Autor: Bauer Willi

Ein moralischer Mindestpreis

Jürgen Donhauser hat sich Gedanken darüber gemacht, wie die Preisgestaltung von Lebensmitteln fairer und gerechter gestaltet werden kann und gleichzeitig für den Verbraucher transparenter wird. Ein moralischer Mindestpreis Endlich kommt Bewegung in die Forderung nach gerechten Preisen für die Landwirtschaft. Ebenso ratlos ist man aber über die „richtigen“ Mechanismen, diese auch umzusetzen. Von verschiedenen  Seiten werden fast schon inflationär Vorschläge unterbreitet. Bei näherer Betrachtung wurden viele davon aber schon in der agrarpolitischen Vergangenheit erfolglos versucht. Begonnen wurde mit der Marktabschottung durch Schutzzölle, einem Mindestpreis (Interventionspreis), danach Mengensteuerung durch Kontingente bis hin zur heutigen Flächenprämie, die uns Landwirten als unsinnige Pauschalsubvention um die Ohren gehauen wird, ohne tatsächlich die Hintergründe zu kennen und zu verstehen. Mit der Borchert-Kommission wurde ein neuer Versuch gestartet und immer wieder mit dem Energieeinspeisegesetz (EEG) verglichen. Im Vergleich zum EEG hat der Borchert-Vorschlag mehrere Schwachstellen:  Im EEG gibt es eine Abnahmegarantie für den erzeugten Strom zu einem Festpreis über 20 Jahre. Diese Abnahmegarantie gibt es bei Borchert nicht. Der größte Schwachpunkt  ist aber, dass im EEG der Einspeise-Preis festgeschrieben wurde, während …

CDU-Minister will billiges Fleisch…

Schocktherapie? Nicht ganz, denn die Überschrift ist schon ein wenig journalistisch reißerisch gestaltet. Es geht um Karl-Josef Laumanns, der als Landwirtssohn gerne Fleisch ist und auch möchte, dass es für alle erschwinglich bleibt. Gleichzeitig hat er aber den Arbeitsbedingungen bei Tönnies den Kampf angesagt. Dass dies ein Zielkonflikt sein kann, schildert dieser Artikel aus der „Zeit“. https://www.zeit.de/2020/33/fleischindustrie-karl-josef-laumann-toennies-grossschlachter-arbeitsbedingungen/komplettansicht

SPD für höhere Lebensmittelpreise

Heute morgen habe ich mir verwundert die Augen gerieben. Ministerpräsident Weil aus Niedersachsen (SPD) „lobt den Kampf der Bauern für höhere Preise“ und schimpft auf die Discounter. Desweiteren wird er zitiert: „Auch für die Aktionen vor Supermärkten habe ich Verständnis. Ich bedauere sehr, dass das Management der großen Einzelhandelsketten vorher nicht genügend Einsicht gezeigt hat.“  Dieses Engagement von MP Weil wird wohl jeder Landwirt gut finden.  Bisher konnte man nicht erkennen, dass sich die SPD in besonderer Weise für die Landwirtschaft einsetzt. Aber warum macht er das jetzt? Cui bono? (= wem nützt es?) Und wie ernst ist es gemeint? Was will Niedersachsen jetzt konkret unternehmen? Oder bleibt es ein Appell? https://www.n-tv.de/politik/Weil-lobt-Kampf-der-Bauern-fuer-hoehere-Preise-article22266929.html https://www.leonberger-kreiszeitung.de/inhalt.chancen-fuer-eu-agrarreform-weil-lebensmittel-preisdumping-beenden.903af732-bccd-42eb-b05d-f9337b6a1b6a.html https://www.az-online.de/niedersachsen/landwirte-bauern-aldi-lager-protest-streit-niedersachsen-90153124.html Bereits im Februar 2020 hatte sich Weil in gleicher Weise geäußert. Geändert hat sich seitdem nichts https://www.tagesschau.de/wirtschaft/lebensmittelpreis-weil-101.html

Corona – Mutationen – Börse

Ein Gastkommentar von Ludger Weß, den ich gebeten habe, mir seinen – bei Twitter veröffentlichten – Text für den Blog zu überlassen. Danke dafür. Es geht diesmal nicht um Landwirtschaft, sondern um eine wissenschaftliche Antwort auf Fragen rund um Corona, die mich interessiert haben und die er anschaulich erklärt. Wobei: Gentechnik hat dann doch wieder mit Landwirtschaft zu tun.  Wie kann BioNTech sicher sein, dass der Impfstoff auch gegen neue Varianten des Coronavirus wirkt? Und warum können wir nicht einfach die Impfstoff-Produktion erhöhen? Das sind Fragen, die die Öffentlichkeit derzeit bewegt. Mutierte Viren, neuer Impfstoff? Coronaviren haben typischerweise Spike-Proteine, mit denen sie sich an Wirtszellen heften. Der Vergleich von Gen- und Aminosäuresequenzen des neuen Coronavirus mit bekannten Coronaviren kann Anhaltspunkte liefern, welche Aminosäuren für eine korrekte Faltung und damit die Funktion unbedingt notwendig sind. Das muss man natürlich noch auf andere Weise überprüfen. Das Immunsystem reagiert auf die Spike-Proteine mit einer Immunantwort, d.h. der Bildung zahlloser Antikörper, die sich auch gegen nicht unbedingt notwendige Regionen richten. Bis genug wirksame Antikörper gegen das Spike-Protein entstehen, dauert …

2020 – was Landwirte erreicht haben

Dieses Video von Dirk Nienhaus (Bocholter Landschwein) enthält viele Gedanken, die auch mir in den letzten Wochen durch den Kopf gegangen sind. Hier das Facebook-Video: https://fb.watch/2L2sl3ZRag/ Falls der nicht funktioniert, hier ein anderer Link: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Gegen den Pessimismus

Auf der Suche nach einem Text, den man am Anfang des Jahres bringen kann, bin ich auf folgenden Artikel gestoßen: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Zum ersten Teil der Frage:   Ja, die Welt wird untergehen. Niemand weiß wann. Zum zweiten Teil der Frage:    Ja!!! Allen ein gutes Jahr 2021. Eines mit weniger Überraschungen als 2020. Bauer Willi          

Bauern, Handel, Politik

Seit einigen Tagen blockieren Landwirte Zentralläger von Aldi. Der nachfolgende Artikel gibt den aktuellen Stand der Dinge wieder:  Stellungnahmen aus Politik, Handel und der ISN. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/kloeckner-will-vom-handel-vorschlag-fuer-einen-verhaltenskodex-12441416.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral Vorausgegangen waren Verhandlungen von Landwirten mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels mit einer Einigung auf fünf Punkte https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/landwirte-und-leh-einigen-sich-auf-gemeinsame-massnahmen-12432243.html?utm_campaign=related&utm_source=topagrar&utm_medium=referral  

„Weniger Agrar-Freihandel“ – meint Ökonom Prof. Binswanger

Während des Sommer-Urlaubs waren wir bei Hubert am Bodensee. An einem Sonntag hat er einen „Politischen Frühschoppen“ veranstaltet. Natürlich unter Corona-Bedingungen. Den Vortrag von Prof. Binswanger, VWL-Professor in der Schweiz gibt es hier im Podcast. Er sieht den Welthandel mit Agrargütern kritisch.   Das Interview mit ihm hier noch mal zur Erinnerung Weniger Agrar-Freihandel – meint Prof. Binswanger (Video)

Buy local – kauf regional

Es gibt Länder, die für die Produkte ihres Landes ganz offensiv werben. Und es gibt Discounter, die das ebenso tun. Hier eine Plakatwand von Lidl Irland (oben) und drei Aufnahmen von drinnen. (Lidl in Castlerea, County Mayo. Danke an Peter Weigl für die Überlassung der Fotos.) Gleiches habe ich persönlich auch bei Aldi in der Schweiz gesehen. Überall rot-weiße Fähnchen in den Regalen, so dass aber auch niemand übersehen konnte, wo die nationalen Produkte zu finden sind. Auch in Österreich und Frankreich werden Produkte der heimischen Landwirtschaft vorangestellt. (Wer dazu Bilder hat, gerne in die Kommentare!) Wir hatten ja vor kurzem hier eine Diskussion darüber, ob es „angemessen“ ist, heimische Produkte in den Focus zu rücken. Wie man hier sehen kann, haben die deutschen Discounter Aldi und Lidl im Ausland damit kein Problem. Fotos: Peter Weigl