Ich war bisher mit zwei Mal in Brasilien und wir haben dort große und kleine Betriebe gesehen. Wir konnten feststellen, dass manche der Ansichten über Brasilien nicht stimmen oder so nicht stimmen. Dazu gehört auch der Naturschutz. Wenn man von Brasilien, Landwirtschaft und Naturschutz redet, fällt sofort ein Begriff: Amazonas. Und genau dort soll es jetzt hingehen:
Der Amazonas – ein Name, der Bilder von undurchdringlichen Regenwäldern, unberührter Natur und der Lunge unserer Erde hervorruft. Gleichzeitig ist er Schauplatz intensiver Debatten über Abholzung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Viele dieser Diskussionen werden von weit entfernten Büros aus geführt, oft geprägt von Kampagnen internationaler NGOs. Umso entscheidender ist es, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen – besonders für Fachleute aus der Agrarbranche. Eine Agrarreise in den Amazonas ist weit mehr als eine Exkursion; sie ist eine Notwendigkeit, um die Realität hinter den Schlagzeilen zu verstehen.
Es ist in den Medien oft die Rede von rücksichtsloser Abholzung, von Soja- und Rindfleischproduzenten, die den Wald vernichten. Und ja, diese Probleme existieren und müssen benannt werden. Doch die Narrative verallgemeinern leicht und lassen kaum Raum für die vielfältigen Realitäten: für Familienbetriebe, die seit Generationen Land bewirtschaften, für die Suche nach nachhaltigen Anbaumethoden, für die ökonomischen Zwänge, denen die lokale Bevölkerung ausgesetzt ist. Unreflektiert wiederholte Aussagen – egal welcher Herkunft – verhindern eine differenzierte Auseinandersetzung und damit echte Lösungen.
Der Amazonas mit eigenen Augen: Eine Lernerfahrung
Eine Agrarreise in diese Region bietet eine unersetzliche Perspektive. Sie ermöglicht den direkten Austausch mit Landwirten, Forschenden, indigenen Gemeinschaften und lokalen Behörden. Plötzlich werden abstrakte Diskussionen greifbar und menschlich.
- Begegnung mit der Wirklichkeit: Wir sehen nicht nur Rodungen, sondern auch nachhaltige Forstwirtschaft. Wir lernen die Bemühungen kennen, traditionelle Anbaumethoden mit modernen, nachhaltigen Praktiken zu verbinden. Und man versteht die Herausforderungen der Logistik, des Klimas und des Marktzugangs für lokale Produzenten.
- Verständnis für die Menschen: Agrarwirtschaft im Amazonas ist nicht nur eine Frage des Bodens, sondern auch der Menschen. Eine Reise offenbart die individuellen Geschichten und ihre Abhängigkeit vom Land. Man lernt die Perspektiven der Menschen kennen, die oft als Protagonisten oder Antagonisten in globalen Debatten fungieren, aber selten selbst zu Wort kommen. Sie streben nach Wohlstand und einem besseren Leben, genau wie Menschen überall auf der Welt, und suchen nach Wegen, dies im Einklang mit ihrer Umwelt zu tun.
Ein eigenes Urteil bilden
Das Ziel dieser Reise ist nicht, die berechtigten Anliegen von Umweltschutzorganisationen zu ignorieren, sondern sie realistisch einzuordnen. Es geht darum, sich von vorgefertigten Meinungen zu lösen und ein eigenes, fundiertes Urteil zu bilden, das auf Beobachtung, Dialog und Empathie basiert.
Agrarfachleute, die den Amazonas besucht haben, kehren oft mit einem wesentlich nuancierteren Verständnis zurück. Sie erkennen, dass es keine einfachen Schwarz-Weiß-Lösungen gibt, sondern dass komplexe Probleme differenzierte Ansätze erfordern. Sie können besser beurteilen, welche Labels und Zertifikate wirklich etwas bewirken und welche lediglich Greenwashing sind.
Kurz gesagt: Wer über den Amazonas und seine Landwirtschaft sprechen will, sollte ihn gesehen haben. Nur der persönliche Augenschein eröffnet den Weg zu echtem Verständnis, anstatt sich in der blinden Wiederholung von Parolen zu verlieren.
Bevor es jedoch an den Amazonas geht, schauen wir uns Betriebe im Bundesstaat Goias an. Dieser Bundesstaat ist einer der kleineren Bundesstaaten, ist etwa so groß wie Deutschland und hat etwa 7 Mio. Einwohner. Die ursprüngliche Vegetation ist der Cerrado (Savanne). In der landwirtschaftlichen Produktion steht Goias an vierter Stelle hinter Parana, Mato Grosso und Rio Grande do Sul. Wir werden über Tag von Brasilia an den Amazonas nach Manaus fliegen (3 Stunden!) um so mit eigenen Augen sehen, wie unfassbar groß das Amazonasgebiet ist.
Diese Agrarreise soll dazu dienen sich von vorgefertigten Meinungen zu lösen und ein eigenes, fundiertes Urteil zu bilden, das auf Beobachtung, Dialog und Empathie basiert. Es wäre schön, wenn an der Reise auch Medienvertreter teilnehmen würden.
Hier das Programm incl. Anmeldeformular (Seite 2):
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns im November am Flughafen sehen.
Euer Bauer Willi
Zwei Hinweise:
1. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Deshalb bitte bald anmelden, wenn möglich noch im April, auch wenn der Anmeldeschluss erst Ende Mai ist.
2. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 20 Personen.


Lieber Bauer Willi!
Ich bin Sicher, dass die 20 Personen zusammenkommen. Ich hatte mir damals die Reiseziele ausgesucht und bekam von Reisebüro die Nachricht, dass wir, meine Frau und ich, manchmal bei einer anderen Reisegruppe dazukommen. Als ich einige Wochen nachfragte, ob jemand aus meiner Gegend mit von der Partie sei, erklärte man mir, dass die Reis stattfindet und die Reisegruppe aus 2 Personen besteht, nämlich meiner Frau und mir. Ich muss sagen, das war bisher die Schönste Reise. Wir wurden von dem Flugplatz von sehr gut deutsch sprechenden Fremdenführern betreut. Das beste war, dass wir viel Zeit eingespart haben und wir noch viel mehr sehen konnten. So auch in Manaus, wo wir mit einem Motorboot einen Tag am Amazonas und auch in Nebenflüsse hineinfuhren. Ich möchte diese Reise nicht missen und kann dies auch jeden halbwegs an der Natur interessierten Menschen. Alle Zusatzbesichtigungen haben uns in den 3 Wochen ca. 1.800,00 € gekostet. Nur den Mut nicht verlieren, denn mit Thailand und anderen Reiseländern, wo hauptsächlich der Sextourismus interessant ist, haben in diesen Gebieten nichts verloren und es wäre Schade um das Geld. Viel Erfolg wünscht Johann.
moin ich würde mich über einen schönen Bericht und Bilder freuen, da ich nicht mit kann aber Interesse hätte viel Spaß bei der Reise und heute einen schönen Tag
Zu heiß, zu feucht, zu teuer……für mich.
Die Trinkgelder gehen extra, steht doch da. Bei heiß und feucht und Brasilianerinnen würde mir allerdings auch was einfallen. Da muss man sich vielleicht verabreden und sich abends noch mal aus der Reisegruppe entfernen.
Aber, was ich noch erzählen wollte: Die West-Rentner in Thailand haben sich da alle niedergelassen und sich eine Frau nebst Familie angelacht. Das funktioniert ganz gut, aber dann gehört auch die ganze Familie dazu. Mal eine Mopedreparatur, mal ein Arztbesuch, mal ein Jubiläum.
Und jetzt kommt’s: Ein Großteil dieser Thai-Rentner hat in Thailand Grund und Boden gekauft oder eine Immobilie gekauft oder gebaut oder ein Unternehmen gegründet. Das war günstig, aber seit jeher illegal, weil Ausländer das nicht dürfen. Deswegen wurden die Liegenschaften auf den Namen thailändischer „Nominees“, Mitunterzeichnern, gegründet.
Nach etlichen Jahren staatlicher Toleranz greift der Staat jetzt umfassend und konsequent durch. Tausende westlicher Auswanderer und ihrer thailändischen Angehörigen werden unerwartet Razzien und Strafverfahren unterworfen – für Lebensentwürfe immerhin, die zuvor als legitim und auch als gesellschaftlich zuträglich galten. Sowohl für Investoren wie für Nominees sind mehrjährige Haftstrafen vorgesehen, und dazu gibt’s neuerdings tausende von Strafverfahren durch die thailändische Staatsanwaltschaft, die sogar knallhart durchgedrückt werden. Da droht jetzt deutschen Rentnern der Knast, obwohl die eigentlich nur normale Geschäfte gemacht hatten. Was für eine Enttäuschung!
Ich habe einen Verwandten in Thailand, deswegen.
– Panama wiederum, wenn man auswandern wollte, ist noch mal anders gelagert. Im Hochland, 150 km von Panama-City entfernt, gibt es überhaupt kein Recht außer Privatrecht. Da kaufste für zigtausend Ocken ein Grundstück mit dem Versprechen auf ein günstiges Haus obendrauf, ziehst da hin, wohnst aber nach Jahren immer noch im Zelt am immerhin idyllischen Bach, während dein Verkäufer der Einzige in der Gegend ist, der über einen Jeep, einen festen Zaun um sein Grundstück und (natürlich vorsätzlich) meterhohe Hunde und Schusswaffen verfügt.
Stell dir vor, du hast da die letzten 95.000 € reingesteckt, lebst da in der Pampa, 150 km von auch nur irgendwas entfernt, auf der vermeintlich eigenen Scholle, Bananen kriegst du von den Einheimischen weiter unten am Hang, überlebst also, hast aber sonst nichts, weil der Verkäufer mit dem Jeep dir nichts mitbringt, wenn er die 300 km Piste nach Panama-City fährt. Weil er sauer bist, dass du sauer bist, weil du dieses Haus angezahlt hattest, aber noch nicht mal der Nachbar eins hat, der vorher bestellt. Du hast 100.000 reingesteckt, aber wohnst im Zelt. Immerhin ist es warm, du hast frisches Bachwasser und fast kostenlose Bananen.
Na ja, diese Story wiederum stammt von einem Deep Seek (einer tiefen Suche) nach „Finca Bayana“, die langjährig auf PI-News beworben wurde. Landwirtschaft wäre da oben ebenfalls kein Problem.
Was Sie schreiben interessiert mich nicht. Warum schreiben Sie das hier?
bist du arm?
Lieber Willi, ich bin sehr gespannt auf da Reisetagebuch. Das würde ich mir auch mal anschauen, aber 2027 geht es wieder in die Heimat mein̈er Frau, nach Ghana. Dort werden wir mal auf einem Stück Land mal es mit Kartoffeln versuchen und Wambugu Apples aus Kenia anpflanzen. Da kenn ich mich ja als Obstbauer aus. Reisen erweitert den eigenen Horizont und die Sichtweise auf die Dinge.
Erst einmal müssen wir die 20 Mitreisenden gewinnen. Ansonsten findet die Reise nicht statt.
Und, gibt’s auch Auswanderungsberatung dazu? Von Panama und Thailand rate ich ja inzwischen ab.
Ich war vor ca. 8 Jahren in Manaus, der größten Stadt Amazoniens. Im Amazonasgebiet leben ca. 3 Mio. Menschen, meist indigene Bevölkerung. Das Einzugsgebiet des Amazonas und Rio Negro hat ca. 7.7 Mio. km². Europa hat 10.2 Mio. km². Das Einzugsgebiet des Rio Negro alleine ist jene Fläche von Frankreich und Deutschland zusammen. Die Bevölkerung, auch wenn diese Eingeborene sind, müssen von der Landwirtschaft leben. Seit der Umwelttagung in Brasilien im Vorjahr ist nicht mehr der Regenwald des Amazonas, sondern der Regenwald des Kongoflusses in Afrika am meisten durch Brandrodung und Abholzung am gefährdetsten. Ich kann Ihnen, Herr „Bauer Willi“ und allen Teilnehmern zu dieser Exkursion gratulieren.
@Johann
Danke für Ihren Beitrag. Schon bei den vorangegangen Reisen haben wir Abstand von einigen (Vor-)Urteilen nehmen müssen. Was wir in Mato Grosso und Parana in der Landwirtschaft und der Verarbeitung gesehen haben, entsprach mindestens (!) europäischem Standard. Hochmoderne Schlachthöfe mit vorbildlicher Mitarbeiterversorgung. Pflanzenschutz mehr und mehr statt mit dem Flugzeug mit Drohnen. Das sieht man dort in der Praxis.
Ich habe einen täglichen Reisebericht geschrieben. Selten habe ich so viele gehässige Kommentare auf diese Schilderung der Realität bekommen wie bei den Brasilienreisen. Die NGO´s haben ganze Arbeit geleistet.
Nur nicht davon abringen lassen. Dummheit und Ignoranz ist schlimmer als Glyphosat