Bauer Willi
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Gentechnik: was man wissen sollte -Fragen an Ludger Weß

Ich habe einige Fragen zur Züchtung, im Speziellen zu modernen Züchtungsmethoden, an Ludger Weß gestellt, den ich persönlich kenne und schätze, weil er Sachen weiß, die ich nicht weiß. Ludger studierte Chemie und Biologie an der Universität Münster und war danach vier Jahre lang als Forscher im Bereich molekulare Entwicklungsbiologie an der Universität Bremen tätig. Er ist auch Buchautor, vorwiegend über Gen- und Biotechnologie. Wir tauschen uns von Zeit zu Zeit aus, weil er sich für praktische Landwirtschaft interessiert. Wir sind also ein gutes Gespann. Das Bild zeigt uns beide auf unserem Hof noch zur Corona-Zeiten. Deshalb der Abstand….

  • In letzter Zeit wird meiner Wahrnehmung nach wieder intensiver über Grüne Gentechnik, vor allem die neuen Züchtungsmethoden diskutiert. Ist das eine Einbildung? Wenn nicht, warum ist das so?

Das liegt an der Bekanntgabe der Pläne der EU-Kommission, die Pflanzen, die mit dem so genannten Genome Editing erzeugt wurden, rechtlich denjenigen gleichstellen will, die mit klassischer Mutationszüchtung erzeugt werden. Diese Form der Pflanzenzucht, die wir seit fast 100 Jahren praktizieren, verändert auf einen Schlag mittels radioaktiver Bestrahlung oder einem Bad in mutationsauslösenden Chemikalien zehntausende Gene, wobei nicht nur die erwünschten, sondern auch sehr viele unerwünschte oder sogar für die Konsumenten schädliche Eigenschaften entstehen. Die müssen dann anschließend mühsam wieder herausgekreuzt werden. Das kann bis zu 12 Jahren dauern. Mit dem Genome Editing (der “Genschere”) kann man die erwünschte Eigenschaft durch die präzise Veränderung eines oder weniger Gene erreichen, ohne dass man sich die vielen Nachteile der klassischen Mutationszüchtung einhandelt. Die klassische Mutationszüchtung gilt übrigens juristisch auch als Gentechnik, muss aber bisher nicht gekennzeichnet werden, weil der Gesetzgeber der Ansicht war, dass diese Methode sich in den letzten Jahrzehnten als sicher erwiesen hat.

  • Befürworter und Gegner von CRISPR/Cas9 haben im Wesentlichen keine neuen Argumente. Während einerseits die Chancen betont werden, argumentieren die Gegner mit den Risiken. Ist die Genschere ein Risiko? Gefährden so erzeugte Lebewesen unser Leben, unsere Umwelt? Gibt es dazu Belege?

Es gibt dazu hunderte Untersuchungen, die alle besagen, dass von Sorten, die mit der Genschere erzeugt, keine größeren Risiken ausgehen als von Sorten, die mit der klassischen Zucht erzeugt werden. Das Risiko, dass bei diesem Verfahren genetische Veränderungen geschehen, die nicht vorhergesehen und nicht erwünscht sind, ist sogar geringer als bei allen anderen Verfahren. Das oft genannte Risiko, dass die neuen Eigenschaften dieser Pflanzen an andere Sorten auskreuzen können, existiert auch für alle anderen Sorten. Wenn ich zum Beispiel eine neue Sorte mit Virusresistenz auf den Markt bringe, so ist es für das Risiko des Auskreuzens dieser Virusresistenz völlig unerheblich, ob das betreffende Virusresistenzgen durch klassische Züchtung, durch Mutationszüchtung oder durch die Geneschere hineingezüchtet wurde.

  •  Die Gegner der modernen Züchtung sind ganz überwiegend NGO. Wenn man die Seiten von Testbiotech, Deutscher Umwelthilfe oder Greenpeace liest, so sind die Argumente identisch. Welche Interessen verfolgen diese Vereine?

Greenpeace stand in den 1980er Jahren der grünen Gentechnik sehr positiv gegenüber, weil die Umweltschutzorganisation darin eine Chance sah, den Einsatz von Insektiziden zu verringern. Das war ganz im Geist der großen Umweltschutz-Pionierin Rachel Carson. Aber dann hat sich der Wind gedreht, und man entdeckte, dass man mit Kampagnen gegen Großunternehmen aus der Chemiebranche gute Erfolge in Form von Spendengeldern erzielen kann. Als dann die Schlauchbootaktion gegen einen “Gensoja”-Frachter im Hamburger Hafen großes Medienecho erzeugte, setzte Greenpeace ab diesem Zeitpunkt auf die Anti-Gentechnik Karte – zumal die gesamte Gentechnik, auch die in der Medizin, damals von Umweltschützern als äußerst gefährlich angesehen wurde. Man behauptete, auch die gentechnische Herstellung von Medikamenten sei hochriskant und hätte das Potenzial eines biologischen SuperGAUs. Dazu gab es so genannte Gutachten von “unabhängigen Experten” – ganz so, wie heute. Manche Leser erinnern sich vielleicht noch an den Kampf der Grünen gegen die Herstellung von “Geninsulin” bei Hoechst in Frankfurt. Gerhard Schröder hat in der rot-grünen Koalition dann den Widerstand gegen die Gentechnik in der Medizin abgeräumt, aber er hat seinem Koalitionspartner die Gentechnik in der Landwirtschaft sozusagen als Spielwiese überlassen. Andere Umweltschutzorganisation wie der BUND, das Umweltinstitut München oder die Umwelthilfe sind dann auf den Zug aufgesprungen und haben gemerkt, dass bei Kampagnen gegen Gentechnik die Spendengelder reichlich fließen. Zynisch gesehen, geht das Portemonnaie von Spendern am weitesten auf, wenn sie Angst um ihre eigene oder die Gesundheit ihrer Kinder haben. Bei Testbiotech kommt noch hinzu, dass dieser Kleinverein vorwiegend durch Spenden von Stiftungen und Unternehmen der Biolandwirtschaft bzw. der Bio-Handelsketten sowie von anthroposophischen Geldgebern am Leben gehalten wird. Und die sind ganz klar gegen Gentechnik eingestellt. Der Verein mit dem hochtrabenden Namen “Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie” ist also in Wahrheit komplett von Spendern abhängig, die ein finanzielles oder weltanschauliches Interesse an der Bekämpfung der Gentechnik haben. Intern hat es bei Greenpeace immer wieder Debatten darüber gegeben, ob die radikale Ablehnung der Gentechnik nicht doch ein Fehler war, aber die Organisation hat sich mit ihrer Haltung so sehr in eine Ecke manövriert, dass sie da ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommen kann. Eine differenzierte Betrachtung der Genschere wäre ein Ausweg gewesen, aber die Diskussion ist nicht geführt worden. Es ist halt einfacher, beim Altbewährten zu bleiben, als sich zu verändern.

  • Was ich nicht begreife: die herkömmliche Züchtung der Mutagenese mittels Bestrahlung oder Chemikalien ist je relativ „brutal“ und ungerichtet. Mit der Genschere kann man ganz gezielt Dinge verändern. Und wenn die Genschere als Gentechnik eingestuft wird, müsste dann nicht auch die konventionelle Züchtung so eingestuft werden?

Das habe ich oben schon zu erläutern versucht. Es ist komplett unlogisch, die Mutationszüchtung zu akzeptieren, obwohl sie im Genom von Pflanzen wesentlich mehr Chaos und Schäden anrichtet, und die wesentlich präzisere Genschere abzulehnen. Der Irrsinn wird komplett, wenn man sich vorstellt, dass viele Lebensmitteln, auf denen das Logo “ohne Gentechnik” klebt, tatsächlich Gentechnik enthalten. Ich wundere mich z. B. immer über das angeblich gentechnikfreie Bio-Bier, denn es gibt in ganz Europa keine Braugerste, die nicht mit der Mutationszüchtung erzeugt wurde, die juristisch als Gentechnik gilt. Ich halte das für Verbrauchertäuschung.

  • Neulich wurde bei mir auf dem Blog darüber diskutiert, ob Gene aus Lebensmitteln direkt in die menschliche DNA eingebaut werden kann. Das ist nach heutigem Stand des Wissens definitiv nicht der Fall. Welchen Sinn macht dann zum Beispiel eine Kennzeichnung von Milch als „gentechnikfrei“? Das Futter, das eventuell gentechnisch verändert sein könnte, muss ja erst noch durch die Kuh. Eine gentechnikfreie Milch ist dann doch totaler Blödsinn.

Ich habe die Diskussion verfolgt. Sie beruhte auf zum Teil grotesken Missverständnissen von Biologie. Gene aus der Nahrung werden nicht in die menschliche DNA eingebaut. Es gibt zwar aus der Evolutionsgeschichte Beispiele dafür, dass Gene von Viren oder anderen Parasiten ihren Weg ins menschliche Genom bzw. das der Vorfahren gefunden haben, aber hier reden wir über Infektionen und Zeiträume von hunderttausenden oder Millionen Jahren. Wenn Gene aus der Nahrung so einfach ihren Weg in unser Genom finden könnten, dann wüchsen uns bestimmt schon Blätter statt Haare und wir würden Fotosynthese betreiben. Und was die gentechnikfreie Milch angeht, halte ich auch das für Verbrauchertäuschung. Es gibt keine gentechnisch veränderten Rinder. Die Bezeichnung gibt lediglich Auskunft darüber, ob die Tiere vor dem Melken Futter gefressen haben, in denen sich Pflanzen oder Pflanzenteile befunden haben, die ursprünglich mal mit Gentechnik gezüchtet wurden. Und wenn das tatsächlich so gefährlich wäre, warum dürfen dann Menschen, die zum Beispiel in den USA gentechnisch veränderte Lebensmittel gegessen haben oder in Deutschland mit Gentechnik- Medikamenten behandelt wurden, noch Blut spenden, ohne dass anschließend auf der Blutkonserve ein Warnhinweis stehen muss? In der Terminologie der Gentechnik-Gegner handelt es sich bei dem Blut von Menschen, die vor ihrer Blutspende einen Schokoriegel gegessen haben, in dem sich Zucker aus gentechnisch veränderten Zuckerrüben befand, um “Genblut”.

  • Stimmt es, dass bei gentechnikfreien Produkten eine Toleranz von 0,9% Beimischung von gentechnischen veränderten Organismen erlaubt ist? Dann ist doch die Werbung eigentlich Verbrauchertäuschung.

Ja, das halte ich auch für Verbrauchertäuschung. Hinzu kommt, dass zahlreiche Lebensmittel Vitamine, Enzyme, Farbstoffe und andere Zusatzstoffe enthalten, die mithilfe von Gentechnik erzeugt wurden. Diese alle zu kennzeichnen, haben Gentechnik-Gegner bewusst abgelehnt, weil das dazu geführt hätte, dass praktisch auf allen Lebensmitteln (und auch auf Waschmitteln und Textilien, sogar auf Geldscheinen) eine Gentechnik-Warnung draufgeklebt hätte. Da haben sie dann befürchtet, das könnte zu einer Abstumpfung gegenüber diesen Warnungen und letztlich zur Akzeptanz der Gentechnik führen. Deshalb wehren sie sich bis heute mit Händen und Füßen gegen eine Ausweitung der Kennzeichnung, vor allem gegen eine Kennzeichnung von mutationsgezüchteten Sorten, denn dann hätte auch der Bio-Handel ein Problem.

  • Rote Gentechnik ist akzeptiert und wird gelobt, grüne Gentechnik ist des Teufels. Wo ist der Fehler in der Kommunikation? Lässt sich das noch verändern?

Die Akzeptanz der roten Gentechnik liegt daran, dass Menschen um ihre Gesundheit besorgt sind und sich dann über manche Risiken hinwegsetzen, zumal wenn es sich um Risiken handelt, die nur theoretisch sind. Schröder hat damals den richtigen Riecher gehabt. Ihm war klar, dass es der Bevölkerung nicht zu vermitteln gewesen wäre, wenn Deutschland auf lebensrettende Medikamente verzichtet hätte, nur weil sie mit Gentechnik erzeugt wurden. Bei der grünen Gentechnik überwiegen dann die Ängste vor den eingebildeten Risiken, die ja vor allem Risiken sind, die der Bevölkerung eingeredet worden sind. Da ist die Rede von Genmilch, von Frankensteinmais, von Genmonstern und es werden Worten wie manipuliert, kontaminiert und verseucht benutzt. Dazu gibt es dann immer wieder diese Bilder von Spritzen, die in Tomaten, Maiskolben und Äpfeln stecken, Artikel, die mit Warnschildern für Biogefahr illustriert werden und Aktionen, bei denen Greenpeace im Vollschutz mit Atemschutzmaske in die Felder marschiert, auf denen gentechnisch gezüchteter Mais angebaut wurde. Spricht man mal im Supermarkt Menschen an, dann sind viele inzwischen der Überzeugung, dass ihre Nahrungsmittel am besten nicht mit Genen “kontaminiert” sein sollten, und sie sind völlig überrascht, dass auch Bio-Obst und Bio-Gemüse Gene enthält. Daher hat es mich auch nicht gewundert, dass es gerade in Deutschland so viele Menschen gab, die sich vor den Corona-Impfstoffen gefürchtet haben, die mit mRNA und damit mithilfe von Gentechnik produziert wurden. Ob sich das ändern lässt? Das ist vermutlich nur möglich, wenn Wissenschaftler – so wie Christian Drosten damals während der Coronazeit – immer wieder geduldig erklären, was es mit der Gentechnik, der Genschere und anderen Züchtungsmethoden auf sich hat und dabei nicht nur geduldig auf alle Ängste und Befürchtungen eingehen, sondern auch den kursierenden Falschbehauptungen energisch entgegentreten.

  • Gibt es weltweit Beispiele für ungewollte Auskreuzungen von gentechnisch veränderten Organismen?

Dafür gibt es tatsächlich Beispiele, vor allem aus den USA. Es wurde bei Reis, Alfalfa und Raps beobachtet. Aber wie bereits oben geschildert, können alle Sorten Gene an andere Sorten auf benachbarten Feldern oder an nahe verwandte Wildpflanzen auskreuzen. Das ist keine Eigenschaft, die spezifisch für Gentechnik oder die Genschere ist.

  • Deine persönliche Einschätzung: Werden die neuen Züchtungstechniken in der EU in Zukunft eingesetzt werden können?

Ich bin vorsichtig optimistisch, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die EU sich international so sehr isolieren will. Die USA, Kanada, Japan, China, sehr viele Schwellenländer – alle lassen diese neuen Züchtungstechniken ohne große Bedenken zu. Selbst in Afrika öffnet man sich dafür. Will Europa sich da wirklich lieber Putin, Assad, Maduro und Kim Jong Un anschließen, die alle die Gentechnik und die modernen Züchtungstechnologien verteufeln? Sehr viel wird allerdings vom deutschen Abstimmungsverhalten abhängen. Und da sehe ich bei den von den Grünen sowie der SPD geführten Ministerien keinerlei Anzeichen dafür, dass sie von ihrer fundamentalistischen Ablehnung aller neuen Züchtungsmethoden abrücken werden. Ich bin erstaunt über die Größe der Unkenntnis, das Ausmaß an Ignoranz und das bewusste Ausblenden von Forschungsergebnissen und Fakten sowie die zum Teil abenteuerlichen Falschdarstellungen, die grüne und rote Ministerinnen und Minister in den letzten Tagen gezeigt haben. Von einzelnen grünen Ministern weiß ich, dass sie die Dinge differenzierter sehen, aber bei den Grünen gilt die persönliche Meinung nichts. Ein grüner Minister muss, selbst wenn er oder sie komplett anderer Ansicht ist, die Parteilinie vertreten. Und im Fall der neuen Züchtungstechniken ist die Parteilinie nein, nein, nein. Meine einzige Hoffnung ist, dass die FDP hier hart bleibt und zumindest auf einer Enthaltung im Ministerrat beziehungsweise den Ausschüssen besteht. Aber ob die Partei den Bruch der Koalition über diese Frage riskiert, da bin ich skeptisch. Mein Rest-Optimismus gründet darauf, dass andere europäische Länder sich schon sehr entschieden für die neuen Züchtungsmethoden ausgesprochen haben.

 

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133 Kommentare

  1. Michlits viktor sagt

    Veränderungen in der unserer Natur gab es immer. Die Natur und auch der Mensch konnte sich anpassen. Bei der Gentechnisch veränderter Natur haben wir keine Zeit um uns daran zu gewöhnen. Der Coronavirus hat uns gezeigt wenn zu einen Labor Unfall kommt .Und es der Mensch ist und nicht der Wurm im Mais ist der stirbt .

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Ist halt nicht ganz das Gleiche, ob man mit Krankheitskeimen experimentiert oder mit bewährtem Gemüse.

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          • Hannah sagt

            @Jörg: Die Leopoldina-Studie gilt bei NGOs (z.B. dem Gen-ethischen Netzwerk) als veraltet, widerlegt und gekauft. Einige der Autoren hatten wohl ein Eigeninteresse an einer Patentanmeldung. Wer weiter runterscrollt wird sehen dass das Vertrauen in Studien ein gängiges beiderseits bestehendes Problem ist. So kommen wir also in der Gesellschaft nicht weiter.

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            • “Gilt als gekauft” ist immer ein wunderbares Argument – egal ob was dran ist oder nicht: Zweifel sind gesät, die entsprechenden Wissenschaftler sind diskreditiert.
              Wer finanziert eigentlich das “Gen-Ethische Netzwerk”? Könnten da auch Interessenverbände hinter stehen?
              Ich weiss (teilweise) wie die sich finanzieren – verrate das aber hier nicht und lasse es als “kritische Rechercheübung” hier mal einfach so stehen.

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            • Christoph sagt

              Verstehe ich nicht. Welche Studie? Das ist ein Erklär-Text. Abgesehen davon habe ich mir jetzt ein wenig die Agro-Gentechnik Seiten von diesem genethischen Netz angeschaut. Die Seiten sind meiner Meinung nach ärgerlich.

              “Gentechnik steckt voller Risiken. Probleme zeigen sich zum Beispiel für die Lebensmittelsicherheit, die Umwelt und die gentechnikfreie Landwirtschaft. Auch das System, mit dem die Risiken untersucht werden, ist fragwürdig.”

              Diese Art der Angstmache funktioniert bei praktisch allem.

              “Autos stecken voller Risiken. Probleme zeigen sich zum Beispiel für Fußgänger, die Umwelt und die Stadtgebiete. Auch das System, mit dem die Risiken untersucht werden, ist fragwürdig.”

              Beweist mir mal das Gegenteil …

              Der ganze Bereich ist IMHO so aufgebaut. Man schreibt so allgemeingültige Kritiken, die nicht zu widerlegen sind. “Das System ist fragwürdig” ist überhaupt ein herrlicher Satz, weil jedes System hat Schwächen und irgendwelche Kritik lässt sich immer finden.

              Die Detailartikel sind dann zwar lang, aber auch nicht sehr saftig.

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        • Limes sagt

          “Agrobacterium tumefaciens, ein tumorbildendes Bakterium als Genfähre … Es wird also weiterhin mit Krankheitskeimen experimentiert !” gefährlich, gefährlich raunt @Andreas
          Naja Agrobacterium tumefaciens (lat. für „Tumor machendes Ackerbakterium) ist wie Bacillus thuringinsies ein ubiquitär (überall verbreitet) vorkommendes Bakterium. Wie der Name sagt erzeugt das Bakterium Tumore z.B den sogenannten Wurzelkropf. Landwirte kennen wahrscheinlich den Wurzelkropf aus dem Rübenanbau, das in jedem Boden ubiquitär vorkommende Bakterium dringt durch Verletzungen in Pflanzen ein und führt zu wuchernder Zellteilung. Eine Bekämpfung ist nicht möglich, befallene Rüben werden mitgeerntet und verwertet. Krank werde ich von den Wurzelkropfrüben nicht denn sonst würde man sie ja vor der Verwertung ausselektieren müßen.
          Weitere Bsp sind Wurzelkropf an Apfel, Birne, Quitte, Ziergehölzen, Zierpflanzen, Rosen…. Krank werde ich da auch nicht gut ich ärgere mich evtl wenn ich befallene Ware einkaufe und diese sich nicht so entwickelt wie ich es erhofft habe.

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        • Dr. Weß Ludger sagt

          A. tumefaciens kann sich nur in Pflanzen vermehren und führt nur dort zu tumorartigen Wucherungen. Es ist also kein Krankheitserreger, der Menschen befällt. Und für die Genschere wird es nicht gebraucht. Auch für die klassische Gentechnik nicht unbedingt.

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          • Peter sagt

            “Bodenbakterium, welches von Natur aus die Fähigkeit besitzt, Teile seines Erbmaterials auf Pflanzenzellen zu übertragen…” (transgen.de) …na da sollte man schnell daran mit der Genschere arbeiten, dass künftig auch die Übertragung auf den Menschen möglich ist.

            • @ Peter:
              Da gibt es deutlich einfachere Methoden, um die Apokalypse zu bewirken:
              man könnte gen-verseuchte Medikamente wie Insulin, Blutgerinnungsfaktoren, Krebstherapeutika und mehr verbieten – davon profitieren ohnehin nur die Konzerne und die Patienten geraten in Abhängigkeit!
              man muss weiterhin gen-verseuchte Landwirtschaft in Deutschland verbieten! Wir können unsere Lebensmittel schließlich importieren!
              man muss den dummen Hungerländern nur beibringen, dass Lebensmittel überschätzt werden. Man kommt gut mit weniger aus (ein Teil muss schließlich an uns exportiert werden). Das löst auch das Problem der Bevölkerungszunahme.
              Was wir alle in erster Linie lernen müssen: je weniger landwirtschaftliche Produkte wir erzeugen, umso besser wird die Welternährung!
              (könnte Sarkasmus und/oder Anteile von Erdnüssen enthalten)

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                • Ich weiss das schon, lieber Peter. Ist schließlich eine bekannte Strategie professioneller, bezahlter “Aktivisten”:
                  provozieren
                  Nebelkerze werfen
                  abtauchen

                  ein schönes, erfolgreiches Wochenende!

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    • Jörg sagt

      @Michlits
      Ich bin schon etwas verwundert über diese Argumentation. Seit Homo Sapiens Pflanzenzüchtung betreibt hat er den Genpool der jeweiligen Urpflanzen dramatisch verändert.Die durch Bestrahlung oder Chemikalien hervorgerufenen Mutationen in der modernen Pflanzenzüchtung sind wie eine Art Schrotschuss.Wieso gezielte Eingriffe gefährlicher sein sollen erschließt sich mir nicht.

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  2. Thomas Bröcker sagt

    Ich hätte da nochmal eine Frage:
    Im Gespräch mit einem Züchter v. Obst, wurde argumentiert, dass die großen Züchter so eben genau durch nicht deklarierten Einbau von Genen, die Resistenzeigenschaften gegen Krankheiten u.Ä. generieren, die kleineren Züchter vom Markt verdrängen werden.
    Die neuen Sorten der größeren Züchter hätten dann sehr schnell bessere Eigenschaften als die aus der herkömmlichen Züchtung. Das müsste aber nicht deklariert werden und wäre an den Pflanzen auch nicht, oder nur schwer nachweisbar.
    Das Argument für eine Kennzeichnungspflicht ist hier eine zu erwartende Verarmung der “Landschaft” der Züchter durch Konkurrenzvorteile der Großen.
    Ist das so ?
    Das entspricht ja der Gesetzmäßigkeit der Konzentration, also in etwa dem “Wachsen und Weichen” in der Landwirtschaft.
    Ist das aufzuhalten ? Ist es sinnvoll das aufzuhalten ?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Am Ende geht es um die Aufrechterhaltung der Abgrenzungsargumentation Bio versus Konvi. Die Biobranche hofft, mit der Erhaltung der Ängste ihre Felle zu sichern. Hilfestellung erhalten sie vom Umweltministerium. Der AFD wirft man Angstschüren vor, die Ökoszene arbeitet ausschließlich mit Ängsten….
      Wieder gibt es eine deutsche Weltsicht, die besser und richtiger ist, als die der übrigen Welt….wir sind schon ein merkwürdiges Volk.

      https://www.ardmediathek.de/video/unser-land/gruene-gentechnik-soll-sich-deutschland-trauen/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzM2NjQyZDk5LWU5OTktNDVjZC1iZWI5LTBlNzc2ZjlkMTZjMw

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      • Hannah sagt

        @Reinhard: wer sowas sagt:”die Ökoszene arbeitet ausschließlich mit Ängsten….” …dem kann man auch sagen: …und die konvi-Szene arbeitet ausschließlich mit Gift. Beides ist falsch und reinste Polemik.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Nein Hannah, es ist wahr. Angst vor allem wird gefördert, es ist der Stoff aus dem die Grundlage für alle Forderungen besteht. Angst vor Nitrat, Angst vor zu wenig Wasser, Angst vor zu viel Wasser, Angst vor Pflanzenschutzmittel, Angst vor dem Klimawandel, Angst vor Rassismus, Angst vor rechts, Angst vor Schuldsein an allem, was deutschsein bedeutet, Angst vor der eigenen Courage……usw.

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          • Hannah sagt

            @Reinhard: Die Argumentation von “wer sichert die Welternährung und bekämpft den Hunger auf der Welt, wenn nicht konv. Bauern und AgroChemieUnternehmen” zielt auf Ängste der Bevölkerung ab, genauso die Begründung man könnte dem Klimawandel nicht mehr ohne Cripr/Cas begegnen. Unsere Zeiten können schon beängstigend sein. Das schöne an Ängsten ist aber, wenn man sich ihnen stellt und die Herausforderung akzeptiert kann man sie gut überwinden. Der Ökolandbau bietet sehr gute Chancen für resiliente Ökosysteme und ebenso Antworten für die Welternährung. Ebenso für die Integration von Menschen übrigens. Auf meinem Hof werden in friedlichem Miteinander 6 Sprachen gesprochen und ich freue mich täglich darüber.

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    • es muss zunächst klargestellt werden, dass in Deutschland keine gentechnisch veränderten Obstsorten auf dem Markt sind und auch nicht angebaut werden.
      Dass NGT schneller zu erwünschten Eigenschaften führen kann als konventionelle Züchtung (nicht nur für Resistenzen) ist genau der Grund, warum man sie einsetzen will.
      Wenn die strenge Regulierung erhalten bleibt, wird das sicher nur für große, internationale Konzernen finanzierbar sein. Start-ups die in der EU arbeiten, werden ihre Entwicklungen an die großen Konzerne verkaufen, weil sie das nicht finanziell und zeitlich stemmen können.
      Bei einer Deregulierung der NGT Kategorie 1 sehe ich eine echte Chance für kleinere Züchter und eine Diversifizierung der tatsächlich etwas beunruhigenden Konzentration auf wenige große Konzerne. Die Technologie ist kein Hexenwerk und auch nicht so wahnsinnig teuer. Auch die kleinen Züchter arbeiten heute schon mit molekularen Methoden. Auch die nach meiner Ansicht unmögliche Patentierung von NGT-1 würde zu einer breiteren Nutzung und Erleichterung des Züchtungsfortschritts führen (Pflanzen unter Sortenrecht dürfen weitergezüchtet werden).

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      • Thomas Bröcker sagt

        Um ein Geschäft in zentrale Hände zu bekommen … zum Beispiel das internationale Geschäft mit Beerenobst …. kann es durchaus Sinn machen mit eigenen … gentechnisch optimierten Sorten nur für die Vertragsanbauer , eine Marktabgrenzung zu erreichen.
        Das ist der Weg, den Driskolls und andere große Player verfolgen. Ziel ist immer die gesamte Wertschöpfungskette in eine Hand zu bekommen. Bei Himbeeren ist das schon weitgehend gelungen … ob mit, oder ohne Gentechnik weiß ich nicht … vermute ich aber.
        Die großen Investitionen in diese Art der Züchtung tätigen die Großen … und werden ihr Ziel der Marktdominanz in großen Teilen erreichen.
        Ich bin nicht gegen die Genschere, dazu hat sie viel zu viel positives Potential.
        Was man aber nicht übersehen darf, ist die Verbindung mit den unterschiedlich verfügbaren Geldmengen (Investitionsmöglichkeiten) der Marktteilnehmer.
        Die Deregulierung erhöht die Geschwindigkeit der Entwicklung … und es ist relativ klar, dass der mit dem “besseren Training und Equipment” das Rennen gewinnen wird.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das sehe ich auch so Herr Bröcker. Aber ist denn die Argumentation der Gegner, ein Garant der Vielfalt der Anbieter in einem Hochpreisland wie das unsrige. Es werden doch immer globale Bauern und deren Probleme mit den unsrigen vermischt und die Argumentation basiert mal hierauf, mal darauf. In Deutschland kann sich nur der Abgrenzen, der eine Marktmacht hat, oder der die Ängste der Bürger als Vehikel für Marktanteile nutzen kann. Alle dazwischen müssen sich nur entscheiden, in welche Richtung sie gehen wollen, zukünftig.

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        • evo.... sagt

          Ich habe mir vor einigen Jahren mal ein Greenpeace-Magazin gekauft. Da war ein Artikel zu

          https://www.sativa.bio/de/?gclid=CjwKCAjw2K6lBhBXEiwA5RjtCcnU5AmmsnR42Cd1x2cKoFx2wNRjCAK1RBxSidscQMofSA9wF7qzchoCqEUQAvD_BwE

          drin. So wie ich das damals aufgefasst habe, haben die damals schon mit Crispr gearbeitet, bzw. wollten sie die Technik haben um mit den Großen mithalten zu können. Ev. will die EU jetzt durch die Zulassung kleineren Züchtern mehr Chancen geben.

      • Christoph sagt

        Sicher? Ich meine, juristisch betrachtet. Im Artikel steht:
        “Die klassische Mutationszüchtung gilt übrigens juristisch auch als Gentechnik, muss aber bisher nicht gekennzeichnet werden, …”

        Ist da sicher keine einzige Mutationszüchtung dabei? Wäre übrigens mal interessant, so eine Liste zu haben, was tatsächlich alles juristisch betrachtet(!) GVOs sind.

    • Elisabeth Ertl sagt

      Es ist sinnvoll, das aufzuhalten, weil Sorten, die eben primär der Vielfalt wegen gepflegt werden und nicht primär des Ertrages wegen, Gene erhalten können, für die man irgendwann unter veränderten Bedingungen eventuell wieder dankbar sein könnte.
      Überspitzt ausgedrückt: Es schafft ja auch niemand mutwillig Museen ab.

      • Thomas Bröcker sagt

        Das Erhalten alter Sorten ist eine ganz andere Spielwiese, die auf den Markt mit Frischobst nahe Null Einfluß hat. Das bewegt sich auf den Streuobstwiesen, deren Gesamtumfang in guten Jahren den Markt für diese Mostware komplett sprengt.
        In guten Jahren sind 1 mio Tonnen Mostobst zu viel am Markt und in schlechten Jahren 800.000 t zu wenig.
        Sammlungen alter Sorten gibt es reichlich und Jeder kann sie für Züchtungen verwenden.

        Der hochgelobte Streuobstsaft ist auf Grund der Sortenstruktur (wenig Zucker, viel Säure, wenig Aroma) geschmacklich nicht überzeugend.
        Zu den Zeiten als die alten Streuobstwiesen angelegt wurden, wäre Niemand auf die Idee gekommen “alte Sorten” mit bekannten schlechten Eigenschaften zu pflanzen. Das ist einfach eine Modewelle, die mit der verklärten Sicht der Bio-affinen Gruppe auf die “Guten alten Zeiten” zu tun hat.

        Ich habe selber eine Sortensammlung mit 200 Sorten und rund 4 ha extensive
        Mostobstanlagen (ca. 600 B/ha … also kein Streuobst).
        Wir haben zig verschiedene Sortenmischungen ausprobiert und in Blindverkostungen getestet. Am besten haben immer gezielte Mischungen aktueller Sorten abgeschnitten.

        Die Marktversorgung mit z.B. frischen Äpfeln unterliegt genauso dem Wettbewerb und der ständigen Optimierung des Sortenspektrums wie alle anderen Pflanzenarten. Beispielsweise könnte man mit der Genschere schorfresistente “Elstar” erzeugen. Das würde bei fehlender Pflicht zur Kennzeichnung erhebliche Vorteile für den Bio-Anbau , oder aber für Jemanden, der eine stärkere vertikale Wertschöpfungskette anstrebt, mit sich bringen.

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        • Elisabeth Ertl sagt

          1) Die Sortenerhalter sind halt eher als Idealisten unterwegs in ihren Nischen. Das nimmt ihnen aber nicht die Existenzberechtigung.
          2) Statistiken lügen bekanntlich und führen zur Verarmung der Vielfalt. Unser Apfelsaft findet jedenfalls auch immer seine dankbaren Abnehmer. Und die hätten in der Stadt genügend Möglichkeiten, Mainstream-Säfte zu bevorzugen.
          3) Ich habe nichts gegen Gen-Experimente mit alten Sorten. Nur soll der Erhalter auch etwas davon haben, dass er das überhaupt ermöglicht hat.

      • Reinhard Seevers sagt

        “Überspitzt ausgedrückt: Es schafft ja auch niemand mutwillig Museen ab.”

        DAS wäre aber oft sinnvoll und kostensparend….Wir sind ein Land des Rückwärstdenkens geworden. Daran haben die ganzen Museen einen gehörigen Anteil dran.

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      • Marian E. Finger sagt

        In den Museen berauscht sich der menschliche Geist doch lediglich an seiner eigenen eingebildeten Genialität. Museen dienen der Selbstbeweihräucherung des Kollektivs, halten aber keine Lösungen für aktuelle oder künftige Probleme parat. Ich schließe mich dem Kommentar von Reinhard an.

        Heute kann man die Gene im gentechnischen Labor nachbauen, es macht also keinen Sinn, die Landwirtschaft in ein genetisches Sorten-Museum zu verwandeln.

        Gentechnik ist das Mittel der Wahl, um “veränderten Bedingungen” schnell und effizient zu begegnen, so glauben die Befürworter. Realiter wird das so aussehen, dass alle Profiteure der Gentechnik ständig neue “veränderte Bedingungen” erfinden werden, um ihre Produkte auf den Markt werfen zu können. Das Start-Up oder der Konzern, der in der Forschung auf dürreresistente Gene gesetzt hat, wird jeden ausbleibenden Regenschauer zur Jahrtausenddürre hochstilisieren, damit sich die Forschung rentiert und der Umsatz stimmt. Und jeder Konzern, der auf Gene gegen Fäulnis gesetzt hat, wird überall fäulnisfeuchte Klimabedingungen konstatieren, damit er sein Saatgut zu exorbitanten Profiten an den Mann bringen kann. Bei genügend Profiteuren in diesem Spiel wird sich das Klima dann ständig so schnell ändern, dass es wieder zu dem chaotischen Prozess wird, der es schon immer war, bloß dass man damit dann halt Milliarden verdienen kann, indem man den Landwirten genmanipuliertes Saatgut für alle möglichen “veränderten Bedingungen” andreht.

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        • naja, man kann auch viele 100 Mio verdienen, indem man Gentech-Saatgut verhindert und – siehe Golden Rice – ein paar 100.000 Menschen krepieren lässt.
          Dafür wird man dann von sich selbst, von anderen NGOs, Kirche, Banken, Hedge Fonds und Politik bejubelt und kriegt noch mehr Geld.
          Auch ein gutes Geschäftsmodell.

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          • Marian E. Finger sagt

            Ja, stimmt, deshalb haben beide Richtungen ihre Anhängerschaft. Und die Banken, Hedge Fonds und das Großkapital verdienen an beiden und am meisten dann, wenn sie beide Seiten geschickt gegeneinander ausspielen.

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  3. Limes sagt

    “Manche Leser erinnern sich vielleicht noch an den Kampf der Grünen gegen die Herstellung von “Geninsulin” bei Hoechst in Frankfurt. Gerhard Schröder hat in der rot-grünen Koalition dann den Widerstand gegen die Gentechnik in der Medizin abgeräumt, ….”
    Bezüglich der Anwendung von “Geninsulin” musste Schröder nichts mehr abräumen denn schon weit vorher unmittelbar nach der Verhinderung der Produktion in der fertigen Anlage durch Rot/Grün in Hessen floss das “Geninsulin” aus den Nachbarländern nach Deutschland. Zwei Wettbewerber hatten eine Anlage in Dänemark und im Elsass gebaut. Kurios zu dieser Zeit wurden noch von Aktivisten Ortschilder mit “Gentechnikfrei” beklebt und in der Apotheke vor Ort “Geninsulin” abgeholt. Wenn ich heute mit Diabetis Kranken darüber spreche schauen die ungläubig mit großen Augen und sagen das kann nicht wahr sein. Den meisten ist auch nicht bekannt wie “früher” Insulin gewonnen wurde und man hört meist igitt

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    • evo.... sagt

      Es ist momentan etwas “off topic” , aber ich frage mal:

      “Gibt es noch das sog. “Schweine-Insulin?” Früher hat man das Insulin ja aus Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren gewonnen. Wie rein war das wohl? Wahrscheinlich hat man da diverse tierische Gewebe mit verabreicht. Wie rein ist es heute?

    • Andreas sagt

      Limes: “Den meisten ist auch nicht bekannt wie “früher” Insulin gewonnen wurde und man hört meist igitt”
      Heute kann sich auch keiner mehr vorstellen, dass man früher Teile von toten Schweinen aß,
      oder Milch aus dreckigen Eutern trank.
      Dank dem Crispr Kas wird das heute alles total hygienisch in der Retorte erzeugt.Nur gut, dass dank der EU-Kommission Gentech-Fleisch und -Milch nicht mehr gekennzeichnet werden müssen.

  4. Andreas sagt

    Offenbar gibt es auch schon etwas Widerstand:

    Aufruf zur Kundgebung vor dem Europäischen Patentamt
    Kein Freifahrtschein für Neue Gentechnik!
    Keine Patente auf Natur – für Ernährungssouveränität und züchterische Vielfalt. Protestkundgebung gegen eine Deregulierung neuer Gentechniken und für eine gentechnikfreie Landwirtschaft

    Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf sich öffentlich zum Gentechnikfreien Bayern zu bekennen und den Vorschlag der EU-Kommission abzulehnen!

    Kommt daher zur Kundgebung am Montag, 10.07.2023 um 11:55 vor dem Europäischen Patentamt, denn es ist 5 vor 12 für ein gentechnik-freies Bayern und Europa

    Wo: Öffentliche Gehwegfläche vor dem Bob-van-Benthem-Platz, Erhardtstraße, Ecke Kohlstraße, 80469 München

    • Limes sagt

      “für eine gentechnikfreie Landwirtschaft”
      eine “gentechnikfreie Landwirtschaft” kann doch machen wer will, wer wird daran gehindert! Wer gerne Produkte die mit Gentechnik erzeugt wurden konsumieren will soll durch Verbote diskriminiert werden so verstehe ich das Anliegen nennt man landläufig Diskriminierung Andersdenkender.

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      • Hannah sagt

        @Limes: z.B. alle Kreuzblütler (Kohlarten) können sich untereinander kreuzen. Und das gilt auch noch für andere Arten und auch Wildarten. Das bedeutet: wenn Du eine derartige gentechnisch veränderte Kultur auf Deinem Feld anbaust, dann hätte ich auf dem Nachbar-Bio-Feld meine Entscheidungsfreiheit schon verloren. Das hat nichts mit Diskriminierung Andersdenkender zu tun. Das hat mit den Taten einer Gruppe zu tun, die die Freiheit anderer einschränken wollen. Die Absichten mögen ja gute sein und dennoch maßen sie sich in diesem Zusammenhang eine Entscheidungshoheit an, die sie nie wieder ungeschehen machen können, sollte sich das als Fehler erweisen. Sehr viel Verantwortung.

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        • Limes sagt

          das Argument “z.B. alle Kreuzblütler (Kohlarten) können sich untereinander kreuzen.” verstehe ich nicht wie sollen die sich kreuzen denn jeder Landwirt sät seine Sorten aus und erntet am Ende bei Kohl Arten meist vor der Samenreife. Die Produktion der Samen für die Aussaat sollte doch immer kontrolliert erfolgen und grundsätzlich isoliert von äußeren Einflüssen sonst erhält man ja auch keine sortenreine Samen. Gehe davon aus die Züchter sorgen durch entsprechende Massnahmen für sortenreine Samen.
          Sie haben auch bei eigenem Nachbau alle Freiheiten für sortenreine Samen zu sorgen dies ist sicher in ihrem eigenen Interesse denn sie wollen ja auch nicht eine Sortenmischung erzeugen.

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          • Hannah sagt

            Auf meinen Kohlfeldern wird Kohl Satzweise vom Frühjahr bis in den Winter hinein angebaut. Es gibt auf unseren Feldern auch immer wieder mal blühenden Kohl, der nicht geerntet wurde und noch etwas länger steht. Auch der Raps wird erst mit Samenreife gedroschen. Vorher fliegen reichlich Bienen und andere Insekten zwischen den blühenden Feldern hin und her. Sortenvermischung kommt dadurch schon immer natürlich vor. Beim Getreide durch Wind. Die Sortenstabilität ist etwas, das man versucht zu erreichen und zu halten, die aber nie 100%ig ist.

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            • Limes sagt

              “mal blühenden Kohl, der nicht geerntet wurde und noch etwas länger steht”
              blühenden Kohl auf den Feldern hab ich hier im Kohl Anbaugebiet so noch nicht gesehen. Was nicht geerntet werden kann wird meist umgehend eingearbeitet. Falls es bei ihrer Anbaupraxis häufig vorkommt dann einfach zur Ernte abschneiden und falls größere Mengen anfallen alternativ über Abgabe an Initiativen zur Rettung von Lebensmitteln oder eine Tafel nachdenken.

        • evo.... sagt

          Hannah hat geschrieben:

          @Limes: z.B. alle Kreuzblütler (Kohlarten) können sich untereinander kreuzen. Und das gilt auch noch für andere Arten und auch Wildarten.

          Das eröffnet doch tolle Perspektiven. Dann kannst die Wurzel vom Krautskopf als Rettich verkaufen. Muss mal schauen, was alles möglich wäre.

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          • Hannah sagt

            @evo: Ein Beispiel ist Leindotter. Kreuzt sich mit Wildpflanzen und wird derzeit Gentechnisch bearbeitet um die Ölzusammensetzung in Richtung Energieträger (Biosprit) zu ändern. Hat aus meiner Sicht nichts mehr mit Nahrungsmittelproduktion zu tun.

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            • Limes sagt

              bisher kannte ich nur die Verwendung als Nahrungsmittel in Form von von Leindotteröl mit vielen guten Eigenschaften.
              Erfolgreicher Einsatz von Leindotter als Biokraftstoff z.B Boeing 747, Airbus 320 klingt gut.. Ob es sich derzeit kommerziell darstellen lässt lass ich mal außen vor ist jedoch ein Anfang und Beitrag zu umweltfreundlicheren Flügen. Denke da z.B an Flüge unserer Ministerinnen/Minister plus Staatssekretärinnen/Sekretäre und einer Vielzahl von Journalisten im Gefolge zu fernen einsamen Inseln, Besuche im Regenwald, Kongressen…. aber auch bei Urlaubsflügen nach Bali, Mexiko… von Menschen die sich von den Strapazen der harten Arbeit auf aufgeheizten Strassen erholen wollen gibt es Vorteile. Die könnten mit Leindottersprit ihre Umwelt Bilanz deutlich verbessern und Vorbild für andere sein. Also weiterforschen macht Sinn.
              https://de.wikipedia.org/wiki/Leindotter%C3%B6l

      • evo.... sagt

        Der Andreas muss halt dafür sorgen, dass in der Bio-Branche keine Sorten angebaut werden, bei denen mit Mutagenese gezüchtet wurde. Vor ein paar Jahren war -laut Lw- Wochenblatt- der Elixer die meist angebaute Weizen-Sorten der Biobauern. Das ist eine konventionelle Sorte und deshalb höchstwahrscheinlich Mutagenese-Produkt. Die Biobauern müssen nur Sorten aus der Zeit vor (schätzungsweise) 1960 anbauen.

        So wie der Andreas das will ist es Zockerei, aber gesundheitlich voll daneben.

  5. Jörg sagt

    Vielen Dank für den hervorragenden Dialog zwischen Ludger Wess und Bauer Willi. Ich habe den Beitrag inzwischen an zahlreiche Freunde und Bekannte weitergeleitet.
    Vor allem die Grünen und ihre zahlreichen Vorfeldorganisationen sind ideologisch in vielen Bereichen geradezu einbetoniert.Als Umweltminister in Hessen hat Joschka Fischer Mitte der 80er Jahre erfolgreich verhindert, dass die Firma Hoechst Humaninsulin aus gentechnologisch modifizierten Zellen herstellt. Die damaligen vor allem von den Grünen geschürten Widerstände haben bei Bayer dazu geführt, dass der für Bluter lebensnotwendige Gerinnungsfaktor VIII nicht in Deutschland sondern in den USA am Standort Berkeley entwickelt und heute noch produziert wird.
    Widerwillig mussten die Grünen dann in den 90er Jahren einsehen, dass sie beim Kampf gegen die rote Gentechnik auf verlorenem Posten standen.
    Interessant ist, dass sie nun auch bei der grünen Gentechnik die Kröte werden schlucken müssen. Absurderweise gilt das immer wieder im Zusammenhang mit dem Klimawandel gebetsmühlenartig wiederholte Mantra “follow the science” offensichtlich nicht bei grüner Gentechnik und Pflanzenschutzmitteln.

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  6. Michlits viktor sagt

    war in Argentinien durchs Land gefahren 2 Ernten im Jahr gentechnisch veränderter Mais Getreide Soja Arme Bauern Arme Natur

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  7. Hannah sagt

    Ja. So ist es. Ein Beispiel für “alte” Gentechnik: Bt-Mais ist Mais, der durch eine gentechnische Veränderung einen insektiziden Stoff – Bt-Protein – bildet, der bestimmte Fraßinsekten abtötet. Das Gen, das in den Mais übertragen wurde, stammt aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Wikipedia) – das ist sozusagen der Klassiker.

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    • Josef Schmid sagt

      Der Klassiker ist aber auch, daß durch die Einkreuzung des Bt-Insektizides auch andere Insekten getroffen wurden, und v.A. daß der eigentliche Schädling resistent wurde.

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      • Ludger Weß sagt

        Das ist so nicht richtig. Die Bt-Pflanzen wirken nur auf Insekten, die von der Pflanze fressen. Auf alle anderen Effekte, einschließlich derer, die diese Schädlinge fressen, haben sie kaum oder keinen Einfluss. Das Resistenzproblem lässt sich durch Resistenzmanagement sehr gut lösen. Man muss immer bedenken, dass die Alternative hier Insektizide wären, die unterschiedslos auf alle Insekten wirken. Und das Problem von Resistenzen tritt immer dann auf, wenn man eine Methode zu oft anwendet und die Bekämpfungsstrategien nicht wechselt. Bekanntes. Beispiel sind die Antibiotika. Niemand würde doch auf die Idee kommen, Antibiotika zu verbieten, nur weil Resistenzen entstanden sind. https://www.nature.com/scitable/knowledge/library/use-and-impact-of-bt-maize-46975413/

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      • Limes sagt

        nur damit ich sie richtig verstehe das BT eingebaut in Pflanzen die nur gegen Insekten wirken die die Pflanze fressen wollen finden sie nicht gut.
        Was ist dann mit den BT Produkten die breitflächig angewendet werden und als PSM auch für den Bioanbau zugelassen sind! Ist das in Ordnung oder sollten diese auch gekennzeichnet werden.
        Geht ja nicht nur um Nahrungsmittelproduktion sondern auch um Gefahrenabwehr man denke nur an den Eichenprozessionsspinner.

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        • Hannah sagt

          @Limes: Ich habe das Bt-Beispiel als Antwort auf die Unklarheit geschieben ob mit Gentechnik Artgrenzen überwunden werden können. Das ist offensichtlich der Fall wenn Teile von Bakteriengenom in Pflanzengenom (durch ein anderes Bakterium das hier als Genfähre fungiert – Agrobakterium tumefaciens) eingeschleust weden kann. Ansonsten ist Bacillus thuringiensis ein überall in der Umwelt als bodenbürtigen Bakterium vorkommendes Bakterium. Das Ökologische Mittel ist nicht Systemisch und der Einsatz z.B. gegen Kartoffelkäferlarven, die dieses Fressen müssen um es aufzunehmen, ist Richtlinien und EU-ÖKO-VO Konform. Jeder kann sich darüber informieren und die Informationen sind frei zugänglich. Dieses Mittel ist Risikobewertet und von der Zulassungsstelle für PSM für bestimmte Indikationen (d.h. Anwendung in bestimmten Kulturen gegen bestimmte Schädlinge) zugelassen. Es wird auch gängigerweise gegen den Eichenprozessionsspinner eingesetzt. Es ist ein typisches Beispiel für biologische Schädlingsbekämpfung mit Antagonisten (Gegenspielern) durch Beobachtung der natürlichen Prozesse. Natürlich steht es auch konv. Anwendern offen. Dort ist es wegen dem Preis, der geringen Wirksamkeit und der genauen Beobachtung und dem Aufwand, die vor dem Einsatz nötig ist (man muss die Felder häufig kontrollieren um den exakten Zeitpunkt zu finden wenn die Larven noch klein sind) glaube ich einfach weniger gefragt. Aber sicherlich gibt es regenerative Landwirte, die das auch verwenden.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Bacillus thuringensis ist, wie die meisten Bio-Pestizide, ein Breitbandmittel, das fast alle Schmetterlingslarven mit erfasst , die sich auf der Anwendungsfläche befinden.
            Das ist an sich kein Problem, wenn genug Rand- und Rückzugsstrukturen vorhanden sind, da Bio – Pestizide , wie ihre präziseren Verwandten aus der chemische Synthese, nur auf der Anwendungsfläche wirken.
            DAS GILT ABER FÜR BEIDE LANDWIRTSCHAFTLICHEN SYSTEME GLEICHERMASSEN.

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          • Limes sagt

            “Ansonsten ist Bacillus thuringiensis ein überall in der Umwelt als bodenbürtigen Bakterium vorkommendes Bakterium. Das Ökologische Mittel ist nicht Systemisch und der Einsatz z.B. gegen Kartoffelkäferlarven, die dieses Fressen müssen um es aufzunehmen, ist Richtlinien und EU-ÖKO-VO Konform.”
            Schöne Geschichte. Einen nicht unwesentlichen Teil muß man jedoch erwähnen. Ja BT kommt in der Natur vor ( z.B an der Wurzel von Pflanzen) allerdings wird nicht wie der Laie es sich so vorstellen mag ein im jeweiligen Ackerfeld vorhandes BT ausgebracht sondern ein in Produktionstätten hergestellter spezieller Stamm (subspecies) der wahrscheinlich nicht auf allen Feldern vorkommt. Bei den zugelassenen PSM handelt es sich immer um definierte BT subspecies mit unterschiedlichen Wirkungen gegen verschiedene Insekten also nicht um ein BT. Die BT subspecies werden bei uns breitflächig auf den Flächen ausgebracht mit den bekannten Nebeneffekten. Bei Genbaumwolle oder Mais geht man gezielt und punktuell gegen Frassfeinde vor. Im Grunde genommen unterscheiden sich die beiden Verfahren nicht denn es werden BT Produkte auf Flächen ausgebracht auf denen sie nicht vorkommen also beides irgendwie Gentechnik nur mit dem Unterschied die Gentechnik ausserhalb von D/Europa ist zielgerichteter. Warum man gegen das eine demonstriert und das andere unterstützt ist nicht wirklich nachvollziehbar irgendwie Pippi Langstrumpf Verhalten.

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            • Andreas sagt

              Das BT- Gift, dass im Kartoffelanbau ausgebracht wird, wirkt nur ein paar Stunden, dann ist alles wieder natürlich abgebaut. Das künstliche BT-Gift, dass gentechnisch in Pflanzen eingebracht wird, ist in allen Pflanzenteilen von der Aussaat bis zur Ernte vorhanden.
              Im Grunde ist die BT-Pflanze selbst ein Pestizid !!
              Beim Abbau der Rückstände (Wurzel) im Boden, wird das Bodenleben nachweislich stark geschädigt

              • Limes sagt

                Achso “natürlich abgebaut.”
                Stimme ihnen natürlich zu! PSM werden natürlich abgebaut das wird ja von den Zulassungsbehörden geprüft. Gilt übrigens natürlich auch für den Wirkstoff mit G sie wissen schon was ich meine denn wenn es nicht so wäre könnte man ja nicht wenige Tage nach der Anwendung wieder aussäen.
                Kennen sie den Spruch “man kann sich die Realität auch schön trinken”
                Übrigens BT subspec werden nicht nur im Kartoffelbau angewendet sondern verschiedene Stämme auch in einer Vielzahl von anderen Kulturen.

                • Hannah sagt

                  @Limes: ja, allein durch Sonnenlicht verliert das Mittel seine Wirkung innerhalb weniger h. Deshalb – und um Nützlinge wie Bienen zu schonen wird es ja auch spät Abends ausgebracht. Steht auf dem Anwenderhinweis und wird so gemacht. Da ist sie wieder: die Pflanzenschutzdiskussion… Du kannst es gern bei Deinen Kartoffeln mal testen. Falls Du welche hast. Aber falls noch jemand nicht glauben sollte das die deutlich potenteren Mittel im konv. Anbau eingesetzt werden – dem empfehle ich einen Feldspaziergang Mitte Juni. Wer da in konv. Kartoffeln Käfer findet muss Glück haben.

                • Limes sagt

                  @Hannah mit BT Mitteln inkl Abbau und Nebenwirkungen bin ich seit Jahren vertraut die Aussage verliert seine Wirkung innerhalb weniger h durch Sonnenlicht möchte ich jetzt nicht weiter kommentieren.
                  Gegen Kartoffelkäfer ist 2023 ein BT Mittel (Novodur) im Rahmen einer zeitlich begrenzten Notfallzulassung möglich, langfristig ist kein BT zugelassen. zu Bienen nichts besonderes; B4 Produkt wie andere langfristig zugelassene Produkte auch späte Anwendung abends sinnvoll
                  Baue selber keine Kartoffeln mehr an sondern kaufe direkt beim Bauern immer kleine Mengen im Hofladen das ist besser für die Umwelt. Er ist Profi hat eine breite Sortenauswahl (früh bis spät), nutzt die knappe verfügbare Fläche am besten und ganz wichtig er hat ein professionelles Lager (verhindert keimen und minimiert Abfall) damit gute regionale Qualitäten bis zum nächsten Jahr.
                  Einen potentiellen Kartoffelkäferbefall beobachte ich regelmässsig in einem Schaugarten mit alten und neuen Sorten in einem Park vor Ort. Erste Kartoffelkäfer 2023 am 12. Mai, diese Woche waren noch Käfer unterwegs, die letzten Jahre keine Kartoffelkäfer gesehen. Sind nicht jedes Jahr zu finden das habe ich von meiner Mutter gelernt als ich mich beschwert habe warum ich mit ihr durch die Kartoffelfelder laufen muss und nicht mit den Freunden Fussballspielen darf. Sie antwortete: Ich kann dich verstehn aber wir suchen Kartoffelkäfer das ist wichtig. Hab ich mit meiner Mutter deiner Oma als Kind auch so machen müßen. Als ich Oma damals sagte wann finden wir den Käfer und können nach Hause gehen antwortete sie: Das kann dauern und falls wir welche gefunden haben können die Engländer und Amerikaner wieder welche aus ihren Flugzeugen abwerfen.
                  Man sieht der Kartoffelkäfer wurde wohl schon immer von Populisten für die große Politik genutzt.

  8. Hannah sagt

    Kein einziges Wort im Interview zu der patentrechtlichen Situation für kleinere Saatgutunternehmen (Ich sage jetzt mal alle die z.B. kleiner als Syngenta, Bayer oder DowChemical sind). Auch von Willi bisher kein einziger Kommentar dazu. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, aber: Ist die Frage mit Absicht ausgeklammert worden?

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    • Bauer Willi sagt

      Stimmt nicht, Hannah. Findest Du bei Elisabeth.
      Gerne noch einmal: Patente sind juristische Merkmale. Die Fragestellung gilt folglich für alle Züchtungsmethoden. Egal ob alt oder neu.
      Warum nur wird das jetzt thematisiert?
      Ich habe eine Antwort: weil die Gegner erkennen müssen, dass ihre Argumente fachlich nicht haltbar sind. Deshalb jetzt der Versuch, es auf andere Weise zu diskreditieren. Was auch jetzt gerne kommt: der Verbraucher soll frei entscheiden können. Deshalb Kennzeichnung. Ja! Unbedingt! Sofort! Und dann natürlich auch bei Mutationszüchtung!!!

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      • Hannah sagt

        @Willi: “Deshalb Kennzeichnung. Ja! Unbedingt! Sofort! Und dann natürlich auch bei Mutationszüchtung!!!”

        Dazu hast Du meine 100%tige Zustimmung. Damit wäre die Wahlfreiheit gewährleistet.
        Und: Saatgutfirmen verdienen genug mit dem Verkauf von Saatgut (und PSM). Qualität, Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit, Kundenorientierung und Beratung der Kunden sollten die harten Faktoren für geschäftlichen Erfolg sein. Saatgut sollte Open Source allen zur Verfügung stehen um zu züchten.

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        • @ Hannah
          Bei Kennzeichnung von Mutationszüchtung bleibt nicht viel “Bio” übrig. Manche Schätzungen sagen, dass 70% unserer Lebensmittelpflanzen aus den Produkten der “Atomic Gardens” in USA, Japan, Indien, Europa, UdSSR und anderen stammen und praktisch in alles eingekreuzt wurden.

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          • Hannah sagt

            @wolfgang: ich weiß. Eine neue Chance das mehr Ökosorten endlich wieder züchterisch bearbeitet werden. Vor 20 Jahren gab es schließlich schon mal brauchbarere Sorten. Darüber hinaus ist für eine Biopflanze nicht nur ihr Saatgut relevant, sondern auch die Art wie sie als Jungpflanze erzeugt wird. Anzuchterde, Dünger, Licht, Nützlinge statt PSM etc.

    • Bauer Willi sagt

      Und dann noch etwas persönliches, Hannah:
      Mir Absicht unterstellen zu wollen, weil ich eine Frage NICHT gestellt habe…

      Denk noch mal nach…

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      • Hannah sagt

        Nun ja. Es ist ethisch das schwierigste an der Thematik. Es kann natürlich auch Zufall sein und Du hast es vergessen – aber es hat mich sehr gewundert. Ich sagte ja, dass ich mich gern eines besseren belehren lasse. Vielleicht kann sich Dein Interview-Partner Ludger Weß dazu ja auch noch äußern.

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    • Christoph sagt

      Ich möchte mal was fragen. Warum sind Patente so ein Thema?

      Jeder Computer, jedes Auto, die ganze Technologie, die wir verwenden ist mit Patenten belegt. Sogar der Milchpackerlverschluss ist/war patentiert. Dort interessiert es keinen. Ok, irgendwelche Firmen streiten gelegentlich darüber, aber mich als Konsumenten tangiert das recht wenig.

      Wenn es ein Patent gibt, muss man an den Eigner für die Lizenz zahlen. Das schlägt sich natürlich im Preis nieder, so gesehen wäre es natürlich fein, wenn alles patentfrei wäre. Auf der anderen Seite, wenn jemand Geld in die Hand nimmt und etwas erforscht, sollte das ja belohnt werden.

      Also, ist das nicht nur ein Kostenproblem?

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      • Im Prinzip ist die Patentregelung nicht schlecht. In der Biologie kommt aber eine gewisse “Magie” dazu. Die haben die NGOs mit dem Begriff “Patent auf Leben” hervorragend instrumentalisiert und emotionalisiert. Ethisch habe ich damit unter Normalbedingungen auch kein Problem: es geht bei Wissenschaftlern und Züchtern nicht nur darum “belohnt” zu werden. Die müssen richtig viel Geld aufbringen um ein solche Projekt (mit ungewissem Ausgang!) zu starten. Das sind mühelos ein paar 100 Millionen.
        Problematisch werden Patente, wenn zu viele auf einem Sektor (wie eben Pflanzenzucht) bei ganz wenigen Konzernen liegen. Da steckt dann schon eine etwas beunruhigende Marktmacht drin.
        Ich vermute fast, dass das von den NGOs so beabsichtigt war. Beim ersten Gentechnik-Boom gab es unendlich viele Start-Ups. Mit der sehr strenge Regulierung und der sehr geringen Chancen mit begrenztem Kapital die Zeit bis zur Markteinführung zu überleben (bzw. die sehr große Chance, dass das Produkt nicht zugelassen wird) hat die allermeisten zum Aufgeben und zum Verkauf gezwungen.
        Das Schimpfwort “Monsanto” wäre nie aufgekommen, wenn die nicht sehr viel aufgekauft hätten und statt dessen 250 Start-ups (mit jeweils ein paar Patenten) in Deutschland erfolgreich an neuem Saatgut arbeiten würden.
        Aber wie schon gesagt, mit größter Wahrscheinlichkeit sind die Produkte der NGT um die es jetzt geht, überhaupt nicht patentierbar. Sie würden eher das Patentproblem entschärfen als es zu verstärken.

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        • Andreas sagt

          wolfgang nellen das sehen sie völlig falsch.
          Das geniale an der Neuen Gentechnik ist, dass nun alles zu Gentechnik erklärt wird, egal ob durch Genmanipulation , Crispr Kas, Mutationszüchtung, herkömmliche Züchtung oder natürliche Auslese entstanden.
          Wenn alles durch Gentechnik entstanden ist, kann auch alles patentiert werden !!!
          Bayer, Syngenta China und DowChemical sind gerade dabei Gensequenzen von Pflanzen und Tieren patentieren zu lassen.
          Jeder, der in Zukunft diese Gensequenzen nutzt und keine Patentgebühr bezahlt, hat eine Klage am Hals
          Da nicht nachgewiesen werden kann, ob ein Merkmal mit NGT oder natürlich entstanden ist, geht man davon aus, dass es mit Gentechnik entstanden ist.
          Ein Nachbau oder eine Züchtung ist damit für niemand mehr möglich.
          Mehr dazu:
          http://www.bundestag.de/resource/blob/922214/8bf270a603c1c33b105ec953f7f2cdaf/04-Stellungnahme-Dr-Eva-Gelinsky-data.pdf

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          • Christoph sagt

            Danke, sehr spannendes Dokument.
            Aber trotzdem: Dieser Prozess ist eigentlich in vielen Industrien gang und gäbe. Ich kenne mich mit Züchtung nicht so aus, die Schlussfolgerung im Dokument, dass das Züchtungen verunmöglichen würde, bezweifle ich allerdings sehr stark.

            Es gibt da schon recht ausgereifte Mechanismen in anderen Industrien, mit Patentpools usw. Man kann sich z.B. am Open Invention Network orientieren. Wenn genügend Universitäten bei sowas mitmachen, mit genügend öffentlichen Druck, lässt sich viel machen.

            Aber ja, wenn das so kommt, wie im Dokument beschrieben und diese Patente halten, wird am Ende jeder Züchter etwas Geld an die Patenthalter abdrücken müssen.

            Mir ist schon klar, dass das keiner tun will, aber ich nehme an, auch kein Bauer zahlt gerne Nachbaugebühren. Und warum muss ich eine Pauschalabgabe auf Computer usw. abdrücken? Gefällt mir auch nicht. Verstehe ich.

            Aber im Endeffekt geht davon die Welt nicht unter. Jemand verdient, jemand zahlt.

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          • Frau Gelinsky ist eine Lobbyistin der anti-Gentechnik Organisation “Gen-Ethischen Netzwerk” und hat in ihrer Stellungnahme die Position ihrer NGO teilweise wörtlich wiedergegeben.
            Ich habe nichts gegen Lobbyismus. Die Stellungnahmen von Interessenvertretern können eine wichtige Rolle in einer Demokratie spielen. Solche Stellungnahmen sollten vielleicht deutlicher kekennzeichnet werden.
            Ich bin selbst Lobbyist (für Wissenschaftlichkeit und Bildung), Leider ohne so großen Einfluss wie Frau Gelinsky.
            Um ihre teilweise falsche und irreführende Stellungnahme zu kommentieren, müsste ich ein Buch schreiben – das kann ich einfach zeitlich nicht leisten. Ich werde aber mal versuchen, in den nächsten Tagen ein paar der üblichen Falschinformationen in unserem Blog auf http://www.biowisskomm.de zu besprechen.
            Nur so viel: natürlich vorkommende Gensequenzen sind keine Erfindung und können nicht patentiert werden. Einige Firmen hatten das versucht und sind daran gescheitert.
            Niemand muss Lizenzen zahlen, wenn er seine Enzyme nutz, um sein Steak oder sein Müsli zu verdauen! 😉

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            • Christoph sagt

              Ah! Ich habe nicht das ganze Dokument gelesen, nur den Teil mit den Patenten. Aber jetzt verstehe ich, was mir da so komisch vorkam. Die Frau ist auch keine Juristin, die spekuliert da nur.

              Den Blog kannte ich noch nicht, werde ich mir bei Gelegenheit mal durchlesen. Danke für den Hinweis.

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      • Hannah sagt

        @Christoph: Weil Essen und Nahrungsmittelerzeugung politisch sind. Und weil es wirklich jeden betrifft. Wenn das nicht so wäre würde Bauer Willi keinen Blog schreiben.

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    • Dr. Weß Ludger sagt

      Ich hätte dann wohl zufügen sollen, dass die nicht in europäischen Ställen zu finden sind, weil in Europa keine gentechnisch veränderten Nutztiere zugelassen sind.

    • Bauer Willi sagt

      @Peter
      Bitte den verlinkten Artikel von scinexx auch lesen und verstehen!
      Was haben zwei Forscher an zwei Bullen gemacht? Und was ist daraus geworden?

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      • Peter sagt

        “Die Tiere sind die Nachkommen eines gentechnisch veränderten Milchbullen, …” …bitte selbst richtig lesen und verstehen. Was den Einsatz von PP-Bullen angeht, ist das für mich Tagesgeschäft.

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    • ina sagt

      Die Selektion auf Hornlosigkeit (die manche Rinder von Natur aus haben) ist keine Gentechnik

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    • BerndK sagt

      Selbst wenn es so wäre, ist die Hornlosigkeit mit “Gentechnik” und die “Gentechnik freie” beim besten Willen nicht zu unterscheiden. Wenn man alles abwägt, kann man aus züchterischer Sicht nur sagen: her mit der gentechnischen Hornlosigkeit. Selbst die hier im Blog angesprochene Patentfrage bei solchen Produkten wäre obsolet, da man sie ja nicht unterscheiden kann.

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    • Eifelbauer sagt

      Hornloszucht bei Rindern wird schätzungsweise seit mehr als 50 Jahren betrieben,d.h. im systematischen
      Verfahren züchterisch bearbeitet um eine Eigenschaft,die innerhalb einer Population vorhanden ist,jedoch nur vereinzelt auftritt gezielt herauszuarbeiten um die Anzahl der genetisch hornlosen Tiere planmässig zu erhöhen. Im Zuge der veränderten Haltungsverfahren ( Laufstallhaltung,grössere Bestände) mit Sicherheit eine sinnvolle Massnahme. Mit Gentechnik hat das ganze jedoch nichts zu tun sondern hier wird durch ganz normale Anpaarung der dieses Hornlosmerkmal tragenden Elterntiere Nachkommen
      gezüchtet,die im Idealfall reinerbig genetisch hornlos (PP) sind.

  9. Elisabeth Ertl sagt

    Ich habe vor der Technik der Genschere keine Angst.
    Aber ich verstehe die Skepsis von Vereinen wie “Arche Noah”, welche die alte Samenvielfalt erhalten. Denn wenn man so gezielt und präzise und auch schnell Genome gestalten kann, dann kann ja jeder Konzern behaupten, er hätte eine interessante alte Pflanze aus diesen Sammlungen gentechnisch hergestellt, und kann ein Patent anmelden, sodass diese Vereine keinen freien Zugang mehr haben. Da müssen die sich jetzt rechtlich wirklich auf die Füße stellen.

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    • Bauer Willi sagt

      Sorry, all das ist schon lange möglich. Das muss aber das Patentrechte lösen. Das hat mit der Wissenschaft nichts zu tun.
      Wir sind geneigt, den NGO-Sprech zu übernehmen…

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      • Hannah sagt

        Man kann die neuen technischen Errungenschaften und ihre gesellschaftlichen Folgen doch nicht einfach separat betrachten und sagen: sorry, da ist jemand anders zuständig. Besonders dann nicht, wenn beide Seiten sich gegenseitig vorwerfen das Studien entweder gekauft oder mit Spendengeldern finanziert werden und durch Eigeninteresse geleitet werden. Besonders dann braucht es eine zuverlässige faire und neutrale Stelle, eine Ethikkommission, die im Interesse aller Bürger in der EU die richtigen Empfehlungen zum Umgang mit neuen Technologien gibt.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        “Wir sind geneigt, den NGO-Sprech zu übernehmen… ” Das versteh ich jetzt nicht!

    • Das ist schon ein guter Punkt! M.E. sind Produkte der “Neuen Gentechnik” (NGT) nicht patentierbar weil sie “naturidentisch” sind. Vermutlich werden sie, wie alle klassisch gezüchteten Sorten, unter das Sortenrecht fallen.

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      • Hannah sagt

        Genau das versuchen die großen Saatgutkonzerne zu ändern. Das die Sorten, die durch Crispr/Cas nachgebaut werden können nicht unter das Sortenrecht fallen, und, dass sie sich im nachhinein Sorten patentieren lassen können, die ein identisches Genom haben. Die Patentanträge laufen bereits. Einige sind auch schon erteilt.

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            • Frau Gelinsky spricht dauernd von Patenten. Sie ignoriert einfach die Tatsache, dass das Patentrecht auf NGT der Kategorie 1 praktisch nicht anwendbar ist.
              Natürlich gibt es unendlich viele Patente zu der Erfindung von CRISPR-Cas und daraus folgenden Entwicklungen.
              Nutzer dieser Patente müssen dafür bezahlen. Das macht nichts (Das sind Größenordnungen weniger, als zum Beispiel Greenpeace für die Verhinderung von Golden Rice ausgibt). Wie auch beim Sortenschutz lohnen sich die Lizenzen, wenn eine reelle Chance auf Marktzulassung besteht. Die ungeheuren Kosten einer gentechnischen Neuzüchtung kommen weniger aus der Entwicklungsarbeit sondern eher aus den Behinderungen bei der Forschung und die chancenlose Markteinführung. In Deutschland werden z.B. seit Jahren keine Freilandexperimente mehr beantragt, weil die Zerstörung der Felder absolut sicher ist (laut Gesetz müssen die Züchter den NGOs die GPS Daten geben, damit sie leichter anreisen können).
              Das Zitat 17 das „zumindest ein produktbezogenes Patent“ (mit CRISPR-Cas Kategorie 1?) nennen soll, beschreibt in zwei Zeilen den „Stoffschutz“ von Patenten. Von einem Patent ist da nicht die Rede. Aber ein netter Versuch – man kann ja nicht alle Referenzen lesen!
              Du verzichtest auf Zitate von NGOs – nicht ganz gelungen: Eva Gelinsky ist politische Koordinatorin des Gen-Ethischen Netzwerks und sie schreibt praktisch die Agenda ihrer Organisation ab. Das Gen-Ethische Netzwerk ist eine NGO die bereits vor Jahrzehnten massiv gegen die Produktion gegen Human-Insulin vorgegangen ist. Keine der apokalyptischen Vorhersagen von damals ist eingetreten. Aber NGOs verzeiht man alles und auch in der Organisation kann sich niemand an die damaligen Kampagnen erinnern.

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              • Hannah sagt

                @wolfgang: “Gen-Ethische Netzwerk ist eine NGO die bereits vor Jahrzehnten massiv gegen die Produktion gegen Human-Insulin vorgegangen ist. Keine der apokalyptischen Vorhersagen von damals ist eingetreten.”

                Einiges wird inzwischen gentechnisch verändert produziert. Z.B. auch der Biontech Impfstoff. Ich selbst bin geimpft und habe das auch immer befürwortet.
                Aber rote und grüne Gentechnik sollten argumentativ nie vermischt werden, denn im Gegensatz zu vermehrungsfähigen Pflanzen sind Anwendungen außerhalb der Keimbahn überschaubar.

                “NGOs verzeiht man alles und auch in der Organisation kann sich niemand an die damaligen Kampagnen erinnern.”

                Und wer kann sich noch an die großen Versprechungen der Züchtungsunternehmen zur Gentechnik erinnern? Was wurde inzwischen erreicht? Grade das Versprechen Lösungen in Pflanzen gegen “abiotische Faktoren” Trockenheit und versalzte Böden zu liefern halte ich für sehr gewagte “Werbung”. Diese Merkmale im Pflanzengenom sind hochkomplex und oft verküpft. Habt ihr Euch nicht schon mal gefragt warum Unkraut so robust ist, man es aber nicht essen kann, da es keine Früchte hervorbringt, die für die menschliche Ernährung interessant sind. Man muss sich entscheiden zwischen Merkmalen für vegetative und generative Wachstumseigenschaften. Wenn man also eine Pflanze erzeugt die robuster gegen Trockenheit ist, dann bringt sie weniger Ertrag und wird sich nicht durchsetzen. Die Ertragserwartungen konv. und Öko werden sich dann angleichen. Und vor schwankenden und unsicheren Extremwetterereignissen wie Trockenheit und dann Überschwemmung ist sie nicht geschützt. Noch ein Bsp.: schon seit über 15 Jahren an erhöhter Salztoleranz bei Mais geforscht. Wird der schon großflächig angebaut? Und wo? Ich sehe das nicht.
                Es wird sich also weiter auf Schädlingsbekämpfung und das dazu gehörige PSM konzentriert weden.

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                • du argumentierst teilweise wörtlich nach Gen-Ethischem Netzwerk.
                  Hat der Verein sich jemals für seine ideologisch bedingte Fehleinschätzung und seine Falschmeldungen zur roten Gentechnik entschuldigt? (“Diabetiker werden an Unterzuckerung sterben”). Hat der Verein jemals Verantwortung dafür übernommen, dass er die Markteinführung von Insulin, Wachstumsfaktor, Blutgerinnungsfaktoren verzögert hat (teilweise mit vermeidbaren Todesfällen, für die das Gen-Ethische Netzwerk zumindes eine moralische Teilverantwortung trägt)?
                  Tut mir leid, aber um die vielen falschen und irreführenden, teilweise “Off-Target” Aussagen von Frau Gelinsky zu bearbeiten, müsste ich fast ein Buch schreiben. Hier ist nicht der richtige Platz dafür.

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      • Bauer Willi sagt

        Meine persönliche Meinung: keine Patente, aber schon einen Schutz des geistigen Eigentums oder ähnliches. Erfolg muss belohnt werden. (Nur Bauer Willi gibts kostenlos)

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        • Patente sind m.E. hoffnungslos! Man kann keine Mutation patentieren, die auch natürlich auftreten kann. Da kann jeder Bauer kommen und sagen “he, das habe ich zufällig auf meinem Acker gefunden!” Und man kann ihm nicht das Gegenteil beweisen. Auch der Gentechniker kann nicht beweisen, dass er tatsächlich an der Pflanze etwas verändert hat – genau darum geht es ja: die Mutationen sind nicht unterscheidbar.
          Natürlich muss die Arbeit belohnt werden – wie bei jedem Züchter. Sortenschutz reicht aus und lohnt sich auch, wenn ein Produkt der Gentechnik nicht 20 oder 30 Jahre durch die Gesetzesmühlen gejagt wird – und dann verboten wird!

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        • Limes sagt

          “Nur Bauer Willi gibts kostenlos”
          kostenlos trifft es wohl nicht ganz denn es fallen für Dich Kosten für die Pflege der Seite etc an plus Deine Zeit.
          gratis für die Leser und Foristen trifft es evtl besser. Dafür Danke.

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          • Bauer Willi sagt

            Danke für Deinen Hinweis. Die Kosten für die Pflege der Seite finanziere ich durch Vorträge. Ab und zu auch eine Überweisung von Kommentatoren, was mich natürlich freut.
            Die Zeit ist unbezahlbar. Allerdings lerne ich ja jeden Tag auch neu dazu. Vor allem gibt es viele neue Ansichten und Einsichten in Regionen und Produktionsweisen, die ich (und wir) so bisher nicht kannten.
            Was mir aber tatsächlich schon mal zusetzt sind die Nerven, die so manchen Dialog “kosten”. Da immer die Ruhe zu behalten, fällt mir nicht immer leicht.

            Am Donnerstag geht es aber in den Urlaub auf dem Bauernhof im Allgäu… Wir freuen uns schon.

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    • @ Eifelbauer: Hornlosigkeit tritt sporadisch auf natürliche Weise auf und wird von den Züchtern genutzt. Die dafür verantwortliche Genvariante P (=polled) hat man identifiziert und man hat gentechnisch hornlose Rinder produziert.
      Es gibt beides und sie unterscheiden sich nicht wesentlich. In Deutschland gibt es die gentechnisch produzierten Hornlosen natürlich nicht!

      • Eifelbauer sagt

        Natürlich bleibt auch die “normale” Züchtung nicht stehen,sondern bedient sich neuer Verfahren.
        Die Zucht auf Hornlosigkeit oder auch anderer Farbvarianten (Red-holstein aus der schwarzbunten
        Holsteinpopulation) ist heute wesentlich schneller und effektiver möglich,weil man mittels Blut-oder
        Gewebeuntersuchung bereits beim Kalb feststellen kann,ob das betreffende Tier Träger der gewünschten Merkmale ist oder nicht,was früher manchmal nur durch Zufaĺl überhaupt erst entdeckt wurde.

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  10. Christian Bothe sagt

    Übrigens in der Aktuellen Apothekenrundschau dazu ( Crispr/CAS) ein interessanter Artikel von Seiten der Humanmedizin! Das Interview und auch dieser Artikel zeigen uns ganz klar die Wichtigkeit der Gentechnik für den „Erhalt“ der Menschheit…

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  11. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    “Die Grünen sind in der nächsten Legislatur weg … aber sowas von weg.”

    HOFFENTLICH

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    • Arnold Krämer sagt

      Wahlergebnisse und darauf aufbauende Koalitionen sind sehr stark von Zufällen bestimmt.
      1.Scholz wäre nicht Kanzler, wenn die Medien das Lachen von Laschet nicht aufgegriffen und genüsslich verbreitet hätten.
      2. Kohl wäre ohne den Fall der Mauer nicht 16 Jahre lang Bundeskanzler gewesen

      Aber in diesem Falle gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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    • Christoph aus der Stadt sagt

      Ich fürchte, das wird nicht der Fall sein. Desto mehr Leute AFD wählen, desto mehr Gewicht haben die Grünen als Mehrheitsbeschaffer. Desto stärker die AFD, desto unwichtiger werden Inhalte für die übrigen Parteien. Hauptsache man bekommt eine Mehrheit jenseits der AFD zusammen.

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  12. Sehr schöner Artikel. Wer mehr über Pflanzenzüchtung und neue Züchtungsmethoden erfahren möchte, kann sich ja auch mal den Schaugarten und die Wissenschaftsscheune am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung (MPIPZ) in Köln-Widdersdorf anschauen.
    Einen schönen Gruß von Gut Vogelsang

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    • Bauer Willi sagt

      Stimmt. Ich hatte mir das ja immer schon wieder vorgenommen. Aber jetzt fahren wir erst einmal in Urlaub.

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        • Bauer Willi sagt

          Unser Sohn übernimmt. Und da ist es vielleicht nicht verkehrt, wenn “die Alten” weg sind.
          Gerste haben wir keine. Erträge hier im Rheinland auf besten Böden zwischen 10 und 12 t/ha. Für alle eine sehr positive Überraschung.

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          • Mark sagt

            Gerste ist bei uns durch, Erträge von ordentlich auf den besseren Böden (-80dt/ha) und sehr mässig auf den schweren Böden ( unter 50dt/ha) Gestern waren Erbsen dran, total vertrocknet weniger als 20dt/ha. Sommergerste wird eine Katastrophe werden (ich schätze 50% Schmachtkorn). Weizen wird jetzt in der Hitzeperiode auch vollends kaputt gehen, wie lange der Mais noch lebt ist fraglich. Ist aber ein regional begrentztes Problem , zwei Flusstäler weiter ist Feuchte genug vorhanden…..

  13. Marian E. Finger sagt

    Ist es nicht so, dass bei der klassischen Mutationszüchtung die ganze Pflanze, deren Erbgut verändert werden soll, entweder bestrahlt oder in ein Chemiebad getaucht wird? D.h. es wird nur das Erbgut einer ausgewählten Pflanze behandelt, es kommt nicht zum Austausch mit fremden Arten, die normalerweise nicht miteinander kreuzbar sind. Will sagen, mit der klassischen Mutationszüchtung lassen sich keine Maisbananen oder Ananasgerste erzeugen.

    Mit Crispr/Cas kann man das machen, was bisher mit der klassischen Mutationszüchtung gemacht wurde, nur gezielter – das ist richtig.
    Mit Crispr/Cas kann man aber noch mehr machen, man kann das Erbgut von Pflanzen oder Tieren mit artfremder Erbsubstanz verändern. Man kann also bspw. Chimären erzeugen, was man mit der klassischen Züchtung nicht kann. So habe ich das zumindest verstanden.

    Ich erinnere mich dunkel, mal einen Artikel gelesen zu haben, dass Forscher sich drangemacht haben, die Fotosynthese bei Pflanzen zu verbessern, indem man ein Enzym (RuBisCo?) durch ein anderes (Crotonyl-CoA Carboxylase?) ersetzt. Dazu muss der CO2-Fixierungszyklus neu kreiert werden, was ziemlich kompliziert ist, weil alle Enzyme wieder neu aufeinander abgestimmt werden müssen, und das hat dann, wenn ich es noch recht weiß, so ausgesehen, dass Gene von 11 verschiedenen Arten, darunter ein menschliches, benutzt wurden. Und das ist schon ein ziemliches Gepansche, wo man sich schon fragen muss, ob die Forscher wissen, was sie tun. Crispr/Cas macht es möglich.

    Meiner Ansicht nach macht es schon einen Unterschied, ob man Artgrenzen respektiert oder nicht.

    Über die neuesten Entwicklungen weiß ich nicht Bescheid, aber nach meinem Stand der Dinge ist es so, dass 95% der Nukleotide im Erbgut überhaupt nicht codieren. Teilweise haben diese Sequenzen andere Funktionen als Promotoren oder Enhancer, aber bei einem Großteil des Genmaterials weiß man überhaupt nicht, wozu es überhaupt da ist.

    Wenn man nicht weiß, was man tut, nutzt es nichts, wenn man dafür ein Instrument zur Verfügung hat, mit dem gezielt das tun kann, was man nicht weiß.

    Ist es nicht auch Verbrauchertäuschung, wenn die Befürworter der Gentechnik derlei Geschichten vollständig unter den Tisch fallen lassen?

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    • Bauer Willi sagt

      Ich kann die Fragen wissenschaftlich nicht beantworten. Was ich aber sagen kann: man kann mit einer Schere etwas schneiden (was die Norm ist) aber auch einen Menschen umbringen.

      “Wenn man nicht weiß was man tut…” Jetzt wird es unfair und typisch NGO-Sprech.

      Im Übrigen bin ich dafür, dass alles, was mit Mutationszüchtung oder Genschere erzeugt wurde, gekennzeichnet wird. Aber auch wirklich alles.

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    • Lady sagt

      “Man kann also bspw. Chimären erzeugen, was man mit der klassischen Züchtung nicht kann. So habe ich das zumindest verstanden. ”

      Genau das kann man eben nicht. Es werden keine “Fremdgene” eingefügt oder gar ” Artgrenzen ” – wer immer solche Grenzen festlegt- überschritten.
      So habe ich es jedenfalls verstanden, auch wenn gerade die Gegner ungerührt das Gegenteil behaupten.

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      • Marian E. Finger sagt

        @Lady
        Crispr/Cas ist lediglich das Werkzeug, mit dem man den DNA-Strang durchschneidet, Bausteine hinzufügt, entfernt, modifiziert, d.h., dass man auch Fremdgene einfügen kann, wenn man will. Wenn keine Fremdgene eingefügt werden, dann nicht, weil man das mit diesem Werkzeug prinzipiell nicht kann, sondern weil die Gesetze es nicht erlauben. Dafür kann man mit Crispr/Cas gut die Spuren verwischen, wenn man Fremdgene eingebaut hat.
        So habe ich das auf jeden Fall verstanden.

        @Willy
        Wenn man von 95% des Genoms nicht weiß, wozu es eigentlich da ist, kann man schon behaupten, dass das Genom nicht wirklich verstanden ist. Finde ich zumindest.

        Meiner Ansicht nach ist der Wissenschaftssprech übrigens nicht viel besser als der NGO-Sprech. Beide Sprechs sind jeweils von spezifischen Interessen geleitet, die nicht in der Wissenschaft selbst begründet sind. Für beide Sprechs ist typisch, dass sie die Wirklichkeit stark vereinfachen, während sie vorgeben, die “Wahrheit” für sich gepachtet zu haben. Beide Sprechs verwenden hochtrabend klingende Worthülsen/Fremdwörter, mit denen kritische Fragen unterbunden und Einwände vom Tisch gefegt werden. Und wie man an deinem Kommentar sieht, polarisieren beide Sprechs im Stil von “wer nicht für mich ist, ist gegen mich”.
        So what?

        Das Fatale an der Wissenschaft ist, dass einige wenige Wissenschaftler die Welt unwiderruflich verändern, ohne dass sie dafür die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung eingeholt haben. Da dieses Verfahren alles andere als demokratisch ist, gehört es zum Gehabe des Wissenschaftlers so zu tun, als wären alle ihre Innovationen durchweg segensreich. Deshalb singen sie das große Loblied auf sich selbst. Bislang hat jedoch jede Innovation nicht nur Vorteile, sondern immer auch ihren Preis gehabt, den dann die Mehrheit, die nicht gefragt worden ist, bezahlen muss. Dass die NGOs so viel Zulauf haben, liegt u.a. auch an dem Unmut, den Wissenschaftler durch ihre Arroganz erzeugen.

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        • Bauer Willi sagt

          Stimmt. Alle Wissenschaftler sollten alle Bürger vorher fragen, woran sie forschen sollen und dürfen. Und ob alle damit einverstanden sind…
          Sorry, aber ich kann Deine Argumentation nicht nachvollziehen.

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          • Marian E. Finger sagt

            In einer aufgeklärten Gesellschaft sollten tatsächlich alle Bürger am Diskurs beteiligt werden und mitentscheiden können, in welcher Zukunft sie leben wollen. Ich möchte als mündiger Bürger selbstverständlich mitentscheiden, was eine “lebenswerte Zukunft” überhaupt bedeutet. Die Gentechnik hat eine Reihe von Nachteilen, die die Welt nicht unbedingt lebenswerter machen. Bpsw. dass es sehr viel leichter für Terroristen ist, ein tödliches Virus zu basteln als eine Atombombe zu bauen. D.h. um Terroristen daran zu hindern, mit tödlichen Viren die halbe Menschheit auszurotten, brauchen wir den Überwachungsstaat, der mich in meiner persönlichen Freiheit weiter einschränkt. Und da sage ich: nein danke, will ich nicht.
            Wohin führt es gesellschaftlich, wenn Wissenschaftler oder wer auch immer darüber entscheidet, was “gute Gene” und was “schlechte Gene” sind, zuerst bei Pflanzen und Tieren, später bei Menschen? Ich möchte nicht in einer Welt leben, wo Wissenschaftler, Technokraten oder Eltern über das Erbgut der nachfolgenden Generationen entscheiden oder wo sich Frauen präventiv die Brüste amputieren lassen, weil sie ein Gen in sich tragen, das irgendwann vielleicht mal Brustkrebs mitverursachen könnte. Da sage ich auch: nein danke.

            Weshalb und wozu müssen Züchtungsmethoden mittels Gentechnik noch mehr beschleunigt werden? Wegen einer hypothetischen Hungersnot in einer hypothetischen Zukunft, von der niemand weiß, wie sie wirklich aussieht?

            Letztendlich geht es bei der Forschung ja nicht in erster Linie darum, die Welt lebenswerter zu machen, sondern hauptsächlich darum, der Natur/dem Leben weitere Bereiche zu entreißen, die man kapitalisieren kann. Gentechnik ist vor allem deshalb interessant, weil viele Leute damit eine Menge Geld machen können.

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        • Ostbauer sagt

          Wo wäre die Menschheit heute , wenn Fleming die Bevölkerung gefragt hätte, ob er das Penicilline finden darf?
          Hätte Röntgen vorher einen Volksentscheid machen sollen?
          Wichtig ist , die negativen Möglichkeiten einzudämmen; dafür ist der Gesetzgeber zuständig. Ist wie mit dem Internet, viel Segen aber auch Gefahren. Trotzdem würde keiner auf die Idee kommen, das Ding zu verbieten.
          Fast alle Erfindungen haben positive und negative Entwicklungsmöglichkeiten.

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          • Bauer Willi sagt

            Richtig. Was ich auch nicht verstehe: warum wird dies ausgerechnet nur bei der Grünen Gentechnik so diskutiert? Warum nicht bei allen anderen Branchen? Das hat Ludger schön herausgearbeitet: weil es ein gutes Geschäft ist, gegen grüne Gentechnik zu sein. Über Insulin redet niemand mehr und wenn gentechnisches Insulin und andere Segnungen verboten würden, gäbe es mit Recht Volksaufstände.
            Und zum wiederholten Male: fast alle Argumente gegen die Genschere gelten auch für die Mutationszüchtung. Einfach noch einmal den Artikel lesen.
            Und Letztes: wir essen jeden Tag gentechnisch veränderte Lebensmittel. Käse zum Beispiel.
            Mehr Beispiele hier: https://www.transgen.de/lebensmittel/2737.zutaten-zusatzstoffe-gentechnik.html

            Weil es Zusatzstoffe sind, müssen sie nicht gekennzeichnet werden. Ich bin dafür, es sofort zu tun.

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        • Lady sagt

          “Wenn keine Fremdgene eingefügt werden, dann nicht, weil man das mit diesem Werkzeug prinzipiell nicht kann, sondern weil die Gesetze es nicht erlauben. ”
          Nein Marian. Das ist keine Frage von Gesetzen. Du vermischt die ” klassische ” Gentechnik mit der Genom Editierung. Siehe auch die Bemerkung von Wolfgang Nellen.

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    • Es ist richtig, dass man mit CRISPR-Cas theoretisch auch Gene aus anderen Arten einfügen kann. Praktisch geht das noch (!) nicht. Dafür braucht man noch die “alte Gentechnik”.
      In diesem Zusammenhang spielt das aber keine Rolle. Der Vorschlag der EU zur Deregulierung bezieht sich ausschließlich auf Veränderungen, bei denen keine artfremde DNA eingefügt wird. Diese Art der Gentechnik unterliegt ausdrücklich weiterhin der bisherigen Gesetzgebung.

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    • Arnold Krämer sagt

      Bergamasca: “Dort empfiehlt man sogar ausdrücklich den Grünen ein Umdenken. Wie kommt es, dass plötzlich so ein Perspektivenwechsel einsetzt?”

      Weil die Übergriffikeit und das planwirtschaftliche Denken und Handeln der Günen jetzt auch weite Kreise der Bevölkerung und der Medien erfassst, und diese langsam begreifen, wo das Ganze hinführt. Die schon jahrelang betroffenen Landwirte waren zu schwach in der Organisation und zu unbedeutend. Die übrigen Wirtschaftsunternehmen konnten auch unsinnige Vorschriften und damit vebundene Kostensteigerung meist gut überwälzen. Deshalb hat man in breiten Bevölkerungskreisen die bereits von den Vorgängerregierungen (Merkel u.a) betriebene, aber von den Grünen, den NGO’s und sehr vielen Medien befeuerte Politik und ihre Auswirkungen lange nicht ernst und nicht wahrgenommen. “Corona”, “Ukraine” zeigen die Grenzen der Belastbarkeit auf (hohe Inflation, Personalmangel wg. Bevölkerungsentwicklung u.a.m.)

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      • Reinhard Seevers sagt

        Es wird jetzt auch überall publiziert, dass es natürlich keinen Aufruf zum Fleischverzicht gäbe, und schon gar kein Fleischverbot. Gestern in “quer” wurde es kolportiert dargestellt, damit der dumme Fleischesser auch merkt, dass ihm niemand das Fleischessen verbieten will….jeder kann und darf essen, was er möchte….aber man sollte bedenken welche Folgen das für Klima und Tiere bedeutet. 😎
        Und in Spiegel online ein erstauntes Raunen, dass die WHO wohl festgestellt habe, dass die Reduzierung des Fleischkonsums in den westlichen Nationen einer erheblichen Steigerung in den Schwellenländern gegenüberstehe…..watn Wunder oder?😀

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  14. Bergamasca sagt

    Ganz herzlichen Dank Ihnen beiden für diesen Klartext. Wurde eigentlich das Portal https://www.transgen.de/ in diesem Blog schon einmal erwähnt? Ich bin noch nicht tiefer vorgedrungen, da erst neulich darauf gestoßen, aber ich war überrascht, dass da offenbar wirklich versucht wird, systematisch Aufklärung zu betreiben, inklusive didaktischer Videos für Schüler. Oder bin ich mit meinem Lob zu voreilig? Der Name Transgen ist ja schon etwas provokant.

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  15. Frikadellen piet 44 sagt

    schönen guten Morgen man muss also bei der Gentechnik an der richtigen Stelle ziehen und sie nicht in einer Ecke drucken da sie schlecht wird diesen Spruch habe ich schon mal gehört der ist gut

  16. Thomas Bröcker sagt

    Die Grünen sind in der nächsten Legislatur weg … aber sowas von weg. Die Plätzchen an den Fleischtrögen der Parlamente werden sich für diese Gruppe halbieren.
    Das nützt nur nicht viel, da sich SPD, in Teilen auch die CDU den Erzählungen der Angstindustrie und der grünen Angstpartei zu mindestens in Bezug auf die Landwirtschaft geöffnet haben.
    Dazu kommt der Batzen an verblendeten Medienleuten. Ich habe wenig Hoffnung, dass es da in Dt. vernünftige Entscheidungen geben wird.
    Wie beim Glyphosat kann man nur auf die anderen europäischen Länder hoffen.

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