Bauer Willi
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Studie Windschutzscheibe

Für eine wissenschaftliche Studie möchte ich meine Leser bitten, mir mindestens zehn Jahre alte Detail-Aufnahmen von Windschutzscheiben zu schicken. Bitte das Datum angeben und wieviel Kilometer seit der letzten Grundreinigung gefahren wurden.

Die Studie soll belegen, ob die von vielen Bürgern geäußerte Behauptung, dass früher mehr Insekten an der Windschutzscheibe klebten, tatsächlich wissenschaftlich belegt werden kann oder dem wissenschaftlich belegten Phänomen der Erinnerungsverfälschung (auch Pseudoerinnerungen genannt) zugeordnet werden muss.

Ein von mir zu beauftragendes Institut soll die Bilder auswerten und in Versuchen nachstellen. Ich erhoffe mir,  so zu belastbaren Daten zu kommen. Diese werden dann in dem von mir gegründeten IFES (Institut für erfundene Statistiken) ausgewertet. 

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, handelt es sich beim obigen Text um eine Satire. Sie soll verdeutlichen, dass man mit solchen Methoden einem Problem nicht wirklich auf den Grund gehen kann. Dazu bedarf es wissenschaftlich fundierter Methoden, die von allen Seiten akzeptiert sind und, wie in der Wissenschaft üblich, auch nachgeprüft und statistisch einwandfrei sind. Subjektive, also auch beeinflussbare Wahrnehmungen einzelner sind zudem nicht dazu angetan, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Sie dienen nicht der Sache, sondern eignen sich lediglich dazu, Stimmungen zu verstärken. Und Stimmungsmacher haben wir wirklich schon genug.

Die allgemeine Aufregung um das Insektensterben (Abnahme der Biomasse an Fluginsekten) hat sich gelegt. Das ist nicht gut. Ich habe bisher nichts davon gehört, dass sich irgendjemand damit beschäftigt, allen möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Es dürfte Konsens sein, dass jede Form des Ackerbaues Einfluss auf Insekten hat. Es dürfte hoffentlich auch Konsens sein, dass es auch viele weitere Ursachen gibt. Wer trägt diese zusammen? Wer bewertet die? Wer zieht aus den Ergebnissen die Konsequenzen?

Aus meiner Sicht ist dies eine Aufgabe von Umwelt- und Naturschutzverbänden, der wissenschaftlichen Forschung und ganz sicher auch von uns Landwirten und unseren Verbänden. Das meint jedenfalls

Euer Bauer Willi

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33 Kommentare

  1. Erwin hausmann sagt

    Jeder, der Insekten auf seiner Windschutzscheibe hat, trägt zum Insektensterben bei.

  2. Jennifer Lehoux-Wäldele sagt

    nach der starken Verbreitung der invasiven Art, die Asiatische Hornisse, ein sehr aggressives und hungriges Insekt, das eine Gefahr für die Biodiversität sein könnte, Frage ich mich wo sind die Leute von „Rettet die Bienen“, denn es wäre höchste Zeit für sie aktiv zu werden und die Bienen und andere Insekten vor dieser invasiven Art zu schützen

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  3. Frikadellen piet 47 sagt

    moin immer wieder schön dass uns Willi über den Unfug, der von Umweltverbänden oder Leuten die meinen etwas Gutes für die Umwelt zu tun verbreiten! eigentlich ist das eine Täuschung, die angeklagt werden müsste, da sie einigen wie zum Beispiel den Landwirten wie viel kostet. schönen Tag

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    • Inga sagt

      es soll ja nur zum Nachdenken ansporen.

      meine Cousine, die Frau Lehrerin ist stolz, dass sie und ihre Schwester gegen das AKW in Borken war.
      Ich antwortete, Hauptsache Strom kommt aus Steckdose.
      Und wer soll den Strom des dort stillgelegten Kohlekraftwerkes ersetzen?

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  4. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Gibt es bei den Insekten einen Unterschied zwischen Verbrenner- und E-Windschutzscheibe?

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    • Inga sagt

      höchstens zwischen Traktor- und PKWwindschutzscheibe.

      Vielleicht noch Fahrren zwischen AB, Landstrasse und Feldweg.

    • Peter sagt

      Beim E-Auto bauen Motor und Akku ein komplett anderes elektromagnetisches Feld auf. Die daraus resultierende Ablenkung der Insektenflugrouten wird gerade intensiv erforscht. Man nimmt an, dass die Installation von nach vorn geöffneten Hufeisen an der A-Säule den Effekt noch verstärken kann. Vorsicht ist in Gebieten mit hoher Glühwürmchendichte geboten, dort könnte es zu Fehlaktivierungen kommen. Sollten dadurch Unschärfen bei Blitzer-Fotos entstehen, gibt das ganz schnell Punkte in Flensburg.

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  5. Limes sagt

    welche Insekten und in welcher Anzahl sollen denn wo leben? Das ist mir völlig unklar bei den ganzen Diskussionen.
    Auf der Windschutzscheibe auf keinen Fall denn das ist nicht gut für die freie Sicht. Aber gut über das Ungewisse lässt sich ja auch trefflich schreiben und diskutieren vor allem auch gut Geld für irgenwelche Aktionen sammeln.
    In den letzten Jahren im Garten zu sehen grüne Reiswanze, Asiatische Marienkäfer (in Europa eingeführt zur biologischen Schädlingsbekämpfung) ersetzt den aus Kinderzeiten bekannten Siebenpunkt Marienkäfer. Asiatische Hornisse nutzt Wassertränke die ich für Insekten und Libellen eingerichtet habe genauso wie heimische Hornissen und andere Tiere. Manche behaupten jetzt die asiatische Hornisse sei unerwünscht da sie Bienen als Nahrung nutzt. Kann ich nicht abschätzen ob es ein Naturphänomen ist oder ein Schädling.
    Ach ja der Buchsbaumzünzler freut sich derzeit ebenfalls noch über das Nahrungsangebot mal sehen wie lange noch. Orientalische Mauerwespe inkl Brutröhren finden sich an der Hauswand. Kastanienminiermotte eingewandert wohl per Auto aus Südost Europa frisst regelmässig die Kastanien kahl. Alles Arten die früher nicht auf der Windschutzscheibe aber auch nicht im Garten/Umfeld zu finden waren.
    Sind das gute Entwicklungen, habe ich jetzt die richtigen Insekten, in optimaler Menge in meinem Umfeld oder fehlen wichtige Arten. Fragen übder Fragen?

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  6. Kemetbauer sagt

    Die Entomologie ist wenig prestigeträchtig. Mit einem Engagement in diesem Beriech kann man keinen Blumentopf gewinnen. Das haben selbst die NGOs erkannt. Und der gemeine Bürger verbindet mit Insekten eher negative, zum Teil sogar ekelerregende Erinnerungen. Ameisen, Schaben, Schmeißfliegen, Steckmücken und ähnliches Getier, erscheinen vielen Zeitgenossen als kaum erhaltungswürdig.
    Die heutigen Autos haben fast alle eine Windkanalkarriere hinter sich. Die Windschlüpfrigkeit führt auch zur Ableitung der sich im Luftstrom befindlichen Insekten. Schon deshalb wird man heute viel weniger Leichen auf Scheinwerfern und Windschutzscheiben finden. Der Rückgang der Weidetierhaltung trägt ebenfalls zur Reduzierung des Insektenaufkommens bei. Die Angaben schwanken zwar erheblich aber man kann davon ausgehen, dass eine GVE, während der Weideperiode, für die Entstehung von mind. ca. 200g Insektenmasse verantwortlich ist. Ohne Kuhfladen auf der Weide, fehlt der Lebensraum für viele Insekten und anderes Getier. Ohne Insekten gibt es für die Nachzucht vieler Vögel keine Nahrung. Es wird dann schnell sehr still in Feld und Flur.
    Als Motorradfahrer kann ich mich noch an die frühen 70er Jahre mit Jet-Helm erinnern. Bei Überlandfahrten fühlte man im Gesicht den Aufprall der Insekten als Nadelstiche oder heftige Aufschläge. Das Reinigen des Helmvisiers gehörte zu den Tätigkeiten vor jeder Fahrt. Das ist heute anders. Ich fahre zwar nicht mehr mit einem Jet-Helm aber wenn ich den Klapphelm öffne, gibt es nur noch wenige Einschläge und das Visier reinige ich im Monatstakt. Aber, das sind lediglich subjektive Eindrücke!

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  7. Limes sagt

    die Erzählungen zu Insekten auf der Windschutzscheibe fallen in die Kategorie Popeye Marketing.
    Wer kennt nicht die Geschichte aus der Kindheit wenn du Spinat isst wirst du gross und stark wie Popeye. Kinder mussten Spinat essen! Widerstand zwecklos denn Erwachsene haben die Geschichte ohne sie zu Hinterfragen übernommen.
    Ähnliche Erzählungen für Klein und Groß verbunden mit der Geschichte wegen der Landwirtschaft sterben die Insekten aus sind heute allgegenwärtig zu sehen, zu hören und zu lesen ob in „Qualitätsmedien“ oder schlichter Journaille.

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  8. Otto Loewl sagt

    Die Autos von früher (VW Käfer steile Windschutzscheibe) kann man mit modernen strömungsgünstigen Autos nicht
    vergleichen.
    ein Teil der Insekten gehen mit dem Windstrom übers Auto.
    Hierzu bräuchte man Windkanalstutien

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    • Reinhard Seevers sagt

      Das ist wohl auch so ein Mythos. Ich bin jahrelang mit allen möglichen Autotypen gefahren und „früher“ wann immer dies war, hatte ich immer einen Insektenlösungsmittel und einen Insektenschwamm im Wagen. Diese Utensilien habe ich seit Jahren nicht mehr genutzt. Es gibt einen Insektenschwund, wie auch einen Klimawandel. Wer aber dafür die Schuld haben soll, oder welche Ursachen dies haben könnte, ist eigentlich völlig Banane, weil es ausschließlich auf ein bashing der einen oder anderen Seite rausläuft.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wer vor 60 Jahren mit dem VW Käfer durch die Landschaft fuhr, traf nur wenige Autos. Durch den heutigen dichten Autoverkehr entstehen Luftwirbel, die meiner Meinung nach dafür sorgen, dass sich Insekten kaum mehr trauen, die Straße mit den Autofahrern zu teilen.

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        • Ex-Baumschuler sagt

          Der VW Käfer war aber auch eine Killerkarre. Noch bevor ich 18 war, hatte ich damit einen Typen auf dem Zebrastreifen angefahren, was mit einer fiesen Erpressung endete, weil der wusste, dass ich nicht versichert war und so eine zusätzliche Einnahmequelle fand. So lernt man schon als Jugendlicher die Schönheit unserer Zivilisation kennen. Dann schon lieber Tiere umfahren.

          Denn dann flog da diese Schwalbe vor dem Auto her, eigentlich sogar halb in Fahrtrichtung, aber sie war zu langsam, die Windschutzscheibe war schneller. Plopp.
          Und dann das Reh noch, das unbedingt über die Straße musste, obwohl da gerade ein Auto kam, und dann noch meins. – Aber die ganzen Insekten auf der Windschutzscheibe habe ich erst gar nicht gezählt.

          Man sieht also: Da kommt einiges an Biomasse zusammen, und das war ja nur mein erster Wagen.

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              • Bauer Willi sagt

                @Ex-Baumschuler
                Wie wäre es denn, wenn Ihnen ein Artikel nicht gefällt, dass Sie ganz einfach nichts schreiben?
                Im Übrigen scheinen Sie den Sinn des Artikels nicht verstanden zu haben. Es ist NICHT gut, dass über Insektensterben nicht mehr geredet wird. Wie man an den vielen vernünftigen Kommentaren hier lesen kann, gibt es ja durchaus gute Argumente, wieder über Insekten zu reden. Invasive Arten nehmen ja ständig zu und machen auch in der Landwirtschaft Probleme.

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                • Inga sagt

                  umd stechen mich im Sommer, qenn ixh nicht mit rechne, weil ich diese Arten nicht gewöhnt bin.

                • Ex-Baumschuler sagt

                  @Inga, ich hatte schon sechs Zecken gleichzeitig, von einer einzigen Wiese. (Davon merkt man aber nichts mehr.) Jetzt fragt man sich noch, ob das botanisch Inzeckten sind oder Saugetiere. Und warum überhaupt.

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                • Ex-Baumschuler sagt

                  „Sinn des Artikels nicht verstanden“

                  Weil der Sinn nicht noch mal extra unter den Artikel geschrieben ist. So einen Artikel kann man ja schreiben, wie es gefällt, aber dann schreibt man halt noch mal drunter: „Und hier ist der Sinn: Hm hm hm“

                  Und zwar nicht „Hm hm hm“, sondern „hier, das, das“ und „da“ und „so“. Man kann ja nicht mehr von den Lesern verlangen, als man selbst anbietet.

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  9. Peter Rommel sagt

    Reflexartig wird der Landwirtschaft, vor allem wegen dem Einsatz von „Kunst-„dünger und Pflanzenschutzmittel die Schuld zugeschoben. Vergessen wird dabei, dass dessen Einsatz bereits Jahrzehnte bevor der Rückgang der Insekten festgestellt wurde, im Einsatz waren.
    Was sich bei der Landwirtschaft geändert hat, zumindest hier im Südwesten, ist der Wegfall kleinstrukturierte Bewirtschaftung, Kleintierhaltung im privaten Bereich und allgemein die Viehhaltung. Dies hat sicherlich auf die Biomasse von Insekten eine Auswirkung. Mein subjektives Empfinden ist aber, dass die Artenvielfall zugenommen hat. Hirsch- oder Nashornkäfer, Taubenschwänzchen, Holzbienen und.a. kannte ich aus meiner Kindheit nicht. Dafür unendliche Massen an Stubenfliegen, Stechmücken und Pferdebremsen.

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  10. Rößle Rudolf sagt

    Hallo Willi
    Gute Ausbeute auf der Scheibe
    die Frösche quaken im Sommer im Teich
    die Kühe und die Pferde freuts
    wenn die Bremsen weniger werden
    Bei der derzeitigen Wetterlage vermehren sich nicht mal die Stallfliegen
    Fünf bis zehn Liter Regen im April
    Kein Winter kein Frühling keinen Insekten
    Zudem wissen wir nicht was wir so unbewusst an Chemikalien in die Luft blasen die auf Insekten negativ einwirken können
    Dazu kommt noch die großflächige Aberntung in der Landwirtschaft in kurzer Zeit und deutlich früher wie noch vor Jahren.

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  11. evonik sagt

    Wahrscheinlich sollte man einen Lockdown für Fahrzeuge einführen, sonst kleben eines Tages die letzten Insekten auf Autoscheiben.

    Im Ernst, das ist wohl auch so ein komplexes Thema wie das Nitrat im Grundwasser. Und ich frage mich, ob da überhaupt noch seriöse Forschung möglich ist. Von Naturschutzverbänden ist das eh nicht zu erwarten, die werden nur in die Richtung Positives für bio-Lw suchen.
    Bei uns am Amt sehen die Mitarbeiter fast alle nach Bio-Essen aus, sogar der Pflanzenschutz- Experte hat auf Bio umgestellt. Deswegen wird bis in die höchsten Ämter der Lw-Verwaltung auch alles zu Gunsten Bio analysiert werden.

    Mich würden Daten zur Auswirkung der Dürren auf die Insekten interessieren. Ich habe Beobachtungen auf Grünland aus 2017/2018 in Erinnerung.

    Die Auswirkungen unserer Pflanzen-Züchtung wären auch mal Thema. Wenn manche Menschen Probleme mit modernem Weizen haben, könnte der durchaus auch für Insekten und Vögel verursachen. Wenn wir Pflanzen auf Gesundheit züchten, sind auch Auswirkungen auf das Bodenleben zu erwarten.

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  12. Peter sagt

    „Gute Fahrer haben die Fliegenreste auf den Seitenscheiben.“
    (Walther Röhrl) 😁😉

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  13. Rathje Clasen sagt

    Unter einer Straßenlampe kann man schön sehen , wie sich Insekten nachts abkämpfen.
    Hier, in der Prärie , werden die Straßenlampen um 23.30 ausgeschaltet, was sicher auch der Insektenpopulation zu Gute kommt, um
    am nächsten Tag wieder Kuhfladen , Pferdeäppel und Güllepötte zu besiedeln.
    Und in der Stadt?????

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  14. Reinhard Seevers sagt

    Ich finde es hat eh keinen Sinn, dass man national mit regionalen wissenschaftlichen Erkenntnissen irgendetwas verifizieren kann. Es wird auch keine Freisprechung der Agrarbranche geben, auch wenn die Indikatoren dies zeigen würden. Am Ende ist Landwirtschaft wiederum Schuld, wenn z.B. die Schwalben als Kulturfolger nicht mehr folgen, weil der Misthaufen weg und die Stalltür zu ist. Man kann es drehen, wie man möchte, aber am Ende steht die extensive Freiflaächen-PV-Anlage und dort ist dann die Artenvielfalt so hoch, dass man ruhigen Gewissens unsere kompletten Lebensmittel importieren kann.

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