Wir haben am Wochenende das Blättchen von Aldi Süd ins Haus bekommen. Auf Seite 3 ist zu lesen:
„60% unseres Eigenmarken-Frischfleich aus Rind, Schwein, Hähnchen und Pute stammen – mit Ausnahme der (internationalen) Spezialitäten – aus den Haltungsformen 3,4, und 5.“
60% wovon, habe ich mich gefragt. Und das steht ganz unten im Kleingedruckten: 60% bezogen auf den Umsatz von ALDI SÜD in Deutschland. Gemeint ist ja wohl auch hier das Eigenmarken-Frischfleisch.
Auf der Seite gibt es drei Produkte aus dem Bio-Bereich (Bio-Schweinefleisch hat in Deutschland einen Marktanteil von rund 1%) und 5 Produkte aus dem konventionellen Bereich. Bis auf die Merguez-Bratwurst (ausländische Spezialität?) sind alle aus der Haltungsform 2.
Cordon bleu, Chicken Nuggets und marinierte Hähnchensteaks sind kein Frischfleisch sondern verarbeitete Produkte. Von den 8 Produkten (Bio und Konvi) sind zwei Produkte mit „Qualität aus Deutschland“ gekennzeichnet.
Die Bio-Produkte sind es nicht, sie entsprechen aber der EU-Öko-Verordnung. Somit gehören sie keinem deutschen Bio-Verband an. Es deutet auch nichts darauf hin, dass das Bio-Fleisch aus Deutschland kommt.
- Jetzt meine Fragen: was will uns Aldi mit der Zahl 60% sagen?
- Warum werden so viele Produkte der Haltungsform 2 angeboten und
- warum so wenig Produkte aus Deutschland?
- Warum so viele verarbeitete Produkte, die ja nicht zu den 60% gehören?
Meine persönliche Wahrnehmung in deutschen Supermärkten und Discountern: besonders bei Schweinefleisch, aber auch bei Geflügel wird überwiegend nach Haltungsform 1 und 2 gegriffen. Höhere Haltungsformen findet man auch, muss aber danach suchen. Wo man es schon mal häufiger findet: in der Kühltheke mit den Produkten nahe am Ablaufdatum mit entsprechender Preisreduzierung.
Und jetzt meine Frage an euch: Achtet ihr auf solche „Werbung“? Bedeutet euch die Zahl etwas? Beeinflusst das euren Kauf? Um es im Fleisch-Jargon zu sagen: interessiert das irgendeine Sau? 🙂
Ich bin ehrlich: wenn mich Rainer nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, hätte ich es überlesen.
Zur Info: hier Zahlen zu den Anteilen der verschiedenen Haltungsstufen aus 2025:
https://derhoftierarzt.de/2025/01/haltungsform-aktuelle-zahlen-bestaetigen-tierwohl-trend/


Wieviel Prozent ein Aldi von diesem oder jenem handelt oder trickst ist völlig egal.
Allein der Slogan “ Eine Frage der Haltung “ ist das dreisteste was den Strategen bisher
eingefallen ist. Als „Pate“ der Preisdrückerei gibt man den „ehrbaren Kaufmann “ der sich
auch noch ums Tierwohl kümmern muß.
Zu Geflügelfleisch bei Aldi Süd und Nord: Jedesmal, wenn ich dort zum Bio-Fleisch greife, erstaunt mich, dass es aus Österreich kommt. Als ich noch in Bayern lebte, empfand ich das als im weitestens Sinne „regional“. Warum aber auch in SH das Hähnchenfleisch aus Österreich kommt, ist mir ein Rätsel… Dass das kleine Österreich die deutschen Aldis (komplett?) mit Bio-Hähnchen versorgen kann, wundert mich irgendwie…
Bio-Masthaenchen werden auch in D produziert. Man kann damit auch Geld verdienen. Vielleicht kann Aldi aber günstiger in Österreich einkaufen, weil dort ein strukturelles Überangebot besteht?
Ich hab gestern zum ersten Mal ein TK-Produkt von Frosta (Frosta ist für alle da) – ein Hühnchencurry- gegessen. Ich wollte gerade die Packung wegwerfen und dachte mir, schauste mal auf die Inhaltsliste…die steht ganz unten weit hinter dem CO-2-Fußabdruck-Label. Dort steht dann: Hierher kommen unsere Zutaten:
Deutschland: – gegarter Reis, Wasser, Salz
Thailand: – marinierte gegarte Hähnchenbrust
Spanien: – Zucchini, rote Paprika, Sonnenblumenöl
China: – Zuckerschoten, Wasserkastanien, Cayennepfeffer, Kreuzkümmel
Peru: – Mango
Italien: – Apfel
Costa Rica: – Ananas
USA: – gegarter Wildreis
Indien: – Kurkuma, Bockshornkleesamen
Ukraine: – Koriander
Ungarn: – Senfsaat
Ägypten: – Fenchel
Globales Essen direkt aus dem Überseecontainer in die Frostmaschine….nur noch heimischen gegarten Reis und etwas heimisches Salzwasser dazu und fertig ist die nachhaltige, Zusatzstofffreie, ohne künstliche Aromen gemixte Fertignahrung.
Der Reis ist doch auch nur heimisch gegart, kommt im Original nicht aus D. Es bleiben nur Wasser und Salz. Mehr hat D nicht zu bieten 😎
aus USA . steht da.
In Bayern nennt man das Verhalten von Aldi u.Co „einseifen“. Der Kunde wird mit positiven
Infos zugeballert das er mit einem gutem Gefühl zugreift. Auch Politikern und NGO s
soll gezeigt werden wie aktiv man ist, den Bauern die nur Böses ( Stallhaltung) im Sinn
haben die Richtung zu weisen. Ist das Ganze mit Unwahrheiten und Verdrehungen ge-
spickt, kommt bei uns wie beim Tacho manipulierenden Gebrauchtwagenhändler noch
der „Grattler“ hinzu.
Ich frage mich momentan ,ob mit den 60 % das Angebot oder die verkauften Mengen gemeint sind.
Auf das Angebot bezogen stimmt die Behauptung im Prospekt.
Bio-Steak und Bio – Hack und die Hähnchen-Schenkel sind wohl als Frischfleisch zu werten.
Die beiden Bio-Produkte (HS 5) sind mehr als 2 /3 des Angebotes an Frischfleisch.
Ich vermute aber, dass die verkauften Mengen bei den konv. Hähnchen-Schenkeln wesentlich mehr als 50 % der verkauften Ware sind.
na und?
Selbst wir Landwirte finden nicht mal raus, was ALDI mit seiner Aussage genau meint. Was versteht ALDI unter Frischfleisch und wie viel Umsatz macht der Laden mit den Eigenmarken ( und wie heissen die alle ? ). Das müsste dann nämlich recht viel sein.
Eigenmarken bei Milch ist ja die „Ramschware“… nicht schlechter in der Qualität, aber eben immer das günstigste Angebot abgefüllt. Alle paar Monate sind härteste Verhandlungen über die neuen Preise, die der Handel bezahlen will und die Molkerei gerade noch so überleben lässt, ohne von einer anderen Molkerei unterboten zu werden. So gesehen passt „teure Haltungstufe“ im Vergleich zu den „niedrigsten Preisen“ nicht.
In Zukunft gedacht ist das wohl auch das Ende der Markenware, bzw. der – wenn auch kleinen- Auswahl der Abnehmer.
In der Schweinehaltung sieht man den Effekt der höheren Haltungsstufen – Betriebsaufgaben.
Wenn ITW auch auf die Sauenhaltung noch stärker zwangsweise ausgeweitet wird, dann beschleunigt sich dieser Trend noch mehr.
Der Kunde zeigt seinen Willen nicht bei Umfragen, sondern durch sein Kaufverhalten! Und der ist beim Schwein eindeutig Haltungsstufe 1+2. Alles andere ist Ideologie, zielt am Markt vorbei und zerstört die heimische Schweinehaltung.
Vor 20 Jahren noch hatte man den Schweinebraten beim real,- noch regulär und ständig und jahrelang konstant für 3,99 €/kg bekommen (mit Knochen, was ich oft besser finde) oder für 4,99 €/kg (ohne Knochen, woraus man selbst Aufschnitt machen kann).
Das kam, weil der real,- zuvor einen riesigen Gammelfleischskandal verwickelt war. Um nicht den ganzen riesigen Laden am Stadtrand zu gefährden, hatten sie dann konsequent umgeschwenkt und nur noch günstiges und bestes Fleisch angeboten. Auch meine zuletzt genossene Zungenwurst (kennt heute kaum noch wer) kam von deren Bedientheke. Vorbildlich.
Aber damals war mir der Schweinebraten für 5 €/kg zu teuer, heute ist mir der doppelte und dreifache Preis zu teuer. Es herrscht halt immer Knappheit, wie auch immer.
„jetzt meine Fragen: was will uns Aldi mit der Zahl 60% sagen?“ und „Achtet ihr auf solche „Werbung“?“
60% gross, dominant in grün in Verbindung mit den Wörtern Haltungswechsel in der Überschrift sowie Bio bleibt in den Köpfen beim flüchtigen Lesen hängen. Eine speziellen Kundenschicht fühlt sich angesprochen und bestätigt. So subtil wirkt Werbung und 60% sind ja auch mehr als 50% oder gar nur 30% (z.B Zielvorgabe einer speziellen Produktionsmethode). Bewusst achtet man evtl nicht auf die Werbung aber irgendwie bleibt was beim Überfliegen hängen.
Übrigens: Am Freitag gibt es dann bei Aldi die ausgelobten „internationalen Spezialitäten. Ein kulinarisches Highlight aus Österreich den „Wiener Heurigen Aufschnitt“. Ohne Angabe einer Haltungsstufe, da spricht Aldi eine andere Kundengruppe an. Die „internationale Spezialität“ setzt sich zusammen aus 4 Top Sellern dem „Bergsteiger“, der „Käsewurst“, dem „Kaminfeger“ und der „Polnischen Spezial“ die sind wohl bei den 60% außen vor und gehören zu den restlichen 40%? Oder habe ich nicht korrekt gerechnet? Möglicherweise ist es ja auch eine Aldi Spezialgruppe da ohne Haltungsstufe und zählt weder zu den 60% noch zu den 40%. Wer weis!
@Limes
Alle vier Produkte sind verarbeitetes Fleisch und somit nicht in der Statistik für unverarbeitetes Frischfleisch. Wurst/Aufschnitt etc. ist ohnehin nicht in den 100%. Schinken übrigens auch nicht, weil geräuchert…
Dazu ist es „ausländisch“ also auch deshalb nicht in der Statistik. Wenn es aus Österreich kommt (der Deutschen Urlaubsland mit Bergen und Seen“) muss es ja gut sein…
Ich schaue nicht in die Prospekte. Ich kaufe hauptsächlich Grundnahrungsmittel. Ich kaufe auch das Fleisch im Edeka, sie haben ganz gute Auswahl. Ja, ich achte auf die Haltungsform und kaufe die „4“.
„Ich kaufe hauptsächlich Grundnahrungsmittel.“
Dann muss man seinen Braten aber auch selbst marinieren.
na und?
Fleisch mit haushaltsüblichen Zutaten zu marinieren, ist eigentlich denkbar einfach, denn die Zutaten für die Marinade hat jeder zu Hause. Am besten lässt man das marinierte Fleisch im wasserdichten Gefrierbeutel durchziehen, dann hat man da erst gar keinen Abwasch, und alles ist luftdicht und gut verteilt.
Der größte Trick der ganzen Asia-Imbisse (mit Chop-Suey und so) ist übrigens, dass sie das Fleisch schon am Vortag marinieren, weswegen es auch immer so zart ist. Das könnte man im Prinzip auch selbst machen. Sauerbraten z.B. wird vorher eingelegt, aber der ist ja noch mal speziell und vielleicht auch deshalb nicht bei Aldi erhältlich.
moin ich war Montag du wirst keine vernünftige Aussage oder besser gesagt Antwort bekommen, wenn Du nachfragen würdest. das ganze ist nur damit der Kunde zufrieden ist vermutlich. schönen Tag
Beim Fleischpreis ist derzeit NETTO am niedrigsten im Vergleich zu Lidl, Aldi, Rewe oder auch Penny. Und ein paar türkische Supermärkte verkaufen noch zum Minimalpreis, weil das für sie rentabel ist, weil sie die Reste an die umliegenden Dönerbuden loswerden. Das ist dann natürlich wieder halal, was ja gegen den Tierschutz verstößt, aber ich glaube, in Niedersachsen gibt’s dafür eine Ausnahmeerlaubnis.
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/neue_aufgaben_veterinaerzug_st_wendel_100.html
Ich möchte zum Thema ‚Frischfleisch‘ obigen Link zum Lesen empfehlen.
Als tierhaltender Betrieb bin ich über das neue Aufgabenfeld mehr als erstaunt, möchte sagen – alarmiert.
Zu den Fragen bzgl. Angebotsblättern, nein, mich interessiert diese Werbung nicht.
@firedragon
Aus dem Link: „Der Veterinärzug wird hauptsächlich ehrenamtlich von Tierärzten, Landwirten und Metzgern getragen.“
Warum alamiert? Bei diesem Personenkreis ist doch die Aufgabe in den richtigen Händen, oder?
Oder geht es darum, dass es überhaupt diese Notwendigkeit gibt?
„… Zukünftig soll der Veterinärzug in Notlagen für die Versorgung der Bevölkerung im Saarland mit Fleisch sorgen können …“
Es ist dieser Satz, als neue Aufgabe, Herr Dr. Kremer-Schillings. Ich weiß, Sie sind kein Tierhalter. Fragen Sie Ihre tierhaltenden Berufskollegen, wie die diesen Satz auffassen.
Die holen euch da ungefragt das Vieh vom Hof, weil’s anderswo eine Notlage gibt. Die Historiker werden später sagen, die Bellizisten seien schuld gewesen.
Danke für die Veröffentlichung. Frischfleisch ist das Fleisch, welches an der Theke mit Verkaufspersonal angeboten wird. Wie viele Aldis haben überhaupt so eine Theke ? Auch vermute ich mal, dass die Aldi-Kundschaft sehr auf den Preis achtet und auch aus Bequemlichkeit die Plastikverpackungen bevorzugt. An der Theke wird ja auch oft mariniertes, also aufgetautes Fleisch verkauft. Auch dieses fällt meines Erachtens nicht unter Frischfleisch. Dass dann die paar Fleischkäufer, die an die Frischetheke stehen auch ganz gezielt nach hochpreisiger Ware (= höhere Stufen) fragt, ist klar. Diese Kunden könnten auch zum Dorfmetzger gehen, aber vielleicht hat die Aldi-Theke den Dorfmetzger bereits pleite gemacht oder der Kunde ist „zu faul“, nach dem teuren Einkauf noch zum Metzger zu fahren. Somit ist das Versprechen mit der höheren Haltungsstufe eigentlich ein Versprechen, um noch schneller jedwelche Konkurrenz auszuschalten. Aldi-Mänäger könnten auch gut Bundeskanzler werden 🙂 .
„Frischfleisch ist das Fleisch, welches an der Theke mit Verkaufspersonal angeboten wird.“
Soweit ich weiß, gibt es den Begriff „Frischfleisch“ nicht. Es heißt offiziell frisches Fleisch und damit sind die Produkte gemeint, die gekühlt oder eingefroren sind oder waren, unbehandelt, unverarbeitet. Insofern wäre Aldi auf der hellen Seite der Macht.
darf
frisches Fleisch
eingefroren gewesen sein?
Die Verbraucherzentrale sagt dazu:
„„Frisches Fleisch“ bezeichnet Fleisch, das zur Haltbarmachung nur gekühlt, gefroren oder schnellgefroren wurde. Manchmal kann auch tiefgefrorenes Fleisch noch als frisch bezeichnet werden, wenn es den gesetzlichen Vorgaben entspricht – im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln wie beispielsweise Fisch. Aufgetautes Fleisch darf jedoch keinesfalls als „frisch“ verkauft werden und muss deutlich mit dem Hinweis „aufgetaut“
gekennzeichnet sein.
Kritisch sehen wir die Möglichkeit, auch Fleisch unter Schutzatmosphäre als „frisch“ zu bezeichnen, obwohl eindeutig Veränderungen in der Zusammensetzung gegenüber frischem Fleisch festzustellen sind.“
Hier die Definition:
„Frischfleisch ist nicht weiterverarbeitetes, unveredeltes Fleisch von frisch geschlachteten Tieren, das lediglich gekühlt oder gefroren wurde. Es handelt sich um rohes Muskelgewebe, das keine Pökel-, Räucher- oder sonstige Konservierungsprozesse durchlaufen hat.“
Das könnte sein, das ich das falsch gesagt habe. Ich ging davon aus, was wir vor einigen Jahren bei unserer Solawi für Vorschriften hatten. Um Fleisch von unserem Hof an die Mitglieder abzugeben, musste die von einem EU-zertifiziertem Schlachter in dessen Metzgerei geschlachtet und abgepackt werden. Es durfte kein Frischfleisch, (Hackfleisch, Knochen, Innereien, Würste, Hundefutter)… abgegeben werden, es musste alles in eingefroren und vacumiert sein. Nur Braten, Schnitzel und anderes Muskelfleisch durfte am selben Tag als Frischfleisch abgegeben werden (ebenfalls sauber vacumiert), und die nächsten Tage als Vorrat eingefroren werden.
Viele alte Kunden von uns wollten dies nicht so, sie wollten „frisches Fleisch“ zum selber portionieren.
In Kenia habe ich in den späten 1990-ern mal eine ausgedehnte Reise auf eigene Tour gemacht. – Am Dorfmarkt – staubig, sonnig, heiß – hing in der Bretterbude eine halbe Kuh, von Fliegen übersät. Ich bestellte trotzdem ein Stück. Das gewünschte Fleisch wurde einfach mit einem Hackebeil vom Kadaver heruntergeschlagen, ohne Rücksicht auf Knochen und vielleicht unterschiedliche Fleischsorten. Es ließ sich dann auch kaum weichkochen.
Das selbe in den Restaurants: Auch im Hähnchenfleisch waren Knochensplitter zu finden.
Derweil bin ich wieder auf Bockwürstchen im Sonderangebot reingefallen, und die stinken nach Acetaldehyd, wohl wegen Plastikverpackung (wie bei Aldi, aber diesmal wohl eine Montags-Charge).
Ich möchte hier noch mal feststellen, dass nicht jeder (!) teuer einkaufen, also nicht beim Dorfmetzger oder im Hofladen die Einkaufstasche packen kann … Und Käufer beim Aldi oder anderem Discounter sind such oft die, die finanziell nicht rechnen brauchen!
„In Ländern wie Frankreich, Italien oder Kroatien, da fährt man mit dem Fiat 500 zum Markt und kauft beste Ware zu gutem Preis. Die Deutschen fahren mit dem Porsche Cayenne oder mit dem Audi A8 zu Aldi und kaufen das Billigste.“
(Michaela Kaniber, Agrarministerin in Bayern (CSU))
„beste Ware zu gutem Preis“
Eine ziemlich sinnleere kryptische Formulierung.
In Italien fahren hautpsächlich Rentner, Hausfrauen, Touristen und Studenten zum Markt, die ersten drei Gruppen übrigens mit denselben großen Autos wie anderswo. Die Masse kauft dagegen im Supermarkt, wie anderswo. Das Billigste natürlich, wie anderswo.
Der Rest ist Folklore.
@B
Wir regen uns darüber auf, dass eine Spritpreiserhöhung nur noch um 12 Uhr mittags möglich ist. Wer kann es sich erlauben, um kurz vor 12 zum Tanken zu fahren. Wer kann es sich erlauben, morgens über den Markt zu bummeln? Es gibt Gründe für die Ladenöffnungszeiten bis z.T. 22 Uhr. Wobei, wenn man so manchem Rentner zuhört, auch das noch nicht ausreichend ist. Naja, Rentner haben halt nie Zeit.
Der Metzger verkauft auch aufgetautes Fleisch. Das ist doch ok, so ist es wenigstens haltbar. Steht oft sogar an den Schildchen „Aufgetaut“.
Wenn das „gute“ Argentinische Rindfleisch angelandet wird ist es doch ebenso gekühlt und vakuumiert oder tiefgefroren. Das geht dann sogar in die Gourmetküche und alle jubeln…also, was soll die ganze Heulerei von wegen frisch. Dry aged Fleisch ist auch kein Frischfleisch, aber ein Luxusprodukt.
@RS
Es gibt eben Waren die frisch höchstwertig sind und solche, die, erst wenn sie nicht mehr frisch sind, höchstwertig sind. Enzymatische Vorgänge während der Fleischreifung, machen das Rindfleisch erst zum Genuss. Frisch ist Rindfleisch, abgesehen von technisch aufbereiteter Ware, kaum zu genießen.
btw: Vom argentinischen Rindfleisch kommen hier nur die Edelstücke an. I.d.R. vakuumiert in Kühlcontainern. Ja, dieses Rindfleisch ist, aufgrund der Reife, sehr gut. Deutsches Rindfleisch dagegen wird kaum gereift. Warum auch, bei Jungbullenfleisch wäre das vergebliche Liebesmüh.
So isses! Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir früher „frisches“ Fleisch verzehrt haben. Das Einzige war Hack, alles andere war entweder geräuchert, getrocknet, eingeweckt oder eingefroren. Aber heute ist ja alles und zu jeder Zeit „frisch“. Ist eben der Trend weg von der Realität, hin zu einer „wünsch- Dir- was – Welt“.😎
frisches Fleisch gab es nur am Schlachttag in Form von Wellfleisch (Kesselfleisch). Im Kessel wurde auch sofort Blut- und Leberwurst frisch verarbeitet und gekocht dann zusammen mit Wellfleisch als Schlachterplatte serviert so war es üblich in unserer Region.
Alles andere wurde in verschiedenen Formen verarbeitet und konserviert.
Na eben, und wenn man dann davon die Eigenmarke nimmt und 60 Prozent davon, dann kann man gut Haltungstufen bewerben !
Aldi muss sich selbst ganz viel Mut machen, hat es doch folgendes versprochen:
„Aldi (Nord und Süd) hat unter der Initiative #Haltungswechsel das Versprechen abgegeben, bis zum Jahr 2030 sein gesamtes Sortiment in den Bereichen Frischfleisch, Trinkmilch sowie gekühlte Fleisch- und Wurstwaren vollständig auf die höheren Haltungsformen 3 (Außenklima) und 4 (Bio/Premium) umzustellen“.
Das dürfte zeitlich eng werden angesichts
der Nachfrageentwicklung und auch
der Angebotsentwicklung aufgrund der
– Baugenehmigungspraxis
– der Baukostensteigerung
– Erlösaussichten
Nur bei Frischmilch dürfte es keine Probleme geben, es sei denn man verspricht auch noch Weidehaltung.
Sorry, Willi! Hab mich gerade verschrieben 🫣🧐
Der Text vorher kommt von mir
Ich wundere mich immer, wie viel Billigfleisch bei Aldi angeboten wird?! Wo kommt das her? Und Haltungsstufen 4 und 5 gibt es keine, habe noch nie welche gesehen. Nur der Aldi Bio Kochschinken 100 g zeigt HF 5. Ganz ehrlich, ich kaufe Fleisch direkt beim Metzger, will keine Plastikverpackungen mit angeblichem Frischfleisch aufm Tisch haben. Wenn unser Metzger Anfang Januar für zwei Wochen das Geschäft schließt, gibt‘s mal keine Wurst und der Sonntagsbraten wird aus der Gefriertruhe geholt 😙😉
oder es gibt Wild…
Für mich sieht das abgepackte Aldi-Fleisch sowieso immer gleich aus, nur das anders deklariert wird. Wieso soll der Verbraucher auch Fleisch aus höheren Haltungsformen kaufen, wenn‘s die zum Einen nicht gibt und die unteren Stufen günstiger sind?! Der Verbraucher guckt letztendlich aufs Geld… Man sieht‘s doch auch beim Obst und Gemüse; es wird Billigobst gekauft. Und günstige Preise haben Priorität!!! Man will/muss ja sparen!
Ich bin froh und glücklich darüber das ich vor einigen Jahren den Jagdschein gemacht habe. Kein Aufkleber und auch kein Stempel mit irgendwelchen Nummern. Wenn es dann mal Rind oder Schwein sein soll dann findet sich auch der Bauer wo der Braten noch ein Gesicht hat.
ja,
da weiss man was man hat.
„vor einigen Jahren den Jagdschein gemacht habe“
Herzlichen Glückwunsch! Für AfD-Mitglieder käme vielleicht noch der Angelschein infrage.
Wie kommentierte noch @AK im Thema „Weidehaltung“,:“ Wenn der Handel sagt,……“.
Sagen/schreiben und das darauffolgende Handeln, sind leider zwei Paar Schule. Mit fragwürdigen Aussagen werden Kunden geködert und nach außen wirbt man mit scheinbar anspruchsvollem Einkaufsverhalten beim Erzeuger. Es ist die Trickserei, mit der der deutsche Verbraucher schon seit vielen Jahren hinter die Fichte geführt wird. Und der macht das nur zu gern mit.
Rind und Schwein sind zuersteinmal grundsätzlich anders zu betrachten. Das Rind hat immer noch das Image des „Besseren“ Fleisches. Sowohl aus gesundheitlicher Sicht, als auch aus der Sicht der Haltung. Zudem steht Rindfleisch für einen Lebensstil. Schwein ist Schwein und hat das Image einer Massenware aus Massentierhaltung. Zudem wird Schweinefleisch gesundheitsschädigend geframt. Die kulturelle Verschiebung durch „Nicht – Schweinesser“ tut ihr Übriges, wenn sie die Unreinheit bei jeder Konfrontation thematisiert. Ergo folgt Aldi lediglich dem Verbraucherverhalten…..🤗
@R.S.
Das mit dem Image ist tatsächlich so. Schweine eignet sich auch besser zur Skandalisierung. Was mir persönlich auffällt: Bei der Diskussion um Fleisch wird äußerst selten über Geflügel gesprochen. Auch sind mir keine wirklichen „Skandale“ bekannt. Die Erzeuger klagen auch relativ wenig. Die vertikale Integration im Geflügelbereich scheint für alle von Nutzen zu sein.
Auf der Nachfrageseite für Masthähnchen (nicht für Hähnchenfleisch) gibt es ja auch so etwas wie ein ansonsten kritisiertes Oligopol.
Das ermöglicht in Verbindung mit der Integration auch eine gewisse Angebotssteuerung, was leider auch wegen der Produktionszyklen bei Milch und Schwein nicht möglich ist.
Rothkötter sucht dringend Produzenten…die Anträge für Stallbauten laufen. Die öffentlich wenig vorhandene Tierwohldiskussion im Bereich Mastgeflügel ist augenfällig. Das hat meines Erachtens auch mit dem framing für Geflügel zu tun. Es wird als „gesünder“ betitelt, ist schnell zuzubereiten, schmeckt fast allen Kids, kann in unterschiedlichsten Formen dargeboten werden…vor allem ganz viel „to go“.
Die „Gefühle“ der Menschen fokussieren sich auf seinen nächsten Verwandten, dem Schwein. Das Schwein wird in Filmen und Werbung als sprechendes Pendant zum Menschen geführt. Das bringt „Gefühle“ hoch. Gefühle, Gefühle, Gefühle….😁
Der klimabewusste Verbraucher greift wegen seiner CO2 Bilanz sowieso zu Haltungsstufe 1.
Komisch das der Einzelhandel in seiner Werbung da noch nicht drauf hingewiesen hat, man ist doch sonst so klimabewust.
@M
Das Wohl der Tiere steht bei Fleischessern und bei Fleischhassern -merkwürdigerweise- gleichermaßen hoch im Kurs und über dem Klimaschutz. Ihre Absichten sind nur zu leicht durchschaubar. Außerdem sollten sie mal die ganzheitliche Klimabilanz der Schweinefleischerzeugung aufmachen. Da ist dann von „klimabewusst“ plötzlich keine Rede mehr; ganz im Gegenteil.
Kemet, der ultimative Klimaschutz inkl. Nachhaltigkeit sieht so aus:
https://youtu.be/MSWn4CrHgws?is=K8hfEvQlRMwkvYAa
Das ist dann wohl unsere Zukunft, die alle so wünschen. Geld wird ohne Ideologie verdient…..aber hee, die Nische der moralischen Erzeuger bleibt bestehen, sie wird nur ein wenig kleiner.
@RS
Jetzt nehme ich mal Ihre ständig hier zur Anwendung gelangende Haltung ein. Wer ist „alle“?
„Alle“ sind der Staat (vom Volke gewählt) mit dem von ihm Verfassungsrechtlich abgesichertem Ziel des Klimaschutzes und des Nachhaltigkeitszieles.
Bei Mastschweinen:
Wenn ich in Haltungsstufe 1 1 % Verluste habe, und in Haltungsstufe 2 3 % Verluste , dann geht es welchen Tieren besser?
Alles schon erlebt.
@RC
Ist das nun grundsätzlich so oder haben Sie das lediglich einmal erlebt? Dienstagfrüh und schon Stammtisch?
Wie beschrieben, selbst im Stall erlebt.
Die Haltungsstufe ist nicht alles.
Da gehört noch ein bisschen mehr dazu.
@Kemetbauer
Ich bin mit einer „Schweineflüsterin“ befreundet. Sie bestätigt: nicht die Haltungsstufe ist entscheidend beim Tierwohl sondern der Halter. Es gibt sowohl bei Bio als auch bei Konvi solche und solche.
Bei Freilandschweinen sind oft Lunge und Leber nicht verwertbar, weil durchwurmt. Schweine von Spaltenboden haben oft Gelenkschäden. Es gibt nicht die allein seligmachende Haltungsform die das höchste Tierwohl bringt.
@BW
Es gibt die fundamentale Aussage nach der es nur Tierwohl oder Tierhaltung gibt. Und ja, auch wir Ökos sind da ganz irdisch. Wie überall gibt es solche und solche.
btw: Ich hatte mir die Dokumentation zu den Wohlfühläußerungen der Schweine angeschaut und war bass erstaunt. Leider gibt es dieses Forschungsvorhaben bisher nur für den Schweinebereich. Im Rinderbereich laufen da gerade Vorbereitungen. Eine Anfrage zu einer möglichen Teilnahme, wurde auch an meinen Betrieb herangetragen. Da Rinder, im Gegensatz zu Schweinen, sehr leise kommunizieren, wäre mein in völliger Alleinlage gelegener Betrieb angeblich sehr gut geeignet.
Schau´n wir mal.
@ RC
Ihre Beobachtungen sind Einzelfallbeobachtungen. In vergleichbaren Betrieben gibt es KEINEN signifikanten Unterschied in den Mastleistungen (Verlustrate, tägl. Zunahme, Futterverwertung) der Haltungsstufen 1 und 2.
In der Ökonomie kommt es dann darauf an, welchen Aufwand man betreiben muss, um den Zuschlag für HF 2 zu bekommen:
„Die Anforderungen an die Mastbetriebe sind durch die Anpassung an die Haltungsstufe „Stall+Platz“ nach Tierhaltungskennzeichnungsgesetz sehr viel höher und kostenaufwändiger geworden. Der Großteil der Betriebe muss 3 Buchtenstrukturierungselemente nachrüsten. Zudem können durch die geforderten 12,5 % mehr Platz zusätzliche Mastplätze wegfallen.
Der Staat macht noch einmal alles komplizierter und teurer“.
Außerdem müssen demnächst auch die Ferkel aus HF 2 stammen. Das wird in dem gewünschten Maße kaum möglich sein.
Guten Morgen, habe noch nie daruf geschaut.
Moin Bauer Willi
Der „Hofttierarzt“ veröffentlichte 2025 Zahlen aus 2022 und 2023. Ich bin sicher, dass der beschriebene Trend gebrochen ist. Den Leuten geht das Geld aus.
Danke für Ihre immer sehr gute Aufklärung und kritische aber sachliche und differenzierte Auseinandersetzung mit diesen Themen!
Ja, mir bedeuten die Zahlen zur Verbesserung der Haltungsformen etwas, und ja – ich stelle bei den Supermärkten ein erhöhtes Angebot fest.
Beim Frischfleisch habe ich den Wandel bei Aldi generell ä wahrgenommen – hier ist eine Verbesserung der Haltungsformen deutlich zu erkennen, sicher auch stark unterstützt durch die sehr starke Werbung zu dem Thema. Finde ich gut, dass Aldi so klar kommuniziert und Stellung bezieht. Ich hab völliges Verständnis, dass sie natürlich immer noch Discounter sind und einen breiten Markt bedienen müssen. Bin mit aber sicher, dass es für Aldi und alle Lieferanten ein ordentlicher Kraftakt ist, diese Initiative umzusetzen.
Hab mal gelesen, dass ein konventionelles Schwein wohl nur 0,75 qm Stallfläche zur Verfügung haben muss, stimmt das? Das wäre weniger als die Fläche einer 90/90 Dusche. Auch krass: ein Bio-Schwein hat auch nur 1,5 qm???
Oft (aber nicht immer) achte ich auf bessere Haltungsformen, doch auch bei Bio bin ich preissensibel. Wenn das Fleisch statt 9,99 € / kg in Bioqualität 24,99 €/kg kostet, überlege ich jedes Mal neu, was ich jetzt kaufe.
Bei Milch ist der Preisunterschied zwischen konventioneller und Bio-Tierhaltung für mich gefühlt in einem sinnvolleren Verhöltnis mit einem Aufschlag von gefühlt 20% (?). Muss keine Marke dahinterstehen – Bio-Eigenmarken vom Discounter sind absolut fein.
Leider vermisse ich bei den verarbeiteten Lebensmitteln eine ähnliche Tendenz zur Optimierung des Tierwohls. Chicken-Nuggets aus Biofleisch sind mir jedenfalls noch nirgends aufgefallen.
Beim Gemüse ist mir persönlich Nio nicht so wichtig. Mir geht’s mehr ums Tierwohl. Auch konventionelles Gemüse schmeckt oft sehr gut.
Auf das Herkunftsland achte ich persönlich nicht so sehr.
Man kann auch in HS 1 mehr als 0.75 m2 pro Tier vorhalten . Ist fürs Tier besser.
An der unteren, nach EU-Recht zulässigen Grenze von 0,75 qm je Mastschwein arbeiten die wenigsten. Ist auch tatsächlich nicht sinnvoll, weil die Mastleistungen fast immer leiden.
Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, §29 sagt: Für Mastschweine bis zu einem Gewicht von 110kg müssen mind. 0,75m²/Tier vorhanden sein.
Das entspricht dem Gesetz und ist als Haltungsstufe 1 benannt worden. Wenn wir nun Gesetze als Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens ablehnen wollen, dann gute Nacht. Wenn jemand gefühlt mehr als das Gesetz möchte, dann muss er dafür mehr bezahlen. Er kann aber nicht hergehen und mehr als das Gesetz es verlangt fordern. Würden die Gesetze auch im Humanbereich so ausgelegt werden, würden wir bei der Migrationsfrage noch ganz andere Folgen erleben. Dort greift nicht einmal die Gesetzeslage. Aber das ist nur mein Gefühl.
Das Platzangebot hat eine ziemlich große Hebelwirkung für das Wohlbefinden der Nutztiere und ihre Leistungen. Insofern wäre es eigentlich konsequent, wenn sich D in der EU für eine entsprechende Änderung aller Platzvorschriften einsetzen würde. Ist mir aber nicht bekannt. Lieber einen moralischen Sonderweg gehen und Kosten produzieren ohne Ende. Aber wir haben’s (hatten’s) ja.
„Bei Milch ist der Preisunterschied zwischen konventioneller und Bio-Tierhaltung für mich gefühlt in einem sinnvolleren Verhöltnis mit einem Aufschlag von gefühlt 20% (?). Muss keine Marke dahinterstehen – Bio-Eigenmarken vom Discounter sind absolut fein.“
Zweimal „gefühlt“. DAS zeigt doch, worum es geht…um Gefühle. Gefühle sind nicht anzweifelbar, nicht diskussionsfähig. Das ist die große Krankheit unserer Gesellschaft. Sie fühlt…..(siehe Timmy)