne von St. Bürokratius natürlich (sinnvolle) Sonderregeln verfassen können für die 1001 Stoffe, für die solche sinnvoll sind. Hat er nicht, es sollte möglichst einfach bleiben.
Andernfalls würde sich der obige Artikel vermutlich über die 1001 Sonderregeln aufregen.
Wie man’s macht ist es verkehrt.
Oder auch: irgendwas ist immer
„Die“ will gerne Geschäftsführer beraten und damit Einkommen generieren, ohne wirklich selbst zu arbeiten…damit kann „die“ schreiben, was sie will…auch den größten Sch. .
Alle Produkte, die auf einem Wochenmarkt frisch gekauft werden, unterliegen dem gesunden Menschenverstand……ohne MHD. Ist doch komisch,oder? 😁
hauptsache was gemeckert
frisch – gut
unverpackt – ah ja
also doch eine Sonderegel
du kannst es ja mal mit Kochsalz unverpackt und frisch versuchen.
Geht mutmasslich ohne MHD.
@Peter
Auch Sie dürfen gerne jeden Sch… schreiben. Was Sie hier ja unter Beweis gestellt haben…😏
@Peter
Kann es sein, dass du ….
Nein bist du nicht. Dein Gedankengang ist gar nicht so dumm und die Wahrscheinlichkeit, dass jemand heute nicht mehr arbeiten will und lieber andere berät, wie sie zu arbeiten haben, ist hoch.
Du solltest lernen zu argumentieren und nicht nur zu beleidigen. Wenn du was zu der Autorin was recherchiert hast, dann raus damit. Ich mache mir die Arbeit nicht.
Der Beitrag oben ist nicht zu Ende gedacht und wurde auch mehrfach belegt. Besonders hervorzuheben Uwe.
Wünschen wir der Autorin beim nächsten mal mehr Glück und Erfolg im Beruf. Wenn ihre Tätigkeit nachgefragt wird, hat sie auch eine Berechtigung.
wie wäre es,
wenn man als Ottonormalverbraucher seine Chemiekenntnisse aus der Schule wieder hervorholt.
Es gibt nicht nur das UrSalz mit MHD. Was totaler Quatsch ist. Auch in der Pharmazie gibt es diverse Produkte mit MHD. Schiefer zum Beispiel bzw dessen Produkt (Ammoniumbituminosulfonat (sulfoniertes Schieferöl), meist in Konzentrationen von 10%, 20% oder 50%.) Zugsalbe! Ein weiteres Beispiel wäre Kaisernatron.
Das einzige Problem was ich mit dem Ursalz habe, dass es nicht mit Jod angereichert wurde.
Das einzige was mir noch Hoffnung macht ist die KI, wenn schon nicht das Menschliche Gehirn dazu beiträgt.
moin das ist ja mal sehr interessant und gut geschrieben! ich würde sagen Politiker bräuchten ein Ablaufdatum und das sollte nicht zu lange sein oder besser gesagt vernünftiges Handeln kann es verlängern! schönen Tag
Die Frage, wer Bock oder Gärtner ist, steht hierbei gar nicht zur Debatte. Die Kennzeichnerei hat gute Gründe die in der Haftung des Inverkehrbringers liegen. Die Verantwortung, die früher die Köche hatten .. insbesondere z.B. in den Königshäusern bei großen Banketten … , kann und will heute Keiner mehr tragen.
Es ist nicht alles an Überwachung schlecht … Hygiene und MHD haben ganz sicher viele Menschenleben gerettet.
Das mit der „Erfahrung“ der Landwirte zu verknüpfen halte ich für etwas weit hergeholt.
Früher (zu Zonenzeiten … wie man bei uns sagt) wurden die Eier an den Sammelstellen gestempelt. die waren aber oft auch schon eine Woche lang gesammelt und unkontrolliert gelagert. Nee nee, ich bin schon für die Beachtung von „Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden“ und so ein MHD Stempelchen ist auch nicht schlecht. Bei Ablauf kann ja dann Jeder nach Geruch und Gustus entscheiden ob er das noch isst.
Die Frage, wer Bock oder Gärtner ist, bleibt unbeantwortet durch mangelhafte Recherche.
Ich glaube nicht, das auch nur ein Supermarktkunde das unterstellte Sicherheitsbedürfnis hat.
Das Produzenten das gern aufdrucken, ist möglich, mit dem Hintergedanken der Umsatzsteigerung durch wegwerfen nach Ablaufdatum…
Wahrscheinlich ist eine EU Verordnung verantwortlich.
Die Autorin müsste dann klar zur Wahl der AfD aufrufen, denn die schließen einen Dexit nicht aus, was phantastisch wäre.
Als Alternative zur Alternative vielleicht noch die Partei „Team Freiheit“.
Fazit: Brotlose Bürgerbeschumpfung ohne Substanz und Aufklärung. 6 setzen.
@Altbauer, wenn sie einen Dexit für phantastisch halten, sollten sie vielleicht noch einmal bei den Briten nachfragen, wie phantastisch der Brexit für sie war. Oder vielleicht doch nicht?
Bei welchen Briten denn? Etwa bei der woken Starmer Regierung?
@Andi
Ich kann ja auch bei den Schweizern nachfragen…
Man kann die Folgen eines Dexit wohl nicht vorhersagen. Es ist aber strategisch falsch diesen auszuschließen, weil man dann alles mit sich machen lassen muss.
Ich genau wie bei der CDU. Die schließen AfD aus und SPD hat das Sagen.
Können wir uns so einig werden, dass es so nicht weiter gehen kann?
@A
„..weil man dann alles mit sich machen lassen muss.“ Wer fühlt sich denn zu recht fremdbestimmt, hier in Europa? Geschieht wirklich alles ohne deutsche Zustimmung? Wohl kaum! Deutschland ist der größte Zahler und damit einer der maßgeblichen Entscheider in der EU. Es sind „unsere“ Politiker, die die z.T. welt- und realitätsfremden Entscheidungen dort treffen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das „deutsche“ Wesen GsD von Politikern anderer europäischer Staaten begrenzt wird. Was wären wir deutsche Bauern ohne unsere französischen Berufskollegen und Politiker? Verraten!
Ja Kometbauer,
das stimmt auch. Kann mich noch erinnern als Künast Landwirtschaftsminister war, da stand dann schon mal im Wochenblatt, dass uns die EU vor nationalen Wahnsinnsplänen bewahrt hat. Ist aber was her.
Was mich am meisten stört sind die EU Sanktionen gegen Russland. Diese haben besonders Deutschland geschwächt. Als Adenauer und Co. sich die EU ausgedacht haben, ging es hauptsächlich darum, „nie wieder Krieg in Europa“.
Heute schmust Flintenuschi mit dem korrupten Elendski aus der Ukraine und provoziert Russland bis aufs Blut.
Ich habe jetzt auch keinen Bock mehr zu diskutieren, es geht mit oder ohne Dexit den Bach runter.
Guten Morgen
Dem kann ich auch nur zustimmen und habe nicht einmal eine Frage.
„Vielleicht ist es euer Verhältnis zu Risiko, Realität und Verantwortung.“
Der Satz trifft wohl den Kern unserer Gesellschaft sowie die daraus folgende Politik.
Aus diesem Dreiklang basteln sich die Kosmetikindustrie, die wellness- Industrie, die Versicherungswirtschaft, die staatlichen Regulierer und Dokumentieren u.v.m. ihr Geschäftsmodell und der Bürger wird derart angefixt, dass es ihm als „normal“ vorkommt.
genau
Noch zu ergänzen wäre mE ein großer Teil der Zertifizierungsindustrie. Eine PZN-Zulassung für ein Arzneimittel möchte ich schon haben – aber das FSC auf der Schachtel?
Besonders schön ist auch ISO 9001 – das besagt eigentlich nur, daß die Verarbeitung ganz genau dem definierten Prozeß entspricht – wenn aber der nichts taugt…
Moin Willi, kurz und bündig , den Nagel auf dem Kopf getroffen. 💪👍