Bauer Willi
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Bauern, Handel, Politik

Seit einigen Tagen blockieren Landwirte Zentralläger von Aldi. Der nachfolgende Artikel gibt den aktuellen Stand der Dinge wieder:  Stellungnahmen aus Politik, Handel und der ISN.

https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/kloeckner-will-vom-handel-vorschlag-fuer-einen-verhaltenskodex-12441416.html?utm_campaign=start&utm_source=topagrar&utm_medium=referral

Vorausgegangen waren Verhandlungen von Landwirten mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels mit einer Einigung auf fünf Punkte

https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/landwirte-und-leh-einigen-sich-auf-gemeinsame-massnahmen-12432243.html?utm_campaign=related&utm_source=topagrar&utm_medium=referral

 

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50 Kommentare

  1. Oberländer sagt

    Wir müssen uns darüber im Klaren
    sein das Handel und Politik nur dann
    in unserem Interesse gerade aus Laufen
    solange sie wissen das sofort massivsten
    Ärger gibt.

  2. Friedrich sagt

    Bauer Willi

    Natürlich ist ML Klöckner froh über alle Aktivitäten der Bauern, denn wer einen Wasserschlauch im Rücken und keine Stahlstange hat , sprich kein Rückrat hat , wie alle Minister in Berlin , der freut sich über die Graswurzlerhilfe der Bauern. Unsere Kanzlerin will nur den Wohlfühlmodus in der Gesellschaft erhalten und den Eindruck verschaffen , daß alles “Gut” ist. Entsprechend wurden die Minister ausgesucht, eben mehrheitlich Kofferträger. So wurde eben auch alles der Opposition mit der Regierungspolitik erfüllt . Das Parteiprogramm der CDU ist damit nicht mehr vorhanden. Daraus hat sich dann die Werteunion gegründet , als CDU-Bewahrer. Wenn ML Klöckner nun doch etwas für die Bauern erreichen will , dann geht das nur mit dem Aufstand von unten und das ist auch gut so und passt in das Bild der Kanzlerin. So haben die Linken , NGOs usw. auch alles politisch durchgesetzt und die Kanzlerin hat ihre Ruhe. Erinnern wir uns an Bauerwillis Gespräch in der Kanzlerrunde . Nachher hieß es von Seiten der Kanzlerin , trotz der riesigen Bauernproteste in Berlin .” Landwirtschaft ist durch “. Auch Willis Spitzenvortrag in der CDU-Fraktion hat im Kanzleramt keine Folgen gehabt. Aber nachhaltige Folgen hat Willis “Grünen Kreuze ” und Willis Blog ” erzeugt und damit das Selbstbewußtsein der Bauern mit den ganzen verschiedenen Demos. Der Durchbruch ist jetzt mit den beginnenden und weiter durchzuführenden LEH-Block´kaden zu erkennen. Hier muß es auch weitergehen. Das stützt nun auch unsere ML Klöckner und vielleicht auch ihr Selbstbewußtsein gegenüber der Kanzlerin , denn die ständigen Bauerndemos in ungeordneter Form , verunsichern Politik und LEH. Auch der DBV steht handlungsunfähig der Basis gegenüber . Da beschließen aus dem Nichts 50 Bauern übers Handy ein LEH-Lager zu blockieren und dann gibt es immer mehr solcher Gruppen im Land , die das nachmachen . Also eine echte Graswurzleraktion. Letzlich hat unser Willi uns zum Jagen getragen . DANKE WILLI !!!!
    Ich wünsche Allen hier einen Guten Rutsch ins Neue Jahr , bleibt gesund und weiterhin
    bereit eine Graswurzlerdemo durchzuführen.

  3. Bauer Willi sagt

    Mich würde interessieren, wie ihr das Video von Frau Klöckner interpretiert. In meinem Augen ist sie nicht traurig, dass die Bauern demonstrieren…

    • Elisabeth Ertl sagt

      Nein, ist sie nicht. Aber ich finde in diesem Fall den Standpunkt der Grünen richtig:

      “Den Grünen reicht Klöckners Engagement für einen freiwilligen Verhaltenskodexe nicht aus. „Runde Tische und Bittstellungen reichen gegenüber dem Handel nicht aus, um einen fairen Umgang miteinander in der Wertschöpfungskette zu erreichen“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff. Um den Bäuerinnen und Bauern wirksam zu helfen, müsse weiter über die Mindestanforderungen der UTP-Richtlinie hinausgegangen werden, forderte er. „Sämtliche Praktiken der sogenannten grauen Liste, beispielsweise Listungsgebühren, sollten gänzlich verboten werden“, so Ostendorff.”

      Nur riskiert man damit brenzligen Gegendruck. In Österreich wird mit tageweisen Schließungen der Supermärkte gedroht für den Fall, dass die Politik mit Forderungen zu weit geht. Man braucht gegen die Märkte das Druckmittel derer, die sich vom ganzen System abgekoppelt haben, und das sind die Direktvermarkter.
      Man muss jetzt nicht spekulieren, ob und wann Direktvermarktung die Handelriesen ersetzen kann. Irgendwelche übergeordnete Handelsstrukturen werden auch die Direktvermarkter früher oder später wieder brauchen. Aber diesen Trend deshalb zu unterschätzen ist unklug.
      Man hätte wohl 1989 nicht wollen, dass ganz Ostdeutschland nach Westdeutschland auswandert. Aber diejenigen, die in Scharen gegangen sind, haben dazu beigetragen, das System zu Fall zu bringen.

      • Bauer Willi sagt

        Ich kenne Friedrich Ostendorff. Es ist immer wohlfeil, was er sagt. Er schaut sich an, was gemacht wird und antwortet stereotyp: “Das geht uns noch nicht weit genug”. Das ist exakt der Stil der NGO.

        Direktvermarkter: Der Umsatz der Direktvermarkter beträgt rund 1,3 Mrd. €. Der Umsatz im gesamten Lebensmitteleinzelhandel etwa 200 Mrd. €. Jetzt rechnen Sie das mal in Prozent um. Oder in Promille, da ist die Zahl größer. Um damit Druck aufzubauen reicht es wohl noch nicht.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Ich gestehe, dass ich diesen Herrn nicht kenne.
          Nein, die Direktvermarktung reicht NOCH nicht. Deshalb kann man diesen Sektor nicht genug stärken.

          • bauerhans sagt

            Direktvermarktung bedeuted “Arbeit ohne Ende”!
            die familie ist aufs äusserste belastet,jeden tag.
            so beobachte ich das hier vor ort.
            auch muss derjenige ein gewisses händchen dafür haben,seinen kunden zu schmeicheln,dafür muss man geboren sein.
            und nicht zu vergessen,die arbeit auf dem betrieb läuft vollumfänglich weiter.
            das bleibt eine Nische!

            • Smarti sagt

              Die “Arbeit ohne Ende” finde ich ein wichtiger Punkt. Aber noch deutlich schlimmer ist die Tatsache, dass du als Direktvermarkter quasi mit einem Bein im Gefängnis sitzt. Die Vorschriften als Arbeitgeber und die Hygienevorschriften dienen vordergründig der Lebensmittelsicherheit. Tatsächlich würgen sie neue Hofläden ab.
              Als ich auf der HP mal Fleisch ( Pakete über unseren Hofmetzger, kein Direktverkauf ) verkaufen wollte, hagelte es plötzlich Kontrollen ohne Ende. HP geändert, Kontrollen weg.

              • Brötchen sagt

                Zum Schluss hast du wieder genau so einen Laden wie Aldi!

                Ich kaufe auch bei einem Landhandel mit Direktvermarktung ein, ist im Prinzip ein kleiner Konsum…..wie zu Ostzeiten.

                In dem anderen wo ich heu kaufe, kann ich jetzt auch mit Karte bezahlen. Sortiment erweitert sich auch ständig.

              • Elisabeth Ertl sagt

                Das stimmt schon. Bei uns hat sich deshalb ein eigener Laden etabliert. Einer, der die Zeit hat, verkauft alles für die anderen. So lange es fair zugeht, ist das allemal besser als vom LEH abhängig zu sein.

                • Smarti sagt

                  Ja, von solchen Gemeinschaftsläden habe ich schon in der Zeitung gelesen. Unsere sind leider zu weit weg. Aber das ist eine gute Idee.

                • War heute Vormittag auch ein Beispiel aus Nordhessen im Hessenfernsehen.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Kenne einen Ort, wo 5 Hofläden eng beieinander sind. Mit der Eröffnung des 5 Ladens, gingen die Umsätze bei den anderen zurück.
            Die Kundschaft für die Hofläden ist begrenzt.

            • Elisabeth Ertl sagt

              Aber sie wächst, man muss halt sehen, in welchem Tempo.
              Aber ich gestehe schon ein: Im Kampf gegen das bestehende System braucht es alle drei: diejenigen, sie sich verweigern, die direkte Konfrontation mit den Mächtigen und das politische Engagement.

    • Arnold Krämer sagt

      …….. weil die Auseinandersetzungen mit dem Handel auch davon ablenken, dass die Landwirte am meisten unter den Regelungen der Politik leiden. Das ist es, was mürbe macht, die Landwirte kommen garnicht nach mit dem, was an Anforderungen in immer kürzeren Zeitabständen eingefordert wird. Jetzt wird ein klassischer Nebenkriegsschauplatz (der LEH ist indirekter Kunde für die allermeisten Landwirte) mit sehr vagen Erfolgsaussichten und Auswirkungen für die Landwirte “beackert”.

      Gut, ab dem Sommer ist dann die Politik dran bei verminderter “Schlagkraft”.

  4. Arnold Krämer sagt

    Die Proteste vieler Landwirte sind verständlich, keine Frage. Sie spielen sich überwiegend im Nordwesten Deutschlands ab, wo auf der Grundlage klassischer bäuerlicher Familienbetriebsstrukturen voll auf Kapazitätswachstum und die Chancen des Weltmarkts gesetzt wurde.
    Da ich nach wie vor eine Reihe unterschiedlicher landwirtschaftlicher Familien mit Buchführungsanalysen und darauf aufbauender Beratung betreue, weiß ich, dass die wirtschaftliche Lage noch nie so uneinheitlich war wie aktuell. Während Schweineproduzenten im Wirtschaftsjahr 2019/20 bisher nie erreichte Ergebnisse (werden aktuell aber wieder komplett “eingesammelt”) erzielt haben, geht es ackerbau-betonten Betrieben nicht besonders gut. Bei Milchviehhaltern sieht es auch nicht besser aus. Bei beiden sind es vor allem die dürrebedingten Mindererträge, die Probleme machten und machen . Auch die Hähnchenmäster, die lange “auf der Sonnenseite standen” müssen “kleinere Brötchen backen”.
    Aber es sind immer (sehr) viele Einflußfaktoren die – sich verstärkend in der einen wie der anderen Richtung oder ausgleichend – für die aktuelle wirtschaftliche und sozioökonomische Lage im Einzelfall verantwortlich zu machen sind. Ich nenne nur einmal die Hauptfaktoren, als da sind Markt, Politik, Betrieb, Mensch und Natur. Daraus entsteht immer wieder ein Geflecht, das dazu führt, dass die einen manchmal “vor Kraft nicht laufen können”, die anderen aber kurz vor der (in der westdeutschen Landwirtschaft sehr seltenen) Insolvenz stehen. Viele (nicht alle!) Probleme sind auch selbstverursacht, weil auf falscher Selbsteinschätzung (im persönlichen wie im betrieblichen Sinne) beruhend, übermu(ü)tige Investitionsschritte vorgenommen wurden. Leider!

    • Elisabeth Ertl sagt

      Die wirtschaftliche Lage ist also uneinheitlich. Ackerbauern, Milchbauern und Hähnchenmästern geht es schlecht, und die Gewinne der Schweinebauern werden schon wieder eingesammelt. Wem geht es eigentlich gut?

      • Arnold Krämer sagt

        So ist das immer in der Agrardiskussion. Es wird ein Faktor beleuchtet, hier die Produktionsrichtung oder der Betriebsschwerpunkt und schon ist der analytische “Fehlschuss” da. Ungewollt, oft aber auch gewollt, weil Auseinandersetzungen üblicherweise mit Teilwahrheiten bestritten werden.
        Es gibt unabhängig vom Betriebsschwerpunkt erfolgreiche und weniger erfolgreiche Betriebe. Das hängt dann wiederum mit dem Faktor Mensch, mit Ein- und Verkauf, mit dem Anteil Eigentumsflächen, mit der Fremdkapitalbelastung, mit diesem und jenem zusammen. Ein weites Feld jedenfalls, weitgehend ungeignet für eine Blogdiskussion.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Aber als Berater müssten sie doch einen Überblick haben und wenigstens statistisch sagen können, was tendenziell zum Erfolg führt. Ist es beispielsweise die Größe? Wie kommt es zu überhöhter Fremdkapitalbelastung? Welche Begabungen und Qualifikationen braucht ein Bauer, um heute erfolgreiche zu sein?
          Christian Bachler bringt das Beispiel einer tragischen Fehlberatung: https://www.facebook.com/124324697710933/videos/751719012365339
          Was hätten Sie in diesem Fall als Berater besser gemacht?

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Als Landwirt kann man sich Beraten lassen, ob die geplante Investition auch sinnvoll ist, aber sich nicht eine Investition aufschwatzen lassen.
            Bei uns war ich in eine komfortablen Lage, der Leiter des Landwirtschaftsamtes war mal unser Nachbar. Auf die guten Vorschläge bin ich nicht eingegangen und das war aus meiner Sicht auch richtig.

            Begabungen und Qualifikationen sind unverzichtlich, auch die Flächen müssen vorhanden sein, oder zu Pachten sein und der Hofladen sollte auch gut erreichbar sein.

            Und der Versand von Fleisch hat seine Tücken. Habe mal vom Vogelberg teures Fleisch schicken lassen, Fleisch das am Mittwoch aufgegeben wurde und erst am Montag mit 11 Grad Kerntemperatur ankam. Ein Gastronomiebetrieb müsste dieses Fleisch entsorgen.
            Habe mich beschwert, aber der Betreib hat es nicht für notwendig gefunden, sich zu entschuldigen.
            Fleisch schicken lassen hat sich für mich erledigt.

            Jeder ist für seine Entscheidung selbst zuständig, nur der Beratung die Schuld zu geben, ist zu einfach.

            • Elisabeth Ertl sagt

              Bachler hat eine Methode des Fleischversands gefunden, die funktioniert. Ich habs allerdings auch noch nicht ausprobiert und weiß nicht, wie es funktioniert. Ich kauf mein Fleisch bei Direktvermarktern vor Ort.

              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Bachler verwendet Schafswolle als Isolierung, mein Fleisch war in einer Isolierbox und das war für die Zeit nicht genug.

          • Arnold Krämer sagt

            Den Überblick habe ich auch, Frau Ertl, sonst wäre ich nicht mehr aktiv.
            Statistik sagt nur begrenzt etwas aus (=Vergangenheit)
            1. Bestimmte Betriebszweige laufen besser als andere, weil……1. 2. 3. …., sind aber immer auch ein ganzes Stück weit standortabhängig (z.B. Grundfutterverfügbarkeit, Pachtpreisniveau, Abnehmersituation, Konkurrenzsituation usw.)
            2. Eine bestimmte Mindestgröße ist erforderlich, u.a. wegen…….
            a) Kostendegression bei der Investition, beim Einkauf, beim Verkauf
            b) Familien-Arbeitskräfte müssen produktiv beschäftigt sein bei angemessener Technisierung, keine “versteckte” Arbeitslosigkeit, da Einkommen immer Entlohnung für Arbeit, Boden und Kapital darstellt.
            3. Überhöhte Fremdkapitalbelastung (=unproduktive Schulden) entstehen durch unzureichende Gewinne und/oder überhöhte Privatentnahmen. Gewinne sind zu niedrig wegen der Betriebsgröße oder wegen unzureichender Produktivität. Potentiale werden nicht genutzt (Gründe dafür wiederum zahlreich, mangelndes Controlling, schlechte Gewohnheiten, Unfähigkeit, in vielfältigen Situationen “Nein” zu sagen usw.)
            4. Der Familienunternehmer Landwirt braucht eine gute Selbstkontrolle und Selbststeuerung (Disziplin, Konsequenz), da er zunächst immer in einer Doppelrolle als Knecht und Herr ist. Ideal ist eine gut funktionierende “Fremdkontrolle” durch Familienmitglieder.
            Die formale Qualifikation bis hin zum Hochschulabschluss sagt immer noch relativ wenig aus. In unserer Region sprach man früher vom “latinsken Buur” (“verkopfter”, “lateinischer” Bauer), und das Problem gibt es auch heute noch.
            5. Eine Ferndiagnose in dem konkreten Beratungsfall wäre unseriös, (Schilderung aus 3. Hand und fehlende weitere Informationen.) Das lass ich sein, auch wenn ich einige „Verdachtsmomente“ habe.
            Fazit: Sie sehen, ich bemühe mich, der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Aber ich kann hier kein Lehrbuch hinterlegen.

            • Thomas Apfel sagt

              Hallo Herr Krämer,
              sind die konkreten Beratungsfälle und allgemeine Tendenzen in der Landwirtschaft nicht zwei Paar Schuhe ?
              Nicht umsonst wird ja bei den Betriebswirtschaftlichen Auswertungen in drei Gruppen eingeteilt: Das erfolgreiche Drittel, das Mittelfeld und das “abstiegsgefährdete” Drittel. Diese Aufteilung kommt der Wirklichkeit sehr nahe und das vor 30 Jahren so wie heute. Das ist einfach soetwas wie eine “Normalverteilung” wirtschaftlichen Erfolges, mit komplexen Faktoren, die darüber entscheiden auf welcher Stufe des Erfolges der konkrete Betrieb steht. Auch wenn kleine und große Betriebe in ihrer konkreten Konstellation erfolgreich oder am Abnippeln sein können, so gibt es doch “negative Grundtendenzen”, die eben dazu führen, dass weniger erfolgreiche aufgebende Betriebe nicht ersetzt werden, sondern ihre Produktionskapazitäten i.d.R. in größeren Strukturen aufgehen.
              Wir haben hier neben den individuellen Einflussgrößen schon auch ein gewaltiges grundsätzliches ökonomisches Problem. Dies Problem kann man als die Position der Bauern als “Restgeldempfängers” im System der indirekten Vermarktung beschreiben. Während sich alle Markteilnehmer oberhalb der Rohstofferzeugung ihren Teil vom Kuchen der ja durchaus steigenden Preise (für den Enverbraucher) abschneiden, hat sich der Inflationsausgleich beim Erzeugen quasi Richtung Null entwickelt. Genau dieses Problem, die tendenziell stagnierende und inflationsbereinigt sogar fallende Wertschöpfung je ha (der in ihrem Umfang begrenzten) landwirtschaftlichen Nutzfläche dokumentiert dieses Problem. Der einzelne Betrieb kann nur eine Zeitlang mitschwimmen. Aber beim Wettkampf, wer wie lange schwimmt muss der Blick ja nach vorn gerichtet sein, frei nach dem Motto: “Mama, wie weit ist es noch bis Amerika ? Sei ruhig, schwimm weiter, sieh doch wie still deine Schwester untergegangen ist”
              Das sollte man auch immer mal wieder reflektieren !!

              • Arnold Krämer sagt

                Die statistischen Unterschiede zwischen den Betrieben haben tatsächlich etwas Grundgesetzliches an sich. Die Drittelung ist über Jahrzehnte stabil, sogar in absoluten wie relativen Größen. Und die Gruppenzugehörigkeit ist ebenfalls ziemlich stabil, weil die Erfolgreichen es schaffen, auch auf hohem Niveau “dazuzulernen”, oft noch mehr als dort, wo die Verbesserungspotentiale eigentlich am größten sind. Hier wird der Faktor Mensch als letztlich alles entscheidender Faktor wirksam.

                Ich habe eine Reihe von Betriebe mit teils “schwacher Ausgangslage” vereinzelt schon über 15 Jahre begleiten dürfen. Von mir stammt in der Ausgangslage und danach laufend die Analyse über Vollkostenrechnungen der Betriebszweige (buchführungsbasiert). Die Verhaltensänderungen beim Einkauf, beim Verkauf, der Wechsel von Geschäftspartnern, die Aufgabe von Betriebszweigen, die Änderungen bei der Düngung, Fütterung usw. usw. müssen vom Landwirt vollzogen werden. Da sind Gewohnheiten zu ändern, auch gegen eigene innere Widerstände, Widerstände in der Familie, alles nicht so einfach. Hier sind ergänzend selbstverständlich auch andere Fachberater/Dienstleister einzubeziehen. Darauf konnte und kann ich zum Glück im Emsland mit der Offizialberatung der LWK und der Ringberatung sowie gut funktionierenden Erzeugergemeinschaften hinweisen bzw. zurückgreifen. Es dauert manchmal Jahre, bis man stabil bessere Ergebnisse dokumentieren kann. Und dann machen in einzelnen Jahren Markteinflüsse alle Anstrengungen der Familie zunichte.

                Manche Landwirte wollen aber auch nicht. Die scheiden dann irgendwann aus, sind in unserer Region glücklich über hohe Pachteinnahmen bei Grund und Boden und auch einzelner Gebäude. Die Kapazitäten werden nicht immer übernommen von denen, dies es können, sondern auch von denen, die meinen, dass sie es können. Und dadurch bleibt es auch in Zukunft bei der “Dritttelung”, da bin ich mir ziemlich sicher, weil mit dem Größenwachstum oft die Präzision leidet, oder anders ausgedrückt: Die Größe wird nicht beherrscht.

                Das mit dem “Restgeldempfänger” gilt vor allem für den Milchsektor und für die Sauenhaltung. Bei Industriekartoffeln und Geflügel kann ich das so nicht bestätigen. Das hat mit struktureller Überproduktion, mit Vertragslandwirtschaft, Geschäftsmodellen der Verarbeitungsindustrie, mit Historie etc. zu tun. Es ist ein Problem aller Rohstoffproduzenten, nicht nur in der Landwirtschaft.

              • Arnold Krämer sagt

                Es ist relativ viel Substanz (Bodenvermögen) da und die meisten merken irgendwann (mit entsprechenden Hinweisen seitens der Buchstellen und der Banken), dass es klüger ist, davon noch etwas zu behalten.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  In den Alpen bedeutet das, dass viele landwirtschaftliche Flächen früher oder später als Eigenjagden finanziell potenter ausländischer Käufer enden und die Landwirtschaft ganz aufhört. So lange die Supermärkte voll sind – natürlich mit immer mehr ausländischen Produkten bzw. mit inländischer Milch aus Regenwaldsoja – und so lange die touristische Wildnismode währt (die wird wie alle Tourismusmoden bisher nach 10 Jahren wieder vorbei sein) ist der gesamtgesellschaftliche Druck dagegen gering. Was man damit aber riskiert ist das, was die Schweiz im 1. Weltkrieg erlebt hat.
                  Individuelle Beratung zielt naturgemäß immer darauf ab, innerhalb des bestehenden Systems individuell den Kopf über Wasser zu halten, und sie steht daher nolens volens klar auf der Seite des Systems. Ja durch die steigenden Grundpreise ist viel Substanz da und das Interesse der Banken hoch, in der Landwirtschaft Kredite unterzubringen, weil das risikolos ist. Wie Christian Bachler richtig sagt, am Ende gewinnt immer die Bank.

                • Arnold Krämer sagt

                  “…….am Ende gewinnt immer die Bank”.
                  Nein Frau Ertl, die Bank lässt bei den Landwirten zwar selten Geld liegen, anders als bei anderen Kreditnehmern. Aber auch Landwirte gewinnen (zynisch gesprochen indem sie ihrem Hobby weitere Jahre nachgehen können), wenn sie es richtig machen, nicht zu knapp. Das zeigen viele Betriebsbeispiele. Nicht so destruktiv.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Herr Krämer, da hätte ich gerne ein Beispiel für einen solchen Betrieb, den Sie “Hobby” nennen.

                • Arnold Krämer sagt

                  Frau Ertl, Hobby ist immer dann festzustellen, wenn mit großen gedrehten Rädern kein Geld verdient wird, weil man es nicht kann…….

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Nur dass das Geldverdienen in der Landwirtschaft langsam so schwierig wird, dass man sich fragen muss, wie lange sich überhaupt noch Menschen finden lassen werden, die es können.
                  Und da muss man einfach einmal fragen, was im Zweifel eigentlich wichtiger ist: die Fähigkeit, Lebensmittel zu produzieren oder die Fähigkeit, Geld zu verdienen. Erstere Fähigkeit ist sicher viel weiter verbreitet als zweitere. Wie Christian Bachler sagt: Meine Tiere interessieren sich nicht für Geldscheine, die brauchen was Konkretes zu fressen.
                  Aber ja, ich beginne zur Kenntnis zu nehmen, dass man in DIESEM Forum von einem Christian Bachler nun einmal wenig hält.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Frau Ertl,
                  der Herr Bachler ist kein Vorbild, der hat so viel Schulden angehäuft, dass er nicht darüber hinweg sah. Nur über Spenden konnte er die drohende Zwangsversteigerung abwenden.

                  Lebensmittel zu produzieren ist wichtig, aber für den Bauern nur, wenn er den Lebensunterhalt damit verdienen kann.

                  Über den Erfolg der jetzigen Betriebsführung kann man als Außenstehender wenig sagen, sie vermutlich auch nicht, ich weis nur, dass ich meinen kleinen Betrieb erfolgreich betrieben habe, ganz ohne Spenden.

                  Nein, ein Vorbild ist der Bauer Bachler nicht, trotzdem wünsche ich dem Mann Erfolg.

          • Natürlich muss der Bauer dahinsichtlich erfolgreich sein, aber trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, dass der Bauer für sein Naturprodukt viel weniger bekommt, als die Verarbeitung und der Handel?

            Ist das rchtig, oder versündigen wir uns da?

  5. Elisabeth Ertl sagt

    Dazu fällt mir wieder Christian Bachler ein:
    “Die deutschen Kollegen tun das jetzt wieder im großen Maßstab: den Handel boykottieren und da demonstrieren. Ja eh lustig. Aber es geht um die Rahmenbedingungen. Der Handel macht kein bisschen was Illegales. Die reizen es aus bis zum Letzten, aber sie bewegen sich immer legal, fertig. So dumm sind die nicht. Da müssen wir uns bei dem aufregen, der die Regeln macht, und das ist die Politik, und die Politik sind letzten Endes wir … Ich war heuer wandern mit einem EU – Abgeordneten auf meiner Alm … Da haben wir geredet: Wie läuft die EU – Politik … Wie läuft das mit den Lobbyisten? Und ich hab mich halt so ein bissl negativ geäußert, weil du es als Österreicher seit Strasser so gewohnt bist, Lobbyisten, alles so ein bissl zwielichtig, nicht? Da sagt er: Nein, pass auf, das ist ganz anders. Wir sind jetzt bei dir da. Du bist jetzt in diesem Moment ein Lobbyist für die Bergbauern. Denn das, was wir jetzt bei dir da mitnehmen, das spielt bei uns im Hinterkopf bei der nächsten Verhandlung eine Rolle … Die Politik, das sind wir … Ich könnte mich hinsetzen und bevor ich die nächste Netflix-Serie schau, meiner Ministerin ein Email schreiben, und sagen: ich finde das blöd. Warum machen wir das nicht? Und wenn das 10.000 tun, dann hat morgen 10.000 Emails. Dann spürt die, wir wollen das nimmer. Wir sind nur zu faul für das … Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht … Das muss die Politik machen, und wir müssen da Gas geben. Wenn du jemanden siehst und weißt, das ist ein Entscheider, sprich mit ihm! Ich tu das die ganze Zeit … Man muss schon auch unterscheiden: Die typische Stammtischsuderei, das bringt nichts, denn da blockt natürlich jeder ab. Wenn ich was sage, dann muss ich schon wissen, wovon ich rede, und das muss hieb- und stichfest sein … da fehlt es leider … Ich bin da kein Wunderwuzzi … ich war früher das komplette Gegenteil, bei mir war es einfach, weil es mir den Stecker gezogen hat, und weil ich mir dann dachte: Scheiße, warum ist das so? Und weil ich dann gesehen habe: Verflixt, was tun wir da? … Wenn ich ein paar Bücher lese, und mich ein bissl interessiere, dann kann ich mit den hohen Herren locker mitdiskutieren.”
    https://www.hinterzimmer.tv/live/?fbclid=IwAR0IhmbKQ9fYuoQdJCoyPtsxrUvIKIwqTkFdTB38K88jxk221x6Rk0pxDUo

    • Elisabeth Ertl sagt

      Bachler: “Die Grundüberlegung, die in unsere Branche wieder hinein muss, ist: Was will mein Endverbraucher haben? Was will der in 10 Jahren noch haben, und was will der in 20 Jahren vielleicht noch haben? Weil so lange dauert es, bis ich einen Stall abbezahlt habe. Ich bin der felsenfesten Überzeugung: 40.000 Masthühner in einem vollautomatisierten Stall will er nicht haben – unabhängig vom Preis. Er will genauso wenig die Super-Biokuh haben, die vielleicht auch noch ein bissl auf die Weide kommt, aber die von Robotern bespaßt , gemolken und versorgt wird, weil das verbinde ich als Konsument nicht mit bäuerlicher Landwirtschaft. Ich will schon, dass der Bauer das Tier nicht nur als Exel-Tabelle kennt, sondern auch noch zu ihm hin muss …
      Wenn ich schau, welche Kunden wir in erster Linie haben, dann sind viele junge Familien, die selber sagen, wir haben wirklich finanziell zu kämpfen, aber der Sonntagsbraten muss wieder was Gscheites sein wie früher bei der Oma. Unterm Strich, wenn man bewusst konsumiert, ist es nicht um soviel teurer … ”
      Ich halte es mittlerweile für einen großen Fehler zu glauben, dass der Kunde, der im Supermarkt zum Billigsten greift, auch nicht bereit sei, für Direktvermarktung mehr zu bezahlen. Für einen Teil wird das wohl zutreffen, aber dafür brauchen wir eben eine andere Politik. Aber wie Christian Bachler später klarstellt: es gibt so viele unterschiedliche Vorstellungen und Anforderungen bei Kunden, dass ein Supermarkt nicht für jede spezielle Vorstellung ein Label kreieren kann und dann auch noch zum entsprechenden Preis. Da wird alles so komplex, dass der Kunde überfordert ist, sich bei jedem Produkt zu der Marke durchzukämpfen, die seinen Vorstellungen am ehesten entspricht. Und dann ist er auch nicht motiviert, zum Teuersten zu greifen, weil er ja nicht weiß, wer wirklich davon profitiert.
      Direktvermarktung ist so simpel, dass es jeder überblicken kann: Ich fahre einmal am Sonntag zu einem interessanten Hof und lass mir alles erklären. Und wenn ich überzeugt bin, lass ich mir von dort etwas schicken. Christian Bachler verkauft nach ganz Mitteleuropa, wie er sagt. Alle Direktvermarkter Österreichs haben von Corona nachhaltig profitiert. Der Regionaltrend im LEH hingegen ist eine Mode, die sowieso wieder vorbei gehen wird.
      Es stimmt schon, Bachlers Hof ist romantisch, und das spricht die Leute an. Aber es ist dumm, das zu belächeln, denn wenn wir demnächst 10 Milliarden Menschen zu ernähren haben, dann wird es Wiederkäuer nur noch dort geben dürfen, wo kein Ackerbau möglich ist. Dann geht sich der ganze globale Kraftfutterzirkus sowieso nicht mehr aus. Und in diesem Sinn ist die altväterliche Wirtschaft auf diesem Hof enorm zukunftsträchtig.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Frau Ertl,
        der Bauernhof von Christian Bachler kann durchaus romantisch sein, ihre Vorstellungen auch.

        Es gibt sicherlich Menschen, die für eine romantische Landwirtschaft mehr ausgeben, aber diese Zahl ist begrenzt.

        Kenne einen Hofladen, der hatte im Frühjahr durch Carona ein Umsatzplus von
        100 % und der ging im Sommer wieder auf Normal zurück. Auch das ist ein Stück Realität, an die jeder vor einem Umbau des Betriebes denken sollte.

        Die altväterliche Wirtschaft (nach Ablauf der Pachtzeit) könnte mein Betrieb noch Zuwege bringen, der Rinderstall mit 5 Plätzen und der Schweinestall für 3 Schweine wäre noch vorhanden, auch die Güllegrube gibt es noch.

        Ein Problem wäre, wer will so wirtschaften?
        Würde ich meinen Söhnen dies Vorschlagen, rufen die beide den Notarzt mit den Worten, kommen sie mit Sondersignal. unser Papa ist übergeschnappt.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Stellen wir mal fest,
      der junge Bauer hat sich sich mit seinen Investitionen vollkommen verkalkuliert, in dem er meinte man kann in der Höhenlage eine Milchviehbetrieb wie im Tal betreiben.

      So wie man den Betrieb im Tal in die “Pfanne” haut, hat man für den um Geld gebettelt und die Bevölkerung hat ihn mit Geld zugeschüttet.
      Es sei ihm gegönnt!

      Andere müssen ihre Investitionen – auch Fehlinvestitionen – mit einem niederen Milchpreis selbst tragen.

      • Elisabeth Ertl sagt

        Ja, mit diesen Neidkomplexen muss er halt jetzt leben. Wie er im Interview richtig sagt: wenn IRGENDEIN Bauer um Geldspenden bittet, dann bekommt er 50 Euro von seiner Mutter. Dass Bachler so viel bekommen hat, liegt daran, dass er seit 10 Jahren aus purem Idealismus landwirtschaftliche Aufklärungsarbeit betreibt, damit eine Menge Konsumenten erreichte, und am Ende dann auch Journalisten auf ihn aufmerksam wurden. Dieser Aufwand wurde jetzt unverhofft entlohnt, und wie er richtig sagt, hat die Aktion auch vielen anderen Bauern Hoffnung gegeben. Er hat auf seinem langen Weg eh genug Schläge einstecken müssen.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Mir liegt es fern, Neidkomplexe zu entwickeln.

          Nach Medienberichten hatte dieser Mann 400.000 Euro Schulden,
          diese Schulden konnte er mit den Spenden und einem Grundstücksverkauf tilgen.

          Auch ich und natürlich meine Frau sind Schuldenfrei, ganz ohne Spende und Grundstücksverkauf.

          Aber andere Bauernhöfe müssen mit unverschämt niederen Preisen leben, ganz ohne Spenden.

          • Elisabeth Ertl sagt

            Und wegen dieses Problems ist Bachler auf Direktvermarktung umgestiegen. Da kriegt er mehr und muss sich jetzt ohne Schulden keine Sorgen um sein Einkommen mehr machen.

      • EL schreibt:
        “Andere müssen ihre Investitionen – auch Fehlinvestitionen – mit einem niederen Milchpreis selbst tragen. ”

        Ja und sie stehen letztlich auch dazu, wenn sie selber Fehler gemacht haben.
        Bei Christian Bachler hingegen kann ich nicht erkennen, dass eventuell – nein mit Sicherheit- auch eigene Fehler zur Fast-Zwangsversteigerung geführt haben.
        Was hat denn der Mann bisher tatsächlich geleistet? Ich kann da nichts erkennen, was möglicherweise Vorbildcharakter hätte. Und zwar unabhängig davon, dass hier nun nicht gerade eine Almsituation herrscht.
        Die Story, dass andere an was auch immer Schuld s haben, hat nun wirklich Längen.

        • Elisabeth Ertl sagt

          Dass Bachler in der Vergangenheit eigene Fehler gemacht hat, betont er immer wieder selber. Er hat sich mit 20 Jahren nach dem Tod seines Vaters mit Investitionen übernommen. Deshalb haben ihn trotz erfolgreich aufgebauter Direktvermarktung jetzt die Schulden zu erdrücken gedroht.
          Was er leistet: Er arbeitet mit der ZAMG zusammen und experimentiert mit an den Klimawandel angepassten Bewirtschaftungsformen – Mähzeitpunkte, Einsatz von Freilandgeflügel. Weil Schafe auf der Hochalm wegen der Konkurrenz durch Neuseeland nicht mehr wirtschaftlich sind, setzt er Yaks ein zur Pflege der Flächen und vermarktet erfolgreich das Fleisch. Die steilen Mittelalmen können nur von leichteren standortangepassten Rinderrassen genutzt werden. Bachler züchtet das fast ausgestorbene schwarze Alpenschwein, welches weitgehend ohne Stall auskommt, usw. Die Alternative zu einer solchen Landwirtschaft ist anderswo die Aufgabe mit allen ökologischen Folgen, v. a. Bodenerosion.
          Erfolgreich ist Bachler insofern, als er es sich zum Ziel gesetzt hat, sein Wissen auch mit einer nichtlandwirtschaftlichen Community zu teilen, die das sehr schätzt.
          z.B. https://www.youtube.com/watch?v=k2pWPt7MQ2g

  6. Friedrich sagt

    Seit fast 1,5 Jahren fahren die Bauern zur Demo . Angefangen hat alles mit den Grünen Kreuzen , dank Bauerwilli. Alle Verantwortlichen in Politik ,DBV,Verarbeitern und LEH hatten Zeit grundsätzliches zu ändern. Raus gekommen ist nichts merkbares für die Bauern. Im Gegenteil keine ASP -vorsorge durch Zaunbau im Osten – Staatsversagen !- Willkür bei den Roten Gebieten – Verhandlungen mit Weiterverarbeitern zwecklos, ebenso mit dem LEH. Eben kurz zusammengefasst — alle sitzen es aus und haben nichts gemacht , sondern wieder nur die Hürden höher gelegt. Jetzt stimmen die Bauern mit den Füßen ab. Alles unorganisiert ,spontan und in kleinen Gruppen . Es gibt auch keine Ansprechpartner. Politik und DBV haben die Bauern verloren ,- durch Nichtstun !
    Was macht die Obrigkeit . Sie schickt die Polizei los und verhängt Strafen wegen Falschparken im Parkverbot bei der DEmo. Eine Lachnummer. Wie soll man das noch ernst nehmen. Auch das UTP-Gesetz , was ja schon lange hätte verabschiedet werden können und ein erster positiver Ansatz gewesen wäre , kommt erst in den nächsten Monaten. Staatsversagen !! Wir Bauern müßen mit Weltmarktpreisen kämpfen und das trotz angeblicher Prämien , die nur ohne Ende Bürokratie mit sich bringen und kein Ausgleich
    sind , sondern der Staatsbestimmung vorschub leisten. Auch innerhalb des EU-Marktes gibt es keine gleichen Marktbedingungen. Schauen wir uns den Rübenanbau an. In 12 von 19 Ländern bekommen die Bauern Hektarprämien. Dasselbe auch bei den Neonikotinoiden.Hier alles verboten . Diese beiden Verbote hier bei uns kosten den Rübenanbauer rd. 1000 Euro/ha . Auch unsere Steuern und Abgaben sind erheblich höher . Ganz böse hat es uns auch mit den Energiekosten erwischt. Wenn ich das alles für unseren Betrieb zusammenrechne , dann kommen da schon 700 Euro/ha und Jahr zusammen gegenüber anderen EU-Ländern. — Der nicht gebaute ASP-Zaun im Osten hat uns ein Exportverbot eingebracht und der LEH hat es ausgenutzt , obwohl wir 300.000 Schweine in der Woche weniger schlachten und so das Angebot nicht drängend ist. Der vereinbarte Preis wird aber nicht gezahlt. Statt 1,19 Euro/kg , wird nur 1,15 Euro/kg Totgewicht bezahlt .Da kommt dann für ein 122 kg Lebendtier 118 Euro raus. Die Politik ziert sich , daß am Wochende geschlachtet wird und so entsteht der Schweinestau – Staatsversagen ! – . Die Schlachtstellen und LEH vermitteln uns den Eindruck , daß wir froh sein können , daß die Schweine überhaupt abgenommen werden. Also Klappe halten und warten , während die Kosten laufen. So , daß mußte mal raus.

  7. Ferkelhebamme sagt

    Die Kommunikation der Blockaden muss dringend verbessert werden. Wenn, wie gestern in den Nachrichten nur kommt: „Wir demonstrieren gegen die Senkung der Butterpreise!“ kann man nicht mit dem Verständnis des Verbrauches rechnen. In unserer Tageszeitung (selbst dahin haben es die Blockaden geschafft) heißt es, „Wir demonstrieren für faire Preise, gegen das Verramschen von Lebensmitteln. Uns geht es nicht um Luxus, sondern die pure Existenz. Viele Kollegen können das Futter für ihre Tiere schon nicht mehr bezahlen.“ Es gibt gerade so viel mediale Aufmerksamkeit, das ist eine riesen Chance.
    Ansonsten schließe ich mich dem Kommentar von Willy Toft in der TA an: Die Punkte sind hehre Ziele, die dürfen sich jetzt nur nicht im Klein-Klein verlieren. Die Hütte brennt

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