Bauer Willi
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Ernte 2023 – Du kannst nur essen, was Du erntest

Die Ernte ist für uns Bauern erst beendet, wenn das Erntegut eingefahren ist. Und da sieht es im Moment in unserer Region kritisch aus, weil wir gerade jetzt kühles und nasses Wetter haben. Hier ein Bericht aus der Praxis.

Aktuell haben wir in unserem Betrieb im Rheinland die Weizenernte beendet. Der Ertrag lag im Durchschnitt der Jahre, die Qualität war deutlich unterdurchschnittlich. Etwa die Hälfte der Erntemenge erreichte Backqualität. Dort, wo wir mit der Stickstoffdüngung zurückfahren mussten, lag der Proteingehalt bei etwa 10,5 %. Damit kann dieser Weizen nur noch als Futterweizen vermarktet werden. Von unserem Weizen gehen also zwangsläufig und ungewollt  50% in den Futtertrog! Leider. Dass Futterweizen einen geringeren Erlös einbringt als Brotweizen ist auch logisch. Ohnehin sind die Preise für Weizen wegen der Exporte aus der Ukraine abgestürzt. In Verbindung mit hohen Preisen für Dünger, den wir im letzten Jahr eingekauft haben, wird es wirtschaftlich gesehen ein schlechtes Jahr. Das Jahr davor war allerdings auch sehr gut!

Nun dürfen wir persönlich nicht klagen. In unserer Region stehen geschätzt noch rund 40% Weizen auf dem Halm. Hier war seit dem letzten Wochenende aufgrund ständiger Niederschläge keine Ernte mehr möglich. Es besteht die Gefahr, dass die Backqualität bei weiterem Regen durch beginnenden Auswuchs (niedrige Fallzahlen etc.) gefährdet wird. Das würde ebenfalls dazu führen, dass der Weizen nur noch als Futterweizen vermarktet werden kann. Der Wetterbericht sagt weiteren Regen bis weit in die nächste Woche voraus. Das macht auch die Ernte des Stroh unmöglich. Es sieht also bei uns nicht gut aus.

Und in anderen Regionen?

Weiter nördlich (vom Rheinland) ist die Situation nach Aussagen von Berufskollegen noch entspannt. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat man mit der Weizenernte kaum begonnen, weil die notwendige Reife Mitte Juli noch nicht erreicht war. Das dürfte mittlerweile der Fall sein. Man wartet also auch dort auf trockenes Wetter und Wärme.

Und was ist mit dem Raps?

Die Rapsernte hat in unserer Region gerade begonnen. Einige wenige Felder, vor allem auf sandigeren Böden sind beerntet, aber es dürften noch 70-80% auf die Ernte warten. Am Mittwoch hat es bei uns Hagel gegeben, Schoten sind aufgeplatzt, Körner herausgefallen. Außerdem haben sich die Pflanzen stark geneigt, was die Ernte erschwert und somit zu Ernteverlusten führt. Das kann man im obigen Bild recht gut erkennen.

Warum ich das schreibe?

Vielen Menschen ist der Bezug zur Landwirtschaft verloren gegangen. Politiker gehören auch dazu. Da muss es eben Leute geben, die nüchtern und sachlich berichten, wie es “draussen” im wirklichen Leben aussieht. Das ist kein Jammern, denn solche Situationen kennen wir Landwirte seit Jahrtausenden. Wir müssen uns damit abfinden, denn ändern können wir es nicht. Bevor jemand das Wort “Klimakrise” in den Mund nimmt: nein, das ist Wetter und völlig normal. Halt nur blöd für uns Bauern, dass der Regen gerade jetzt in der Getreideernte kommt. Für Rüben und Kartoffeln übrigens optimal!

Schön wäre es, wenn auch die Medien darüber berichten würden. Von denen hört man kaum etwas über die Ernte in unseren Landen.

Gegessen werden kann nur das, was geerntet wurde.

P.S.: An die Kommentatoren: schreibt doch, wie es bei euch aktuell aussieht. Wie weit ist die Ernte fortgeschritten, wie war Ertrag und Qualität. So bekommen wir alle ein größeres Bild.

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53 Kommentare

  1. M. Strietzel sagt

    Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr!
    Angeregt durch eine Silvesterdiskussion versuche ich rauszufinden wie rückblickend die Getreidequalität gewesen ist? Wenn ich https://www.backferment.de/2023/09/15/erntebericht-2023/ oder https://www.topagrar.com/markt/news/die-getreidebilanz-2022-23-ist-da-warum-der-inlandsverbrauch-gestiegen-ist-13540562.html lese scheint die Ernte besser ausgefallen zu sein als die kritische Diskussion um die Düngeverordnung u d das schlechte Wetter erwarten ließen . Auch der Proteingehalt scheint ok zu sein.
    Ich kann das allerdings nicht einordnen, können Sie mir dabei helfen?

    • Bauer Willi sagt

      @M.Striezel
      Die Ernte 2022 war tatsächlich von guter Qualität und hoher Menge geprägt. Das Erntejahr 2023 gestaltete sich aufgrund der langen Regenphase im Norden Deutschlands äußerst problematisch. Nicht alles Getreide konnte geerntet werden, der geerntete Weizen hatte niedrige Proteingehalte und damit keine Backqualität. Der Preis lag gegenüber 2022 rund 50% niedriger. Die Düngeverordnung wird sich erst im Verlauf der nächsten Jahre bemerkbar machen, weil der Boden ja über natürliche Reserven verfügt, die jetzt abgebaut werden. Dadurch sinkt auch der Humusgehalt.

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      • Andreas Gerner sagt

        Hinzu kommt das Fallzahl Problem.
        Was am Halm ausgewachsen der auch nur angekeimt ist, lässt keinerlei Eignung mehr für´s Backen zu.

        Dass der Anteil nicht backtauglichen Weizens historisch niedrig ist, lässt sich an dem ungewöhnlich deutlichen Preisabstand der unterschiedlichen Qualitätsstufen ablesen.
        Der Preisabstand zwischen Elite (E) und Futterweizen (C) ist etwa 5 mal größer als in vielen anderen Jahren mit guter Eignung der Ernte zum Backen.

        Ohne Importe kämen die Mühlen diesmal nicht bis zur neuen Ernte.

        Fällt so eine ungünstige Jahreswitterung zusammen mit den Düngebeschränkungen/PS-Verboten/Extensivierungen und noch Lieferschwierigkeiten der anderen Länder (Embargo, Missernten, Kursbarriere, Pandemie, Krieg…) zusammen, schießen Lebensmittelpreise durch die Decke (sozialer Sprengstoff) und um Bestände wird gestritten oder gar gekämpft.

        Wenn man so zuschaut, was Grüne so umsetzen wollen(30%Bio…), stellt sich die Frage, ob die diese Zustände vielleicht sogar anstreben…

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  2. Dipl.agr.G Stranghöner sagt

    Dieses Wetter hatten wir schon immer und hat nichts Mut dem Klimawahn zu tun.Nur leider haben wir esheute mit unfähigen Ministern zu tun.Ganz besonders in der Landwirtschaft, wo man heute alles besser wei§als wir Bauern und uns sagt was wir zu tun haben obcö wir düngen dürfen oder Pflanzenschutzmittel einsetzen können.Damit sind wir heute zu Experimentierer für die Politik der Grünen Ideologie geworden und viele geben auf.Auch darf wertvolles ackerlan für c40 Jahre ürr olar verwendet werden unter diesem Minister Eine Schande ist das.Man hat mal gelernt das gerade Ackerland das wertvollste ist, was wir haben um unsere Menschen zu ernähren. Aber Grün zerstört alles und selbst der Dünger wird als Stalldung knapper und dann?Ich finde es anmaßend von Herrn Özdemir diesen Posten überhaupt zu bekleiden.

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  3. Nils sagt

    Moin. Hier an der Elbe PLZ 21 und 19 ist die Gerste ab, Sand 50 und Marsch 75 dt. Schüchterne Versuche in Raps und Triticale sowie die ersten Großbetriebe im Weizen mit 22%. Dafür wächst der Mais und in ihm die Hirse gut…

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  4. Gubbröra sagt

    Gan allgemein ist unserer Bevölkerung größtenteils der Kontakt zur Landwirtschaft verloren gegangen, schon vor Jahrzehnten. Ich wäre dafür, dass Schulpraktika auch auf landwirtschaftlichen Betrieben abgeleistet werden können. Die Bereitschaft der Bauern ist natürlich Voraussetzung. Vielleicht würde das die Augen junger Menschen öffnen. Nur nebenbei: Ich (75, Familie Nicht-Landwirte, Vorfahren Bauern ) habe als junge Schülerin noch bei unseren Nachbarn im Kreis Grafschaft Hoya und später als Gymnasiastin am 17. Juni im Kreis Celle Rüben gehackt. Und Landfrau bin ich obendrein.

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  5. Ulrich Buchner sagt

    Uli, Niederbayer, Straubing. Bei uns ist die Getreideernte praktisvh abgeschlossen. Ich selbst habe nur B-Weizen (durchschn. 104 dt/ha bei duchschn. 11 bus 12% Protein)) und Braugerste (enttäuschende 58,6 dt/ha, aber brauchbarer Qualität). Im Gespräch mit Berufskollegen habe ich häufig die Enttäuschung über Ertrag und Qualität heraushören können. Lkr. Straubing/tertiäres Hügelland steht noch mehr aufcdem Halm! Nächste Wiche wird aber wohl kein Erntewetter und wenn dann nurckurze Zeutfenster, also vom Feld stehlen.

  6. Dieter sagt

    Hessen, 352**
    Um unseren Ort herum habe ich noch keine Ernte von Getreide beobachten können.
    Mais kann man beim Wachsen zugucken in den letzten Wochen.

    Kann nichts über die Qualität sagen, bin nur täglicher Gassigeher und kein Landwirt 😉

    Heuernte war wohl sehr ergiebig, wenn auch qualitativ nicht so gut am Anfang laut meinem Nachbarn.

  7. Matthias Rebisch sagt

    Ostsachsen.
    Erbsen gestern vorm Regen gerettet. Weizenernte im Gange. Raps steht noch ein viertel. Erträge durchschnittlich. Qualitäten, na ja. Hoffen auf besseres Wetter. Diese Woche war’s ein vom Feld klauen.

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  8. Heinrich sagt

    Lüneburgerheide/Südheide, Kreisgrenze Celle/Gifhorn.
    Bei uns im Betrieb noch kein Getreide gedroschen (keine WG)
    WG ab 6-7 t/ha
    Seit 12 Tagen täglicher Regen; zwei Biogasbetriebe mit Trocknung haben geringe Mengen Tritikale gedroschen.
    Der Weizen wird langsam schwarz.
    Die Sommergerste (Braugerste) wächst auf vielen Flächen durch (/zuwenig Wasser während der Bestockung).
    Regen bis über die nächste Wochenhälfte vorhergesagt,
    SG wird abknicken, beginnendes Lager von Tritikale und Roggen!

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  9. Smarti sagt

    Braun, ja das stimmt. Über das Wetter zu sprechen war früher Small Talk, jetzt eher ein heißes Eisen. Dieses sofort in eine Schublade gesteckt zu werden ist sowiso nervt. Es wird langsam schwierig, als Landwirt noch ungefährliche Plauderthemen zu finden.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Smarti, heute teilst du dich bisweilen fast ein bisschen kryptisch mit…, wie das?

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Ah ….; Kommando zurück. – Jetzt habe auch ich den Beitrag von Braun entdeckt, auf den du Bezug nimmst.

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  10. Andi sagt

    Bayern Süden, Weizen Eiweißgehalt in unserer Gegend meist bei 10,5%, schätze dass 75% Futterweizen sind. Erträge schwanken generell stark, je nachdem ob man Niederschläge abbekommen hat oder nicht.

    • Reinhard Seevers sagt

      Andi, die DLG sagt über Bayern:
      In Bayern läuft die Weizenernte auf Hochtouren, das zeigen die vielen Eintragungen im Ackerbarometer. Die Feuchtegehalte liegen zwischen 12 und 14 Prozent. Die Erträge schwanken je nach Sorten zwischen 5,2 t/ha (Asory) und 11,2 t/ha (Campensino). Insgesamt stellen die Proteingehalte mit bis zu 13 Prozent zufrieden. Heftige Regenfälle beendeten vorerst die Erntearbeiten.
      Die Einträge sind kostenlos im freien Portal möglich. Sie finden das Ackerbarometer im Internet auf den Seiten von DLG, agrarticker.de, Adama und raiffeisen.com.

      …es haben sage und schreibe 7 Betriebe gemeldet….das ist mal eine repräsentative Aussage!

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Wenn Ihre recherchierten (fiktiven!?) Erträge nicht auf Bauernkonten landen, werter Herr Seevers, dann sind Sie in Bälde mit eingehenden Aufträgen wohl weit weniger gut ausgelastet…

        Von erträumten Eurönchen können Sie allenfalls luxuriöse Hallen-Luftschlösschen errichten. 😉

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        • Reinhard Seevers sagt

          Keine Angst WW, ich habe die Bücher voll….außerdem ist die Landwirtschaft derart vielfältig, dass immer irgendein Bereich gut läuft.
          Zudem hab ich ganz geringe Ansprüche.😉

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          • Arnold Krämer sagt

            Selten bildet der Mais zwei 🌽🌽 volle Kolben aus. Ein 🌽 guter reicht, um den Weizen in seine Schranken zu verweisen und das bei 30 bis 50 Bodenpunkten. 😎

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  11. Kriemhild Bressel sagt

    Bei uns, PLZ 028.. bei Görlitz ist die Wintergerste gedroschen, mit Erträgen zwischen 75-80 dt, der Raps ist auch runter, sehr enttäuschend. so wenig Ertrag wie noch nie.(25 dt). Die Triticale wurde angefangen, aber jetzt der Regen…und zum Weizen gibt es auch noch keine Erkenntnisse…wir sind das erste Jahr im Roten Gebiet…mal sehen, wie es weiter geht.

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  12. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Bei uns (Kreis Paderborn) stehen Roggen, Triticale uns Weizen noch komplett auf dem Halm. Aber: was noch viel schlimmer ist, da laufe ich gestern im Pullover draußen herum und höre im Radio zeitgleich wir hätten den heißesten Juli weltweit seit Beginn der Aufzeichnungen. Und das wurde auch gestern Abend im Fernsehen sehr auffällig und mit allem Nachdruck verbreitet.
    Fazit: Nur die Transformation über das Klimanarrativ zählt. Die Erntebedingungen sind den “oberen” scheißegal.
    Nur nebenbei: Meldung heute ” St. Vincenz Klinikgruppe in Paderborn insolvent”. Mitarbeiter natürlich in Aufruhr. Aber nein, keine Angst, die werden die von uns verlangten teureren Regional- und Bioprodukte sicherlich zukünftig mit Kusshand kaufen.

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  13. Bauer Fritz sagt

    Infos aus Österreich bzw. OÖ:
    *) Mehr als 90 Prozent des Weizens habe damit Futterqualität. Das Phänomen des geringen Proteingehaltes sehe man „vom Burgenland bis nach Deutschland“, der Grund sei unklar. (https://volksblatt.at/wirtschaft/extremwetter-volatile-maerkte-und-zu-wenig-protein-trueben-erntebilanz-799516/)

    *) Durchschnittliche Getreideernte in Oberösterreich und ein rätselhafter Proteinschwund (https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/durchschnittliche-getreideernte-in-oberoesterreich-und-ein-raetselhafter-proteinschwund;art4,3866505)

    Kommentar des Redakteurs: Es ist ein verhängnisvoller Kreislauf: Die Bauern steigen aus Ackerfrüchten aus, für die es aufgrund neuer EU-Regeln keinen ausreichenden Pflanzenschutz mehr gibt. Sie erleiden Verluste mit Raps, Zuckerrübe, Erdapfel und Kürbis und konzentrieren sich noch mehr auf Mais, Weizen, Gerste. Heißt: weniger Vielfalt, noch mehr Anfälligkeit für Insekten, Pilze und Unkraut. Die Entwickler von Saatgut und Pflanzenschutz konzentrieren sich noch mehr auf die paar Hauptpflanzen. Die EU erreicht mit ihren strengen Regeln im Pflanzenschutz also das schiere Gegenteil: weniger Biodiversität, weniger Widerstandskraft.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Das ist genau der Effekt, der auch hier bei uns sichtbar wird. Gemüse und Obst, sowie anspruchsvollere Feldkulturen (hinsichtlich Pflanzenschutz) verschwinden. Mais, Gerste und Weizen nehmen zu. Im Grunde gilt auch hier das genaue Gegenteil der Erzählung vom bösen Pflanzenschutz, der angeblich die Biodiversität schädigt. Wie gesagt, Acker ist per se kein Areal für Biodiversität und ich muss die Biodiversität einschränken, mit Mechanik oder Pflanzenschutzmitteln. Die angebliche Auswirkung des Pflanzenschutzes auf die Biodiversität in weit entfernten und nahen nicht landwirtschaftlichen Flächen ist die eigentliche falsche Erzählung. Dieses Narrativ wird aber mit aller medialen Macht am Leben gehalten, weil sonst die Argumente der Gegner der modernen Landwirtschaft langsam komplett wegbrechen. Hat alles inzwischen den Anschein von “lautem Pfeifen im dunklen Wald”.

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      • Inga sagt

        Warum fragt keiner den staatlichen Pflanzenschutzdienst?

        Denn der ist ja dafür da, oder nicht?

        Wissen das die “lautenPfeifen” nicht?

      • Arnold Krämer sagt

        Im Landkreis Emsland machen von rund 142 000 ha Ackerland Mais, Getreide und Kartoffeln seit vielen Jahren konstant ca. 90 Prozent aus. Ganz langsam kommen Zuckerrüben (wg Biogas), Raps, Leguminosen und Gemüse dazu, also eine tendenziell gegenläufige Entwicklung, die abhängig ist vom Ausgangsniveau und von den Vermarktungsmöglichkeiten.
        Von rund 2 700 ha Ökofäche sind ca. 50 % Dauergrünland.
        Die Zahlen stammen aus den GAP-Antragsdaten, sind also sehr repräsentativ.

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  14. Meyer sagt

    PLZ 30 Niedersachsen. Bei Hannover ist die Trennung zwischen Sandböden und Lehmböden. Der Mittellandkanal ist die Grenze. Auf den Sandböden im Norden 2 – 8 to/ha Getreide, im Süden bisher nur Gerste 9 – 10 to/ha. Raps auf Lehmböden 2 – 4,5 to/ha , auf Sand 1,5 – 2,5 to/ha. Auf den Lehmböden gibt es nur vereinzelte gemähte Weizenflächen , vielleicht 2% erst gemäht. Letzten Sonntag wurde überwiegend Raps gemäht , aber auch hier noch keine 50% gemäht. Seitdem regnet es hier täglich und die Maschinen stehen. Der Weizen ist jetzt überall reif und könnte geerntet werden. Der bisher geerntete Weizen hat gute Fallzahlen , aber niedrige Eiweißgehalte ( 10,5 – 11,5 %). Übrigens errechnet sich der Eiweißgehalt aus dem Stickstoffwert = N x 6,25 = Eiweißgehalt. Ohne Stickstoff kein Eiweiß !
    Also ohne Stickstoff kein Leben , denn jeder Körper braucht Eiweiß. Wenn also der Stickstoffeinsatz immer weiter von der Politik reduziert wird , dann gibt es auch immer weniger Brotgetreide !! Leider wird das in der Diskussion immer wieder vergessen und eine Aufklärung findet darüber auch nicht statt , weil unsere Ideologen über dieses Wissen wohl nicht verfügen und auch das ganze nicht hinterfragen .

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  15. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    ***Die berühmten weit größeren Kirschen in Nachbars Garten…***

    In schönster Kontinuität schreiben die Bauern selbst sich Jahr um Jahr ihre Erzeugerpreise kaputt.

    Gerne auch nachzulesen im Erntebarometer der ZG Raiffeisen Karlsruhe. – Die statistischen Hochrechnungen fallen dann mit Hilfe von ein paar im eigentlichen wenig repräsentativer Zahlen demgemäß auch entsprechend aus.

    Jeder darf selbst entscheiden, was er davon halten mag…!?

    Im übrigen sollte man neben der Menge die Qualitäten nicht ausklammern.

    Hier bei uns spricht der Handel von einem mageren Hektolitergewicht sowohl bei der WG, weit schlimmer noch bei der ersten Sommergerste und auch beim WW, wo bereits eingefahren wurde. Schmachtkorn ist generell ein Problem, Mutterkorn kein Fremdwort.Woher sollen beste Qualitäten auch kommen nach den weiträumig vorherrschenden katastrophalen Wetterverhältnissen in der Hauptvegetationsphase.

    Unsere liebe Frau Holle lässt aber nichtsdestotrotz wohl immer wieder güldene Körner vom Himmel herniederrieseln – einfach phänomenal! …Den Rest erledigen die ukrainischen Roherzeugnisse.

    Unser Vogelfreund dürfte hierüber in Summe wohl außerordentlich begeistert sein!!!

    Wir liegen im übrigen in einem Spätdrusch-/Trockengebiet u. haben in Teilen bislang Dinkel gedroschen, noch keinen Weizen und auch noch keine Sommergerste.

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  16. Martin sagt

    Wir dreschen an 2 Standorten. Einmal in 27404 Zeven ( sandiger Boden) und in 21706 Drochtersen ( Elbmarsch)

    Auf dem sandigem konnte die Gerste bei trockenem Wetter geerntet werden. Einige haben schon in den Raps geguckt, haben dann aber den Drescher wieder in die Scheune gestellt, da der Stängel noch grün ist. Einige haben Weizen mit 20% gedroschen.

    In der Elbmarsch steht teilweise noch die Gerste….

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  17. Christian Bothe sagt

    Mein letzten Besuche in der Ostthüringer Region in AG: WG 80-100 dt/ha, hl-Gewichte sehr unterschiedlich und schlagartbezogen. Erste Rapserträge knapp unter 40 dt/ha! Ölgehalte ~44% ! WW Ernte: Erträge durch Wassermangel unter Niveau des Vorjahres und in den Startlöchern…Immer wieder Niederschläge!Mais zehrt von den Niederschlägen!

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    • Christian Bothe sagt

      Eine AG vor Ort baut auch wieder 30
      ha Sojabohnen an! Diese zur Direktverfütterung im Betrieb!

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  18. Arnold Krämer sagt

    Im Emsland dominieren Mais und Kartoffeln. Der Mais ist extrem vielversprechend, so gut wie seit Jahren nicht mehr, aber noch längst nicht unter der Plane bzw. im Silo. Bei Kartoffeln gab es teilweise deutliche Pflanzgutprobleme. Auch hier muss man abwarten. Die Wintergerste hat überraschend gute Erträge gebracht. Roggen, Weizen und Triticale sind überwiegend noch nicht geerntet wegen der Schlechtwetterperiode seit fast zwei Wochen. Das Getreide in der Region ist fast immer für den Futtertrog vorgesehen. Bei starker Pilzbelastung durch feuchte (und warme) Witterung sind Folgeprobleme in der Sauen- wie in der Ferkelfütterung nicht unbekannt.

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  19. Lieschen Müller sagt

    Sehr interessant. Hier regnet es zwar endlich seit einer knappen Woche, für Tomaten in Freiland aber eigentlich zur Unzeit. Äpfel und Birnen tut der Regen aber sehr gut.
    Wie hoch muss der Mais denn werden?

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  20. Martin sagt

    PLZ 311..

    Gerste ca.105dt/ha
    Dinkel ca.90dt/ha
    Raps ca 40dt/ha
    noch kein Gramm Weizen geerntet. Und Wetterbericht sagt noch 10 Tage schlechtes Wetter an.

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  21. Mark sagt

    NO-BW Ernte weitgehend abgeschlossen:

    Bei uns;

    WW 60-80dt/ha
    WG 50-70dt/ha
    Raps 35-45dt/ha
    SG 50-65 dt/ha
    Erbsen 15-25dt/ha

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  22. Harald Müller sagt

    PLZ 96 (Oberfranken-West)

    Gerste 6 t/ha
    Triticale 6 t/ha
    Weizen 6 t/ha
    Raps 2,5 t/ha

    Seit 15.07. sind hier fast alle fertig. Das ist viel zu früh für unsere Gegend, eigentlich sind wir hier erst 1~2 Wochen nach Bauer Willi dran!
    Erträge (außer Raps) trotzdem immer noch viel besser als erwartet.
    Sorgen bereitet der Mais; der ist teilweise umbruchwürdig.

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  23. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    So schnell kanns gehen,bei der Gerste Himmelhoch jauchzend,insbesondere bei Triticale und Raps zu Tode betrübt.

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  24. Martin Waldvogel sagt

    Hier in der Schweiz ist die Ernte ausser in ganz späten Lagen abgeschlossen. Erträge von tief bis durchschnittlich, v.a. im Raps sehr unterschiedlich (von gar nichts bis sehr gut). Qualität durchschnittlich, v a. auf leichten Sandböden tiefe hl-Gewichte, sonst ok. Sicher kein Spitzenjahr…

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  25. Braun sagt

    Guten Morgen, Bayern Mitte Weizen steht noch Sommergerste auch Raps ist gedroschen. Wenn ich mit Grün_innen übers Wetter spreche wird jedes Wort gleich als jammern bezeichnet. Wenn ich erkläre dass wir das Wetter so nehmen wie es ist da wir es eh nicht ändern können, bin ich Klimakrisenleugner.

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Claudia Roth, Renate Künast und Kathrin Göring-Eckart sind meine Lieblingsgrün-inen.

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    • Smarti sagt

      Braun, ja das stimmt. Über das Wetter zu sprechen war früher Small Talk, jetzt eher ein heißes Eisen. Dieses sofort in eine Schublade gesteckt zu werden ist sowiso nervt. Es wird langsam schwierig, als Landwirt noch ungefährliche Plauderthemen zu finden.

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  26. Reinhard Seevers sagt

    Hier im LK Diepholz ist die Gerste im Großen und Ganzen geerntet. Nur vereinzelt Raps, Weizen so gut wie gar nicht, Roggen ebenfalls Null. Mais ist inzwischen 3m hoch…..115mm für Juli. Erinnert stark an 1981….aufgrund der Halmverkürzung gibt es nur wenig Lagergetreide….noch, denn der ständige Regen wird wohl demnächst dazu führen, dass sich vieles hinlegen wird.

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  27. Frikadellen piet 44 sagt

    guten Morgen wo ist denn der Preis für Raps und für Weizen zur Zeit ich habe keine Ahnung

    • Frikadellen piet 44 sagt

      weiter würde mich der Überschuss der letzten 5 Jahre für beide Kulturen im Vergleich mal interessieren dann erst wissen wir über was bezahlen wir überhaupt reden

  28. C.Classen sagt

    “Von unserem Weizen gehen also zwangsläufig und ungewollt 50% in den Futtertrog! ”
    – Zitat Ende –

    Okay, wem kann man es verfüttern / wie kann man es verwerten wenn Viehhaltung nicht mehr möglich ist und Fleischkonsum verboten?
    Artgerechte Viehhaltung und angemessener Fleischkonsum sind ein wichtiges Element in der Nahrungskette.

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    • Bauer Willi sagt

      Genau deshalb habe ich es so geschrieben. Nur so findet eine Verwertung als Lebensmittel statt. Natürlich kann man auch alles in die Biogasanlage schicken, aber damit ist es dem menschlichen Verzehr entzogen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Artgerechte Viehhaltung und angemessener Fleischkonsum sind ein wichtiges Element in der Nahrungskette.”

      -Viehhaltung und Fleischkonsum sind ein wichtiges Element der Nahrungskette-

      Unabhängig von der Attributierung ist es so…wer die Attribute hinzufügt, möchte gerne etwas anderes ausdrücken, so scheint mir.😉

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