Bauer Willi
Kommentare 18

CDU-Minister will billiges Fleisch…

Schocktherapie? Nicht ganz, denn die Überschrift ist schon ein wenig journalistisch reißerisch gestaltet. Es geht um Karl-Josef Laumanns, der als Landwirtssohn gerne Fleisch ist und auch möchte, dass es für alle erschwinglich bleibt.

Gleichzeitig hat er aber den Arbeitsbedingungen bei Tönnies den Kampf angesagt. Dass dies ein Zielkonflikt sein kann, schildert dieser Artikel aus der „Zeit“.

https://www.zeit.de/2020/33/fleischindustrie-karl-josef-laumann-toennies-grossschlachter-arbeitsbedingungen/komplettansicht

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18 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    eben Report Mainz gesehen:
    90% der schweine seien durch spaltenboden krank,behauptete ein tierarzt,ich behaupte,der mann redet populistischen unsinn.
    Mörixmann,Hoffrogge und van Bebber haben tierwohlställe und verdienen geld mit ihren schweinen,dass die vertragsmast machen,wurde nicht erwähnt.
    dazu einige bilder von betrieben,wos drunter und drüber ging z.b. erlöste einer tiere mit der schrotflinte.

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  2. Friedrich sagt

    bauerhans

    Du hast natürlich recht. Ich hätte präzesieren müßen. Meinte natürlich körperliche Arbeit.
    Mit dem Sauenstall habe ich das vor knapp drei Jahren schon gemacht. Allerdings keine Wohnwagenvermietungsfläche , sondern Lager-Bastel- und Abstellräume. Die Nachfrage ist sehr gut . Geldausfälle hatte ich bis jetzt noch nicht. Wenn ich jetzt für mind. 100.000 Euro den Maststall umbauen müßte , weil der Gesetzgeber es fordern würde , dann wäre schluß mit Schweinen , weil der Umbau für Raumvermietung wirtschaftlicher wäre und eben ohne körperliche Arbeit. Überwachung usw. kann man im höheren Alter dann noch machen. Die 500 to Getreidesilos werden weiter gebraucht und die dann leeren Güllebehälter können , wie schon heute , mit Fremdgülle befüllt werden. Da blutet einem natürlich das Herz , weil die Ställe noch keine zwanzig Jahre alt sind , aber der Plan ist fertig . Jetzt ist die Politik dran.

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  3. Friedrich sagt

    Was der Laumann dA VON SICH GIBT , daß kann man alles unterschreiben. Ich habe den Anfang der Sklavenarbeiter seinerzeit auf dem Schlachthof hier vor Ort erlebt. Alle deutschen Mitarbeiter wurden schlagartig entlassen und dann waren auswerts sprechende Arbeiter am Schlachtband. Ansonsten nur noch die vom Landkreis beauftragten Tierärzte und Klassifizierer waren Einheimische und das unter der damaligen Rot-Grünen Regierung eingeführt ! Fast zwanzig Jahre haben das alle Parteien akzeptiert und jetzt in der Krise wird alles kritisiert. Typisch für diese Regierung . Man schafft sich selbst Probleme , die man später nur schwer wieder los wird. Bezahlen müßen das jetzt die Schweinehalter und die Tiere, weil durch diese Maßnahme noch zusätzlich der Schweinestau verschärft wurde. Meine Tochter arbeitet in der Krebsforschung und hat schon im Frühjahr gesagt , daß Viren frieren müßen zwecks Weiterverbreitung und der Sommer wurde nicht genutzt . Weder in den Schulen , Schlachthöfen usw. .Die Coronafälle im Schlachthof waren durch die „Winterbedingungen“ schon das Anzeichen , aber was kam , war nur medialpolitische Niedermache und keine Konsequenz daraus. – Ja Fleisch muß für Jedermann bezahlbar beleiben , aber bei diesen Rahmenbedingungen wird das so nicht funktionieren. Da werden alle Bauern die Produktion einstellen. Unter den jetzigen Bedingungen kann ich besser Wohnwagenvermietung in meinem Maststall machen , als Schweine zu mästen. Das werde ich auch tun , wenn die Tierhaltungsvorschriften weiter verschärft werden und hohe Investitionen erfordern.
    Geld verdienen ohne Arbeit ! Der Plan ist schon im Kopf.

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    • bauerhans sagt

      „Geld verdienen ohne Arbeit !“

      Fiedrich,das klappt nicht!
      du kannst nur geld verdienen,wenn du aufpasst,egal wo.

      dass die schlachter plötzlich ausgetauscht wurden,hab ich so nicht erlebt,sondern die schlachtkolonne hier war in Melle,Bielefeld und Herford an verschiedenen tagen aktiv,bestand aus alten und jungen kerlen,die jungen wollten das nicht mehr,da wurden die rentner wieder aktiviert,dann kamen polen,danach rumänen.

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  4. Walter Böß sagt

    Die Erfahrungen, die die Fa. Tönnies im Sommer mit den positiven COVID-Tests machen musste und die Folgen dieser Geschehnisse (Änderungen des Arbeitsrechts) werden in dieser großen Firma doch nur eins bewirken:
    Beschleunigung von Digitalisierung und Roboting.
    In diesen Stückzahlen ist es sehr einfach, die Hälften sehr uniform zu sortieren und von Robotern zerlegen zu lassen.
    Am Ende des Tages steht der Verlust von vielen Arbeitsplätzen und damit Verdienstmöglichkeiten.

    Gut ist bekanntlich das Gegenteil von gut gemeint.

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    • Paulus sagt

      Nach meiner Kenntnis gibt es das schon. Die Schlachtkörper werden dabei mehrfach gescannt und automatisch und mit hoher Präzision zerlegt, konfektioniert usw. Es gibt bei Weitem anspruchsvollere Aufgaben für Ingenieure als Schweine zu zerlegen. Ich denke, die menschliche Arbeitskraft mit Mindestlöhnern ist (noch) günstiger als die Automatisierung.
      Wie schnell sich das ändern kann zeigt sich in den USA. Nachdem in den dortigen Obstplantagen dank Mr. Trump die ausländischen AK fehlten wurde ganz schnell ein zehnarmiger Bandit entwickelt und in Neuseeland getestet. Der fährt selbsttätig, erkennt den optimalen Reifegrad, pflückt die Äpfel mittels Vakuumtechnik vom Baum und legt sie je nach Qualität in selbstfahrende Units. Entwickelt wurde das Ding mit großzügiger Unterstützung der BayWa AG.

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  5. Thomas Apfel sagt

    Alle Handarbeitsintensiven Branchen, die bei offenen Märkten mit Weltmarktpreisen konkurrieren müssen, können weitgehend nur am unteren Ende der deutschen Arbeitskosten arbeiten. Wenn sie dabei groß genug sind, wie z.B. Tonnies, kann man damit sogar gut Geld verdienen. Es gibt aber nicht nur die Großen, die mit Sub – Sub – Sub Systemen alle Lücken nutzen. Es gibt auch die kleinen Familienbetriebe im Obstbau, Gemüsebau und sonstigen arbeitsintensiven Kulturen. Die Saisonkräfte kommen teils seit Jahrzehnten zum selben Betrieb und versuchen ihre Familienangehörigen mit unterzubringen.
    Zugpferd ist die kurzfristige Beschäftigung. Das heisst, die Saisonkräfte bekommen Brutto als Netto. Das wird in vielen Europäischen Ländern (mit leicht unterschiedlichen Regeln) so gehandhabt. Mit Bezug auf den jetzigen Mindestlohn entspricht das, in der Wirkung der Auszahlung, 12,20 € Bruttolohn. Die Kranken- und Unfallversicherung wird von den
    Betrieben zu 100 % selbst getragen (über Umlage BG bzw Tagessätze privater Versicherungsgesellschaften). Renten- und Arbeitslosenversicherung werden mit niedrigen Pauschalbeträgen abgegolten. Ansprüche z.B. an das deutsche Rentensystem und Arbeitslosenversicherung entstehen dadurch nicht und das ist auch EU-weit so gewollt und geregelt. Eine Festanstellung ist in diesen Betrieben weder für die Saisonarbeiter, noch für den Betrieb sinnvoll. Es geht um die Abdeckung von Arbeitspitzen (wie die Bezeichnung Saisonarbeit ja schon sagt) die in ihrer Dauer ja vom Gesetzgeber zeitlich eng begrenzt ist (70 Tage – Regelung). Selbst wenn diese Arbeitskräfte für die Dauer ihrer Tätigkeit festangestellt werden, haben sie ohne Wohnsitz in Dt. („Lebensmittelpunkt“ ist der im EU Recht verwendete Begriff) keinerlei Anspruch auf z.B. Arbeitlosenversicherung und erreichen die Mindestarbeitszeiten für unser Rentensystem nie. Sie (die Saisonkräfte) und der Betrieb würden in ein System zahlen, das nach den derzeitigen Regeln zu keiner Leistung verpflichtet ist – außer der Krankenversicherung (die derzeit über Tagessätze durch den AG allein getragen wird). Die Betriebe hätten so neben den steigenden Mindestlöhnen rund 22 % höhere Lohnkosten und die Saisonkräfte statt jetzt 9,50 € nur noch 7,40 € in der Tasche.
    Die Väter dieser Regelung (kurzfristige Beschäftigung) hatten keine Großbetriebe mit mehreren Hunderten oder Tausenden Hilfskräften im Blick und dort gehört diese Regelung auch nicht hin. Für die kleinen arbeitsintensiven bäuerlichen Familienbetreibe passte und passt sie sehr gut und ihre Abschaffung würde in der Regel auch die Abschaffung dieser Betriebe bedeuten.
    Ich bitte um Entschuldigung für den zu langen Kommentar, aber einfacher kann man diese komplizierten Zusammenhänge nicht klarstellen.

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    • Brötchen sagt

      Du Thomas ich wollt auch was schreiben, dass kann man nicht in drei Sätzen unterbringen.

      Die schöne Welt, die Herr Laumann da beschreibt, ist Märchenwald.

      Wenn alle Kosten steigen und deren Ursachen konsequent überprüft werden, wie Veterinärauflagen, dann muss irgendwo gespart werden und dann rechnet sich auch keine Schlachtung bei einem kleinen Metzger mehr!

      Das ist die ganze Heuchelei, die die SPD bedient und man könnte da Romane schreiben!
      Das ganze Geschäft was Tönnies betreibt bis zum Schlachtkörper ist auch nur bei Vollauslastung aller Schlachthaken wirtschaftlich und immer Unterkante Unterlippe!

      Ein Schwein hat einen Wert von ca. 125 € die Schlachtkosten betragen so ungefähr 30 bis 40 Euro für einen kleinen Metzger!
      Egal wie gross das Tier ist!

      Das Geldverdienen fängt erst danach an!

      Letztens habe ich die Werbung für ein Rückenexoskelett gesehen, ist wohl schon praxisreif, damit kann unser Rentner noch bis 85 schlachten.

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      • Bauer Willi sagt

        @Brötchen
        Wen meinst Du mit „damit kann unser Rentner noch bis 85 schlachten“? 🙂 Hast Du da jemand konkret im Auge? 🙂

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        • Brötchen sagt

          Ja mein Kollege, an dem hängt jetzt alles. Der ist jetzt gerade 70 geworden.
          Hat zwei künstl. Hüften!
          Der davor war auch schon über 70 und hat gearbeitet wie ein Tier, konnte dann leider nicht mehr.

          Und wenn ich mich umgucke ist das fast überall so, bis auf Ausnahmen.

          Ich bin auch nicht mehr ganz taufrisch und tippe mal drauf, da bricht Herr Laumann zusammen, wenn der die Tätigkeit mal machen müsste.

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      • bauerhans sagt

        der hausschlachter hatte gerade ein 115 kg(netto) schwein von mir bekommen und hat mir 200€ freiwillig bezahlt,schlachtkosten 35€.
        er hat seine eigene wursteküche,verkauft auch im kleinen rahmen an andere.
        das nächste schwein,ein borg für wurst,ist bei mir bestellt.
        der schlachthof macht sicherlich 600€ mit dem schwein,zahlt 125 an mich.

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    • firedragon sagt

      Herr Apfel,
      kürzer und verständlicher kann man das SAK-Thema nicht erklären, haben Sie sehr gut „rüber gebracht“, vielen Dank !

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  6. bauerhans sagt

    die Deutschen wollen alles gut und günstig und sofort,insbesondere das tägliche essen ,sind aber sozial so abgesichert,dass sie schwere arbeit nicht erledigen müssen.
    wie die schlachthöfe dann fortlaufend helfer rekrutieren sollen,die ja ne ganz andere mentaltät haben(die kennen praktisch keine festanstellung),werden wir dann sehen.
    die höheren kosten werden sie dann wieder auf die bauern abwälzen,nur die werden immer weniger.
    (mein kommentar aus zon vom august 20)

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    • Inga sagt

      So ist es,
      Die Nahrungsmittel waren zu lange (über 50 Jahre) zu billig gewesen!

      Deswegen haben Lebensmittel von lebenden Tieren aus unseren Ställen auch keinen Wert mehr.

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      • Brötchen sagt

        Inga Du das ist relativ mit dem billig!

        Vergleiche mal bitte auch die Relation Einkommen und Preis!

        Und was das für eine Ware ist! Das ist nicht billig!

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        • Inga sagt

          Die lebendige Ware aus der Natur hat man nicht zu verramschen und auch nicht an unser Einkommen zu knüpfen.
          Früher haben die ärmeren Familien nur einmal die Woche Fleisch auf dem Tisch gehabt, waren dadurch vielleicht gesünder, weil sie an den restlichen Tagen ihren Eiweißbedarf mit Hülsenfrüchten (Bohnen-, Erbsen- u. Linseneintopf) gestillt haben.
          Cowboys haben auch Bohnen nur mit Speck bekommen.

          Man hat sie von Geburt bis zur Schlachtung mit Respekt zu behandeln.

          Also auch von geschulten Schlachtern zu töten (Die haben aber ihren Facharbeiterlohn zu bekommen) und nicht von Ungelernten oder Maschinen, wie in der Grossindustrie wie Tönnis.
          Wir haben den menschlichen Lohn nicht an den Preis für Fleisch anzumessen, sondern es als natürliche Resource anzusehen. Die hat natürliche Knappheit und ihren Preis, wenn wir Massentierhaltung und Industrielle Tötung verhindern wollen.
          Denn nur dadurch ist Fleisch zu billig geworden.

          Bei Brot aus Getreide ist e was anderes.

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        • Inga sagt

          Natürlich ist das relativ, sogar Sozialhilfeempfänger können sich tägl. ein Schnitzel leisten, wenn er die Zigaretten weg lässt.
          Ein Schnitzel zu Hause selbst gebraten ist billiger wie eine im Restaurant.

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