Autor: Bauer Willi

Ukraine: Getreide für Afrika? Nein, für China und Europa!

Mich hat interessiert, welche Länder Getreide und andere Agrarrohstoffe im Rahmen der „Black Sea Grain Initiative“, kurz „Getreideabkommen“ aus der Ukraine bekommen haben. Die Fakten, die auf der Seite der UN zu finden sind, besagen, dass rund 50% der Agrar-Waren, die aus der Ukraine exportiert wurden (rund 32,9 Mio. Tonnen) Mais waren und nur etwa 25% Weizen. Mais wird vorwiegend zur Tierfütterung verwendet. Die Hauptzielländer der Exporte waren mit China, gefolgt von Spanien. In Spanien landet Mais und Weizen ganz überwiegend im Futtertrog. Spanische Schweine mit ukrainischem Futter gemästet werden dann in die restliche EU exportiert. Platz 3 der Destination ist die Türkei, Platz 4 Italien, Platz 5 die Niederlande. Auf dem 6. Platz Ägypten., dem ersten afrikanischen Land. Erst auf Platz 20 steht Äthiopien mit 280.000 t, gefolgt vom Yemen mit 260.000 t. Zum Vergleich: China erhielt 8.000.000 t. Auch Deutschland findet sich auf der Liste mit 412.000 t die aus der Ukraine an uns geliefert wurden. In Somalia kamen 53.000 t an, im Sudan 95.000 t. Die Summe der Low-Income- Länder betrug 833.000 …

Das Getreideabkommen…

Das Getreideabkommen, mit dem der Export von ukrainischen Agrarrohstoffe in großem Stil auf den Weltmarkt möglich war, ist von Russland nicht verlängert worden. Das ist keine Überraschung, denn es war mehrfach angekündigt worden. Die Frage ist nun, wie es weitergehen kann. Ich gehe davon aus, dass die westlichen Staaten einen Plan B in der Tasche haben, weil es ja, wie oben gesagt, keine Überraschung ist. Sollte das nicht der Fall sein , dann hier was mir dazu einfällt: Die Export-Kapazitäten über Land oder die bekannten Schwarzmeerhäfen ausserhalb der Ukraine dürften weitestgehend ausgeschöpft sein. Sie hatten ja in den vergangenen Monaten zu einem rasantem Preisverfall in Westeuropa gesorgt, weil sie nur in begrenztem Umfang tatsächlich in die bedürftigen Länder gelangten Die Ukraine könnte ihre Exporte weiter fortsetzen, wenn sichergestellt ist, dass die Schiffe ohne Störungen (also ohne Angriffe seitens Russland) den Bosporus passieren können. Dazu wäre ein Geleitschutz anderer Staaten notwendig, der ja keine kriegerische Handlung wäre. Würden diese Schiffe von Russland angegriffen, würde das die Situation weiter eskalieren. Wird nichts unternommen, werden in den kommenden …

China macht ein Angebot

Liebe Berufskollegen und -kolleginnen Ich habe ein Angebot von einem sehr großen chinesischen Investor bekommen, der im Auftrag der chinesischen Regierung handelt. Dieser Investor sucht in Westeuropa Ackerland mit guten Bodenqualitäten und guter Infrastruktur. In Osteuropa hat er sich bereits mehrere Millionen Hektar in fruchtbaren Regionen gesichert. Wozu wird das Ackerland benötigt? China handelte schon immer strategisch und möchte auch im Bereich der Lebensmittel Weltmarktführer werden. Teilmengen der Nahrungsmittel werden direkt nach China exportiert, um dort die Selbstversorgung auf diese Weise abzusichern. Ein anderer Teil dient zur Belieferung einer europäischen Discountermarke, die sich im Aufbau befindet und die in direkte Konkurrenz zu den bestehenden Ketten wie Aldi und Lidl (Schwarz-Gruppe) treten wird. Ziel ist es, bis 2030 in Europa einen Marktanteil von 25% zu besetzen. China möchte in jeder Beziehung unabhängig werden. Das Angebot Angeboten werden Landeigentümern Pachtverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Gezahlt wird ein Pachtpreis pro Hektar von 50 € pro Bodenpunkt. Der Preis wird alle vier Jahre überprüft und dem Verbraucherpreisindex (VPI) angepasst. Für gut ausgebildete Landwirte gibt es interessante Jobangebote: …

Neue Züchtungsmethoden – wichtige Fachinformationen

Noch mal das Thema Genschere und andere neue Züchtungsmethoden. Wolfgang Nellen hat mir diese Ausarbeitung von BioWissKomm geschickt. Wichtig für alle, die sich eine vorurteilsfreie Meinung bilden wollen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Arme REWE

Das ORF hat den Chef der österreichischen REWE-Gruppe zu den hohen Lebensmittelpreisen befragt. Dauer etwa 9 Minuten, die aber sehr erhellend sind. Vorher noch in 3 Minuten die Verhältnisse in Österreich im Vergleich zu Deutschland. https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14185790 Hier eine kurze Zusammenfassung REWE ist ein Wohltätigkeitsunternehmen, dass die höheren Energiepreise nicht weitergegeben hat REWE ist arm. „Wir machen nur eine klitzekleine Marge von 0,5 bis 1,0%, so dass nur ein Gewinn von mickrigen 200 Mio. € übrigbleibt. REWE ist ein Opfer der Lieferanten. „Wir pressen unsere Lieferanten wo es nur geht, aber die wollen nicht nachgeben (Unilever, Nestle etc.). Bei den Bauern und den mickrigen Genossenschaften geht das viel leichter“. REWE muss in jedem Dorf einen Laden bauen. Das kostet halt Geld. (Österreich hat pro 100.000 Einwohner 60 Läden, Deutschland nur 40) REWE hat in Österreich nur einen Marktanteil von 34%. In diesem harten Wettbewerb ist es schwierig Die Zusammenfassung kann Spuren von Sarkasmus enthalten. Fragen, die ich mir stelle: Ob sich der REWE-Chef nicht schämt? Will er Bauern und Konsumenten für dumm verkaufen angesichts fallender Preise …

Zwei Pressemeldungen am gleichen Tag…

Ich habe die Pressemeldungen des BMEL abonniert und heute innerhalb weniger Stunden zwei davon bekommen, die in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen. Um 14:35 Uhr kam diese Meldung: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, anlässlich der Zustimmung des Europaparlaments (EP) zum „Nature Restoration Law“ (Gesetz zur Widerherstellung der Natur) können Sie den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, wie folgt zitieren: „Ich bin froh, dass dieses zentrale Vorhaben von Ursula von der Leyen eine Mehrheit gefunden hat. In den Beratungen wurden Bedenken ernstgenommen und aufgegriffen. Bedauerlich ist, dass sich die EVP gegen das Vernunftprinzip von Schützen und Nutzen und damit gegen ihre eigene Kommissionspräsidentin gestellt hat. Wer Ernährungssicherung ernst meint, schützt das, was uns gute Ernten beschert – nämlich unsere natürlichen Grundlagen. Nur so sichern wir auch die Versorgung der nachfolgenden Generationen. Wer die Folgen der Klimakrise, Bodenprobleme und Wassermangel ignoriert, ist wahrlich kein Freund der Bauern. Schon jetzt vertrocknet mancherorts das Korn am Halm, während Starkregen woanders ganze Ernte zerstört, Böden verschlechtern sich, die Wasserversorgung wird unsicherer. Allein die letzten Dürrejahre …

So berichten die Medien über die neuen Züchtungsmethoden

Es ist bemerkenswert, wie sachlich große Tages- und Wochenzeitungen sowie weitere Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den letzten Tagen über die neuen Züchtungsmethoden berichten. Danke an Fritz in Österreich und Werner in der Schweiz für die Unterstützung. Deutschland https://zeitung.faz.net/faz/unternehmen/2023-07-07/die-ernaehrung-der-weltbevoelkerung-braucht-gentechnologie/912359.html https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/welternaehrung-warum-die-gruenen-gegen-gentechnik-sind-19018753.html https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2023-07/gruene-gentechnik-eu-regeln-lockerungen https://www.deutschlandfunk.de/gruene-landesministerinnen-kritisieren-ablehnende-haltung-zu-gentechnik-100.html https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gesetzentwurf-eu-kommission-will-gentechnik-bei-lebensmitteln-erleichtern-a-eb0c6805-715f-4300-a579-ecd563c1d531 https://www.focus.de/gesundheit/news/regeln-sollen-gelockert-werden-wo-sie-jetzt-schon-gentechnik-mitessen_id_198368676.html https://www.ardmediathek.de/video/br24/gentechnik-regeln-sollen-gelockert-werden/br-fernsehen Österreich https://www.derstandard.at/story/3000000177842/zwei-verbreitete-missverstaendnisse-ueber-gentechnik-bei-pflanzen https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/6304874/Hitzige-Debatte_Neue-Gentechnik_Ist-sie-sinnvoll-oder-gefaehrlich https://orf.at/stories/3322801/ https://science.orf.at/stories/3220067/ Schweiz https://www.nzz.ch/meinung/mit-dem-neuen-entwurf-zur-regulierung-von-gentech-pflanzen-beweist-die-eu-kommission-mut-ld.1745716 https://www.tagblatt.ch/leben/eu-lockert-regeln-mit-gentechnik-gegen-den-feuerbrand-so-koennte-die-schweizer-landwirtschaft-nachhaltiger-werden-ld.2484280?reduced=true https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/forschung/eu-gen-schere-nicht-mehr-kennzeichnen https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/gentechnik-eu-will-vorschriften-fuer-neue-zuechtungsverfahren-deutlich-lockern-nun-muss-der-bundesrat-ueber-die-buecher-ld.2481629?reduced=true    

Moore: Einigung ist möglich

Es gibt mehrere Bauernverbände. Einer davon ist der Verein „Freie Bauern“, der vor allem bäuerliche Familienbetriebe vertritt. Mit ihm ist jetzt eine Einigung bezüglich der Moorvernässung in Brandenburg gelungen, über die die Tagesschau berichtet. https://www.tagesschau.de/inland/regional/brandenburg/rbb-brandenburger-politik-und-freie-bauern-einigen-sich-ueberraschend-beim-moorschutz-100.html Hier ein Zitat: „Mit diesem Kompromiss könne großflächig verhindert werden, dass in den Mooren gespeichertes klimaschädliches CO2 austritt, so Umweltminister Axel Vogel (Grüne) nach einem Treffen mit den Freien Bauern in der Nähe von Prenzlau. Gleichzeitig hätten die Bauern die Möglichkeit, die Flächen weiter wirtschaftlich zu nutzen.“

Gentechnik: was man wissen sollte -Fragen an Ludger Weß

Ich habe einige Fragen zur Züchtung, im Speziellen zu modernen Züchtungsmethoden, an Ludger Weß gestellt, den ich persönlich kenne und schätze, weil er Sachen weiß, die ich nicht weiß. Ludger studierte Chemie und Biologie an der Universität Münster und war danach vier Jahre lang als Forscher im Bereich molekulare Entwicklungsbiologie an der Universität Bremen tätig. Er ist auch Buchautor, vorwiegend über Gen- und Biotechnologie. Wir tauschen uns von Zeit zu Zeit aus, weil er sich für praktische Landwirtschaft interessiert. Wir sind also ein gutes Gespann. Das Bild zeigt uns beide auf unserem Hof noch zur Corona-Zeiten. Deshalb der Abstand…. In letzter Zeit wird meiner Wahrnehmung nach wieder intensiver über Grüne Gentechnik, vor allem die neuen Züchtungsmethoden diskutiert. Ist das eine Einbildung? Wenn nicht, warum ist das so? Das liegt an der Bekanntgabe der Pläne der EU-Kommission, die Pflanzen, die mit dem so genannten Genome Editing erzeugt wurden, rechtlich denjenigen gleichstellen will, die mit klassischer Mutationszüchtung erzeugt werden. Diese Form der Pflanzenzucht, die wir seit fast 100 Jahren praktizieren, verändert auf einen Schlag mittels radioaktiver Bestrahlung …

0,2% Wasser für landwirtschaftliche Beregnung

„Huch“ werden einige sagen, „ich habe doch in den Nachrichten gehört, dass es zwei Prozent sind, die für die Beregnung in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Und jetzt kommt es: beide Zahlen stimmen, denn es handelt sich um unterschiedliche Bezüge. Ist etwas kompliziert, deshalb hier der Wortlaut: „Die Wasserentnahmen für die landwirtschaftliche Beregnung in Deutschland beliefen sich auf etwa 0,4 Mrd. m³. Das entspricht 0,2 % des gesamten Wasserdargebotes von 176 Mrd. m³ bzw. 2,2 % der Gesamtentnahmen von 20 Mrd. m³.“ https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/wasserressourcen-ihre-nutzung#wassernachfrage Was ich sagen will: landwirtschaftliche Beregnung spielt bei der Wassernutzung aktuell so gut wie keine Rolle. Energieversorger, Bergbau und die private Wassernutzung zusammen sind für 98% verantwortlich. In den Medien klingt das oft ganz anders. Spannend wird es, wenn Wasser in Deutschland wirklich mal knapp wird und rationiert werden müsste. Einen ersten Eindruck über die Diskussion findet man hier: https://www.agrarheute.com/management/recht/wassermangel-deutschland-wasser-rationierung-fuer-buerger-bauern-608061 Ich habe nach vernünftigen Zahlen für die unterschiedlichen Kulturen und deren Wasserbedarf gesucht. Mich hat ja fast der Schlag getroffen, als ich wieder einmal gelesen habe, dass es 15.400 Liter sein sollen, die …