Autor: Bauer Willi

Glyphosat steht im Verdacht…

Am 6.7.2023 hat die EFSA ihre Bewertung abgegeben, die notwendig ist, damit die Zulassung von Glyphosat verlängert wird. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Voraussetzung erfüllt sind, dass Glyphosat weiter eingesetzt werden darf. Hier die Pressemeldung der EFSA, die natürlich von den verschiedenen Medien unterschiedlich interpretiert werden. https://www.efsa.europa.eu/de/news/glyphosate-no-critical-areas-concern-data-gaps-identified Die Nachrichten haben heute darüber berichtet. Die faire Darstellung endet allerdings mit dem Satz „Glyphosat gilt als krebserregend“. Hier eine Einordnung dieses Satzes, der im Übrigen auch für viele Produkte des täglichen Lebens gilt. Die Einstufung, die zu diesem Satz führt, wird von der IARC (Internationale Krebsforschungs-Agentur) durchgeführt, die sich mit der potentiellen Möglichkeit zum Entstehen von Krebs durch Stoffe und Verhalten aller Art befasst. (z.B. Rauchen, Schichtarbeit, Sonnenlicht) Wikipedia schreibt dazu: „Die IARC identifiziert in ihren Monographien hazards. Dies bedeutet, die Einschätzung des Potenzials einer bestimmten Substanz einen Schaden zu verursachen. Die Monographien werden dann im Kontext von Risikobewertungen verwendet, in welche weitere Faktoren wie sozioökonomische Aspekte oder nationale Schwerpunkte mit einfließen. Deshalb wird seitens der IARC keine Empfehlung im Hinblick auf nationale Gesetzgebungen gegeben. …

Entwicklung Bio – Ist und Szenarien 2030

Das BMEL hat heute, am 5. Juli 2023  die neuesten Zahlen zur Entwicklung des Ökolandbau veröffentlicht. Strukturdaten Ökolandbau 2022 Die Zunahme an der Agrar-Fläche hat sich verlangsamt und beträgt von 2021 auf 2022 nur noch 0,3%. In den Vorjahren hatte er noch deutlich höher gelegen. Rechnet man für die verbleibenden sieben Jahre bis 2030 mit einer jährlichen Zunahme von 0,5%, (blaue Linie) was in etwa dem Trend entspricht, so erreicht man bis 2030 einen Anteil von rund 15% an der Agrarfläche. Um das Ziel von 30% bis 2030 zu erreichen müsste ab sofort der jährliche Zuwachs 2,6% (orange Linie) betragen. Das ist etwas mehr als das Fünffache des Trends. Ein ambitioniertes Ziel. Wichtig ist vor allem, dass der Markt dafür geschaffen wird. Denn wie pflege ich immer zu sagen: „An einer Kette muss man ziehen, schieben bringt nichts.“ Wie das Ziel erreicht werden soll, ist dem obigen Link zu entnehmen. (Nur für den Fall, dass man mir wieder vorwirft, ich wäre gegen Bio: nein, die Darstellung ist nüchterne Mathematik, Trendrechnung und so…)  

Die Grenzen des Wachstums

1972 wurde vom Club of Rome eine Studie veröffentlicht, die in dem Buch „Grenzen des Wachstums“ eine breite Öffentlichkeit erreichte. Heute, 50 Jahre später, wird überprüft, welche dieser Prognosen eingetroffen ist. https://www.nzz.ch/wirtschaft/club-of-rome-die-grenzen-des-wachstums-ld.1671750 Die Analyse ergibt, dass so gut wie keine der apokalyptischen Szenarien eingetroffen ist. Es reicht halt nicht, die gegenwärtige Lage in die Zukunft zu extrapolieren. Das war 1972 falsch und ist es heute auch. Der Mensch war, ist und wird auch in Zukunft so kreativ sein, dass die heutige Jugend nicht die letzte Generation ist. Übrigens ist dies der Artikel 3.333 auf diesem Blog, der im Januar 2015 an den Start ging.  

Kleine Erfolge….

Am 7. Juni habe ich ein Interview veröffentlicht, in dem ich Frau Hölzel vom BUND e.V. befrage, warum der Verein mit ein paar selbst gewählten Stichproben den Eindruck erwecken wollte, dass die in Deutschland erzeugten Erdbeeren giftig sind. https://www.bauerwilli.com/giftige-erdbeeren/ Mir geht es jetzt weniger um den Inhalt, sondern um die Reichweite, den dieser Artikel auf diesem Blog erreicht hat. Bis zum 3.7.2023 waren es über 100.000, die den Artikel hier aufgerufen haben. Damit steht er an Platz 3 der meistgelesenen Texte in über 8 Jahren. Mir ist es ein Rätsel, denn anders als bei anderen digitalen Medien wird ja für diesen Blog keinerlei Werbung gemacht. Man muss ihn finden oder von anderen darauf hingewiesen werden. Was mich freut: wenige Tage nach dem Erscheinen meines Artikels haben mehrere große Tageszeitung, darunter auch die FAZ, ebenfalls einen Text verfasst, der darauf eingeht, dass die BUND-Untersuchungen irreführend sind, weil keine der untersuchten Proben auch nur annähernd die Grenzwerte erreicht. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/erdbeeren-gesundheitlich-unbedenklich-bfr-widerspricht-bund-18952659.html Was mich noch mehr freut: In der Rede des Landwirtschaftsminister am Bauerntag in Münster erwähnte er ebenfalls sinngemäß, …

Was haben Aspartam und Glyphosat gemeinsam?

Aspartam ist ein Süßstoff, der in vielen Lebensmitteln, vor allem Getränken, als Ersatz für natürlichen Zucker herangezogen wird. Jetzt hat die IARC diesen Stoff neu bewertet. Er gilt jetzt als „wahrscheinlich krebserregend“ https://kurier.at/wissen/gesundheit/who-suessstoff-aspartam-wahrscheinlich-krebserregend/402504474 Aber es besteht kein Grund zur Panik, denn weiter heißt es: „In die Kategorie „wahrscheinlich krebserregend“ stuft die IARC auch rotes Fleisch, heiße Getränke über 65 Grad ein oder etwa Nachtarbeit. Die Folgen einer solchen Einstufung bekam etwa der deutsche Bayer-Konzern schwer zu spüren, der den Glyphosat-Entwicklung Monsanto übernahm und sich damit eine Klagewelle in den USA einhandelte. Behörden weltweit haben den Unkrautvernichter als nicht krebserregend eingestuft. Allein IARC bewertete ihn 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“.  Es ist also alles zu hinterfragen. Rewe sollte seine Wissensseite aber vielleicht doch noch mal überarbeiten. So ganz auf dem neuesten Stand ist man dort nicht… https://www.rewe.de/ernaehrung/wissen/aspartam/ Und dann gibt es noch die üblichen Katastrophenüberschriften: https://www.dasding.de/newszone/suessstoff-aspartam-who-wahrscheinlich-krebserregend-reuters-coca-cola-coke-zero-100.html https://www.morgenpost.de/ratgeber/article238823719/Krebsrisiko-WHO-will-beliebten-Suessstoff-wohl-neu-einstufen.html https://www.nordkurier.de/panorama/who-cola-zero-kann-krebs-verursachen-1726288 Und wie zu erwarten gibt es auch Stimmen, die sagen „Alles nicht so schlimm“ Aber da sollte man darauf schauen, wer es sagt… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von …

Bioland und Gentechnik

Die gesetzlichen Regelungen für neue Züchtungsmethoden sollen in der EU gelockert werden. Das hält der Bioland-Chef nicht für richtig: https://www.topagrar.com/acker/news/bioland-chef-warnt-vor-gentechnik-die-abhaengigkeiten-werden-wachsen-13354090.html? Anders sieht das unsere Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger: https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/politik/neue-zuechtungstechniken-stark-watzinger-will-gruenes-licht-107320 Was erstaunlich ist: der ehemalige Direkter des FIBL, Urs Niggli, sieht in der Genschere CRISPR/Cas Chancen für den Biolandbau https://www.deutschlandfunk.de/landwirtschaft-gentechnik-als-neue-option-fuer-den-100.html

Cem Özdemir hat gesprochen

Die Rede des Ministers für Ernährung und Landwirtschaft auf dem Bauerntag in Münster ab ca. 1:41:00 Vorher noch Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem Grußwort: ca 0:41:13 Landfrauenpräsidentin Petra Bentkämper: ca 0:44:30 Ministerpräsident Hendrik Wüst: ca 1:00:00 Eine Analyse der diversen Reden soll noch folgen., komme aber nicht dazu. Ich hole heute unser neues gebrauchtes Auto ab. (Baujahr 2018). Das alte Auto ist jetzt vierzehn Jahre alt und hat über 250.000 km gefahren. Gut, es hätte vielleicht auch noch länger gehalten, aber ich bin nun mal leichtsinnig veranlagt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Dann kommt es eben aus Spanien…

Bernhard Barkmann hat seit langem einen Blog mit dem Namen „Blogagrar“. Jetzt hat er einen Artikel mit aktuellen Zahlen zur Schweinehaltung in Deutschland veröffentlicht. Die Zahlen sind überdeutlich: mit der Schweinehaltung geht es in rasender Geschwindigkeit bergab. https://blogagrar.de/landwirtschaft/tierhaltung/niedergang-der-schweinehaltung/ Gleichzeitig werden in Spanien neue Ställe gebaut. https://www.landundforst.de/landwirtschaft/tier/absturz-deutschen-schweinehaltung-spanien-profitiert-massiv-569390 Irgendwie scheint es aber niemanden zu interessieren.  Das Haltungskennzeichen, mit dem sich Minister Özdemir ständig selbst lobt, interessiert allerdings auch niemand. Und das neue Vorstandsmitglied des DBV, Holger Hennies, hat schon seit längerem die Konsequenzen gezogen: https://www.landundforst.de/landwirtschaft/tier/landvolkpraesident-holger-hennies-steigt-schweinehaltung-568198 So wird demnächst noch mehr Schweinefleisch aus Spanien kommen. Ohne Haltungskennzeichen und vermutlich billiger weil mit weniger Gesetzen und Auflagen produziert. Und mit niedrigem Mindestlohn.  

Herr Rukwied im Interview

Passend zum Bauerntag in Münster hat die FAZ den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied interviewt (war am 27.06. nicht hinter der Bezahlschranke) https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/verbraucher-sollen-deutsche-produkte-kaufen-agrarlobbyist-im-interview-18991419.html Hier einige Auszüge aus seinen Antworten: Wir plädieren deshalb dafür, möglichst schnell eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für alle Nutztiere einzuführen. Wir sind nicht konkurrenzfähig im Wettbewerb mit spanischen Kollegen, die etwa die Hälfte dessen pro Stunde bezahlen wie wir. Da sehe ich Entwicklungsmöglichkeiten beim Lebensmittelhandel, verstärkt deutsche Ware zu beziehen. Erste Händler tun das, etwa bei Erdbeeren. Daher der Appell an Verbraucher, deutsche Produkte zu kaufen. Die sind teurer, aber die beste Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. Wenn ich den Klimawandel betrachte, sind wir langfristig gut beraten, zusätzliche Beregnungsinfrastruktur zu schaffen. Das geht nur in kleinen Schritten, weil große Investitionen dahinterstehen. An dem Thema müssen wir dranbleiben, weil Wetterrisiken zunehmen werden. Die Ziele, wie die des Green Deal, tragen wir natürlich mit, auch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren oder mehr Biodiversität in die Landwirtschaft zu bringen. Landwirte wollen Natur- und Umweltschutz betreiben. Das geht nur, wenn es auch honoriert wird. …

#Zukunftsbauer

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Bauernverbandes, Frau Susanne Schulze Bockeloh hat in den DLG-Mitteilungen einen Artikel geschrieben, in dem Sie eine mögliche neue Ausrichtung der Kommunikation der Landwirtschaft mit der Gesellschaft beschreibt. Mich interessiert eure Meinung zu dem Text. https://www.dlg.org/de/mitgliedschaft/newsletter-archiv/2023/25/zurueck-in-die-mitte-der-gesellschaft Am 28. und 29.6. ist der Deutsche Bauerntag in Münster. Hier das Programm und die Möglichkeit des Livestreams: https://www.bauernverband.de/topartikel/deutscher-bauerntag Ich werde nicht dort sein, weil ich kein Delegierter bin.