Jahr: 2018

Disteln, Brennesseln… und Schmetterlinge…

Für einen Bauern gehören Disteln und Brennesseln nicht gerade zu den wichtigen Pflanzen. Eher im Gegenteil, er will sie auf seinem Acker am liebsten nicht sehen.  Neben unserem Acker ist jetzt eine Fläche, die seit rund einem Jahr nicht mehr bewirtschaftet und folglich nicht mehr „gepflegt“ wird. So würde es jedenfalls jeder Bürger bezeichnen, weil die Fläche „verwildert“. Jetzt haben sich dort Ackerkratzdisteln etabliert, die mittlerweile mannshoch sind (oder sollte ich doch korrekter  „manns/fraushoch“ sagen?) In diesem Distelfeld habe ich jetzt unglaublich viele Schmetterlinge entdeckt, die die Blüten besuchen. Und nicht nur Schmetterlinge, sondern auch viele verschiedene Wildbienen und Hummeln. An einer anderen Stelle, diesmal auf unserem Gelände neben dem Hof sind mir Brennesseln aufgefallen, auf denen Hunderte von Raupen die Brennessel-Blätter abfressen. Und aus Raupen werden ja bekanntlich auch wieder Schmetterlinge. Solche Wildflächen sind also für Insekten ein wertvolles Biotop und darum lasse ich die Pflanzen stehen. Vielleicht lasst ihr in eurem Garten auch eine „dreckige Ecke“ als Refugium für die Insekten stehen…? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt …

Tierhaltung: Wissen, Emotionen, Strategien

Mirjam Lechner war bei mir auf dem Hof. Mirjam ist eine absolute Expertin für die Schweineproduktion und sowohl als Erzeugerberaterin wie auch als Fach-Referentin deutschlandweit sehr gefragt. Sie kennt nicht nur die landwirtschaftliche Praxis ausgezeichnet, sondern darüber hinaus auch die Besonderheiten und Schwierigkeiten der Vermarktung. Hier mal ein paar Sätze von Mirjam: „Wenn Vertrauen geht, kommt Papier!“ „Tierschutz als Bezahlfaktor haben wir noch nicht“ und „Tierschutz gibt es nicht im Sonderangebot“ „Die Leistungssteigerung ist an ihre Grenzen gekommen“ „Wir brauchen eine neue Ehrlichkeit, über Probleme auch reden zu dürfen“ „Viele Landwirte wollen gerne anders produzieren und warten auf den Markt dazu“ Das Interview dauert zwar 25 Minuten, ist aber spannend bis zum Ende. Unbedingt sehen müssen es Landwirte, Tierärzte, Professoren und wirkliche Tierschützer. Und Konsumenten sowieso. Es ist für jeden etwas dabei. Wer direkten Kontakt aufnehmen will, hier die Homepage: https://www.stallaktiv.de/ Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service …

Neues Label…

Achtung: Satire ! Habe mir ein neues Label ausgedacht, mit dem viele Verbraucherwünsche erfüllt werden. Jetzt fehlt mir nur noch das Produkt, auf das man das Label draufkleben könnte. Habt ihr eine Idee?   Bauer Willi

Alternative Behandlungsmethoden bei Schweinen

Das ist das Thema der Masterarbeit von Philip. Dazu macht er eine Umfrage unter allen Schweinehaltern, egal ob Ferkelerzeuger oder Mäster. Hier der Link, der noch bis Ende Juli gültig ist. https://umfrage.itz.uni-halle.de/limesurvey/index.php/867286/lang-de Ich habe mal einen Probelauf gemacht. Die Fragen sind sehr klar und schnell zu beantworten. Mehr als 3 Minuten solltet ihr dazu nicht benötigen. Also nicht auf die lange Bank schieben und gleich mitmachen. Im Auftrag 🙂 Bauer Willi  

Kleinere und ökologischere Betriebe fördern

Hier ist der Alois. Hier ein interessanter Mailverkehr zwischen mir und dem Agrarexperten von Greenpeace, Herrn Martin Hofstetter, zum Thema kleinere und ökologischere Betriebe in Zukunft besser zu fördern. Mit Interesse habe ich die Pressemitteilung von Greenpeace gelesen, dass sie gemeinsam mit der AbL eine Demonstration in Bonn veranstaltet haben, in der beide Organisationen fordern, die EU-Zahlungen zukünftig anders zu verteilen und kleine und ökologisch arbeitende Betriebe stärker zu fördern. Mehr Förderung für kleine Betriebe wäre sicher gut.  Aber die Subventionen haben ja auch so ihre Tücken.  Dazu hätte ich folgende Fragen: Was halten Sie von Direktzahlungen an die Landwirte? Wäre es nicht zielführender, diese durch faire Produktpreise zu ersetzen und so die EU-Bürger steuerlich zu entlasten? Hofstetter: Die Direktzahlungen gibt es als Ausgleich für die Senkung der Interventionspreise in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Nach so einer langen Zeit wird es langsam schwierig Steuerzahlern zu erklären, warum da jetzt noch Geld fließt. Erst recht, wenn vieles schief läuft in der Landwirtschaft und die Verteilung der Agrargelder extrem ungerecht ist. in der Regel zahlt …

Die digitale Beziehung…

Das Forum Moderne Landwirtschaft hatte zusammen mit der Andreas-Hermes-Akademie diesmal zu einem Design-Thinking-Workshop nach Hamburg eingeladen. Thema: „Landwirte und Verbraucher – wie gestalten wir zukünftig unsere Beziehung?“ Nicht nur das Thema war spannend, sondern auch die Form des Workshops, der paritätisch mit Landwirten und Verbrauchern besetzt war. Spannend deshalb, weil zum einen die diversen Schritte des Workshops eng getaktet waren (was wirklich eine hohe Konzentration erforderte) zum anderen, weil für mich als Ackerbauer, der ja selten mit dem Endkunden in Verbindung kommt, die Denkweise und die Erwartungen an mich thematisiert wurden. Wann sagt mir den schon mal ein Konsument direkt in´s Gesicht, was er von mir erwartet? Das mag im Hofladen anders sein, aber den habe ich nun mal nicht. Aus meiner Sicht, und nur die kann ich hier wiedergeben, war das beherrschende Thema: Wo kommen die Lebensmittel her und wie transparent ist die Herstellung? Dahinter verbirgt sich – nach meiner Ansicht – der Begriff des Vertrauens. Kann sich der Verbraucher, wenn er in den Laden geht und Lebensmittel einkauft, darauf verlassen, dass der Landwirt vernünftig …

Anruf von RTL

Außer der Reihe heute ein zweiter Blog-Artikel. Alois hat mir die Telefonnummer einer Redakteurin von RTL weitergeleitet. Sie suchen für morgen (Donnerstag) einen Bauern, der sich über die Folgen der Nitratklage der EU gegenüber Deutschland äußert, die morgen eintreffen soll.  Nachdem ich ihr das alles am Telefon erzählt habe, wollte Sie wissen, ob ich vor der Kamera sagen könnte, was es für mich bedeutet, wenn das Nitrat verboten wird. Für alle die, die es nicht kapieren, warum mich das erschüttert: Nitrat findet sich so ziemlich in jedem Lebewesen, im Mensch genau so wie im Tier und natürlich auch in Pflanzen. Wenn ihr aus dem Fenster schaut und etwas Grünes seht: Da ist auch Nitrat drin. Mir ist aber eines klar geworden: Unsere Mitbürger, und dazu gehören auch Journalisten, sind unendlich weit weg von ihren/unseren Lebensmitteln. Das ist erst einmal nicht schlimm. Aber wir können es ihnen erzählen. Fangen wir an… Bauer Willi

„Wir kaufen saisonal und regional“

Wer hat diese Aussage nicht schon gehört. Hier der dazu passende Wurfzettel von Samstag (erkennt man an den Deutschland-Fähnchen) Avocado: Peru/Südafrika/Chile/Kolumbien Tafeltrauben: Ägypten Wassermelone: Italien/Spanien Himbeeren: Spanien/Portugal Tafelbirnen: Argentinien/Chile/Südafrika Grüner Spargel (BIO!!): Griechenland/Italien/Spanien/Slowakei Und frische Kirschen (nicht auf dem Bild) kommen aus der Türkei. Gibt es Kirschen nicht aus Deutschland? Wir hätten welche. Spargel hat der Nachbar. Das wäre saisonal und regional. Irgendwie passen Aussagen und Kaufverhalten nicht zusammen. Das nervt mich. Oder liegt das da alles nur zum Anschauen? Und was ist das nur für eine Herkunftsbezeichnung, wenn da vier Länder für ein Produkt genannt werden? Warum schreibt REWE nicht drauf: „von überall auf der Welt“? Das wäre doch wenigstens ehrlich. Euer Bauer Willi

Es geht auch ohne Bauern

  Wir bekommen immer wieder Ratschläge von Menschen, offensichtlich der Meinung sind, sie wüssten, wie wir Landwirte es richtig machen sollten. Meist von Menschen, die mit praktischer Landwirtschaft nichts am Hut haben. Diese Ratschläge bekommen wir auch laufend von Redakteuren, Politikern und Vertretern spezieller Organisationen.  Wir werden ständig in Talk-Runden von sogenannten „Experten“  so dargestellt, als wären wir unfähig, mit unserem Boden, den Pflanzen und unseren Tieren anständig umzugehen. War unsere mehrjährige Ausbildung also überflüssig? Reicht es heute schon eine Ahnung von Dingen zu haben, die man nicht gelernt hat? Reicht es, Galileo und Quarks & Co zu sehen, um mitreden zu können? Da habe ich mir gesagt: Macht es doch selbst! Und habe folgende Anzeige aufgesetzt:

Gifte im Garten

Die ZDF-Sendung Planet-e brachte am 03.06.2018 eine halbstündige Sendung zur Problematik der Pflanzenschutz- und Düngeranwendung bei den Hobby-Gärtnern. (Zum Ansehen bitte auf das Bild unten klicken) Planet-e gibt den Umfang des Pflanzenschutz-Einsatzes in Deutschland im Privatgartenbereich mit 5000 Tonnen jährlich an. (Quelle: Umweltinstitut München). Im Vergleich: in der gesamten deutschen Landwirtschaft wurden im Jahr 2017 rund 47.000 Tonnen PSM   *(Quelle Umweltbundesamt) vermarktet. (incl. inerte Gase für den Vorratsschutz) Die Sendung beleuchtet auch eingehend die Abgabe- und Beratungspraxis der PSM-Mittel an die ungeschulten Privatverbraucher. Und zu guter letzt widmet sich die Sendung den Bodenuntersuchungen von Privatgärten, wo oft Überdüngung und Schwermetall-Altlasten den Traum vom eigenen Bio-Gemüse platzen lassen. Schonungsloses Fazit eines Professors in der Sendung: „Die Hobby-Gärtner sollten die Finger von den Pflanzenschutz- und Düngemittel lassen, weil sie mit der Anwendung überfordert sind.“ Und ein anderer Experte: „Man kauft hochkonzentrierte Dünger und düngt dann nach Gefühl“ Ich finde diese Sendung jedenfalls sehr informativ. Und empfehle sie deshalb gerne weiter. Euer Alois