Monate: Juni 2020

Zukunft im Revier – nur für junge Leute

Heute mache ich mal so richtig Werbung. Frau Schaller hat mich darum gebeten und ich finde die Idee auch gut. Sie arbeitet bei einer Organisation, die sich um die Zukunft des Reviers kümmert, wenn die Kohle mal nicht mehr ist. Und das könnte hier im Rheinischen Revier schneller gehen als gedacht. Gut also, dass es auch Menschen gibt, die sich darum kümmern wie es weitergehen kann. Meckern ist einfacher. Am 25. Juni geht es um die Jugend von 16 -25 Jahre. In einer Videokonferenz will man ins Gespräch kommen. Da die digitalen Plätze begrenzt sind, bitte bis zum 21.6. anmelden unter:  revier@zebralog.de Mehr Infos hier: https://www.unser-zukunftsrevier.de/?fbclid=IwAR0DSE5TpdaINqa3IApTBSQNfOpK-Iw0zII5KELe4RrECvF0PRpg-Y6MT3s#href=%2Finformationen%2Fmeldungen%2Frevier-gespraeche-wir-suchen-dich&container=%23main-content Und natürlich ist Landwirtschaft ein ganz wichtiges Thema, denn sie ist im Revier Arbeitgeber Nr. 2. Mehr zum Rheinischen Revier hier: http://www.rheinisches-revier.de/?fbclid=IwAR0Iw8Tg6GmkXthHsT42XZPDUyUx4HYe01sABno5EDCKitU2luuEX2j0LHg +1

Weltpremiere! Neue Rüben-Hacke

Weltpremiere!! Stefan hat mit seinem Kollegen Thomas Stangl im Rahmen seiner Promotion eine neue Hacktechnik entwickelt, mit der er auch zwischen den Rüben in der Reihe hacken kann. Das gibt es zwar schon von anderen Herstellern, allerdings arbeiten diese technisch anders, langsamer und nicht so fehlerfrei. Diese Maschine ist 12-reihig, bis zu 2 km/h „schnell“ und schafft eine Stundenleistung von bis zu 1 Hektar. Das ist ganz ordentlich. Was mir Stefan noch sagte: Für den Frontanbau wäre es hilfreich wenn standardmäßig Isobus Tim im Trecker vorhanden wäre. Ich verstehe davon aber nichts. Was mich besonders freut: Das Video wird hier erstmals einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Die Maschine ist bisher nur in Niederbayern gesichtet worden. Wer in Kontakt mit den Erfindern treten möchte: Stefan Heinrich <stefan@heinrichstefan.eu>   Das Video darf die Berufsgenossenschaft aber nicht sehen… Hier noch weitere Technik die bei Biorüben unerlässlich, aber auch für konventionelle Rüben interessant ist.   Autonomes Säen Autonomes Hacken 0

Der Wumms, die Mehrwertsteuer und das billige Essen

Im Rahmen des Wumms-Paketes hat die Bundesregierung beschlossen, die Mehrwertsteuer für Lebensmittel für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember von 7% auf 5% abzusenken. Damit soll der Konsum angekurbelt werden. Merkt das einer? Ich denke, dass sich in Deutschland niemand darüber beschweren darf, dass unsere Lebensmittel zu teuer sind. Bei vielen Produkten bewegen wir uns bei den Preisen im Cent-Bereich. Wie soll also der ermäßigte Steuersatz auf diese Produkte umgelegt werden? Ein Kohlrabi, der heute 0,59 € kostet, wäre dann, gerundet, um 1 Cent billiger. Bei 10 Eiern für 0,99 € wären es schon 2 Cent. Ich frage mich, warum die Regierung die Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln nicht unverändert gelassen hat, denn bei einem Einkauf von 100 € macht das gerade mal 2 € aus. Lohnt dafür der ganze Aufwand? Und ist es wirklich das richtige Signal? Gibt der Handel den Steuervorteil weiter? Mag ja sein, dass ich ein schlechter Mensch bin, aber wenn ich einen Supermarkt hätte, würde ich jetzt, wo ich weiß, dass die Senkung kommt, den Preis ganz langsam anheben. …

Klopapier, Hefe, Seife…alles so wie vorher

Können Sie sich noch daran erinnern? Es gab mal eine Zeit, die noch gar nicht so lange her ist, in der bestimmte Produkte nahezu mit Gold aufgewogen wurden. Nun, nicht ganz, aber so ein wenig Panik hat doch jeder verspürt, wenn die Vorräte an Toilettenpapier so langsam nur Neige gingen. Und man für Hefe anstand, weil man ja jetzt selber backen wollte. Das haben wir vorher nicht gemacht. Gestern Lebensmittel wurden gehortet, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Bilder wie oben waren über mehrere Wochen zu sehen. Wir wollen es heute nicht mehr wahrhaben und jeder wird heute sagen, dass „ich diesen Blödsinn damals nicht mitgemacht habe“. So belügen wir uns selbst, weil wir uns vor uns selbst schämen. Heute Heute ist wieder alles normal. In den Supermärkten fehlt nichts, aber auch garnichts. Gut, manches ist etwas teuerer, aber wesentlich ist das nicht. Es wird gekauft. Und was gekauft wird, wird auch produziert. So wie vorher. Morgen „Nach Corona ist nichts mehr so wie vorher“. Doch, es wird alles so weitergehen wie bisher. Die …

Es gibt auch Zuckerrüben…

Ja, das ist Bio. Und deshalb ist es teuer. Man sehe sich mal die Preise für ein Kilogramm an. Ahornsirup kommt für gewöhnlich aus Kanada. Datteln sind in Europa auch eher selten. Und Zuckerrohr-Melasse könnte aus Brasilien kommen. Aber ja, es ist bio. Ich kann das nicht verstehen. Warum muss das aus Übersee kommen? Ich baue Zuckerrüben an. 1000 g Rübenzucker (Raffinade) kosten so um die 0,70 €/kg. Fast egal ob bei REWE, Edeka, Aldi oder Lidl. Ahornsirup liegt für 1000 ml bei 28 €, Dattelsirup bei schlappen 14 €. Und Zuckerrohr-Melasse ist mit 9,96 €/kg geradezu günstig. Wenn ihr die Preisdifferenz in Prozent ausrechnet, wird euch schwindelig. Wenn ich Zuckerrüben anbaue, ist das gut für die Fruchtfolge, für das Klima und die Umwelt. Ich muss dafür keinen Regenwald roden. Und die Transportwege sind viel kleiner. „Meine“ Zuckerfabrik liegt 30 km entfernt. Statt Ahorn- oder Dattelsirup könnt ihr doch auch Zuckerrüben-Sirup („Rübenkraut“) essen. Grafschafter Goldsaft zum Beispiel. Der kommt hier aus der Region, schmeckt gut und ist preislich für jeden erschwinglich. Den gibt es auch …

Grüne, Gentechnik und ein neues Denken

Am 10. Juni haben einige Politiker der Partei „Die Grünen“ ein Papier zum Thema Gentechnik veröffentlicht, das ich deshalb für bemerkenswert halte, weil es der bisherigen Position der Grünen widerspricht. Die Autor*innen wollen eine Bewertung der neuen Gentechnik, die sie in sechs Thesen darlegen. https://www.gruene.de/artikel/neue-zeiten-neue-antworten-gentechnikrecht-zeitgemaess-regulieren Hier schon mal die Überschriften. Es lohnt sich aber, den gesamten Text zu studieren, weil man darin das Bemühen sieht, die komplexen Zusammenhänge angemessen zu bewerten. 1. Die politischen Herausforderungen in der Landwirtschaft, egal ob lokal, national oder global, werden sich nicht durch eine einzelne Technologie lösen lassen, aber auch nicht ohne Technologiesprünge hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. 2. Neue Gentechnik in der Landwirtschaft steht nicht per se für weniger oder mehr Nachhaltigkeit, sondern kann potentiell für beides genutzt werden. 3. Die aktuelle Regulierung von genveränderten Organismen (GVO) befördert Monopolstrukturen in der Landwirtschaft; für faire Märkte, die für alle zugänglich sind, brauchen wir neue Regeln. 4. Die grundsätzlich akzeptierte Rote Gentechnik führt schon heute vor Augen, dass auch das Unterlassen der Anwendung nicht von Verantwortung gegenüber der Gegenwart und …

Wasser in Badeseen: ausgezeichnet

Die Qualität der Badeseen in Deutschland ist excellent. Dies zeigt diese Karte der EU, die übrigens alle europäischen Badegewässer bewertet. https://www.eea.europa.eu/themes/water/interactive/bathing/state-of-bathing-waters Ich habe nur zwei rote Punkte gefunden. Einen an der Elbeinfahrt zum Hamburger Hafen, einen anderen am Rhein, südlich von Straßbourg, gegenüber eines Naturschutzgebietes. Später habe ich dann gesehen, dass nur 6 von 2289 Badestellen  in schlechtem Zustand sind. 2123 sind mit excellent klassifiziert, 93 mit gut. Wer wissen will, wie es in Österreich aussieht: 98,5% ausgezeichnete Badequalität, 1,1% gut. Und das alles, obwohl wir Bauern nun schon seit Jahren mit Gülle und Pestiziden die Gewässer verseuchen. (Ironie off) Jetzt wieder ernsthaft: Wie passt das alles zusammen? Das BMU veröffentlicht Zahlen, die überhaupt nicht zu diesen Werten hier passen. Auch interessant: wenn man auf einen einzelnen Punkt in der Karte klickt, kann man die Historie dieses Standortes sehen. Es wäre doch toll, wenn die Medien auch diese Zahlen einmal berichten würden. Ich weiß, gute Nachrichten sind keine Nachrichten. Aber schön wäre es trotzdem. Das Titelbild habe ich selbst vergangene Woche an einem See in …

Feldtag im Büro…?!

Nahezu alle Feldtage 2020 sind abgesagt. Nicht ganz, denn gestern erhielt ich einen Anruf, ob ich nicht an einem virtuellen Feldtag teilnehmen wolle. Hm, virtueller Feldtag? Wie soll das gehen? Normalerweise treffe ich ja auf so einem Feldtag viele Leute, besuche die einzelnen Stände und sehe mir an, was auf dem Feld passiert. Und das jetzt vom PC aus? Ja, das geht. Und wenn euch interessiert, wie das geht, dann müsst ihr euch diese Seite ansehen: https://www.duengerevents.de/#feldtag-2020 Der Hersteller von Dünger, SKW Piesteritz, hat diesen Event organisiert. Wer aber meint, er würde jetzt mit Werbung zugeschüttet, doch mehr zu düngen, der sollte sich das Programm ansehen. https://www.duengerevents.de/#vortraege In den Vorträgen geht es auch um Märkte, Fruchtfolge, Züchtung, Karriere und Agrarblogger. Ich darf kurz nach 9:00 Uhr an der Begrüssung teilnehmen. Allerdings muss man sich für diesen Event anmelden.Bis gestern abend waren es wohl so um die 1.200 Leute, die sich schon angemeldet hatten. Geht ja von überall auf der Welt.  https://www.duengerevents.de/#registrieren   Dann bekommt man den Zugang freigeschaltet und kann sich, wie auf einer Messe, …

Der NABU und die staatliche Zuwendungen

Mich hat interessiert, wie viel Geld der NABU aus Steuergelder (und anderen Quellen) bekommt. In nachfolgender Bundestagsdrucksache 19/4069 aus 2018 sind die Zuwendungen aufgelistet, die aus der Staatskasse an den NABU gezahlt wurden. (Ab Seite 8) NABU Staatliche Zuwendungen In der überwiegenden Zahl der Fälle erfolgten die Zahlungen vom Bundesumweltministerium (BMU). Beamteter Staatssekretär ist dort Jochen Flasbarth, der von 1992 bis 2003 Präsident des NABU war. Hier mal einige Beispiele für die Verwendung: Rund 1,9 Mio € für: Weltnaturerbe Westkaukasus-Klimaschutz durch nachhaltige Waldbewirtschaftung und dezentrale Nutzung erneuerbarer Energieressourcen in der neu zu schaffenden Pufferzone Rund 2,9 Mio € für: Klimaschutz und Erhaltung von Primärwäldern – Managementmodell am Beispiel Wildkaffeewälder Äthiopiens Rund 13,8 Mio € für Naturschutzschutzgroßprojekt „Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf in den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt“ Wie der NABU sich mit Firmen arrangiert, kann man auf seiner Homepage sehen: https://www.nabu.de/spenden-und-mitmachen/fuer-unternehmen/kooperationspartner/index.html So findet man unter dem Buchstaben „R“ Firmen wie Remondis (Abfallentsorgung), REWE (Lebensmittelkonzern) und Ritex (Kondomhersteller). Dann ist dann noch Volkswagen Leasing, Ikea, Schwartau, Erdal Rex…. Nur für die Abteilung Unternehmenskooperationen arbeiten in …