Jahr: 2019

Energiewende – zu Ende geplant

Leonhard hat mal die Energiewende bis zum Ende durchgeplant. Ganz konsequent. Hier seine Ergebnisse: In der zweiten Januarwoche war ich im Film Climate Warriors im Kino. Welche Antwort ich auch in diesem Film vermisse: wer hat wann was zu tun hat und was kostet es. Auch Greta Thunberg kennt die Antwort nicht. Ich finde es nicht im Internet und in keinem Vortrag. Die Fragestellung wie denn unsere Welt aussehen kann, wenn die Energie regenerativ ist hat mich schon vor etwa 5 Jahren beschäftigt. Die von mir verwendeten Zahlen stammen vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V. und vom Bundesverband für Energie und Wasserwirtschaft. Die Ausgangsposition Der Gesamtenergieverbrauch je Einwohner BRD liegt bei 40.000 Kwh. Gegenwärtig sind in der BRD 27.000 ha mit Freiflächen-Solaranlagen bebaut. Der jährliche Zubau liegt ziemlich stabil bei 800 ha. Das ist die Ausgangsposition. Unterstellen wir einen Energieertrag von 1 Million kWh p.a. je ha Solarfläche und wäre der Bedarf mit einer ausschließlichen Energiebereitstellung durch Freiflächensolaranlagen zu decken, läge der Flächenbedarf bei 3,2 Millionen ha. Das wären 20% der landwirtschaftlichen Nutzfläche oder 10% der Oberfläche …

Tür und Tor öffnen…

Das obige Foto hat mir ein Freund aus der Schweiz geschickt. Sein Sohn nimmt an einem Qualitäts-Programm für Mutterkühe teil und muss sich natürlich auditieren lassen. Eigentlich kein Problem, denn das gehört ja heute nicht nur bei einem Qualitätssicherungsprogramm mit dazu. Am Ende des ersten Audits bekam er aber noch ein Formular, dass die Auditoren unterschrieben mitnehmen wollten. Darin akzeptiert er Kontrollen auch während seiner Abwesenheit. Und nicht nur das: er muss sicherstellen, dass die Kontrolleure während der Abwesenheit „Zugang zu den relevanten Stallungen und Anlagen haben“. https://www.mutterkuh.ch/de/beef-control/ Das alles finde ich schon etwas krass. Oder wie seht ihr das? Den Haustürschlüssel muss er aber nicht gut sichtbar aufhängen. Immerhin… Bauer Willi  

Wiesen walzen

Laut dem Antrag des bayrischen Volksbegehren Artenvielfalt soll das Walzen von Grünland nach dem 15. März in Bayern verboten werden. Ab 2020. Mich als Rheinländer würde interessieren, ob ihr in diesem Jahr mit einen solchen Verbot hättet leben können. Heute ist ja der 16. März. Bauer Willi  

WWF: Ein schlimmer Verdacht…

Der WWF hat im vergangenen Jahr 752 Mio. € an Spendengeldern eingenommen. Nun steht er im Verdacht,  in mehreren Ländern kriminelle Wildhüter mit technischem Gerät, auch Waffen, unterstützt zu haben. Es sei auch zu Übergriffen auf Personen gekommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/wwf-die-schocktruppen-der-umweltorganisation-im-kampf-gegen-die-wilderei-a-1256336.html Auch die Bundesregierung unterstützt den WWF finanziell. Für ein Projekt gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel erhielt die Organisation 5,25 Mio. € vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMEZ)  und weitere 3,5 Mio. € vom Bundesumweltministerium. (BMU) http://www.bmz.de/de/zentrales_downloadarchiv/themen_und_schwerpunkte/biodiversitaet/180222_BMZ-BMUB-Factsheet_Partnerschaft_Wildereibekaempfung.pdf Der WWF ist um Aufklärung bemüht. Der deutsche WWF-Vorstand Christoph Heinrich schreibt: „Wo wir Kenntnis von Menschenrechtsverletzungen durch die Justiz erhalten, müssen wir das adressieren und dazu beitragen, Abhilfe zu schaffen.“ Sollte sich der Verdacht bestätigen, hätte dies Einfluss auf die Glaubwürdigkeit dieser Umweltorganisation. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

Die Landwirtschaft drückt sich vor ihren kritischen Themen

Prof. Dr. Matthias Michael kennt sich mit Kommunikation aus (siehe unten „Zur Person“). Im Februar hat er über das Ansehen der Landwirtschaft einen Vortrag auf der DLG-Wintertagung gehalten. Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt.   Herr Michael, was sind – aus Ihrer Sicht – die Ursachen für das schlechte Bild der Landwirtschaft? Wobei der Landwirt in der Nachbarschaft ja durchaus beliebt ist. Der Landwirt ist bei denen beliebt, die ihn kennen. Sie können seine Perspektive einnehmen, weil sie ihn verstehen mit seinem Tun und seinen persönlichen Herausforderungen. Aber die meisten Menschen – nämlich jene, die in den Städten leben – kennen ihn nicht. Die urbane Öffentlichkeit misstraut einer industriellen Landwirtschaft mit unterstellter Tierquälerei, Profitgier und Umweltverschmutzung. Der Bauer steht unter Generalverdacht. Die Ursachen für die schlechte Reputation liegen vor allem darin begründet, dass die Landwirtschaft ihre Risikothemen nicht behandelt hat. Das bedeutet: Sie dokumentiert nicht genügend Bewusstsein für ihre schwierigen Themen. Es fehlt an diskutablen Lösungen – mit all deren Schwächen und Konflikten. Nehmen sie die Beispiele Ferkelkastration, Kastenstand, Anbindehaltung, Schnäbel-, Hörner- und Schwanzkupieren, …

Raps? Oder Soja? Kommt ganz darauf an…

Christian von der LWK Oberösterreich hat sich dazu Gedanken gemacht und interessante Aspekte beleuchtet, an die ich so noch nie gedacht habe. Lesenswert nicht nur für Bauern… 🙂 https://ooe.lko.at/wer-braucht-raps+2500+2905604 Da ich heute den ganzen Tag (mit der Bahn) unterwegs bin, kann es sein, dass ich nicht zum Freischalten der Kommentare komme oder der Internetzugang nicht klappt. Ich bitte um Verständnis. Bauer Willi

Filterblase?

Lebt die Agrarbranche in einer Filterblase? Und welchen Einfluss haben die sozialen Medien auf die Wahrnehmung der Landwirtschaft? Über diese Themen geht es auf einer Veranstaltung am 28. März in Vechta. Hier alles Wissenswerte dazu: https://www.uni-vechta.de/koordinierungsstelle/veranstaltungen/agrarwirtschaft-in-der-filterblase/ Moderation: Dr. Jan Grossarth, Wirtschafts-Journalist der FAZ Bauer Willi

Die digitale Milchkanne

Nein, es geht nicht darum, ob 5G an jeder Milchkanne verfügbar sein soll. Es geht um die Digitalisierung in der Landwirtschaft, die aktuell für DAS Allheilmittel angesehen wird. Digitalisierung findet in der Landwirtschaft schon lange statt. Wer sich über den aktuellen Stand und die Einschätzung der Landwirte informieren will, findet hier einen lesenswerten Artikel aus der Computer-Woche. Und die ist ja nicht gerade ein landwirtschaftliches Fachblatt. https://www.computerwoche.de/a/was-sie-ueber-landwirtschaft-4-0-wissen-muessen,3544215 Meine Probleme mit der Digitalisierung sind: Die Kosten Das GPS-System für die Selbststeuerung unseres Traktors hat ein paar Tausend Euro gekostet. Ja, macht Spaß damit zu fahren, aber wo das Geld dafür wieder reinkommen soll ist mir noch nicht so richtig klar. Das mag beim Melkroboter ähnlich sein. Er erleichtert die Arbeit, aber die Kosten können nur wieder eingespielt werden, wenn ich in der frei gewordenen Zeit etwas anderes, Produktives tue. Das Wissen Wir haben einen Oldtimer-Trecker. Die Funktionen sind einem Laien so schnell erklärt, dass es spätestens nach einer halben Stunde das Ding selbst fahren kann. Bei unserem modernen Trecker sind so viele Knöpfe und Schalter, dass ich …

Liebe Frau Ministerin Schulze, liebe Frau Ministerin Klöckner

Dieser Brief ist unterwegs nach Berlin. Liebe Frau Ministerin Schulze, liebe Frau Ministerin Klöckner Wie das Volksbegehren in Bayern eindrucksvoll gezeigt hat, ist den Menschen der Schutz von Artenvielfalt und Klima ein Anliegen. Das gilt auch für mich als Bauer, der ja viele der geforderten Maßnahmen schließlich umsetzen soll und wird. Wir Landwirte können jedoch diese große Aufgabe nicht alleine bewältigen und benötigen dafür die Mithilfe der Zivilgesellschaft. Wie diese aussehen soll, habe ich in einer Petition zusammengefasst, die seit dem 26. Februar mittlerweile von über 56.000 Mitbürgern (Stand 10. März 2019 um 12:00 Uhr) unterzeichnet wurde. Sie finden diese hier: https://www.change.org/p/bundesumweltministerium-gemeinsam-f%C3%BCr-bienen-und-klima Welche zusätzlichen Maßnahmen wir Landwirte leisten können, haben 3 Landwirte und 21 Naturschützer unter Leitung des Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer zweitägigen Klausur-Tagung auf der Insel Vilm erarbeitet. Alle Beteiligten stehen hinter diesem Papier, weil es in  – teils kontroversen – Diskussionen entstanden ist. Es ist ein guter Kompromiss. https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf Arten- und Klimaschutz kann nur gelingen, wenn wir alle „an einem Strang“ ziehen. Das gilt auch für Ihre beiden Ministerien, von denen …