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Insektenstudie: Weniger Weidegang – weniger Insekten

Das Thema des „Insektensterbens“ ist etwas aus den Schlagzeilen verschwunden. Herwig Scholz, ehemaliger Mitarbeiter der LWK NRW und Biobauer im Nebenerwerb lebt und arbeitet in der Nähe von Krefeld und kennt sich mit den Bedingungen vor Ort gut aus. Er hat mir die nachfolgende Präsentation geschickt: Weniger Weidegang heißt auch weniger Insekten Das besondere Augenmerk möchte ich auf die Folie 22 und folgende legen, aus denen deutlich wird, dass sich die Verhältnisse im Orbroicher Bruch seit der Umwidmung in ein Naturschutzgebiet entscheidend geändert haben. Dass dies Auswirkungen auf die Insektenwelt hat, ist nachvollziehbar und logisch. Leider war die Entwicklung für die Insektenvielfalt und die Biomasse negativ. Um es deutlich zu sagen: Der Naturschutz und nicht die Landwirtschaft hat im Orbroicher Bruch im Wesentlichen zum Rückgang der Masse der Fluginsekten geführt. Das Sterben der Bauernhöfe hat diesen Trend noch unterstützt.

Eine Entscheidung…

Der Lebensmittelverband will nicht mehr an der Ernährungsstrategie des BMEL mitarbeiten. Hier die Presseerklärung: https://www.lebensmittelverband.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-20221025-lebensmittelverband-stellt-mitarbeit-im-prozess-zur-erarbeitung-einer-ernaehrungsstrategie-ein Auszüge aus der Begründung: Wir sehen ….nicht die Bereitschaft des Ministeriums, auf entsprechende Vorschläge einzugehen. Das jetzt vom Ministerium gewählte Format ermöglicht unserer Auffassung nach aber keine sinnvolle Einbringung derer, die die Ernährungsstrategie hinterher zum großen Teil umsetzen müssen. Die Einladung des Ministeriums erweckt den Eindruck, dass die Ziele und Handlungsfelder der Strategie bereits festgelegt sind und mit den verschiedenen Stakeholdern eine Diskussion hierzu nicht weiter stattfinden soll Da die Pressemitteilung vom 25.10.2022 stammt, liegt noch keine Reaktion des BMEL vor.  

Es ist alles gesagt! Jetzt handeln!

In den letzten Jahren haben im landwirtschaftlichen Bereich zwei Kommissionen getagt und Ergebnisse produziert. die „Borchert-Kommission“, die eine Veränderung der Tierhaltung in Deutschland diskutiert und Vorschläge erarbeitet hat die „Zukunftskommission Landwirtschaft“, die im Nachgang des Agrargipfels im Kanzleramt einberufen wurde und Ziele und Maßnahmen für eine Transformation der Landwirtschaft formuliert hat. Beteiligt waren nicht nur landwirtschaftliche Organisationen sondern auch Teile der Gesellschaft, wie Naturschützer, Vertreter des Verbraucherschutzes und der Wissenschaft. Die finalen Papiere stellen somit den von vielen geforderten Gesellschaftsvertrag dar. Mit dem Wechsel zur  neuen Bundesregierung war zuerst nicht klar, ob die Ergebnisse der beiden Kommissionen akzeptiert werden würden. Aktuell hat Cem Özdemir beide Kommissionen eingeladen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Dies hat Borchert mit der verständlichen und logischen Begründung abgelehnt, dass man erst Ergebnisse seitens des BMEL sehen will. https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/borchert-kommission-erteilt-oezdemir-satte-abfuhr-570378 Die Zukunftskommission Landwirtschaft hingegen will weiterarbeiten und hat – wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist – im September wieder mit Özdemir getagt. Was besprochen wurde, ist nicht bekannt. Bemängelt wird vor allen Dingen von den Naturschützern, dass es keine klaren Ziele seitens …

60 Jahre bis zum Ende – eine Zahl ohne Fakten

Nur noch 60 Ernten? „Wenn wir weitermachen wie bisher, unsere Böden belasten und auslaugen, haben wir laut @FAO weltweit noch 60 Ernten, bevor Schluss ist.“ Zuletzt twitterte Sarah Wiener, Mitglied der Gruppe der Grünen im Europaparlament am 13.10.22 dieses Statement. https://twitter.com/wienerofficial/status/1580564766392975363?s=20&t=6o7NSduZ6XCLSzEWBeb2tw Macht man sich auf die Suche nach einer Quelle, wird man auf den Seiten von www.fao.org leider nicht fündig. Googelt man „FAO 60 Ernten“, so landet man bei diversen NGOs, allen voran dem BUND Bund Natur und Umweltschutz Deutschlands, der 2018 sogar behauptete: „Einer Studie der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO zufolge ist die Qualität von einem Drittel der weltweit nutzbaren Böden schlecht. Jedes Jahr verliere die Menschheit etwa zehn Millionen Hektar fruchtbaren Boden. Die Böden der Erde könnten nur noch für etwa 60 Erntejahre ausreichende Erträge liefern.“ https://www.bund-rlp.de/service/meldungen/detail/news/studie-boeden-werden-immer-schlechter-nur-noch-60-ernten-moeglich/ 3Sat beruft sich sogar auf eine Studie der „Vereinten Nationen, Abteilung Ernährung und Landwirtschaft“  https://www.3sat.de/wissen/nano/boden-burnout-100.html Die Botschaft wird in Wissenschaftsmagazinen wie TerraX https://terrax.podigee.io/12-sind-unsere-acker-noch-zu-retten-andrea-beste und Talkshows wie Riverboat verbreitet (Dirk Steffens, Umweltexperte) https://www.youtube.com/watch?v=X9BRohIe__8 (10:33), und soeben erschien ein Buch des britischen Autors Philip Lymbery mit dem Titel „Sixty Harvests Left: How to Reach a Nature-Friendly Future“. https://www.bloomsbury.com/uk/sixty-harvests-left-9781526619327/ Doch woher stammt …

Massentierhaltung – wissenschaftlich betrachtet

Eine Buchbesprechung von Arnold Krämer Die Bremer Historikerin Veronika Settele hat ein Buch geschrieben, das aktueller und wichtiger nicht sein könnte. Hinter der „Geschichte der Massentierhaltung von den Anfängen bis heute“ verbirgt sich eine gut lesbare wissenschaftliche Arbeit mit umfangreichen Quellenangaben über die Entwicklung der Fleisch- und Milchproduktion der letzten rund 170 Jahre in Deutschland und anderen westlichen Staaten. Die Verwendung des Begriffs Massentierhaltung im Buchtitel sollte nicht abschreckend wirken und von der Lektüre abhalten. Die Autorin weist darauf hin, dass dieser wie selbstverständlich in der agrarischen Fachwelt benutzt wurde, bevor er ab den 1970er Jahren zum Kampfbegriff der Gegner einer ökonomisch und auf Effizienz getrimmten Tierhaltung wurde und seitdem von der „grünen Seite“ konsequent gemieden wird. Im ersten Teil des Buches schildert die Autorin, wie allgegenwärtig die Nutztiere in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts in den großen Städten dieser Welt waren. Sie waren die „Lebensversicherung der Ärmsten“. „In Kellern hausten mitunter ein Mann, eine Frau, drei Kinder und 5 Schweine“. Fleisch war dennoch auch in Friedenszeiten so knapp, dass um 1912 regelrechte Aufstände in …

Dem Höhenflug folgt der Absturz…

Einem der großen Herstellern von Fleischersatzprodukten, der Firma Beyond Meat aus den USA, geht die Puste aus. Der Aktienkurs ist im letzten halben Jahr um rund 80% regelrecht abgestürzt. Zuvor war die Firma und die Aktie gehypt worden. https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/beyond_meat-aktie-kursbewegung-14-10-2022-11201255 Von den rund 1.100 Mitarbeitern sollen nun 200 entlassen werden. https://www.ecoreporter.de/artikel/beyond-meat-senkt-erneut-prognose-streicht-stellen/ Ähnlich geht es auch dem Hersteller von veganen Lebensmitteln „Veganz“. https://www.ecoreporter.de/artikel/veganz-umsatz-und-ergebnis-brechen-ein/ Und auch die Aktie des Haferdrink-Herstellers Oatly wird nicht mehr auf der Gewinnspur gesehen: https://www.ecoreporter.de/artikel/schlechtes-konsumklima-credit-suisse-stuft-oatly-aktie-herab/ Doch nicht nur die Aktien der Hersteller von Ersatzprodukten haben Schwierigkeiten. Auch der Bio-Fachmarkt leidet unter sinkender Nachfrage: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alnatura-lebensmittel-inflation-bio-supermarkt-1.5659199? https://www.lebensmittelzeitung.net/handel/nachrichten/krise-im-biohandel-alnatura-chef-goetz-rehnsieht-verzerrten-wettbewerb-167204 https://www.topagrar.com/oekolandbau/news/agrarwissenschaftler-rechnet-bei-oekoprodukten-mittelfristig-mit-absatzdelle-13212223.html Fazit: In Zeiten der Krise schaut der Verbraucher noch mehr als bisher auf niedrige Preise und alle Vorsätze bezüglich Nachhaltigkeit, Klima- und Tierschutz sind vergessen. Diejenigen, die sich darauf verlassen haben, dass höhere Standards auch in höheren Preisen entlohnt werden, werden jetzt enttäuscht.  Im Bereich Tierwohl kündigen die Schlachter gerade die ITW-Verträge, weil der Absatz rückläufig ist. https://www.fleischwirtschaft.de/nachrichten/nachrichten/fleischkonsum-schlachter-kuendigen-itw-vertraege-53802 Wie heißt es bei Berthold Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“ Gut wäre es, wenn das politische Berlin …

Tagung für Öko-Junglandwirte

Von einer Bekannten bin ich auf diese Tagung aufmerksam gemacht worden. Es sind noch Plätze frei! Vielleicht finden sich ja mögliche Interessenten in der Leserschaft https://schweisfurth-stiftung.de/wp-content/uploads/2022/09/Oeko-Junglandwirte-Tagung_2022-final.pdf Und hier das Programm: https://www.dropbox.com/s/3294n1m5onm4o8v/Oeko-Junglandwirte-Tagung_2022-Sept22.pdf? Irgendwie sind die Themen etwas andere als sonst im landwirtschaftlichen Umfeld.  

Supermärkte einfach nicht mehr beliefern…

Die Firma Mars hat eine Reihe von Markenartikeln von Lebensmittel bis Tiernahrung in ihrem Sortiment. Jetzt liefert sie diese nicht mehr an Edeka und Rewe, sowie Penny und Netto. Unternehmen/mars-liefert-seine-produkte-nicht-mehr-an-edeka-und-rewe-18381206.html#? Eigentlich ist so etwas nicht neu. Schon in der Vergangenheit hat es solche Situationen gegeben, wobei es auch schon vorgekommen ist, dass Supermarktketten oder Discounter einen Markenhersteller ausgelistet hat. In beiden Fällen, Liefersperre oder Auslistung, geht es immer nur um eines: um den Preis. Interessant ist die Begründung, warum der Streit nicht beigelegt werden kann: „Man sehe trotz intensiver Verhandlungen keine Basis, die von Mars geforderten Preiserhöhungen zu akzeptieren, teilte Rewe am Mittwoch in Köln mit. Manche Forderungen, die nicht mit höheren Kosten für Energie und Rohstoffe zu begründen seien, lehne man «strikt ab». Edeka sieht es ähnlich. «Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet», sagte ein Edeka-Sprecher.“ Übersetzt bedeutet dies: Die Lebensmittelhändler entscheiden, welche Kosten weitergegeben werden „dürfen“ und welche nicht. Das deckt sich auch mit der Aussage eines Einkäufers von REWE, die er mir persönlich gegenüber …

Özdemir auf dem Bundesparteitag

Einfach mal auf das Video klicken. Rede von Özdemir auf dem Bundesparteitag der Grünen in Bonn. Vielleicht auch zweimal anschauen und dann kommentieren… Und mal auf die Kommentare klicken.. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen