Alle Artikel in: Bauer Willi

Hallo Aldi, ich hab da mal eine Frage

Wir haben am Wochenende das Blättchen von Aldi Süd ins Haus bekommen. Auf Seite 3 ist zu lesen: „60% unseres Eigenmarken-Frischfleich aus Rind, Schwein, Hähnchen und Pute stammen – mit Ausnahme der (internationalen) Spezialitäten – aus den Haltungsformen 3,4, und 5.“ 60% wovon, habe ich mich gefragt. Und das steht ganz unten im Kleingedruckten: 60% bezogen auf den Umsatz von ALDI SÜD in Deutschland. Gemeint ist ja wohl auch hier das Eigenmarken-Frischfleisch. Auf der Seite gibt es drei Produkte aus dem Bio-Bereich (Bio-Schweinefleisch hat in Deutschland einen Marktanteil von rund 1%) und 5 Produkte aus dem konventionellen Bereich. Bis auf die Merguez-Bratwurst (ausländische Spezialität?) sind alle aus der Haltungsform 2. Cordon bleu, Chicken Nuggets und marinierte Hähnchensteaks sind kein Frischfleisch sondern verarbeitete Produkte. Von den 8 Produkten (Bio und Konvi) sind zwei Produkte mit „Qualität aus Deutschland“ gekennzeichnet. Die Bio-Produkte sind es nicht,  sie entsprechen aber der EU-Öko-Verordnung. Somit gehören sie keinem deutschen Bio-Verband an. Es deutet auch nichts darauf hin, dass das Bio-Fleisch aus Deutschland kommt.   Jetzt meine Fragen: was will uns Aldi …

Kooperativer Naturschutz

Kooperation statt Einzelmaßnahme? Eine bundesweite Umfrage des Thünen-Institutes erfasst, wie Landwirtinnen und Landwirte kooperative Agrarumweltmaßnahmen einschätzen. Unter welchen Bedingungen würden Landwirtinnen und Landwirte an kooperativen Agrarumweltmaßnahmen teilnehmen? Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Diskussion um kooperative Ansätze – auch mit Blick auf internationale Vorbilder wie das niederländische Modell, fehlt bislang ein belastbares Stimmungsbild aus der Praxis. Im Projekt MoNaKo wird dieser Frage nachgegangen und auch erläutert, was unter kooperativem Naturschutz verstanden wird. Die Teilnahme dauert etwa 15 Minuten und ist anonym. https://thuenen.limequery.com/489247?lang=de Je mehr mitmachen umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse.  

Zuckersteuer, Salzsteuer, Fettsteuer, Fleischsteuer… was noch?

Der nachfolgende Text könnte Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. Zucker ist ungesund Salz ist ungesund Fett ist ungesund Fleisch ist ungesund Ich war so froh, dass der Ampel das Licht ausgegangen ist und wir die Bevormundung durch einige Ideologen in der damaligen Regierung endlich los waren. Und jetzt das: die neue Bundesregierung will tatsächlich eine Zuckersteuer einführen. Wenn sie das macht, dann aber bitte konsequent auf alle zuckerhaltige Lebensmittel Steuer auf Limonade Steuer auf Bier und Wein Steuer auf Kuchen und  süße Backwaren Steuer auf Ketchup Steuer auf Schokolade Steuer auf Gummibärchen Steuer auf Datteln und andere Trockenfrüchte Steuer auf Nuss-Nougat-Creme Steuer auf Fruchtjoghurt Steuer auf Fertiggerichte (Pizza etc.) Weil ja auch Salz ungesund ist, bitte auch eine Salzsteuer auf alle stark salzhaltigen Lebensmittel Instant-Suppen Sojasauce gesalzener Hering Salami und Rohschinken Salzstangen Schafskäse Oliven Cornflakes Etwa ein Viertel unserer täglichen Salzaufnahme stammt alleine aus den täglichen Backwaren (Brot und Brötchen) Auch Fett ist ungesund. Deshalb ist eine Fettsteuer unumgänglich. Diese Steuer muss erhoben werden auf folgende Lebensmittel: Olivenöl und andere Speiseöle Butterschmalz Schweineschmalz und …

Ein Gedanke, der mir eben kam: Düngemittel

Ich war heute morgen mit dem Rad unterwegs. Das Feld steht prächtig am 1. Mai. Da kam mir der Gedanke, den Mitbürgern und Medien mal ein paar Worte zu Düngemittel zu sagen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Fazit: Die Bauern haben mit fehlenden Düngemitteln ein kleineres Problem als die Bürger und Verbraucher

Mehr Weidehaltung – fordern 80 Verbände

Weidetierhaltung sollte mehr als bisher gefördert werden. Das fordern mehr als 80 Verbände aus der Landwirtschaft, der Landschaftspflege und dem Naturschutz in einem gemeinsamen Positionspapier. Darin plädieren die Organisationen der „Plattform Grünland“ für die Verabschiedung einer ressortübergreifenden nationalen Weidestrategie und für eine einkommenswirksame Förderung der durch die Weidetierhaltung erbrachten Gemeinwohlleistungen. Was ich bemerkenswert finde: das Dokument wurde unter anderem von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS), dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterzeichnet. https://www.lz-rheinland.de/nachricht/plaedoyer-fuer-weidetierhaltung/ https://www.abl-ev.de/fileadmin/user_upload/21-04-2026_Position_Weidetierhalter.pdf Was ich bedauerlich finde: Im Artikel ist vom Wolf nicht die Rede. Dabei ist genau das ja ein Zielkonflikt: mehr Tiere auf der Weide und mehr Wölfe geht nicht. Das löst man auch nicht mit mehr Geld. Das Bild zeigt die Mutterkuh-Herde von Dieter E. 

Liebe Ölkonzerne

Liebe Ölkonzerne Mit großem Ärger beobachte ich eure willkürliche Preisbildung an den Tankstellen. Gerade in den letzten Tagen hebt ihr die Preise wieder an, denn ab dem 1. Mai gilt ja der Tankrabatt von 17 Cent. Ich werde am 2. Mai um 12 Uhr mit dem Traktor zum Tanken kommen. Meine Frau kommt mit unserem Auto. Unser Sohn tankt auch Diesel und kommt auch am 2. Mai um 12 Uhr zu eurer Tankstelle. Unser Nachbar will auch den Traktor tanken. Er hat einen guten Freund, der eine Spedition mit mehreren LKW hat, die er auch am 2. Mai um 12 Uhr tanken will. Es gibt sicherlich ein schönes Bild, wenn an diesem Datum und zu dieser Uhrzeit so viele Fahrzeuge zu eurer Tankstelle kommen. Wir werden aber nur tanken, wenn der Dieselpreis am 2. Mai um 12 Uhr auf deutlich unter 2,00 €/l gefallen ist. Wenn das bei eurer Tankstelle nicht der Fall ist: wir Landwirte sind gut vernetzt und werden dorthin fahren, wo der Diesel weniger als 2 € kostet. Sollte das nirgends der …

Studie Windschutzscheibe

Für eine wissenschaftliche Studie möchte ich meine Leser bitten, mir mindestens zehn Jahre alte Detail-Aufnahmen von Windschutzscheiben zu schicken. Bitte das Datum angeben und wieviel Kilometer seit der letzten Grundreinigung gefahren wurden. Die Studie soll belegen, ob die von vielen Bürgern geäußerte Behauptung, dass früher mehr Insekten an der Windschutzscheibe klebten, tatsächlich wissenschaftlich belegt werden kann oder dem wissenschaftlich belegten Phänomen der Erinnerungsverfälschung (auch Pseudoerinnerungen genannt) zugeordnet werden muss. Ein von mir zu beauftragendes Institut soll die Bilder auswerten und in Versuchen nachstellen. Ich erhoffe mir,  so zu belastbaren Daten zu kommen. Diese werden dann in dem von mir gegründeten IFES (Institut für erfundene Statistiken) ausgewertet.  Wie ihr vielleicht gemerkt habt, handelt es sich beim obigen Text um eine Satire. Sie soll verdeutlichen, dass man mit solchen Methoden einem Problem nicht wirklich auf den Grund gehen kann. Dazu bedarf es wissenschaftlich fundierter Methoden, die von allen Seiten akzeptiert sind und, wie in der Wissenschaft üblich, auch nachgeprüft und statistisch einwandfrei sind. Subjektive, also auch beeinflussbare Wahrnehmungen einzelner sind zudem nicht dazu angetan, den Ursachen auf …

Agrarreise: Amazonas mit eigenen Augen sehen

Ich war bisher mit zwei Mal in Brasilien und wir haben dort große und kleine Betriebe gesehen. Wir konnten feststellen, dass manche der Ansichten über Brasilien nicht stimmen oder so nicht stimmen. Dazu gehört auch der Naturschutz. Wenn man von Brasilien, Landwirtschaft und Naturschutz redet, fällt sofort ein Begriff: Amazonas. Und genau dort soll es jetzt hingehen: 2026-BauerWilli-Brasilien Der Amazonas – ein Name, der Bilder von undurchdringlichen Regenwäldern, unberührter Natur und der Lunge unserer Erde hervorruft. Gleichzeitig ist er Schauplatz intensiver Debatten über Abholzung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Viele dieser Diskussionen werden von weit entfernten Büros aus geführt, oft geprägt von Kampagnen internationaler NGOs. Umso entscheidender ist es, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen – besonders für Fachleute aus der Agrarbranche. Eine Agrarreise in den Amazonas ist weit mehr als eine Exkursion; sie ist eine Notwendigkeit, um die Realität hinter den Schlagzeilen zu verstehen. Es ist in den Medien oft die Rede von rücksichtsloser Abholzung, von Soja- und Rindfleischproduzenten, die den Wald vernichten. Und ja, diese Probleme existieren und müssen benannt werden. Doch die …

Nitrat und die Meßstellen

Man könnte meinen, dass das Thema „Nitrat“ aus der gesellschaftlichen Diskussion herausgenommen wäre. Jetzt hat das Portal proplanta das Thema aufgegriffen und die Daten visusalisiert (bildlich dargestellt) https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/pflanze/nitratbelastung-im-grundwasser-vielerorts-grenzwerte-deutlich-ueberschritten_article1775542908.html Hier die Übersichtskarte: https://www.proplanta.de/karten/nitratbelastung-grundwasser-uebersichtskarte17032021.html Was mir persönlich aufgefallen ist: Cloppenburg kommt im Schnitt der Jahre auf über 100 mg/l, der Nachbarkreis Leer liegt unter 1 mg/l. Der Kreis Ammerland liegt bei rund 77 mg/l, der Nachbarkreis Wesermarsch liegt im Schnitt der Jahre bei 0,41 mg/l. Der Kreis Viersen liegt bei 228 mg/l, für den Nachbarkreis Neuss (in dem ich lebe) sind keine Werte ausgewiesen. Die kreisfreie Stadt Köln kommt auf einen langjährigen Schnitt von 17 mg, weist jedoch im Jahr 2017 einen einmalig hohen Wert von rund 70 mg/l aus. In den Jahren davor und danach liegen sie im langjährigen Mittel. Die kreisfreie Stadt Erfurt dagegen liegt im gesamten Betrachtungszeitraum bei um 120 mg/l. Für eine Stadt ist dies ein sehr hoher Wert. Potsdam weist mit 0,07 mg/l einen sehr niedrigen Wert aus, die Zahlen für Berlin werden nicht ausgewiesen. Eine Erklärung für diese extremen Unterschiede habe …

Borlaug, Bosch und Greta

Kennen Sie Norman Borlaug? Oder Fritz Haber und Carl Bosch? Was ist mit Ingo Potrykus und Peter Beyer? Aber wer kennt nicht Greta Thunberg! Norman Borlaug hat sehr viel für die Menschheit geleistet, weil er Weizensorten züchtete, die wesentlich höhere Erträge erzielten als die bis dahin angebauten Sorten. Innerhalb von 20 Jahren versechsfachte sich der Ertrag, weil die neuen Weizensorten kürzer waren und nicht mehr so anfällig gegen bestimmte Krankheiten.In seinem Nachruf war nicht von ungefähr die Rede von „Brot für die Welt“. Manche reden sogar davon, dass er eine Milliarde Menschen vor dem Hungertod bewahrte. https://www.zeit.de/wissen/2009-9/nachruf-norman-borlaug Fritz Haber und Carl Bosch waren die Entdecker der Ammoniak-Synthese aus dem Stickstoff der Luft. Der „Kunstdünger“ war geboren. Um die Bedeutung dieser Entdeckung einschätzen zu können, sollten Sie sich die nachfolgende Grafik ansehen. https://ourworldindata.org/grapher/world-population-with-and-without-fertilizer Ohne „Kunstdünger“ wäre es unmöglich, die Hälfte der Weltbevölkerung (Stand 2015) mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Das Umweltbundesamt schreibt zum gleichen Thema folgendes: Im Baustein „Reaktiver Stickstoff“ des UBA-Umweltatlas erfahren Sie, was reaktiver Stickstoff ist, wie er entsteht und warum er in Deutschland …