Autor: Bauer Willi

Wir haben uns auseinandergelebt…

Es klingt wie der Trennungsgrund für eine gescheiterte Ehe, und in gewisser Hinsicht ist es das auch: Wir haben uns auseinandergelebt. Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren die Lebensmittelkonsumenten weiter von den -produzenten entfernt als heute. Der Verbraucher weiß schon lange nicht mehr, wie das Essen entsteht, das täglich auf seinem Teller landet, wie es angebaut, gepflegt, gezüchtet, geerntet, geschlachtet, verarbeitet, oder kurz: hergestellt wird – ganz egal, ob er in der Kantine isst, im Edelrestaurant, an der Imbissbude, oder ob er im Supermarkt vor langen Regalen voller bunter Plastikverpackungen mit kleingedruckten Inhaltsangaben steht. Und wir Bauern, die wir ganz am Anfang dieser Produktionskette stehen, wissen im Grunde auch nicht mehr, was die Verbraucher eigentlich wollen. Es klafft eine riesige Lücke zwischen Ihnen, liebe Verbraucherin und lieber Verbraucher, und mir, dem Bauern. Und auf beiden Seiten mehren sich Unmut und Unzufriedenheit, Ärger und Schuldzuweisungen. Jede Woche gibt es einen neuen Skandal, der mit der Landwirtschaft zu tun hat beziehungsweise uns Bauern angekreidet wird: krebserregende Düngemittelrückstände, geschredderte Küken, sterbende Bienen, verschmutztes Grundwasser. Und überhaupt: …

Geht der Energiewende die Puste aus…?

Die Nachfrage nach Ökostrom geht zurück. Die Zahl der privaten Haushalte mit Ökostromtarifen ist binnen Jahresfrist von 5,75 Millionen auf 4,4 Millionen gefallen. Und dann ist in dem Artikel der „Welt“ noch zu lesen: „In einer Erhebung… hatten 59 Prozent der Befragten bekundet, ein Windrad in der Nachbarschaft fänden sie „gut“ oder „sehr gut“. Nur: Ist die Umfrage vorbei, ist im echten Leben von den angeblichen Energiewende-Fans kaum noch etwas zu sehen.“ Und weiter heißt es: „Ein Großteil der Käufer von Ökostrom folgt dabei also vermutlich nicht seinem grünen Gewissen, sondern schlicht dem Diktat des Geldbeutels.“ Irgendwie erinnert mich das an etwas… https://www.welt.de/print/die_welt/article158457986/Bremsen-im-System.html

Eine polarisierende Rede…

Was jetzt kommt, hat mit Landwirtschaft nichts zu tun. Ihr solltet das Video aber trotzdem sehen. Es ist die Zusammenstellung von Redetexten eines Mannes, der in wenigen Tagen der Präsident der USA sein wird. So gut wie jeder seiner Sätze polarisiert. Ich habe mir das Video zweimal angesehen…und einige der Kommentare darunter auch…Aber seht selbst und sagt dann, was ihr davon haltet…Mich hat es jedenfalls sehr aufgewühlt… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Stellenangebot in Österreich

Wir haben ja schon mal über den „Land schafft Leben“ berichtet. Alois und ich waren vor ein paar Monaten in Schladming und haben uns mit Hannes Royer und seinem tollen Team unterhalten, die sich sehr für heimische Lebensmittel engagieren. Ist so eine Art österreichische CMA, nur besser. Jetzt suchen sie weitere Mitarbeiter, was ja nur bedeuten kann, das sie viel zu tun haben. Hier geht es zur Stellenanzeige: http://www.landschafftleben.at/service-aktuelles/organisation/Jobs  

Gänseblümchen beweist Umweltsünde

In einer US-Studie haben Forscher die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen geprüft: Mit erschreckendem Ergebnis. Demnach fällt es der Mehrheit schwer, richtige Nachrichten von Werbung oder Propaganda zu unterscheiden. Einer der Gründe ist die zunehmende Nutzung des Internet, dass meist ohne Quellenangaben oder Hintergrund-Informationen auskommt. So haben auch Bilder eine große Bedeutung für die Wahrnehmung von Texten. Zitat: „Das Bild eines deformierten Gänseblümchens mit passender Überschrift sei Beweis genug für die toxischen Verhältnisse in der Nähe des AKW Fukushima, auch wenn zu dem Foto keine Quelle oder Ortsangabe gehörten.“ Von solchen „kompetenten Erkenntnissen“ können auch Landwirte berichten. Halb-Wahrheiten einer stark vereinfachenden Argumentation glaubt man halt gerne. In diesem Zusammenhang habe ich neulich einen bemerkenswerten Satz gelesen: „Einfache Lügen haben es leichter als komplizierte Wahrheiten“. Auch wenn dies überspitzt, so hat dieser Satz  dennoch einen wahren Kern. Denn auch wir fallen oft genug auf einfache und emotionale Botschaften herein. Denn sonst gäbe es keine Werbung. http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Studie-Schueler-koennen-fundierte-Nachrichten-nicht-erkennen-3494005.html Ist also die breite Nutzung von Social Media gar schädlich für den gesunden Menschenverstand? Oder wie seht Ihr das?  

Eliten-Bashing

Das muss man hören! Ein Grüner kritisiert seine eigene Partei und erntet Beifall. Gehen Sie gleich auf Minute 5:05 bis etwa 6:05. Und was er in dieser einen Minute sagt, gilt nicht nur für die Grünen… Hier ein Ausschnitt aus der Rede: (es geht dabei zu Beginn um die Erklärung, warum Donald Trump die Wahl in den USA gewonnen hat) (Zitat) „Irgendwann hat diese Schicht dann angefangen, die Verachtung der progressiven Eliten in eigenen Stolz umzukehren. Ihr bezeichnet uns als ignorant? Wir pfeifen auf Eure angebliche Wissenschaft und Eure überheblichen Statistiken. Wir lassen uns den Mund von Euch nicht weiter verbieten. Wir Grüne sollten nicht denselben Fehler begehen. Dazu müssen wir als Erstes den Duktus der moralischen Überheblichkeit ablegen! Nicht jede abweichende politische Meinung ist per se unmoralisch. Und schlechter Ausgebildete sind nicht dumm. Es geht nicht darum, in den Dialog mit einem harten rassistischen Kern einzusteigen. Aber es liegt an uns, einen respektvollen und offenen Umgang mit allen anderen zu pflegen, die aus uns fremden Milieus kommen, ihnen zuzuhören, sie ernst zu nehmen. Das …

Geht Landwirtschaft auch ohne Pestizide?

Es gibt relativ wenig Beiträge, die sich sachlich und ausgewogen mit den Vor- und Nachteilen von „Pestiziden“ auseinandersetzen. Der nachfolgende Beitrag aus der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ ist so einer. Lesenswert für Bauern und Bürger. http://www.spektrum.de/wissen/geht-landwirtschaft-auch-ohne-pestizide/1429861?utm_source=zon&utm_medium=teaser&utm_content=feature&utm_campaign=ZON_KOOP  

Sind nur wir Europa?

Ein Gastbeitrag unseres Kommentators „Ich seh das so“, der seine Anonymität wahren möchte. Nur so viel: er ist Bauer in unserem schönen Nachbarland Österreich. Wir lesen und hören immer wieder vom GEMEINSAMEN HAUS EUROPA. Wenn man das rein geographisch versteht, ist so eine Aussage noch am besten nachvollziehbar. Wenn man es aber „bautechnisch“ versteht, sieht das doch ganz schön wackelig aus. 1.) Das gemeinsame Haus Europa steht nämlich eigentlich nur auf einer festen Säule – Der gemeinsamen Agrarpolitik. Nur sie gilt bei allen (Noch-)28-Mitgliedern gleichzeitig – und das schon seit Gründung der EG 1957. 2.) Dann gibt es ein Säulchen, das 19 Länder der EURO-Zone mitgebaut haben (gemeint ist die Währung, nicht das Fußball-Turnier), das aber teils mit festen Ziegeln und teils nur mit Sandsteinen erstellt wurde. 3.) Dann gibt es noch etwas namens Gemeinsame Außenpolitik, – vergleichbar mit vielen (Holz-)Pfosten, die alle Länder zwar aneinander gelehnt haben, die aber von einer zierlichen Italienerin mühsam zusammengehalten werden müssen, um zu verhindern, daß das eine oder andere Land seinen Stützbalken wieder wegzieht. 4.) Und dann gibt es noch ….. …