Autor: Bauer Willi

Bauernpräsident: Lebensmittel werden noch teurer, Transformation bleibt weiter wichtig

Ich bin gespannt, wie dieser Text beim Verbraucher ankommt, der von den Bauern gesagt bekommt, dass es bei Lebensmitteln noch teurer wird. Es stimmt, und es wird wesentlich teurer. Ich bin gespannt, wie dieser Text bei den Landwirten ankommt, wenn ihr Präsident sagt, dass an der Transformation der Landwirtschaft nicht gerüttelt wird. (So kommt es jedenfalls bei mir an. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/landwirtschaft-aechzt-unter-hohen-kosten-bauern-gehen-von-weiteren-preissteigerungen-aus/28418618.html   P.S.: wir sind immer noch zuhause. Wieder was dazwischen gekommen…

Urlaub ohne WLAN

Schon lange geplant, dann wegen diverser Hindernisse nicht angetreten und jetzt verkürzt: Unser geplanter Urlaub. Vermutlich am Montag wollen wir in Richtung Allgäu aufbrechen und Quartier in der Nähe von Marktoberdorf beziehen. Die Wohnung gehört einem Bekannten. Eben habe ich erfahren, dass es dort kein WLAN gibt. Es könnte also passieren, dass ich eine Woche lang keine neuen Artikel veröffentliche und Kommentare im Blog erst abends (vom Handy) freigeschaltet werden. Nein, das ist keine Katastrophe. Das Gute daran: ich kann in Ruhe weiter an meinem nächsten Buch schreiben… 🙂  

Ihr wollt das so, wir machen das.

Gemeinsam mit einigen anderen Agrarbloggern haben wir ein Video erstellt, in dem wir schildern, was passiert, wenn wir Landwirte die Anforderungen an uns sofort, vollständig und konsequent umsetzen. Hier das Video: VWTG0836[1] Es dürfte klar werden, dass dies gewaltige Folgen für die Ernährungssicherheit hätte. Nicht nur in unserem Land, sondern auch darüber hinaus. Politik und Gesellschaft wären also gut beraten, ihre Vorstellungen noch einmal zu überprüfen. Noch ist es möglich.

Herr Fratzscher vom DIW…ohje

Prof. Fratzscher ist Präsident des DIW. Nun muss er sich natürlich auch zum Thema Landwirtschaft äußern. https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-06/lebensmittelpreise-inflation-fleisch-landwirtschaft Hier einige Zitate: Der Konsum und die Produktion von Lebensmitteln in Deutschland und weltweit sind nicht nachhaltig. Die Nahrungsmittelproduktion verursacht weltweit ein Viertel aller Treibhausgase – das ist so viel wie der gesamte Verkehr von Autos, Flugzeugen und Zügen. Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass die Landwirtschaft in Deutschland jedes Jahr eine Wertschöpfung von 21 Milliarden Euro generiert, das entspricht 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig verursacht sie sogenannte externe Kosten, die sich nicht in den Preisen widerspiegeln, von knapp 100 Milliarden Euro pro Jahr. Natürlich ist es verständlich, dass Menschen heute vom starken Anstieg der Lebensmittelpreise irritiert und überrascht sind Besonders interessant sind die über 700 Kommentare. Mein Kommentar: eine Ansammlung von Banalitäten und Halbwahrheiten  

Es ist ein Anfang!

In diesem Artikel steht viel Wahres drin, was in den Medien ansonsten falsch dargestellt wird: Insekten brauchen magere Flächen. Zitat: „Denn artenreiche Wildblumenwiesen und Straßenböschungen sind selten geworden in Österreich. Seit den 1960er-Jahren sind 89 Prozent der Wiesenarten verlorengegangen. Durch die intensive Nutzung von Wiesen, Weiden und Grünflächen dominiert vielerorts die klassische grüne, nährstoffreiche Fettwiese das Landschaftsbild. Blühpflanzen wurden zur Mangelware. Dabei sind magere Standorte Heimat für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, warnt der Naturschutzbund. Sie würden Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern Nahrung und Unterschlupf bieten und in der oft ausgeräumten Landschaft zu Rettungsinseln für die Vielfalt werden. Extensiv gepflegte Saumbiotope wie Wegränder, Böschungen und Feldraine haben daher eine zentrale Bedeutung für unser Ökosystem.“ https://www.derstandard.at/story/2000136153921/wilde-blumenwiesen-statt-abgemaehte-gruenstreifen? Die ÖBB (Österreichische Bundesbahn) wirbt mit Blühwiesen. Die Flächen, die dazu angelegt werden sind enorm (Satire) Zitat: „Für heuer sind zunächst elf weitere Standorte mit 12.300 Quadratmeter Blühfläche geplant, heißt es von der ÖBB. Je nach Gegebenheit werden verschiedene lokale Arten von Blühpflanzen angesetzt, die Mähvorgänge auf maximal zweimal pro Jahr reduziert und die Mahd für fünf bis zehn Tage liegengelassen …

Aktuell: BMEL stellt Tierhaltungskennzeichnung vor

Soeben veröffentlicht. Um es kurz zu machen: Es gibt 5 Kennzeichnungen: vier für Konventionell und dann noch eine für Bio. Das ist eine eigene Tierhaltungsform. Hier die Details mit Zahlen etc. https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Tiere/Tierschutz/eckpunkte-tierhaltungskennzeichnung.html Warum man nicht die bisherige Kennzeichnung des Handels beibehalten hat? Vermutlich, weil die jeder kennt. Und im Übrigen habe ich nicht den Eindruck, dass das den Verbraucher wirklich interessiert. In Zeiten hoher Inflation interessiert den nur der niedrigste Preis. Nachtrag: Hier die Stellungnahme des Tierschutzbund https://www.tierschutzbund.de/news-storage/landwirtschaft/070622-staatliches-tierhaltungskennzeichen-deutscher-tierschutzbund-sieht-deutlichen-verbesserungsbedarf/ Die kapieren das mit dem Sonderweg Bio auch nicht. Ist aber klar, weil ja die Staatssekretärinnen aus der Bio-Szene kommen. 2. Nachtrag: https://www.raiffeisen.de/drv-begruesst-tierwohl-einstiegsstufe-stall-plus-offene-finanzierungsfrage-blockiert-umsetzung Logisch. Wenn die bessere Tierhaltung nicht besser bezahlt wird, werden die neuen Ställe nicht gebaut. Und es hören noch mehr Schweinebauern auf.

Gentechnik – Studie über 21 Jahre

„Gentechnik bringt doch nichts“ oder „Die Erwartungen wurden enttäuscht“. So oder ähnlich lauten die Argumente der gedankenlosen Gentechnik-Gegner, die sich nur ungern mit Fakten abgeben und gerne nachbeten, was andere vorsagen.  Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Daten und Fakten? Bitteschön: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Und nein, ich bin nicht von Monsanto oder Bayer gekauft. Ich erlaube mir lediglich eine eigene kritische Meinung.

Ohne Fleisch geht es nicht!

In der heutigen Zeit einen solchen Satz „vom Stapel zu lassen“ und auch noch einen Podcast so zu benennen, der stellt sich gegen den Mainstream.  Ein guter Bekannter und Freund macht mich regelmäßig auf Dr. Daniel Stelter  und seinen Blog aufmerksam. Diesmal geht es um die Frage, mit welchen Ansätzen eine mögliche Nahrungsmittekrise begegnet werden soll. Im Gespräch dazu mit Dr. Daniel Stelter der Landwirt Dirk Hadenfeldt und der Ordinarius für Tierernährung an der Technischen Universität München, Professor Dr. Wilhelm Windisch. Sehr hörenswert, weil nicht die üblichen Parolen verkündet werden. Sachargumente ja können auch hilfreich sein 🙂 und die liefern die Gesprächspartner. https://bto.podigee.io/141-neue-episode Die ersten 5  Minuten kann man überspringen. Das ist Werbung. Weil er jetzt eine Partnerschaft mit dem „Handelsblatt“ eingegangen ist. Und das machen die sicher nicht mit jedem. Übrigens: Ich habe mir jetzt Kopfhörer zugelegt, die mit Bluetooth funktionieren, so dass ich den Podcast auch im Auto oder bei der Arbeit hören kann. Kosten weniger als 100 kg Weizen. Ok, für die wirklich guten kann es auch der Gegenwert von 100 kg …

Herr Özdemir, liefern Sie endlich!

In wenigen Tagen sind der neue Landwirtschaftsminister und seine drei Staatssekretärinnen ein halbes Jahr im Amt. Vorzuweisen haben sich bisher nichts. Statt dessen tauchen sie vereinzelt bei Veranstaltungen auf, um dort zu erklären, welche Pläne sie haben und dass sie sich bemühen. Konkret werden aber keine Termine genannt. Von den aktuellen Problemen in der Landwirtschaft jedoch scheint weder der Minister noch seine Staatssekretärinnen etwas mitzubekommen oder sie nehmen billigend in Kauf, dass vor allem die Tierhaltung seit langem existentielle Sorgen hat. Eine weitere große Ausstiegswelle der Schweinehalter steht bevor, weil die Produkterlöse schon lange nicht mehr zu den stark gestiegenen Kosten passen, vor allem durch explodierende Futterkosten. Von all dem hört man aus dem Ministerium nichts. Interessant ist auch, welche Termine dem Leitungsgremium wichtig sind:  (https://www.bmel.de/SiteGlobals/Forms/Suche/DE/Leitungstermine/Leitungsterminesuche_Formular.html) Diese Arbeitsverweigerung fällt in der Agrarbranche mittlerweile vielen auf. So zum Beispiel auch dem Deutschen Raiffeisenverband, auf dessen Tagung Herr Holzenkamp dem dort anwesenden Minister seinen Unmut  deutlich vermittelte: Wörtlich heißt es dort: „Wir brauchen bis zum Sommer klare Antworten von der Politik, wie die Transformation in der Agrar- …

Einschränkungen für die Katze… und den Bürger…

Zuerst mag einem ja die Überschrift „Katzenarrest“ ja irgendwie kindisch vorkommen. Und sicher ist es auch nur eine kleine Episode in der täglichen Flut der Medien-Meldungen. Aber er dient gut dazu, Grundsätzliches zu erkennen. https://www.schwaebische.de/sueden/baden-wuerttemberg_artikel,-katzenarrest-im-rhein-neckar-kreis-_arid,11514444.html Die Hauskatzen eines kleinen Gebietes sollen mehrere Woche im Haus bleiben, damit sie die Brut der Haubenlerche nicht stören oder gar den seltenen Vogel verspeisen. Wie nicht anders zu erwarten, regt sich Widerstand aus der Bevölkerung, der nun zu eskalieren droht. Das Pikante an der Geschichte: bei der beschriebenen Region handelt es sich um Flächen, die als Baugebiet vorgesehen sind…