Autor: Bauer Willi

Ernte 2023 – Du kannst nur essen, was Du erntest

Die Ernte ist für uns Bauern erst beendet, wenn das Erntegut eingefahren ist. Und da sieht es im Moment in unserer Region kritisch aus, weil wir gerade jetzt kühles und nasses Wetter haben. Hier ein Bericht aus der Praxis. Aktuell haben wir in unserem Betrieb im Rheinland die Weizenernte beendet. Der Ertrag lag im Durchschnitt der Jahre, die Qualität war deutlich unterdurchschnittlich. Etwa die Hälfte der Erntemenge erreichte Backqualität. Dort, wo wir mit der Stickstoffdüngung zurückfahren mussten, lag der Proteingehalt bei etwa 10,5 %. Damit kann dieser Weizen nur noch als Futterweizen vermarktet werden. Von unserem Weizen gehen also zwangsläufig und ungewollt  50% in den Futtertrog! Leider. Dass Futterweizen einen geringeren Erlös einbringt als Brotweizen ist auch logisch. Ohnehin sind die Preise für Weizen wegen der Exporte aus der Ukraine abgestürzt. In Verbindung mit hohen Preisen für Dünger, den wir im letzten Jahr eingekauft haben, wird es wirtschaftlich gesehen ein schlechtes Jahr. Das Jahr davor war allerdings auch sehr gut! Nun dürfen wir persönlich nicht klagen. In unserer Region stehen geschätzt noch rund 40% Weizen …

Moore vernässen

Ich verstehe nicht viel von Mooren, habe aber mitbekommen, dass die Bundesregierung das Ziel hat, Moore wieder zu vernässen, um so das Entstehen von Treibhausgasen zu verhindern. Im nachfolgenden Link wird erklärt, was genau geplant ist. Es kommen aber auch Wissenschaftler zu Wort, die Kritik am Vorgehen äußern. Sie kommen zu dem Schluss, dass es ohne die aktive Mitwirkung der Bewirtschafter – also der Landwirte – nicht gehen kann. „Man muss den Landwirten Angebote machen, damit sie mitgehen können“. Es geht auch um alternative Nutzungskonzepte, für die allerdings bisher noch der Markt fehlt. Was im Übrigen in der Diskussion um die Vernässung häufig nur am Rande erwähnt wird: auch die Eigenheime der Normalbürger werden in Mitleidenschaft gezogen werden. https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/bremen-moore-renaturierung-wasser-klima-100.html

ARD: Ein wirklich guter Beitrag – bis knapp vor Schluss

Eine faire Berichterstattung der ARD von heute, 26.7.. Bis kurz vor Schluss, als es ein Interview mit Cem Özdemir gibt. Aber auch da wirkt er diesmal etwas offener. Die Seitenhiebe gegen den politischen Gegner kann er allerdings nicht sein lassen. Trotzdem: empfehlenswerte 10 Minuten, besonders für Obstbauern! https://www.ardmediathek.de/video/mittagsmagazin/pestizide-ja-nein/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1taXR0YWdzbWFnYXppbi85NmE2NjExMS0yN2VmLTRkNDktYWMyMi1jNWE5ZWJkMzQ4ZTk  

7 Grad kälter…

Ist es Ihnen auch aufgefallen, dass neuerdings bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit in den Nachrichten über irgendein Wetterereignis berichtet wird, das noch vo wenigen Jahren niemanden interessiert hätte? Und ganz ehrlich: mich interessiert es auch heute nicht, ob es irgendwo in Oklahoma wieder einen Wirbelsturm gegeben hat, der ein halbes Dorf verwüstet hat. Auch die Hagelschauer im Alpenvorland kann mich nicht wirklich aufregen. Beide Ereignisse gibt es seit Jahrhunderten und sie sind für die Region typisch. Allerdings werden Sie heute mehr oder weniger direkt dem Klimawandel in die Schuhe geschoben. Doch das soll nicht das Thema heute sein. Mir geht seit Tagen etwas durch den Kopf, das ich nicht mehr loswerde. Was wäre eigentlich, wenn morgen irgendwo auf den Philippinen ein Vulkan ausbricht? Nicht irgend so ein ein kleiner, nein, ein richtig großer, fetter Vulkan, den man nicht auf dem Schirm hatte. Die Aschewolke wird in bis zu 30 km Höhe geschleudert und hat nach wenigen Tagen rund um den Erdball eine dünne Schicht gebildet, die das Sonnenlicht nicht mehr so wie gewohnt durchlässt. …

Was will uns der Minister sagen?

Draußen regnet es und es ist kühl. Hier im Allgäu um 11 Uhr gerade mal 14 Grad. Da schaut man etwas Fernsehen und so auch ein Interview mit Cem Özdemir, der gerade in Brüssel weilt. https://amp.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/cem-oezdemir-186.html Das Interview dauert 5 Minuten. Was nehme ich aus den Antworten mit: Die Politik hat Mist gebaut, in dem sie die Exporte aus der Ukraine unkontrolliert ins Land gelassen hat. Jetzt will Özdemir, „dass die Ware in die Häfen kommt und von dort in den globalen Süden“. Özdemir wollte, dass Lebensmittel teurer werden. Durch den Mißbrauch des billigen ukrainischen Getreides sind die Preise für Agrarrohstoffe massiv eingebrochen. Das erwähnt er nicht. Der Grund dafür: siehe oben. LKW, Waggons und Schiffe müssen verplompt werden! Habe ich schon vor vier Wochen gesagt Polen, Rumänien und andere Anrainerstaaten dürfen nicht die Grenzen dicht machen. Vorschläge, wie der Mißbrauch der Warenströme verhindert werden soll, hat er nicht. Es wird im Interview nicht darüber gesprochen, dass die Preise ja auch für westliche Bauern eingebrochen sind. Von den Zahlungen der EU an die osteuropäischen Länder …

Planwirtschaft?

Dr.Daniel Stelter ist Ökonom. Jetzt unterhält er sich mit Prof.Windisch über Agrarmärkte und -politik. Sehr hörenswert, aber erst richtig interessant ab etwa der 24. Minute. https://podcasts.apple.com/de/podcast/beyond-the-obvious-der-ökonomie-podcast-von-daniel/id1561142763?i=1000620266318 Unter dem blauen Quadrat links geht es los, mit dem Schieberegler kann man vorspulen. Wie gesagt, ab da wird es richtig interessant und auch sehr lehrreich.

Gene und Patente – was man wissen muss

Ich habe mit Ludger Wess wieder ein Gespräch über moderne Züchtungsmethoden geführt. Er wiederum wollte wissen , wie ich als Landwirt mit Sorten umgehe. Wir hoffen, dass das Gespräch der Meinungsbildung dienen kann. Ludger, in Diskussionen um moderne Züchtungsmethoden wie die Genschere wird immer wieder über die Patentierung von Pflanzen gesprochen. Wie ist die Meinung der Züchter dazu? Reicht der aktuelle Sortenschutz nicht aus? Sorten können in Europa nicht patentiert werden; sie unterliegen dem Sortenschutz, selbst wenn sie einzelne patentierte Eigenschaften haben. Die Patentierung neuer Eigenschaften ist nämlich in Europa möglich, sofern sie innovativ mit technischen Methoden erzeugt wurden. Das ist aber für die Landwirte völlig unbedeutend – für sie ändert sich gar nichts. Es gilt weiterhin der normale Sortenschutz. Sie können aus ihrer Ernte Saatgut gewinnen und es erneut anbauen – auch wenn die Sorten patentierte Eigenschaften enthalten. Dafür müssen sie die im Sortenschutzrecht vorgesehene Nachbaugebühr bezahlen – das war’s. Das Sortenschutzrecht ist in Europa vorrangig. Es werden also nicht – wie verschiedentlich in Diskussionen behauptet – „Schnüffler von Monsanto“ durch die Lande ziehen und …

Frohe Botschaften machen nicht froh

Wenn man bei Gesprächen und Diskussionen, gerade auch in den Sozialen Medien, darauf hinweist, dass etwas doch inzwischen viel besser geworden ist, wird man entweder für naiv. meistens aber für gekauft dargestellt. Positive Sichtweisen werden als Provokation empfunden. Selbst bei politisch interessierten und gebildeten Menschen ist die verbreitete Ansicht, dass alles nur schlechter wird. Was sind die Gründe dafür? Wir sind das Ergebnis von Selektion. Unser Vorfahre, der sich mutig dem Säbelzahntiger entgegengestellt und ihm die Faust in den Rachen gesteckt hat, konnte nicht unser Vorfahre werden. Er ist schlicht gefressen worden. Fortgepflanzt hat sich der Angsthase, der seine Umgebung ununterbrochen nach möglichen Gefahren abgescannt hat und geflohen ist. Seine Gene tragen wir in uns. Menschen sind also von Natur aus auf Angst und Gefahr ausgerichtet und beides versuchen wir zu vermeiden. In der Wahrnehmung ist aber derjenige erfolgreich, der es fertigbringt, unsere Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken, was uns Angst macht und seinen Zielen dient. Versicherungen leben davon und natürlich viele NGO´s. Greenpeace hat auf dieser Methode einen riesigen Weltkonzern aufgebaut, der es in …

Früher war alles schlechter….

Ich möchte in den nächsten Tagen ein paar frohe Botschaften erzählen. Weil es Katastrophenmeldungen schon genug gibt. Noch nie in der Geschichte der Menschheit ging es uns (in Deutschland) so gut! Wir leben seit fast 80 Jahren in Frieden Wir geniessen – im internationalen Vergleich – eine große Freiheit Wir lebten noch nie so gesund Wir waren noch nie so gebildet und wir waren noch nie so reich. Auch wenn es sich verrückt anhört: die Armen haben in den letzten Jahrzehnten den meisten Wohlstand dazugewonnen. Und auch die Reichen sind reicher geworden, aber nicht im gleichen Maß. Warum werden negative Botschaften gesendet? Es liegt am Pessimismus der Inkompetenen. Sie verstärken die Ängste mit ein Flut von Hiobsbotschaften, zum Teil übertrieben, aus dem Zusammenhang gerissen oder gar frei erfunden. Was nicht zu den apokalyptischen Vorstellungen passt, wird passend gemacht. Es ist der Erfolg populistischer Propaganda, dass sich die Ansicht durchsetzt, man müsse „die Ängste und Sorgen der Menschen ernstnehmen“. Diese ernst zu nehmen bedeutet, Irrtümer, Ignoranz und gezielte Propagandalügen ernst zu nehmen. Lesen Sie jetzt noch …

Heute ist alles besser

Spinnt der jetzt? Nein, aber wir neigen, Verbesserungen als selbstverständlich hinzunehmen. Wir sind großartig darin, immer neue Ängste zu schüren, wenn alte Probleme gelöst wurden. Schauen Sie nur mal auf die Kampagnen der Spendenindustrie. Hier ein paar Beispiele für frohe Botschaften Die Lebenserwartung des/der Westeuropäer/in liegt mittlerweile bei weit über 80 Jahren. Noch im Jahr 1950 war mit 69 Jahren die Kiste zu. Und um 1900 erlebte niemand statistisch seinen fünfzigsten Geburtstag . Statistisch gesehen. Die Wochenarbeitszeit eines Industriearbeiters lag 1870 bei 72 Stunden. Heute reden wir offen über eine 4-Tage-Woche. Aus zwei Wochen Jahresurlaub wurden 6 Wochen. Unser Problem wird immer mehr die Gestaltung unserer freien Zeit. Alphabetismus ist für uns normal. Global können mittlerweile 85% der Menschen lesen und schreiben. 1960 waren es noch 60%. Menschen, die Zugang zu Informationen haben, kann man aber nicht so leicht unterdrücken Der deutsche Wald hat seit 1970 über eine Million Hektar dazugewonnen. Noch vor 200 Jahren sah das völlig anders aus, denn Holz war Energiequelle und Baustoff gleichermaßen. Erdöl und Beton haben das Holz abgelöst. Malthus …