Bauer Willi
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Der Wumms, die Mehrwertsteuer und das billige Essen

Im Rahmen des Wumms-Paketes hat die Bundesregierung beschlossen, die Mehrwertsteuer für Lebensmittel für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 31. Dezember von 7% auf 5% abzusenken. Damit soll der Konsum angekurbelt werden.

  • Merkt das einer?

Ich denke, dass sich in Deutschland niemand darüber beschweren darf, dass unsere Lebensmittel zu teuer sind. Bei vielen Produkten bewegen wir uns bei den Preisen im Cent-Bereich. Wie soll also der ermäßigte Steuersatz auf diese Produkte umgelegt werden? Ein Kohlrabi, der heute 0,59 € kostet, wäre dann, gerundet, um 1 Cent billiger. Bei 10 Eiern für 0,99 € wären es schon 2 Cent. Ich frage mich, warum die Regierung die Mehrwertsteuer bei Lebensmitteln nicht unverändert gelassen hat, denn bei einem Einkauf von 100 € macht das gerade mal 2 € aus. Lohnt dafür der ganze Aufwand? Und ist es wirklich das richtige Signal?

  • Gibt der Handel den Steuervorteil weiter?

Mag ja sein, dass ich ein schlechter Mensch bin, aber wenn ich einen Supermarkt hätte, würde ich jetzt, wo ich weiß, dass die Senkung kommt, den Preis ganz langsam anheben. Merkt kein Mensch und jeder kauft wie bisher. Wenn dann der 1. Juli kommt, würde ich mit viel Tamtam und lautem Getöse wieder auf den Preis zurückkehren, den wir im Moment haben. In der Zwischenzeit greife ich die höhere Marge ab. Anfang Juli lobt dann jeder den Lebensmitteleinzelhandel, wie fair er doch den Vorteil durchgereicht hat. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, den Erzeuger im Preis weiter zu drücken.

Nein, die Mehrwertsteuerabsenkung wird nur den LEH noch reicher machen, als er es ohnehin schon ist. Leidtragende werden Erzeuger und Verbraucher sein. Dazwischen wird verdient. Und damit die Discounter in Corona-Zeiten nicht zu kurz kommen, lassen sie sich was einfallen. https://www.supermarkt-inside.de/discounter-blasen-erneut-zum-angriff/

  • Und dann gibt es noch eine Methode

Diese Methode heißt „Versteckte Preiserhöhung“ oder auch Mogelpackung. Wie das geht, kann man hier nachlesen.

https://www.vzhh.de/sites/default/files/medien/171/dokumente/Versteckte_Preiserhoehungen.pdf

Eine Dokumentation der Verbraucherzentrale, die bis 2004 zurückgeht. Dafür mal ein Dankeschön, dass es Stellen gibt, die auch dem Handel mal auf die Finger schaut und nicht immer nur den Bauern.

Wie das geht mit der versteckten Preiserhöhung? Ganz einfach, in dem man nicht den Preis erhöht, dafür aber die Packung kleiner macht. So war der Möhren-Direktsaft von Hipp die Mogelpackung des Jahres 2019, weil Hipp nicht nur den Inhalt von 500 ml auf 350 ml verringert hat, sondern gleichzeitig  noch den Preis von 1,05 € auf 1,49 € verteuerte. Also doppelte Preiserhöhung.

Rama war nicht ganz so dreist. Sie haben nur das Gewicht von 500 g auf 350 g gesenkt, aber den Preis unverändert gelassen.

https://www.infranken.de/ratgeber/versteckte-preiserhoehung-was-ist-die-mogelpackung-des-jahres-2019;art168683,4731642

  • Billige Lebensmittel

Wer Niedriglohnempfänger ist, wer Hartz IV bezieht, hat oft nicht mehr als einen Tagessatz von gut 4 € bzw. knapp 5 € für Lebensmittel. Da ist „bewusst einkaufen“ und „nachhaltiger Konsum“ fast unmöglich und da müssen Lebensmittel billig sein. Und ob das Gekaufte immer gesund ist, darf auch bezweifelt werden. Es soll erst einmal satt machen.

Wenn es also gewollt ist, dass es immer ein billiges Segment geben muss, nimmt man die Ausbeutung von Bauern, Tieren und Umwelt billigend in Kauf. Der Mensch ist egoistisch.

  • Wenn jetzt Lebensmittel billiger werden …

… werden dann mehr Lebensmittel gekauft? Nein, der Konsum bleibt gleich, denn mehr als sich satt essen kann niemand. Und mehr weggeworfen wird vermutlich auch nicht. Wenn also der Konsum „angeheizt“ werden soll, geht das mit Lebensmittel kaum. Wenn ein Haushalt jede Woche für 100 € einkauft, hat er in einem Monat 8 € mehr, was in den sechs Monaten stolze 48 € ausmacht. Für den gesamten Haushalt. Rechnen Sie mal aus, wieviel das ist, wenn der Haushalt aus 4 Personen besteht. Nochmal die Frage vom Anfang: Lohnt dafür der ganze Aufwand? Und ist es wirklich das richtige Signal?

Billige Lebensmittel sind scheinbar wichtig, damit die übrige Wirtschaft rund läuft. Damit das neue Auto, die neuen Möbel, die neue Küche oder das neue E-Bike gekauft werden können. Gerade sind die ersten Deutschen wieder nach Mallorca geflogen…

  • Und Einkaufsgutscheine?

Da gibt es die Idee, die 20 Milliarden einfach als Einkaufsgutscheine an die Bevölkerung zu verteilen. Macht bei 80 Millionen rund 250 € pro Kopf, egal ob Säugling oder Greis, ob reich oder arm.  Doch was mache ich damit? Was soll ich mir davon kaufen? Ich muss da wirklich nachdenken. Also fände ich es gut, wenn man

  1. die Annahme des Gutscheins verweigern kann
  2. den Gutschein an jemanden weitergeben könnte, der es nötiger hat als ich
  3. in jedem Fall dafür sorgt, dass er nur in Läden und nicht im Internet ausgegeben wird. Oder auch in der Gastronomie.

Mein Rat: Nehmt die Lebensmittel vom “Konsum anheizen” aus. Macht mit den eingesparten Milliarden etwas Vernünftiges.

Ich weiß, es ist gut gemeint, aber ihr wisst schon…gut gemeint… 😉

Bauer Willi

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71 Kommentare

  1. Martin Birkle sagt

    Landwirtschaft heute = moderne Sklaverei lebenslänglich! Oft 70 Stundenwoche und immer
    mehr Forderungen wie Düngeverordnung, Klimawandel , Tierwohl usw. Wer kümmert sich
    um Bauernwohl? Wie lange lassen sich die Bauern das noch gefallen? Nach dem Milchstreik
    hatten wir 43 ct Milchpreis, dann hat das Kartellamt den Streik verboten (Androhung von Bußgeld von 50 000€ je Betrieb), dann war der LEH wieder Herr der Lage durch Hilfe der
    Politik, dann ohne Not Abschaffung der Kontingentierung = Wertvernichtung der zuvor mit
    Milliarden gekauften Milchkontingente , dann Biogas Einspeisvergütung mit Festpreis für 20 Jahre = Pachtpreisverdoppelung usw. Was Merkel in ihrer Zeit angerichtet hat ist beispiellos.
    Wachsen oder weichen bis zum Umfallen!!

      • Thomas Apfel sagt

        Wo sehen Sie die Alternative, wenn schon die konservativste wählbare Partei (CDU/CSU) diese Art von Politik gegenüber der LW betreibt? Es ist schlichtweg wurscht was die Landwirte in real wählen. Politik agiert auf Bundesebene nach volkswirtschaftlichen Prioritätensetzungen, da spielt die Landwirtschaft entgegen allem Gelaber von “Systemrelvanz” überhaupt keine Rolle.Erstens weil sie als Gruppe zu klein ist (zu wenig reale Stimmen) und zweitens, weil sie gespalten ist, durch sich selbst und von Außen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine Bauernpartei die einzige Variante ist, die die Politik tatsächlich fürchtet, weil es die Stimmen noch weiter aufspalten würde.

        • Ein Privatier sagt

          Die Idee mit der “Bauernpartei” klingt doch vernünftig.
          Allerdings bliebe das Problem der Koalition.

          Die CDU/CSU war mal die konservativste wählbare Partei, was aber nicht mehr der Fall ist, da sie ganz offensichtlich rot-grüne Politik betreibt.

          Die perfekte Partei gibt es sowieso nicht, auch deswegen muss man zuerst herausfinden, was man warum will und was man warum nicht will.

          Bei der Dynamik, die in der politischen Landschaft herrscht, ist es fahrlässig, einfach immer das zu wählen, was man schon immer gewählt hat.

          Dass die ganze EU-Zone durch Brüsselberlin undemokratisch dominiert wird, sollte jedem bewusst sein. (Ein Beispiel wäre die Stimmmächtigkeit Maltas gegenüber der Deutschlands.)

          Jedem Wähler mit einem Sinn für Traditionen und Individualität sollte die Gleichmacherei der EU zuwider sein.

          • Reinhard Seevers sagt

            Zitat Privatier :”Jedem Wähler mit einem Sinn für Traditionen und Individualität sollte die Gleichmacherei der EU zuwider sein.”

            Individualität ist ja gerade der Grund für die unsolidarische Politik. Jede noch so kleine Gruppe fordert seine Pfründe ein.
            Bauernpartei ist nun wirklich das unsinnigste überhaupt.

            • Thomas Apfel sagt

              Auch hier die Frage: Was ist daran “unsinnig”? Eine Partei mit dem Auftreten der “Freien Bauer” die die Interessen der Landwirtschaft hinter sich bringen kann, wäre nicht nur für Bauern wählbar. Sie müsste auch von dem Politikbetrieb ernst genommen werden, weil sie selbst wenn sie die 5 % Hürde nicht überwindet, Stimmen kostet.
              Da die Frage der Ernährungssouverenität eines Nationalstaates oder eben der EU nicht “Interessenlage einer Randgruppe” ist, sehe ich das ganz anders als Sie, Herr Seevers. Das Problem ist eher überhaupt in nur 2 bis 3 wichtigen Fragen einen Grundkonsens zu finden. Aus Sicht der “Freien Bauer” oder LsV oder Sonstwem ist schon die Beantwortung der Fragen: Welcher Betrieb ist bäuerlich”? – Was ist mit denen, die als “Agrarindustrie” oder “ostelbische Pleitebetriebe” die nur dank Subventionen überleben eingeordnet werden (“Freie-Bauern-Sprech”), nicht einheitlich zu beantworten. Eine Partei steckt in dem Zusammenhang im gleichen Dilemma, wie die derzeitigen Verbände/Interessenvertreter. Aber, statt immer nur darüber zu schwätzen, was alles nicht geht, könnten doch die “Bauernführer wenigstens den Versuch von Gesprächen und Einigung wagen – oder nicht ??

              • Reinhard Seevers sagt

                Zitat T. A.: “Da die Frage der Ernährungssouverenität eines Nationalstaates oder eben der EU nicht „Interessenlage einer Randgruppe“ ist, sehe ich das ganz anders als Sie, Herr Seevers.”
                Die Sichtweise ist Ihnen unbenommen…..
                Ernährungssouveränität und Einkommenssicherung der Erzeuger sind zwei Paar Schuhe…..darum wird doch in den unzähligen Lagern innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft so ideologiebezogen gekämpft.

          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            “Die Idee mit der „Bauernpartei“ klingt doch vernünftig.
            Allerdings bliebe das Problem der Koalition.”

            Da käme mir eine grandiose Idee: Hinein in die Höhle des Löwen! Schlagen wir als schlaue Bäuerlein gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe!

            Wir wär’s mit einer Koalition Bauern-Partei/die Grünen!? – Nun, die Farbe an sich würde doch schon einmal prima harmonieren und ansonsten gelänge dann vielleicht auch endlich “die Erneuerung von innen heraus”…? 😉

            Neue Zeiten fordern Wagnisse, sprechen wir mit Baerbock u. Habeck… 🙂

            • bauerhans sagt

              ” sprechen wir mit Baerbock u. Habeck… 🙂 ”

              da bekommen wir nichtmal nen termin zum vorsprechen.

              • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                Ach, warum so negativ? 🙂

                Käme vielleicht auf einen Versuch an…

                • bauerhans sagt

                  erfahrung!
                  ich kenne hier einen ehemaligen europaabgeordneten und aus der landjugend einen bundestagsabgeordneten.
                  die antworten gar nicht,wenn man sie höflich fragt.
                  Hofreiter hatte wenigstens antworten lassen.

        • Arnold Krämer sagt

          CDU/CSU wollen regieren/gestalten und sind keine Programmpartei. Sie werden getrieben von den Grünen und von der mittlerweile stark angegrünten SPD. Man ist auf die SPD angewiesen im Bund und über den Bundesrat (die meisten Gesetze sind zustimmungspflichtig) auf die Grünen. Deshalb immer wieder Kompromisse, die es bezogen auf die immer tiefer gehende Regulierung der landwirtschaftlichen Produktionstrechnik eigentlich nicht geben darf. Entweder ist etwas fachlich richtig oder sinnvoll oder nicht. Der “Kuhhandel” ist “Gift” gerade auch für die Landwirte. So kommt z. B. etwas Verdrucktes wie die aktuelle Dünge-VO oder das BImschG (bezogen auf die Landwirtschaft) zustande. Ein Dilemma, in dem sich die CDU/CSU befindet, weil nur mit einem klaren “Nein” bei vielen landwirtschaftlichen Fragestellungen auf die ständigen Forderungen der Grünen und dere EU-Kommission zu reagieren wäre. Aber das will man/kann man nicht! Der landwirtschaftliche Berufsstand geht dabei vor die Hunde.

  2. Reinhard Seevers sagt

    Mark, du hast meinen Schreibfehler aus dem ersten Beitrag nicht richtig lesen können?
    angeben sollte anheben heißen….ergibt sich eigentlich aus meinem nachfolgenden Beitrag.
    Brötchen hatte es gecheckt.

  3. Obstbäuerin sagt

    Die “Wumms”-Rede von unserem Vize wurde wohl von einer Marketing-Firma gestylt. Dieses Wort ist in unserem Sprachgebrauch eher selten anzutreffen. Nach dem Motto: die Wiederholung bringt den gewünschten Effekt, wurde “Wumms” von oder für Scholz an zahllosen Stellen der Rede eingebaut. Das soll uns wohl die Kraft der Maßnahmen suggerieren und wird uns vielleicht in Zukunft wiederbegegnen. Solche Worte, die durch den Verbreiter positiv oder negativ belegt sind und sofort eine Verknüpfung zu den gewünschten Einsichten hervorrufen soll, kennen wir doch:
    Massentierhaltung
    Pestizide
    industrielle Landwirtschaft
    enkeltauglich
    Jetzt kommt mit “Wumms” von allen Seiten das Corona-App-Märchen auf uns heruntergeprasselt und ich wage die Voraussage, dass die Freiwilligkeit schon bald inoffiziell untergraben wird.

    • Bauer Willi sagt

      Es wird freiwillig bleiben. Meine Frau hat ein Smartphone, dessen altes Betriebssystem das Laden der App nicht möglich macht. Und sie wird sich sicherlich kein neues dafür kaufen. Stand heute haben 10% die App geladen. Wenn es morgen noch mal 10% sind und dann nochmal 5%…wird das ein Flopp.

      Ach so, ich vergaß zu sagen, dass hier nur noch mitdiskutieren darf, wer die App geladen hat…. 😉 🙂

      • Obstbäuerin sagt

        Da ich das abgelegte Handy meiner Tochter nutze, Bauer Willi, ist mir die Nutzung auch verwehrt 😏. Es wird keinen Zwang per Gesetz geben, das denke ich auch. Nur kann die Nutzung von Dienstleistungen und Kultur von der App abhängig gemacht werden. Da kann sich dann jeder freiwillig entscheiden, ob er z.B. ein Konzert besucht oder nicht.

  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Um überhaupt spürbare Effekte zu erzielen, ist der festgelegte Zeitraum bis Ablauf 2020 ohnedies viel zu kurz, was die berechtigte Frage durchaus zulässt: Wozu im eigentlichen dann das ganze!?

    – Regt dies den Konsum kurzfristig tatsächlich so nachhaltig an, womit man ein solches Einnahmeloch im Staatssäckel rechtfertigen könnte?
    – Befüllt man über die Hintertüren damit nicht erst einmal noch überreicher die Schatzkammern all jener, die schon immer auf der absoluten Gewinnerseite geparkt waren?
    – Unser System basiert einzig auf dem „Haben-Wollen“ eines jeden Einzelnen; wie schnell aber sich die Grenzen eines solchen mittlerweile nicht selten übersteigerten Besitzstandsdenkens von heute auf morgen enorm verschieben können, zeigen die Folgen des unerwarteten Lockdowns innerhalb einer noch immer nicht überstandenen Pandemiekrise, auch wenn sich viele Mitbürger gegenwärtig rasch davon geistig verabschieden möchten.
    – Dieser WUMMS-Effekt jedenfalls ist extrem unspezifisch, wo man im Vorfeld kaum treffsichere Prognosen in die Zukunft wagen kann. Zunächst einmal mutet es als reines finanzpolitisches Experiment an, ein Instrument wiederum im Groko- Experimentierbaukasten, das enorm viel kostet in dem gesicherten Wissen, dass diese Löcher irgendwann einmal auch wieder gestopft werden müssen.

  5. Und als pauschalierender kleiner Landwirt bin mal richtig gekniffen …

    Das ganze Jahr durch hab ich Betriebsmittel mit 19% eingekauft, Diesel, Energie, Pflanzenschutzmittel, Düngemittel, Pflanzgut, Saatgut. Die Konttrakte mit dem Großhandel werden natürlich Netto (also ohne MwSt) abgeschlossen, sprich zur Ernte sinken die Einkünfte um diese 2-3 Prozent um dann für die Vorbereitung für 2021 wieder zu steigen!
    Zusätzlich sollen die 10,7% bestehen bleiben!

    Geil gemacht die Strategen in Berlin!

    • Arnold Krämer sagt

      Da sehen Sie etwas falsch. der pauschalierende Landwirt profitiert, weil die 10,7 % beim Verkauf Ihrer Erzeugnisse Bestand haben. Der Steuersatz aber für alles, was sie im nächsten halben Jahr einkaufen, sinkt von 19% auf 16% (Diesel, PS-Mittel, Maschinen) und von 7% auf 5% (z. B. Saatgut, Pflanzgut, Futtermittel, Ferkel, Mastkälber). Wenn die Nettopreise nicht steigen, liegt der gesamte Nutzen bei Ihnen. “Geil gemacht!”

      • Brötchen sagt

        Ist schon blöd, wenn man nicht mitbekommt, wenn man was geschenkt bekommt.

        Der Staat verzichtet auf Abgaben, macht was draus !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Ein gut gemeinter Ratschlag, so einige Bauern greifen mittlerweile allerdings doch recht enttäuscht in ihre leeren Hosentaschen.

          Was also anfangen mit Geschenken, die dennoch gehörig Kapital fressen auf vielen finanziell extrem ausgelaugten Höfen!?

          • Reinhard Seevers sagt

            Man hätte die Mehrwertsteuer angeben sollen, dann wären alle zufriedener, stimmt’s? OmG 🙃

              • Reinhard Seevers sagt

                Naja, so wie hier über eine Senkung gejammert und geschimpft wird, da wäre doch eine Erhöhung wohl besser gewesen….😁

                • Brötchen sagt

                  Reinhard sehe ich auch so.

                  Wenn man kein Geschenke Empfangsberechtigter ist, dann ist das eben so.

                  Man muss auch mal gönnen können! 😉

                • Brötchen sagt

                  Wir hatten mal eine Kollegin, die hat sich auch ständig über Geschenke beklagt…..die hätte auch gejammert, das der Goldklumpen zu schwer wäre, den sie bekommen hätte.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn die Corona vorbeigezogen ist, dann wird man die nächste Sau durchs Dorf treiben und sehen, wie die ganzen Mitnahmeeffekte sich monetär abzeichnen….und dann wird wieder die Schulddiskussion auf dem Tisch liegen und man wird die Politik anklagen, nicht den Mitnehmer, der ist ja moralisch unantastbar und schon gar nicht haftbar, weil es ja alle gemacht haben.

      • Moin!

        Ich weiß nicht, wie das bei Landwirten ist, aber für mich als Selbständiger ist die Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten. Ich mache ‘ne EÜR, Einnahme-Überschuß-Rechnung, muß auf meinen Rechnungen eine MwSt. auszeichnen, darf dafür die MwSt. zurückfordern, die ich zur Investition in Betriebsmittel hatte. Größere Anschaffungen laufen über die AfA-Liste für Abschreibungen und werden gewinnmindernd steuerlich geltend gemacht. MwSt. ist halt Vorsteuer, Durchlaufender Posten. Ich profitiere bei Investitionen nicht von reduzierter MwSt.

        Spielt man das Spiel mal weiter:

        Der Handel fordert nach Reduzierung der MwSt. auch von Erzeugern niedrigere Rechnungen (Bruttopreise).
        Wird die MwSt. wieder angehoben, zweifle ich daran, daß es auf das eh schon schlechte Vorniveau zurückginge, der LEH und Verarbeiter werden mit Bruttopreisen kalkulieren aus der Zeit der günstigeren MwSt. Der Landwirt hätte am Ende einen schlechteren Netto-Preis.

        Zumindest ist es etwas, was ich rückblickend auf Jahrzehnte Marktentwicklung fast schon als garantiert erachten würde.

        • Arnold Krämer sagt

          Für die Landwirtschaft gibt es aus Vereinfachungsgründen die sogenannte Umsatzsteurepauschalierung. Grundgedanke dabei: die eingenommene MWSt ist durchschnittlich genauso hoch wie die gezahlte MWSt.
          Trifft aber nicht jedes Jahr und nicht für jede Betriebstruktur zu.

      • Super, nur das die Ausgaben für die kommende Ernte eben in der Vergangenheit liegen, also im 19%

        • Arnold Krämer sagt

          Die Pauschalierungsvorteile für die Landwirtschaft sind je nach Betriebsstruktur sehr unterschiedlich und teilweise auch garnicht vorhanden, so dass die betroffenen Landwirte meist freiwillig für die aufwändigere Regelbesteuerung optieren.

  6. Smarti sagt

    lieber Willi, lieben Dank für Deinen unermüdlichen Einsatz. Man spürt, dass Du sehr viel Herzblut investierst und deine Artikel freundlich und ausgeglichen formulierst. Zehn Minuten Pause, einen Kaffee und Bauer Willi gehören für mich schon zusammen, ist auch viel spannender als die Zeitung :).
    Gutscheine wären wohl viel zu kompliziert – und eh gleich in einer grossen Kette versenkt. Noch viel schlimmer fand ich Autokaufprämien – da ist die Mehrwertsteuersenkung ja noch das Beste. Aber eigentlich spart man jetzt doch am Meisten Mehrwertsteuer wenn man nichts investiert und nur “verkauft” ? Auf unserem Betrieb ist die Balance zu halten zwischen neuen Investitionen ( wenig Mehrwertsteuer abführen ) oder nicht noch mehr Schulden machen ( und mal eben wie jetzt 6000.- Euro Mehrwertsteuer im Jahr löhnen ) echt nervenaufreibend. Wie mans macht ist es falsch.

  7. Ein Privatier sagt

    Die Politiker und Geschäftsleute kennen ihre autochthonen Wähler und Kunden besser, als die sich selbst kennen. Nichtsdestotrotz werden dieselben Politiker wieder gewählt und die stark verteuerten Waren werden trotz allem gekauft. Die wählenden Endverbraucher werden die Gelegenheit zum Meckern wahrnehmen und Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.

    Denn auf die waschechten Biodeutschen ist tatsächlich noch Verlass!

    Auf die Göring der Grünen muss dieser altbewährte Dauerzustand provozierend eingewirkt haben:
    „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!“

  8. Mark sagt

    Ziel der Mehrwertsteuerabsenkung ist sicher nicht, den Verbrauch von Lebensmitteln oder anderen geringwertigen Konsumgüters zu puschen, sondern den von hochpreisigen Gütern. Politisch hat man sich schlicht nicht getraut, eine Autokaufprämie etc. einzuführen. Gewinner ist in jedem Fall der Handel, besonders dann wenn die Absenkung nicht weitergegeben wird. Von den 219 Mrd €, die angeblich coronabedingt an neuen Schulden gemacht werden, wird ein erheblicher Anteil in dubiosen Kanälen versickern ohne wirklichen Nutzen zu stiften. Ich bin davon überzeugt, das nach dem Ablauf der Absenkungsfrist die Mehrwertsteuer auf 20% festgesetzt wird. Der ganze Aktionismus ist sicher kontraproduktiv.

    • Ein Privatier sagt

      Im Hinblick auf die von Merkel prophezeiten “Transormationen von gigantischem, historischem Ausmaß” wird der ganze Aktionismus sicher produktiv sein, denn über eine Mehrwertsteuererhöhung auf 20% ließe sich außerordentlich vortrefflich meckern.

      https://www.theeuropean.de/florian-josef-hoffmann/merkels-grosse-transformation/

      “Doch welcher Plan steckt dahinter, dass er die Kanzlerin so mutig ist, anzukündigen, dass wir “die gesamte Art des Wirtschaftens und das Leben, wie wir es uns angewöhnt haben”, verlassen werden? Im Detail nachzulesen ist ihre Utopie beziehungsweise Dystopie in diversen Schriften, die zu dem von ihr gebrauchten Begriff “Große Transformation” entstanden sind:
      Der Plan dahinter ist ein alter Bekannter und heißt Sozialismus

      Der Begriff selbst ist aus dem Jahr 1944 und stammt vom österreichischen Sozialökonomen Karl Polanyi und seinem Buch mit dem Titel “The Great Transformation”, in dem er für einen Sozialismus plädierte, der Arbeit, Boden und Geld dem Markt entziehe solle und das alles demokratisch kontrolliert. Den Weg in die aktuelle Politik fand der Begriff und sein inhaltlicher Ansatz dann im Jahr 2007 im sogenannten “Potsdam-Memorandum”, verfasst vom seinerzeitigen Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber. Im Jahr 2011 wurde aus dem Memorandum ein 446-seitiges sogenanntes “Hauptgutachten” des “Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)” mit dem Titel: “Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation”. Damit wurde die Große Transformation zum quasi-amtlichen Fahrplan merkelscher Wirtschaftspolitik und sein Verfasser als Mitglied des Beirats wichtiger Berater der Kanzlerin.

      Der Plan für die Veränderungen von “gigantischem und historischen Ausmaß” liegt also in schriftlicher Form vor, wird als “Umbruchphase der Menschheit im 21. Jahrhundert” angekündigt, ist sogar am Kabinettstisch verabschiedet worden, wie die Äußerung der Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) im März 2018 in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag vermuten lässt, indem sie sagte: “Vor uns liegen grundlegende Strukturveränderungen, oder wie es eben auch genannt wird, eine Große Transformation.” In eleganter Verkleidung in einem Buch mit 500 Seiten wurde das Thema zuletzt im Jahr 2018 veröffentlicht unter dem Titel: „Die Große Transformation: Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels“. Sein Autor: Uwe Schniedewind, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie.”

      • Stadtmensch sagt

        Ihr Geldzähler könnt froh sein, dass die Menschen zu doof sind, eine Beschreibung, wie sie z.B. Karl Polanyi verfasst hat, zu lesen und zu verstehen.
        Nützt euch nur nichts. Der Karren fährt zielsicher gegen die Wand…

      • Schon faszinierend, wie Sie da durch einen geschickten Einschub andeuten, Merkel sei an einer kommunistischen Verschwörung beteiligt. Blöd nur: Dieser Einschub führt in die Irre, denn die “Great Transformation” die Karl Polanyi beschrieb, war der Übergang von der Vormodern in die Moderne – also ein Blick auf eine vergangene Veränderung, nicht das Heraufbeschwören einer zukünftigen Veränderung. Einmal abgesehen davon stimmt auch das Plädoyer nicht, denn er plädierte für “Freiheit in einer komplexen Gesellschaft” – mit einer Marktwirtschaft, selbstverständlich, denn die ist seiner Meinung nach Bestandteil jeglicher funktionierenden Gesellschaft und gerade Teil der Freiheit.

        • Ein Privatier sagt

          Sehr geehrter Herr Polanyi,

          ich weiß nicht, ob Sie mit dem Phänomen Wikipedia vertraut sind, aber Sie sollten mal bei sich nachschauen, ob Sie in allen Punkten wahrheitsgetreu dargestellt werden.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Polanyi


          “Schon faszinierend, wie Sie da durch einen geschickten Einschub andeuten, Merkel sei an einer kommunistischen Verschwörung beteiligt.”

          Noch faszinierender ist, dass Sie hier der einzige sind, der den mir unterschobenen Einschub geleistet hat. Das Wort Kommunismus ist von mir nicht benutzt worden. Auch das Wort “Verschwörung” stammt von Ihnen.
          Warum Ihr Linken oft lügt, Fakten verdreht, Tatsachen außer Acht lässt und Irreführendes einführt, kommt mir schon seit vielen Jahren wie ein Symptom einer psychischen Erkrankung vor.

          Tatsächlich war Polanyi ein lupenreiner Sozialist mit antikapitalistischer Ausrichtung.

          “Er stammte aus einem intellektuellen und bürgerlichen familiären Umfeld, in dem seine Geschwister und er schon früh von der Mutter Cecile Wohl sozialistisch geprägt wurden. (…) An der Universität engagierte er sich in linken Studentengruppen und war aktiv an der sozialistischen Bildung von Arbeitern beteiligt.”

          “Demgegenüber plädierte Polanyi im Schlusskapitel für einen “Sozialismus”, der Arbeit, Boden und Geld dem Markt entziehe und demokratisch kontrolliere.”
          “The Great Transformation gehörte zu den Schlüsseltexten der schrumpfenden antikapitalistischen Linken in den Vereinigten Staaten und blieb in Europa weitgehend unbekannt.”

          • Natürlich haben Sie das Wort “Kommunismus” nicht benutzt, sondern nur angedeutet (“dem Markt enziehen sollte”) und natürlich haben sie auch nicht ausdrücklich von einer Verschwörung gesprochen, sondern die bloß durch den unnötigen Einschub eines Buchs von 1944 angedeutet – sonst wäre ja sofort aufgefallen, dass Sie bloß einen Verschwörungsmythos basteln und dummes Zeug reden.

            Zitieren kann ich übrigens auch, sogar aus einer wissenschaftlichen Rezension zu “The Great Transformation”:

            “The Great Transformation examines the social and political changes that took place in England during the rise of the market economy. One of the primary conclusions Karl Polanyi makes, and something that differentiates him from Keynes and Hayek, is that the nation state and the newly formed market economy are not separate entities but are one object of human invention which he refers to as ‘the market society’. For Polanyi, this meant that any philosophy which sided with either market or state as the solution to our economic problems – for example, neo-liberalism on one hand or state socialism on the other – was likely to be simplistic.”
            Quelle: https://warwick.ac.uk/newsandevents/features/polanyi/

            Hmm. Wir haben hier eine wissenschaftliche Rezension, die meine Darlegungen bestätigt, und einen Link auf die Wikipedia, der die von Ihnen behauptete Zugehörigkeit zur antikapitalistischen Linken nicht erwähnt.

            Ich kann auch noch mit einer Rezension der antikapitalistischen Linken zu Karl Polanyi aufwarten:
            “Trotz all seiner Kritik am Kapitalismus scheint bei Polanyi stellenweise immer wieder der Gedanke durch, Kapitalismus müsse nur weise genug sozial gemanaged werden, um am Ende vielleicht doch eine dauerhafte Gesellschaft hervorbringen zu können.”
            Quelle: http://www.thur.de/philo/gast/polanyi.htm

            Hmm. Irgendwie scheint die antikapitalistische Link Karl Polanyi nur als “Weichei” zu sehen, der sich mit der Sozialdemokratie begnügt, anstatt auf die Revolution hinzuarbeiten. Seltsam für einen ihrer angeblich radikalen Vordenker…

            • Ein Privatier sagt

              Sie schießen sich ins Knie und werfen mir das vor?
              HILARIOUS!

              “Natürlich haben Sie das Wort „Kommunismus“ nicht benutzt, sondern nur angedeutet („dem Markt enziehen sollte“) und natürlich haben sie auch nicht ausdrücklich von einer Verschwörung gesprochen, sondern die bloß durch den unnötigen Einschub eines Buchs von 1944 angedeutet – sonst wäre ja sofort aufgefallen, dass Sie bloß einen Verschwörungsmythos basteln und dummes Zeug reden.”


              Wissenschaftlich?

              https://warwick.ac.uk/fac/soc/sociology/research/centres/gender

              “(…) Hollway used the matrixial theory, the idea of trans-subjectivity, and the notions of diachronous versus synchronous parenthood, to explain how men and women are bound to experience parenthood differently. As a result, Hollway suggested that feminism needs to be very careful about disregarding the biological. In my eyes, this provided us with a comprehensible conclusion and an interesting challenge, because the notion of “the biological” often serves as an uncomfortable reminder of the universalisation and essentialisation of presumed biological differences, which feminism aims to fight against.

              “In my opinion, using the term “mothering” has a cisnormative feel to it.”

              In connection to “phallic logic”, Hollway reflected on the concept of “femininity”. She seemed generally critical of 2nd wave feminists’ ways of revolting against stereotypes of femininity. Personally, I’ve been thinking about the concepts of masculinity and femininity, and my position in and between the two, ever since taking a gender module in first year. Therefore, I see Hollway’s analysis as an invitation to further reflect on what feminism means to us as individuals, and how we adapt our behaviour with regard to its aims. In conversations, I try to move away from reifying the ideas of “femininity” and “masculinity”, by replacing them with more accurate descriptions (such as “soft” and “assertive”, rather than “feminine” and “masculine”). Here, Hollway’s frequent mention of “phallic logic” reminded me that it is problematic to try to erase those concepts all too soon, and inspired me to be aware of general limitations of feminism’s sex-gender division. (…)”


              Wissenschaftlich?

              Warwick.ac.uk (type in “racism”)
              “We absolutely condemn anti-Black racism and fully support the Black Lives Matter movement, as well as all our students and staff standing in solidarity.”


              Wissenschaftlich?

              Wikipedia (Marxismus)
              “Der Marxismus ist eine einflussreiche politische, wissenschaftliche und ideengeschichtliche Strömung, die sowohl dem Sozialismus als auch dem Kommunismus zugerechnet wird.”

              THANK YOU!

                • Ein Privatier sagt

                  “Sonst nervt es ziemlich.”

                  Hier ein dick aufgetragener Tipp von mir:
                  Nicht “es” nervt, sondern Sie nerven sich selbst.

                  Dieser Tipp könnte Ihre Ehe retten!

  9. Arnold Krämer sagt

    Die Bundesregierung hat beschlossen, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% auf 5 % für ein halbes Jahr zu reduzieren. Das ist keine spezielle Maßnahme für die Lebensmittelwirtschaft sondern betrifft alle Sektoren, die mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz zu tun haben. Da sind zum Beispiel auch Bücher, Hotelübernachtungen, Futtermittel, Ferkel, Kälber, Saatgut betroffen. Der Versuch der Feinsteuerung von Wirtschaftsprozessen (hier ist allerdings „Grobsteuerung“ gewollt) über das Steuerrecht hat schon immer für fragwürdige Ergebnisse und „Ungerechtigkeiten“ gesorgt. Und je größer diesbezügliche Anstrengungen werden, umso schlimmer wird es; das ist jedenfalls mein Eindruck.

  10. bauerhans sagt

    immerhin wird mein neuer heizkessel um einige hunderteuro günstiger.
    die verbilligung der lebensmittel ist reiner populismus.

    • Bauer Willi sagt

      Und ich habe eben Holz-Pellets bestellt.

      Aber bitte Lieferung und Rechnung erst nach dem 1.Juli. bauerhans, an uns denkt ja keiner, da müssen wir schon an uns selbst denken.. 😉

      “Der Mensch ist egoistisch und aggressiv”. (ist ein Zitat)

    • Lady sagt

      “immerhin wird mein neuer heizkessel um einige hunderteuro günstiger.”

      Ich denke, es zielt auch eher in diese Richtung. In unsicheren Zeiten neigen wir sonst dazu, die Sparquote zu erhöhen. Nun kann man ein “Schnäppchen” machen. Das bringt vielleicht nicht absolut mehr Konsum, könnte aber die sonst wahrscheinliche Zurückhaltung kompensieren.
      Um Lebensmittel dürfte es in diesem Zusammenhang eher nicht gehen.
      Bestenfalls indirekt via Restaurants, Kneipen etc.

  11. Elisabeth Ertl sagt

    Entweder sind das die letzten Zuckungen des Kapitalismus, der so am Ende ist, wie es der Kommunismus 1989 war. Oder dem LEH wird ermöglicht, die gesamte Landwirtschaft aufzukaufen, nachdem die Finanzwirtschaft vor einem spektakulären Zusammenbruch steht.

    • bauerhans sagt

      es gibt keine funktionierende alternative zum kapitalismus!
      unser problem ist,dass wir über unsere verhältnisse leben, uns immer weiter verschulden,aber noch sind wir kreditwürdig.

    • Smarti sagt

      Das der LEH die Landwirtschaft aufkauft ist auch meine Befürchtung. Ein paar Jahre wird das auch mit so einem Grossbetrieb mit vielen Angestellten laufen, so als “Steuersparmodell”. Aber: Angestellte lassen sich nicht so ausnutzen wie selbständige Landwirte – auch hat ein Angestellter, der “des Geldes wegen” in der Landwirtschaft arbeitet, einfach nicht mehr immer das gleiche Gespür für Tiere wie Kinder, die auf dem Hof zusammen mit den Tieren aufgewachsen sind. Tierarztkosten und Tierverluste steigen.
      Das sehen wir bei uns seit Jahren – die Angestellten sind nett, fleissig und auch tierlieb – aber mehr als drei Tage fahren wir nicht zusammen in Urlaub…. sonst kostet es schnell mal ne Kuh. Auch bei den Pferden: vor 40 Jahren gab es noch viele Pferdemenschen – heute halten sich viele Menschen ein Pferd. Als Pensionsgeber darfst du dann gleichzeitig Pferd und Besitzer betreuen ( damit er sich und andere nicht gefährdet ). Nicht mehr das Pferd macht die Arbeit :).
      Mein Mann denkt, dass es Landwirte als Angestellte einfacher haben – geregelte Arbeitszeiten, regelmässig Lohn und soziale Absicherung… der LEH wird sich das nur Alibimässig eine zeitlang leisten. Dann wird das Land dem Meistbietenden verkauft – und erst jetzt wird es so richtig spannend.

      • Thomas Apfel sagt

        Der erste Weg der großen vertikal durchorganisierten Konstrukte ist möglichst viel Handarbeit in den Sektor kurzfristige Beschäftigung und Teilzeit zu drücken. Die Stückkosten beim Lohn werden so auf das Niveau der sich selbst ausbeutenden Bauern heruntergedrückt. Jetzt, da Corona auch in Polen und anderen EU-Staaten die Arbeitslosigkeit hochschnellen lässt, warten wieder genug Arbeitskräfte auf eine Beschäftigung. Ich bin bislang auch davon ausgegangen, dass Produktion ohne bäuerliche Selbstausbeutung teurer wird. Aber die Arbeitplätze, die entstehen sind fast vollständig im Niedriglohnsektor angesiedelt. Erstrebenswert ist das nicht. Aber eine “Wiederaufsiedlung” der “unrentablen Großbetriebe in Ostelbien”, wie Herr Jung von den “Freien Bauern” es sich vorstellt, wird ebenfalls nicht stattfinden.
        Soviel Kapital setzt keiner mehr ein um sich letztlich selbst auszubeuten.

        • firedragon sagt

          Entschuldigung – “Ostelbien”, habe ich noch nie gehört, was genau ist damit gemeint?

          • Ostbauer sagt

            “Ostelbien” werden die gebiete östlich der Elbe genannt, haupsächlich im Zusammenhang mit der Landwirtschaft. Man spricht auch oft von den ostelbischen Gütern. Große Teile der landwirtschaftlichen Flächen befanden sich im Eigentum von adligen Familien. Hauptsächlich war Preussen betroffen.

              • Lady sagt

                “„Ostelbien“ werden die gebiete östlich der Elbe genannt,”

                Sachlich ist das natürlich richtig.
                In der heutigen Zeit ist die Verwendung allerdings eher unüblich.
                Vor allem weil es weit über die heutigen Grenzen hinausgeht. Also durchaus bis nach Ostpreußen , Drachen.

                Wenn ich diesen Begriff verwenden würde, würde ich wohl als schwer reaktionäre Junkerin bezeichnet werden. Ein klein bisschen erstaunt mich daher, wenn die “Freien Bauern” so formulieren. Aber vielleicht ist es auch einfach jetzt als verkürztes Zitat etwas missverständlich.

                • Ostbauer sagt

                  Natürlich bis nach Ostpreußen; historisch gesehen. Es war nun mal so.
                  Die Kritik der ” freien Bauern” richtet sich auch mehr gegen die großen Strukturen in Teilen der neuen Bundesländer, welche durch mancherlei Umstände in der Größe ja fast den ostelbischen Gütern entsprechen.
                  Vielleicht daher die Rethorik.

                • firedragon sagt

                  War klar, dass die Beiträge jetzt “verrutschen”.
                  Brötchen, schätze mal ich muss mich geschichtlich auf den “neuesten” Stand bringen.

      • Stadtmensch sagt

        “Dann wird das Land dem Meistbietenden verkauft”

        Ja, da geht die Reise hin. Private Investoren und Anteilseigner übernehmen global nach und nach die Kontrolle über das Leben der Menschen. Mit Schiedsgerichten und Regierungen als “Statthalter”. Diese Organisationsform ist einzig dem Wettbewerb um höher, schneller, weiter, verpflichtet. Nachhaltigkeit spielt nur eine Rolle, wenn es nötig UND finanzierbar ist. Alles was sich nicht rechnet, findet nicht statt. Menschen werden mental an diesen “goldenen Käfig” angepasst wie Nutztiere an ihre Maximalleistungs-Haltungsbedingungen. Ich kann da nichts Gutes und Schönes erkennen. Warum expandiert Arla nach China und ist dort Großaktionär bei riesigen Molkereien? Warum redet man den Chinesen ein, sie sollten jetzt Milch trinken? Was treibt diese Geschäftsleute an, die ständig irgendwelche Chancen nutzen wollen? Die machen alles gleich und kaputt. Der Klimawandel wird diesem ganzen Spuk ein Ende machen. Fast wünsche ich mir schon diese Katastrophe, so wie damals diese Religioten sich die Sintflut gewünscht haben. Damit alles wieder “sauber” neu aufgesetzt werden kann. Wird bloß nicht gehen…

        • Ein Privatier sagt

          “Fast wünsche ich mir schon diese Katastrophe, so wie damals diese Religioten sich die Sintflut gewünscht haben. Damit alles wieder „sauber“ neu aufgesetzt werden kann. Wird bloß nicht gehen…”

          Warum sollte es nicht gehen?
          Ich bin mir jetzt sicher, dass Sie als Nichtreligiot nicht nur Ihr Klimawandelproblem auf psychischer Ebene lösen können.

          SÜNDFLUT

          Etymologie
          Sintflut · vorsintflutlich
          Sintflut f. Ahd. sinfluot (9. Jh.), mit Gleitlaut sintfluot (11. Jh.), mhd. sinvluot, seit dem 13. Jh. in der Regel sintvluot bezeichnet eine ‘große allgemeine Flut oder Überschwemmung’, besonders aber nach biblischer Überlieferung (1. Mos. 6, 17 ff.) die als Strafe für die sündige Menschheit von Gott bewirkte Überschwemmung der Erde durch einen vierzigtägigen Regen. Die Zusammensetzung enthält neben ahd. fluot, mhd. vluot (s. ↗Flut) germ. *sin- (mit ursprünglichem Wurzelauslaut *sim-) ‘in einem, immerwährend, groß’, das in Komposita begegnet wie ahd. singruoni, mhd. singrüene, aengl. singrēne, anord. sīgrœnn ‘immergrün’ (s. ↗Singrün), asächs. sinnahti, aengl. sinnihte ‘ewige Nacht’, ahd. sin(a)wel, mhd. sin(e)wel, asächs. sinuwell, aengl. sinewealt, anord. sīvalr ‘ganz rund, kugelig’, got. sinteins ‘täglich’, aengl. sinhere ‘großes Heer’. Es gehört (wie got. simlē ‘einst, vormals’, ahd. simb(a)les, simb(u)lum, asächs. simbla, simlun, aengl. simble(s) ‘immer, fortwährend’, lat. semper ‘immer’) zu der unter ↗samt (s. d.) genannten Wurzel ie. *sem- ‘ein(s), in eins zusammen, einheitlich, samt, mit’ (wozu auch ↗-sam, ↗sanft, ↗sammeln, s. d.). Bereits vor 1500 wird dieses erste Glied volksetymologisch umgedeutet und an Sünde angelehnt, wodurch der alleinige Bezug auf die in der Bibel beschriebene Überschwemmung hergestellt wird, vgl. (obd.) Sündfluß, Süntfluß, Sundfluß, dann (1. Hälfte 16. Jh.) Sündflut. Erst seit der sprachwissenschaftlichen Deutung des Wortes im 19. Jh. nimmt der Gebrauch der Form Sintflut wieder zu. Die Verwendung von -fluß neben -flut vom 15. bis zum 17. Jh. beruht auf der Synonymie von mhd. vluot und vluʒ (s. ↗Fluß). vorsintflutlich Adj. ‘völlig veraltet, modernen Anforderungen nicht entsprechend’ (19. Jh.), eigentlich ‘(wie) vor der Sintflut’; älter vorsündflutisch ‘zeitlich vor der biblischen Flut’ (16. Jh.).

      • Arnold Krämer sagt

        “Dann wird das Land dem Meistbietenden verkauft”
        Das ist bisher in Nordwestdeutschland (und auch in Süddeutschland) meist der Staat (die öffentliche Hand), der immer mehr Flächen für Bau-, Gewerbe- und Verkehrsflächen benötigt. Und dazu kommen noch zusätzlich die Kompensationsflächen, um die Eingriffe “auszugleichen”. Von Landwirt zu Landwirt ist in den letzten 20 Jahren immer weniger gegangen und wenn dann nur zu horrenden Preisen von 8 bis 14 Euro pro qm, bezahlt aus versteuerten Gewinnen oder Veräußerungsgewinnen beim Landverkauf für die oben genannte Zwecke.

        • In Ostdeutschland sind meines Wissens bis zu 40% bereits in Händen landwirtschaftsfremder Investoren. Rote Junker/Barone etc. lassen ebenfalls grüßen.

          https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/landgrabbing-in-ostdeutschland-wie-der-staat-beim-kampf-um-ackerflaechen-mitverdient/25314092.html

          Makaber daran: Mancher Landwirt verkauft fast schon „freiwillig“, wirtschaftlich keine andere Wahl. Hier in Oldenburg-Land hat ein Landwirt nicht nur an die Gemeinde abtreten müssen, sondern beim Mitbieten wurde er um das Doppelte von den Wasserwerken überboten.

          Manchmal denke ich mir, Bauern haben eine Zielscheibe auf dem Rücken und werden bewußt angefeindet, damit man sie nach und nach enteigenen kann ohne Rücksicht auf Verluste … Weder können sie was dafür, daß sie so wirtschaften wie sie wegen des Marktes wirtschaften müssen, noch sind sie alleinverantwortlich für all das Leid in der Welt, werden aber immer so hingestellt, der Sündenbock für unsere Konsumwelt.

      • Moin,

        Ich als Verbraucher kämpfe auch für den Erhalt des selbständigen Landwirts, der noch experimentierfreudig ist, sich wirklich Gedanken macht, wo man was optimieren kann, sogar im Ort mitanpackt etc.

        KTG Agrar war schon gruselig, wurde nach Insolvenz von Munich RE (quasi Allianz-Gruppe) geschluckt. In Thüringen hat der ehemalige BV-Präsident Klaus Kliem anscheinend an ALDI verhökert. Fielmann mit seinem „Biohof“ in Lütjensee bekommt allein dafür über 600.000 € Ausgleichszahlungen. Rethmann, Bonduelle, Steinhoff und Co. lassen auch grüßen.

        Es wirkt so wie die Treuhand in der DDR. Alles kommt unter den Hammer …

        Wenn jedoch schon Landwirte das Gefühl haben, als Angestellte würde es ihnen besser ergehen, dann finde ich das schon gruselig. Weisungsabhängig von ALDI und Co. … ob daraus eine bessere Landwirtschaft erwachsen kann, wage ich zu bezweifeln. Noch will ich die Hoffnung nicht begraben, daß selbständige Landwirte und familiengeführte Generationenhöfe erhalten werden können und die eigentliche Landwirtschaft ausmachen!

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Jeder Landwirt ist quasi dazu gezwungen, nach Optimirungen zu suchen, das ist nicht neues, nur mit dem Experimentieren solle jeder vorsichtig sein.

          Dass familiengeführte Bauernhöfe erhalten werden können, da habe ich meine Zweifel. Bei der derzeitigen Politik, auch die angedachte der Grünen, habe ich keine Hoffnung, ich glaube eher, dass das Sterben der Bauernhöfe, Fahrt aufnimmt.

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