Autor: Bauer Willi

Kartoffeln säen…

Klingt erst mal wie ein schlechter Scherz. Und so musste ich mir auch das Lachen verkneifen, als ich im Frühjahr neben einer jungen Dame aus den Neubaugebiet stand, die bei meiner Genossenschaft nach Kartoffelsamen fragte. Aber ich hätte nicht lachen sollen, denn so weit weg scheint die Realisierung nicht mehr zu sein. https://www.kws.com/de/de/unternehmen/presse/world-of-farming/es-geht-um-die-zukunft-der-kartoffel-saatgut-statt-knolle/  

WDR 5: Neugier genügt…

Neulich rief eine Redakteurin von WDR 5 an und wollte von mir wissen, was die Landwirte derzeit so bewegt. Sie würden gerne etwas Aktuelles berichten. Das Thema Ferkelkastration fand sie jetzt nicht so „prickelnd“, auch an anderen Themen war sie nicht so interessiert. Als ich ihr aber von den noch anhaltenden Problemen aufgrund des immer noch fehlenden Regens auf die Ernte dieses Jahres und die Aussaat für das nächste Jahr erzählte, fand sie das sehr spannend. So bin ich gestern nach Köln ins Studio gefahren und habe die Fragen eines städtisch geprägten Moderators beantwortet. Hört euch an, was er so wissen wollte. Es geht darin um Raps, um Zwischenfrüchte, Subventionen und Dürrehilfen. Und die ganz wichtige Frage, wie ich denn auf kurzfristig den Klimawandel reagieren kann. Spontane Antworten auf spontane Fragen… (Zum Starten einfach auf´s Bild klicken) Euer Bauer Willi

Wenn interessierte Mitmenschen von alleine kommen…

„Camper sucht Bauer“, so könnte man das Konzept nennen, das sich hinter „Landvergnügen“ verbirgt. https://landvergnuegen.com/pages/so-funktionierts Die Idee: Camper besuchen euren Hof, ihr bietet einen kostenlosen Stellplatz an und kommt mit euren Gästen ins Gespräch. Denn nur solche interessierten Mitbürger werden sich bei euch melden, weil sie sich vorher beim Organisator der Seite angemeldet haben. Einfacher kann man wohl kaum in Kontakt kommen. Wer mehr darüber erfahren will, hier ein Link auf einen sehr schönen Artikel aus dem SPIEGEL, der die Begeisterung der Gäste zum Ausdruck bringt. http://www.spiegel.de/reise/deutschland/landvergnuegen-mit-familie-und-wohnmobil-durch-deutschland-a-1228509.html  

EU: Dürre und Regen Sommer 2018

Einen guten Überblick über die Niederschlagsverteilung im Sommer 2018 gibt die nachfolgende Präsentation der EU-Kommission: (auf den Link klicken, dann öffnet sich die Präsentation) Kommission Präsentation Trockenheit Während der Nord-Osten Europas von der Trockenheit besonders betroffen war, durften sich die Südeuropäer über mehr Regen freuen. Wenn es nicht gerade Urlauber waren… Doch die Trockenheit ist noch nicht vorbei, auch der Herbst brachte bisher keinen wirklich ergiebigen Regen. Bauer Willi

Fragen an den Autor

Andreas Möller, Autor des Buches „Zwischen Bullerbü und Tierfabrik“, geboren 1974 in Rostock, hat Geschichte, Germanistik und Politik studiert, war Journalist beim Hörfunk und arbeitet heute als Leiter Unternehmenskommunikation des Maschinenbauers TRUMPF. Er pendelt zwischen Stuttgart und Berlin, wo er mit seiner Familie lebt. Herr Möller, was motiviert einen Nicht-Landwirt, ein Buch über den Blick auf die Landwirtschaft zu schreiben? Oder war Ihr Opa Bauer? Nein, der war Grafiker und hatte nur ein paar Stachelbeerbüsche… 😊 Mich beschäftigte bereits in meinem letzten Buch „Das grüne Gewissen“, wie öffentlich über Technik und Industrie in Deutschland gedacht und gesprochen wird. Und mich stört die oft einseitige Kritik, die es in punkto Landwirtschaft gibt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass ich im Mecklenburg der 1970er und 1980er Jahre groß wurde, wo man auf Schritt und Tritt mit der Landwirtschaft in Berührung kam. Das Wort „Herzensangelegenheit“ ist also nicht ganz aus der Luft gegriffen.  Hört sich an wie eine Standardfrage: Wer ist Ihre Zielgruppe? Oder andersherum gefragt: Wen hatten Sie vor Ihrem geistigen Auge, als Sie das Buch geschrieben haben? Zum …

katastrophal…

Ein Leser und Kommentator unseres Blogs hat mir diese Bilder von der Rübenernte in der Nähe von Mühlberg/Elbe in Brandenburg geschickt. Auf rund 80 Hektar eines Betriebes wurde ein Durchschnittsertrag von 19,8 t/ha mit einem Zuckergehalt von 20,5% geerntet. Die Rüben im Bild dürften eher noch darunter liegen. So katastrophal hatte ich mir das nicht vorgestellt. Deshalb gut, das mal im Bild zu sehen und festzustellen, wie gut es uns da im Rheinland noch geht. Trotz Reinigung bleibt noch viel Blatt an den Rüben hängen, was die Verarbeitung erschwert. Der hohe Zuckergehalt ist durch die Austrocknung entstanden (Konzentrationseffekt) und für die Fabrik kaum gewinnbar. Und im Rheinland? Aufgrund der späten Einteilung sind unsere Rüben noch in der Erde, aber wir hoffen doch, dass es mehr als 60 t pro Hektar werden. Was für alle deutschen Regionen in diesem Jahr gelten dürfte: auch der Preis wird katastrophal niedrig liegen, weil auf dem Weltmarkt Überschüsse den Preis drücken.       

Bürgerbeteiligung Insektenschutz

Das Bundesumweltministerium hat am 10. Oktober eine Dialog-Plattform eingerichtet, auf der sich alle Bürger zu den verschiedensten Vorschlägen zum Insektenschutz äußern können. https://dialog.bmu.de/dito/explore?action=startpage&id=90 Dazu muss man sich anmelden und kann dann sowohl kommentieren als auch die Vorschläge bewerten. Ich habe mich angemeldet und festgestellt, dass es sehr hilfreich wäre, wenn dort auch mehr Landwirte mitreden. Auf jeden Fall (auch wenn man nicht mitmachen will) mal reinschauen, um über die Vorschläge informiert zu sein. Euer Bauer Willi

Wie gestalten wir die Beziehung Landwirt – LEH – Verbraucher?

Hallo, hier ist der Alois. Die Beziehung vom Landwirt zum Verbraucher ist ja schon schwierig genug. Aber so einfach ist diese Beziehung nicht zu verbessern, weil da noch der LEH, der Lebensmitteleinzelhandel, dazwischen ist. Also muss man den LEH da irgendwie miteinbinden. Aber wie? Zu dieser doch ziemlich schwierigen Frage war ich zu einem Workshop der Andreas-Hermes-Akademie und des Forum Moderne Landwirtschaft in München eingeladen worden. (Diese Einladung hatte übrigens die „Deichdeern“ organisiert). Der Workshop bediente sich wieder der Methode des „Design Thinking“, wo Willi ja schon zweimal dabei sein durfte: einmal in Düsseldorf und dann noch in Hamburg. Der dritte dieser Workshop-Reihe war nun in München, wo ich als Allgäuer einfach näher dran war. Das Problem mit „erfinderischem Denken“ knacken… Ich habe hier in München zum ersten mal mit der Methode des „Design-Thinking“, zu deutsch „erfinderisches Denken“, gearbeitet. In mehreren Schritten wird zuerst mit sogenannten Interviews versucht das oder die Kernprobleme des Themas zu fassen. In unserem Falle wurde in vier Gruppen erfragt, wie die Beziehung Landwirt – LEH – Verbraucher ist? Und wo …

Greenpeace warnt vor Bio-Margarine

Es kommt nicht häufig vor, dass Greenpeace vor dem Verzehr von Bio-Produkten warnt. In diesem Fall scheint es aber wirklich angebracht zu sein. Zumindest bei bestimmten Produkten. https://secured-static.greenpeace.org/austria/Global/austria/fotos/Presse/Greenpeace-Factsheet_Testergebnisse_Palmoel_Sept2017.pdf

Muss man lesen!

Selten habe ich ein Buch so schnell gelesen wie das soeben erschienene Buch von Andreas Möller. Da schreibt ein Nicht-Landwirt über Landwirtschaft. Na, dachte ich, das kann ja was werden. Ja, und es ist etwas geworden, nämlich ein Blick auf die Landwirtschaft von außen, den Landwirte normalerweise nicht akzeptieren, weil „die ja eh keine Ahnung haben“. Das ist bei diesem Buch anders. Andreas Möller hat sich wirklich in die Landwirtschaft „reingearbeitet“, lässt kein Thema aus und reflektiert mit dem Leser gemeinsam, warum die heutige Landwirtschaft so ist wie sie ist. Groß, klein, bio, konventionell, Hofladenbetreiber und Agrargenossenschaften, eben bunt. Für mich sehr spannend und lehrreich war das Kapitel 6 „Die Öffentlichkeit“. Da geht es um die unterschiedliche Sicht der Dinge, um die Schlachten, die mit Studien geschlagen werden und die Mechanismen der Mediengesellschaft. Es geht um Fakten und Moral, um Wissen und Gefühl, das mit dem Satz gut beschrieben wird, der da lautet: „Was interessieren mich Zahlen und Fakten der anderen, wenn ich trotzdem ein ungutes Gefühl habe“. (Übrigens gilt das auch für andere Lebensbereiche, nicht …