Man könnte meinen, dass das Thema „Nitrat“ aus der gesellschaftlichen Diskussion herausgenommen wäre. Jetzt hat das Portal proplanta das Thema aufgegriffen und die Daten visusalisiert (bildlich dargestellt)
Hier die Übersichtskarte:
https://www.proplanta.de/karten/nitratbelastung-grundwasser-uebersichtskarte17032021.html
Was mir persönlich aufgefallen ist: Cloppenburg kommt im Schnitt der Jahre auf über 100 mg/l, der Nachbarkreis Leer liegt unter 1 mg/l. Der Kreis Ammerland liegt bei rund 77 mg/l, der Nachbarkreis Wesermarsch liegt im Schnitt der Jahre bei 0,41 mg/l.
Der Kreis Viersen liegt bei 228 mg/l, für den Nachbarkreis Neuss (in dem ich lebe) sind keine Werte ausgewiesen. Die kreisfreie Stadt Köln kommt auf einen langjährigen Schnitt von 17 mg, weist jedoch im Jahr 2017 einen einmalig hohen Wert von rund 70 mg/l aus. In den Jahren davor und danach liegen sie im langjährigen Mittel.
Die kreisfreie Stadt Erfurt dagegen liegt im gesamten Betrachtungszeitraum bei um 120 mg/l. Für eine Stadt ist dies ein sehr hoher Wert. Potsdam weist mit 0,07 mg/l einen sehr niedrigen Wert aus, die Zahlen für Berlin werden nicht ausgewiesen.
Eine Erklärung für diese extremen Unterschiede habe ich nicht. Vielleicht kann die Community hier weiterhelfen.


@ Stadmensch
„Gibt es den Versuch (e) seitens der landwirtschaftlichen Unternehmer, etwas zu unternehmen?“
Meine Ergänzung: Welche Dinge haben Staat und Verwaltung zu verantworten?
Die Untersuchungsergebnisse sind wie sie sind. Sie sind aber überhaupt nicht repräsentativ, und in irgendeiner relevanten Form aussagekräftig. Man kann gemessene Werte und ihre Entwicklung weder einer regionalen Viehdichte (Bsp. Kreis Viersen, Kreis Lüchow- Dannenberg), noch überdurchschnittlicher Dichte an Biobetrieben (Bsp. Lüchow-Dannenberg) zuordnen.
Was man sagen kann:
1. Der Technische Aufwand zur Ausbringung von organischen Dünger steigt massiv an (Stichworte z. B. : Verbote Prallteller, Gülleinjektion, Schleppschuhtechnik)
2. Die Lagerkapazitäten für Biogasanlagen, und Viehlatungen wurden massiv aufgestockt.
3. Die Kontrollen der Betrriebe, die ohne Fläche organischen Dünger produzieren wurden gezielt verstärkt, die Dokumentationspflichten stark ausgeweitet
4. In den viehstarken Regionen geht der Mineraldüngeraufwand stetig zurück.
Die Ursachen für hohe Messwerte bei landw. relevanten Messstellen sind extrem vielfältig:
Hier ein paar Gründe:
1. Bodenbiologie, -chemie (Stichwort Denitrifikation)
2. Düngung auf einen optimalen Ertrag, der dann aber nicht erreicht wird
3. Düngung, ohne dass der Aufwuchs abgeerntet und abgefahren wird (Gemüsebau)
4. Jahr(zehnt)elange Düngung zu Unzeiten wegen fehlender Lagerkapazitäten
5. Niederschlagssumme, und -verteilung (Verdünnungseffekte)
6. Messtiefe
Danke. Ich sehe es mit der Brille des Laien, der vor langer Zeit bis ins Studium mit Chemie gequält wurde und in dessen Branche alles unbelebt und deterministisch ist.
Noch eine Ergänzung:
Man muss nicht immer mehr messen, man muss handeln und beim Handeln Prioritäten setzen! Das Priorisieren ist aber nun mal keine Stärke in D. Man verliert sich oft im Klein- Klein! Das Pareto-Prinzip scheint vielen Politikern nicht bekannt zu sein
Im Grunde ist in den letzten rund 10 Jahren aber alles richtig gemacht worden:
– Lagerraum, Lagerraum, Lagerraum
– Ausbringungstechnik
– Betreiber ohne eigene Fläche (Biogasanlagen, gewerbliche Tierhaltung) und deren Nährstoffströme scharf kontrollieren und ggfls sanktionieren
Davor hatte die deutsche Politik aber viel versäumt.
Bildung und Beratung bleiben allerdings eine Daueraufgabe
Bei der gewerblichen Tierhaltung die Kontrolle und Sanktionierung in den Fokus zu nehmen, war vielleicht aus Weser-Ems-Sicht und der historischen Erfahrung, richtig. Heute würde ich es sogar besser finden, es gäbe mehr davon, denn die Standortfrage der Tierhaltung und der Bedarf von organischen Düngemitteln in Ackerbauregionen ist schon krass unterschiedlich. Und die Kontrolle der gewerblichen ist in meinen Augen einfacher, als die eines privilegierten Betriebes mit 125 Schlägen in einem Umkreis von 25km, deren Beprobung und Kontrolle einem bürokratischen Supergau gleicht.
Herr Krämer, das gilt auch umgekehrt Richtung Politik und Verwaltung
Bildung und Beratung bleibt eine Daueraufgabe.
Verwaltungsfehler der Superklasse ist das Düngeverbot von Zwischenfrüchten in roten Gebieten .
Was schlimmeres kann man der Bodenbiologie nicht antun.
Stattdessen , Lagerraum für 12 Monate bauen , und im Frühjahr die Kulturen Gülle ertränken.
Da ist es wieder, das typisch deutsche, das Übertreiben beim Regulieren.
Die Ausweisung der Roten Gebiete auf der Grundlage eines völlig unzureichenden Messnetzes steht auf einem noch anderen Blatt.
Fun fact: Wenn ich mehr als 12 Monate bauen möchte, bekomme ich in etlichen Landkreisen keine Genehmigung, weil Gewerblichkeit unterstellt wird….grins.
Die Ausweisung der „Roten Gebiete“ auf Grund eines unzureichenden Messnetzes und in völliger Unkenntnis der im Boden ablaufenden Prozesse ist ja die Crux für dieses Dilemma!
Wir haben auf unseren, nachweislich landwirtschaftlichen Flächen eine Nitratmessstelle seit 1996. Ich zweifle auch keinen gemessenen Wert an.
Der Oberpegel schwankt zwischen 160 und 30 mg Nitrat/ccm . Der Unterpegel liegt stabil bei rund 1 mg/ccm Nitrat
Trinkwasser wird aus dem Unterpegel gewonnen; also kein Problem.
Wir sind Saale-Eiszeitgebiet: 20m Lehm über dem ersten Grundwasserleiter und nochmals 25m Lehm über dem 2. Grundwasserleiter.
Ein Nitratdurchbruch ist laut Gutachten der Humboldt-Uni nicht zu erwarten (sauerstoffreich). Das Erreichen des ersten Grundwasserleiters ist nach“wissenschaftlichen Erkentnissen“ erst in 20 Jahren messbar.(die Denitritifikation noch nicht mal berechnet)
Punkteinträge durch konzentrierte Viehhaltung haben nach dem Verlauf der Hydroisoypsen eine Anströmgeschwindigkeit von 10!!! m/Jahr.(hier gab`s 50 Jahre keine Viehhaltung)
Wir reden hier über Phänomäne, welche eventuell 100-150 Jahre benötigen, um messbar zu werden.
Das heißt im Umkehrschluss: einmal rotes Gebiet; immer rotes Gebiet.
Ich habe diese ganze Pseudodsikussion so satt!
Es gibt wenig Kommentare zu dem Thema. Das kommt wohl von der Komplexität des Themas.
Ich glaube Niederschläge wurden nicht angesprochen. Hier haben die Bäche momentan -geschätzt – weniger als die Hälfte des üblichen Wassers. Es kommt wenig Regen bei den Quellen an. Das gilt wohl auch für das Grundwasser. Wenn nun weniger Wasser aus Niederschlägen , bei gleichem N-Überschuss auf den Feldern, im Grundwasser ankommt erhöht sich die Nitrat-Konzentration im Grundwasser automatisch.
Das heißt aber noch lange nicht dass mehr N ausgewaschen wird.
Was die guten Werte von Potsdam betrifft: So wie ich mich erinnere gibt es in der Region viel Wald. Das spielt auch eine Rolle.
Der Harz hat sehr gute Werte. Der Osten davon ist landwirtschaftlich geprägt geprägt und hat -so habe ich es in Erinnerung- wenig Regen. Das führt dann dazu, dass der Salzlandkreis sehr hohe Werte hat.
Der Anteil von Grünland wird eine Rolle spielen, Gemüsebau, Dauerkulturen,…
Wie gesagt: Alles sehr komplex.
Gibt es den Versuche seitens der landwirtschaftlichen Unternehmer, etwas zu unternehmen? Also alle Faktoren mit Einfluss auf Stickstoffverlustpfade bei Messungen zu berücksichtigen? Messverfahren anzupassen, weiterzuentwickeln? Dann könnte man den Anteil den die Blackbox Bodenleben (dynamischer Puffer?) hat evtl. grob modellieren. Wer soll das sonst machen?
Wer soll was wann wo messen?
In welcher Tiefe? Pro Quadratmeter oder pro ha? Bei welchem Wetter, zu welcher Jahreszeit? Mit welchem Messsystem?🦄🥳
Wasweißich? Ist doch ein superinteressantes Thema, zu dem bestimmt auch schon kubikmeterweise geschrieben wurde. Geht ja nicht nur um Verluste an teurem Dünger, sondern auch um sehr nützliche Zusammenhänge im Bereich Stabilisierung oder Schutz oder gar Mehrung der organischen Bodenbestandteile. Wenns also noch keine geeigneten Apparate zur kontinuierlichen oberirdischen Erfassung (N2O, NH3) gibt, muss die jemand basteln und ausprobieren!? Dann halt standortbezogen vier Messsonden für die Dickerwasseranalyse auf einem Versuchshektar. Alles Mögliche messen: Feuchtigkeit, Temperatur, welche Kultur usw. Dann mit Kollegen Erfahrungen tauschen. Alles Open Source, um sich nicht abhängig zu machen vom Elfenbeinturm. Aber ich weiß schon: drei Bauern, ein Hut…
Was soll das bringen? Bürokratie?
Nein verdammt! Es ist Liebe zum Beruf! Neugier, Spieltrieb. Ich will doch wissen mit welchem Produktionsmittel ich meine Zeit verbringe?!
🫶
@SG
Da stellt sich zunächst die Frage nach der Zielsetzung. Die N-Ausbringungsmenge reduzieren zu wollen wird schon jetzt großflächig unterlaufen. Hier in meiner Region pachten mittlerweile Ackerbaubetriebe Grünlandflächen zu, um den dafür erlaubten Stickstoff zusätzlich für ihre Marktfrüchte verwenden zu können. Für die Grünlandflächen kassieren die Betriebe dann noch Extensivierungs-, Blümchen- und sonstige Fördergelder. Der Effekt ist, dass die Grünlandpachtpreise sich fast verdoppelt haben. „Vielversprechender“ sind da Satellitenbildaufnahmen der sich entwickelnden Kulturen. Die Farbintensität der Kultur, in Verbindung mit Boden- und Wetter/Klimadaten, lässt gewisse Rückschlüsse auf verfügbaren N zu. Da man dem Landwirt eh illegales Handeln unterstellt, liegt die Beweisführung, hinsichtlich seines gesetzestreuen Handelns, letztendlich bei ihm. Von den Brunnen, wird dann niemand mehr reden.
Der aktive Landwirt mit Top Ausbildung , Fachwissen und Berufserfahrung.
Genau diesen Menschen traut die Politik und die Wissenschaft es nicht zu.
Weil jedem Landwirt erstmal pauschal unterstellt wird , das er die Umwelt zerstört, sobald der Trecker läuft, es sei denn er kann am Schreibtisch und mit App’s das Gegenteil belegen.
Da haben Sie absolut Recht! Und die Landesidioten ohne Ausbildung und ohne Fachwissen regieren unser Land….. und noch dümmere wählen Sie immer wieder auf´s Neue
Unsere Bevölkerung sollte erst mal froh sein, das vor Ort noch Nahrungsmittel produziert werden. Was nützen uns einige Milligramm Nitrat weniger, wenn gleichzeitig die eigene Selbstversorgung sinkt.
Lösungsansätze für die Zukunft:
Erstmal damit aufhören Landwirte zu depremieren.
Die nachfolgenden Überlegungen funktionieren nur mit motivierten Landwirten und vieles davon lässt sich nicht in Ordnungsrecht pressen bzw. funktioniert nicht bei kurzen Pachtverhältnissen.
Bodenchemie und Nährstoffverhältnisse in Ordnung bringen, der ph Wert wie weiter unten schon diskutiert ist das eine, der ph Wert wird je nach Ausgangsgestein nicht nur durch Calcium beeinflusst. Auf unseren Sandböden kommen aktuell z.B. Magnesiumkalke zum Einsatz.
Dann kommt die ganz grosse Frage wie wir positiven Einfluss auf die riesige Blackbox Bodenbiologie nehmen können? Zum Beispiel durch eine ausgewogene Mikronährstoffversorgung. Die Bodenbiologie ist die Verwalterin des organisch gebundenen Stickstoffes im Boden. Laut Bodenzustandsbericht aus 2018 haben wir auf einem durchschnittlichen Hektar Acker bis in einem Meter Tiefe einen Stickstoffvorrat von 9500kg.
Wir versuchen es aber durch Bilanzierung im Büro zu lösen. Gleichzeitig fehlen uns die Leute zur Erarbeitung von Lösungsansätzen auf dem Acker.
Auch hier nur Magnesiumkalke .
3 jährige Pachtverträge sind der Tod für jeden Acker.
Da fühlt sich kein Pächter für ph und co. verantwortlich, wenn man genau weiß,
das nach 3 Jahren der nächste Meistbietende kommt.
moin die große Frage ist ja wo diese Messstellen sind. gibt ja auch Messstellen, die sehr nah am Kanalsystem der Abwassersystems der Gemeinden sind, das zum Teil sehr marode ist und Abwasser durchlässt. dann ist es logisch dass dort nur belastete Mond ist. man sollte also genau betrachten welche Messstellen man bewertet. schönen Samstag
ein Landwirt bei uns darf nicht düngen,weil die Messwerte zu hoch sind,aber die nächste Messstelle ist ca 20km Luftlinie entfernt
Der große Fehler, bei diesem Thema,ist aus meiner Sicht folgendes :
Man muss N und C zusammendenken, dann wird ein Schuh daraus, macht so aber keiner.
Wenn C durch eine positive Humusbilanz zur Verfügung steht , bindet sich überschüssiges N an C , und kann sich nicht Richtung Grundwasser verlagern.
Umgekehrt , wenn man kein N anbietet , baut C ab , und es wird eine Abwärtsspirale in Gang gebracht , die das Grundwaser in 20- 30 Jahren belasten.
Das die Mesststellenergebnisse alle seriös sind , glaub ich auch nicht.
Prof. Licha behauptet über 90% aller Meßstellen sind fehlerhaft oder die Daten daraus falsch dokumentiert. Nach seinen Angaben kann N auch nur in Kombination mit anderen Stoffen „wandern“. Die Verbindungen sind vielfältig und nicht untersucht.
Bis auf P können alle Nährsstoffe auswaschen .
Deshalb ist es auch so schwierig ,auf abgerockten Flächen den ph Wert hoch zubekommen, zumindest auf leichten Boden.
RC
Was wäre denn ein angemessener pH-Wert für leichte Flächen? Und warum sollte man ihn „hoch“ bekommen wollen?
Bei uns , 16 bis 38 Bodenpunkte , Sand bis anlehmig , sind ph 5,8 optimal.
Habe schon eine Fläche mit ph 4,3 zugepachtet. da wollt kaum Roggen wachsen . das waren 0,5 ha , und lag nebenan. Bodenpunkte ca 30.
Erst mit Kleegrasuntesaaten plus kalken hat sich was getan . Das ist jetzt 15 Jahre her , und ph ist jetzt bei ca 5,3.
„Deshalb ist es auch so schwierig ,auf abgerockten Flächen den ph Wert hoch zubekommen, zumindest auf leichten Boden.“
M.E. liegt das in erster Linie daran, dass der pH-Wert das Ergebnis einer logarithmischen Funktion ist: pH 4 ist 10x so sauer wie pH 5 und 100x so sauer wie pH 6. Entsprechend werden viel mehr (10x so viele) neutralisierende Ionen (CaO/MgO) gebraucht, um von pH 4 auf 5 zu kommen als von 5 auf 6.
Auf leichten Ackerböden ist pH um 5,8 gut, weil in dem Bereich der beste Kompromiss liegt hinsichtlich der Verfügbarkeit von Makro- und Mikronährstoffen.
Als Einwohner des Kreises Viersen muss ich was loswerden zu diesen Zahlen.
Der Westkreis hat durch Sanduntergrund grosse Probleme mit Nitrat. Im ostteil sieht das ganz anders aus. Bisher gab es da sogar grüne Gebiete .
Eigentlich müsste so eine Karte die Messpunkte anzeigen. Das ganze auf Kreisebene zu beziehen, verzerrt das Bild
wer sich im Kreis Viersen bewegt hat den Eindruck oberflächlich alles flach und gleich aber im Untergrund gibt es sehr grosse Unterschiede.
Details im Nitratbericht 2024 Kreis 2024. Viel Stoff aber es zeigt der Kreis sertzt sich im Detail mit dem Thema auseinander.
https://kis.kreis-viersen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZQzxJGHSppKNjhM_LfpieOdMkBq4FVXhKvm4c-XHrsbY/Nitratbericht_2024_finale_Fassung.pdf
Prof. Licha von der Ruhr- Universität Bochum beschäftigt sich mit horizontalen Wasserbewegungen in Grundwasserkörpern. Er hat auf einer Tagung in Bremen einen erhellenden Vortrag zu dem Thema gehalten. Ich stelle die Videoaufzeichnung dazu hier ein, sobald sie öffentlich ist. Derzeit forscht er im LK Osterholz zur Nitratverlagerung unter reinen Agrarflächen, um die Einflüsse von Siedlungen und anderen Gebieten auszuschließen. Dann hätte man erstmals eine von anderen Einflüssen bereinigte Aussage und evtl. eine Verifizierung der landauf landab diskutierten Verursachung.
Das Problem liegt in der Art der Visualisierung. Im Artikel steht, das die Daten auf 1200 Messtellen basieren. In der Karte sind wesentlich weniger Daten visualisiert. Wahrscheinlich die Mittelwerte aus den Regionen, die dann den Regionen zugeordnet wurden.
Besser wäre eine Darstellung als Punkte (1200)
@Ina Körner
Das sind wohl Mittelwerte der Region. Sie erklären aber nicht die gewaltigen Unterschiede von Kreis zu Kreis. Wie überhaupt Mittelwerte nichts aussagen. Beispiel: Wenn am Standort von Ina der Wert 500 mg/l beträgt, bei Willi aber 0, dann ist der Mittelwert 250. Beide sollen jetzt weniger düngen. Ist ziemlich sinnbefreit, oder? So läuft es aber bei den Roten Gebieten. Hier in der Nähe ist ein solches. Zwei Meßstellen sind extrem auffällig, die anderen sechs liegen irgendwo zwischen 15 und 25 . Es trifft aber alle Landwirte in dem Gebiet.
Aber nicht nur die Nitrat-, sondern auch die Temperaturmessungen erscheinen als unzuverlässig:
– Zu Beginn der Messungen existierten nur eine Handvoll Messstationen in Nordamerika und -europa. Die meisten Kontinente hatten im 19. Jh. keine Stationen: ganz Südamerika, Afrika, Australien, Indonesien. Dennoch werden auch die frühen Werte als Referenzwerte hergenommen.
– Die danach sukzessive hinzugekommenen Messgeräte sind immer noch nicht repräsentativ oder gleichmäßig über die Welt verteilt.
– Mithilfe der zunehmend neu gewonnenen Werte zwischen der Klimaregionen wurden die fehlenden Werte der ursprünglich fehlenden Messstationen nachberechnet. Dies ist besonders deswegen problematisch, weil aus diesen reinen Modelldaten angebliche Referenzdaten gemacht werden. Es sind aber keine Messdaten.
– Neue Messanlagen werden oft in urbanen, überhitzten Asphaltanlagen aufgestellt, auch an Flughäfen oder Hauptverkehrswegen.
– Die Werte über die Zeit weggefallener Messstationen werden nicht von den Messungen ausgeschlossen, sondern nach den vorhergehend entwickelten Modellen zwischen den benachbarten Stationen interpoliert.
– Bis heute werden die Temperaturen über den erdumspannenden Ozeanen kaum gemessen, und unter der Oberfläche wohl noch seltener.
Beim Nitrat, nehme ich an, ist der tatsächliche Wissenschaftsstand vielleicht ebenso vorgeblich. Man tut, als sei man wichtig und könne die reinen Fakten darstellen. Daraus leitet man politische Zielvorstellungen ab und daraus wiederum gesellschaftliche und zuletzt persönliche Maßnahmen.
Dabei werden viele wissenschaftliche Grundlagen nicht gesichert sein. Es werden Vorgaben aufgrund von Annahmen gemacht, die sich später als unzutreffend herausstellen.