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Bauern grubbern Zeichen

An alle in der Landwirtschaft (und alle, die sich ihr verbunden fühlen). Viele Menschen fühlen sich hilflos angesichts des Krieges in der Ukraine. Wir können ein wenig tun, wir können ein Zeichen setzen. Die Idee: auf den noch unbearbeiteten Feldern, die in diesem Frühjahr bestellt werden (z.B. mit Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais), in dieser Woche mit dem Grubber das Friedenszeichen zeichnen. Klein, groß, schmal, breit, egal. Nur gut sichtbar. So wie es hier schon einige getan haben: https://www.muensterlandzeitung.de/ahaus/landwirte-grubbern-riesige-friedenszeichen-in-ackerflaechen-rund-um-ahaus-w1731287-p-9000459710/ Klar ist, dass dann – zur Aussaat – das Zeichen wieder verschwinden wird. Es sei denn, euch fällt noch was anderes ein. 🙂 Wenn ihr es fotografieren könnt, zeigt es in den sozialen Medien. Wenn ihr Verwandtschaft im Ausland habt, schickt ihnen die Bilder und bittet sie, es auch zu tun.  Wer weiß, vielleicht machen es uns viele nach… Es ist unser – vergängliches – Zeichen des Wunsches nach Frieden. #peacefarming  

Zeitenwende! – Was jetzt zu tun ist!

                                                           Analyse In einem Krieg ist es schwierig, die Fakten aus dem Kriegsgebiet wahrheitsgemäß zu erfahren. Am Freitag hatte ich dazu ein eineinhalbstündiges Video verlinkt, in dem Ukrainer die Situation schildern. Heute habe ich mit Jan Peters telefoniert, der hier im Video in zwei Minuten eine kurze Zusammenfassung versucht. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren   Was im Augenblick 5.3.2022 relativ sicher über die ukrainische Produktion gesagt werden kann: Der größte Teil der Mitarbeiter ist nicht mehr auf den landwirtschaftlichen Betrieben sondern kämpft im Krieg. Wer Trecker fahren kann, kämpft. Die Tankstellen auf den Betrieben wurden entweder von Panzern und LKW´s leergemacht oder sie wurden in Brand gesteckt, damit der Diesel nicht von den Russen genutzt werden kann. Dünger und Pflanzenschutzmittelvorräte sind so gut wie keine vorhanden. Dies gilt im Übrigen nicht nur für die Ukraine, sondern auch für Russland Ersatzteile für …

Ukraine: aktuelle Berichte aus der Landwirtschaft (2.3.2022)

Berichte aus der Ukraine von Ukrainern. Es handelt sich um den Stand vom 2. März 2022. Bedrückend. Es berichten und diskutieren: 1. Prof. Dr. Oleg Nivievskyi, Agrarökonom und Vizepräsident für Wirtschaftsbildung an der Kyiv School of Economics 2. Dr. Alex Lissitsa, Agrarökonom und Unternehmer, Ukrainian Agribusiness Club, CEO des Agrarbetrieb IMC 3. Dr. Heinz Strubenhoff, Berater und Ukraine-Experte, Ex deutsch-ukrainisches Agrarpolitisches Forum 4.Dipl.-Ing. Jan Peters, Agrar- und Wirtschaftsjournalist, Handelsexperte 5. Prof. Dr. Sebastian Lakner, Moderation, Agrarökonom, Universität Rostock, Besonders hörenswert: ab Minute 52 und folgende   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Auch hier: https://www.topagrar.com/markt/news/die-gefahr-einer-globalen-nahrungsmittelkrise-ist-da-12866663.html

Özdemir: Es gibt kein Problem…(und ein „kleiner“ Fehler)

Die Pressemeldung nach der EU-Agrarminister-Sitzung:  „Die Versorgung innerhalb der EU ist nicht gefährdet.“ https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/23-oezdemir-informeller-agrarrat-ukraine.html;jsessionid=6C5D4453A5C2149FDD98EF4815EAEB55.live842 Leider hat sich in die Pressemeldung ein klitzekleiner Fehler eingeschlichen: Zitat: „Russland ist für 10 Prozent, die Ukraine für 4 Prozent der weltweiten Weizenexporte verantwortlich.“ Die richtigen Zahlen: 16,8% ist der Anteil Russlands, 11,5% der Anteil der Ukraine am weltweiten Export. Macht in der Summe 28,3% statt 14%. https://www.raiffeisen.de/ukraine-russland-konflikt Hoffentlich hat er sich nur bei den Zahlen geirrt….    

Keine Panik, aber…

Derzeit gehen die Preise für nahezu alle Rohstoffe an den Börsen durch die Decke. Fast täglich werden neue Höchststände gemeldet. Grund dafür ist die Sorge, dass durch den Krieg in der Ukraine größere Mengen an Nahrungsmittel fehlen könnten. Diese Sorge ist berechtigt. Meiner persönlichen Einschätzung nach werden sich die Auswirkungen nicht aktuell, sondern erst mit einiger Verzögerung zeigen. Wie in der Meldung der FAZ erwähnt wird, treffen sich heute 2.3. 2022 die EU-Agrarminister, um auch über die Versorgungslage bei Düngemitteln zu reden. Sehr viel Dünger, der weltweit eingesetzt wird, wird in Russland produziert. Ob diese dann auch auf den Markt kommen ist derzeit völlig unklar. Der Versorgung für die nächste Ernte 2023 ist also wesentlich kritischer zu sehen als die Versorgung für dieses Frühjahr. Diese Situation betrifft nicht nur Deutschland oder Europa, sondern alle Länder dieser Welt. Russland und die Ukraine sind große Exportnationen für Getreide und Ölsaaten. Der Export beider Länder läuft normalerweise über das Schwarze Meer. Es gibt Meldungen, dass die ukrainischen Häfen vermint seien. Ob das stimmt, kann nicht nachgeprüft werden. Desweiteren …

„Wenn unsere Welt eine andere ist…

…dann muss auch unsere Politik eine andere sein.„ Dieser Satz stammt von Annalena Baerbock und sie äußerte ihn während ihrer Rede in der Sondersitzung des Bundestages am Sonntag, 27. Februar 2022. Sie bezog ihre Worte vor allem auf all die Maßnahmen, die im Bezug auf den Krieg in der Ukraine ergriffen wurden. Viele davon wurden bislang von den jetzigen Regierungsparteien abgelehnt. Vor dem Hintergrund des Krieges werden nun viele neue Anforderungen an die Landwirtschaft gestellt. So soll die Abhängigkeit von russischer Energie (Erdgas, Erdöl) verringert werden, der Klimawandel soll aufgehalten werden und natürlich soll die Versorgung mit Lebensmitteln so klappen wie bisher. Das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck möchte mehr Flächen für Windkraft, Photovoltaik soll auf Ackerflächen aufgestellt werden, Frau Prof. Claudia Kemfert twittert, dass Biogas deutlich mehr Bedeutung zugewiesen werden sollte. Die Rede ist von 30 Gigawatt.           Sie bezieht sich dabei auf folgende Veröffentlichung: https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/biomasse/der-ungenutzte-gasspeicher/ Gleichzeitig wird mit der Strategie „Farm to Fork“ die Selbstversorgung in Europa massiv in Frage gestellt. 50% weniger Pflanzenschutz und 30% Bio werden ohne jeden …

Ein denk-würdiger Rosenmontag…

Normalerweise bin ich nicht sentimental. Aber diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen. Ich war am Rosenmontag 2022 in Köln, der Tag, an dem zum ersten Mal statt Rosenmontagszug eine Friedensdemo stattfand. Hier ein paar Eindrücke, verbunden nur mit wenigen Worten. Ich muss euch das einfach zeigen. Es war herrlichstes Wetter, und für einen Rheinländer ist es immer wieder ein Erlebnis, den Kölner Dom in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit vor sich zu sehen. In der Stadt: gähnende Leere,  kaum Autos, nur Menschen, die zur Demo strömten. Die Strassen daneben: leer Und es war still, sehr sehr still   Vor 77 Jahren sah es in Köln so aus. Das zeigt dieses Bild, das neben dem Dom hängt und an dem man vorbei muss, wenn man vom Hauptbahnhof in die Stadt geht. Dabei kommen einem Bilder in den Kopf, die man aktuell aus der Ukraine sieht. Wir hatten 77 Jahre Frieden… Hoffentlich bleibt das so.     Jeder auf der Demo geht mit dem Thema Putin und Krieg anders um:     Da steht: kein …

Brief eines Schweinehalters an Robert Habeck

Diesen erschütternden Hilferuf eines Schweinehalters erhielt ich am Sonntag. Bitte weiterleiten an politische Entscheidungsträger. Die Zeit läuft bald ab.  Sehr geehrter Herr Habeck,                             25.02.2022 ich möchte Ihnen nun mitteilen, dass wir ab nächster Woche keine liquiden Mittel mehr haben um Futter zu kaufen. Der Futtermittellieferant ist nicht mehr bereit weitere Rechnungen ausstehen zu lassen. Das vorhandene Futter reicht noch für 2 Wochen. Fazit: Wenn wir bis dahin kein Geld aus der Überbrückungshilfe III (zumindest eine Abschlagszahlung) haben, können die Zuchtsauen nicht mehr gefüttert werden! Kleine Ferkel und trächtige Tiere dürfen gesetzlich nicht geschlachtet werden! Dies bedeutet, dass wir die Tiere nottöten (was nicht gestattet ist) oder verhungern lassen – was grausam, aber die unvermeidliche Konsequenz wäre. Am 16. Oktober 2021 hatten wir ordnungsgemäß einen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt (Überbrückungshilfe III UBH3R – 851236 ) und seitdem nur bürokratische Entschuldigungen gehört – für jede weitere Entwicklung auf unseren Betrieb tragen Sie und ihre Mitarbeiter alleinig die Verantwortung! Wenn wir seit Monaten darüber streiten, ob der ASP-bedingte Anteil nun 4, 5 oder 8 Prozent ist, und …

Bio-Blase oder Modell für alle?

Der Begriff „Bio-Blase“ stammt nicht von mir, sondern von Urs Niggli, den man häufig auch als „Bio-Papst“ bezeichnet, weil er bis zu seiner Pensionierung das FiBL geleitet hat. In diesem Interview finden sich einige sehr bemerkenswerte Sätze für einen Vertreter des Bio-Landbaus https://m.faz.net/aktuell/wissen/gentechnik-und-oekoanbau-agrarwissenschaftler-im-interview-17779173.html Hier einige Auszüge: Herr Niggli, Sie gelten als wissenschaftlicher Vordenker des Biolandbaus. Was würde einen größeren Nachhaltigkeitseffekt erzielen: Sollte man den weltweit kleinflächigen Biolandbau umfangreich fördern oder lieber die konventionelle Landwirtschaft in kleinerem Maßstab verändern, die weltweit über 98 Prozent der Anbaufläche betrifft? In Europa und weltweit ist der Biolandbau nur eine Nische. Die wichtige Herausforderung ist, wie man die konventionelle Landwirtschaft sehr viel nachhaltiger machen kann. Wir können nicht in der Bioblase vor uns her träumen und glücklich sein! Stellt man ganz auf Biolandbau um, geht die Produktivität stark zurück. Dann müsste man viel mehr Lebensmittel importieren und damit Umweltwirkungen in andere Länder exportieren. Ökolandbau allein kann die Welt also nicht ernähren? Nein. Es wäre nur möglich, wenn sich der Konsum global vollständig ändert, was aber kein landwirtschaftliches Problem, sondern eine …

Tyrannenmord im Raiffeisenmarkt

Ich habe den Blog LandLebenBlog zufällig gefunden und sofort abonniert. Die  wunderbar geschriebenen Texte stammen von einer Berlinerin, die als Journalistin im Odenwald „gelandet“ ist. So wie sie schreibt, scheint Sie das Leben auf dem Land liebgewonnen zu haben. Was mir besonders gefällt: ihre wirklich tolle Sprache. Den nachfolgenden Text muss ich einfach weitergeben: https://landlebenblog.org/2022/02/25/banalitaeten/?utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_campaign=subscriber-firstname-or-default-leser_1 Ich hoffe, der Text gefällt. Und den (heimlichen) Gedanken mit dem „Tyrannenmord“ hatte der ein oder andere vielleicht auch schon.