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Herr Fratzscher vom DIW…ohje

Prof. Fratzscher ist Präsident des DIW. Nun muss er sich natürlich auch zum Thema Landwirtschaft äußern. https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-06/lebensmittelpreise-inflation-fleisch-landwirtschaft Hier einige Zitate: Der Konsum und die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland und weltweit sind nicht nachhaltig. Die Nahrungsmittelproduktion verursacht weltweit ein Viertel aller Treibhausgase – das ist so viel wie der gesamte Verkehr von Autos, Flugzeugen und Zügen. Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass die Landwirtschaft in Deutschland jedes Jahr eine Wertschöpfung von 21 Milliarden Euro generiert, das entspricht 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig verursacht sie sogenannte externe Kosten, die sich nicht in den Preisen widerspiegeln, von knapp 100 Milliarden Euro pro Jahr. Natürlich ist es verständlich, dass Menschen heute vom starken Anstieg der Lebensmittelpreise irritiert und überrascht sind Besonders interessant sind die über 700 Kommentare. Mein Kommentar: eine Ansammlung von Banalitäten und Halbwahrheiten  

Es ist ein Anfang!

In diesem Artikel steht viel Wahres drin, was in den Medien ansonsten falsch dargestellt wird: Insekten brauchen magere Flächen. Zitat: „Denn artenreiche Wildblumenwiesen und Straßenböschungen sind selten geworden in Österreich. Seit den 1960er-Jahren sind 89 Prozent der Wiesenarten verlorengegangen. Durch die intensive Nutzung von Wiesen, Weiden und Grünflächen dominiert vielerorts die klassische grüne, nährstoffreiche Fettwiese das Landschaftsbild. Blühpflanzen wurden zur Mangelware. Dabei sind magere Standorte Heimat für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, warnt der Naturschutzbund. Sie würden Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern Nahrung und Unterschlupf bieten und in der oft ausgeräumten Landschaft zu Rettungsinseln für die Vielfalt werden. Extensiv gepflegte Saumbiotope wie Wegränder, Böschungen und Feldraine haben daher eine zentrale Bedeutung für unser Ökosystem.“ https://www.derstandard.at/story/2000136153921/wilde-blumenwiesen-statt-abgemaehte-gruenstreifen? Die ÖBB (Österreichische Bundesbahn) wirbt mit Blühwiesen. Die Flächen, die dazu angelegt werden sind enorm (Satire) Zitat: „Für heuer sind zunächst elf weitere Standorte mit 12.300 Quadratmeter Blühfläche geplant, heißt es von der ÖBB. Je nach Gegebenheit werden verschiedene lokale Arten von Blühpflanzen angesetzt, die Mähvorgänge auf maximal zweimal pro Jahr reduziert und die Mahd für fünf bis zehn Tage liegengelassen …

Aktuell: BMEL stellt Tierhaltungskennzeichnung vor

Soeben veröffentlicht. Um es kurz zu machen: Es gibt 5 Kennzeichnungen: vier für Konventionell und dann noch eine für Bio. Das ist eine eigene Tierhaltungsform. Hier die Details mit Zahlen etc. https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Tiere/Tierschutz/eckpunkte-tierhaltungskennzeichnung.html Warum man nicht die bisherige Kennzeichnung des Handels beibehalten hat? Vermutlich, weil die jeder kennt. Und im Übrigen habe ich nicht den Eindruck, dass das den Verbraucher wirklich interessiert. In Zeiten hoher Inflation interessiert den nur der niedrigste Preis. Nachtrag: Hier die Stellungnahme des Tierschutzbund https://www.tierschutzbund.de/news-storage/landwirtschaft/070622-staatliches-tierhaltungskennzeichen-deutscher-tierschutzbund-sieht-deutlichen-verbesserungsbedarf/ Die kapieren das mit dem Sonderweg Bio auch nicht. Ist aber klar, weil ja die Staatssekretärinnen aus der Bio-Szene kommen. 2. Nachtrag: https://www.raiffeisen.de/drv-begruesst-tierwohl-einstiegsstufe-stall-plus-offene-finanzierungsfrage-blockiert-umsetzung Logisch. Wenn die bessere Tierhaltung nicht besser bezahlt wird, werden die neuen Ställe nicht gebaut. Und es hören noch mehr Schweinebauern auf.

Gentechnik – Studie über 21 Jahre

„Gentechnik bringt doch nichts“ oder „Die Erwartungen wurden enttäuscht“. So oder ähnlich lauten die Argumente der gedankenlosen Gentechnik-Gegner, die sich nur ungern mit Fakten abgeben und gerne nachbeten, was andere vorsagen.  Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Daten und Fakten? Bitteschön: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Und nein, ich bin nicht von Monsanto oder Bayer gekauft. Ich erlaube mir lediglich eine eigene kritische Meinung.

Ohne Fleisch geht es nicht!

In der heutigen Zeit einen solchen Satz „vom Stapel zu lassen“ und auch noch einen Podcast so zu benennen, der stellt sich gegen den Mainstream.  Ein guter Bekannter und Freund macht mich regelmäßig auf Dr. Daniel Stelter  und seinen Blog aufmerksam. Diesmal geht es um die Frage, mit welchen Ansätzen eine mögliche Nahrungsmittekrise begegnet werden soll. Im Gespräch dazu mit Dr. Daniel Stelter der Landwirt Dirk Hadenfeldt und der Ordinarius für Tierernährung an der Technischen Universität München, Professor Dr. Wilhelm Windisch. Sehr hörenswert, weil nicht die üblichen Parolen verkündet werden. Sachargumente ja können auch hilfreich sein 🙂 und die liefern die Gesprächspartner. https://bto.podigee.io/141-neue-episode Die ersten 5  Minuten kann man überspringen. Das ist Werbung. Weil er jetzt eine Partnerschaft mit dem „Handelsblatt“ eingegangen ist. Und das machen die sicher nicht mit jedem. Übrigens: Ich habe mir jetzt Kopfhörer zugelegt, die mit Bluetooth funktionieren, so dass ich den Podcast auch im Auto oder bei der Arbeit hören kann. Kosten weniger als 100 kg Weizen. Ok, für die wirklich guten kann es auch der Gegenwert von 100 kg …

Herr Özdemir, liefern Sie endlich!

In wenigen Tagen sind der neue Landwirtschaftsminister und seine drei Staatssekretärinnen ein halbes Jahr im Amt. Vorzuweisen haben sich bisher nichts. Statt dessen tauchen sie vereinzelt bei Veranstaltungen auf, um dort zu erklären, welche Pläne sie haben und dass sie sich bemühen. Konkret werden aber keine Termine genannt. Von den aktuellen Problemen in der Landwirtschaft jedoch scheint weder der Minister noch seine Staatssekretärinnen etwas mitzubekommen oder sie nehmen billigend in Kauf, dass vor allem die Tierhaltung seit langem existentielle Sorgen hat. Eine weitere große Ausstiegswelle der Schweinehalter steht bevor, weil die Produkterlöse schon lange nicht mehr zu den stark gestiegenen Kosten passen, vor allem durch explodierende Futterkosten. Von all dem hört man aus dem Ministerium nichts. Interessant ist auch, welche Termine dem Leitungsgremium wichtig sind:  (https://www.bmel.de/SiteGlobals/Forms/Suche/DE/Leitungstermine/Leitungsterminesuche_Formular.html) Diese Arbeitsverweigerung fällt in der Agrarbranche mittlerweile vielen auf. So zum Beispiel auch dem Deutschen Raiffeisenverband, auf dessen Tagung Herr Holzenkamp dem dort anwesenden Minister seinen Unmut  deutlich vermittelte: Wörtlich heißt es dort: „Wir brauchen bis zum Sommer klare Antworten von der Politik, wie die Transformation in der Agrar- …

Einschränkungen für die Katze… und den Bürger…

Zuerst mag einem ja die Überschrift „Katzenarrest“ ja irgendwie kindisch vorkommen. Und sicher ist es auch nur eine kleine Episode in der täglichen Flut der Medien-Meldungen. Aber er dient gut dazu, Grundsätzliches zu erkennen. https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-katzenarrest-im-rhein-neckar-kreis-_arid,11514444.html Die Hauskatzen eines kleinen Gebietes sollen mehrere Woche im Haus bleiben, damit sie die Brut der Haubenlerche nicht stören oder gar den seltenen Vogel verspeisen. Wie nicht anders zu erwarten, regt sich Widerstand aus der Bevölkerung, der nun zu eskalieren droht. Das Pikante an der Geschichte: bei der beschriebenen Region handelt es sich um Flächen, die als Baugebiet vorgesehen sind…  

Phosphor: Entlastung für die Landwirtschaft

Bei der Beurteilung der Phosphor-Belastung von Flüssen und Bächen wurden in den bisherigen Studien unzutreffende Ansätze verwendet. Eine neue Studie weist Kläranlagen als Hauptverursacher aus.Das Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) hat in der vom saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz beauftragten Studie umfangreiche Messdaten der Arbeitsgruppe Gewässermonitoring der Universität des Saarlandes und des Landesamts für Umwelt mit Abwasserdaten des Entsorgungsverbandes Saar verknüpft. Die Daten beziehen sich auf das Einzugsgebiet der Theel. An dem 25 km langen Bach liegen insgesamt fünf mittelgroße Kläranlagen. Die Verfasser der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass die zu hohen Konzentrationen an biologisch verfügbarem Phosphor weitgehend auf die unzureichende Reinigung der kommunalen Abwässer zurückzuführen sind. Die Landwirtschaft habe nur eine geringe Bedeutung. Frühere Studien zur Theel, aber auch viele andere Studien zu Fließgewässern, sahen bisher auf Basis von Modellrechnungen die Landwirtschaft als wichtigen Verursacher. Jedoch basieren diese auf methodisch falschen Annahmen, wenn es um die biologische Wirkung in Fließgewässern geht. Falsche Annahmen – falsche Ergebnisse Zum einen wird häufig nur mit dem Parameter Gesamtphosphor gearbeitet und nicht das bioverfügbare Orthophosphat …

Nicht die erste Nahrungsmittelkrise – aber eine völlig andere

Im nachfolgenden Link wird anhand von sehr guten Grafiken erläutert, zu welchen Zeiten es bereits Nahrungsmittelkrisen gab. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schneller-schlau/steigende-preise-wie-nahrungsmittelkrisen-entstehen-18047631.html Was auch deutlich wird: diese Nahrungsmittelkrise ist anders. Meine Prognose: wir erleben gerade erst den Anfang und die Preise werden weiter steigen. Wenn es nicht gelingt, in den nächsten Wochen Agrargüter aus der Ukraine in die typischen Importländer zu bekommen (siehe Beitrag) werden sich die Preise nochmals nach oben bewegen. Ein Analyst sagte dazu „Dann sind die derzeit höchsten Preise die niedrigsten des Jahres 2023″. Wäre jemand so freundlich, diese Aussage den Entscheidungsträger im BMEL zu vermitteln?

Glyphosat nicht krebserregend

Wie die ECHA, die europäische Chemikalienagentur mit Datum vom 30. Mai 2022 mitteilt, wird der Wirkstoff Glyphosat erneut als nicht krebserregend eingestuft. Vorausgegangen war die Sichtung zahlreicher Studien. https://echa.europa.eu/-/glyphosate-no-change-proposed-to-hazard-classification Sie hatte diese Einstufung bereits im Juni 2017 abgegeben: https://echa.europa.eu/-/glyphosate-not-classified-as-a-carcinogen-by-echa Diese Mitteilung ist Teil des gesetzlichen Vorganges, der entscheidet, ob die Zulassung des Wirkstoffes im Herbst 2023 verlängert wird. Dieser Text ist die Weiterleitung einer fachlichen Information und stellt keinerlei Wertung dar.