In der Presse der letzten Wochen wird immer wieder angeführt, dass sich der Markt für Bio-Lebensmittel deutlich im Aufschwung befindet. Von einem Umsatzplus zwischen 7 und 10% ist die Rede. Somit erreichte er einen Jahresumsatz von rund 18 Milliarden. Zum Vergleich: der Umsatz 2024 des stationären Lebensmitteleinzelhandels wird mit rund 210 Mrd. angegeben.
Diese Zahlen gelten aber nur für den Umsatz im Laden. Auf der Seite der landwirtschaftlichen Erzeuger ist festzustellen, dass kaum neue Betriebe hinzukommen. Die Zahl derjenigen, die mit Bio aufhören und die neu einsteigen hält sich halbwegs die Waage.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bioprodukte-boomen-mit-Milliardenumsatz-id30346139.html
Nicht neu sind die Aussagen seitens des Verbandes und der Politik:
„Forderung an die Politik
Die BÖLW-Chefin verlangte klare Signale aus der Politik, um das 30-Prozent-Bio-Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie zu verankern. Der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer müsse sich dafür in Brüssel einsetzen, dass die EU-Agrarpolitik die Bezahlung der Umweltleistungen des Ökolandbaus in den Fokus nimmt.
Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) forderte Landwirte zur Umstellung auf Bioerzeugung auf. Die Ministerin sagte, die Chancen für Unternehmen, die eine Umstellung planen, seien so gut wie seit Langem nicht mehr. Bayern habe sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Anteil an Bioanbau auf 30 Prozent der Fläche auszubauen. Bisher werden 14 Prozent der Anbaufläche biologisch bewirtschaftet.“
Wie man in nur vier Jahren von 14% auf 30% kommen will, wird wohl das Geheimnis von Frau Kaniber bleiben. Vor ihr hatten schon Renate Künast und Cem Özdemir die genau gleichen und völlig unrealistischen Ziele genannt.
Ein Grund, warum die Landwirte nicht auf Bio umstellen dürfte sein, dass die Einkäufer der vier großen Supermarktketten die Bio-Verbände genau so erpressen wie sie es im konventionellen Bereich tun. Wenn die deutschen Bio-Bauern darauf nicht einsteigen kommt die Bio-Ware halt aus dem Ausland.
Anmerkung: Das Titelbild stammt aus August 2019. Wie viele der Produkte stammen von heimischen Bauern?


Bio ist das was vom Green Deal noch übrig geblieben ist.
Deswegen muss man es schönschreiben. Mit wirklicher Nachhaltigkeit hat das eh nichts zu tun, da gibt es im konventionellen Bereich ehrlichere und wirksamere Möglichkeiten. Aber das darf nicht sein!
Es zeigt sich wieder, „wir haben zu viele Akademiker die sagen, dass Ackerdemiker alles falsch machen“.
Ob der obige Artikel hinfällig ist, weiß ich nicht. Lese nur die Kommentare und bewerte die für sich.
Bio Diskussionen interessieren mich schon lange nicht mehr.
Moin vom Fjord
@Bauer Willi
Mir ist etwas aufgefallen.
Es gibt keinen Bio-Boom.
Der Umsatzanstieg hat im Rahmen der Inflation genauso auf der Konviseite stattgefunden.
Der ganze Artikel ist hinfällig.
Aber warum deuten die Politiker es dann so, als ob wir mehr Biolandwirte bräuchten?
Nur wegen der 30%?
Ich habe noch keine leeren Regale gesehen.
Oder was gibt es sonst für Anzeichen eines Mangels?
Grüße
Nicolai
Der veröffentlichte Text ist im Zusammenhang mit der BIOfach in Nürnberg vom 10.2. bis zum 17.2. zu sehen. Immer, wenn es eine bestimmte Messe gibt, gibt es dazu passende Artikel, die den Brei aufwärmen müssen, damit mehr Esser zur Mahlzeit kommen…..nur heiße Luft.
Es ist wie immer und bei jeder Messe…Trommeln gehört zum Geschäft.
Wir mussten als Schüler für Gemeinschaftskunde alle Artikel zur Hannover-Messe sammeln und Archivieren. Das war somit ein frühes framing der Jugend hin zum zukünftigen Messebesucher. Deutschland ist ja eh das Land der Messen….und damit Ausdruck von Prosperität….gewesen. 🥳🦄
die Preise und Schilder sind zwar von 2019 aber hat der Verbrauchet damals die Kennzrichnung der Bio Limette “ konserviert mi Imazalil….“ verstanden und bei seiner Kaufentscheidung berücksichtigt? Denke eher nicht verstanden und trotzdem gekauft weil Bio.
wird die Kennzeichnung aktuell auch noch so gemacht oder gibt es statt dessen einen Hinweis Schimmelgefahr?
ich bin für eine Förderung für Bio in Bergregionen oder
schwer zu Wirtschaftente Gebiete.
In Gunstregionen ist dass Falsch, weil wir diese Flächen
brauchen um die Welt zu ernähren.
Mit Zuschüssen für Bio unterstützen wir nur die Besserververdiener
bei den Verbrauchern ,weil dem Normalverdienern die Lebensmittel
zu teuer sind
.Das Bio besser für Tierwohl und Umwelt ist,ist ein Märchen.
ich weiß hier einige Bio Betriebe wo nur die Ideologie stimmte
Was mir sauer aufstößt ist wenn Bio Betriebe die normale
Landwirtschaft verteufeln.
Hier müssen wir mit Aufklärung in die Offensive gehen.
moin der büroanbau ist gar nicht so einfach wie vermutet wird! das ist der Grund, warum so wenig Bio Angebot wird! schönen Tag
Hejj Piet, wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Wort „Büroanbau“ gefällt mir . Die Bio-Wunsch Vereine und medialen Begleit-Halbwissenden sind ja tatsächlich auch sowas wie „Sofapflüger“ und „Sofamelker“🤣🤣😎
Im Anbaujahr 2024 sind die Biokartoffel vom Kollegen erst von Krautfäule zerstört dann von Melde u.Hirse überwachen worden. Der beratungsring Heilbronn empfahl mir als Angrenzer alle 5 -7 Tage Behandeln .
Bei uns wird den Bauern schon vorgeworfen, dass sie nicht mitmachen.
Hier ein Auszug aus einem Newsletter der Wiener Stadtzeitung „Falter“ vom 13. Februar 2026:
„Trotz der Teuerung tun die Konsument*innen also mehr denn je, was Bauernvertreter*innen seit Jahr und Tag von ihnen fordern: Sie zahlen freiwillig mehr dafür, dass die Tiere ein besseres Leben haben; dass Bauern und Bäuerinnen ohne Kunstdünger und synthetische Pflanzenschutzmittel wirtschaften, damit Böden, Wasser und das Klima schonen und sich verstärkt um die Artenvielfalt kümmern. Bio erspart der Allgemeinheit und der Umwelt Folgeschäden und Kosten, wie unzählige Studien nachgewiesen haben.
Doch nun bremst die Politik die Branche aus, konkret das Landwirtschaftsministerium unter Minister Norbert Totschnig (ÖVP). Obwohl mehr Ökolebensmittel gebraucht würden, gibt es einen Einstiegsstopp in die Biomaßnahme des ÖPUL-Programms. „Betriebe, die jetzt auf Bio umstellen wollen, stehen vor verschlossenen Türen”, erklärt Bio Austria-Obfrau Barbara Riegler: Sie erhalten keine Förderung aus den Agrartöpfen. Das ist schon seit Ende 2024 so und dauert noch mindestens zwei Jahre: bis zum Beginn der neuen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die soll 2028 beginnen.
Nicht zum ersten Mal steht die Bundesregierung ehrgeizigen Ökobauern im Weg. Die frühere Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) verschärfte Auflagen und stutzte gleichzeitig Förderungen. Immer wieder hieß es, man dürfe nur ja nicht zu viel Bio produzieren, am Ende bliebe es noch liegen. (Interessanterweise ist das bei Fleisch, wo Österreich Selbstversorgungsquoten weit jenseits der 100 Prozent aufweist, nie ein Thema.) Dabei gibt es aktuell so ein G’riss um die Ware, dass die hohen Exporte für Österreich schon zum Problem werden: Weil hierzulande etwa Milch und Eier fehlen und weil deutsche Diskonterketten Großmengen aufkaufen und so die Preise für die heimischen Bäuerinnen und Bauern drücken.“
In Österreich gibt es ja noch viel mehr Bildungsbefreite, als bei uns. 😆
Die Ösis verwenden auch die selben Kommas, wie wir.
Ich würde Deutschland da nicht ganz ausschliessen!
„steht die Bundesregierung ehrgeizigen Ökobauern im Weg“.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…
EE: Eben Österreich…
Liebe Frau Ertl!
Auch konventionelle Betriebe können während einer laufenden Periode, derzeit bis 2028, nicht in das Öpul Programm einsteigen. Bejammern Sie bitte die Biobranche nicht damit. Auch konventionelle Betriebe sind davon betroffen.
Ich hab ja den Artikel nicht geschrieben!
Es könnte ja auch sein, dass man -ähnlich der Biomilcher in Bayern- niemanden rein lässt um die Preise zu stützen.
Es könnte auch sein, dass man bei bio auch größere Betriebe will. Dann muss man verhindern, dass Problembauern ihre Höfe mit Bio- Prämien retten wollen. Die sollen lieber aufhören und ihre Flächen an die- dank Prämien- zahlungskräftigeren Biobauern verpachten (verkaufen).
Es könnte auch sein, dass die Politik erkannt hat, dass Bio-Produkte gar nicht so gesund sind wie behauptet.
Bio ist einfacher auf Gunststandorten umzusetzen, da das Ertragsoptimum nicht weit auseinander liegt. Im Nachbarort betreibt ein Landwirt Geflügelmast. Er hat den Vorteil,dass er genauso viel Dünger zur Verfügung hat wie ein konventioneller Betrieb. Wenn das Beikrautmanagement passt, ist das ein ökonomischer Vorteil
@R.R.
Unser Nachbar (90er Böden) hat nach drei Jahren Bio aufgegeben. Weil er Gänsefuß und Melde nicht in den Griff bekommen hat. Erträge bei Getreide, wenn er es sauber bekommen hat, bei rund 40 dt/ha. Konvi rund 100 dt/ha.
https://www.kostbarenatur.net/anwendungen-und-inhaltsstoffe/weisser-gaensefuss/
Könnte man beides essen. Beim Gänsefuß vermute ich hohe Trockenheits- Resistenz:
In 2018 habe ich einen Teil der SG gar nicht mehr gespritzt, weil ich dachte es vertrocknet eh alles. Etwas Gerste hat es dann doch noch gegeben und die „Beikräuter “ waren alle vertrocknet. Ausnahme :
Ein paar Pflanzen Gänsefuß.
Hi @evonik
Kann man den Gänsefuß silieren oder dreschen?
Silieren wird man den wohl schon können. Dass reife (falls vorhanden) Samen dann durchs Verdauungssystem nicht abgebaut werden, ist wohl zu erwarten.
Dreschen wird mit normalen Dreschern wohl nicht gehen. Ev. gibt es bei Gemüse und Kräutern entsprechende Drescher.
Die Gerste war damals reif und der Gänsefuß noch grün. Ich bin auf dem Acker herumgelaufen und habe die grünen Pflanzen ausgerissen.
Weiter unten hat M.E.F. einige volkswirtschaftliche Zusammenhänge zur Strukturentwicklung in der deutschen Landwirtschaft weitgehend richtig dargestellt.
Strukturelle Entwicklungen sind IMMER das Ergebnis der Gesamtheit einzelbetrieblicher und/oder privater Entscheidungen.
Einzelbetriebliche Unternehmensentwicklung in welche Richtung (z. B. Bio, viehlose Wirtschaftsweise, Betriebsaufgabe usw.) und welche Größenordnungen basieren auf 5 Einflußfaktoren, die selbstverständlich einzelbetrieblich immer eine unterschiedliche Gewichtung und Bedeutung haben, auch weil sie eine unterschiedliche Einschätzung durch den Menschen erfahren.
Zu den Faktoren nenne ich jeweils einige Stichworte:
1. MENSCH, LANDWIRT (m,w,d)
Persönlichkeit, Motivation, Interessen, Neigungen, Fähigkeiten, Können
2. UNTERNEHMEN
Standort, Eigentum, Boden, Arbeitskräfte, Kapital, Finanzen, Effiziez
3. MÄRKTE
Produkte (Geflügel, Kartoffeln usw.), Vorleistungen, Produktionsfakt. (z.B. Pachtflächen)
4. RECHTL./GESELLSCHAFTL. RAHMEN
Politik, Agrarpolitik, Öffentl. Verwaltung, Gesellschaft, Demographie
5. TECHNISCHER FORTSCHRITT
mechanischer, biologischer, organisatorischer Fortschritt.
Bestimmte Konstellationen schließen ganz bestimmte Entwicklungsschritte von vorn herein aus. Andere wiederum begünstigen solche. Um nur ein Beispiel zu nennen:
Die Marktsituaion und auch -perspektiven sprechen vielfach für die Bioeierproduktion, auch wenn die „richtige Bio-Gesinnung“ beim Landwirt nicht vorhanden ist.
Und immer daran denken:
Unternehmen sind selbstgebastelte „Abenteuerspielplätze“
Mein Bruder verkauft Bio- Eier und konventionelle vom gleichen Erzeuger im gleichen Automaten. Die Bioeier sind Weißschalig und haben ein blasses Eigelb, die konventionellen haben braune Schale und einen sehr gelbes bis orangenes Eigelb…..konventionell läuft erheblich besser. Der Kunde bestimmt, was er möchte. Da spielt natürlich auch der Preis mit. Wenn Preis und subjektive Wahrnehmung zusammenpassen, dann ist die Attributierung nachrangig.
Eigentlich haben die Menschen zu allen Zeiten
einen ähnlichen Anteil Extranahrung geordert.
Früher nannte man das mal „Reform Kost“.
In der Pionierphase gab es gläubige Konsumenten,
die ihre Ernährung aus Angst sehr teuer gestalten wollten.
In dieser Phase war das eventuell ein gutes Geschäft.
Kritisch kann man anmerken:
Der Verkauf erforderte teilweise
eine Intensivierung von Gesundheits Ängsten.
Etliche der damaligen Produkte waren aus heutiger Sicht
auch eher alles andere als gesund.
Später nahmen dann die Supermärkte
die wichtigsten „Reform Produkte“ mit ins Sortiment.
Damals verschwanden allmählich die Spezial Läden.
Im normalen Markt angekommen,
wurde der Unterschied immer geringer.
Die Gesundheits Idee verblasste allmählich.
Eine Weile waren solche Produkte noch Statussymbol,
aber mit abnehmender Tendenz.
Ein paar solche Artikel kann man heute noch kaufen,
aber niemand spricht noch von „Reform“.
Ich denke,
genau so wird das mit Bio gewiss auch weitergehen.
Gewiss wird es auch etwas geben,
das nach Bio die gleiche Idee ganz neu starten wird…
Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe um 45% gesunken. Auch wenn sich der Prozess seit 2010 verlangsamt hat, geben immer noch mehr alteingesessene Höfe auf als neue gegründet werden. Das Sterben betrifft vor allem kleinere Höfe unter 100 Hektar, während die Zahl der Betriebe zwischen 100 und 1.000 Hektar leicht gestiegen ist. Die Höfe über 100 Hektar bewirtschaften dabei 63% der Gesamtfläche. Stand 2023.
Die Zahl der Biobetriebe ist zwar gewachsen, aber dieser Effekt verdankt sich, im Gesamtbild gesehen, eben gerade dem Sterben der Höfe. Insgesamt funktioniert das Modell mit gesamtwirtschaftlich gleichbleibender Produktivität nur deshalb, weil andererseits immer größere Höfe immer intensiver bzw. produktiver wirtschaften.
Wer mehr BIO-Betriebe fordert, stellt gleichzeitig also auch die Forderung nach immer größeren produktiver wirtschaftenden Höfe, weil eins ohne das andere nicht geht, wenn die Nahrungsmittelproduktion insgesamt gleich bleiben soll.
Es klingt im ersten Augenblick seltsam, aber daraus ergibt sich, dass die Forderung nach mehr BIO-Betrieben mitverantwortlich für das Höfesterben ist, denn größer und produktiver können die Betriebe ja nur dadurch werden, indem sie andere, oft kleinere Betriebe schlucken. Einem Betrieb, der erfolgreich auf BIO umstellt und dabei nur noch die Hälfte wie vorher produziert, stehen also ein oder zwei andere Höfe gegenüber, die von einem größeren Betrieb geschluckt und produktiver werden müssen, damit die Produktivität insgesamt ungefähr gleich bleibt.
Wer BIO fordert, erhält also genau das, was er eigentlich vermeiden will: immer größere und intensiver wirtschaftende Betriebe. Damit soll nichts gegen große Betriebe gesagt werden. Ich will nur auf die Kehrseite der BIO-Medaille hinweisen.
@ Marian
So sehr ich Ihre Beiträge schätze, in diesem Fall muss ich einigen Anmerkungen machen.
1. Niemand weiß, wie viele Höfe es in Deutschland gibt. Früher ernährte 1 Hof eine Familie. Heute braucht man in Niedersachsen, NRW und den Südstaaten sicher fünf Höfe um eine Familie zu ernähren, und selbst das klappt nicht immer. Ich habe auch fünf Höfe gepachtet um auf 100 ha zu kommen.
Der Bauernverband führt diese Fünf Höfe vermutlich noch als existierende Höfe, um Mitgliederzahlen vorzutäuschen. Wobei die ja auch Verpachtete vertreten, besonders gut sogar.
2. Einen Hof habe ich mit Stallungen gepachtet als GbR. Die GbR taucht in der Statistik als zusätzlicher Hof auf, ohne dass der verpachtete Hof stirbt bei den Statistiken.
Was ich sagen will ist, wir tappen völlig in Dunklen.
Bio oder nicht ist keine Frage des Strukturwandels, den sich der Bauernverband wünsch aber normale Menschen vermeiden möchten.
Der Verbraucher hat das Sagen und wir liefern. So simpel ist das. Der Verbraucher ist aber klug und entscheidet sich zu 90 bis 95% gegen Bio.
Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.
@ Altbauer
hier: Ihre Anmerkungen zu den Agrarstrukturen
„Was ich sagen will ist, wir tappen völlig in Dunklen“.
Nein ganz so schlimm ist es nicht!
Die Statistikbehörden haben die Tatsache, dass unter dem „Dach“ einer Familie oft mehrere steuerlich getrennte Einheiten existieren, seit 10 bis 15 Jahren auf dem Schirm. Es gibt dementsprechend statistische Bereinigungen. Ich bin überrascht, wie gut diese mittlerweile (zumindest für Niedersachsen kann ich das sagen) sind.
Das Problem ist, dass die Politik in einem vielschichtigen und komplex aufgestellten Wirtschaftssektor mit allerlei ordnungsrechtlichen und förderrechtlichen Instrumenten relativ erfolglos Mikrosteuerung betreibt, oder anders ausgedrückt: Sie versucht „Probleme zu lösen, die sie (überwiegend) selbst geschaffen hat“.
MEF: Sehr gut analysiert, was diese unsaegliche ideologisch geprägte Diskussion zu Bio betrifft! Sofort fällt mir wieder der ehemalige Konvi Betrieb, jetzt Bio mit über 6000 ha LN und über 1000MK aus dem Vogtland ein. Seit Jahren ein Tochterunternehmen von Bio- Dennree in Toepen/Franken! Das sind Zahlen und Groessenordnungen wie ich sie für die Kombi LW und deren Zukunft favorisiere! Nur so kann der LEH beliefert werden mit ökologischen und konventionellen Erzeugnissen, wobei sich ersteres von selbst erledigen wird! Weltweit 10 Milliarden Menschen zu ernähren,funktioniert nur mit konventioneller intensiver LW unter Einsatz grüner Gentechnik,Crisp/Cas9 Züchtung, PSM usw. Grosse Biobetriebe mit entsprechender finanzieller Ausstattung sind momentan ein ergänzendes Angebot für den Verbraucher, nicht mehr und nicht weniger…
….wie ich sie für die Konvi LW und deren Zukunft…
Ich denke , wenn man als Landwirt auf Bio umstellen möchte , dann nur mit eigener authentischer Vermarktung seiner Produkte . Was natürlich nicht einfach ist.
Aber einfach Bioware beim Händler abliefern , und sich damit eine Zukunft zu erhoffen , ist völlig verpeilt.
Und diese verpeilte Denke zieht quer durch Verbände, Politik, und Lebensmittelhandel.
Wenn man selbst vermarktet, braucht es kein Bio Sigel, außer man will es in den Leh zum Verkauf anbieten.
Ich kenne doch mehrere Landwirte die Selbstvermarktung praktizieren ohne Bio Sigel.
Die Hürden mit Bio Sigel Waren zu verkaufen schrecken den einen oder anderen Landwirt ab, auf Bio umzustellen.
Die Weidepflicht hat auch den einen oder anderen mir Bekannten Bio Betrieb zum Ausstieg aus Bio bewegt.
Auf die Frage eines Kollegen ob ich wieder von Bio zu konventionellen wechseln würde, habe ich gesagt: vor Jahren habe ich gesagt bevor ich aufhöre mit der Landwirtschaft wechsel ich noch zu Bio. Daraus ergibt sich nur noch eine Richtung für mich.
Wenn es weitergeht liegt die Verantwortung bei meinen Kindern und das mit Sicherheit ohne den Druck von mir unbedingt weiter zu machen.
Das ist so , man kann auch gut ohne Bio Siegel, Produkte direkt vermarkten.
Da gibt es genug Beispiele.
Z.B. die „Herrmannsdorfer Landwerkstätten“ in der Nähe von München.
Allerdings haben sie auch gutbetuchte Kunden…
Ausser es gäbe Komtigente, rone Abmahmegarantie, oder?
moin das ist ja komisch dass wir Landwirte da nicht mitmachen obwohl das überall gefragt ist. ich vermute es wird gute Gründe dafür geben und ich bin gespannt, wann diese Gründe mal bekannt werden und im Fernsehen berichtet! schönen Tag
Bio? Wer braucht das eigentlich? 30%? Das Thema insbesondere was die Effektivität des Ökolandbaus betrifft schon öfters im Blog diskutiert…Erinnere hier nur mal a die bis zu 40% und mehr geringerer Erträge/ha und niedrigeren tierischen Leistungen! Das alles mit hoeheren Foerderungen! Verweise hier nichmals auf Veröffentlichungen meiner Thüringer Koll. auf agrarfakten.de zum Oekolanbau!
Moin vom Fjord
@Bauer Willi
„…Bezahlung der Umweltleistungen des Ökolandbaus in den Fokus nimmt.“
Was sind diese obskuren Umweltleistungen?
Kann man die messen oder vergleichen oder sonstwie quantifizieren?
Grüße
Nicolai
Das ist genau das Problem, die „Umweltleistungen des Ökolandbaus“ liegen nicht im Landbau und seinen Methoden begründet, sondern in einer etwas größeren Bereitschaft Landschaftsstruktur zu verbessen. Auf den reinen Produktionsflächen unterscheiden sich die Systeme in Bezug auf Biodiversität und Nährstoffdynamik und -Austräge nicht.
Bei gleicher Ertragshöhe (etwa nach Kleegrasumbruch) sind die diffusen N- Einträge in den Untergrund exakt gleich (UNI Kiel 2001).
Der Versuch von Oppermann und Lakner bei der letzten GAP Reform die gesamte Bio-Fläche als ÖVF einzustufen und mit rund 1.300 €/ha zu fördern („Fit Fair und Nachhaltig Vorschläge zur GAP Reform“ … vom NABU bezahlt), ist so nicht durchgegangen. Dem trauern die Bio-Verbände immer noch nach und versuchen diesen Ansatz immer wieder zu etablieren. Das ging und geht so zum Glück nicht durch.
Hi @Thomas Bröcker
Und jetzt noch einmal für Normalsterbliche.
wollen die Verbraucher nun auch noch Luxuslebensmittel, wie BIO subventioniert bekommen?
Das Thema Bio-Landwirtschaft ist in D seit Jahrzehnten, eigentlich seit „Demeterzeiten“ ideologisch völlig überfrachtet.
Die unrealistischen Zielformulierungen seitens bestimmter Interessengruppen und Teilen der Politik haben drei wesentliche Ursachen:
1. Mangelnde Kenntnis ökonomischer Zusammenhänge (= Folge ökonomischer Unbildung) 2. fehlendes/unzureichendes Verstehen/Verständnis für die Motive menschlichen, insbesondere auch unternehmerischen landwirtschaftlichen Handelns.
3. Selbstüberschätzung politischer Akteure
das auch
Bei der Produktion von Bioprodukten ist die Schere zwischen den Anforderungen der deutschen Bioverbände und den Anforderungen/Kontrollen vom Ausland-Bio noch grösser als bei konventionellen Lebensmitteln. Also wenn Getreide aus Deutschland mit Getreide aus z.B. der Ukraine in konventionell schon nicht mehr zusammen passt, so geht es mit Bio schon dreimal nicht !
Bio Deutschland möchte/ muss immer noch mehr bieten als konvi, weil ja auch die Anforderungen z.B. in der Tierhaltung für die Konventionellen immer mehr steigen – und es muss ja ein sicht- und messbarer Unterschied bestehen bleiben.
Solche hohen Anforderungen an „Haltungsstufen“ stellen in erster Linie Aldi und Co direkt. Um dann absolut gleichzeitig keine angemessenen Preise für die Produkte zu bezahlen. Und darum die Ware im Ausland zu ordern.
Wo findet ALDI Produkte, die seinen Anforderungen genügen und billig sind?
Guten Morgen, ist Bioland eine reine deutsche Marke?
Die anderen vier Produkte sind mit größter Wahrscheinlichkeit nach keine deutschen Produkte.
Ein anderes Thema ist die Biogas Erzeugung. Ein Kollege geht dieses Jahr mit seiner 75 kW Anlage vom Netz weil Investitionen anstehen und der Strompreis mit 3cent diese Investition nicht rechtfertigt.
Ein anderer Kollege, Anlage 2006 gebaut 450 kW nawaro Anlage mit Fernwärme Nutzung, wird auch nach diesem Jahr wohl stillgelegt werden. Die Wärmekunden haben schon vor vier Jahren angefangen wieder eigene Heizungen einzubauen. Grund vom Heizungsbauer wurde genannt, die Übergabe an den Sohn, dieser hat sogar ein Studium auf erneuerbare Energie absolviert, möchte aber keine 5 Mio. investieren da die Politik keine Planungssicherheit mehr bietet.
Noch haben wir vier große Biogas Anlagen im Radius von 15 km um uns herum, von denen ich bis jetzt noch keine stillegungs Gedanken ausgemacht habe.
Laut einem Energie Magazin sind Neuanlagen schon in der Berechnung zur Finanzierung unrentabel.
Ich bin froh nicht auf diesen Zug aufgesprungen zu sein.
Wünsche dennoch allen einen schönen Sonntag.
Ich meine die werden die 10% Biomethanzumischung auch machen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Anlagen zu verbessern.
„…keine Planungssicherheit…“
Irgendwie habe ich bei dem Thema öfters den Eindruck, daß das ganz banal nach den guten alten Regeln der Korruption geht. Warum macht hier der Landrat Werbung für das Aufstellen von Windrädern im naturgeschützten Wald in einem Schwachwindgebiet (bestehendes älteres Windrad auf einem Hügel liefert 17% der Nennleistung) ?
Und warum gibt es andererseits kein erkennbares Engagement für die diversen Biogasanlagen im Umkreis?
Einfach mal KI gefragt wo Bio hingeht:
„Die mögliche Fusion von Aldi Nord und Aldi Südüber die seit Mitte 2025 verstärkt spekuliert wird, zielt auf eine tiefgreifende Zusammenarbeit und Vereinheitlichung ab, die auch den Ausbau des Bio-Sortiments umfasst.
Hier sind die Kernpunkte bezüglich der Fusion und Bioprodukte:
Zusammenführung der Bio-Marken: Aldi Nord und Aldi Süd arbeiten daran, ihre Bio-Eigenmarken zu vereinheitlichen. Die ehemals getrennten Marken „GutBio“ (Nord) und „bio“ (Süd) werden unter dem gemeinsamen Namen „GUT bio“ gebündelt……“
Es ist ein Wettbewerb um Marktanteile und dem wird medial entsprochen. Lasst euch nicht verarschen.