Bauer Willi
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Beliebig…

Cem Özdemir ist jetzt ein Jahr im Amt. Nachfolgend eine, wie ich finde, sehr gute Beschreibung des aktuellen Landwirtschaftsministers, der nett rüberkommt, aber sein Amt nicht ausfüllt. Und der andere Pläne hat, als sich mit Bauern zu unterhalten.

https://taz.de/Landwirtschaftsminister-Cem-Oezdemir/!5897278/

Hier ein paar wenige und selektive Sätze aus dem Artikel:

  • Es ist vielleicht auch interessant, was man beim jüngsten Grünen-Parteitag Mitte Oktober zu hören gekriegt hat beim Rumfragen, wie wichtig denen dort dieses Ministerium (BMEL) ist und was der Minister so macht. Die höfliche Antwort lautet: Schon auch wichtig. Die spontan-offene: Interessiert keine Sau.

  • Özdemir war ja viele Jahre Parteivorsitzender, wurde vom linken Flügel hart bekämpft und sah sich überhaupt mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Dampfplauderer, Parvenü, Opportunist, Antiintellektueller, Baden-Württemberg-Realo, Letzteres vermutlich die schlimmste Kategorie für einen aufrechten Linksgrünen.
  • Aber es gibt ja noch etwas Größeres, jedenfalls für einen Schwaben. Das ist das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.
  • Wenn man sich nicht auskennt, ist man erst mal erschüttert, wie schlimm die Bauern dran sind, aber im Zuge der Recherche verdichten sich die Anzeichen, dass immer alles vorbei wäre, wenn Cem Özdemir irgendetwas umsetzen würde, und dass alle immer grundsätzlich bereit sind, aber diese spezielle Sache auf keinen Fall gehe. Der „Minischter“, wie er sich selbst nennt, hält dann eine austarierte Rede, in der er die Sorgen und Nöte der Apfelbauern aufnimmt und verspricht, sich für sie einzusetzen, in Brüssel und überhaupt. „Mein Prinzip isch: Schwätza muass mer mit de Leit“, sagt er.

Übrigens: Eine Staatssekretärin hat schon das Schiff verlassen

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ob-kandidatin-rottmann-gibt-amt-als-staatssekretaerin-auf-18486991.html

Ob Özdemir bisher Fehler gemacht hat? Nein, wie denn auch…

Wie er sich selbst und seine Arbeit sieht, könnt ihr hier lesen:

https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/cem-oezdemir-ich-habe-hier-noch-eine-menge-zu-tun-13252137.html

Bildquelle:  ©BMEL/Janine Schmitz/Photothek

 

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46 Kommentare

      • Brötchen sagt

        Hebamme, das ist ein Vegetarier und der ist voll der grünen Ideologie verhaftet und hält nix von:

        Die Eidesformel lautet: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

        Bei uns betet die grüne Gesundheitsministerin auch was von Maskenpflicht….allein die CDU gibt zu bedenken, das das eine Grundrechtseinschränkung ist und das Mittel muss geeignet, verhältnismäßig und im öffentlichen Interesse sein.

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  1. Thomas Bröcker sagt

    Özdemir ist m.E. tatsächlich eine agrarpolitische Marionette. Die eigentliche Steuerung dieser unsäglichen Politik liegt bei den Umwelt- und Naturschutzministerien und Behörden des Bundes und der Länder für dieses Ressort. Die Bio-Branche hofft mit dieser Konstellation auch besser durch die Krise zu kommen. Das letzte Heft “Forschungsfelder” des BMEL spricht da wieder Bände. Es sind auch immer die selben Protagonisten, die mit Erzählungen und Halbwahrheiten statt Zahlen und Fakten agieren.

    Frau Stein-Bachinger vom ZALF Müncheberg z.B.:” Die dichten ertragreichen Kulturen der intensiven Landwirtschaft lassén kaum bis keine Artenvielfalt zu… die geringeren Erträge der Öko-Bauern, die das mit lichten Beständen ermöglichen, müssen finanziell kompensiert werden”
    Kein Wort davon, dass selbst die rund 45 % des Getreideertragsniveaus ggü. moderner LW auf den gut geführten ebenso Biodiversitätsfreien Feldern derer, die auch im Öko-Sektor tatsächlich WIRTSCHAFTEN, basieren.

    Die Kapitulation vor den Schwierigkeiten der optimalen Pflanzenernährung deutet sich in folgendem Satz des Leiters des Thüneninstitutes für ökologischen Landbau (Prof.Dr.Gerold Rahmann) an: “Wo etwa Lebensmittel knapp sind, sollte es beispielsweise möglich sein, auch im Öko-Anbau eine gewisse Menge an leicht lösbarem Mineraldünger einzusetzen, um die Erträge kurzfristig zu steigern”

    Was denn nun, Marktabgrenzungserzählungen scheinwissenschaftlich verbrämen oder tatsächlich ergebnisoffene Wissenschaft zulassen ?

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    • Bauer Willi sagt

      @Thomas
      Gibt es die Zitate in einer zitierbaren Form? Gerade das des Herrn Professors sagt ja viel aus…

      • Thomas Bröcker sagt

        Ja, Willi, gibt es:
        Magazin “Forschungsfelder” 2/22 herausgegeben v. BMEL Seite 34 Interview mit Prof. Rahmann. Thema “Kann der Ökolandbau den Hunger bekämpfen ?” unter der Frage Kann der Ökolandbau auch die ganze Welt ernähren? ………..”Sondern ?”, steht der Satz so (wörtlich wiedergegeben).

        • Bauer Willi sagt

          Vielen Dank! Das ganze Heft ist ja nur Bio!!
          Da lässt sich was draus machen… 🙂
          Die Sache mit der Tofu-Molke klingt auch interessant (ist es aber nicht…)

          • “Die Sache mit der Tofu-Molke klingt auch interessant ”

            So so, ich stehe gerade in der Küche. Und nein, wir lassen uns jetzt weder das Kochen noch das Essen vermiesen. Schon für den Haferdtink braucht es sicher eine Menge Leidensfähigkeit.Vermutlich muss das grässlich schmecken, sonst wirkt es eben nicht. Wie in der Medizin.Aber bei Tofu-.Molke versagt meine Fantasie komplett.😃😃

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            • Ferkelhebamme sagt

              Wie sagte ein Mischfutter-Hersteller die Tage zu mir: das schmeckt, wie wenn du am Endes des Tages bei uns durch die Mühle wischt. 😉

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      Steffi Lemke mit ihrem “7Wochen-Regenwetter-Gesicht” trägt aber gar nichts zuversichtliches bei!

  2. Sauerland Farmer sagt

    Im Dezember 2022 zeigt sich deutlich, dass nicht Sachverstand, sondern ausschließlich Ideologie die Politik in Deutschland bestimmt. In fast allen Ministerien und Behörden sitzen Leute, die nicht in der Lage sind, Realitäten zu erkennen oder in Lage nur ansatzweise die eigentlichen Probleme zu lösen. Das Motto lautet: Besser nichts tun als das Falsche zu tun. Zeitgemäße Außendarstellung in makelloser Selbstverliebtheit bei totaler Unwissenheit. Logik, Fachwissen oder wissenschaftliche Erkenntnisse sind total überbewertet.

    Realitätsverweigerung gibt es auch in anderen Ministerien:
    “Nach Informationen des Fachdienstes Tagesspiegel Background aus Parlamentskreisen kaufte die von der Bundes Regierung beauftragte Trading Hub Europe (THE) bis Anfang November dieses Jahres knapp 50 Terawattstunden Erdgas. Sie wurden in den deutschen Gasspeichern eingelagert. Die Bundesregierung schweigt zu den Details der Geschäfte. Das Wirtschaftsministerium hält die entsprechenden Informationen unter Verschluss, sie werden als geheim eingestuft. Das BMWK kann die von Ihnen erbetenen Informationen zu Einkaufspreisen der Trading Hub Europe GmbH nicht öffentlich zur Verfügung stellen, hieß es auf Anfrage von “Tagesspiegel Background” offiziell.

    Branchenexperten kritisieren das Vorgehen scharf. THE habe noch Monate nach Start der Gasbeschaffung ausschließlich am Spotmarkt agiert und die Positionen weiterhin nicht abgesichert, sagte Hanns Koenig vom Analysehaus Aurora Energy Research. Das lässt sich nur mit mangelnden technischen und ökonomischen Fähigkeiten erklären und das hätte in einem so langen Zeitraum behoben werden müssen. Lion Hirth, Energiepolitik-Professor an der Hertie School, sagte: “THE hat sich angestellt wie ein Energiemarkt-Anfänger, der nichts von Risikomanagement versteht.”

    Eine Regierung und die an ihr beteiligten Parteien sollten fortlaufend Anforderungen an Ökonomie, Ökologie und Soziales sorgsam ausbalancieren, sonst drohen gesellschaftliche Verwerfungen. Die aktuellen Regierungs Parteien tuen dies nicht und machen lediglich Interessenpolitik für bestimmte Gruppen. Dieses gesellschaftliche Zielbild ist nicht konsensfähig und wird in den kommenden Monaten zu ökonomischen Verwerfungen und sozialen Unruhen führen. Auch das anvisierte „Zurück zum idealisierten Naturbauernhof aus den Kinderbüchern“ wird scheitern. Dass werden die Verbraucher in Deutschland erst verstehen, wenn sie in den kommenden Monaten vor leeren Özdemir Regalen stehen. In Wikipedia wird später einmal lesen sein, dass Özdemir Regale nach dem Erfinder benannt wurden, der ohne Not mit totaler Unwissenheit eine schwere Lebensmittel Krise provoziert hat. Schauen wir mal wann das eintrifft …

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Medien basteln am neuen Bauernbild. Bio, diversifiziert, Hightech und jung muss es sein. man beachte Sprache und Inhalt des Beitrages:
      https://youtu.be/1cFT_6bDwkw

      Die alten weißen Männer haben ausgedient, so die Botschaft.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Schöne neue Welt zue Ende gedacht, lieber Reinhard:

        Wenn die weißen Alten verschwinden, gibt es schlagartig sehr viel Platz in unseren Ställen, auf unseren Äckern – in kurzer zeitlicher Folge auch weitaus mehr Platz in unseren Discounterregalen sowie anschließend in logischer Konsequenz sodann auch auf vielen Verbrauchertischen.

        Der spottbillige Weißhaarige hat ausgedient – ZUKUNFT ahoi!!! – Wirtschaftsweisheit: Was nix kostet, ist nix wert. 😉

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        • Reinhard Seevers sagt

          …komisch finde ich mittlerweile diese elende Süßkartoffel und die mit der merkwürdigen Knolle verbundene “neue” Landwirtschaft. Überall ploppen “neue” Gemüse auf, die komischerweise schon alt sind, jetzt aber überall hipp daher kommen: Rote Beete, Süßkartoffel, Kürbis…
          Süßkartoffel…echt bääää
          Normale Kartoffel ist wahrscheinlich mit “alten weißen Männern” verknüpft und deshalb abzulehnen.

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          • Wolfgang Kolbe sagt

            Sie liegen falsch. Die Kartoffeln haben nicht ausgedient. Es gibt in der Politik zu viele faule stinkende Kartoffeln. Diese müssen schnellstens aussortiert werden.

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            • Christian Bothe sagt

              @Kolbe, das Problem ist, das ich in meinem Kartoffelhaus 4000to vorwiegend festkochende Sorten für meine Klossteigproduktion mit Keimstoppern behandeln konnte, die heute nicht mehr erlaubt sind( Gottseidank bin ich Rentner…).Was wollen Sie da machen H.Kolbe bei so vielen faulen Kartoffeln in der Politik???

          • Reinhard Seevers sagt

            Ich hab ein wenig Bauchschmerzen, wenn ein Journalist über “richtige” Arbeit spricht und einen Entertainer des showbusiness (richtige Arbeit?) als solchen bezeichnet, nur weil er Millionen generiert. Man kann mit bullshit Millionen machen, aber es ist deswegen noch lange keine “richtige” Arbeit. Denn ohne Journalismus und show würden die “richtigen” Arbeiter dennoch benötigt.

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            • Thorens sagt

              Ja, der Reichelt polarisiert bestimmt.

              Aber wenn der sogar den Bohlen, den er selbst, seiner Mimik nach zu urteilen, nicht sonderlich zu mögen scheint, als leuchtendes Beispiel anführt, dann gibt das aus meiner Sicht dem Gesagten sogar mehr Gewicht.

              Und: Außer dem Reichelt spricht doch keiner an, dass unser aller Wohl und Glück großenteils in der Hand von unerfahrenen Grünschnäbeln liegt. Gut, dass er das tut. Egal, wie man sonst zu Reichelt stehen will.

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        • Smarti sagt

          Das penetrante Quitschen ist der Diebstahlschutz, wenn´s ruhig ist, ist´s weg – oder dunkel…

      • Schmeckt gut sagt

        David, dann zieh dich schon mal warm an. Mäuse werden dich bei deinen neuen Kulturen zur Aufgabe zwingen. Warum? Ganz einfach. Die schlauen Strategen bei den NGOs arbeiten doch schon an einer Kampagne gegen die Vergiftung durch Rodentizide (es ist nur noch ein Wirkstoff zur verdeckten Bekämpfung zugelassen), weil Bääh und Mord und Tierleid (was nicht stimmt, weil der Tod schlagartig eintritt und auch die Fauna kaum beeinflusst wird durch Zinkphosphid) und weitergehend ist dann zu erwarten, dass auch Schlagfallen (die einzig wirksame Möglichkeit im Bioanbau) verboten werden, weil ja auch Bääh, Mord und Tierleid (auch hier tritt der Tod schlagartig ein, aber sicher? Sicherlich nicht, weil Fallen nun einmal unkontrolliert zuschlagen können und dann noch die Berge an “Mäuseleichen” – ein prima Ansatzpunkt für Kampagnen – die Spenden fließen in Strömen 😉 ). Liebe (Bio)Kollegen, hört auf diesen “Rattenfängern” hinterher zu laufen. Sonst sind alle erfolgversprechenden Ansätze an Landwirtschaft in Deutschland tot. Und meine Meinung zu Hackrobotern? In großflächigen Reihenkulturen (Salat, Mais, Rüben..) scheinen sie sehr viel besser geworden zu sein (bei kalkuliertem Pflanzenverlust bis 20%), aber der Kaufpreis ist immer noch indiskutabel.

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      • “Die alten weißen Männer haben ausgedient, so die Botschaft.”

        Diese Botschaft kann ich nicht erkennen. Und ich wundere mich auch, was es jetzt wieder zu meckern gibt. Hier versucht ein junger Landwirt seinen Weg zu gehen. Wir sollten ihm alle Daumen drücken,dass er ein Erfolg wird.
        Mich ärgert in diesem Zusammenhang etwas Anderes: Nämlich die Vergabepraxis der BVVG. Auch in dem gezeigten Fall wurde erwähnt, dass hier füt die Flächen ganz bewusst eine ökologische Bewirtschaftung gesucht worden ist.
        Ebenso steht jetzt fest, dass hier in MV etliche Hektar an Naturschutzträger gehen werden, unentgeltlich. Ansonsten wurde ja der Verkauf der BVVG- Flächen weitgehend gestoppt, nur noch Pachtverträge vorrangig für den Biolandbau. Immer mit dem Argument, den Anstieg der Bodenpreise zu stoppen, für den angeblich irgendwelche Spekulanten verantwortlich seien. Der Spekulant heißt Staat ! Und den ursprünglichen Privatisierungsauftrag hat er genau aus diesem Grund miserabel erfüllt.

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        • Reinhard Seevers sagt

          ….moderne Vernetzung für Kundenkontakte…der 26 jährige studierte Landwirt…
          Das ist für mich schon Mal die eindeutige Botschaft der “neuen, jungen” Generation. Am Ende des Tages macht er nichts anderes, als das was tausende andere auch machen. Die quitschende selbstfahrende Maschine auf dem Rübenacker ist auch nur eine normale technische Entwicklung, wie das Ablösen des Rübenhackens von Hand durch die maschinelle Hacke.
          Mich würde ja eher interessieren, woher die Gelder für derartige Investitionen kommen. Ist für den Start eines reinen Ackerbaubetriebes eher ungewöhnlich.

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        • Ostbauer sagt

          @Lady
          In den 90iger Jahren hat die Regierung schon noch Strukturpolitk betrieben und auf einigermaßen gleichmäßige Verteilung von Grund und Boden geachtet.Konnte ich am eigenen Leib erfahren.
          Mit dem Urteil vom EuGH wurde es schwieriger und nach der Finanzkrise brachen alle Dämme. Aber der große Drops ist eh gelutscht. Die paar letzten Prozent werden nach gut Dünken verteilt. Es mag für den Einzelnen oft katastrophale Auswirkungen haben;gesamtgesellschaftlich gesehen wirkt sich das jetzt auch nicht mehr aus.
          Ach übrigens; Preistreiber Nummer 1 ist hier nicht die BVVG sondern mittlerweile unsere Nordkirche( sollte einem zu Denken geben).

          • Ostbauer, die unröhmliche Rolle der Kirche sehe ich ähnlich. Vor allem allerdings als Verpächterin.
            Die öffentliche Hand hat für mich allerdings auch durch diesen Privatisierungsauftrag noch stärker das Gespür für die Bedeutung und den Schutz des Privateigentums verloren. Unser Landwirtschaftsminister in MV tut gerade so als sei es sein Land! Und müsse zeitgemäß vor irgendwem geschützt werden. Oder gerettet.
            Und das hat eine fatale Wirkung weit über die Landwirtschaft hinausgehend.
            Mir sagte jüngst eine Kommune, dass es doch besser sei, wenn eins meiner Flurstücke in öffentlicher Hand wäre . Vorsorglich wurde bereits der Eigentümer im Rahmen einer Vermessung geändert. Geht’s noch?

  3. Jürgen Donhauser sagt

    Seien wir doch realistisch. Landwirtschaft spielt keine Rolle mehr (deshalb ist es egal ob der LW-Minister kompetent oder engagiert ist. Nahrungsmittel können günstiger im Ausland produziert werden (dort stören uns dann auch die schlechten Tierhaltungsbedingungen und Umweltstandards nicht). Und wie man in der jüngsten Bundestagsabstimmung zum Freihandelsabkommen CETA sieht, sind sich alle Parteien darin einig, dass man unsere LW gerne opfert um dafür im Gegenzug leichter Industriegüter in diese Länder exportieren zu können. Warum das die Medien nicht aufgreifen, die sonst so gerne den moralischen Zeigefinger heben, lässt tief blicken. Aber wahrscheinlich sind sie so damit beschäftigt den nächsten „Tierhaltungsskandal“ breit zu treten, dass sie das „Große-Ganze“ nicht überblicken (wollen).

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  4. Reinhard Seevers sagt

    Willi zitiert die TAZ,…..und deren Artikel ist als einziger von den verlinkten frei lesbar. Hat da einer das Lager gewechselt? 😀

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  5. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Jaaaa, …Özdemir ist ein sehr guter Landwirtschaftsminister nach der gestrigen medial publizierten Betriebsanalyse unserer einen „BAUERN-STIMME“ für etwa 8.500 Vorzeigebetriebe; durchleuchtet man dieselben, hat man es mit den „Besten der Superbesten“ zu tun.

    Im Durchschnitt (Achtung!) der Haupterwerbsbetriebe konnte im Ergebnis vor Steuern ein Betriebsgewinn von um die 80.000 € eingefahren werden. Steht heute auch im Wirtschaftsteil unserer Regionalzeitung auf Seite 2 in großer Aufmachung – wie wohl in sämtlichen anderen Zeitungen auch. Man darf unserem DBV nun wirklich nicht vorwerfen wollen, er sei den Schildkröten gleich bereits in eine wohltuende Winterstarre verfallen…! Über die Agrarexperten Jännicke und Sky Du Mont haben sich schließlich in hinreichender Zahl sehr viele andere erheblich echauffiert. So what!?…

    Eben diese Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2021/22, wo bereits nicht wenige Betriebe von einer lang anhaltenden Sommerdürre gepeinigt waren. – Nun, jene Betriebe, die hernach wegen „überbordendem Reichtum auf den Höfen!?“ schon für immer ihre Hof- und Stalltüren verriegelt haben, fließen selbstredend in eine solche Erfolgsstatistik ohnedies nicht mehr ein.

    Wir Bauern müssen im Nachgang jetzt allerdings vorsorgend auf der Hut sein vor unserem Paulchen Panther in Lauerstellung, Herrn Christian Lindner, seines Zeichens Bundesfinanzminister auf stetiger Euronenausschau: Fett gemästet mit dem alljährlichen intensivmedizinischen Staatstropf kommen jetzt diese „betrieblichen Lottogewinne“ noch obendrauf. Gewinne, generiert aus dem Nichts!!! Viele Bauern werden wohl sehr weinen in Bälde… Schlägt jetzt auf unseren Höfen alles toppend auch noch die Übergewinnsteuer zu!? Die Phantasien dafür dürften in so manchen irrlichternen Cerebra sicherlich vorhanden sein.
    Ein ganz lieber Dank, hochverehrter Herr Rukwied, Sie haben uns ein grandioses Geschenk unter unsere Weihnachtsbäume gelegt. Mir schießen Tränen der Rührung ins Auge, oder doch weit eher der blanken…!?

    Wenn die Bauern jetzt innerhalb nur kürzester zeitlicher Verläufe in die abgehobenen Sphären der Superreichen aufgestiegen wurden, lohnt es sich künftig wohl nicht mehr, sich den aktuell mannigfaltigen, kaum mehr zu ertragenden Quälereien überhaupt noch hingeben zu wollen. Verwalten wir doch einfach unseren Reichtum ganz ohne Tierquälerei, Brunngenvergiftungen, Umweltzerstörung, Insektenvernichterei – unsere Naturräume frei von jedweder Chemie in Form der allseits verpönten Pestizide. Ja, das ist gut so!!! Sie haben uns (ab)geschafft!!! – Wir Bauern werden jedenfalls auch so satt, die restlichen deutschen Bürger betuttelt sodann unser Oberbauer daselbst mit seinem neuen „best friend“ Cem. – Weihnachtliche Frohgesänge im voller Geigen hängenden Grünen-Himmel über das ganze Jahr hindurch, …schön!!!

    Ende dieser Wintermär:

    Aufgemerkt! – Die gestrigen Stromausfälle in Frankreich lassen jedoch aufhorchen, dass wir Verbraucher alle nicht allzu gutgläubig an diesen süß säuselnden Lippen hängen sollten. Eigeninitiativ Vorsorge für‘s eigene Umfeld treffen zu wollen, dürfte keinesfalls verkehrt sein, denn Süßholzraspeln zur Unzeit schützt keineswegs vor Hunger und Kälte. – Hoffentlich kapiert das auch unsere 4. Macht im Staate…

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    • Arnold Krämer sagt

      “Im Durchschnitt (Achtung!) der Haupterwerbsbetriebe konnte im Ergebnis vor Steuern ein Betriebsgewinn von um die 80.000 € eingefahren werden.”

      Diese typischen Erfolgsmeldungen des Bauernverbandes (jahrzehntelang geübtes Ritual) sind mehr als ein Ärgernis und müssten dringend eingestellt werden, weil
      1) der Unterschied zwischen Unternehmensgewinn und Unternehmergewinn nicht begriffen wird.
      2) der Durchschnitt die sehr unterschiedliche Lage der verschiedenen Produktionsrichtungen überhaupt nicht darstellen kann.
      3) die ausgewiesenen Gewinne sehr oft auf Überbrückungshilfen/Coronahilfen zurückzuführen sind, die
      a) oft in ungerechtfertigter Weise gezahlt wurden (wegen Monatsvergleich, der bei vielen Betriebszweigen nicht aussagekräftig ist) und
      b) in vielen Fällen zurückgezahlt werden muss (hier sind die Bundesländer aber bisher offensichtlich unterschiedlich aktiv)
      4) solche Meldungen niemandem , insbesondere den Landwirten nicht nutzen und
      5) schon lange kein Leistungsbeweis für den Erfolg der Agrarpolitik oder der DBV- Lobbyarbeit sind.

      Ich habe gerade die Buchabschlüsse eines “meiner” besten Sauenhalter (ca. 500 Sauen+ca. 80 ha Nutzfläche) vor mir, der bei rund 160.000 € Überbrückungshilfe in 21/22 runde 140.000 € Gewinn zu versteuern hat, also massive Verluste aus der laufenden Agrarproduktion zu verzeichnen hatte. In diesem Fall war wie bei allen Sauenhaltern die Überbrückungshilfe voll gerechtfertigt, da kontinuierlich produziert und verkauft wurde (keine monatlichen Verzerrungen) und die Preiseinbrüche sehr gravierend waren für die Ferkelerzeuger.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ja, es ist fatal, was da immer wieder verbreitet wird und dann den “anderen” als Munition geliefert wird. Genauso ist es mit den Ernteprognosen, die hin und her wabern und immer ein anderes Bild vermitteln….im Schnitt passt es dann immer.
        Der Durchschnitt der Bundesbürger hat auch genug Einkommen. Komischerweise haben ganz viele aber zu wenig.

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      • Ferkelhebamme sagt

        Das Ergebnis:
        Unsere Tageszeitung titelt fett: „Bauern wieder mit Gewinnplus“ Und im Text: „für Supermarktkunden kommt vorerst keine Preisentspannung in Sicht“
        Die Kommunikation des Verbandes ist einfach nur katastrophal.

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        • Arnold Krämer sagt

          Solche Meldungen greifen alle Lokalzeitungen immer liebend gerne auf, weil sie damit die seit vielen vielen Jahren gezeichneten negativen Bilder immer wieder verstärken können. Warum kapieren die beim Bauernverband das nicht? Willi sollte das Thema aufgreifen.

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  6. Michael sagt

    war den die Agrarpolitik unter der großen Koalition oder davor höher priorisiert? Auch da war sie nur Verhandlungsmasse. Der Landwirtschaft wurden möglichst viele Emissionen zugeschrieben und alle ökologischen Kompensationen für unsere Industriepolitik und die verschwenderische Gesellschaft gehen auch ausschließlich zu Lasten der Landwirtschaft. Alles damit sich das Rad weiterdrehen kann.
    Die Pflücke für das was wir gerade ausbaden, wurden aber nicht nur von den Grünen eingeschlagen.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      …wagen wir mal den neugierigen Blick ins tiefschwarze bajuwarische Lederhosen-Laptop-Vorzeigeland:

      Dort, wo nach medialem Verständnis stets Milch und Honig auf den Bauernhöfen fließt. Dabei übersieht man die Folterinstrumente, welche die dortigen (noch) treudoofen Tore massiv zu geißeln wissen. Im Resultat wird dieses der Administration zur Hand gereichtes bürokratisches Rüstzeug auch höchst effektiv eingesetzt, ohne dass laute Schmerzensschreie in Folge nach außen dringen; die dortigen Bauern sterben dabei recht einsam, vor allen Dingen extrem leise.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das Bild Bayerns wird sich massiv verändern. Die heile Welt mit Kühen auf den Almen weicht dem Schutz der Kühe. Die Politik hat den Bauern dauerhafte Sicherheit suggeriert, seit Jahrzehnten. Nun kommen sie dennoch nicht raus aus der Weltrettungsfalle. Im Norden wird die Größe begrenzt, im Süden die Kleinteiligkeit zerstört….Ziel der Gleichmachung scheint greifbar.

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  7. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Er ist halt ein Sozialpädagoge wie er im Buche steht.
    Reden,reden,noch mehr reden,bloß kein Pragmatismus,aber die Welt retten,ohne zu wissen,wie!
    Die Wirtschaft im “Ländle” wird kein Problem mit ihm haben,er labert,die machen!

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  8. Ferkelhebamme sagt

    Ein grandioser Selbstdarsteller, der selbst seine Tatenlosigkeit als Erfolg darstellen kann.
    Ein Blender, der die Säule des Wohlstandes dieses Landes gerade in den Ruin treibt.
    In der LW zählen Taten und Ergebnisse und nicht Geschwätz, deshalb haben die LW ihn schon lange durchschaut. Städter stehen leider auf Kasperletheater.

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  9. Özdemir hat keine Ahnung von der Materie, er ist eine agrarpolitische Marionette. Viel schlimmer sind die grüne Drahtzieher im Hintergrund, die mittlerweile an allen zentralen Stellen plaziert sind. Am allerschlimmsten ist jedoch, dasses keine wirkliche Opposition gibt, die eine sinnvolle Transformation hin zu einem massiven Abbau von Bürokratie und staatlichem Dirigismuss und eine Korrektur ökologischer Irrwege vorsieht. Das ist die eigentliche Ursache von Frust und Perspektivlosigkeit!

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    • Schmeckt gut sagt

      Daumen hoch. Und die “Transformierer” meinen, dass dieser von Lemke, Nick, Bender,,, begleitete Weg alternativlos ist. Weltenrettung ist nur durch Umbau der gesamten Wirtschaft möglich – die Landwirtschaft ist adbei das Leuchtturmprojekt. Es wird aber immer offensichtlicher, dass der offene Weltmarkt in den “Hochpreisländern” nur Verlierer hinterläßt. Auch die Bio-schiene ist massiv betroffen und wird nur die effektivsten Betriebe erhalten können. Das Gelaber, dass der “Transformationszwang” eine neue, stabile “Öko-wirtschaft” sich entwickeln lässt, ist einfach nur “irre”. Diese Wirtschaft entsteht zur Zeit in Asien – nicht in der EU. Vielleicht eingeschränkt in den USA, weil dort die Zeichen der Zeit erkannt werden und nur wenige “wir bilden einen Arbeitskreis”-Gesetze gegen diese neue Ökowirtschaft arbeiten.

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  10. Frikadellen piet 44 sagt

    moin irgendwie kann man nur hoffen dass er bald weg ist er ist doch ein schwarzes Kapitel in der Geschichte der Landwirtschaft genau wie immer im Verstand was hat er alles gemacht oder was hatte gutes gemacht ich weiß es nicht

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