Autor: Bauer Willi

Tiere und Sklaven – ein Vergleich

Das heutige Titelbild (Screenshot aus Twitter) hat nichts mit dem nachfolgenden Text zu tun. Ich habe es nur gewählt, weil dort das Wort „Sklaven“ enthalten ist und ein Bezug zur Landwirtschaft hergestellt wird. „Ohne Fleisch, weniger Fleisch“ Diese Diskussionen sind nicht neu. Dieses Interview von NDR-Kultur mit dem Agrarökonom Stefan Mann ist allerdings irgendwie anders. https://www.ndr.de/kultur/sendungen/ndr_kultur_a_la_carte/Ohne-Fleisch-Stefan-Mann-will-die-Landwirtschaft-umbauen,sendung1302426.html Der Titel seines Buches lautet: „Postletale Landwirtschaft“ und behandelt die Transformation der Landwirtschaft, weg von der Tierhaltung bzw. dem Töten von Tieren zur menschlichen Ernährung. In diesem Interview zieht der Autor einen Vergleich von Tierhaltung und Sklavenhaltung. „Gesundheit und Ökologie sind zwei wichtige Argumente, unseren Konsum tierischer Produkte drastisch zu reduzieren. Ethische Erwägungen jedoch führen zur Einsicht, dass sich der Konsum tierischer Produkte heute nicht mit unseren Werten in Übereinstimmung bringen lässt. Eine ähnliche Ausgangslage gab es um 1800 im Fall der Sklavenhaltung.“ Eine mögliche Entwicklung sieht der Autor so: „Bereits heute steht mit dem biozyklisch-veganen Landbau ein anerkanntes postletales System zur Verfügung. Aber auch mit mineralischen Düngemitteln und sogar mit unterschiedlichen Formen der Rinder- und Geflügelhaltung sind Produktionssysteme …

Golden Rice – erste Ernte nach 20 Jahren

Viele in der Agrarbranche kennen die Geschichte um den Goldenen Reis, aber nur wenige kennen die Geschichte von dem Mann, der diesen Reis gezüchtet hat. Dazu dieser Artikel, der in der Schweiz erschienen ist, wo Ingo Potrykus heute lebt. https://www.republik.ch/2022/11/26/ingo-potrykus-wollte-die-welt-veraendern-doch-sie-veraenderte-ihn Es ist eine Geschichte um die Frage, warum Wissenschaft politisch missbraucht wird. Das ist nicht neu, aber hier wird deutlich, wie die Kampagnen-NGO Greenpeace das Geschäft mit der Angst kultiviert hat. Geschadet hat dieses Verhalten Millionen von Menschen, die nicht hätten erblinden müssen. https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/landwirtschaft/oekologische-landwirtschaft/goldener-reis-gefaehrliche-illusion Heute wird der Goldene Rice auf den Philippinen angebaut. Offensichtlich hat man sich vom westlichen Einfluss emanzipiert. https://www.derstandard.at/story/2000141257527/erste-ernte-von-umstrittenem-gentechnik-reis-mit-20-jahren-verspaetung https://phys.org/news/2022-11-farmers-philippines-cultivated-golden-rice.html In Deutschland hat bisher nur der SPIEGEL darüber kurz berichtet. So viel zum Thema Journalismus…

Kompetenz-Simulation… Der Brinkmann-Trugschluss

Ein Gastbeitrag von Bauer Fritz Professor Doktor Brinkmann war die Medizinkoryphäe der in den 80er Jahren beliebten Fernsehserie “Die Schwarzwaldklinik”. Ein Arzt der selbst schwierigste Operationen gleichsam en passant, also im Vorbeigehen, erledigte. Also quasi der “Doctor House” der Boomer-Generation, übertroffen in seiner Allwissenheit nur noch durch Professor Dr. Dr. Karl Friedrich Börne aus dem “Tatort”. Dieser Prof. Brinkmann wurde vom (verstorbenen) Schauspieler Klausjürgen Wussow verkörpert, so wie – der Vollständigkeit halber – Dr. House vom Schauspieler Hugh Laurie und Prof. Börne vom Schauspieler Jan Josef Liefers. Einer Begebenheit zufolge wurde durch die souveräne und fehlerlose medizinische Erfolgsbilanz als Prof. Brinkmann in der Schwarzwaldklinik der Schauspieler Wussow nun einmal tatsächlich zu einem echten medizinischen Notfall in seiner Nähe gerufen. Diesen echten Notfall überließ der echte Schaupieler Wussow aber mangels echter Ausbildung dann doch einem echten Notfallarzt. Gefunden im Artikel: Der Brinkmann-Trugschluss – Salonkolumnisten Wer von ihnen den auf Tatsachen beruhenden Film “Catch me if you can” mit Leonardo Di Caprio in der Rolle des ausbildungslosen Frank Abagnale (Frank Abagnale – Wikipedia) gesehen hat, kann sich vielleicht an die …

Ich verstehe nichts von Stromerzeugung…

Ich verstehe nichts von Stromerzeugung. Was ich aber sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue, sind die rheinischen Braunkohlenkraftwerke vor unserem Hof, die seit dem Herbst ohne Unterbrechung und auf Vollgas laufen. Das war noch im Frühjahr anders, denn da blieben manche Blöcke für Stunden oder sogar Tage vom Netz. Vor kurzem kam die Meldung, dass der Bundestag beschlossen hat, die Braunkohlenkraftwerke in NRW schon 2030 ausser Betrieb zu nehmen. https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-story-52181.html Dabei habe ich meiner Frau neulich noch gesagt, dass ich fest davon ausgehe, dass hier im Rheinischen Revier auch 2038 noch Kohlekraftwerke in Betrieb sind. Das scheint der Bundestag nicht gehört bzw. überhört zu haben… 😉 Aktueller Strom-Mix Wie aber sieht es mit der aktuellen Stromerzeugung aus. Ende November lag der Anteil der Erneuerbaren Energie deutlich unter 20%, an manchen Tagen sogar nur bei 15%.  Nachschauen kann man das hier: https://www.energy-charts.info/charts/power/chart.htm? In diesen Charts kann man die einzelnen Energieträger wegklicken, was ich mal mit allen Erneuerbaren Energien gemacht habe, so dass dann nur noch Braunkohle, Steinkohle und Erdgas übrigbleibt. In der Spitze wurden zwischen …

Kluge Fragen – ehrliche Antworten

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich von den Machern und Macherinnen von EN aktuell, einem regionalen Magazin,  gefragt wurde, ob ich ihnen Fragen zur Landwirtschaft beantworten möchte. Mit dem Klick auf das Bild könnt ihr entscheiden, ob ihr das Interview lesen, als Podcast hören oder lieber sehen wollt. Mir hat es Spaß gemacht. Danke an Katharina für die wirklich guten Fragen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Beliebig…

Cem Özdemir ist jetzt ein Jahr im Amt. Nachfolgend eine, wie ich finde, sehr gute Beschreibung des aktuellen Landwirtschaftsministers, der nett rüberkommt, aber sein Amt nicht ausfüllt. Und der andere Pläne hat, als sich mit Bauern zu unterhalten. https://taz.de/Landwirtschaftsminister-Cem-Oezdemir/!5897278/ Hier ein paar wenige und selektive Sätze aus dem Artikel: Es ist vielleicht auch interessant, was man beim jüngsten Grünen-Parteitag Mitte Oktober zu hören gekriegt hat beim Rumfragen, wie wichtig denen dort dieses Ministerium (BMEL) ist und was der Minister so macht. Die höfliche Antwort lautet: Schon auch wichtig. Die spontan-offene: Interessiert keine Sau. Özdemir war ja viele Jahre Parteivorsitzender, wurde vom linken Flügel hart bekämpft und sah sich überhaupt mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Dampfplauderer, Parvenü, Opportunist, Antiintellektueller, Baden-Württemberg-Realo, Letzteres vermutlich die schlimmste Kategorie für einen aufrechten Linksgrünen. Aber es gibt ja noch etwas Größeres, jedenfalls für einen Schwaben. Das ist das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Wenn man sich nicht auskennt, ist man erst mal erschüttert, wie schlimm die Bauern dran sind, aber im Zuge der Recherche verdichten sich die Anzeichen, dass immer alles vorbei …

Österreich vorne

Österreich mag beim Fussball noch nicht ganz vorne mitspielen, bei der Krisenvorsorge ist das jedoch ganz anders. https://www.agrarzeitung.de/nachrichten/wirtschaft/moeglicher-blackout-oesterreich-stellt-notfallplan-fuer-lebensmittelversorgung-vor-104478? Hier einige Auszüge: Österreich hat einen Notfallplan für die Lebensmittelversorgung im Fall eines Blackouts beschlossen. Die Energieversorgung sei selbst für den Winter sicher, dennoch wolle man für den Ernstfall gerüstet sein, teilen das österreichische Landwirtschaftsministerium und das Energieministerium gemeinsam mit. Die Handelspartner haben sich demnach in Abstimmung mit dem Fachverband des Lebensmittelhandels der Wirtschaftskammern auf einheitliche Maßnahmen verständigt.  Der Notfallplan sieht vor, dass die Geschäfte am ersten Tag des Blackouts geschlossen bleiben. Ab dem zweiten Tag würden von 10 bis 15 Uhr „Sackerl“ mit gemischten Frischeprodukten ausgegeben, Wünsche für den Inhalt könnten aber nicht berücksichtigt werden. Zusätzlich könnten die Bürger fertig zusammengestellte Lebensmittel- und Getränkepakete gegen Barzahlung erwerben. Darin enthalten seien beispielsweise Wasser, haltbares Brot, Konserven, Fertigprodukte und Kerzen, auf Wunsch auch Baby- und Hygieneartikel. Die Ausgabe erfolge in den Geschäften, ein Betreten und selber aussuchen sei im Krisenfall jedoch nicht möglich. Darüber hinaus gebe der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ab dem zweiten Tag von 9 bis 10 Uhr Lebensmittel …

Frage an die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz

Die Aussagen des Schauspielers Sky du Mont haben mich veranlasst, eine Mail an die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz zu schreiben: An den Vorstand der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz Sehr geehrte Damen und Herren In der Talkshow 3nach9 des Senders Radio Bremen äußerte sich der Schauspieler Sky du Mont über Kälber mit folgenden Worten: „„Was wir noch ausgelassen haben: Nicht nur, dass die Kuh leidet […] was passiert mit den Kälbern? Und da weiß ich wiederum Bescheid. Die werden ja alle umgebracht. Die werden in Container geschmissen bis es mehrere Schichten sind und die unteren ersticken. Wenn man Milch trinkt, muss man das wissen“. Meine Frage an die TVT: Sind ihnen als Tierärzte solche Fälle bekannt? Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen dankbar, da ich diese auf meinem Blog www.bauerwilli.com veröffentlichen möchte. Hier die Antwort des TVT: „Der Tierärztlichen Plattform für Tierschutz e.V. (TVT)  ist  kein einziger Fall der angeblich regulären Entsorgung von männlichen Kälbern, wie von Herrn Sky du Mont geschildert, bekannt. Solch ein Umgang mit Kälbern würde in höchstem Maße den Straftatbestand der …

Darf der Krampus das? – oder – Hauptsache Aufregung

Ein Gastbeitrag von Bauer Fritz Dieser Tage erleben wir ja Aufregung in Deutschland und Aufregung in Österreich rund um die Landwirtschaft, speziell um die Milchwirtschaft. Haben es in Deutschland  zwei alternde Figuren im Zuge ihrer Werbetour für ein Buch mit ihren Aussagen rund um „Kälber kommen in Container“ geschafft, die Rinderhalter zu besudeln, ist es in Österreich eine Tourismuswerbung für das Tourismusland Tirol die von der dortigen Bauernschaft als massiver Affront gegen die Milchwirtschaft verstanden wird. Stein des Anstoßes ist auch hier eine sehr alte Figur, der Krampus. Wer das ist, erkläre ich später. Aber sehen sie selbst, was der Stein des Anstoßes ist: Come as you are – in Tirol ist jeder willkommen  (1:25 Minuten) Wie sieht das die Landwirtschaft: Tiroler Landwirtschaftskammer schäumt vor Wut (2:36 Minuten) Sowohl in Deutschland als auch in Österreich sehen in beiden Fällen die meisten Medien die „Erreger“ als die Guten, wogegen die Reaktionen der erregten Landwirtschaft als zu erwartende Verteidigung, überzogen oder nicht nachvollziehbar abgetan wird. Dennoch kommen dann im deutschen Fall Entschuldigung oder Rücknahmen zum Gesendeten oder …

Landwirt sucht Hoffnung

Ein Gastbeitrag von Jürgen Donhauser Ich wurde schon öfter gefragt: warum lasst ihr Bauern euch das gefallen? Warum steht ihr nicht auf und demonstriert wie November 2019 in Berlin mit 40.000 Leuten. Ich antworte jetzt persönlich, aus meiner Perspektive: „Weil ich keine Kraft mehr habe und resigniert habe. Weil ich von vielen Seiten enttäuscht bin“. Enttäuscht von: der Politik, die nur noch nach Mainstream regiert, ohne langfristige Perspektive und Planungssicherheit für die Landwirte. Wer heute noch in einen „Tierwohlstall“ investiert mit ständig veränderten Vorgaben, der könnte genauso sein Geld beim Glückspiel verzocken. Wer sich die veränderten Anforderungen im Schweinebereich der letzten 10 Jahre ansieht, der muss bitterlich erkennen, dass die Halbwertszeit von Vorgaben inzwischen bei 5 Jahren liegt. Wie will man mit dieser mangelnden Verlässlichkeit einen Finanzierungsplan über 20 Jahren für einen Tierwohlstall aufstellen? den Medien/Journalisten, die uns Landwirte noch vor zwei Jahren aufforderten, uns zu verändern um durch mehr Bio und mehr Tierwohl den Wunsch der Verbraucher nachzukommen. Ihre damalige Aussage: „Der Verbraucher ist sehr wohl bereit, mehr für Lebensmittel zu zahlen“ ist verlogen, …